Blog-Archive

[MANGA] Sternensammler von Anna Backhausen und Sophie Schönhammer

Zeichner: Anna Backhausen und Sophie Schönhammer
Taschenbuch: 200 Seiten
ISBN: 978-3842020665
Preis: 3,99 EUR (eBook) / 6,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Fynns Leben besteht aus Schuleschwänzen, Rauchen und Faulsein – zu fast nichts hat er den passenden Antrieb. Als seine Freundin auch noch mit ihm Schluss macht, weil sie nicht das Gefühl hat, dass Fynn sie wirklich liebt, ist dieser nur mäßig geschockt. Schnell droht er in seinen gewohnten Trott zu verfallen, da trifft er auf einem Hügel, den er zum Rauchen und Nachdenken aufsucht, den nerdigen Niko, der mit einem Teleskop Sterne beobachtet und auf Sternschnuppen wartet. Zwischen den beiden ungleichen Teenagern entwickelt sich langsam mehr, denn Fynns Interesse ist geweckt und auch Niko scheint mit der Zeit mehr für seinen Mitschüler zu empfinden …

Eigene Meinung:
„Sternensammler“ stammt von Anna Backhausen und Sophie Schönhammer, die in der deutschen Mangaszene keine Unbekannten sind und schon mehrere Doujinshis veröffentlich haben. Der Manga erschien bei Tokyopop zunächst in großformatiger Heftform kapitelweise mit kleinen Extras und schließlich auch als Sammelband.

Lies den Rest dieses Beitrags

[MANGA] 23:45 von Ohana

Autor: Ohana
Taschenbuch: 196 Seiten
ISBN: 978-3842025554
Preis: 6,95 EUR
Bestellen: Amazon

Story:
Iku ist ein waschechter Otaku und hat dementsprechend Probleme mit seinen Mitmenschen. Zumeist tut er sich schwer damit mit anderen zu sprechen. Zusätzlich ist er neuerdings in der Lage, Geister zu sehen, denn seit Tagen registriert er auf der Fußgängerbrücke einen jungen Mann, den niemand sonst wahrnimmt. Als dieser sich in Ikus Wohnung einnistet, ändert sich dessen Leben schlagartig. Mimoris fröhliche Art geht Iku näher als er anfangs wahrhaben will und schon bald verbindet die beiden mehr als Freundschaft. Als Iku nach und nach herausfindet, was es mit Mimori auf sich hat, verkompliziert sich die Situation, denn Iku möchte Mimori nicht mehr gehen lassen …

Eigene Meinung:
Der Manga „23:45“ stammt von Ohana, die sich durch Boys Love Doujinshis in Japan einen Namen gemacht hat. „23:45“ ist ihr 2014 erschienenes Debüt, das inzwischen um das Sequel „23:45 Re:“ erweitert wurde. In Deutschland erschien der Manga bei Tokyopop.

Inhaltlich bietet der Manga eine schöne Liebesgeschichte mit leichten Mystery-Elementen und einem Hauch Drama. Glücklicherweise verzichtet die Zeichnerin auf erotische Szenen, so dass sich „23:45“ gut für den Einstieg ins Boys Love Genre eignet und für all diejenigen lohnenswert ist, die mehr Wert auf die Handlung legen. Diese wird in relativ ruhigen Tönen erzählt. Dem Leser wird genügend Platz eingeräumt, um die Charaktere kennenzulernen und sich ein Bild von Iku und Mimori zu machen. Die Suche nach den Hintergründen zu Mimoris Tod ist durchaus spannend und hätte durchaus etwas ausführlicher sein können, denn Ohana schöpft das Potenzial nicht gänzlich aus. Dennoch macht „23:45“ Spaß und kann auch alteingesessene Boys Love Leser überzeugen, da die Zeichnerin versucht die gängigsten Klischees zu vermeiden. In diesem Zusammenhang bleibt zu hoffen, dass Tokyopop auch die Fortsetzung lizensiert, da man durchaus gespannt sein darf, wie Ohana die Geschichte der ungleichen Männer weiterführt.

Die Geschichte besticht besonders durch ungewöhnliche Charaktere, die nur bedingt ins typische Boys Love Schema passen. Sowohl den ruhigen Iku, als auch den offenherzigen Mimori schließt man schnell ins Herz. Beide haben ihr Päckchen zu tragen, wobei der Schwerpunkt auf Iku liegt und die Probleme, die er mit seiner Mutter hat. Nichtsdestotrotz erfährt man auch mehr über Mimori und natürlich auch wie er überhaupt in die Situation gekommen ist, als Geist sein Dasein auf einer Brücke zu fristen.

Zeichnerisch bietet „23:45“ auf jeden Fall etwas für’s Auge, denn Ohana hat einen angenehmen, leichten Stil, der besonders durch hübsche, männliche Figuren besticht. Sowohl Iku als auch Mimori sind gut in Szene gesetzt, wirken weder verzeichnet noch perspektivisch falsch umgesetzt. Auch an den Hintergründen gibt es nichts auszusetzen, zumal Ohana durchaus einen Sinn für Details hat, was die einzelnen Panele nicht ganz so leer wirken lässt. Für alle, die Wert auf schöne Zeichnungen legen, ist „23:45“ auf jeden Fall geeignet.

Fazit:
„23:45“ ist ein gelungener Boys Love Manga, der die üblichen Klischees zu vermeiden versucht und mit einer interessanten Geschichte und ungewöhnlichen Charakteren überzeugen kann. Auch die soliden Zeichnungen Ohanas wissen zu gefallen und machen „23:45“ zu einem schönen Boys Love Einzelband, der jedem ans Herz zu legen ist, der mysteriöse Liebesgeschichten mag oder etwas erfrischend Neues lesen möchte. Zu empfehlen.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[MANGA] Caste Heaven von Chise Ogawa


Autor: Chise Ogawa
Taschenbuch:  220 Seiten
ISBN: 978-3-8420-2382-6
Preis: 6,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
An Azusas Schule herrscht ein bizarres Kastensystem. In unregelmäßigen Abständen müssen sie die Schüler auf die Suche nach Karten machen, die die neue Rangordnung innerhalb der Klasse festlegen. Der King bzw. die Queen kennzeichnen demnach die Schüler, die das Sagen haben, der Joker wird automatisch zum Target, der von den Angehörigen der unterschiedlichen Kasten offen gemobbt und erniedrigt werden darf. Für Azusa ändert sich sein Leben, als er sein Freund Karino ihn hintergeht und er seinen Platz als King einbüßt. Während Karino als neuer King offen Rache übt, gibt er Azusa doch eine Möglichkeit, sich vor den teils auch sexuellen Übergriffen seiner Mitschüler zu schützen – er soll ihm zu Willen sein, wann immer Karino will. Für Azusa, dem es schwerfällt sich unterzuordnen, ein schier unmögliches Angebot, dass er jedoch bald annehmen muss, um nicht vollkommen unterzugehen …

Eigene Meinung:
Mit dem Boys Love Manga „Caste Heaven“ präsentiert Tokyopop die japanische Mangaka Chise Ogawa erstmals in Deutschland. Mit ihren psychologischen und düsteren Geschichten hat sie sich in Japan sowohl im Shojo- als auch im Yaoi-Genre einen Namen gemacht und debütiert mit einem ihrer bekanntesten Werke in den hiesigen Gefilden.

