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[BLOGTOUR] Closer Tag 4 – Mason & Jackson

BT-Closer

Hallo ihr Lieben,

heute macht die Blogtour zu „Closer – Mason & Jackson“ bei mir Station und ich darf euch die beiden Helden näherbringen, die sich im Laufe der Geschichte kennen und lieben lernen. Bisher habt ihr erfahren, worum es in dem Buch geht, wie chaotisch die Gefühlswelt sein kann und natürlich auch Ina Taus näher kennengelernt – heute darf ich mich den beiden Helden widmen. Wer wissen will, wie ich das Buch fand, sollte einen Blick in die Rezension werfen, die ich letzte Woche geschrieben habe, aber ich kann auch an dieser Stelle sagen, dass ich sowohl Mason als auch Jackson echt ins Herz geschlossen habe. Ina Taus sind zwei unheimlich liebenswerte Charaktere gelungen, die man wirklich ins Herz schließt.

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[ANKÜNDIGUNG] Blogtour Closer

BT-Closer

Hallo ihr Lieben,

vor einer Weile habe ich euch den Gay Romance „Closer“ von Ina Taus vorgestellt, jetzt folgt die Blogtour zum Buch. Heute geht es bereits los – auf „Romantic Bookfan“ erfahrt ihr mehr zum Buch und habt bereits die Chance für tolle Preise in den Lostopf zu hüpfen. Bei mir macht die Tour am Donnerstag Station, also schaut auf jeden Fall vorbei, wenn ich die beiden Helden vorstelle 🙂

Tourplan:
10.7. Closer: Mason & Jackson – www.romanticbookfan.de
11.7. Chaos der Gefühle – www.buecherfarben.blogspot.de
12.7. Interview mit Ina Taus – www.lizasbuecherwelt.wordpress.com
13.7. Mason & Jackson – hier
14.7. Ina Taus in Büchern – www.manjasbuchregal.de
Bewerbung für’s Gewinnspiel bis einschließlich 16.7.2017 möglich
17.7. Gewinnerbekanntgabe – www.netzwerk-agentur-bookmark.de

Gewinnspiel:

Folgende Pakete gibt es zu gewinnen – schaut also am besten jeden Tag auf den teilnehmenden Blogs vorbei 🙂

Wir wünschen euch viel Spaß 🙂

[ROMAN] Closer – Mason & Jackson von Ina Taus

Autor: Ina Taus
eBook: 300 Seiten
ASIN: B072VKGL99
Preis: 3,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Masons Leben ist perfekt – dank seines reichen Elternhauses lebt er ohne finanzielle Sorgen, auf seinen eingeschworenen Freundeskreis kann er sich immer verlassen und in Emily hat er seine große Liebe gefunden, mit der er bereits über die Zukunft nachdenkt. Das ändert sich als Jackson in die kleine Stadt zieht und Masons Gefühlswelt auf den Kopf stellt. Plötzlich ist er sich nicht mehr sicher, ob Emily wirklich die Richtige ist und ob er nicht auch auf Männer steht. Zu allem Überfluss erwidert Jackson Masons Gefühle und sorgt damit für ein Chaos, das Masons Freundeskreis erschüttert und etliche Änderungen mit sich bringt …

Eigene Meinung:
„Closer – Mason & Jackson“ stammt aus der Feder der Autorin Ina Taus, die sich mit diesem Roman erstmals in das Gay Romance Genre vorwagt. Ihr bisherigen Veröffentlichungen (#bandstories 1-3 erschienen bei Carlsen im.press) bewegen sich eher im Young Adult Genre und natürlich spielt auch darin die Liebe eine große Rolle.

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[ROMAN] Vancouver Hope von Corinna Bach

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Autor: Corinna Bach
eBook: 300 Seiten
ASIN: B01KZOP37U
Preis: 3,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Nach dem gewaltsamen Tod seines Freundes verlässt Oliver Vancouver und versucht in einer kleinen Stadt an der Küste sein Leben wieder unter Kontrolle zu bringen. Unerwartet lernt er dort den jungen Ethan während einer Walewatching-Bootstour kennen, der zufälligerweise auch sein neuer Nachbar ist. Nach einigem Hin und Her kommen sich die beiden näher und werden ein Paar. Olivers Leben könnte nicht glücklicher sein, bis ihn seine Vergangenheit einholt und ihm sein Unterbewusstsein Erinnerungen zurückgibt, die mit dem Tod seines ehemaligen Partners zu tun haben, der während eines Banküberfalls erschossen wurde. Ausgerechnet Ethan trägt an seiner Hand ein Tattoo, das Oliver während des Überfalls ebenfalls gesehen hat – beim Mörder seines Freundes. Plötzlich ist nichts mehr wie es war und Oliver schwört sich, Ethan zur Strecke zu bringen, um den Mord an seinem Partner zu rächen, während Ethan ebenfalls alles daransetzt, den wahren Täter zur Strecke zu bringen …

Eigene Meinung:
Mit „Vancouver Hope“ veröffentlicht Corinna Bach ihren ersten Gay Romance bei Ullstein Forever. Weitere Romane von ihr liegen beim Sieben Verlag vor, u.a. „Vancouver Dreams“, der ebenfalls in der kanadischen Stadt spielt, jedoch nichts mit dem vorliegenden Buch zu tun hat. Ansonsten gibt es Dutzende Romane der Autorin, die unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht hat. Zu ihren bekanntesten Reihen gehören die Romane um den französischen Privatdetektiv „Claude Bocquillon“, die im Gmünder Verlag erschienen sind.

Die Geschichte beginnt zunächst ein wenig schleppend, da sich die Autorin darauf konzentriert Oliver und Ethan zusammen zu bringen, um die Basis für die kommenden Ereignisse zu schaffen. Erst danach entwickelt sich aus der recht seichten Gay Romance ein spannungsgeladener Krimi, was in gewisser Weise eine Spezialität der Autorin ist. Es geht auf und ab, da nicht nur Oliver nach und nach die Hintergründe zu dem Raubüberfall und dem Tod seines Partners herausfindet, sondern auch Ethan bei seinen Brüdern nach der Wahrheit suchen muss. Den Leser erwartet daher ein beständiges Auf und Ab – sowohl gefühlstechnisch, denn natürlich können Oliver und Ethan nicht voneinander lassen, als auch hinsichtlich des Überfalls, der zum Tod von Olivers Partner führte. Leider kommt es zum Ende hin zu einigen Logiklücken, ganz besonders da der ermittelnde Polizist die Tatverdächtigen ziehen lässt, obwohl er sie eigentlich dingfest machen müsste. Auch sonst scheint die Polizei ein paar Mal nicht wirklich realistisch zu agieren, was wohl daran liegt, dass die Handlung ansonsten nicht mehr aufgegangen wäre.

