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[LIKE A DREAM] Auktion zugunsten Spendenaktion „Tschetschenien“

Hallo ihr Lieben,

um ebenfalls etwas zugunsten Homosexueller in Tschetschenien zu tun (ich denke, jedem ist zu Ohren gekommen, welche unmenschlichen Dinge sich dort ereignen), haben sich die Autoren der Anthologie und die Bar jeder Sicht entschlossen, eine komplett signierte Ausgabe der „Like a Dream“- Anthologie sowie einen von 20 Autoren signierten Stoffbeutel (danke an Sarah Natusch für die tolle Spende) inkl. Gimmicks zu versteigern. Sämtliche Einnahmen kommen der Spendenaktion „Tschetschenien“ von Enough is Enough zugute.

Wir sind gespannt und freuen uns auf eure Gebote, denn jeder Cent zählt, um die Menschen dabei zu unterstützen vor Verfolgung, Folter und Mord zu fliehen.

EBAY

Folgendes ist enthalten:

  • Anthologie „Like a Dream“, signiert von: Tanja Meurer, Florian Tietgen, Bianca Nias, Elisa Schwarz, Laurent Bach, Leann Porter, Sabrina Železný, Jobst Mahrenholz, Karo Stein, Thomas Pregel, Alexa Lor, Chris P. Rolls, Anna Maske, Savannah Lichtenwald, Jannis Plastargias, Juliane Seidel und der Cover-Designerin Casandra Krammer
  • Stoffbeutel signiert von Svea Lundberg, Bianca Nias, Anna Maske, Juliane Seidel, Carmilla DeWinter, Sara Pearson, Juan Santiago, Tanja Meurer, Julian Mars, Leann Porter, Jona Dreyer, Serena C. Evans, Henrike Lang, Conny Reinhard, Irina Theisen, Tanja Meurer, Serena C. Evans, Corinna Behrens
  • Gimmicks (Flyer, Kugelschreiber, Lesezeichen, Buttons), teils signiert

Bitte unterstützt uns, ob durch Gebot , oder indem ihr Freunde auf die Auktion aufmerksam macht.

PS: Die Gewinner der Geburtstagsgewinnspiels werden morgen bekanntgegeben – habt nur noch ein wenig Geduld 🙂

[ANKÜNDIGUNG] QUEER gelesen und Anthologie-Lesung

Hallo in die Runde,

in knapp zwei Wochen ist es wieder soweit – QUEER gelesen findet in der Bar jeder Sicht in Mainz statt. Wir haben für euch ein tolles Programm auf die Beine gestellt und hoffen sehr, dass ihr Zeit findet vom 21.04. – 23.04. mit dabei zu sein. Euch erwartet eine bunte Mischung aus humorvollen, dramatischen Alltagsgeschichten; fantastischen, märchenhaften Stoffen, sowie Krimis und Thrillern. Zu Gast sind Autoren aus ganz Deutschland, u.a. der Berliner Autor Julian Mars, der aus seinem Jugendbuch „Jetzt sind wir jung“ liest, Henrike Lang, die ihren Episodenroman „Bettenroulette“ vorstellen wird, und Carmilla DeWinter, die den Zuhörer mit ihrem Buch „Albenerbe“ in fantastische Welten entführt.

Zur Auftaktveranstaltung am Freitag, den 21. April, steht eine Lesung der Benefiz-Anthologie „Like a Dream“ auf dem Plan, zu der Autor*innen aus dem Rhein/Main-Gebiet erwartet werden. Dabei werden folgende Autoren zu Gast sein und auch ihre eigenen Bücher mit dabei haben:

  • Bianca Nias
  • Savannah Lichtenwald
  • Leann Porter
  • Tanja Meurer
  • Anna Maske
  • Juliane Seidel

Unterstützt wird das Festival von verschiedenen Verlagen, der Bar jeder Sicht und dem Novum Hotel Wiesbaden. Der Eintritt ist für alle Veranstaltungen frei, Spenden sind jedoch gern gesehen.

Das komplette Programm findet ihr hier, einen Programmflyer im PDF-Format könnt ihr euch ebenfalls online anschauen: Programmheft (6,9 MB)

Wir freuen uns auf euch und hoffen euch zahlreich in Mainz anzutreffen. Lasst euch die Chance nicht entgehen, Autorn der Benefizanthologie zu treffen und in die Texte hineinzuschnuppern 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Gewinnspiel

Hallo ihr Lieben,

heute vor 16 Jahren ging „Like a Dream“ online – wie die meisten wissen, war es damals noch kein Blog, sondern eine stinknormale Homepage. Über die Hintergründe zu „Like a Dream“ habe ich letztes Jahr einen Monat lang ausführlich berichtet (von der Entstehung des Blogs, über meine Art Kritiken zu schreiben, bis hin zu Sonderaktionen und Gewinnspielen): Bloggeburtstag – 15 Jahre Like a Dream.

Eines der größten und aufwendigsten Projekte war das Erscheinen der Benefizanthologie „Like a Dream“ im Oktober 2016. Fünfzehn Autoren konnte ich für die Jubiläumsanthologie gewinnen, fünfzehn tolle Geschichten zum Thema „Wünsche, Träume, Hoffnungen“ wurden eingereicht und fanden Platz in einem Büchlein, das mehr als ein Herzprojekt für mich geworden ist. In den letzten Monaten habe ich die Anthologie und die teilnehmenden Autoren ausführlich hier vorgestellt – ich denke jeder weiß, um was es hier geht 🙂

Anlässlich des 16. Geburtstages verlose ich heute ein komplett signiertes Exemplar von „Like a Dream“! Alle 16 Autoren und die Coverdesignerin Casandra Krammer haben sich in dem Taschenbuch verewigt – sprich 17 Unterschriften sind auf der Schmutzseite zu finden. Das Gewinnspiel läuft bis zum 16.04.2017 – sprich bis zum Ostersonntag. Und damit auch der Osterhase noch etwas zu tun bekommt, werfe ich noch 3 eBooks der Anthologie mit in den Lostopf 🙂

Preise:
1. Platz: signiertes Taschenbuch + Gimmicks
2. bis 4. Platz: eBook im Wunschformat

Ihr wollt das Schmuckstück gewinnen? Dann müsst ihr ein wenig kreativ werden und hier in den Kommentaren etwas zu zu „Like a Dream“ sagen – ob zum Blog oder zur Antho, zu mir oder den Autoren der Benefizanthologie – das bleibt allein euch überlassen. Überrascht mich/uns mit Kommentaren, Regenbogen-Bildern oder sogar selbstverfassten Texten. Wir sind gespannt und freuen uns darauf.

 

Allen Teilnehmern viel Glück ❤

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Ankündigung Gewinnspiel

Hallo ihr Lieben,

in einigen Tagen wird mein Blog 16 Jahre alt und um das kleine Jubiläum gebührend zu feiern (keine Sorge, ich plane dieses Mal keine große Geburtstagsaktion) und die erste vollständig signierte Ausgabe der Jubiläumsanthologie endlich an den ersten Leser zu bringen, will ich schon jetzt auf das Gewinnspiel hinweisen, das euch am Mittwoch, den 29.03.2017 erwartet – dann wird hier exklusiv ein Taschenbuch von „Like a Dream“ verlost, das von allen Autoren UND von der Coverdesignerin Casandra Krammer signiert wurde. Haltet also die Augen offen und überlegt euch schon mal, was ihr Kreatives zu „Like a Dream“ sagen wollt – ob zum Blog oder zur Antho, zu mir oder den Autoren der Benefizanthologie – überrascht mich/uns mit Kommentaren, Bildern und Texten. Wir sind gespannt.