Inhaltlich legt Chise Ogawa ein gewöhnungsbedürftiges Werk vor, denn das Kastensystem ist logisch nicht wirklich tragbar. Es fällt recht schnell auf, wie sehr es das Leben der Schüler beeinflusst und in welch negative Bahnen es Jungen wie Mädchen lenkt. Dass sich keiner dagegen auflehnt und auch die Lehrer nichts davon mitbekommen, erscheint mir gänzlich unvorstellbar. Niemand lässt sich in eine Rolle oder Position zwingen, nur weil eine Karte dies vorgibt (vor allem binnen eines Tages in seiner Einstellung komplett wechseln), und kein Lehrer würde diese Spielchen übersehen. Targets werden systematisch fertiggemacht – verbal und körperlich bis hin zu Vergewaltigungen. Dies würde keiner Lehrkraft verborgen bleiben, insbesondere wenn sie das Verhalten der Mitschüler untereinander von einem Tag auf den anderen grundlegend ändert.
Auch sonst bleiben die Regeln des Spiels recht dunstig – wer sie veranstaltet, weiß man nicht, ebenso wenig welchen Sinn die Initiatoren verfolgen. Dennoch folgen alle Schüler dem Spiel wie Lemminge, was durchaus einige psychologisch, interessante Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt. Dennoch bleibt das Grundkonstrukt nicht in sich schlüssig, was das Lesevergnügen merklich schmälert, vor allem da es im ersten Band fast nur um die sexuelle Nötigung und Unterwerfung Azusas geht.

Die Charaktere sind unterschiedlich wie Tag und Nacht – Azusa stammt aus einer sozial schwachen Familie, ohne Rückhalt und Unterstützung, Karino ist Sohn eines Politikers und hat ebenfalls mit den strengen Regeln seiner Herkunft zu kämpfen. Die übrigen Figuren – gerade die Mädchen, die wie Staffage wirken – bleiben sehr blass. Meistens sind es Mitläufer, die ohne zu zögern tun, was der King verlangt und Recht und Unrecht nicht einmal in Frage stellen. Einzig die Beziehung der Figuren Kuze und Atsumu, der früher einmal die Rolle des Targets innehatte, werden zum Ende hin wichtiger und etwas eingehender behandelt.

Stilistisch legt Chise Ogawa einen schönen Manga vor, der die Emotionen der Charaktere gut widerspiegelt, da sich alle Facetten der menschlichen Gefühlswelt in den Gesichtern der Figuren widerspiegeln: Dominanz, Angst, Unsicherheit und Lust. Darüber hinaus sind ihre Zeichnungen recht Boys Love-typisch, sprich hübsch anzusehen. Die Konzentration liegt stark auf den männlichen Charakteren und der expliziten Erotik, die es in „Caste Heaven“ in nahezu jedem Kapitel gibt.

Fazit:
„Caste Heaven“ bietet eine durchaus interessante, psychologisch düstere Geschichte, die jedoch auf sehr fragwürdigen Hintergründen basiert. Es fällt schwer, das Kastensystem als gegeben anzunehmen, da sich kaum einer auflehnt oder die Sache hinterfragt. Stattdessen stehen Gewalt, Unterdrückung und sexuelle Nötigung an der Tagesordnung, was auch die Figuren ein wenig unglaubwürdig erscheinen lässt. Trotzdem lohnt es sich, die Geschichte weiterzuverfolgen, allein um herauszufinden, welche Ziele Chise Ogawa verfolgt. Im Zweifelsfall sollte man einen Blick in die Leseprobe werfen.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar_grey

[ANKÜNDIGUNG] Verlagsprogramme Herbst/Winter 2016/17

Hallo ihr Lieben,

die neuen Manga-Verlagsprogramme sind ja schon seit einer ganzen Weile bekannt – irgendwie bin ich nicht dazu gekommen, sie hier vorzustellen. Liegt zum einen an den vielen Aktionen und Specials der letzten Wochen, zum anderen daran, dass ich immer weniger Lust auf Mangas habe. Dennoch habe ich mir die Ankündigungen einmal angesehen – gerade Tokyopop und EMA bieten Boys Love Fans eine Menge frischer Lektüre.

Tokyopop:
Wie nicht anders erwartet, bitete Tokyopop ide interessantesten Neuankündigungen im Boys Love Segment und wartet darüber hinaus noch mit dem Girls Love Titel „Der Zauber einer mir unbekannten Welt“ auf. Leider sind viele Einzelbände dabei – aber in Japan gibt es im BL Genre nur noch selten längere Reihen, so dass den Verlagen zunehmend die Auswahl fehlt. Für Fans von Hinako Takanaga gibt es einen neuen Einzelband, Waka Sagami, Chise Ogawa, Lalako Kojima und Akino Shiina präsentieren ebenfalls ihre neuen Mangas. Die übrigenen Mangakas sind Debütanten – ihre Werke erscheinen erstmals in Deutschland.

Boys Love:

  • Hinako Takanaga: Die Blume und der Schmetterling, November 2016, Einzelband, € 6,95
  • Lily Umiyuki: Otona-chan., Einzelband, November 2016, € 6,95
  • Chise Ogawa: Ein Spiel namens Liebe, Einzelband, Oktober 2016, € 6,95
  • Lalako Kojima: Neun Leben, Einzelband, Oktober 2016, € 6,95
  • Akino Shiina: BL Syndrom, 3 Bände, September 2016, € 6,95
  • Natsuki Matsuoka / Mikuro Noichi: Hong Kong Dragnet, 2 Bände, August 2016, € 6,95
  • Ohana: 23:45, Einzelband, August 2016, € 6,95
  • Waka Sagami: Mein geliebter Geliebter, Einzelband, August 2016, € 6,95

Girls Love:

  • Moto Momono: Der Zauber einer mir unbekannten Welt, 2 Bände, Oktober 2016, € 6,95

Carlsen:
Die Ankündigungen des Carlsen Verlags sind (wie nicht anders erwartet) eher mau – Kyoko Aiba ist keine unbekannte Zeichnerin bei Carlsen. Ihr Debüt „I hate the Dentist!“ erscheint Ende Mai. Neben den Einzelbänden werden die Reihen „Acid Town“ und „Ein melancholischer Morgen“ fortgesetzt.