Sieht man von den Logiklücken ab, bietet Corinna Bach eine spannende, actiongeladene Lektüre, die den Leser schnell in den Bann zieht. Man ist immer hautnah bei den Charakteren, da sowohl aus Olivers, als auch aus Ethans Sicht erzählt wird. Im Vergleich zu den bisherigen Werken der Autorin ist „Vancouver Hope“ erotischer und expliziter geraten, was an einigen Stellen fast ein wenig störend auffällt. So sinnlich die Szenen sind, an einigen Stellen stören sie die Handlung ein wenig, da gerade Ethan den Eindruck vermittelt nur an Sex interessiert zu sein.

Die Charaktere sind durchaus liebenswert, haben jedoch ihre Ecken und Kanten. So fällt es schwer, sich auf Oliver einzulassen, da er am Anfang sehr abweisend und arrogant daherkommt, gerade wenn es um Ethan geht. Das gibt sich zwar mit der Zeit, doch seine Reaktionen stoßen mitunter sauer auf. Auch Ethan verhält sich manchmal wie ein Trampel, ist insgesamt jedoch ein lieber Kerl, der alles unternimmt, um seine Unschuld zu beweisen und gleichzeitig seine Brüder zu schützen.
Ganz besonders positiv fallen die Nebenfiguren auf, über die man gerne mehr erfahren hätte: Peter, der die Ermittlungen bei der Polizei leitet, Jeremiah, ein Indianer, der sowohl Ethan, als auch Oliver als Freund unterstützt, und Ethans Brüder, die man rasch ins Herz schließt. Sie wirken alle authentisch und realistisch, ihre Motive sind stets gut nachvollziehbar.

Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Corinna Bach legt einen spannenden, gut geschriebenen Thriller vor, der durch tolle Beschreibungen (man hat das Gefühl auf Vancouver Island zu sein), gut aufgebaute Dialoge und schöne, spannungsgeladene Actionszenen besticht. Man merkt, dass die Autorin ein „alter Hase“ ist, die ihr Handwerk versteht und weiß, wie sie eine Handlung aufzubauen hat. Es macht Spaß Ethan und Oliver zu begleiten und Stück für Stück die Wahrheit zu entdecken.

Fazit:
„Vancouver Hope“ ist ein spannender, gut geschriebener Krimi, der trotz einiger Unstimmigkeiten und Logiklücken überzeugen kann. Corinna Bach entführt den Leser nach Vancouver Island und baut eine Geschichte voller Doppelbödigkeiten, Wendungen und Spannung auf, die man nur schwer aus der Hand legen kann. Der Roman mag zwar nicht an die Krimireihe um „Claude Bocqiullon“ heranreichen, doch er unterhält und macht Lust auf mehr. Zu empfehlen.

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[SPECIAL] Casto – Gefährte des Feuers

Hallo ihr Lieben,

kommen wir zum letzten Teil des kleinen Specials über Xenia Melzers „Casto – Gefährte des Feuers“. Dieses Mal erklärt die Autorin mehr über das Thema „Dynamische Dreier“. Damit endet meine kleine Special-Aktion rund um „God of Wars“ – das Buch ist seit Freitag überall als eBook erhältlich – solltet ihr neugierig sein, könnt ihr den ersten Teil der Fantasy-Reihe überall als eBook erwerben. Viel Spaß beim Lesen.

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Bestellen: Amazon
meine Rezension

Dynamische Dreier

Als ich damit anfing, Casto zu schreiben, habe ich mir keine allzu großen Gedanken über die anderen Beziehungen gemacht, die es in der Geschichte noch geben könnte. Das war, bevor Kalad, Aegid und Daran auf den Plan getreten sind. Bis zu diesem Zeitpunkt stellte das Konzept einer Dreierbeziehung einen fremden Planeten für mich dar. Ich war zufrieden damit, andere Leute darüber nachdenken und schreiben zu lassen. Glücklicherweise hat sich das geändert.

Meine erste Begegnung mit Dreierbeziehungen hatte ich an der Universität, als wir in einem Kurs Goethes Stella lasen. Trotz der beiden Möglichkeiten des Endes – eine in Verzweiflung, die andere in Glück – fand ich die Geschichte unbefriedigend. Sie war zweifellos äußerst provokant für die damalige Zeit, dennoch hatte ich das Gefühl, dass die wichtigen Probleme entweder nicht angesprochen wurden oder zu sehr von der Anlage der Charaktere vorbestimmt waren.

Um ehrlich zu sein, haben Aegid, Kalad und Daran mich ziemlich eingeschüchtert. Ich habe in meinem Kopf zahllose Varianten und Implikationen ihrer Beziehung durchgespielt. Nachdem mein Hirn eine Zeit lang heiß gelaufen war, entschied ich mich, meinen Instinkten zu vertrauen und den Figuren die Führung zu überlassen. Eine der weisesten Entscheidungen meines Lebens, auch wenn ich das selbst sage. Die drei Männer zeigten mir schnell, wozu sie fähig sind und entwickelten sich in kürzester Zeit zu meinem Vorbild für eine gesunde, funktionierende, stetig wachsende Beziehung – ganz im Gegensatz zu dem Chaos zwischen Renaldo und Casto. Dieser krasse Gegensatz hat sich auch zu einem Running Gag in meinen Büchern entwickelt.

Kalad und Aegid sind schon sehr lange auf Ana-Darasa, sie dienen Renaldo und Canubis schon seit mehr als achthundert Jahren und haben in dieser Zeit gelernt, wie schmerzhaft es ist, einen Sterblichen zu lieben. Aus diesem Grund bevorzugen sie rein sexuelle Beziehungen, zumindest bis sie Daran begegnen.