Wir sehen uns am Mittwoch 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Vorstellung Tanja Meurer

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Hallo in die Runde,

dieses Wochenende habe ich eine weitere Autorin für euch – meine Frau Tanja Meurer, die mehr über sich, ihre Bücher und ihre Geschichten erzählt 🙂tanja-bw

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Über mich – hmmm …
Eigentlich hat sich seit dem letzten Interview auf LaD recht wenig verändert.
Ich komme aus Wiesbaden und wohne auch dort, schreibe seit ewigen Zeiten, bin Rollenspielerin / Spielleiterin verschiedener Systeme, zeichne und lese in erster Linie kriminalhistorische Fachbücher, was sich auch immer in den Romanen, Novellen, Kurzgeschichten und im Rollenspiel niederschlägt. Geschichte ist generell sehr wichtig für mich. Schwerpunkte hierbei sind Regionalgeschichte, Kriminalgeschichte, Architekturgeschichte, die Victorianische / Wilhelminische Zeit, aber auch die Schwerpunkte 1. und 2. Weltkrieg. Hierzu habe ich ein sehr großes Arsenal an Sachbüchern und Fachliteratur. Generell ist für mich – gerade auch in Hinsicht auf das Schreiben – gründliche Recherche wichtig. Aus der kriminalhistorischen Ecke bekomme ich zusätzlich als Bonus auch immer noch ein gutes Stück Zeitkolorit und psychologische Denkansätze der Vergangenheit mit.

Um vom Schreiben leben zu können, müsste ich definitiv anders schreiben und andere Themen aufgreifen. Nein, ich arbeite als Projektassistentin im Baubereich, aus dem ich auch komme.

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Als Kind empfand ich die üblichen Kinderkrimis als außerordentlich langweilig und unblutig, nachdem ich mit sieben Jahren die Edgar Wallace-Romane meiner Mutter in die Hände bekommen hatte. Also fing ich mit acht an, „spannendere“ Krimis zu schrieben – vollkommener Quatsch. Meinen ersten wirklichen, ernstzunehmenden Krimi mit Recherche und viel Planung (nach dem allseits beliebten Who-done-it?-Schema) habe ich mit dreizehn geschrieben und auch gleichzeitig illustriert. Irgendwann werde ich Winnie Johnson auch wieder ausgraben und ihre Geschichte neu schreiben. An dem Buch hatte ich wirklich viel Spaß 🙂

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Wenn ich nicht schreiben darf, müssen alle Ideen im Rollenspiel raus, aber auch das reicht mir nicht als Ausdrucksform. Ich hätte gerne viel mehr Zeit dafür. Aber leider lebe ich in der Realität, soll heißen, Haushalt und Leben müssen wichtiger sein. Deswegen bin ich auch oft unausstehlich und fühle mich wie in einen Panzer eingezwängt. Das Gefühl ist entsetzlich …

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Bruderliebe“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Einigen sind Till und Tim bereits aus alten Geschichten und der Erwähnung bei „Der Rebell“ ein Begriff. Diese beiden Jungs sind die covereigentliche Basis der „Schattengrenzen“ (Mystery-Thriller-) Reihe, die ursprünglich „Darkside“ hieß. „Darkside“ und „Blutmond“ beispielsweise sind alte Geschichten um Onkel Konstantin, Till und Timmy. Im XIMAG Magazin hatte ich die Geschichte sogar angefangen als Comic umzusetzen. Genaugenommen sind die beiden alte Begleiter aus der Mitte er 90er Jahre, die mit in die Gegenwart gewandert sind und nun im Rahmen der bald wieder auflebenden Schattengrenzen nach einem eigenen Buch schreien.

Was hast du neben „Bruderliebe“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Einige für 2017. „Glasseelen“ soll im Mai bei „Edition Roter Drache“ neu erscheinen, „Der Rebell“ und dann auch der Folgeband mit dem Arbeitstitel „Hass“ kommt im Frühsommer / Sommer bei „HOMO Littera“ heraus und „Die Seelenlosen“ (Die Stadt der Maschinenmagie) ist bei DeadSoft neu erschienen und die weiteren Bücher sollen dort ebenfalls herauskommen (ist ja eine Steamfantasy-Kriminalreihe). Dort soll auch „Verborgener Feind“, die Fortsetzung der Krimi-Reihe „9 mm“ erscheinen. Der Folgeband ist (genau wie „Glasseelen“ in der Überarbeitung). Dann möchte ich aber auch die Geschichte um Wolff (bekannt aus „Herbst“, „Der Misanthrop“ und „Siegfrieds Lust“) weiterstricken, die Geschichte um Till und Tim, aber natürlich auch meine beiden Damen aus „Rauhnacht“ in den Folgebüchern aufgreifen. Aber mir fehlt leider so verdammt viel Zeit …!

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Nein, ich habe keine direkte Muße … allenfalls vielleicht der von mir so sehr verehrte Ernst Gennat, seines Zeichens der Erfinder und Grundsteinleger moderner Kriminalistik. Er ist 1904 in den preußischen Polizeidienst eingetreten und hat die Prüfung im Mai 1905 absolviert. Danach stand seiner steilen Karriere im Polizeipräsidium am Alexanderplatz (Berlin) nichts mehr im Wege. Er hat erst die Grundlagen der Spurensicherung, der Vernehmung und der Katalogisierung der Berufsverbrecher geschaffen. Dieser Mann war weder besonders schön noch sportlich, aber er ist für mich einer der genialsten Männer überhaupt und er genoss auch bei den Verbrechern sehr hohes Ansehen. Wahrscheinlich habe ich ziemlich alles gelesen, was es über ihn zu lesen gibt. Seine Arbeit ist oft in meinen Romanen (auch in „Die Stadt der Maschinenmagie“) die Basis meiner Ermittler.

Meine Ideen sind ständige Begleiter, oft nur ein Ort, ein Name, ein Haus, bevor sie zu dem Rahmen und einer komplexen Handlung mutieren.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Plot gut durchdenken, recherchieren und zusammenführen. Logik wird generell für die Handlung nicht gebogen, geschichtliche Fakten nicht verändert. Oft überarbeite ich das MS noch sehr gründlich, um noch mehr aus den Figuren und der Handlung herauszuholen. Jede Figur bringt ihr eigenes Spektrum, ihre eigene Geschichte, Widersprüche und Persönlichkeit mit, Handlung, Ort, Zeit und Fall tun ihr übriges. Das Zusammenspiel ist das einzig wichtige.

Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Ja: die Zeit dafür zu finden; in meiner Freizeit. Aktuell versuche ich 20 bis 40 Minuten in der Mittagspause zu schreiben oder zu überarbeiten, je nachdem. Aber es ist sehr ineffizient mit vor dem Bürorechner aufgebautem Laptop zu sitzen, in der Sicherheit, ohnehin
jeden Anruf anzunehmen, nebenbei wichtige Mails zu beantworten oder die Schreiberei für den Tag zu lassen, wenn ein Projektleiter kommt und mir etwas diktiert.
Privat frisst mich allerdings auch die Zeit auf – der Haushalt, die Tiere … 😦

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Geräuschkulisse habe ich reichlich in der Mittagspause 😉 und nein, es stört mich absolut nicht. Ich habe auch schon auf dem Flughafen und im Zug gearbeitet. Mir ist generell vollkommen „rille“, was um mich herum passiert. Wenn ich in der Geschichte bin, dann zumeist ganz.
Ansonsten habe ich „Glasseelen“ unter „Einfluss“ von „Mortem Vlad Art“ und „Chaostar“ geschrieben. Die beiden Bands fassen as Feeling unter Berlin, die Morbidität, perfekt zusammen.
„Avantasia“, „Blind Guradian“, „Rhapsody“, etc. eignen sich für High-Fantasy-Schlachtszenen. Ansonsten unterstützen aber auch bestimmte Filme das Feeling perfekt.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Von Historikern ja, ansonsten nein, gar nicht. Schließlich trage ich meine eigenen Reihenwelten ohnehin immer mit mir spazieren.