Boys Love:

  • Kyoko Aiba: Naughty Tease, Einzelband, Oktober 2016, € 6,99
  • Kyoko Aiba: Keep my Secret, Einzelband, Februar 2017, € 6,99

EMA:
Der Verlag präsentiert dieses Mal eine sehr umfangreiche, bunte Auswahl verschiedener Mangas – zum einen wurde auch die aktuelle Spin-Off-Reihe der immens erfolgreichen Catboy Serie „Kuroneko“ lizensiert, zum anderen dürfen sich Fans von Ryo Takagi und Papiko Yamada auf neuen Lesestoff freuen. Zudem präsentiert EMA zwei bis dato unbekannte Zeichnerinnen auf dem deutschen Markt: Ogeretsu Tanaka und Scarlet Beriko. Eine gute Mischung.

Boys Love:

  • Papiko Yamada: Chain my Heart, Einzelband, Oktober 2016, € 7,50
  • Saeko Kamon: Das Raubtier in dir, Einzelband, März 2017, € 7,50
  • Scarlet Beriko: Give me a Hand, Einzelband, November 2016, € 7,50
  • Ryo Takagi: Kurokoi, Einzelband, Februar 2017, € 7,50
  • Aya Sakyo: Kuroneko – Nachtaktiv, bisher 2 Bände, Dezember 2016, € 7,50
  • Ogeretsu Tanaka: Love Whispers In The Rusted Night, Einzelband, Oktober 2016, € 7,50
  • Scarlet Beriko : Show me your Gun, Einzelband, Januar 2016, € 7,50
  • Ogeretsu Tanaka: The Right Way to Write Love, Einzelband, Dezember 2016, € 7,50

Was haltet ihr von den neuen Mangaankündigungen? Welche Titel reizen euch am meisten und wie findet ihr die Aufteilung? Welche Werke fehlen eurer Meinung nach in Deutschland.

Ich bin gespannt.

Liebe Grüße,
Juliane

[MANGA] Electric Delusion von Nekota Yonezou


Autor: Nekota Yonezou
Taschenbuch:  196 Seiten
ISBN: 978-3-8420-1955-3
Preis: 6,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Fumi und Shunpei sind Nachbarn und von Kindesbeinen an die besten Freunde. Selbst in der Schule gibt es die beiden nur im Doppelpack, was deren Klassenkameraden witzig finden. All das ändert sich, als Fumi sich eines Tages outet – Shunpei ist nicht nur extrem verwirrt, er hat auch Angst, dass sein bester Freund an ihm interessiert sein könnte. Dass seine Sorgen unbegründet sind, zeigt sich, als Fumi seinen festen Partner vorstellt: Satanoka, einen leicht sadistischen Mitschüler. Nach dieser Begegnung ist Shunpei nicht nur verwirrt, sondern unerwartet eifersüchtig, denn anstatt sich um seine Freundschaft zu sorgen, beschäftigt ihn die Frage, warum sich Fumi nicht für ihn entschieden hat, am meisten …

Neben der Hauptgeschichte enthält der Band auch die Kurzmangas „Adult experience value“ und “Lover standart value“, in denen die Pärchen Shinkai und Yumeji, sowie Marui und Murasato im Zentrum stehen, die mit den Tücken ihrer Beziehung kämpfen.

Eigene Meinung:
Mit dem Boys Love Manga „Electric Delusion“ legt Tokyopop erstmals einen Titel von Nekota Yonezou in Deutschland vor, die vor allem für ihre zahlreichen Yaoi-Doujinshis bekannt geworden ist. „Electric Delusion“ gehört teilweise zu ihre Boys Love Reihe „Otona Keikenchi“, das die Vorgeschichte der Bonusstory „Adult experience value“ und Lover standart value“ erzählt.

Inhaltlich erwartet den Leser eine typische Schüler-Liebes-Geschichte, allerdings geht Nekota Yonezou andere Wege, denn die beiden Hauptcharaktere kommen nur über Umwege zusammen und haben gegen etliche Probleme anzukämpfen: Shunpei braucht lange, um sich einzugestehen, dass er Fumis Gefühle erwidert, während dieser sich stark zurückhalten muss, um seinen Freund nicht unter Druck zu setzen. Natürlich geht es im Laufe der Zeit recht explizit zur Sache, denn allzu lange hält sich Fumi nicht zurück. Auch in den Bonuskapiteln nimmt Nekota Yonezou kein Blatt vor den Mund – Fans erotischer Boys Love Mangas kommen daher Electric Delusion Band 2voll und ganz auf ihre Kosten. Um die Sonderkapitel allerdings voll und ganz nachvollziehen zu können, sollte man vorab zumindest „Otona Keikenchi“ reinlesen.

Die Charaktere bieten wenig Neues – im Grunde sind sie recht stereotyp gehalten, wenngleich Shunpeis naive, chaotische Art durchaus erfrischend ist und zu unterhalten weiß. Ansonsten bekommen Boys Love-Vielleser wenig Neues geboten. Fumi ist der typische, etwas schüchterne Seme, der seinen Freund auf etwas ungewöhnliche Art und Weise für sich gewinnen will, Shunpei der unbedarfte, unsichere Uke, der noch mit den Tücken seiner Gefühle zu kämpfen hat. Vielleicht entwickeln sich die Figuren in den Folgebänden weiter, denn „Electric Delusion“ umfasst insgesamt vier Bände.

Stilistisch legt Nekota Yonezou einen soliden Manga vor, der durch aufwendige Zeichnungen und schöne Farbillustrationen besticht. Gerade Gesichter und Haare sind sehr detailliert, ebenso die Hintergründe. Lediglich die Körper sind ein wenig gewöhnungsbedürftig, da die Gliedmaßen sehr lang geraten sind, was nicht jedem Leser zusagt. Wen das nicht stört, bekommt einen schön gezeichneten Manga mit hübschen Jungs und ansprechenden erotischen Szenen geboten.