Daran ist ein junger Mann, der in den Straßen von Kwarl lebt und versucht, Aegid und Kalad zu bestehlen, woraufhin sie ihn als Sklaven mit ins Tal nehmen. Im ersten Buch finden die Männer ihre jeweilige Rolle in dieser neuen Beziehung und fangen an, sich miteinander vertraut zu machen. Zu Anfang ist Daran in einer schwächeren Position, weil Aegid und Kalad um so vieles älter sind und sich schon so lange kennen. Das Einzige, was ihm gegen die überwältigenden Persönlichkeiten der beiden Krieger hilft, ist die Tatsache, dass sie von ihm hingerissen sind. Als er sie kennenlernt, hat Daran Schwierigkeiten, sowohl mit der Aggressivität seiner neuen Herren, als auch mit ihrem sexuellen Appetit. Doch Daran bleibt sich selbst treu, was sich als die beste Verteidigung gegen Aegid und Kalad erweist, die, wie sich herausstellt, vom Typ her besitzergreifend und fürsorglich zugleich sind.

Im Laufe der Geschichte ändert sich ihre Beziehung, sie wächst mit ihnen, und für mich ist es eine Freude, über sie zu schreiben, weil die Dynamik zwischen den drei Partnern sehr ausgewogen ist.

Natürlich gibt es, was Dreierbeziehungen angeht, ein sehr breites Spektrum an Kombinationen und Möglichkeiten. Ich möchte auch nicht ausschließen, dass diese drei nicht die einzige Menage in Gods of War bleiben. Mir macht es jedenfalls Spaß, Aegid, Kalad und Daran auf ihrer Reise zu begleiten.

[SPECIAL] Casto – Gefährte des Feuers

Hallo ihr Lieben,

nachdem ihr gestern meine Kritik zu „Casto – Gefährte des Feuers“ lesen konntet, gibt es heute einen kurzen Einblick in die Welt des Romans, genauer gesagt in die Handlungsorte. Wer mehr über die Gründe erfahren will, warum Xenia Melzer M/M Geschichten schreibt, kann hier ihre Gründe nachlesen.

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meine Rezension

Orte in Casto

Einen Roman zu schreiben, kann eine komplizierte Angelegenheit sein, und manchmal stolpert man über Probleme, die im ersten Moment unwichtig erscheinen, bis sie dann in jedem neuen Kapitel auftauchen. In meinem Fall waren das die Schauplätze. Obwohl ich eine überbordende Fantasie besitze und in der Lage bin, die verschiedensten Wendungen in eine Geschichte einzubauen, bin ich wirklich schlecht darin, mir Landschaften oder Häuser vorzustellen und sie zu beschreiben. Von realistischen Maßen für Entfernungen ganz zu schweigen. Ich bin keine geborene Pfadfinderin und wenn ich eine Karte benutze, halte ich sie zusammengefaltet in der Hand, während ich nach jemandem suche, der mir die richtige Richtung weisen kann. Vorzugsweise mit Anweisungen wie: »Wenn sie an der großen Kirche mit dem Ziegenstall links abbiegen, dann …« Erklärungen in der Art von »In dreihundert Metern biegen sie links ab und nach zwei Kilometern werden sie …« sind eine Garantie, dass ich mich verlaufe. Wie also kann jemand wie ich eine ganze Welt erfinden und kartieren?

Einzelne Orte in meine imaginäre Karte zu bekommen, war nicht schwierig. Das Tal, einer der wichtigsten Schauplätze, hatte ich schnell gebaut, auch wenn ich meine Beschreibung mehr als einmal anpassen musste. Der Rest des Kontinents, auf dem die Geschichte sich abspielt, war nicht so einfach, weil die Orte der Story dienen, nicht umgekehrt. Ich bin eine ›schlampige‹ Autorin. Ich schreibe einzelne Szenen, wie sie mir in den Sinn kommen, und verbinde sie dann wie bei einem ›Malen nach Zahlen‹-Set. Natürlich habe ich eine übergeordnete Geschichte im Kopf, aber wo ich anfange und wie ich am Ende dahin komme, wo ich hinwill, sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Darum war es sinnlos, sich Gedanken über Schauplätze zu machen, bevor ich wusste, wie sich die Story entwickelt. Ich musste meine Welt unterwegs zusammenbauen.

Wie bereits erwähnt, war das Tal relativ einfach. Ich lebe nah an den Bergen, darum musste ich nur aus dem Fenster schauen, meine Fantasie ein bisschen spielen lassen, und dann beschreiben, was ich sah. Mir gefällt auch der Gedanke, dass meine geliebte Heimat ein Teil der Bücher ist.

Die Häuser im Tal waren da schon um einiges schwieriger zu erfinden, und ich erkannte schnell, dass meine ursprüngliche Idee, eine Art Dorf zu kreieren, nicht funktionieren würde. Darum entschied ich mich, ein Zentrum zu schaffen, das aus dem Haupthaus, in dem Renaldo, Canubis und die Emeris leben, der Großen Halle, wo alle wichtigen Versammlungen stattfinden (ja, hier habe ich mich an die Wikinger angelehnt), und einem Cluster mit den Ställen und der Schmiede, besteht. Die anderen Häuser sind lose darum herumgruppiert, um den animalischen Aspekt des Rudels zu spiegeln.

Was das Innenleben der Räume angeht, wollte ich, dass sie die Charaktere jener, die dort leben, reflektieren. Bei den Bädern habe ich mich von diversen Spas, die ich besucht habe, inspirieren lassen.

Renaldos Gemächer sind exquisit, aber nicht übertrieben. Sie betonen seine Schönheit, geben einen Hinweis darauf, wie er selbst Schönheit empfindet und bewertet, und bieten die perfekte Kulisse für die explosive Beziehung zwischen Renaldo und Casto.

Aegids und Kalads Gemächer sind dagegen ›lauter‹. Sie spiegeln das bewegte Leben der beiden Krieger. Vor allem Kalads Charakter ist sehr extrovertiert und offen, bis zu dem Punkt, an dem er einschüchternd und überwältigend wirkt. Genau das nimmt Daran wahr, als er die Gemächer zum ersten Mal betritt. Im Laufe der Geschichte werden auch noch andere Räume beschrieben, und für gewöhnlich heben sie entweder eine bestimmte Person hervor oder einen Teil der Geschichte.