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Würde? Ich glaube, wenn man etwas versuchen will, kann man das, ohne jedes vielleicht.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Daheim (der Haushalt perfekt gemacht, sodass mich nichts mehr aus dem Konzept bringen kann), mit einem Anschluss meiner Tasse an die Kaffeemaschine in der Küche, sodass ich vom Wohnzimmer aus nur auf den Knopf zu drücken bräuchte, Mucke in der Dauerschleife (natürlich passend zum Buch) und zwei schlafende Katzen rechts und links von mir.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Als meine Mutter noch lebte, war sie von der Schreiberei begeistert, aber das war alles nur handschriftliches Zeug. Sie hat nur die Veröffentlichungen von Kurzgeschichten miterlebt, aber zu dem Zeitpunkt nicht mehr wahr genommen. Mein Vater ist weniger begeistert. Laut ihm sollte ich mich in erster Linie auf meinen Brot-Job konzentrieren (was ich auch immer mache, denn ich liebe meinen Job, das Unstete und die vielen Aufgaben). Meine Tante hat auch nur meinen ersten Roman mitbekommen. Sie ist im gleichen Jahr und kurz vor Erscheinen des zweiten Buches gestorben.
Die meisten meiner Freunde kratzt es nur bedingt, dass ich schreibe, einige finden es cool, für andere ist es unwichtig, weil sie mit mir befreundet sind, nicht mit meinen Büchern. Was Juliane, meine Frau, dazu denkt – sie mag die Bücher und liest sie gerne.

Was würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Wenn Du Erfolg willst, schreib Mainstream und sei nach Kräften romantisch, sexy, erotiklastig und unlogisch oder am besten Amerikaner mit amerikanischem Großverlag dahinter. Wenn Du anders bist, außergewöhnlicher, nicht mainstreamig, mit mehr Handlung als Romanze, finde dich besser damit ab, dass Du für große Verlage nicht ganz so gut passt. Aber … Du hast eins: eine kleine, richtig starke und geniale Fangemeinde, die Dir persönlich etwas bedeutet, die Du mit Namen kennst und deren ganzes Leben Dich wie Dein eigenes begleitet. Und ernsthaft? Das ist um Längen besser und greifbarer als alles andere 🙂

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Zu schreiben 😉


Vielen Dank an Tanja für die ausführlichen Antworten – ich hoffe euch in der kommenden Woche einen weiteren Autoren vorstellen zu können 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Vorstellung Karo Stein

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Hallo in die Runde,

letzte Woche konnte ich leider keinen Autoren präsentieren – dafür gibt es heute ein Interview mit Karo Stein, deren Geschichte die Anthologie einläutet :karo)

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du?Schreibst du Hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Ich lebe mit meiner Familie in Quedlinburg, einer kleinen, geschichtsträchtigen Stadt am östlichen Harzrand. Seit ungefähr drei Jahren schreibe ich hauptberuflich und genieße diese Möglichkeit sehr. Neben meiner Familie und dem Schreiben häkle ich gern, liebe es mit Papier zu basteln und probiere allgemein gern neue Ideen und Basteltrends aus. Seit letztem Jahr habe ich einen Garten. Mit den Händen in der Erde zu buddeln, ist beinahe berauschend. Außerdem kann ich endlich im Sommer im Freien schreiben. Als Ausgleich zur Familie und zum Schreiben mache ich orientalischen Tanz. Seit sechs Jahren leite ich meine eigene Gruppe, mit der ich viel Spaß habe.

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Auch wenn ich als Kind und Jugendliche durchaus hin und wieder mal geschrieben habe, so war es jedoch nicht wegweisend für mich. Eigentlich bin ich tatsächlich durch eine Art Zufall zum Schreiben gekommen. Ich war eine zeitlang sehr aktiv in einem Bastelforum und sollte dort einen Kalender mit dem Thema QAF basteln. Ich hatte keine Ahnung, was diese drei Buchstaben bedeuteten und habe mich im Internet auf die Suche begeben. Noch nie hat mich eine Serie so angefixt wie „Queer as Folk“. Ich glaube, ich habe nächtelang vor demLaptop gesessen, jeden Zusammenschnitt und jede Szene aufgesaugt. Schließlich bin ich irgendwann bei fanfiktion.de gelandet und habe mich dort vermutlich durch das gesamte QAF- Sortiment gelesen. Im Nachhinein betrachtet, war ich wohl ein bisschen besessen davon. cover01Schließlich habe ich bei fanfiktion den freien Prosabereich gefunden und irgendwann war der Drang eine eigene Geschichte zu schreiben so groß, dass ich es einfach versucht habe. Das alles liegt erst knapp sieben Jahre zurück und es lässt mich immer wieder staunend innehalten, wie sehr sich mein Leben dadurch verändert hat.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Schreiben ist mein Lebenselixier. Auch wenn meine Familie natürlich noch eine Spur wichtiger ist, so muss ich wohl gestehen, dass ich, wenn ich eine längere Zeit nicht zum Schreiben komme, unleidlich und grummelig werde.

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Mehr als ein Traum“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Das ist eine Frage, die ich gar nicht beantworten kann. In meinem Kopf schwirren immer ein paar Ideen herum und diese hat, zumindest für mich, gut zum Thema der Anthologie gepasst.

Was hast du neben „Mehr als ein Traum“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Ich schreibe eigentlich immer. Zur Zeit arbeite ich am zweiten Teil meiner kleinen Serie „Alles Liebe“, außerdem gibt es ein neues Verlagsprojekt und ich überarbeite eine „alte“ Geschichte, die hoffentlich bald als Buch herauskommt. Im Laufe des Jahres möchte ich ein neues Jugendbuch zum Thema HIV herausbringen.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Ich habe zwei liebe Menschen, die mich unterstützen, mich antreiben, mir bei der Umsetzung von Ideen helfen und deren Begeisterung immer extrem ansteckend ist. Es gibt keinen geheimen Ort meiner Ideen. Sie sind einfach da, manche sind drängender, andere cover02zurückhaltend. Für jede Geschichte kommt irgendwann der richtige Zeit, um sie aufzuschreiben.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich setze mich hin und schreibe. Manchmal recherichere ich im Vorfeld, meisten aber erst, wenn es akut für den Verlauf wird. Ich schreibe linar, selbst wenn ich zukünftige Szenen bereits im Kopf habe.

Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Szenen, in denen viele Menschen gleichzeitig agieren, fallen mir schwer. Lange Diskussionen und philosophische Ergüsse findet man bei mir meistens auch nicht.

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Ich mag Musik zum Schreiben. Ein paar Bücher haben ihre eigene Schreibmusik, aber am liebsten habe ich The Cure auf den Ohren. Manchmal ist es auch so, dass ich mit anderer Musik nicht weiterkomme, aber sobald die ersten Töne vom „Plainsong“ erklingen, fliegen meine Finger nahezu von allein über die Tastatur. Das ist schon irgendwie verrückt.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Ich lese viel in Gay Genre und mit Sicherheit nehme ich aus Büchern, die mir gut gefallen auch eine Menge für mich selbst mit.

cover03In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Ich möchte gern mal einen Thriller schreiben.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Jeder Tag, an dem ich mit einer Geschichte gut vorankomme, ist perfekt.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Meine Familie unterstützt und motiviert mich. Meine Freunde sind neugierig, viele lesen meine Bücher und kommen auch zu meiner
jährlichen Lesung beim „Quedlinburger Bücherfrühling“ Das macht mich echt glücklich.