Fazit:
Nekota Yonezous „Electric Delusion“ ist ein netter Boys Love Manga, der ganz besonders Fans von Schülern und High-School-Beziehungsgeschichten ansprechen dürfte. Es geht fast ausschließlich um die Beziehung zwischen Shunpei und Fumi, die sich nach und nach entwickelt und die schon bald mit den ersten Problemen zu kämpfen haben. Wer mit solch klassischen Geschichten kein Problem hat und wem die chaotischen, leicht stereotypen Charaktere gefallen, dem wird auch „Electric Delusion“ zusagen. Im Zweifelsfall in die Leseprobe schauen.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar_grey

[MANGA] Hot Dog von Kazusa Takashima


Autor: Kazusa Takashima
Taschenbuch:  194 Seiten
ISBN: 978-3-551-73354-2
Preis: 7,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Als Ukyo eines Tages einen schwarzen, streunenden Hund vor einer Gruppe Kinder rettet, ahnt er nicht, dass das Tier auf abstrakte Art und Weise sein Leben verändert. Denn Kuro, wie er ihn kurzerhand tauft, ist nicht nur in der Lage zu sprechen, er kann sich bei Erregung auch in einen Menschen verwandeln. Diese Fähigkeit sorgt nicht nur für Chaos und Probleme, sondern auch dafür, dass Ukyo seinem neuen Haustier wesentlich näher kommt, als er jemals gedacht hat …

Neben „Hot Dog“ enthält der Manga noch die Kurzgeschichten „Der Sommer ist zurück“, in dem sich die beiden Kindheitsfreunde Kasumi und Ken nach mehrere Jahren wiedersehen und an ein altes Versprechen erinnern, und „Pinpoint Lovers“, in dem die Beziehung der beiden fortgeführt wird und beide ihre erste handfaste Krise überstehen müssen. Der Oneshot „Die Goldfisch-Prinzessin“, sowie ein umfassendes Special zu Kazusa Takashima runden den Einzelband ab.

Eigene Meinung:
„Hot Dog“ stammt aus der Feder Kazusa Takashimas, die hierzulande vor allem für ihren One Shot „Wild Rock“ und die Reihe „Mad Love Chase“ bekannt geworden ist. Die ersten Kapitel erschienen bereits 2000 in einem japanischen BL-Magazin, erst 2007 wurden die Kapitel zu einem Sammelband zusammengefasst, kurz nachdem die Mangaka nach dem Plagiatsskandal (2004) gegen Kayono, zum Mangazeichnen zurückkehrte. Bis heute hat Kazusa Takashima aufgrund des verlorenen Prozesses ihre alten Reihen nicht beendet und kaum neue Serien begonnen.

Inhaltlich legt Kazusa Takashima eine durchgeknallte, teils befremdliche Hauptstory vor, die allein durch den Gestaltwandler und dessen hündische Angewohnheiten mehr als gewöhnungsbedürftig ist. Man muss schon die Art von Humor mögen, um mit „Hot Dog“ etwas anfangen zu können, denn die meiste Zeit kann man über so viel Absurdität nur den Kopf schütteln. Dabei hätte man vielleicht sogar etwas aus der Grundidee machen können, wenn man es nicht in die Comedy-Ecke gezehrt und mit kruden Story-Elementen ausgeschmückt hätte.
Wesentlich angenehmer, wenngleich nicht spannender, ist da der Manga um Kasumi und Ken – eine typische Coming-Out/Erste Liebe-Geschichte, die zwar wenig Neues bietet, dafür aber in halbwegs normalen Bahnen verläuft. Es ist eine Alltagssituation mit der die beiden Charaktere fertig werden müssen. Aufgrund des geringen Seitenumfangs ist leider keine tiefgründige Handlung möglich, obwohl durchaus Potenzial vorhanden ist.

Die Charaktere sind die üblichen Mangafiguren. Ukyo und Kuro sind einfach nur durchgeknallt und dementsprechend schwer fällt es, sich mit ihnen zu identifizieren. Fans durchgedrehter Comedy-Mangas werden mit den Figuren wenig Probleme haben, Leser, die es realistischer bevorzugen, sollten die ersten Kapitel überspringen und sich lieber gleich mit Kasumi und Ken auseinandersetzen, die wesentlich realistischer und glaubhafter dargestellt sind. Zwar sind auch die beiden sehr mangahaft in ihrer Art, aber bei weitem nicht so abgehoben, wie die übrigen Figuren aus „Hot Dog“.

Stilistisch hat Kazusa Takashima einen recht flüchtigen, fast skizzenhaften Stil, dem man das Alter ansieht. Sowohl „Hot Dog“, als auch „Der Sommer ist zurück“ erschien vor „Wild Rock“, und man kann durchaus erkennen, dass die Mangaka ihren Stil noch nicht ganz gefunden hat. So wirken die Oberkörper manchmal ein wenig unförmig und die Gliedmaßen zu lang, was dafür sorgt, dass die Panele und Illustrationen ein wenig seltsam erscheinen. Daran gewöhnt man sich mit der Zeit, insbesondere in den späteren Kapiteln, wo Kazusa Takashima einen spürbaren Sprung nach vorn gemacht hat.

Fazit:
„Hot Dog“ ist ein skurriler, durchgedrehter Comedy-Manga, der durch eine absurde Geschichte und sehr mangahafte Charaktere besticht. Fans von Kazusa Takashima werden um diesen One Shot nicht herum kommen, Leser, die auf ernste, realistische Geschichten Wert legen, sollten lieber einen Bogen um „Hot Dog“ machen. Der Humor ist Geschmackssache, ebenso die durchgedrehten Charaktere und die noch unausgegorenen Zeichnungen der Mangaka. Im Zweifelsfall einen Blick in die Leseprobe werfen.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar_grey

[BLOGGEBURTSTAG] Faszination Manga

Banner Bloggeburtstag

Bronze – Zetsuai Since 1989: © 1992 Minami Ozaki, Shueisha / Carlsen

Hallo ihr Lieben,

wie ihr ihr wisst, liegen die Anfänge von „Like a Dream“ im Manga/Anime Bereich gewesen, denn als ich mit 18 die Seite ins Leben rief, war ich totaler Mangafan. Damals wurden gerade die ersten bekannten Mangareihen bei EMA und Carlsen veröffentlicht (Tokyopop wurde erst später gegründet) und man
bezog sein Wissen aus dem Magazin AnimaniA – dort habe ich auch erstmals von Shonen-Ai gelesen und bin über „Zetsuai“ und andere schwule, japanische Comics gestolpert, die sich in Japan erst ab den beginnenden 90er Jahren etabliert haben.

Nur was ist so faszinierend an Mangas und den japanischen Künstlern? Was unterscheidet sie von den üblichen frankobelgischen oder amerikanischen Comics, die in Deutschland wesentlich länger erhältlich sind?

Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten. Mangas unterscheiden sich in vielen Punkten von den üblichen Comics:

  • sie sind zu 95% schwarz/weiß gehalten
  • sie werden in japanischer Leserichtung gelesen (von hinten nach vorne, und rechts nach link)
  • sie erscheinen wesentlich häufiger, als z.B. frankobelgische Comics, auf die man teilweise Monate, wenn nicht Jahre warten muss. Das liegt daran, dass die Mangas kapitelweise in monatlichen oder wöchentlichen Magazinen erscheinen, bevor sie zu einem Taschenbuch zusammengefasst werden
  • es gibt sie für alle Altersklassen: Kleinkinder, Schüler, Teenies, Erwachsene
  • nahezu alle Themen werden behandelt (sogar Dinge wie Kochen, Go-Spielen, div. Sportarten, etc.), was eine wesentlich breitere Themenpalette ergibt, als man sie bei normalen Comics geboten bekommt

Death Note: © 2003 Tsugumi Ohba, Takeshi Obata, Shueisha/ Tokyopop

Für mich macht ein großer Reiz die Dynamik und Action aus, die mitunter wesentlich flüssiger sind, als bei anderen Comics. Man liest sie schneller, weil das Auge nicht an jedem aufwendigen Panel verweilt, sondern sich eher auf den Inhalt oder die Dialoge konzentriert. Das hat Vor- und Nachteile, denn Mangas wirken mitunter ein wenig gehetzt und schlampig, was vor allem daran liegt, dass sie nun einmal Massenware sind. Es gibt sie in Form von Magazinen, Taschenbüchern, Doujinshis (selbstpublizierte Fanzines und Kurzmangas) und in Kurz-Strips in Tageszeitungen. Mangas sind in Japan für jede Altersklasse – sprich nicht nur Kinder und Jugendliche lesen japanische Comics, sondern auch Erwachsene jeglicher Herkunft. Ducrh die vielen Veröffentlichungen ist der Druck auf die japanischen Zeichner enorm – wer einmal wissen will, wie extrem es im japanischen Manga-Business zugeht, sollte einmal in „Bakuman“ reinlesen, wo neben einer sehr witzigen Geschichte auch viele Einblicke in die Arbeit eines Mangakas gewährt werden. Dementsprechend sind Mangas selten so extrem aufwendig wie frankobelgische Comics, wo die Künstler mitunter Jahre an knapp 80 Seiten sitzen.

Eine weitere Sache, die für mich die Faszination an Mangas ausmacht, ist die breitere Palette an unterschiedlichen Stilrichtungen, die es auf dem japanischen Comicmarkt gibt: ob man nun niedliche Highschool-Mädchen oder hübsche Bishonen mag, gestandene Männer oder kleine Kinder, düstere Horror-Werke oder fantastische Endzeitszenerien – man wird garantiert fündig. Es ist im Grunde für jeden Geschmack etwas dabei, denn es gibt einfach viel mehr unterschiedliche Stilrichtungen als innerhalb der amerikanischen Comicszene (gerade die Superheldencomics sind einander recht ähnlich) oder auch bei den frankobelgischen Comics. Es ist abwechslungsreicher und damit spannender.

Fushigi Yuugi: © 1992 Yuu Watase, Shogakukan/EMA

Das drückt sich auch in den Geschichten aus – im Manga werden nahezu alle Themen aufgegriffen, die man sich vorstellen kann: Sport, Schule, Kochen, Tanzen, Abenteuer&Action, Fantasy, Horror, etc. Es gibt Mangas für Kleinkinder und Hausfrauen, junge Mädchen und erwachsene Männer. Das Spektrum an Geschichten (und damit auch Figuren) ist einfach größer, als bei anderen Comics, für mich ein weiterer Pluspunkt. Sicher, die Charaktere sind mitunter recht stereotyp, aber das hat man ggf. ja auch bei Superheldencomics.

Hier mal meine persönlichen Favoriten unter den Mangas:

  • Death Note (Thriller, Mystery, Crime)
  • Dragon Head (Endzeit, Drama, Thriller)
  • Black Butler (History, Action)
  • Fushigi Yuugi (Fantasy, Romance)
  • Full Metal Alchemist (Action, Fantasy, Steampunk)
  • Fruits Basket (Fantasy, Romantik)
  • X-1999 (Endzeit, Drama, Action)
  • Blue Exorcist (Action, Fantasy)
  • No. 6 (Drama, Endzeit, Action)
  • Berserk (Fantasy, Action)

In these Words: © 2010 GUILT|PLEASURE (TogaQ / Kichiku Neko) / Tokyopop

Shonen-Ai / Yaoi / Boys Love
Für mich persönlich machen Shonen-Ai (romantische, schwule Liebesgeschichten) und Yaoi Mangas (die durchaus expliziter und erotischer gehalten sind) einen ganz besonderen Reiz aus, da sich diese vorwiegend auf die Lebesgeschichte und die Beziehung zweier Männer konzentriert. Im Grunde ist es das Pendant zum Gay Romance Genre im Buchbereich, denn man hat in beiden Fällen die obligatorische Liebesgeschichte zwischen zwei Männern und teils recht stereotype Charaktere. Ich fand das immer interessant – die Gründe dafür erläutere ich aber erst in einigen Tagen, da ich mich dann noch einmal ausführlich mit der Faszination von „Slash und Gay Romance“ auseinandersetze.

Doch an dieser Stelle sei schon einmal gesagt, dass ich Shonen-Ai und Yaoi Mangas schon seit Jahren mag, inzwischen jedoch sehr wählerisch geworden bin, was meine Lektüre anbelangt. Kamen in den 90er und den 00er Jahren nur wenige Boys Love Mangas heraus (gerade in Deutschland, da nur einige ausgewählte Serien hier herausgebracht wurden – „Zetsuai“/“Bronze“, „Kizuna“, „Fake“, „Gravitation“), so haben die Veröffentlichungen inzwischen doch überhand genommen. Es gibt eine Unmenge Boys Love Mangas – zumeist Einzelbände mit Kurzgeschichten – in denen es immer nur um das Eine geht und in denen die Charaktere vollkommen austauschbar sind. Das ermüdet mit der Zeit jeden Fan.

Gorgeous Carat: © 1999 You Higuri, Shueisha / Carlsen

Dennoch sind die alten Serien und einige ausgewählte aktuelle Reihen immer noch einen Blick wert.

Hier meine Favoriten:

Shojo-Ai / Yuri / Girls Love
Das Pendant zu Boys Love, in dem es um die Liebe zwischen zwei Männern geht, ist das Girls Love Genre, bei dem Mädchen und Frauen im Zentrum stehen. Inhaltlich unterscheiden sich die Geschichten daher nicht von den Shonen-Ai Mangas: es geht um Liebe und Beziehungen.