Elam, die Goldgräberstadt, habe ich erschaffen, nachdem ich einen Dokumentarfilm über reiche Firmen gesehen hatte, welche die Ressourcen der Erde mit Gift und Chemikalien ausbeuten, ohne sich darum zu kümmern, ob ihre Taten ganze Länder ruinieren. Nicht zu vergessen die armen Menschen, deren Dienste sie für ein paar Cent am Tag erwerben. Für mich ist Elma ein Symbol dafür, was wir unserem Planeten antun, und das zeigt sich in der Art, wie ich die Stadt beschreibe. Nachdem ich diesen Teil zum ersten Mal durchgelesen hatte, dachte ich, vielleicht bin ich zu hart zu einem Ort, der nur in meinem Kopf existiert, doch als ich die Geschichte weiterspann und veränderte, wurde Elam noch schrecklicher. Es soll definitiv ein Ort sein, der den Leser abschreckt und ihn dazu bringt, Elam ebenso sehr zu hassen, wie ich es tue.

Natürlich gibt es auch Städte, die ich voller Freude gebaut habe. Sie ähneln in vieler Hinsicht den utopischen Vorstellungen, die ich als Schülerin in diversen Unterrichtsprojekten erfunden habe. Je weiter die Geschichte voranschreitet, umso dichter wird Ana-Darasa mit neuen Schauplätzen bestückt, und ich hoffe, die Leser erfreuen sich daran, denn ich selbst habe viel Freude daran, sie zu erfinden.

[ROMAN] Casto – Gefährte des Feuers von Xenia Melzer

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Autor: Xenia Melzer
Taschenbuch: 346 Seiten
ASIN: B01J7L1W6I
Preis: 4,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
In seinem bisherigen Leben ist dem Halbgott Renaldo nahezu alles geglückt: er gilt im Kampf als unbesiegbar und dank seiner Schönheit liegen ihm Männer und Frauen zu Füßen. Einzig die Tatsache, dass ihm sein „Herz“ fehlt (die Person, die ihm seine wahren Kräfte zurückgibt, insofern er und sein Bruder Canubis alle Emeris finden, die ebenfalls einen Teil ihrer Macht ausmachen), macht dem Kriegsgott zu schaffen. Da nimmt er mit seinen Kriegern in einer Oase den sturen, widerspenstigen Casto gefangen und macht ihn zu seinem Sklaven. Dass dieser sich unter keinen Umständen unterordnen will sorgt für eine explosive Mischung, die tagtäglich Spannungen mit sich bringt. Während die übrigen Männer des Heeres die Auseinandersetzungen skeptisch beobachten, bringen die Sklaven Casto nur wenig Freundschaft entgegen. Dennoch ist Castos Stand hoch, da er es mit Renaldo länger aushält, als jeder andere vor ihm …

Eigene Meinung:
Der erste Band der „Gods of War“ Reihe von Xenia Melzer und erschien Juni 2016 in englischer Sprache bei Dreamspinner Press. Nur zwei Monate später veröffentliche Ullstein Forever die deutsche Fassung des Fantasy-Romans unter dem Titel „Casto – Gefährte des Feuers“. Weitere Bände sind in Arbeit und sollen im Dezember 2016 und Sommer 2017 in englischer Sprache erscheinen.

Die Geschichte spielt in einer fiktiven Welt in der den Kriegsgöttern Canubis und Renaldo ihr Ruf vorauseilt. Regelmäßig überfallen und plündern sie mit ihren Kriegern Städte, zumeist im Auftrag mächtiger Herrscher. Ansonsten leben sie in einem Tal abseits der übrigen Menschen. Sie sind auf der Suche nach ihren Emeris (Kriegern) und ihrem „Herzen“, um ihre wahre Macht zu erlangen und irgendwann die Herrschaft über die Menschen erringen zu können. Während Canubis sein Herz bereits gefunden hat, ist Renaldo noch auf der Suche. Währenddessen entspinnt sich im Hintergrund eine Intrige, denn nicht jeder ist den beiden Söhnen der Schöpfergöttinnen wohlgesonnen und manche setzen alles daran zu verhindern, dass Renaldo sein Herz findet.
Was spannend und fantastisch klingt, kann leider so gar nicht fesseln, denn es passiert fast gar nichts. Es ist bewundernswert, dann die Autorin fast 350 Seiten geschrieben hat, auf denen zu 90% nichts geschieht. Wer Action, Abenteuer und spannende Intrigen erwartet, kommt hier gar nicht auf seine Kosten, denn Xenia Melzer schafft lediglich einen Einstieg in ihre Welt, ohne Fragen zu beantworten und auf die kommenden Bände neugierig zu machen. Dabei setzt sie mit einem Prolog über die Entstehung der Welt durch die beiden Göttinnen an und beschreibt die Hintergründe zu den beiden Halbgöttern Canubis und Renaldo (etwas, was man auch im Laufe der Handlung hätte einfließen lassen können, was wesentlich mehr Spannung erzeugt hätte). Anschließend betritt Casto die Bühne und setzt mit seinen 16 Jahren im berittenen Kampf einfach so drei Jahrhunderte alte Krieger aus dem Gefecht – ob das wirklich logisch ist, muss jeder selbst entscheiden. Es folgen endlose Kämpfe und verbale Gefechte zwischen Renaldo und Casto, die irgendwann miteinander im Bett enden. Letzteres macht schließlich den Hauptteil der Geschichte aus – der Halbgott und sein neuer Sklave scheinen fast nichts anderes zu machen, als die Nächte durchzurammeln und tagsüber ihren „wichtigen“ Geschäften nachzugehen (natürlich findet sich auch da genügend Zeit für einen kurzen Quickie). Glücklicherweise werden die erotischen Szenen nicht ausgeschrieben, sondern an passender Stelle ausgeblendet, dennoch hat man das Gefühl, dass die beiden kaum etwas anderes machen. Wer denkt, dass sie sich dabei näher kommen oder zumindest irgendwann Vertrauen zueinander aufbauen, irrt sich – die Beziehung der beiden ist einfach nicht gesund, da sie zumeist durch Gewalt und Hass dominiert wird und auch in leichten BDSM-Zügen endet. Wirkliches Knistern, aufeinander zu bewegen und kennenlernen gibt es bei den beiden nicht – sie definieren ihre Gefühle zueinander übers Bett, zumeist nachdem sie sich zuvor fast an die Gurgel gegangen sind und ihr Hass in Lust umschlägt.

