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[ROMAN] Fingerhut-Sommer von Ben Aaronovitch

Autor: Ben Aaronovitch
Taschenbuch: 416 Seiten
ISBN: 978-3-423-21602-9
Preis: 7,99 EUR (eBook) / 9,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Das Verschwinden zweier Kinder in der ländlichen Provinz Herefordshire ruft auch das Folly auf den Plan. Immerhin kann man bei derartigen Fällen nicht ausschließen, das Praktizierende ihre Finger im Spiel haben. So wird Peter Grant, Polizist und Zauberlehrling aufs Land geschickt, um die Vorfälle zu überprüfen. Zudem stellt ihm sein Chef Nightingale die hübsche Flussgöttin Beverly Brooks zur Seite, da er London nicht verlassen kann. Schon bald stößt Peter auf Hinweise, dass das Verschwinden der Kinder in seinen Zuständigkeitsbereich gefällt, denn mordlustige Einhörner, seltsame Erscheinungen und eine Reihe von ungeklärten Zwischenfällen sprechen eine eindeutige Sprache. Zusammen mit Beverly und dem schwulen Dorfpolizisten Dominik macht er sich auf die Suche nach den Kindern und den Hintergründen …

Eigene Meinung:
Ben Aaronovitchs bekannte Urban Fantasy Reihe um den Zauberlehrling Peter Grant geht in die fünfte Runde. Weitere Romane sind in Arbeit („The Hanging Tree“ soll im Sommer 2016 in Englisch erscheinen), zudem existiert eine Graphic Novel mit dem Titel „Body Work“, die zeitlich nach Band 1 angesiedelt ist und eine eigene Geschichte erzählt. Lies den Rest dieses Beitrags

[ROMAN] Zero at the Bone von Jane Seville

Autor: Jane Seville
Taschenbuch:  406 Seiten
ISBN: 978-1634772037
Preis: 3,99 EUR (eBook) / 20,33 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Nachdem Jack Francisco den Mord an einer jungen Frau beobachtet hat, ist in seinem Leben nichts mehr wie es war. Um als Zeuge gegen die beiden Mörder aussagen zu können, wird er unter Schutz gestellt und aus Baltimore gebracht, jeglicher Kontakt zu Freunden und Familie ist untersagt. Doch bereits nach kurzer Zeit hat ihn ein Profikiller namens D gefunden, der den Auftrag hat, Jack zu beseitigen – allerdings bringt es D nicht über sich Jack zu erschießen. Stattdessen nimmt er Jack mit sich und macht es sich zur Aufgabe ihn zu beschützen, damit er vor Gericht aussagen kann. Eine ereignisreiche Flucht quer durch Amerika beginnt, bei der Jack erkennen muss, dass D nicht ansatzweise so gefühlskalt ist, wie er dachte und D sich allmählich öffnet und erstmals jemandem Einblicke in seine Vergangenheit gewährt …

Eigene Meinung:
Der Thriller „Zero at the Bone – Eiskalt bis ins Mark“ stammt von Jane Seville und erschien in englischer Sprache bei Dreamspinner Press, die auch für die deutsche Ausgabe verantwortlich sind. Das Buch kam bereits 2014 auf den deutschen Markt, 2016 wurde die deutsche Fassung überarbeitet und stellenweise neu übersetzt, da die erste Übersetzung auf Kritik stieß. Neben der Haupthandlung gibt es auf dem Blog der Autorin drei weitere Kurzgeschichten, in denen es um D und Jack geht.

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[ROMAN] Mord am Fluss von Laurent Bach

Autor: Laurent Bach
Taschenbuch: 316 Seiten
ISBN: 978-3745006483
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 12,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
In der spätsommerliche Hitze Südfrankreichs entdecken Claude Bocquillon und sein Freund Julen Tourange die Leiche eines Travestiekünstlers im Flüsschen Gardon, der Letzterem nur allzu bekannt ist, wurde er in den letzten Monaten doch von dem Opfer gestalkt. Die ersten Untersuchungen der Polizei deuten auf Julien als Täter hin, weswegen er schnell festgenommen und in das überfüllte Gefängnis von Nîmes gebracht wird. Für Claude beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn er will den wahren Täter ausfindig machen, bevor die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt. Unterstützt wird er von seinen Freunden Ferderic Lambert und Jean Bertin, die bei der Polizei arbeiten und Claude helfen, die Hintergründe des Mordes aufzudecken …

Eigene Meinung:
Mit „Mord am Fluss“ legt Laurent Bach den vierten und voraussichtlich letzten Teil der Krimireihe um Claude Bocquillon vor. Während die ersten drei Bände im Gmünder Verlag erschienen, wurde der letzte Band im Eigenverlag herausgebracht. Einmal mehr entführt der Autor den Leser ins sonnige Südfrankreich und verlangt dem Privatdetektiv Claude Bocquillon alles ab, um seinen Geliebten Julien vor einer Mordanklage zu bewahren.