Was würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Mutig sein, niemals den Spaß am Schreiben verlieren und sich nicht zu sehr von den sozialen Netzwerken beeinflussen lassen

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Das ist ziemlich einfach: Ich wünsche mir, dass ich noch viele Bücher schreiben kann und hoffe, dass die Leser meine Geschichten auch weiterhin mögen. Ich möchte noch mehr Bücher zum Thema HIV schreiben und es wäre traumhaft, wenn ich auch an anderen Schulen Lesungen dazu halten könnte.

Vielen Dank!

Ich habe zu danken 🙂


Auch an dieser Stelle bedanke ich mich bei Karo für die tollen Antworten. Ich denke, ihr habt einen guten Einblick in das Leben und Arbeiten der Autorin bekommen. In den nächsten Wochen werden die restlichen Interviews online gehen – seid gespannt, wen ich noch für euch in petto habe 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Vorstellung: Savannah Lichtenwald

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Hallo in die Runde,

heute hab ich für euch Savannah Lichtenwald im Gepäck, die sich den 15 Fragen gestellt hat.savannah

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Geboren und aufgewachsen bin ich in Frankfurt am Main. Außer dem Lesen gibt es vieles, für das ich mich begeistern kann. Ich mag britische Krimis, Stricken, im Garten kruscheln, Schneekugeln und Palmen, Winterfotos und Sommerträume, Star Trek und die Kelten … Die Liste ist lang. Seit ein paar Jahren gehört auch Geschichten schreiben dazu und irgendwann würde ich das gerne hauptberuflich tun.

Was hat dich dazu gebracht, mit dem Schreiben anzufangen?
Auf der Suche nach einer Autorin bin ich bei der Leser- und Autorenplattform BookRix gelandet. Drei Monate später kam mir selbst eine Geschichte in den Sinn, die unbedingt geschrieben werden wollte: „At home – Für 128 Jahre“. Ich habe keine Ahnung, wo das herkam, und seitdem wundere ich mich täglich, wie sich alles entwickelt hat.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Eine Auszeit in einer anderen Welt, die Möglichkeit, Geschichten so zu erzählen und enden zu lassen, wie ich es mir wünsche, hin und wieder Themen anzusprechen, die mir wichtig sind.

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Ocean Dreams – Die Einsamkeit am Meer“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen, gerade diese Geschichte zu schreiben?
In dieser Anthologie sollte es um Träume gehen. Oft ist das, wovon Menschen träumen, nicht das, was sie wirklich zum Glücklichsein brauchen. So ergeht es auch Vincent, der am Ende erkennt, dass sein Traum von einem „normalen“ oder besser gesagt, langweiligen Partner cover1im Grunde nur eine Flucht war, eine Flucht vor dem Leben und vor sich selbst. Andere, wie Arik, träumen von Dingen, die unerreichbar scheinen, und geben das Träumen schließlich ganz auf. Zum Glück ging sein Traum von einem Menschen, der sein inneres Wesen akzeptiert, im letzten Moment doch noch in Erfüllung.

Was hast du neben „Ocean Dreams – Die Einsamkeit am Meer“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Im letzten Jahr konnte ich nicht viel schreiben, sodass es an Veröffentlichungen nur „Ocean Dreams“ gibt. Demnächst wird noch eine

Kurzgeschichte für eine weitere Anthologie erscheinen. Für dieses Jahr hoffe ich jedoch, dass ich die Leser*innen mit mindestens zwei Novellen/Romanen überraschen kann.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Von überall – das kann ein persönliches Erlebnis sein, ein Ereignis in meinem Umfeld, eine flüchtig hingeworfene Bemerkung. Vielleicht ist es auch der undurchsichtige Typ an der Tankstelle oder der verkümmerte Oleander auf meinem Balkon. Als unsichtbarer Freund begleitet mich Mister Muse, der immer daran schuld ist, wenn etwas völlig anders läuft als von mir geplant. Zum Ausgleich flüstert er mir tolle Ideen zu. Manchmal klingt er auch genervt. Oder begeistert. Oder sehr verzweifelt. Der Kerl ist unberechenbar und total chaotisch. Also noch schlimmer als ich.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Wenn ich eine Idee zu einer Geschichte habe, lege ich mir ein Dokument mit einer Handvoll Stichworten an und schreibe dann geradeaus durch, ich plotte nicht. Währenddessen landen dort noch ein paar Rechercheergebnisse oder bestimmte Formulierungen, die mir plötzlich einfallen, ich aber erst später brauche. Das weitaus Meiste findet in meinem Kopf statt, was ich angesichts meines ansonsten schlechten Gedächtnisses immer wieder erstaunlich finde.

Gibt es etwas, das dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Der Anfang ist schwierig. Zuerst überlege ich, ob die Idee eine Story trägt. Aus welcher Perspektive erzähle ich? Mit welchem Satz beginne ich, bei welcher Szene steige ich in die Geschichte ein? Über solche Dinge muss ich eine Weile nachdenken und mich dann überwinden, die cover2ersten Sätze niederzuschreiben. Selbstzweifel sind blutrünstige, kleine Biester 😉 Wenn ich die ersten zwei, drei Seiten hinter mir habe, wird es leichter.

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Vogelgezwitscher oder Autoverkehr stören mich nicht, Musik hingegen würde mich zu sehr ablenken. Ich werde auch grummelig, wenn meine Familie alle zehn Minuten die Tür aufreißt. Daher: Ja, ich brauche größtmögliche Ruhe. Zum Glück sind meine Lieben meist geduldig.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Ja, natürlich, ich lese sehr gerne die Bücher der Kolleg*innen, Zeitungs- und Online-Artikel, Blogbeiträge. Wer schreibt, sollte öfter mal die Nase in andere Texte als die eigenen stecken – es bringt einen zum Nachdenken, auf neue Ideen und zu anderen Sichtweisen 🙂

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Krimis reizen mich ungemein, aber ich denke nicht, dass ich sie eines Tages schreiben werde.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Karibisches Flair, leises Meeresrauschen, die Füße im Sand, Kaffee und Schokolade in der Nähe und eine neue Idee im Kopf – traumhaft.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Sie betrachten das Ganze nachsichtig als zeitintensives Hobby 😉 Aber auf ihre Unterstützung kann ich mich immer verlassen und das ist für mich das Wichtigste.

Was würdest du jemandem mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Habt Mut. Lest viel, lasst euch helfen und helft anderen. Versucht nicht, einem Trend hinterherzuschreiben, sondern erzählt die Geschichte, die euch auf der Seele brennt.

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Es wäre großartig, wenn ich all meine Ideen in fertige Geschichten und Bücher verwandeln könnte.