Da selbst Xenia Melzer irgendwann die Ideen auszugehen scheinen, führt sie schließlich einen anderen Charakter ein – Daran, einen jungen Dieb, der schließlich Sklave bei den beiden Wüstenkriegern wird, was in einem entsprechend erotischen Dreier endet. Welchen Sinn Darans Geschichte für die Haupthandlung hat, kann man nur schwer beurteilen, denn mehr als eine Einführung und entsprechende Sexszenen sind auch hier nicht vorhanden. Ansonsten bekommt man einige Info-Dumps über die Vergangenheit einzelner Emeris (Darans zwei Wüstenkrieger und eine Attentäterin), während man von Casto fast gar nichts erfährt. Xenia Melzer streut zwar vereinzelt Hinweise auf seine Herkunft und Vergangenheit, doch es wird nahezu nichts verraten. Nach 350 Seiten weiß man über ihn genauso viel wie am Anfang – fast nichts. Genauso ergeht es dem Leser mit der Handlung – es ist fast nichts passiert. Die angesprochenen Intrigen der Gegner werden in zwei knappen Szenen angedeutet, kommen im Buch jedoch nicht zum Tragen. Man hat weder Kämpfe, noch Intrigen, keinerlei spannende Hintergründe oder Charakterentwicklungen. Es passiert einfach nichts. Selbst das Ende des Buches ist vollkommen unspektakulär – kein Endkampf, kein Cliffhanger. Es endet einfach mittendrin und man fühlt sich fast um die Lesezeit betrogen, die man in „Casto – Gefährte des Feuers“ gesteckt hat.

Die Charaktere können ebenfalls nicht wirklich überzeugen. Casto und Renaldo wirken sehr unsympathisch, arrogant und überheblich. Gerade Casto, der in Gefangenschaft gerät und im Grunde keinerlei Rechte mehr hat, kommt oftmals zu eigensinnig daher, sowohl gegenüber Renaldo, als auch gegenüber anderen Sklaven. Seine temperamentvolle Art wirkt eher kindisch störrisch und nervt mit der Zeit einfach nur. Im Grunde ist er selten in der Position so große Töne zu spuken und es ist seltsam, dass er dafür nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Auch wirkt er mit der Zeit arg „Gary-Sue“-mäßig, weil er nebst schrecklicher, geheimnisvoller Vergangenheit nahezu alles kann. Wer darauf hofft, dass sich Casto weiterentwickelt, wird leider ebenfalls enttäuscht – er ist zum Ende des Buches genauso unausstehlich und arrogant, wie am Anfang. Renaldo ist da wesentlich erträglicher, auch wenn er als perfekter Krieger und überirdisch schöner Mann ebenfalls sehr überheblich daherkommt und kaum Fehler hat. Warum er so extrem an Casto hängt, kann man nur schwer nachvollziehen, denn sein Sklave untergräbt seine Autorität im Grunde permanent.

Die übrigen Figuren kommen mal verstärkt, mal am Rande vor, haben aber keinerlei größere Bewandtnis für die Handlung. Canubis und seine Frau spielen kaum eine Rolle, Daran ist nur dafür da, um den Wüstenkriegern als Sklave zu dienen und so etwas wie Castos Freund zu werden und die übrigen Emeris und Sklaven wirken wie Staffage. Es ist nicht abzusehen, welchen Platz sie in der eigentlichen Handlung aufnehmen, da im ersten Band keinerlei Hinweise gegeben werden.

Stilistisch ist Xenia Melzers Buch Geschmackssache. Das liegt vor allem an den Sprüngen in der Perspektive. Mit der Zeit hat man zunehmend Probleme der Geschichte zu folgen, da mal aus der Sicht eines Charakters geschrieben wird (Casto oder Ranaldo, später auch Daran, die Wüstenkrieger und einige Sklaven), dann plötzlich zu einer auktorialen Erzählweise gewechselt wird und dann wieder zurück. Es ist ein ewiges Hin und Her, wodurch man sich auf nichts einstellen kann und sich mit keinem der Charaktere wirklich identifizieren kann. Auch die Kämpfe sind sehr holprig beschrieben – zumeist weiß man nicht genau, wer was macht und wer welche Attacke ausführt. Gerade bei Kämpfen zwischen mehr als zwei Figuren verliert man schnell den Überblick. Leider wird auch die Welt nicht wirklich bildlich und greifbar – dazu erfährt man einfach zu wenig von den Ländern, Städten, den übrigen Bewohnern und den gesellschaftlichen Hintergründen. Dadurch wirkt die Welt teils mittelalterlich, teils moderner (letzteres liegt auch an der modernen Sprache), so dass man kein genaues Bild einer Fantasywelt im Kopf hat.

Fazit:
„Casto – Gefährte des Feuers“ ist ein Buch, das viel verspricht und wenig hält. Wer eine spannende, abgeschlossene Geschichte (oder zumindest einige Antworten auf aufgeworfene Fragen) erwartet, wird definitiv enttäuscht werden, denn mehr als Sex und einige (am Rand vorkommende) Kämpfe hat Xenia Melzers Buch nicht zu bieten. Auch die Charaktere können nicht überzeugen, da sie zu unsympathisch und arrogant daherkommen und sich kein Stück weiterentwickeln. Es mangelt an Action, Spannung, Intrigen und wirklichen Gefühlen innerhalb der Sklaven-Herr-Beziehung von Casto und Renaldo, denn die beiden scheint lediglich Gewalt und Lust aneinander zu binden, keinerlei wirkliche Sympathie oder gar Liebe. Trotz einiger guter Ansätze kommt die Geschichte nicht in Schwung und dümpelt ereignislos vor sich hin, denn weder die geheimen Intrigen der Gegner, noch die Geschichte um die Göttinnen kommt wirklich zum Tragen. Schade – da hätte man wesentlich mehr draus machen können.