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[ROMAN] Der böse Ort von Ben Aaronovitch

Autor: Ben Aaronovitch
Taschenbuch: 400 Seiten
ISBN: 978-3423215077
Preis: 7,99 EUR (eBook) / 9,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Etwas Seltsames geht in dem Londoner Sozialwohnbau Skygarden vor sich – für Peter, Lesley und Nightingale, Mitarbeiter des Folly, Grund genug, den Gebäudekomplex genauer unter die Lupe zu nehmen, nachdem bereits mehrere Menschen, die irgendetwas mit dem Bau zu tun hatten, ihr Leben lassen mussten. Da die meisten Fälle die Signatur des Gesichtslosen, des wohl gefährlichsten, frei herumlaufenden Magiers, tragen, ziehen Peter und Lesley kurzerhand in eine freistehende Wohnung, um ungestört zu ermitteln. Dabei lernen sie nicht nur die skurrilen Bewohner des Towers kennen, Peter stößt auch auf einige Absonderlichkeiten innerhalb der Architektur, die ihn schon bald auf die richtige Spur und gleichzeitig in tödliche Gefahr bringen. Den dieses Mal hat sich der Gesichtslose magische Verstärkung gesucht und schreckt vor nichts zurück …

Eigene Meinung:
Der vierte Band der „Flüsse von London“ – Reihe von Ben Aaranovitch knüpft direkt an den Vorgänger „Wispern unter Baker Street“ an und markiert noch lange nicht das Ende der erfolgreichen Buchreihe. Band 5, in dem Peter Grant erstmals außerhalb von London ermitteln darf, ist unter dem Titel „Foxglove Summer“ bereits in England erhältlich. Die deutsche Fassung dürfte nicht allzu lang auf sich warten lassen, immerhin haben das Folly und seine Mitarbeiter deutschlandweit Fans.

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[ROMAN] Ein Wispern unter Baker Street von Ben Aaronovitch

Autor: Ben Aaronovitch
Taschenbuch: 448 Seiten
ISBN: 978-3423214483
Preis: 8,99 EUR (eBook) / 10,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Weihnachten steht vor der Tür und ganz London hat sich anlässlich des bevorstehenden Festes herausgeputzt. Peter Grant, Constable der Metropolitan Police und Zauberlehrling von Inspector Nightingale, bedeutet dies weder Ruhe noch Besinnlichkeit. Schließlich sind sein Vorgesetzter, seine beste Freundin Lesley und er noch immer auf der Suche nach dem Gesichtslosen. Jenem Zauberer, der die Stadt vor ein paar Wochen in Angst und Schrecken versetzt und Peter fast umgebracht hat.
Zeitgleich wird in einem U-Bahn-Tunnel die Leiche des amerikanischen Kunststudenten James Gallagher gefunden, ermordet mit der Scherbe eines Tellers, der definitiv magisch behaftet ist. Somit werden Peter und Lesley bei den Mordermittlungen hinzugezogen und nicht nur sie. Da Gallaghers Vater Senator ist, muss sich die Polizei auch um die FBI Agentin Reynolds kümmern, die natürlich nichts von den magischen Hintergründen des Falls erfahren darf. Für Peter ein Balanceakt, der ihn im Laufe der Zeit in die Tiefen der Kanalisation und der U-Bahn-Tunnel führt, und darüber hinaus …

Eigene Meinung:
Im dritten Band der „Flüsse von London“-Reihe entführt Ben Aaronovitch den Leser erneut nach London und überzeugt mit einer Mischung aus Krimi, Fantastik und Humor.

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[ROMAN] Vancouver Love von Corinna Bach

Autorin: Corinna Bach
eBook: 303 Seiten
ASIN: B06XSL6GG7
Preis: 3,99 EUR (eBook)
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Story:
Eigentlich könnte zwischen Polizist Peter und dem First Native Jeremia alles in bester Ordnung sein, wäre da nicht Peters Unfähigkeit und Widerwillen eine wirkliche Beziehung einzugehen. Für Jeremia reicht die unverbindliche Freundschaft Plus jedoch nicht, will er sich mit Peter doch etwas Gemeinsames aufbauen. Just in dem Moment, als Jeremia sich von dem Polizisten trennt, stolpert dieser in das größte Problem seiner Karriere – die junge Native Mary, die er beim Taschendiebstahl erwischt hat, zeigt ihn wegen Vergewaltigung an. Für Peter bedeutet das Suspension und eine Menge Probleme. Da der Vergewaltiger ein Polizist war und Beweismittel verschwinden, ist Peter gezwungen auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei bekommt er Unterstützung von Jeremia, der sich nicht nur Mary helfen will, sondern Peter nicht vergessen kann …

