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[ROMAN] Closer – Mason & Jackson von Ina Taus

Autor: Ina Taus
eBook: 300 Seiten
ASIN: B072VKGL99
Preis: 3,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Masons Leben ist perfekt – dank seines reichen Elternhauses lebt er ohne finanzielle Sorgen, auf seinen eingeschworenen Freundeskreis kann er sich immer verlassen und in Emily hat er seine große Liebe gefunden, mit der er bereits über die Zukunft nachdenkt. Das ändert sich als Jackson in die kleine Stadt zieht und Masons Gefühlswelt auf den Kopf stellt. Plötzlich ist er sich nicht mehr sicher, ob Emily wirklich die Richtige ist und ob er nicht auch auf Männer steht. Zu allem Überfluss erwidert Jackson Masons Gefühle und sorgt damit für ein Chaos, das Masons Freundeskreis erschüttert und etliche Änderungen mit sich bringt …

Eigene Meinung:
„Closer – Mason & Jackson“ stammt aus der Feder der Autorin Ina Taus, die sich mit diesem Roman erstmals in das Gay Romance Genre vorwagt. Ihr bisherigen Veröffentlichungen (#bandstories 1-3 erschienen bei Carlsen im.press) bewegen sich eher im Young Adult Genre und natürlich spielt auch darin die Liebe eine große Rolle.

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[ROMAN] Zusammen werden wir leuchten von Lisa Williamson


Autor: Lisa Williamson
Taschenbuch: 384 Seiten
ISBN: 978-3-7336-0109-6
Preis: 10,99 EUR (eBook) | 12,99 (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Bereits im Alter von acht Jahren weiß David, dass er ein Mädchen sein will. Seinen Eltern möchte er sein größtes Geheimnis nicht offenbaren – diese rechnen bei einem Coming-Out eher mit der Homosexualität ihres Sohnes, nicht damit, dass er Transgender ist. Lediglich Davids beste Freunde Essie und Felix wissen um Davids geheimen Wunsch. Sie halten zu ihm, auch wenn er in der Schule noch so oft von seinen Mitschülern angegangen und beleidigt wird.
Das Blatt wendet sich Stück um Stück als mit Leo ein neuer Schüler auftaucht, der aus einem schlechten Viertel und von einer noch schlechteren Schule stammt. Anstatt dem Mobbing tatenlos zuzusehen, verteidigt er David. Die beiden lernen sich kennen und Leo beginnt David Mathenachhilfe zu geben. Nach und nach werden die beiden Freunde und schon bald wird klar, dass auch Leo ein Geheimnis hat, dass vieles ändern könnte …

Eigene Meinung:
Der Roman „Zusammen werden wir leuchten“ ist das Debüt der Autorin Lisa Williamson und beschäftigt sich als eines der ersten Jugendbücher mit dem Thema Transgender. Die Autorin gewann mehrere Preise und erhielt weitestgehend positives Feedback. Die deutsche Ausgabe erschien 2015 beim Fischer Verlag.

Inhaltlich begleitet der Leser nicht nur David, seine Probleme und seine Sehnsüchte, sondern auch Leo, der es sich zum Motto gemacht hat möglichst unsichtbar zu bleiben und nicht aufzufallen. Seine Vorsätze geraten ins Wanken, als er sich in Alicia verliebt und irgendwann vor dem Problem steht, ihr sein größtes Geheimnis anvertrauen zu müssen, was jedoch für mehr Probleme sorgt, als er es sich je gedacht hat. Hauptsächlich geht es in dem Jugendbuch um Freundschaft und Vertrauen, Mut und Selbstbewusstsein. Sowohl David, als auch Leo müssen für das kämpfen, was sie sind und dabei erwachsen werden. Die Freundschaft, die sich zwischen ihnen entwickelt ist eher ruppig und direkt, teilweise schweißt sie nur ein ähnliches Geheimnis zusammen – beide sind Transgender, beide haben mit ihrer Geschlechtsidentität zu kämpfen und dafür, ein normales Leben zu führen. Leo ist David in vielen Punkten voraus, doch seine schwierige Familiensituation sorgt dafür, dass er gegen etliche Probleme anzukämpfen hat.
Ein wenig schade ist, dass David im Laufe der Geschichte immer mehr in den Hintergrund rückt – wer den Klappentext gelesen hat, geht beinah davon aus, dass es in „Zusammen werden wir leuchten“ um David und seine Probleme geht. Stattdessen steht im Grunde eher Leo im Mittelpunkt, dem mehr Platz eingeräumt wird, als es zunächst den Anschein hat. Da es lange dauert, bis sein Geheimnis gelüftet wird, weiß der Leser nicht so recht, wo er ihn einordnen soll – er hilft David zwar, ist an Freundschaft aber nicht interessiert. Auch später entwickelt sich nur eine recht lose Beziehung zwischen den beiden, da Leo jegliche Versuche Davids abblockt. Man kann Leos Beweggründe am Ende zwar nachvollziehen, doch gerade im Mittelteil sammelt er keinerlei Sympathiepunkte.