Vielen Dank an Savannah für die ausführlichen Antworten. In den kommenden Wochen wird es leider keinen Sonntagspost zur Anthologie geben, da ich morgen an der rechten Hand operiert werde und ich für eine Weile nicht am Rechner arbeiten kann. Daher wird es erst im März wieder Beiträge zur Anthologie geben, dann aber mit neuen Interviews und Specials. Seid gespannt 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[ZITATE-FREITAG] Like a Dream

Hallo ihr Lieben,

letzte Woche hatte ich euch bereits die Zitate aus unserer Benefizanthologie „Like a Dream“ angekündigt, heute ist es endlich soweit. Da ich alle Zitatesammlungen unter dem Begriff „Zitate-Freitag“ poste, bekommt auch dieser Sonntags-Post dieses Label, also wundert euch nicht. Zu jeder Geschichte habe ich einen kurzen Abschnitt rausgesucht, damit ihr einen Eindruck von den einzelnen Geschichten bekommt. Eine ausführliche Leseprobe gibt es natürlich auch: Leseprobe. Doch nun wünschen wir viel Spaß mit den Textausschnitten 🙂

like-a-dream-benefizanthologie-ebook-01-ck

Bestellen: Amazon

»Du warst bisher immer da und ich … na ja, letzte Woche nicht, aber ich hatte gehofft, dass du heute wiederkommst.«
»Ja, ich höre dir gern zu«, behaupte ich schlicht und werde mit einem erneuten Lächeln belohnt. »Dabei stehe ich echt nicht auf Gedichte und teilweise habe ich gar keine Ahnung, was du überhaupt vorliest.«
»So schlimm?«
»Nein, nein, nicht schlimm. Es ist für mich eher erstaunlich. In dieser Hinsicht bin ich vollkommen talentfrei und kann dich nur bewundern. Sich so etwas auszudenken und es dann noch vor Publikum zu rezitieren … Das ist schon beeindruckend.«
»Findest du?«
»Ja«, sage ich grinsend.
Aaron schüttelt den Kopf und seufzt dann theatralisch. »Das ist nicht von mir«, flüstert er. Seine Hände klemmen zwischen den Oberschenkeln und ich wette, sie zittern.
»Nicht? Von wem dann?«
»Von meiner Oma.«

„Like a Dream“, Mehr als ein Traum (c) Karo Stein

Nach kurzem Suchen finde ich sie: Seine Hände, die meine Sorgen weg streicheln, Wärme in mich massieren. Es sind gute Hände, vertrauensvolle Berührungen. Ich umfasse die Finger, die sich um meine schließen. Gegendruck ist gut. Fester …
Es dauert.
Es dauert immer.
Alles schmerzt. Der innere Schmerz ist schlimmer, als der körperliche.
Langsam richte ich mich auf, mit beiden Händen mit Neill verbunden, und hebe schwerfällig den Kopf. Ich blinzle Neill entgegen, hole angestrengt Luft und zittere.
»Du bist schon lange nicht mehr geflogen.« Seine Stimme hat einen karamellfarbenen Klang – samtig, ein wenig eingefärbt. »Ist gestern etwas gewesen?« Neill sieht mich an, aus klaren blauen Augen.

„Like a Dream“, Träume für Finn (c) Elisa Schwarz

Mein Herzschlag beschleunigt sich, bis es wehtut und ich das Heft sinken lasse. Was auch immer Victoria mir da aufgeschrieben hat: Es ist nicht die Legende, die ich kenne, es ist nicht die Geschichte, an der ich einst Schönschrift übte. Immer habe ich gewusst, dass meine Eltern mich nach dem kleinen Mariano aus jener Legende benannt haben. Aber warum erzählt Victoria die Geschichte auf diese Weise? Warum ist Manuel bei ihr der Sohn eines Jägers, wenn er doch in der Legende eine Heiligenerscheinung, das Jesuskind selbst sein soll?
Ich lasse die Fragen in meinem Bewusstsein wirbeln, weil sie die Verwirrung in den Hintergrund drängen, dass sich die Geschichte in meine Träume geschlichen hat, noch bevor ich sie gelesen habe.
»Ich will nicht brennen.« Marianos Hilferuf aus meinem Traum klingt mir noch allzu deutlich im Ohr.

„Like a Dream“, Der unsichtbare Mantel (c) Sabrina Železný

In Aleppo war er gut in der Schule gewesen, vor allem in Englisch, wofür ihn die anderen Jungs aufgezogen haben Weil Yasser anders ist. Schwul. In Deutschland ist es in der Schule viel entspannter: hier darf man anders sein. Meistens jedenfalls. Yasser ist es auf mehrfache Art, als Schwuler und als Flüchtling. Manchmal hat er sogar das Gefühl, dass dieses Schwulsein das Flüchtling-sein abmildert. Wahrscheinlich ist Schwulsein in Frankfurt sehr viel angesehener als das Flüchtling-sein. Trotzdem ist er ein Niemand. Er wird gerade so gemocht, dass er sich hier wohler als in Syrien fühlen kann. Trotzdem vermisst er ihr wunderschönes Haus, vor allem sein eigenes Zimmer, wo er seine ersten Berührungen mit Typen und seine ersten Erfahrungen sammeln konnte. Er vermisst sein eigenes Bett und seinen gut gefüllten Schrank. Yasser möchte so gerne wieder viele Klamotten haben. Doch sie haben so wenig Geld zur Verfügung – niemand weiß das besser als er selbst, da er es verwaltet. So gerne er es für ein paar Klamotten abzwacken würde, es geht nicht. Dann würde es an anderen Stellen fehlen.

„Like a Dream“, Die Freiheit in Gedanken (c) Jannis Plastargias

Scheiße, ich stehe hier und schmachte den Kerl an. So nötig habe ich es schon. Gut, das letzte Mal, als ich Sex hatte, ist auch verdammt lange her. Etwa drei Wochen. Ein schneller Quickie auf dem Herrenklo in irgendeiner Kneipe. Ich kann mich weder an den Namen der Kneipe noch an das Gesicht des Mannes erinnern, den ich vernascht habe. Aber das ist auch nicht wichtig.
In diesem Moment öffnet der Schönling seine Augen. Perplex halte ich die Luft an. Sie sind dunkelbraun, fast schwarz. Ein satter, dunkler Farbton, der mich an flüssige Schokolade erinnert und mich reflexartig nach meiner Kamera greifen lassen will, um diesen Moment einzufangen. Um den Augenblick für immer festzuhalten und ihn in Pixel, Bits und Bytes zu bannen. Natürlich habe ich meine Kamera nicht bei mir, was ich sofort aufrichtig bedauere.
Der Mann hebt langsam den Kopf und sieht mich fragend an. Kein Wunder, wahrscheinlich überlegt er, ob ihm ein Irrer oder ein Triebtäter gegenübersteht, so, wie ich ihn anstarre.

„Like a Dream“, Like a Dream Unexpected Regrets (c) Bianca Nias

Hoffentlich kam nicht ausgerechnet jetzt einer der Nachbarn aus seiner Wohnung und sah Vincent hier auf Zehenspitzen im Slip herumstehen. Allerdings müsste sich der, den er auf dem Dach entdeckte, darum noch mehr Gedanken machen. Denn der Mann, der dort einige Meter entfernt aufrecht mit dem Rücken zu ihm stand und seine Gliedmaßen streckte, trug absolut nichts am Leib. Vincent erkannte ihn sofort – die blonden Haare und ausgeprägten Oberarme waren unverkennbar. Was zur Hölle tat Arik nackt auf dem Dach? Im diffusen Licht der Nacht, nur schwach erhellt vom gelben Schein einer Straßenlaterne, schienen dessen Arme für einen winzigen Moment kürzer und die Beine länger zu werden. Vincent kniff kurz die Augen zu. Er musste ganz schön müde sein, wenn sich offensichtlich sein Gesichtsfeld für eine Sekunde verschob. Außerdem hätte er längst heruntersteigen und sich um den Krampf in seinem Fuß kümmern müssen, doch er konnte sich von dem Anblick nicht lösen. Wann hatte man schon mal die Gelegenheit, nachts um drei einen attraktiven, hüllenlosen Mann auf einem Hausdach zu beobachten? Der kalte Wind strich über Vincents blanken Oberkörper und ließ ihn frösteln, änderte jedoch nichts an dem Verlangen, das er in sich spürte.