Eigene Meinung:
Mit „Vancouver Love“ erscheint ein weiterer Teil der „Vancouver“-Reihe von Corinna Bach hinter der sich Brunhilde Witthaut verbirgt, die bereits mehrere Veröffentlichungen vorzuweisen hat. Der erste Roman der Reihe („Vancouver Dreams“) erschien noch im Sieben Verlag, Teil 2 („Vancouver Hope“) und 3 kamen bei Ullstein Forever als eBook heraus. Leser der ersten beiden Bände werden sowohl Liam und Zac, als auch Oliver und Ethan treffen, denn die Figuren tauchen am Rande von „Vancouver Love“ ebenfalls auf.

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[ROMAN] Der ehrenwerte Dieb von James Buchanan

Autoren: James Buchanan
Taschenbuch: 360 Seiten
ISBN: 978-3960890683
Preis: 5,99 EUR (eBook) | 12,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Nachdem der Einbrecher und Dieb Caesar Serrano mitbekommt, dass er eine leidenschaftliche Nacht mit dem LAPD Officer Nathan Reilly verbracht hat, nimmt er sich vor, den gutaussehenden Mann nicht mehr wiederzusehen. Als er jedoch bei einem Beutezug in einer Villa auf kinderpornografische Fotos stößt, wendet er sich an Nathan der ihm seine Unterstützung verspricht. Gemeinsam gehen sie zur Polizei, wo Caesar für seine Aussage einen Deal mit der Staatsanwaltschaft heraushandeln kann. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse, denn die Villa gehört nicht nur einem hohen Tier der Polizei, jemand versucht auch Caesar auszuschalten, um dessen Aussage vor Gericht zu verhindern. Gemeinsam mit Nathan, der von seinem Vorgesetzten zu Caesars Leibwächter berufen wird, flieht der junge Dieb aus der Stadt …

Eigene Meinung:
James Buchanan ist einer der bekanntesten englischsprachigen Autoren im Gay-Genre und hat sich mit Dutzenden Reihen und Einzelbüchern einen Namen gemacht. Mit „Der ehrenwerte Dieb“ legt deadsoft erstmals eines seiner Werke in deutscher Sprache vor.

Die Geschichte verspricht einen spannenden Krimi, der mit der Liebesgeschichte zweier ungleicher Männer gewürzt ist. Leider hält das Buch überhaupt nicht, was man sich vom Klappentext verspricht – statt Spannung, Action und eines ausgeklügelten Krimis bekommt man vorwiegend Sex! Denn viel mehr machen Nathan und Caesar nicht, wenn sie allein in einem Raum sind – selbst in den unmöglichsten Situationen haben sie nichts Besseres zu tun, als es miteinander zu treiben. Da wundert es nicht, dass Nathan während der Flucht zu keiner Sekunde auf die zündende Idee kommt, wie ihre Häscher sie jedes Mal so schnell finden können (etwas, was dem Leser schon nach wenigen Seiten klar ist). Auch sonst dreht es sich bei „Der ehrenwerte Dieb“ eher um Erotik und platten Sex, als um die Rahmenhandlung. So interessant die Grundidee ist und so viel man aus der eigentlichen Krimihandlung hätte machen können – der Autor setzt nichts davon um. Stattdessen konzentriert er sich auf die ausufernden Sexszenen, die man nach dem vierten Mal (im ersten Drittel) gelangweilt überblättert. Auch ist es nicht verwunderlich, dass die Lösung des Krimis und die ganze spannende Handlung lediglich am Rande abläuft und die Figuren keinerlei erwähnenswerten Einfluss mehr darauf haben – vieles wird am Ende in wenigen Sätzen zusammengefasst, um wenigstens das wichtigste der Grundidee zu klären.
Das macht James Buchanans Roman ungemein langweilig und unspektakulär, wenngleich die Nicht-Sex-Szenen gut beschrieben und in sich logisch sind. Das betrifft sowohl Caesars Einbruch, als auch die Befragung der Polizei und die Mühlen der Justiz. Hier hat man das Gefühl, dass sich der Autor durchaus mit den Grundlagen beschäftigt oder entsprechend tiefgehend recherchiert hat.