Citrus: © 2012 Saburouta, Ichijinsha / Tokyopop

Das Girls Love Genre ist jedoch wesentlich kleiner und unbekannter, da die Nachfrage nach derartigen Comics auch in Japan eher gering ist. Während es unzählige Boys Love Magazine und Mangas gibt, sind die Veröffentlichungen im Shojo-Ai Bereich eher spärlich gesät. Auch bieten sie thematisch keine derart breite Palette, denn zumeist beschränken sich Yuri Mangas auf Liebesgeschichten und Beziehungsdramen. Fantasy, Thriller oder Krimis findet man im Girls Love Genre fast gar nicht. 

Auch in Deutschland gibt es nur wenige Girls Love Veröffentlichungen, was vor allem daran liegt, dass es in Japan nur wenige geeignete Mangas gibt, die sich für eine deutsche Übersetzung anbieten. Die großen Verlage haben nur eine Handvoll Titel im Programm, die sich mit der lesbischen Liebe beschäftigen. Zu den längeren Reihen gehören „Wir beide!“, erschienen im Carlsen Verlag, das stark-erotische „Maka-Maka“ oder „Citrus“, das aktuell bei Tokyopop herauskommt.  Auch hier gibt es vorwiegend Einzelbände, denn längere Reihen sind sehr selten.

Lesenswerte Girls Love Mangas sind:


Ich hoffe mit diesem kleinen Einblick in das Manga-Genre könnt ihr ein wenig leichter nachvollziehen, warum ich seit Jahren Fan der japanischen Comicwelt bin. Solltet ihr Fragen haben, oder Empfehlungen brauchen, meldet euch einfach – ich lese aktuell zwar weniger Mangas, aber ich habe noch immer einen guten Überblick über den Markt 🙂

[MANGA] Zetsuai 1989 von Minami Ozaki

Autor: Minami Ozaki
Taschenbuch:  192 Seiten
ISBN: 978-3551747761
Preis: 6,00 (Taschenbuch) (vergriffen)
Bestellen: Amazon

Story:
Takuto Izumis Leben ist nicht leicht. Nachdem seine Mutter vor seinen Augen ihren Ehemann erstochen hat und davor auch ihn schwer verletzt hat, gibt es nur noch zwei Dinge, die ihm etwas bedeuten: seine Geschwister Serika und Yugo, und der Fußball. Mit 17 Jahren hat er sich bereits einen Namen gemacht, lehnt es aufgrund seiner Vergangenheit und seiner Geschwister jedoch ab, professionell zu spielen. Sein Leben ändert sich schlagartig, als er eines Nachts einen betrunkenen Mann aus dem Müll fischt und mit nach Hause nimmt. Erst Tage später wird Izumi bewusst, dass er den berühmten Sänger Koji Nanjo handelt, der fast jeder Frau den Kopf verdreht. Zu allem Überfluss erkennt dieser in Izumi seine große Jugendliebe – damals hielt er ihn jedoch für ein Mädchen – und verliebt sich erneut in ihn. Schon bald kann Koji seine Gefühle nicht mehr zurückhalten und offenbart eine düstere, zerstörerische Seite, die Izumi nur schwer akzeptieren kann.

Eigene Meinung:
Mit „Zetsuai 1989“ erschien Anfang der 90er Jahre einer der ersten und wegweisendsten Shonen-Ai Mangas in Japan. Noch heute gilt Minami Ozakis Werk als Klassiker und nimmt im Boys Love Gerne denselben Stellenwert ein, wie „Romeo und Julia“ in der klassischen romantischen Tragödie. Die Geschichte wurde mit der 14-bändigen Reihe „Bronze“ fortgesetzt und beendet, zudem erschien 1992 eine 45-minütigen OVA (zu „Bronze“ folgten nochmal zwei OVAs), mehrere Novels und eine Hand voll Artbooks. Die meisten Sachen sind heutzutage nur noch schwer zu erwerben – selbst die bei Carlsen erschienen Mangas sind allesamt vergriffen, lediglich Band 14 von „Bronze“ ist noch erhältlich. „Zetsuai 1989“ war der erste Shonen-Ai Manga, der in Deutschland erschien (2000).

Inhaltlich erwartet den Leser ein leicht absurdes Werk, das mit den heutigen Standards nur schwer mithalten kann. Das liegt vor allem an der überdramatischen, schwer nachvollziehbaren und extremen Geschichte, die sich Minami Ozaki erdacht hat. Vor über 30 Jahren, als das Shonen-Ai Genre noch in den Kinderschuhen steckte, war das jedoch nicht ungewöhnlich. Auch heute noch sind viele Mangas ein wenig abgedrehter und übertriebener, was einfach ein Bestandteil der japanischen Kultur ist. Dementsprechend sollte man sich bei „Zetsuai“ schon im Vorfeld darauf einstellen, dass man mitnichten eine realistische und leicht verständliche Liebesgeschichte geboten bekommt – im Gegenteil. Minami Ozaki erschafft ein schwer zugängliches Werk, bei dem schon der Einstieg schwerfällt. So wechseln die Szenen am Anfang sehr oft, Panele und Dialoge sind sehr unübersichtlich gehalten und es fällt schwer der Handlung zu folgen. Auch die deutsche Übersetzung erschwert den Lesefluss, denn oftmals sind Worte falsch geschrieben oder man wird das Gefühl nicht los, dass einige fehlen. Mit der Zeit gibt sich das, doch das ändert wenig an der unrealistischen Geschichte, die man am ehesten mit dem Worten überzogen und übertrieben zusammenfassen möchte.

Das liegt vor allem an den Charakteren, die nur schwer zu begreifen sind. Izumi ist zumeist aggressiv, vertraut nahezu niemandem und trägt dank seiner Vergangenheit ein schweres Trauma mit sich herum, was ihn zu einem unberechenbaren, zornigen jungen Mann gemacht hat. Für ihn existieren nur Fußball und der Wunsch, seinen Geschwistern ein besseres Leben zu ermöglichen. Im Gegenzug zu ihm stammt Koji aus einer wohlhabenden, aber gestörten Familie (was erst in „Bronze“ so richtig zum Tragen kommt) und verliebt sich auf eine fast schon krankhafte Art in Izumi. Im Grunde wird nicht erklärt, warum er so extrem an dem jungen Mann interessiert ist, doch er geht für seine Gefühle über Leichen: Stalking, Bedrängung, Vergewaltigung – er lässt nichts aus. Somit ist die Beziehung der Beiden alles andere als gesund dargestellt, denn vieles geschieht unter Zwang und sorgt entsprechend für Probleme. Diese sind im Laufe der Geschichte so dramatisch und übertrieben in Szene gesetzt, dass man „Zetsuai 1989“ und „Bronze“ nur schwer ernstnehmen kann. Zu unwirklich und unglaubhaft agieren die Figuren, die Minami Ozaki erschaffen hat.
In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass zumindest die Nebenfiguren aus „Zetsuai 1989“ halbwegs authentisch und wesentlich sympathischer als die Hauptakteure sind: Katsuya ist eine angenehme Abwechslung, sorgt er doch mit seiner spitzen Zunge und seiner Fröhlichkeit für einige Lacher. Izumis Geschwister sind ebenfalls liebenswert, gerade Serika schließt man schnell ins Herz.