„Like a Dream“, Ocean Dreams- Die Einsamkeit am Meer (c) Savannah Lichtenwald

»Ja, bin ich!«, rufe ich meine Antwort regelrecht hinaus, als wäre es die Verkündung einer biblischen Wahrheit. »Ich bin ein Fisch! Ich bin einer von euch!«
»Was? Du bist ein Karpfen?«
»Nein.« Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. »Ich bin kein Karpfen, nur ein Fisch.«
»Nur …?«
»Nein, nicht nur. Ich bin ein Fisch, ein echter Fisch!«
»Das möchte ich aber auch meinen«, erwidert der Karpfen, ohne dass ich sagen könnte, ob von meiner Antwort zufrieden gestellt oder einfach nur beruhigt. Auf jeden Fall bleibt er seinen eigenen, verschlungenen Gedankengängen treu. »Wir Karpfen leben schließlich nicht im Schlamm«, fährt er fort. »Aber was für ein Fisch bist du denn nun? So etwas wie dich habe ich hier noch nie gesehen. Du musst neu sein.«
Ich atme einmal tief durch, dann antworte ich: »Ich bin ein Winterfisch.«

„Like a Dream“, Unter dem Wasser (c) Thomas Pregel

»Schön Mailo, was hast du für uns?«, fragte Mrs. Adams. Sie lächelte erwartungsvoll. »Wer ist dein Held?«
Ich war aufgestanden. Man macht das so, wenn man seinen Helden verkündet, man steht auf, lächelt Richtung Adams und gibt Antwort.
»David Kato«, lautete die meine. »Mein Held ist David Kato.«
»Und wer ist – David Kato, Mailo?«
»Zweitausendelf wurde er mit einem Hammer erschlagen.« Das fand ich spannungssteigernd.
»Und das ist dein Held?«
»Ja, genau.«
Nun schob sie ihre Brille von der Stirn auf die Nase, wohl um mich genauer zu begutachten. »Und was genau macht ihn zu einem Helden für dich?«, fragte sie. »Dass er mit einem Hammer erschlagen wurde, ja wohl kaum?«
»Kato war schwul«, erklärte ich. »Er hat sich für die Rechte von Schwulen und Lesben in Uganda eingesetzt.«
Nun kam erst mal nichts.

„Like a Dream“, Mein Held (c) Jobst Mahrenholz

Die Gedanken des Träumers sind konfus und sprunghaft. Nur Fetzen rasen an mir vorbei, Erinnerungen und Eindrücke seiner Welt. Zusammenhangslos und für mich ohne erkennbares Muster spielen sie sich vor mir ab.
Der Träumer scheint inmitten seines Gedankenchaos gefangen zu sein. Immer wieder ändert sich die Szenerie, Gebäude und Räume wandeln und verzerren sich; und der Träumer taumelt von einem Bruchstück ins Nächste.
Spüren kann ich ihn allerdings nicht. Auch seinen Duft kann ich nicht wahrnehmen, keinen noch so winzigen Hauch, obwohl er vorher so präsent gewesen war. Eine Weile beobachte ich ihn und mit der Zeit regt sich etwas in mir. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich möchte ihn nicht dort lassen, gefangen in seinen wirren Gedanken.
Was ist das für ein Gefühl? Ich kenne es nicht. Es ist nicht der Hunger nach seiner Angst oder die Gier nach seinem Duft. Es ist anders, befremdlich. Es verwirrt mich. Unwillkürlich tauche ich tiefer in den Geist des Träumers hinein. Ich kann mich nicht dagegen wehren.

„Like a Dream“, Alb Träume (c) Anna Maske

»Überraschung!«
Ja, das konnte man wohl sagen, und sie war gelungen. Er wusste gar nicht, was er sagen sollte. Vor Rührung und Überwältigung trieb es ihm glatt Tränen in die Augen. Gute Freunde waren doch was Tolles.
Und dann sah er … ihn. Zwei Tische weiter an der gegenüberliegenden Wand saß Gregor inmitten anderer Krawattenträger.
Scheiße!
Wie viele Restaurants gab es in München? Musste seine Schwester ihn ausgerechnet in das bugsieren, in dem das Geschäftsessen seines Ex stattfand? Karma is a bitch? Und was für eine!
Gregor sah so geschockt aus, wie sich Andreas fühlte. Ihre Blicke trafen sich und ein irrwitziger Kampf der Gefühle entbrannte in Andreas‘ Brust.

„Like a Dream“, Alles Gute zum Geburtstag (c) Alexa Lor

Ich sagte immer noch nichts, schaute abwechselnd auf das Gemälde und durch die Galerie, suchte nach einem Radio, aus dem Marschlieder klangen. Doch der Rhythmus und die singenden Kinderstimmen, die ich beim Betrachten des Bildes hörte, mussten aus meinem Kopf stammen. Auf einmal sah ich Herrn Wrobels Muttermal auf dem Gesicht eines Jungen, sah Pfützen und Matsch, den er mit dem Handrücken von der Wange wischte, den Schlafsaal in einem Gemeindehaus, einen Pfarrer. Auf einmal spürte ich Schmerzen und Liebe, erinnerte mich an eine kurze Zeitspanne, in der ich glücklich war, obwohl Tod, Krieg und Vernichtung gar kein Glück gestattet hatten.
Plötzlich wusste ich wieder, woher mir das Muttermal und der über das Gesicht gewischte Handrücken bekannt vorkamen.
Als der Mann nach dem dritten Paket griff, drehte ich mich zu ihm um, vergaß alle Angst, alle Vorsicht und Diskretion, die ich sonst walten ließ, und fragte: »Du heißt nicht zufällig Siegfried?«

„Like a Dream“, Klangfarben der Liebe 1965 (c) Florian Tietgen

Hieß es nicht, dass zwischen Zwillingen ein besonderes Band existierte? Wir hatten bislang alles zusammen durchgestanden. Aber wenn ich ehrlich war, empfanden wir beide, damals wie heute, kein Glück. Nur, wenn wir in die Rollenspielwelten abtauchen und uns darin verlieren konnten.
Vor Jahren hatten wir zahlreiche Möglichkeiten gehabt, doch keiner von uns hatte sie erkannt. Wir begriffen nur die Einschränkungen. Heute …? Das Gefühl des Verlustes legte sich wie ein Eisenband um meine Brust und drückte zu. Scharf stachen Tränen in meine Augen und fingen sich in meinen Wimpern. Für einen Moment konnte ich nicht atmen. Rauch schien mich zu ersticken. Vor mir flackerte das Licht wie ein wilder Brand.
Dieser verfluchte Abend! Ich erinnerte mich an den Moment, in dem sich das Schicksal gegen uns stellte …

„Like a Dream“, Bruderliebe (c) Tanja Meurer

Irfan stellte sich in Position und tanzte. Er trippelte in wiegenden Schritten vor und zurück, bewegte seine Arme wie ein Schlangenmensch, ließ seinen Kopf wippen und drehte sich wie ein Derwisch. Sein Körper war so biegsam wie Bambus, so geschmeidig wie ein Stück Seide. Das Spiel seiner Muskeln war unter der nackten Haut gut zu erkennen. Die Musik ging über in orientalische Tanzmusik und Irfan passte sich an. Hatte er vorher eine Art Geschichte erzählt, mit ausdrucksvollen Gesten, die so überzeugend Lachen und Weinen dargestellt hatten, wurde sein Körper nun lockerer. Alex sprang plötzlich auf und holte seinen Schal aus fließendem Stoff aus dem Rucksack. Irfan eilte sofort darauf zu, band ihn sich um die Hüften und tanzte weiter. Das Bild war wie verwandelt, als unterstriche der flatternde Stoff die Bewegungen. Irfan schwebte über den Boden, koordinierte Arm- und Beinbewegungen und sein Oberkörper war so beweglich, dass Alex staunte. Nach einer Weile konnte er einen Refrain aus der fremdartigen Melodie heraushören und summte ihn leise mit. Irfans Augen waren geschlossen, er schien eins zu sein mit sich und der Musik.