Die Charaktere sind durchaus sympathisch und können beide überzeugen – wenn man von dem übermäßigen Sextrieb einmal absieht. Caesar ist ein starker Charakter, der aufgrund seiner Herkunft und seines bisherigen Lebens eine spannende Grundlage bietet und sich im Laufe der Geschichte durchaus weiterentwickelt. Auch Nathan als offen schwuler Polizist ist gut in Szene gesetzt und überzeugt mit seiner loyalen und sympathischen Art.

Stilistisch ist der Roman gut und solide – James Buchanan weiß wie man schreibt und hat ein Händchen für Beschreibungen von Stadt und Land. Gerade L.A. ist sehr stimmungsvoll und atmosphärisch beschrieben – man kann sich die Stadt sehr gut vorstellen. Auch die Dialoge sind gut umgesetzt, ebenso die Erotikszenen, wenngleich sich diese mit der Zeit auch sprachlich wiederholen. Ein großes Manko ist jedoch die deutsche Übersetzung – das Buch wimmelt vor Rechtschreibfehlern, mangelhafter Zeichensetzung und fehlenden Worten. Hin und wieder werden auch Verben in Sätze eingebaut, die überhaupt nicht zum Kontext passen, so dass einige Abschnitte keinen Sinn mehr ergeben. Hier fehlt definitiv ein Korrektor, der zumindest die gröbsten Schnitzer entfernt und den Sätzen einen Sinn gibt. Wer sich bei Fehlern schnell aus dem Konzept bringen lässt, sollte sich vorab überlegen, ob er „Der ehrenhafte Dieb“ unbedingt im Regal braucht – das Buch bietet leider nicht die gewohnte deadsoft-Qualität und vergällt den Spaß am Lesen.

Fazit:
„Der ehrenwerte Dieb“ verspricht inhaltlich viel, kann jedoch nur wenig halten – die Geschichte ist zu sexlastig, was auf Kosten der Logik und der Spannung geht. Der Krimiplot bleibt zu 90% auf der Strecke und wird nur am Rande behandelt, stattdessen bekommt man alle 10 Seiten eine ausufernde Sexszene präsentiert. Da können auch die sympathischen Figuren nicht mehr viel retten, was sehr schade ist. In Kombination mit den vielen Fehlern innerhalb der deutschen Übersetzung, kann ich dieses Buch nur Lesern empfehlen, die auf viel Erotik und Sex aus sind. Wer einen spannenden Krimi sucht, ist bei diesem Buch falsch – leider nicht zu empfehlen.

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[ZITATE-FREITAG] Tödliche Schatten

Hallo ihr Lieben,

es wird mal wieder Zeit für einen neuen Zitate-Freitag – dieses Mal habe ich mich für den Krimi „Tödliche Schatten“ von Josh Lanyon entschieden. Der Roman ist der Auftakt der Adrien English-Reihe, von der bisher 2 Bände im Bruno Gmünder Verlag erschienen sind (ich hoffe sehr, dass die Reihe fortgesetzt wird, denn man schließt Adrien ungemein ins Herz). Wer Krimis mag, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren – die Geschichte macht Spaß und die Charaktere sind sehr liebenswert.

Bestellen: Amazon
meine Rezension

„Haben Sie miteinander geschlafen?“

Ich öffnete den Mund, brachte aber keinen Laut hervor.

Waren Sie ein Paar?“, fragte Chan und sah dabei zu Riordan hinüber.

„Nein.“

„Aber Sie sind homosexuell?“ Das war wieder Riordan, der jetzt aufrecht wie ein Stock vor mir stand, seinen prüfenden Blick kühl auf mich gerichtet. Das Ergebnis schien ihn nicht besonders zu beeindrucken.

„Ich bin schwul. Na und?“

„Hersey war auch homosexuell?“

„Und wenn man zwei und zwei zusammenzählt, ergibt das eine Mordanklage, oder wie?“

„Tödliche Schatten“, Seite 9 (c) Josh Lanyon / Bruno Gmünder

„Was haben Sie denn hier verloren?“ Das mochte etwas grob geklungen haben, aber ich fürchtete, ich wusste nur zu gut, was sie wollten.

Chan blieb ganz ruhig. „Wir möchte Mr. Hersey einfach nur die letzte Ehre erweisen, Mr. English, wie alle anderen hier auch.“

„Das könnte man aber auch als Belästigung auffassen“, sagte Bruce Green.

Sie starrten mich an. Starrten Green an.

Riordan fragte: „Und Sie sind –?“

„Bruce Green. Boytimes.“

Ihre Gesichter sprachen Bände.