Stilistisch ist „Zetsuai 1989“ Geschmackssache – Minami Ozaki hat einen gewöhnungsbedürftigen, aber auch interessanten Stil: lange Gliedmaßen und Hälse, schmale Augen und spitze Gesichter. Im Laufe der Zeit wird ihr Stil extremer – spätestens ab „Bronze“ fallen die riesigen Hände und die dolchähnlichen Finger negativ ins Auge, ebenso die breiten Schultern. Bei „Zetsuai 1989“ sind ihre Zeichnungen noch nicht so extrem, dennoch dauert es, bis man sich an die Darstellung der Figuren und den teils flüchtigen Stil gewöhnt hat. Denn in den ersten Bänden wirken die Zeichnungen mitunter ein wenig schluderig, was jedoch auch an der mäßigen Druckqualität der Carlsen-Mangas liegen kann.

Fazit:
„Zetsuai 1989“ ist ein gewöhnungsbedürftiges Werk, das (aus heutiger Sicht) durch eine übertrieben dramatische, extreme Liebesgeschichte, ungreifbare Charaktere und fremdartig anmutende Zeichnungen besticht. Es fällt schwer, es angemessen zu bewerten, denn im Grunde vermag der Manga kaum Pluspunkte zu sammeln, ist er doch in allen Punkten zu extrem. Dennoch sollte man die Tatsache, dass Minami Ozakis Werk zu den Klassikern der Shonen-Ai Genres gehört, nicht außer Acht lassen und beim Lesen berücksichtigen. Vor 30 Jahren hatte Homosexualität auch in Japan einen anderen Stellenwert (dort galt ein schwuler Mann als pervers und verachtenswert), weswegen das Thema auch im Manga entsprechend extrem behandelt wird. Die Figuren sind radikal und exzentrisch, die Liebesgeschichte ist weder normal noch gesund. Dementsprechend sollte man sich vorher gut überlegen, ob man „Zetsuai 1989“ lesen möchte, und sollte man bedenken, aus welcher Zeit es stammt.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar_grey

[BLOGGEBURTSTAG] Start

Banner Bloggeburtstag

Hallo ihr Lieben,

herzlich Willkommen zum großen Bloggeburtstag von „Like a Dream“. Da die Seite Ende des Monats stolze 15 Jahre alt wird, wollte ich mich nicht mit einem kleinen Geburtstagseintrag zufrieden geben, denn es gibt einfach zu viel zu erzählen, als dass ich das in ein oder zwei Einträgen zusammenfassen kann. Auf jeden Fall erwarten euch eine Menge Hintergrundinformationen zur alten Portalseite und dem Blog, ebenso Infos über mich und meine Projekte, Einträge über das Bloggen im Allgemeinen und das Rezensieren schwuler bzw. lesbischer Literatur im Speziellen.

Folgende Punkte erwarten euch in den kommenden Wochen:
01.03 => Start des Geburtstags-Monat

02.03 => 15 Jahre – ein Rückblick / Like a Dream Statistik

  • Wie entstand die Seite, welche Änderungen gab es im Laufe der Zeit und wie hat sie sich entwickelt.

04.03 => Über mich

  • Was gibt es über mich zu wissen? Welche Vorlieben habe ich und was sind meine All-Time-Favourits.

06.03 => meine Projekte (Messen + Romane)

  • Ich bin nicht nur Blogger – ich bin in verschiedenen Richtungen aktiv: als Autor, als Produkttester, als Organisator. Hier erfahrt ihr mehr über meine anderen „Babys“, die neben „Like a Dream“ meine Freizeit bestimmen.

08.03 => Bericht über Rezensionen / Kritik

  • Manche finden meine Kritiken zu hart, zu ungerecht, zu xxx – am 08.03. erkläre ich, wie ich meine Rezensionen aufbaue und schreibe. Und natürlich warum ich teilweise so hart mit Büchern und Mangas ins Gericht gehe.

10.03 => Remake 1. Mangarezension

  • „Zetsuai – since 1989“ war mein allererster Boys Love Manga, der Ausschlag, der mich zur Urversion von „Like a Dream“ inspiriert hat. Dementsprechend werde ich den Manga neu rezensieren und in meinem aktuellen Stil vorstellen.

12.03 => Faszination Manga

  • Seit über 18 Jahren bin ich Mangafan – hier will ich endlich mal darauf eingehen, was die große Faszination an japanischen Comics, speziell Boys Love / Girls Love ist

13.03 => Bergfest – Gewinnspiel

  • Erstes großes Gewinnspiel 🙂

14.03 => Remake 1. Buchrezension

  • „Der König von Assur“ war eines meiner ersten schwulen Bücher überhaupt – für den Bloggeburtstag habe ich Jutta Ahrens Werk erneut gelesen und neu bewertet.

16.03 => Faszination queere Literatur / Slash

  • Wenn ich schon über Mangas referiere, will ich auch einen Eintrag darüber verfassen, warum ich queere Romane so toll finde und was das besondere an schwulen und lesbischen Helden ist.

18.03 => Homepagelayouts – vom Portal zum Blog

  • Like a Dream war nicht immer ein Blog – hier erfahrt ihr, wie die Seite ganz am Anfang aussah und welche optischen Wandlungen sie durchlaufen hat, um zu dem zu werden, was sie jetzt ist.

20.03 => Bloginterview durch “Ich liebe Fantasybücher”

  • Pierre von „Ich liebe Fantasybücher“ darf mich mit Fragen löchern und ich werde Rede und Antwort stehen J

22.03 => Autoren / Leser über Like a Dream

  • Was denkt ihr über Like a Dream – noch sind eure Meinungen gesucht, also meldet euch, wenn ihr etwas über die Seite zu sagen habt.

24.03 => Danksagung an Verlage / Autoren / Helfer

  • Was wäre die Seite ohne die Unterstützung all der Sponsoren und Partnerverlag – Grund genug sie hier ausführlich vorzustellen und mich für alles zu bedanken.

