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[ANTHOLOGIE] Die andere Seite des Regenbogens von Svea Lundberg (Hrsg)

Autor*innen: Josephine Awgustow, Clover Beck, Nora Bendzko, Lena M. Brand, Elea Brand, J. L. Carlton, Màili Cavanagh, Ray Celar, Carmilla DeWinter, Charlotte Florack, Anna-Katharina Höpflinger, Annette Juretzki, Svea Lundberg, Elian Mayes, Suka Noitchi, Leann Porter, Elisa Schwarz, Fini Vav, Dima von Seelenburg, Ellis Weiss
eBook:  206 Seiten
ASIN: B076Z33JGW
Preis: 4,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Inhalt:
Ob ein Topf voll Gold, die Liebe des Lebens, die Brücke ins nächste Leben oder das queere Symbol schlechthin – jeder sieht in einem Regenbogen etwas anderes. Zwanzig Autor*innen haben sich im Rahmen einer Ausschreibung an unterschiedliche Interpretationen gewagt und eine bunte Anthologie hervorgebracht, die das Thema von allen möglichen Facetten beleuchtet. Dabei kommen schwule, lesbische und transgender Charaktere zu ihrem Recht, ebenso findet man Fantasy und Sci-Fi Geschichten neben alltäglichen Dramen und lockerleichten Liebesgeschichten.

Folgende Geschichten sind dabei:
Coming Home von Leann Porter
Arcobaleno von Elea Brandt
Ein Bruchstück Himmel von Annette Juretzki
I’ll be in Scotland afore Ye von Elian Mayes
Inbetween – Und zwischen uns der Regenbogen von Svea Lundberg
Lichtweber von Ellis Weiss
Zehn Jahre siebzehnter September von Dima von Seelenburg
Meaningless von Fini Vav
Leprechaun von J. L. Carlton
Farbtupfer von Ray Celar
Abendlicht von Josephine Awgustow
Freunde fürs Leben von Elisa Schwarz
Flo, seine Männergeschichten, Hugo und ich von Carmilla DeWinter
Nächtliche Begierde von Màili Cavanagh
Mensch in der Maschine von Nora Benzko
Der nördlichste aller Regenbögen von Suka Noitchi
In den Fängen eines Konzertflügels von Anna-Katharina Höpflinger
Farbperspektiven von Charlotte Florack
Vom Suchen und Finden von Clover Beck
Alle Farben des Regenbogens von Lena M. Brand
Vergiss mein nicht von Carmilla DeWinter

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[ROMAN] Sternenbrand von Annette Juretzki

 

Autor: Annette Juretzki
Taschenbuch:  Band 1: 494 Seiten, Band 2: 392 Seiten
ISBN: 978-3947031061
Preis: je 4,99 EUR (eBook) | ja 13,95 EUR
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Story:
Seitdem die Phantome vor 150 Jahren eine Spur der Vernichtung durch die Galaxis gezogen haben und danach verschwunden sind, bereiten sich die verschiedenen Rassen und Lebensformen auf eine erneute Invasion vor. Dazu gehört auch rare Informationen über den Feind zu sammeln, denn es ist nur wenig über die Phantome und ihre Technologie bekannt. Als Söldner unter der Führung von Jonas Brand den rückständigen Planeten Vissa aufspüren, finden sie nicht nur alte Technologie der Phantome, sondern auch Menschen, die diese als Götter anbeten. Der junge Vissaner Xenen versucht die nahende Katastrophe zwischen den Söldnern und seiner Familie abzuwenden und findet sich nach einigen Zwischenfällen und Missverständnissen schwerverletzt an Bord von Jonas‘ Raumschiff wieder. Dort lernt er nicht nur die unterschiedlichsten Rassen des Universums kennen (denn die Mannschaft ist ein wild zusammengewürfelter Haufen), sondern auch den Ghitaner Zeyn, der sich Xenen gegenüber vollkommen anders verhält, als die übrigen Mannschaftsmitglieder. Schon bald steht er zwischen den beiden ungleichen Männern, denn er entwickelt zu beiden Gefühle. Und als wäre das nicht genug gibt es an Bord einen Verräter, der es auf Xenens Leben abgesehen hat und alles daran setzt die Geheimnisse der Phantome zu schützen. Die ungleiche Gruppe stolpert von einem Desaster ins nächste, entdeckte dabei aber auch die unglaublichen Wahrheiten und Hintergründe der Phantome, der Kriege und der Rassen selbst …