Green wandte sich mir zu: „Sie wissen schon, dass Sie sich mit denen nicht zu unterhalten brauchen, oder?“

Chan schaute gequält drein. Riordan allerdings … Riordan sah aus, als würde er den Einsatz von Atomwaffen ab jetzt für gerechtfertigt halten.

„Tödliche Schatten“, Seite 42 (c) Josh Lanyon / Bruno Gmünder

Ich holte zwei Flaschen Harp-Bier aus dem Kühlschrank und wurde dafür mit einem anerkennenden Nicken belohnt – von einem Mann, der mit Zeichen der Anerkennung mir gegenüber bisher eher sparsam verfahren war. Als ich ihm die kalte Flasche reichte, berührten sich unsere Finger. Die elektrische Spannung entlud sich mit einem Knall. Erstaunlich, dass ich nicht sofort in Flammen aufging.

„Darf ich mich setzen?“ Riordan deutete auf den Tisch.

„Klar. Wie unhöflich von mir. Ich wollte dir nur die Gelegenheit geben, mich zu verhaften.“

Er grinste hämisch, setzte sich und ließ den Stuhl nach hinten kippen.

„So. Also. Was hast du für mich?“

„Tödliche Schatten“, Seite 68 (c) Josh Lanyon / Bruno Gmünder

Vous m’avez entendu, bébé. Typen in schwarzen Lederklamotten, Handschellen und Ketten.“

Das, womit Robert sowieso gelegentlich herumspielte.

„Er hat dort bestimmt verdeckt ermittelt oder so was!“

„Nein! Du hörst mir gar nicht zu! Ich habe ihn dort schon früher gesehen. Er ist dort Mitglied. Er ist Meister.“

„Er ist –“ Ich wollte weder den Gedanken noch den Satz fortsetzen. Riordan in schwarzem Lederdress? Mir wurde ganz schwummrig. Riordan mit Bikermütze. Riordan in einer schwarzen Lederhose. Trug da in diesem Moment einer ein Halsband, und Riordan zog an der Leine? Hatte ein anderer Striemen am Arsch, und Riordan stand daneben, die Knute in der Hand? Das war doch völlig lächerlich, absurd.

„Tödliche Schatten“, Seite 82 (c) Josh Lanyon / Bruno Gmünder

„Na ja, auf alle Fälle brauchst du dir keine Sorgen zu machen“, sagte sie aufmunternd. „Ich hab sie daran erinnert, dass du absolut keinen Grund gehabt hättest, Robert Hersey umzubringen.“

„Hast du ihnen gesagt, wann ich den Rest der Erbschaft bekommen soll?“

„An deinem vierzigsten Geburtstag? Aber da geht sie doch gar nichts an!“

Ich seufzte. „Na ja, wenigstens ist die medizinische Versorgung im Gefängnis vorbildlich.“

„Das ist nicht witzig“, sagte Lisa schneidend. „Ich finde das extrem geschmacklos.“

„Ja, schon klar. Tut mir leid.“

Sie legte auf – was ihre einnehmende Methode war, das letzte Wort zu behalten.

„Tödliche Schatten“, Seite 122-123 (c) Josh Lanyon / Bruno Gmünder

In diesem Moment schaltete sich mein Kopf ab. Ich konnte alles sehen, alles erkennen, ständig drehte ich am Zündschlüssel, aber der Motor wollte einfach nicht anspringen. Ich fiel auf die Knie. Ich berührte Claudes Gesicht und stellte nebenher fest, dass meine Handknöchel aufgeschürft waren.

Claudes Augen starrten ins Nichts, dann blinzelten sie.

Er öffnete den Mund und ein Strom von Blut schwappte heraus.

Ich legte ihm die Hand auf den Mund, als könnte ich so das Blut am Herausfließen hindern. Ich hörte mich selbst flüstern: „O Gott, O Gott, O Gott …“

„Tödliche Schatten“, Seite 134-135 (c) Josh Lanyon / Bruno Gmünder

Als das Telefon klingelte, riss ich den Hörer herunter.