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[SPECIAL] Casto – Gefährte des Feuers

Hallo ihr Lieben,

die kommenden Tage wird „Like a Dream“ im Zeichen von Xenia Melzers „Casto – Gefährte des Feuers“ stehen. Der erste Band der Fantasy-Reihe „Gods of War“ erscheint morgen bei Ullstein Forever in deutscher Übersetzung und um euch schon jetzt ein wenig neugierig zu machen, habe ich ein paar tolle Beiträge für euch, die euch auf die fantastische Welt und die Charaktere einzustimmen. Heute kommt die Autorin zu Wort, morgen erscheint die Rezension und am Samstag und Sonntag habe ich weitere Beiträge zur Buchreihe in petto – seit also gespannt. Zunächst darf Xenia Melzer zu Wort kommen 🙂

Das Buch könnt ihr übrigens hier vorbestellen.

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Warum schreibe ich M/M Romane?

Nachdem ich meinen Vertrag mit Dreamspinner – und später mit Ullstein – unterzeichnet hatte, fing ich an, Freunden und Bekannten von meinem Buch zu erzählen. Dabei bekam ich vor allem eine Frage immer wieder zu hören: Warum ich ausgerechnet zwei Männer als Hauptfiguren gewählt habe.

Spontan sagte ich, dass Casto und Renaldo einfach in meine Gedanken hineinspaziert waren und sich seitdem weigerten, wieder zu gehen. Mein Roman war ursprünglich eine ganz ›normale‹, heterosexuelle Romanze, bevor diese beiden sich in den Vordergrund spielten. Das ist, finde ich, eine gute Antwort, eine wahre Antwort, und sie spiegelt etwas wieder, das wahrscheinlich jeder Autor schon einmal erlebt hat: dass Figuren ihren eigenen Kopf haben können.

Zufällig habe ich auch studiert (Segen oder Fluch? Das bleibt noch abzuwarten.) und dabei gelernt, verschiedene Ebenen in einem Text nicht nur zu sehen, sondern auch aktiv danach zu suchen. Nachdem ich die Frage zu meinem Motiv also zum gefühlt hundertsten Mal gehört hatte, fing ich an, darüber nachzudenken. Das Erste, was mir auffiel, war, dass niemand per se etwas gegen die Idee eines schwulen Pärchens als Hauptfiguren hatte. Die Menschen waren wirklich ehrlich an meinen Motiven interessiert und wenn man bedenkt, wie die Autoren von Schwulenromanen noch vor ein paar Jahren behandelt wurden, denke ich, dass unsere Gesellschaft definitiv einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat. Je bunter die Welt, umso interessanter.

Ich besuchte in diesem Frühjahr auch die Love Letter Convention in Berlin und war überrascht, wie viele Fans mich darauf ansprachen, dass sie glücklich darüber seien, endlich eine M/M Autorin auf der Convention zu haben und wie sehr sie Bücher mit schwulen Hauptdarstellern liebten. In diesem Moment wurde mir klar, dass die Frage, warum ich homosexuelle Charaktere gewählt habe, wohl bei Weitem nicht so politisch war, wie ich zunächst angenommen hatte. Ich begann mich zu fragen, was ich vielleicht noch übersehen haben könnte.

Natürlich stellt sich auch die Frage, warum ausgerechnet eine heterosexuelle Frau über homosexuelle Beziehungen 9783958181298schreibt. Also habe ich mich hingesetzt und mich selbst ein wenig hinterfragt. Wie schon erwähnt hatte Gods of War zunächst ein heterosexuelles Paar als Hauptdarsteller und Renaldo und Casto waren nur Nebenfiguren. Nachdem ich lange und hart nachgedacht und mich zur Ehrlichkeit mir selbst gegenüber gezwungen hatte, erkannte ich, dass mein F/M Paar schlicht und ergreifend zu gewöhnlich gewesen war. Ihre Geschichte war schnell erzählt und in meinen Augen gab es zwischen ihnen kein Knistern, das ich in eine Flamme, respektive eine interessante Geschichte, verwandeln hätte können. Renaldo und Casto haben mir nicht nur ein Knistern geliefert, sondern ein loderndes Feuer, das mich bis zum jetzigen Zeitpunkt durch beinahe fünf Bücher getragen hat. Ein Teil meiner Faszination für M/M Hauptdarsteller ist definitiv die Möglichkeit, eine Beziehung zu erkunden, in der die Rollen nicht so starr verteilt sind wie in einer F/M Romanze. (Ich möchte betonen, dass dies nichts Schlechtes ist, es war in meinen Fall nur nicht hilfreich.) Wenn man dann noch den Fantasy-Aspekt miteinrechnet, eröffnet sich mir eine ganze Fülle an Möglichkeiten, die nur darauf warten, erzählt zu werden. Rein aus der Perspektive eines Autors ist das, als würden Weihnachten und der eigene Geburtstag auf einen Tag fallen. Es gibt sprichwörtlich keinen Ort, an den ich nicht gehen kann, und das macht das Schreiben über Ana-Darasa zur reinen Freude.

Ein weiteres Plus ist, dass ich bei zwei Männern meiner Fantasie freien Lauf lassen kann, ohne auf imaginäre weiblich Partner eifersüchtig sein zu müssen, denen ich positive Attribute auf den Leib schreiben muss, damit sie zu den Männern passen. In gewisser Weise genießen Frauen M/M Geschichten auch deswegen, weil sie dann nicht über Implikationen nachdenken müssen, die sie bei einer F/M Geschichte als störend empfinden würden. Eine Besucherin der Love Letter Convention hat es folgendermaßen formuliert: »Wenn ich eine Sexszene zwischen zwei Männern lese, kann ich mich zurücklehnen und es genießen. Ich bin Feministin, wenn ich also eine Sexszene über ein heterosexuelles Paar lese, ärgere ich mich oft über Stereotypen. Bei zwei Männern habe ich dieses Problem nicht.«

Als Schriftstellerin kann ich mich mit dieser Aussage identifizieren. Ernsthaft über die Beziehung zweier Männer zu schreiben, hat seine eigenen Tücken, aber stereotypische Fallen die durch Gender Studies und politische Korrektheit forciert werden, gehören nicht dazu. Was, um es milde auszudrücken, befreiend ist.

Ich sage nicht, dass Gender Studies kein wichtiger Teil unserer modernen Kultur sind und ich habe auch meinen Teil an entsprechenden Kursen an der Uni besucht. Ich möchte nur feststellen, dass es eine gute Story ruinieren kann, wenn man zu viel hineininterpretiert.