Eigene Meinung:
Die beiden Bücher „Blind“ und Blau“ stammen aus der Feder Annette Juretzkis und erschienen 2017 im Traumtänzer Verlag. Im Grunde handelt es sich bei den Romanen um ein knapp 900 Seiten starkes Buch, das den Titel „Sternenbrand“ trägt und aufgrund des Umfangs gesplittet wurde. Da die Handlung kontinuierlich fortgesetzt wird, müssen die beiden Bücher auf jeden Fall der Reihe nach, am besten am Stück gelesen werden.

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[ROMAN] Bone Rider von J. Fally

Autor: J. Fally
Taschenbuch: 290 Seiten
ISBN: 978-1634776448
Preis: 3,29 EUR (eBook) / 15,40 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Riley Cooper ist auf der Flucht vor seinem Ex-Lover Misha Tokarev, der sich als Mafiakiller entpuppt hat und mit seinen Leuten auf der Jagd nach ihm ist. Sein Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als er eines Nachts mit einem vermeintlichen Motorschaden mitten im Nirgendwo strandet und von einem außerirdischen, intelligenten Verteidigungs- und Waffensystem als neuer Wirt auserkoren wird. Fortan ist McClane, wie sich der Alien nach einer „Die Hard“-Filmsession nennt, eng mit Riley verbunden, was durchaus seine Vorteile hat, denn er kann seinen Host nicht nur verteidigen, er ist auch in der Lage Riley schneller zu heilen und widerstandsfähiger zu machen. Der Nachteil ist, dass das amerikanische Militär auf der Suche nach dem Alien ist und dabei auch Kollateralschaden in Kauf nimmt. Zudem spürt auch Misha Riley auf und möchte ihn zurückbekommen, ganz gleich was es kostet. Ein Wettlauf gegen das Militär und die Mafia beginnt, denn letztere will Misha endgültig hinter sich lassen, um mit Riley zusammen zu sein …

Eigene Meinung:
„Bone Rider“ ist das Debüt und bislang (von einer Kurzgeschichte abgesehen) einzige Werk von J. Fally. Es erschien bei Dreamspinner Press, die auch für die deutsche Ausgabe verantwortlich sind. Die ungewöhnliche Geschichte verknüpft Sci-Fi, Action, Mafia-Thriller und Verfolgungsjagden, sprich man sollte offen für derartige Genre-Mix sein.

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[ZITATE-FREITAG] Failed 1 und 2

Hallo ihr Lieben,

wie bei jeder Special Week darf auch der Zitate-Freitag nicht fehlen – natürlich habe ich mir meine Lieblingsstellen aus „Failed“ 1 und 2 rausgesucht – gerne könnt ihr in den Kommentaren eure Lieblingspassagen posten. Ich bin gespannt.

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meine Rezension

„Ich bin erfreut, Sie kennenzulernen. Ich kenne Ihre Akte recht gut. Äußerst bemerkenswert für einen Kategorie Drei-Wandler. Beeindruckend, wie Sie den Einsatz in Bolivien damals erledigt haben. Respekt. Ebenso den in Mexiko. Dank der Informationen, die Sie uns beschafft haben, konnten wir die ganze Drogenbande auf einmal auffliegen lassen. Oh, und ich bedauere, was mit Ihrem Partner geschehen ist. Unschön, wenn dergleichen passiert.“

Arschloch! Musste er das zur Sprache bringen? Louis zwang sich zu einem unverbindlichen Lächeln, spürte, wie die Gesichtszüge einfroren.