Dennoch ist Lisa Williamson ein solides, wichtiges Jugendbuch geglückt, dem es gelingt die Gefühle von Transgender sehr gefühlvoll und verständlich in Szene zu setzen und die damit einhergehenden Probleme und Ängste gut nachvollziehbar umzusetzen. Die Figuren wachsen einem ans Herz und man kommt nicht umhin, über die Dinge nachzudenken, die im Roman angesprochen wurden. „Zusammen werden wir leuchten“ regt auf jeden Fall zum Nachdenken und Diskutieren an.

Die Figuren sind sehr lebendig und authentisch, wenngleich Leo mit der Zeit einen schweren Stand hat. Aufgrund seiner ruppigen, manchmal unsympathischen Natur sammelt er nicht nur Pluspunkte. Allerdings versteht man seinen Charakter im Laufe der Zeit – er hat eine Menge durchgemacht, was ihn geprägt hat. David wiederum ist sehr sympathisch, so dass man ihn schnell ins Herz schließt. Ihm wünscht man, dass all seine Wünsche in Erfüllung gehen und er sich mit der Zeit gegen seine Mitschüler zur Wehr setzen kann.
Die übrigen Figuren können ebenfalls überzeugen, bleiben jedoch relativ blass. Essie und Felix mögen zwar Davids beste Freunde sein, doch sie kommen lediglich am Rande vor, Alicia und Leos Klassenkameraden wirken ebenfalls ein wenig schablonenförmig. So lebendig und witzig Leo und David sein, die Nebencharaktere kommen leider ein wenig zu kurz. Wenigstens wurde auf Leos Familie eingegangen, die wesentlich mehr Tiefgang haben, als Davids Freunde, Eltern und Geschwister. Das ist sehr schade, da dadurch David mitunter ein wenig untergeht.

Stilistisch bietet „Zusammen werden wir leuchten“ solide, gut geschrieben Jugendbuchlektüre. Lisa Williamson springt zwischen Davids und Leos Perspektive hin und her (was sogar eine Anpassung des jeweiligen Schriftbildes nach sich zieht). Obwohl die Autorin versucht beide Charaktere dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken, hat man doch das Gefühl, dass Leo im Zentrum der Geschichte steht. Ansonsten legt Lisa Williamson ein gutes Debüt vor, das durch gute Dialoge, schöne Beschreibungen und einen guten Einblick in die Gefühlswelten von Transgender besticht.

Fazit:
Lisa Williamsons Debüt „Zusammen werden wir leuchten“ ist ein schönes, thematisch wichtiges Jugendbuch, das durch lebendige Charaktere und einen angenehmen Schreibstil besticht. Hin und wieder wünschte man sich eine andere Gewichtung, was die verschiedenen Handlungsstränge betrifft, ebenso hätte die Autorin bei einigen Punkten mehr in die Tiefe gehen können. Dennoch ist der Roman allein aufgrund seiner Thematik ein Buch, das man lesen sollte und ist trotz einiger Abstriche lesenswert. Reinschauen!

 

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[ROMAN] Helden von Florian Tietgen

Helden
Autor: Florian Tietgen
Taschenbuch: 174 Seiten
ISBN: 978-3-426-43001-9
Preis: 4,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Mit dem übergewichtigen, unsicheren Jan kommt ein Neuzugang ins Heim, der ebenso wie die anderen Jungs schlimme Dinge erlebt hat. Einer von ihnen ist Jonas, der in Jan einen Helden sieht, da diesem etwas gelungen ist, das er nie geschafft hat – den Mut sich gegen seinem Vater aufzulehnen. Jan selbst sieht die Situation allerdings anders, doch mit der Zeit fasst er vertrauen zu seinem neuen Mitbewohner. Schon bald erkennen sie, dass sie etliche Gemeinsamkeiten haben – während sie Jonas Geschichten schreibt und seinen Helden Minky in einer Fantasywelt Abenteuer erleben lässt, flüchtet sich Jan in seine Zeichnungen und Bilder. Nach und nach werden sie Freunde und beginnen sich über ihre Sorgen und Probleme auszutauschen. Zudem baut Jonas den stillen Janko in Minkys Abenteuer ein, der eine ganz ähnliche Vergangenheit hat, wie sein neuer Mitbewohner.

Eigene Meinung:
Florian Tietgen ist ein Garant für außergewöhnliche Geschichten, die zum Nachdenken anregen und in keine Schublade passen. „Helden“, erschienen im eBook Label eRiginal des Droemer Knaur Verlags, ist eine solche Geschichte, denn sie ist in vielfacher Hinsicht originell und anders. Zum einen verläuft die Geschichte nicht linear, sondern ist wie die typischen Rollenspiel-Romane, sprich der Leser kann entscheiden, auf welchem Weg er das Buch liest. Ob er nun erst den Jungs folgt und anschließend in Minkys Welt eintaucht, oder doch den Empfehlungen des Autors folgt, bleibt jedem selbst überlassen. Als Besonderheit wird Jankos/Jans Geschichte in Mangaform erzählt. Die Illustrationen stammen von Daniela Winkler, die Mangafans von ihrem Goth/Vampir-Manga „Grablicht“ kennen dürften.