Detective Riordan war dran. Er klang grimmig. „Zwei Sachen: Wir haben gerade den Polizeibericht aus Baffalo bekommen. Richard Corday ist gestorben, weil er zwölf Etagen tief in einen betonierten Hof fiel.“

Ich schluckte. „War es Selbstmord?“

„Ganz sicher war man sich da nicht. Corday hatte allein eingecheckt; was man im Zimmer fand, gehörte ihm. Aber eines der Zimmermädchen hat angegeben, sie hätte ein paar Stunden vor seinem Tod versehentlich das Zimmer betreten und hätte dort Corday mit einem Gast gesehen.“

„Mit einem Mann?“

„Mit einer Frau, wenn man glauben darf. Über das Zimmer verstreut lagen Frauenkleider.“

„Das kann nicht sein.“

„Ich erzähl dir nur, was ich weiß.“

„Warte mal.“ Ich dachte laut nach. „Und wenn die Frauenkleider Rusty gehören? Er ist in Frauenklamotten gestorben.“

„Tödliche Schatten“, Seite 163 (c) Josh Lanyon / Bruno Gmünder

„Er ist zu mir gefahren.“

„Hä?“

„Ich hatte ihn angerufen und gebeten vorbeizukommen, damit ich –“

„Damit du was? Scheiße nochmal! Kapierst du’s denn nicht? Der Typ bringt Menschen um!“

„Ja, schon kapiert! Du hast gesagt, du brauchst Beweise. Und ich brauchte auch Beweise, ich wollte ihn doch – der Polizei übergeben.“

Von seinem Griff an meinem Arm bekam ich langsam blaue Flecken. „Ich habe dich doch gebeten, dich das rauszuhalten. Ich habe dir das unmissverständlich gesagt. Was soll ich denn noch machen? Dich verhaften?“

„Nur, damit du mir endlich Handschellen anlegen kannst?“

„Tödliche Schatten“, Seite 191 (c) Josh Lanyon / Bruno Gmünder

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen neugierig auf diesen tolle Krimi machen – er lohnt sich auf jeden Fall (ebenso die Fortsetzung ;)). Mal schauen, wann es den nächsten Zitate-Freitag gibt – ich halte mir das ein wenig offen. Ihr dürft also gespannt sein.

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Vancouver Hope von Corinna Bach

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Autor: Corinna Bach
eBook: 300 Seiten
ASIN: B01KZOP37U
Preis: 3,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Nach dem gewaltsamen Tod seines Freundes verlässt Oliver Vancouver und versucht in einer kleinen Stadt an der Küste sein Leben wieder unter Kontrolle zu bringen. Unerwartet lernt er dort den jungen Ethan während einer Walewatching-Bootstour kennen, der zufälligerweise auch sein neuer Nachbar ist. Nach einigem Hin und Her kommen sich die beiden näher und werden ein Paar. Olivers Leben könnte nicht glücklicher sein, bis ihn seine Vergangenheit einholt und ihm sein Unterbewusstsein Erinnerungen zurückgibt, die mit dem Tod seines ehemaligen Partners zu tun haben, der während eines Banküberfalls erschossen wurde. Ausgerechnet Ethan trägt an seiner Hand ein Tattoo, das Oliver während des Überfalls ebenfalls gesehen hat – beim Mörder seines Freundes. Plötzlich ist nichts mehr wie es war und Oliver schwört sich, Ethan zur Strecke zu bringen, um den Mord an seinem Partner zu rächen, während Ethan ebenfalls alles daransetzt, den wahren Täter zur Strecke zu bringen …

Eigene Meinung:
Mit „Vancouver Hope“ veröffentlicht Corinna Bach ihren ersten Gay Romance bei Ullstein Forever. Weitere Romane von ihr liegen beim Sieben Verlag vor, u.a. „Vancouver Dreams“, der ebenfalls in der kanadischen Stadt spielt, jedoch nichts mit dem vorliegenden Buch zu tun hat. Ansonsten gibt es Dutzende Romane der Autorin, die unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht hat. Zu ihren bekanntesten Reihen gehören die Romane um den französischen Privatdetektiv „Claude Bocquillon“, die im Gmünder Verlag erschienen sind.

Die Geschichte beginnt zunächst ein wenig schleppend, da sich die Autorin darauf konzentriert Oliver und Ethan zusammen zu bringen, um die Basis für die kommenden Ereignisse zu schaffen. Erst danach entwickelt sich aus der recht seichten Gay Romance ein spannungsgeladener Krimi, was in gewisser Weise eine Spezialität der Autorin ist. Es geht auf und ab, da nicht nur Oliver nach und nach die Hintergründe zu dem Raubüberfall und dem Tod seines Partners herausfindet, sondern auch Ethan bei seinen Brüdern nach der Wahrheit suchen muss. Den Leser erwartet daher ein beständiges Auf und Ab – sowohl gefühlstechnisch, denn natürlich können Oliver und Ethan nicht voneinander lassen, als auch hinsichtlich des Überfalls, der zum Tod von Olivers Partner führte. Leider kommt es zum Ende hin zu einigen Logiklücken, ganz besonders da der ermittelnde Polizist die Tatverdächtigen ziehen lässt, obwohl er sie eigentlich dingfest machen müsste. Auch sonst scheint die Polizei ein paar Mal nicht wirklich realistisch zu agieren, was wohl daran liegt, dass die Handlung ansonsten nicht mehr aufgegangen wäre.