„Ja, in der Tat war es sehr unschön, zusehen zu müssen, wie er von einem Wandler ohne jedes bisschen Selbstdisziplin zerfleischt wurde, der dann auch noch auf Bewährung freikam“, rutschte es Louis zischend heraus. Scheiß drauf, er konnte dabei seinen Mund einfach nicht halten.

„Failed 1“, S. 13 (c) Chris P. Rolls

„Willkommen bei ‚Failed‘.“

„‘Failed‘?“

„Jepp, das sind wir: Die Misslungenen.“ Jamie kniff ein Auge zu, legte den Kopf schief und musterte Cosmo. „Hast du es ihm noch nicht gesagt?“

„Ich glaube, er hat mir vieles noch nicht gesagt“, warf Louis ein, kurz bevor Cosmo ein entschuldigend klingendes: „Nein, war noch nicht der richtige Moment“, hervorbrachte.

„Ach, sag nicht, Cosmo, du denkst, der kleine Hasi verpisst sich gleich wieder vor Schreck?“ Carlos rollte auf seinem Stuhl zum nächsten Tisch, von dem ein Summen erklang, drückte ein paar Tasten und das Summen erlosch.

„Solange er uns keine Hasenköttel in den Ecken dalässt …“, brummte Jamie, leckte sich über die Lippen und schnappte sich ein Handtuch aus dem wilden Chaos auf einem anderen Tisch.

„Für gewöhnlich bin ich stubenrein, also, was hat das zu bedeuten?“

„Failed 1“, S. 47 (c) Chris P. Rolls

„Zeit für euren ersten Einsatz“, verkündete Trevorian in der zweiten Woche, instruierte Cosmo und ihn. Es ging darum, sich auf das Gelände und in das Gebäude von ‚Better Life‛ zu schleichen und herauszufinden, wo Dr. Quintus sich gerade aufhielt. Er schien der Kern- und Angelpunkt zu sein. Wenn sie seinen Aufenthaltsort wussten, dann ließ sich auch herausfinden, wie weit das Serum gediehen war und wie es zum Einsatz kam. Kursierende Gerüchte, dass es bereits auf dem Schwarzmarkt der Syndikate und Drogenbosse erhältlich war, ließen sich bisher jedoch nicht bestätigen. Stattdessen tauchten weitere Fälle von Wandlern auf, die in ihrer Wandlung gefangen waren.

„Irgendjemand stellt das Serum her und testet es“, vermutete Trevorian. „Wenn es Dr. Quintus zusammen mit Goodman ist, müssen wir sie ins Visier nehmen. Der letzte Fall betraf einen Agenten, der in einem russischen Syndikat eingesetzt war. Es besteht daher der Verdacht, dass das Zeugs bereits zum Einsatz kommt. Versucht, in das Gebäude zu kommen und mehr herauszufinden. Wir wissen nicht, wer von der Firma alles involviert ist. Das Gebäude wird nicht besonders gesichert. Ein hoher Maschendrahtzaun umgibt das Außengelände und den Forschungstrakt. Das Bürogebäude ist praktisch ungesichert, der Forschungstrakt jedoch besser.“

„Failed 1“, S. 96-97 (c) Chris P. Rolls

„Ich würde es mir nie verzeihen, wenn dir etwas passieren würde“, murmelte Cosmo plötzlich so leise, dass es fast ein Wispern war. Etwas berührte Louis’ Nacken, federleicht, warm und ein wenig feucht. War das ein Kuss? Bildete er sich das gerade ein? Schauder jagten über seinen Rücken, Gänsehaut überzog die Arme und ihm entkam ein Keuchen.

„Hast du …?“, brachte er völlig perplex hervor, wandte sich um, bedauerte sogleich den Verlust der warmen Berührung. „Hast du mich gerade geküsst?“

Cosmos Zungenspitze blitzte, er fuhr sich verlegen über die Lippen, die rechte Hand wühlte sich in seine Haare. „Also eigentlich war es eher geschnäbelt“, nuschelte er, senkte den Blick und wirkte wie ein bei einem Streich ertappter Junge.