Wie bei Florian Tietgen nicht anders zu erwarten, legt er eine sehr berührende, tiefgründige Geschichte vor, bei der man zwischen den Zeilen lesen muss, um die Charaktere und den Inhalt vollständig zu erfassen. Vordergründig geht es um Freundschaft, Traumabewältigung und die Macht der Fantasie. Daraus entspinnt er ein sehr schönes Jugendbuch, das zum Nachdenken anregt und Stoff für Diskussionen bildet. Ein wenig Schwierigkeiten bereiten jedoch die unterschiedlichen Sprünge in der Handlung und die Wiederholungen, wenn man (wie ich) beim Lesen dem Tipp des Autors folgt, anstatt die Geschichte auf eigene Faust zu entdecken. Da die jeweiligen Szenen stets sowohl aus Jans, als auch aus Jonas Perspektive beschrieben werden, liest man viele Dialoge und Ereignisse doppelt. Das sorgt mit der Zeit dafür, dass man unwillkürlich einige Passagen überfliegt, wenngleich es interessant ist die Gefühle beider Jungen zu entdecken und herauszufinden, wie sie auf bestimmte Dinge reagieren. Auch wirken die Zeichnungen nicht ganz stimmig, denn sie passen nicht zu den Bildern, die man beim Lesen im Kopf hat. So schön die Idee ist, Jankos Geschichte im Mangastil zu erzählen, die Illustrationen passen nicht ganz zur Geschichte, zumal gerade hierbei die Handlung fast nicht nachvollziehbar ist. Es fehlen erklärende Zwischensequenzen, da es sich nicht um einen erzählenden Manga sondern nur um Einzelbilder handelt, die bei einigen eReadern nur schwer lesbar sind.

Die Charaktere sind sehr realistisch und authentisch in Szene gesetzt. Jonas ist eine sympathische Hauptfigur mit Ecken und Kanten. Man begleitet ihn gerne und lernt ihn im Laufe der Zeit besser kennen. Er ist zwar ein Außenseiter, schafft es jedoch sich mit den übrigen Heimkindern zu arrangieren und aus seiner Situation das Beste zu machen. Er ist weitestgehend vorurteilsfrei und offen, was ihn wesentlich reifer und erwachsener macht, als die übrigen Jungs. Jan hingegen ist eher verschüchtert, ängstlich und von einem tiefen Selbsthass geprägt. Aufgrund seiner Körperfülle hat er gewaltige Komplexe (die jedoch auch von seinem Vater verstärkt wurden). Im Gegensatz zu Jonas steht er noch am Anfang – er muss sich erst einfinden und sein inneres Gleichgewicht finden. Minky, der Held in Jonas‘ Fantasyroman ist dem Autoren sehr ähnlich. Er verkörpert das, was Jonas gerne sein möchte – stark, heldenhaft und mutig.
Die übrigen Figuren kommen eher am Rande vor, dass es um die Freundschaft zwischen Jonas und Jan und die Vergangenheit der Jungs geht, an der beide noch zu knabbern haben.

Stilistisch ist „Helden“ gut gelungen – es bietet solide Unterhaltung, gerade weil Florian Tietgen die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven schreibt (Minkys Sicht muss man mit einbeziehen, da man durch ihn erfährt, was mit Jonas passiert ist). Es ist bewundernswert, wie gut die Geschichte trotz einiger Wiederholungen ineinander und wie problemfrei man sie im bevorzugten Tempo lesen will. Ob nun kontinuierlich jede Perspektive für sich, oder wechselnd den Tipps des Autors folgend, es ist spannend, ein Buch auf diese Weise zu lesen. Wer Florian Tietgens Werke kennt, kann sich auf ein Buch gefasst machen, bei dem man gefordert wird, denn viele Details verstecken sich zwischen den Zeilen. Daher sollte man den Dialogen und Beschreibungen genau folgen, wenn man sich „Helden“ zu Gemüte führt.

Fazit:
„Helden“ ist ein ungewöhnliches Buch, das angenehm aus der breiten Masse hervorsticht und eine tiefgründige, packende Geschichte über Freundschaft, Vergangenheitsbewältigung und Ängste erzählt. Aufgrund des Aufbaus als Rollensiel-Roman inklusive Mangaillustrationen, fällt es ein wenig schwer sich auf die Geschichte einzulassen, insbesondere wenn man dem Pfad folgt, den der Autor vorschlägt. Besser ist es, die Perspektiven einzeln zu lesen, denn die Sprünge verwirren mit der Zeit und die Wiederholungen fallen störend auf. Dennoch ist Florian Tietgen ein innovatives Buch mit authentischen und lebendigen Charakteren gelungen, das zum Nachdenken anregt und noch lange nachklingt. Zu empfehlen.

 

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