„Like a Dream“, Bacha-Bazi (c) Laurent Bach

Er wollte seinem Tuath keine Schande machen, aber er wusste, dass er ohne seinen Anam Cara nicht weiterleben konnte. Lieber starb er, als auch nur ein weiteres Jahr ohne ihn zu verbringen. Wenn der Taoiseach ihn nicht freigab, würde er ohne den Segen der D’Arrai gehen, heimlich, ohne Abschied, und fortan als Ausgestoßener durch die Welt ziehen.
Nach einem letzten tiefen Atemzug trat er auf den Zelteingang zu, der sich genau in diesem Moment öffnete. Eine dunkle, große Gestalt versperrte ihm den Weg. Der Draoi.
Immer trug er die Maske aus Rabenfedern, die Filim lediglich zu rituellen Anlässen angelegt hatte. Über seinen breiten Schultern lag das Fell eines Höhlenbären. Man erzählte sich, dass er in jungen Jahren gegen ihn gekämpft hatte und schwer verwundet worden war. Seitdem verdeckte er die entstellenden Narben mit der Maske, die nur seine Augen frei ließ. Hellgraue, klare Augen, die sich nun forschend auf Ciaran richteten.
»Ciaran«, flüsterte der Draoi heiser. Auch den Verlust seiner Stimme verdankte er dem Höhlenbären. »Es ist gut, dass du kommst. Ich möchte über einiges mit dir sprechen.«

„Like a Dream“, Anam Cara (c) Leann Porter

»Hey, neue Klasse!« Der Typ hob grüßend die Hand, sein Lächeln vertiefte sich. Eine angenehme Stimme, die, wie das Zucken um seinen Mund, leicht spöttisch wirkte. Marcos Herz wummerte weiter. Neugierig hob er wieder den Kopf.
Wow, in diesen Augen könnte man glatt versinken. Und dann noch diese langen Finger und die festen, sonnengebräunten Unterarme. Die feinen Härchen darauf luden regelrecht zum Darüberstreichen ein. Quatsch, was dachte er denn da gerade? Marco biss sich verlegen in die Unterlippe.
»Mein Name ist Felipe Petersen, und ich lerne Fachrichtung Nutzfahrzeugbau und Fahrzeugkonstruktionstechnik. Und bevor ihr euch den Kopf ewig zerbrecht, ob ich vielleicht schwul bin: Ja, bin ich. Aber so was von stockschwul.« Grinsend blickte Felipe sich um, während sich verblüfftes Schweigen über die Klasse legte und wirklich jeder ihm volle Aufmerksamkeit zollte.
»Ich bin so furchtbar schwul, dass für gewöhnlich alle homophoben Arschlöcher bei meinem Anblick vor Schreck in einer rosa Wolke explodieren. Puff!«

„Like a Dream“, Lebe deinen Traum (c) Chris P. Rolls

»Was für eine …«
Ein rauer Kuss unterbrach Nazar. Starke Arme schlossen sich um seine Schultern und zogen ihn fest an Kiamas Körper. Sein Freund schien den inneren Aufruhr, den er in ihm anrichtete, nicht zu bemerken, denn er vertiefte den Kuss. Nazar erwiderte ihn automatisch, selbst als er Kiamas Zunge an seinen Lippen spürte. Er öffnete sie und ließ sich auf das erregende Spiel ein. Es fühlte sich gut an, ihm wieder so nahe zu sein und dessen Feuer und Leidenschaft zu spüren.
Nach einer gefühlten Ewigkeit löste sich Kiama von ihm. Seine dunklen Augen glühten, ein rosiger Schimmer lag auf seinen Wangen.
»Sag nicht, du hast es vergessen.« Kiamas Hand wanderte unter sein Hemd, streichelte über seinen Bauch und hinterließ ein angenehmes Kribbeln auf der Haut. »Mein Geständnis«, hauchte Kiama.
»Geständnis …«, wiederholte Nazar und unterdrückte ein Stöhnen. Hitze breitete sich in seinen Lenden aus, gepaart mit Anspannung und Nervosität. Er wünschte, er wüsste, was er Kiama in dessen Träumen versprochen hatte, denn es war offensichtlich, dass es etwas Wichtiges gewesen war.

„Like a Dream“, Zwillingstraum (c) Juliane Seidel

Ich hoffe, ich konnte eure Neugier wecken 🙂 Nächste Woche geht es mit den Interviews weiter – Savannah Lichtenwald hat sich ebenfalls den Fragen gestellt und Rede und Antwort gestanden.

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Vorstellung: Leann Porter

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Hallo in die Runde,

die letzte Autorenvorstellung ist ein Weilchen her, daher wird es Zeit für das nächste Interview 🙂 Dieses Mal hat sich Leann Porter den 15 Fragen gestellt und gewährt einige Einblicke in ihr Autorendasein.p1100766

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Ich wohne in einem Dorf im Münsterland, schönes plattes Land und ideal zum Joggen und Radfahren. Da hätten wir auch gleich schon zwei Hobbys. Außerdem reise ich sehr gerne, mindestens einmal pro Jahr nach Irland. Im Winter flüchte ich in sonnige Gefilde zum Tauchen, zum Beispiel nach Thailand. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, wenn ich nicht gerade schreibe. Ansonsten gehe ich mit Freunden ins Kino und auf Partys, oder auch mal Wandern. Ganz normales Zeug.

Mein Brotjob: Ich bin Verwaltungsbetriebswirtin und arbeite bei der Stadtverwaltung im Fachbereich „Jugend, Soziales und Integration“. Eine interessante Tätigkeit, die mir auch nach 20 Jahren noch nicht langweilig geworden ist.

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Dass ich schreiben kann. 😉 Tatsächlich habe ich schon immer Geschichten erzählt. Es gibt noch alte Tonbandaufnahmen von mir, da war ich drei Jahre alt und habe damals schon nach Herzenslust herumfabuliert. Oft habe ich Geschichten auch aufgemalt. Als ich endlich schreiben konnte, habe ich sofort angefangen, sie aufzuschreiben. Ich wollte immer schon andere in meine Fantasiewelten mitnehmen.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Es ist ein wichtiger Teil von mir, den ich nicht missen möchte. Das ist mir bewusst geworden, als ich vor vier Jahren nach einer langen Pause wieder mit dem Schreiben begonnen habe. Es hat mir so sehr gefehlt, ich war nur ein halber Mensch. Schreiben macht mich nicht immer glücklich, oft zweifele und hadere ich, aber ohne geht auch nicht und die schönen Momente überwiegen.

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Anam Cara“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Kurzgeschichten sind nicht mein Fall. Ich schreibe sie nicht gerne und bin auch nicht sonderlich gut darin. Um mich zu motivieren, habe ich mich dazu entschieden, eine Geschichte aus meiner Fantasywelt Danu zu schreiben. Das war dann schon mal vertrautes Terrain. Ich kann mich genau daran erinnern, wann die Geschichte zu mir kam. Es war während meines Irlandurlaubs im Mai. Ich saß auf der Terrasse vor meinem rosa Ferienhaus mit Meerblick, trank Cider und aß Käse. Da besuchten mich Ciaran und sein Seelengefährte und ich wusste, dass ich ihre Geschichte schreiben wollte.