„Geschnäbelt?“ Entgeistert starrte Louis ihn an, wusste nicht, was er fühlen oder denken sollte. Das war ein Kuss gewesen. Eindeutig. Cosmo hatte ihn geküsst. „Also für mich fühlte es sich wie ein verdammter Kuss an!“

„Failed 1“, S. 152-153 (c) Chris P. Rolls

„Bist du okay?“ Wie besorgt, wie süß unsicher das klang. Mühevoll drehte Louis den Kopf, während Finger seinen Nacken berührten, die Haare zur Seite strichen, seine Wange liebkosten. „Keine Ahnung. Ich habe das Gefühl, als ob du mich durch die Matratze bis in die unterste Wohnung genagelt hättest.“

„Sorry. Es ist … wohl etwas mit mir … durchgegangen. Du warst so scharf, ich …“ Es klang bedrückt und verschämt, die Finger fuhren über seine Lippen, ein Kuss landete auf der Stirn, dann zog ihn Cosmo an sich, schlang die Arme um ihn und wisperte: „Ich habe ein wenig die Kontrolle verloren.“

„Büffel! Eindeutig bist du ein Büffel“, murmelte Louis und es klang so zärtlich liebevoll, wie er es meinte. „Und du darfst mich auch ‚Hasi’ nennen. Ab und an.“

„Failed 1“, S. 191 (c) Chris P. Rolls

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meine Rezension

„Schon was von unserem Sklaventreiber gehört?“

Herman reagierte zunächst nicht, fummelte mit einer winzigen Zange herum, ehe er diese seufzend beiseitelegte, die Brille hochschob und Louis mit einem deutlich genervten Blick musterte.

„Trevor wird sich schon melden, wenn er wieder im Land ist. Oder auch nicht. Sag bloß, du vermisst ihn?“

„Nicht direkt, aber die Luft hier drinnen wird durch eure Fürze nicht gerade besser. Geht ihr nie raus? Mir steht der Sinn gerade sehr nach einem Ausflug in den Osten. Sollen ja faszinierende Länder sein.“

„Ah, die Sache mit den Säuberungsaktionen reizt dich.“ Nickend rieb sich Herman über den tätowierten Nacken, machte sich nebenbei ein paar Notizen. Es war nicht übermäßig warm in der Basis, Herman trug jedoch meist ein Muskelshirt. Das brachte seine Tätowierungen gut hervor, täuschte jedoch nicht darüber hinweg, dass es nicht viel an Muskeln gab. „Gut möglich, dass Trevor da bereits dran ist und euch einsetzt, sobald es ein konkretes Ziel gibt. Vielleicht will er dir auch einfach mehr Zeit geben, dein Duotier zu trainieren.“

„Failed 2“, 10% (c) Chris P. Rolls

„Sehr gut. Das gesamte Team von Failed ist also vollzählig. Wenn ihr diese Botschaft seht, wurde also ein Code Fünf ausgelöst. Das System hat bereits einen vollständigen Neustart absolviert. Alle relevanten Daten sind dabei natürlich erhalten geblieben. Wie ich sehe, habt ihr herausgefunden, wie ihr Zugang bekommt. Diese Botschaft bedeutet auch, dass ich wahrscheinlich nicht mehr am Leben bin, denn ein Code Fünf wird nur in dem Fall ausgelöst, wenn ich fünf Tage lang keinen entsprechenden Code in mein Handy, und damit in unser System, eingebe.