26.03 => Special Weeks

  • Eine Vorstellung der „Special Weeks“, die alle 3-4 Monate stattfinden

28.03 => Überraschung  – Ankündigung Anthologie 😀

  • Mein persönliches Highlight – ich freue mich schon jetzt, euch davon zu erzählen, denn ich kann schon jetzt versprechen: es wird genial!

29.03 => Geburtstagsgewinnspiel

  • Happy Birthday – hier das zweite Gewinnspiel, direkt am Geburtstag 🙂

Damit freue ich mich auf einen abwechslungsreichen, spannenden Monat, eure Kommentare und jede Menge Spaß. Ich hoffe, euch gefällt die Übersicht, die ich ausgearbeitet habe und ihr könnt mit den einzelnen Punkten etwas anfangen.

Ich freu mich auf euch,
Juliane

[MANGA] Geliebte Mangaka von Naoko Kodama

Autor: Naoko Kodama
Taschenbuch:  196 Seiten
ISBN: 978-3-8420-1945-4
Preis: 6,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Für Haruka, Redakteurin des Mangaverlags SWEETS, geht ein Traum in Erfüllung, als ihr Wunsch die Mangaka Ritsu Kuroi zu betreuen in Erfüllung geht. Deren größter Hit „With you“ ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Haruka den Mut fasste sich während ihrer Schulzeit zu verändern und zu der Person wurde, die sie jetzt ist. Allerdings entspricht Kuroi überhaupt nicht dem Bild, das sich Haruka von der Zeichnerin gemacht hat, denn die junge Frau ist extrem verschlossen, schwach und alles andere als selbstbewusst. Dennoch nimmt Haruka ihre neue Aufgabe mit Elan und Euphorie in Angriff, um gemeinsam mit Kuroi einen neuen Hit zu schaffen. Doch die Zusammenarbeit gestaltet sich nicht nur als unerwartet schwierig, Kuroi hat das Problem, dass sie in Haruka ihre frühere Redakteurin Ito sieht, in die sie sich einst verliebt hatte …

Eigene Meinung:
Mit „Geliebte Mangaka“ gibt die Mangaka Naoko Kodama ihr deutsches Debüt, die in Japan bereits mehrere Shojo-Ai und Yuri Mangas auf den Markt gebracht hat. Auch in Deutschland plant Tokyopop weitere Veröffentlichung der Künstlerin, u.a. „Cocytus“.

Die Geschichte ist bei weitem nicht so stereotyp, wie die der meisten Shojo-Ai Mangas. So erwartet den Leser einmal kein Highschool-Setting, in dem sich zwei Schülerinnen ineinander verlieben. Stattdessen stehen die beiden Hauptcharaktere fest im Berufsleben und müssen mit den Problemen und Sorgen, die das Leben mit sich bringt, zurechtkommen. Schön ist auf jeden Fall, dass es nicht nur um die Beziehung zwischen Haruka und Kuroi geht, sondern auch die Arbeit der Mangaka im Vordergrund steht, gekoppelt mit den üblichen Problemen: Zeit- und Erfolgsdruck, Kreativtiefs und Angst vor dem Versagen. In erster Linie dreht sich die Geschichte nämlich um Kurois neustes Werk, das zu Beginn nicht einmal ansatzweise an ihren alten Hit heranreicht. Die Gefühle zwischen Haruka und ihrem Schützling entwickeln sich eher nebenbei und kommen unterschwellig daher, da sie nie direkt zur Sprache gebracht werden. Es ist offensichtlich, dass die beiden Frauen einander näherkommen, doch es kommt nicht wirklich zu mehr als einem intensiven Blick. Fans von expliziteren Girls Love Werken könnten daher enttäuscht sein, denn im Grunde kommt es nicht einmal zu einem Kuss zwischen Haruka und Kuroi. Man könnte die Beziehung zwischen den beiden Frauen daher auch als tiefgehende Freundschaft bezeichnen.

Die Charaktere sind durchaus sympathisch, wenngleich sie zu Beginn recht stereotyp und ein wenig negativ daher kommen: Haruka ist die Karrierefrau, die zu Beginn ein festes Bild der Mangaka im Kopf hat und sich aufgrund Kurois Aussehen und Charakter sehr schnell eine negative Meinung von ihr bildet. Erst im Laufe des Mangas lernt sie dazu und entwickelt sich weiter. Kuroi wiederrum ist der klassische Nerd, der schüchtern daheim am Zeichentisch sitzt, kaum vor die Tür geht und eine soziale Katastrophe ist. Auch das gibt sich im Laufe der Zeit, doch es ist schade, dass gerade bei ihr sämtliche Mangaka-Klischees bedient werden.
Die übrigen Charaktere sind solide und recht sympathisch – allen voran Ito, Kurois ehemalige Redakteurin. Ansonsten bleiben die restlichen Figuren ein wenig Platz, da sich Naoko Kodama auf ihre Hauptcharaktere konzentriert.

Zeichnerisch liefert Naoko Kodama ein solides, ansprechendes Werk, das durch feine Zeichnungen und niedlicher Charaktere punkten kann. Gesichter, Anatomie und Bewegungen stimmen größtenteils, Hintergründe werden zwar spärlich eingesetzt, doch sie wirken immer passend und stimmig. Naoko Kodama nutzt sehr viel Rasterfolie, sowohl für Haar und Figuren, als auch als Effekte für die Hintergründe, sprich man sollte sich auf einen sehr shojo-haften Stil einstellen. Einziger Kritikpunkt ist die Darstellung der Charaktere – sowohl Haruka, als auch Kuroi sind zwar sehr niedlich, wirken jedoch zu jung, um schon als Erwachsene im Leben zu stehen. Wen das nicht stört oder wer niedliche Figuren mag, dem wird Naoko Kodama Zeichenstil zusagen.

Fazit:
Naoko Kodamas „Geliebte Mangaka“ ist ein schöner Girls Love Manga, der durch niedliche Zeichnungen, liebenswerte Charaktere und eine Geschichte besticht, die einmal nicht in einer Mädchenschule angesiedelt ist. Obwohl das Thema Liebe und Beziehung nur am Rande beleuchtet wird, ist der Manga Fans des Yuri-Genres zu empfehlen. Zwar mag dem ein oder anderen die tiefergehende Liebesgeschichte fehlen, in dem es zwischen den Charakteren richtig knistert, doch das stört hier nur bedingt. Wer niedliche Shojo-Werke und lockerleichte Girls Love-Mangas mag, sollte einen Blick riskieren.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar_grey