Sieht man von den Logiklücken ab, bietet Corinna Bach eine spannende, actiongeladene Lektüre, die den Leser schnell in den Bann zieht. Man ist immer hautnah bei den Charakteren, da sowohl aus Olivers, als auch aus Ethans Sicht erzählt wird. Im Vergleich zu den bisherigen Werken der Autorin ist „Vancouver Hope“ erotischer und expliziter geraten, was an einigen Stellen fast ein wenig störend auffällt. So sinnlich die Szenen sind, an einigen Stellen stören sie die Handlung ein wenig, da gerade Ethan den Eindruck vermittelt nur an Sex interessiert zu sein.

Die Charaktere sind durchaus liebenswert, haben jedoch ihre Ecken und Kanten. So fällt es schwer, sich auf Oliver einzulassen, da er am Anfang sehr abweisend und arrogant daherkommt, gerade wenn es um Ethan geht. Das gibt sich zwar mit der Zeit, doch seine Reaktionen stoßen mitunter sauer auf. Auch Ethan verhält sich manchmal wie ein Trampel, ist insgesamt jedoch ein lieber Kerl, der alles unternimmt, um seine Unschuld zu beweisen und gleichzeitig seine Brüder zu schützen.
Ganz besonders positiv fallen die Nebenfiguren auf, über die man gerne mehr erfahren hätte: Peter, der die Ermittlungen bei der Polizei leitet, Jeremiah, ein Indianer, der sowohl Ethan, als auch Oliver als Freund unterstützt, und Ethans Brüder, die man rasch ins Herz schließt. Sie wirken alle authentisch und realistisch, ihre Motive sind stets gut nachvollziehbar.

Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Corinna Bach legt einen spannenden, gut geschriebenen Thriller vor, der durch tolle Beschreibungen (man hat das Gefühl auf Vancouver Island zu sein), gut aufgebaute Dialoge und schöne, spannungsgeladene Actionszenen besticht. Man merkt, dass die Autorin ein „alter Hase“ ist, die ihr Handwerk versteht und weiß, wie sie eine Handlung aufzubauen hat. Es macht Spaß Ethan und Oliver zu begleiten und Stück für Stück die Wahrheit zu entdecken.

Fazit:
„Vancouver Hope“ ist ein spannender, gut geschriebener Krimi, der trotz einiger Unstimmigkeiten und Logiklücken überzeugen kann. Corinna Bach entführt den Leser nach Vancouver Island und baut eine Geschichte voller Doppelbödigkeiten, Wendungen und Spannung auf, die man nur schwer aus der Hand legen kann. Der Roman mag zwar nicht an die Krimireihe um „Claude Bocqiullon“ heranreichen, doch er unterhält und macht Lust auf mehr. Zu empfehlen.

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[ROMAN] Das Kreuz des Kriegers von Madeleine Urban und Abigail Roux


Autoren: Madeleine Urban und Abigail Roux
Taschenbuch: 338 Seiten
ASIN: B017Y97ESU
Preis: 5,14 EUR (eBook)
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Story:
Jeden Dienstag kommt der schweigsame Julian Cross in das Restaurant Tuesday. Unter den Kellnern ist er berühmt berüchtigt, ganz besonders Oberkellner Cameron fiebert dem Besuch des mysteriösen Mannes entgegen. Wochen vergehen bis die beiden ins Gespräch kommen und sich mehr zwischen den ungleichen Männern entwickelt. Doch Julian hat mehr Geheimnisse, als Cameron lieb ist. So taucht er immer wieder mit Verletzungen auf, darunter sogar Schusswunden, die dem Kellner beweisen, dass Julian einem gefährlichen Job nachgeht. Als die Sorge und Angst um Julian immer größer wird, stellt Cameron seinen Liebhaber zur Rede, doch dieser lässt nur wenig von seiner Arbeit nach draußen dringen. Als Cameron die Ungewissheit nicht mehr erträgt, zieht er schweren Herzens einen Schlussstrich – zu spät, wie sich herausstellt. Denn mit Lancaster ist jemand nach Chicago gekommen, der alles daran setzt Julian zu töten und längst mitbekommen hat, was die beiden Männer verbindet …

Eigene Meinung:
Der Einzelband „Das Kreuz des Kriegers“ stammt vom erfolgreichen Autorenduo Madeleine Urban und Abigail Roux, die mit ihrer Gay Thriller Reihe „Cut & Run“ populär geworden sind. Der Roman erschien 2009 bei Dreamspinner Press, 2016 kam die deutsche Fassung des romantischen Thrillers auf den Markt.