In diesem Fall ist vorgesehen, dass die Leitung von Failed vorübergehend an einen von euch übertragen wird, bis alles geregelt wurde. Wie ihr sehen könnt, läuft dort unten ein Timer. Nach einer Woche wird automatisch das Notfallprogramm der Shifter Force gestartet werden. Dieses sieht in einem solchen Fall die totale Löschung von Failed vor. Das gesamte System wird sich im Zuge dessen selbst vernichten. Selbstverständlich wurde für jedes Teammitglied vorgesorgt: Eure bisherigen Identitäten werden vollständig eliminiert, ihr erhaltet umgehend neue. Jeder von euch wird zudem ein spezielles Geheimkonto zugewiesen bekommen, auf dem ihr eure finanzielle Absicherung für die Zukunft finden werdet. Failed wird es damit nicht länger geben und sämtliche Spuren dazu werden verschwinden. Wir haben nie existiert. Ich bedanke mich bei jedem von euch für die gute Arbeit und bedauere, dass sie nicht länger anhalten konnte.“

„Failed 2“, 21% (c) Chris P. Rolls

„Das ist Merle“, stellte Louis sie den anderen vor, die neugierig einen Halbkreis bildeten. Mit einem Satz sprang die Amsel aus dem Käfig und auf seine Schulter, gab einen überaus verblüfft klingenden Laut von sich, während sie die Umgebung scannte. Noch einmal schaute sie sich um, dann flatterte sie los, umkreiste aufgeregt zwitschernd einmal den Raum und ließ sich auf der Stuhllehne neben Louis nieder.

„Ein Rabe?“ Jamie kratzte sich am Hinterkopf. „Kann man dem denn trauen?“

Louis ahnte, was passieren würde, wich rasch zur Seite, spürte nur noch einen Luftzug. Ein kurzer, krächzender Laut erklang und gleich darauf stand ein dürrer, sehr hellhäutiger Mensch mit hüftlangen, pechschwarzen Haaren vor ihnen. Die Augen waren schwarzbraun, das Gesicht schmal und androgyn, die Nase, wie bei vielen Vogelwandlern, scharf geschnitten, jedoch mit einem weichen Kinn. Die flache Brust war glatt, wies direkt über dem Brustbein eine tätowierte Feder auf, die schmalen Schultern gingen in wenig bemuskelte Arme über. Schnaubend stemmte Merle die Hände in die Hüften.

„Rabe? Dir haben sie wohl ins Gehirn geschissen? Jeder Vollidiot kann doch wohl eine Amsel von einem Raben unterscheiden. Was bist du denn für ein weltfremder Trottel?“

„Er ist Amerikaner“, wandte Louis schmunzelnd ein, zuckte entschuldigend die Schultern.

„Ah. Mein Beileid. Die gucken ja bekanntlich nicht viel über ihren Tellerrand.“

„Failed 2“, 49% (c) Chris P. Rolls

In der kleinen Kuhle unter dem Felsvorsprung flach auf den Boden gepresst, drückte Louis die Nase fest gegen seine weichen Pfoten. Die Augen geschlossen, versuchte er ruhig und entspannt zu atmen, was angesichts seiner wilden Flucht alles andere als einfach war. Weit entfernt vernahm er das Geräusch von Schüssen, heftige Einschläge und Detonationen. Dabei konnte er nicht einmal sagen, ob diese von den unbekannten Angreifern oder einer der kämpfenden Militärfraktionen kamen. Oder wem der Einsatz galt.

Zu allen Göttern und Genetikern, die für Wandler und Konsorten verantwortlich waren, betete er, dass nichts davon mit Cosmo zusammenhing. Verdammt, er hätte umdrehen, sich vergewissern müssen, dass er entkommen war. Was, wenn er verletzt worden war? Oder gefangen? Und er war einfach abgehauen.

„Failed 2“, 63% (c) Chris P. Rolls

„Wie lautet dein Name? Cosmo?“, mischte sich nun Vlastimil ein und Louis beobachtete, wie Cosmos Körpersprache von irrsinniger Wut zu ultimativer Vorsicht wechselte. Klar, er erkannte auch sofort, dass dieser Mann äußerst gefährlich war. Stumm nickte er, der Unterkiefer mahlte.

„Korrekt.“ Was für eine Selbstbeherrschung. Louis war irre stolz auf ihn.

„Trevor Trevorian ist dein Ausbilder gewesen.“ Das war keine Frage, dennoch nickte Cosmo erneut. Wie skeptisch er dreinblickte, wie wachsam. Wenn es nicht so eine dumme, verfahrene Situation gewesen wäre, hätte Louis eine ganze Reihe kieksender Laute ausstoßen können, so begeistert war er von Cosmo.