Wie Sie sehen können, habe ich mich ziemlich intensiv mit einer scheinbar harmlosen Frage beschäftigt, und als ich damit fertig war, wurde mir klar, dass dies alles ein nettes Gedankenspiel gewesen ist, aber nichts an den Fakten ändert.

Ich habe Gods of War geschrieben, weil Renaldo und Casto zwei sehr interessante Männer sind, die mich ordentlich auf Trab halten. Ich schreibe M/M Romane, weil es sich so ergeben hat. Es war keine bewusste Entscheidung. Ich habe mich nicht hingesetzt, den Buchmarkt studiert und dann entschieden etwas zu schreiben, das mir Geld einbringt. (Wenn ich das getan hätte, hätte ich wahrscheinlich einen Thriller geschrieben und höchstwahrscheinlich versagt. Die Geschichte weiß, ob du sie wirklich liebst.)

Ich investiere eine Menge Energie und Zeit in meine Schreiberei, weil ich es liebe, Geschichten zu erzählen und außerdem nicht in der Lage bin, meine Charaktere in Ruhe zu lassen. (In dieser Hinsicht bin ich eine Glucke.)

Wenn die Leute mein Buch lesen, möchte ich, dass sie eine gute Zeit haben, sich entspannen und der Realität für ein paar Stunden entfliehen können. Wenn sie sich mit den Charakteren identifizieren können, macht mich das glücklich.

[ROMAN] Highspeed Love von Chris P. Rolls

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Autor: Chris P. Rolls
Taschenbuch: 250 Seiten
ISBN: 978-3-958180741
Preis: 3,99 EUR (ebook)
Bestellen: Amazon

Story:
Für den Motocrosser Cole gibt es nur rein Ziel: seinen ärgsten Konkurrenten Miles besiegen und den Titel an sich zu reißen. Sein Vorhaben gerät ins Wanken, als sein Mechaniker nach einem Schlaganfall ausfällt und er einen neuen auswählen muss. Seine Entscheidung fällt ausgerechnet auf Miles Zwillingsbruder Maxwell, dem man nachsagt vor Jahren das Motorrad seines Bruders manipuliert und einen schweren Unfall verursacht zu haben. Von seinen Teamkollegen skeptisch beäugt, beginnt Maxwell mit seiner Arbeit und sorgt dafür, dass Coles Maschinen tatsächlich besser werden und dem Rennfahrer die ersten Siege bescheren. Dennoch bereitet Maxwells Anwesenheit Cole zunehmend Probleme, denn seine wachsenden Gefühle für seinen Mechaniker drohen sein bestgehütetes Geheimnis zu enthüllen: seine Homosexualität.

Eigene Meinung:
Chris P. Rolls ist eine der bekanntesten deutschen Gay Romance Autoren und blickt auf eine beeindruckende Anzahl veröffentlichter Bücher zurück. Im Gegensatz zu den meisten anderen Romanen von ihr, ist das Buch „Highspeed Love“ nicht im Selbstverlag erschienen, sondern bei Forever, dem eBook-Label von Ullstein. Hier erschien auch der Gay Romance „Böse Jungs“ von Susann Julieva.

Die Autorin siedelt die Geschichte in einem interessanten Metier an: dem professionellen Motorsport, einer von Männern dominierten Welt. Frauen haben da kaum eine Chance, Homosexualität wird zumeist ebenfalls totgeschwiegen, wie man es leider auch bei anderen sehr dominanten Sportarten vorfindet (Baseball, Eishockey, Fußball). Dementsprechend hält Cole seine sexuelle Neigung geheim und versucht sich nach außen hin nichts anmerken zu lassen. Dieser Konflikt ist dank seiner wachsenden Gefühle für Cole einer der Dreh- und Angelpunkte der Geschichte. Die Männer kommen sich logischerweise näher – zunächst auf freundschaftlicher Basis, später geht ihre Beziehung durchaus tiefer. Neben der gut ausgebauten, nachvollziehbaren Liebesgeschichte zwischen Cole und Maxwell, stehen auch die Motorcross-Rennen und damit einhergehend ein kleinerer Krimiplot im Zentrum von „Highspeed Love“. Letzterer entspinnt sich durch den Verdacht auf Sabotage innerhalb mehrerer Teams, was während der Saison mehrere Unfälle zur Folge hat. Die Auflösung wirkt zwar ein wenig flach, der Schuldige fast ein wenig zu klischeehaft, doch Chris P. Rolls baut Spannung auf und bietet dem Leser mehr als eine typische Liebesgeschichte mit Erotik. Gerade hinsichtlich der erotischen Szenen hält sich Chris P. Rolls zurück – zwar gibt es Sexszenen, doch sie bestimmen nicht den Hauptteil der Handlung, zumal Cole und Maxwell lange brauchen, um so weit zu sein.

Die Charaktere sind sympathisch und gut nachvollziehbar – Cole ist ein angenehmer Protagonist, den man schnell ins Herz schließt. Er hat seine Ecken und Kanten, doch man kann seine Einstellung gut nachvollziehen. Fast noch interessanter ist Maxwell, der zu Beginn sehr geheimnisvoll und wortkarg daherkommt und lange braucht um aufzutauen. Die beiden Charaktere passen auf jeden Fall gut zusammen – die Atmosphäre zwischen ihnen stimmt.
Auch die Nebenfiguren bieten einige interessante Persönlichkeiten, allen voran Coles Manager, der sich wirklich beeindruckend für seinen Schützling in die Bresche wirft und dabei nicht einmal vor dessen Vater halt macht. Miles bleibt leider ein wenig blass, wenngleich er zum Ende hin ein wenig stärker ins Zentrum rückt. Ein wenig befremdlich finde ich die Meinung seines Bruders Maxwell, dass Miles ebenfalls schwul sein muss, weil sie eineiige Zwillinge sind – meines Wissens nach wird Homosexualität nicht vererbt, weswegen ich an diesem Punkt immer wieder ins Stolpern kam.

Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Chris P. Rolls hat einen angenehm lesbaren, flüssigen Schreibstil, der den Leser schnell in seinen Bann zieht. Aus Coles Sicht wird die Geschichte erzählt, was dafür sorgt, dass man sich recht schnell mit dem Rennfahren identifizieren kann und die adrenalingetränkten Rennen genauso intensiv miterlebt, wie seinen Kampf gegen die Gefühle, die er für Maxwell entwickelt. Man merkt zudem, dass sich die Autorin mit dem Motorcross auseinander gesetzt hat – sie verwendet Fachbegriffe, achtet auf korrekte Abläufe und die viele Feinheiten hinsichtlich Presse, Sponsoren und innerhalb der verschiedenen Teams. Dadurch wirkt „Highspeed Love“ realistisch – man denkt sich einfach in Coles Welt ein.

Fazit:
„Highspeed Love“ ist ein gelungener Gay Romance, der mit einer guten Mischung aus Action, Spannung und Liebesgeschichte aufwartet. Dank der sympathischen Charaktere und der langsam wachsenden Beziehung zwischen Cole und Maxwell macht die Lektüre Spaß und bietet kurzweilige Unterhaltung. Wer Chris P. Rolls Bücher kennt und mag, sollte sie den Roman nicht entgehen lassen, wer einmal in das Genre hineinschnuppern will, ist ebenfalls an der richtigen Adresse. Bis auf ein paar kleine Schnitzer (Auflösung der Krimi-Handlung, Homosexualität bei eineiigen Zwillingen) zu empfehlen.

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[ROMAN] Böse Jungs von Susann Julieva

Autor: Susan Julieva
Taschenbuch: 336 Seiten
ISBN: 978-3734754098
Preis: 4,99 EUR (ebook) | 11,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon – aktuell gibt es das eBook für nur 2,99 EUR 

Story:
Der introvertierte, kühle Nerd James ist seit einer Ewigkeit in seinem besten, heterosexuellen Freund Casey verliebt. Alles ändert als er den Draufgänger der Uni Danny Rizzo kennenlernt, der Interesse an Casey zeigt und damit für ein heilloses Durcheinander sorgt. Plötzlich ist James Freund doch nicht so hetero, wie gedacht; allerdings wird schnell klar, dass der junge Mann für Rizzo eher Mittel zum Zweck ist: Er will lieber James für sich gewinnen. Als Casey erkennt, dass er Danny keine Chancen hat, versucht er sich an einer Beziehung mit James – allerdings hat dieser unterdessen auch Rizzo besser kennengelernt und kann sich der Anziehung des „Bad Boys“ kaum entziehen. Zudem scheint Rizzo der einzige zu sein, der James auffangen kann, wenn er sich seiner düsteren Vergangenheit stellt …

Eigene Meinung:
Der Roman „Büse Jungs“ erschien erstmals unter dem Titel „Triangle“ auf dem englischsprachigen Markt, der mit der Co-Autorin Romelle Engel entstanden ist. Erst nachdem der Ullstein – eBook-Ableger „feelings“ Interesse an einer deutschen Ausgabe des Romans zeigte, übersetzte Susann Julieva das Buch für die deutschen Leser.

Die Geschichte um James, Casey und Rizzo mag auf den ersten Blick wie eine typische Dreiecks-Beziehungskiste anmuten, doch sie weiß durchaus zu unterhalten und mitzureißen. Trotz der soapigen Elemente, des hohen Dramagehaltes und der erotischen Szenen, ist die Geschichte überraschend tiefgründig und bietet dem Leser mehr als ein reines Liebesdrama. Susann Julieva erzählt die Handlung aus drei Perspektiven und sorgt damit für eine gewisse Dreidimensionalität, die dafür sorgt, dass man alle Hauptcharaktere kennenlernt. Man versteht nach und nach die Gründe und Hintergedanken und muss immer wieder gefasste Meinungen revidieren, wenn man mehr erfährt. Zudem scheut sich Susann Julieva nicht vor Themen wie Bisexualität, Asexualität, Probleme mit der Familie und Misshandlung. All das wird in das komplizierte Beziehungschaos eingebaut und sorgt für Abwechslung und Dynamik. Dadurch wird es mitunter arg dramatisch, doch wer Romane mag, in denen die Charaktere eine Weile mit sich und ihrer Umwelt kämpfen, und das ein oder andere aus ihrer Vergangenheit bewältigen müssen, wird bei „Böse Jungs“ voll auf seine Kosten kommen.

Entsprechend der Geschichte, die stark auf die Charaktere zugeschnitten ist, sind diese gut ausgearbeitet und überzeugend in Szene gesetzt. Man kann sich sowohl in James, als auch in Casey und Rizzo hineinversetzen, wobei die Handlung vorwiegend um James aufgebaut ist. Es geht um in erster Linie um seine Gefühle und seine Vergangenheit, wenngleich auch Rizzo und Casey in dieser Beziehung ausreichend beleuchtet werden. Daher sind dem Leser alle drei Hauptfiguren sympathisch und wachsen mit der Zeit ans Herz. Dass nicht jedem Casey mit seiner sprunghaften Art ans Herz wächst, ist verständlich, doch er macht auf seine Art die größte Wandlung durch und wird in seinem Leben wohl mehr Problemen gegenüberstehen, als James und Rizzo. In diesem Punkt hätte ich mir fast mehr zu Casey gewünscht, wenngleich ich verstehe, dass seine Entwicklung nur bedingt zu einem Gay Romance passt.

Stilistisch legt Susann Julieva eine solide, tiefgründige Geschichte vor, die von Anfang an zu fesseln weiß. Es gelingt ihr jeden Charakter überzeugend zu beschreiben und passend in Szene zu setzen. Mitunter ist es an einigen Stellen zu dramatisch geraten, doch dafür sind die Dialoge, die Beschreibungen und die erotischeren Szenen (die glücklicherweise sehr ansprechend geschrieben sind) sehr gelungen – Susann Julieva hat einen stimmigen, gut lesbaren und mitreißenden Schreibstil, der gut zum Roman und den Figuren passt.

Fazit:
„Böse Jungs“ ist eine gelungene Dreiecksgeschichte, der es gelingt den drei Charakteren gerecht zu werden und trotz einiger Längen Spannung aufzubauen. Neben dem guten, fesselnden Schreibstil und den sympathischen Figuren kann auch die dramatische Handlung überzeugen. Wer dramatisch, emotionale Geschichten mag und kein Problem mit Soap Opera Elementen hat, sollte „Böse Jungs“ eine Chance geben. Es lohnt sich.

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