Die Geschichte spielt in Chicago und beginnt recht ruhig, da sie (zumindest zu Beginn aus Camerons Sicht erzählt wird und dessen Alltag als Kellner recht gleichförmig, fast schon langweilig ist. Julian bringt mit seiner düsteren, mysteriösen und undurchschaubaren Natur etwas mehr Action ins Spiel, gerade weil man ihn nur schwer einschätzen kann. Nach einer heißen Nacht, bei der sich beide der Anziehungskraft des jeweils anderen nicht entziehen können, werden die beiden ein Paar. Die damit einhergehenden Probleme kommen zumeist von Julians Seite, da er über seinen Job Stillschweigen bewahrt und nur an bestimmten Tagen mit Cameron trifft. So macht sich der Leser mit dem jungen Kellner seine Gedanken, welchem Job Julian nachgeht und kommt schnell dahinter, dass er als Spion und Attentäter arbeitet. Was genau er macht, lässt das Autorenduo jedoch nicht an die Oberfläche dringen. Man kann es sich zwar zusammenreimen, aber welche Aufträge er genau übernimmt und wie weit er bei seiner Arbeit geht, bleibt diffus. Auch Julians Beziehung zu Blake, Camerons Chef und seine Vergangenheit bleiben im Dunkeln – man hat das Gefühl, die Autorinnen wussten selbst nicht so genau, welche Profession Julian genau hat. Dennoch macht gerade das seinen Reiz aus, denn dieses unterschwellig Böse und Geheimnisvolle macht einen großen Reiz aus.
Leider dauert es auch, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt. Der Thriller-Anteil ist verhältnismäßig gering, da es mehr um die Beziehung zwischen Cameron und Julian geht. Aus diesem Grund wird es erst im letzten Drittel spannend, als Lancaster auftaucht und Julians Leben bedroht. Bis dahin kämpfen die Figuren mit (eher) hausgemachten Problemen, die dadurch entstehen, dass sie nicht offen miteinander sprechen.

Die Charaktere sind interessant und können durchaus faszinieren, wobei am meisten die Nebenfiguren Blake und Preston in Erinnerung bleiben. Gerade letzterer ist dank seiner zynischen, direkten und offenen Art ungemein sympathisch. Julian wirkt an einigen Stellen nicht ganz rund (passend zu seiner diffusen Jobbeschreibung), da er mal der harte Killer ist, dann wieder kindisch-weinerlich oder sanft-liebevoll. Letzteres ist vollkommen in Ordnung, mit seiner unreifen Art kann man sich allerdings nur schwer anfreunden. Cameron bildet den angenehm normalen Gegenpol zu Julian – er ist einfach nur der typische Durchschnittstyp, der wenig mit Mord, Gewalt und Waffen am Hut hat. Man schließt ihn durchaus ins Herz, dennoch wirkt er auf den Leser ein wenig distanziert, da man ihn nur schwer zu fassen bekommt.

Stilistisch bietet „Das Kreuz des Kriegers“ gut geschrieben Kost. Madeleine Urban und Abigail Roux wissen, wie man spannende und actionreiche Szenen schreibt. Auch die Umgebungsbeschreibungen sorgen dafür, dass der Leser Bilder vor Augen hat. Allerdings sind die Dialoge nicht immer in sich schlüssig, da sie mitunter nicht aufeinander aufbauen – gerade bei wichtigen Gesprächen zwischen Cameron und Julian kommt es zu Sprüngen in den Dialogen, so dass man nicht mehr folgen kann. Das ist sehr schade, da man dadurch immer wieder aus der Handlung geworfen wird. Ob dies an der deutschen Übersetzung liegt, kann ich nicht beurteilen.

Fazit:
„Das Kreuz des Kriegers“ ist ein spannender, fesselnder Thriller mit einigen kleineren Schwächen über die man jedoch hinwegsehen kann. Die Charaktere sind interessant und machen Lust auf mehr und auch die Handlung kann bis auf einige Ungereimtheiten überzeugen. Auch stilistisch legen Madeleine Urban und Abigail Roux solide Kost vor. Wer Cameron und Julian mag sollte nach dem 5. Band der Reihe „Ty & Zane“ Ausschau halten, denn darin wird die Geschichte aus „Das Kreuz des Kriegers“ fortgeführt.

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