Was hast du neben „Anam Cara“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Anfang Dezember ist mein Fantasy-Roman „Die Fährte der Wandler“ im Dead Soft Verlag erschienen. Dort sind auch drei weitere Romane von mir veröffentlicht worden.
Von meiner Fantasywelt Danu komme ich nicht los. Es gibt noch so viel zu entdecken dort. Zur Zeit überarbeite ich die Fortsetzung von „Die Sturmfalken von Olbian“. Im November habe ich einen Urban-Fantasy-Roman geschrieben, der in Irland spielt, jedoch auch mit Danu zusammenhängt: „Das Lied des Jägers“. Dieses Jahr habe ich mich auch mal an eine Dystopie gewagt, die allerdings sehr romantiklastig geworden ist und ausnahmsweise rein gar nichts mit Danu zu tun hat. Nächstes Jahr mache ich all diese Rohfassungen ausgehfein. Mal sehen, was daraus wird.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Die meisten Ideen habe ich beim Joggen. Dabei sehe ich die Szenen meiner Geschichten wie Filme vor mir ablaufen. Zum Glück jogge ich im Wald und muss nicht auf den Verkehr achten. 🙂 Kann aber auch sein, dass mir etwas einfällt, während ich autofahre, dusche, oder einkaufe.
Sehr inspirierend sind immer meine Irlandreisen. Ich liebe dieses Land und einige Gegenden dort haben mir als Vorbild für diverse Länder Danus gedient. Die irische Mythologie ist ja der Auslöser für Danu gewesen.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Meistens habe ich eine Grundidee und einige interessante Helden und schreibe plotlos drauflos. Das Plotten erledige ich dann zwischendurch beim Joggen. Ich habe auch schon versucht, einen Roman komplett durchzuplanen, z.B. mit dem Sieben-Punkte-Schema. Das hat auch ganz gut geklappt, allerdings habe ich mich während des Schreibprozesses nicht akribisch an den Plan gehalten, sondern neue Ideen zugelassen, die mir dann wesentlich besser gefielen. Für mich gibt es nicht die eine, perfekte Herangehensweise. Das ist je nach Geschichte und Stimmung unterschiedlich.

Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Ja, Kurzgeschichten fallen mir schwer. Ich hadere auch oft mit meinem inneren Kritiker und muss einige Kämpfe mit ihm ausfechten, bis er sich für das Schreiben der Rohfassung eines Romans in den wohlverdienten Urlaub begibt. Zur Überarbeitung brauche ich ihn dann wieder.
Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Musik! Immer Musik. Für einige meiner Romane gibt es Soundtracks. Mir hilft es beim Überarbeiten, wenn ich die Musik dabei höre, die mich beim Schreiben begleitet hat. So kann ich mich schnell wieder in die Atmosphäre hineinfühlen.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Weiß ich gar nicht so genau. Vermutlich unbewusst schon. Ich lese ja sehr viel und schreibe das, was ich gerne lesen würde. Ich bewundere Autoren, die es schaffen, ihre Vorstellungen und den Markt miteinander zu vereinbaren und die ihre Leser glücklich machen.

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Krimi zum Beispiel. Dafür müsste ich aber ordentlich plotten.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Beim morgendlichen Joggen die nächsten Szenen planen und nach einem ausgiebigen Frühstück eine Weile schreiben. Dann ein bisschen lesen und danach weiterschreiben. Die Temperatur sollte zwischen 20 und 30 Grad sein, dann kann ich den Tag auf dem Balkon verbringen. Perfekt wäre es, wenn ich abends so richtig zufrieden mit dem Geschriebenen bin und in meine Geschichte eintauchen konnte.
Mein perfekter Tag ohne Schreiben findet in Irland statt: Morgens am Strand joggen, ausgiebig frühstücken (ihr seht die Ähnlichkeit 😉 ), wandern gehen, vielleicht einen Berg besteigen, viel Zeit für Pausen haben, z.B. am Strand, und abends mit Freunden in den Pub.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Das finden sie ganz interessant, aber ich nerve sie nicht übermäßig damit. Meine Mutter ist wohl ziemlich stolz darauf, dass sie Bücher von mir im Regal stehen hat, und sie bemüht sich auch, sie zu lesen, obwohl ihr Fantasy überhaupt nicht liegt.

Was würdest du jemandem mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Liebe deine Geschichte und halte durch. Bring sie zuende. Und such dir Gleichgesinnte. Schreiben und was damit zusammenhängt muss kein einsames Geschäft sein.

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Auf das Schreiben bezogen hoffe ich, dass ich noch sehr lange so viel Spaß daran habe. Ich wünsche mir, dass Freunde und Familie gesund bleiben und lange leben (möglichst länger als ich).
Ein ganz konkreter Wunsch: Nächstes Jahr möchte ich den Croagh Patrick in Irland besteigen und hoffe, dass mein Knie mitmacht. Und ich träume davon, wieder am Strand von Dunfanaghy zu joggen.


Ich bedanke mich bei Leann für das tolle Interview – kommende Woche erfahrt ihr mehr über Florian Tietgen, der schon einmal hier auf Like a Dream Rede und Antwort stand. Seid gespannt 😉

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Rückblick 2016

Hallo ihr Lieben,

das Jahr neigt sich dem Ende zu – Zeit mal einen Blick auf das vergangene Jahr zu werfen und ein kleines Fazit abzugeben. Ich habe eine Menge gelesen, zwar nicht die 100 Bücher, die ich dieses Jahr packen wollte, aber durchaus viele Romane und Mangas, die mich fasziniert und berührt haben. Insgesamt habe ich dieses Jahr mein Ziel nur knapp verfehlt, wenn ich die Mangas mit hinzuzähle (wobei – eines der Bücher war ein Sammelband von 3 einzelnen Romanen – also wenn man tricksen will, komme ich doch knapp auf 100 ;)) Gelesen habe ich immerhin:

90 Romane | 7 Mangas

Davon habe ich 90 Bücher (83 Romane und 7 Mangas) rezensiert – 2 Rezensionen gehen im nächsten Jahr online, da sie Teil der nächsten Special Week sind und eine Rezension zur „Like a Dream“-Anthologie schreibe ich aus verständlichen Gründen nicht (diese zählt sowieso zu den absoluten Highlights des letzten Jahres und wird für mich immer etwas ganz besonderes bleiben :)). Somit hab ich mir bei 4 Romanen ein Feedback verkniffen, teils weil ich sie abgebrochen habe, teils weil ich sie nicht zwangsweise rezensieren musste. Den Löwenteil meiner Lektüre nehmen natürlich Gay/Lesbian Romane und Mangas ein, dicht gefolgt von Kinder- und Jugendbüchern.

Favoriten 2016:
Die Seelenlosen
Café der Nacht
Haus aus Kupfer
Zwei Papas und ein Baby: Unser Leben als (fast) ganz normale Familie
Die Blechdose

Flops 2016:
Breakaway (abgebrochen nach 100 Seiten)
Casto – Gafährte des Feuers
Paranormal Investigations – Liebe
Elfenprinz – Verrat
Gay Romeo (nicht rezensiert)

Im kommenden Jahr werde ich mein Lesepensum ein wenig hinunterschrauben, aber ich plane dennoch 50 Bücher zu schaffen. Ich hoffe sehr, dass ihr mir auch weiterhin treu bleibt. In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Start ins neue Jahr – wir lesen uns 2017. Kommt gut rüber.

Alles Gute,
Juliane