„Sehr schön. Nun denn, um die Sache abzukürzen: Du hast exakt 48 Stunden Zeit, Trevorian für uns aufzuspüren“, übernahm Bronislav plötzlich und Louis vermeinte eine winzige unwillige Bewegung an Vlastimil wahrzunehmen. Der gab ungern die Kontrolle ab.

„Ich soll Trevor finden?“ Perplex starrte Cosmo in den Monitor. War das eine Schramme da oben an seiner Stirn? Hoffentlich war er nicht wirklich verletzt worden.

„Finden, ausschalten und uns seinen Kopf bringen. Mit dem Chip natürlich, damit wir sichergehen können, dass er es wirklich ist“, ergänzte Bronislav mit einem gehässigen Verziehen des Mundes, welches die nette Bezeichnung ‚Lächeln‘ nicht verdiente.

„Failed 2“, 73% (c) Chris P. Rolls

Ich euch gefallen die Zitate aus den beiden Büchern von „Failed“ und sie geben einen guten Einblick in die Geschichte. Schaut auch die kommenden Tage vorbei – denn wie bei jeder Special Week gibt es am Sonntag im Rahmen des Leseinterviews tolle Preise zu gewinnen – wer weiß, vielleicht ist da auch „Failed“ dabei 😉

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Die Anderen – Der Weg aus der Dunkelheit von Chris P. Rolls

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Autor: Chris P. Rolls
Taschenbuch: 376 Seiten
ISBN: 978-3959491723
Preis: 7,99 EUR (eBook) / 16,90 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Unter dem Kalkberg kommt es zum großen Showdown, nachdem die Dämonen Finn gefangen genommen haben und Dave anlocken wollen. Auch Finns Freunde und die Dämonenjäger machen sich auf den Weg, um Finn zu befreien und möglichst viele Dämonen unschädlich zu machen. Dabei werden nicht nur Geheimnisse offenbart, Dave ist auch gezwungen zu offenbaren, dass er ein Dämon ist. Damit stehen Finn und Dave vor dem nächsten großen Problem – sie sind immer noch Erzfeinde, dazu auserkoren, sich gegenseitig zu töten. Während sie alles daransetzen, dass dies nicht geschieht, finden Finns Freunde heraus, wie die Dämonen eigentlich in diese Welt kamen und dass sowohl Finn als auch Dave den Ursprung markieren …

Eigene Meinung:
Mit „Der Weg aus der Dunkelheit“ liegt der erste, in sich abgeschlossene Handlungsbogen der Fantasy-Reihe „Die Anderen“ als Neuauflage vor. Die ehemals 4-bändige Reihe erschien im Main Verlag in drei Bänden und soll laut Autorin noch weitergeführt werden. Tatsächlich bietet die Geschichte Potenzial für mehr, denn einige Fragen sind noch offen.

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[CHARAKTERINTERVIEW] Louis und Cosmo aus „Failed“

Herzlich Willkommen zum Charakterinterview mit Louis und Cosmo aus „Failed“. Da das Interview ein wenig die Ereignisse auch Band 1 und 2 der Reihe spoilert, solltet ihr vorher die Romane gelesen haben. Es macht auf jeden Fall mehr Spaß, wenn man weiß, wovon die beiden sprechen und was an Insider-Informationen genannt wird. Zudem gibt es einen Ausblick auf den nächsten Teil der Reihe, der gerüchteweise im nächsten Frühjahr erscheinen soll. Und jetzt viel Spaß mit Cosmo und Louis, die ich im Oktober in Wiesbaden getroffen habe 😀

Es ist ein sonniger Nachmittag im Oktober, das Wetter ist angenehm warm und die Straßen der Wiesbadener Innenstadt sind gut gefüllt. Viele Menschen nutzen die sommerlichen Temperaturen für ausgedehnte Shoppingtouren, Treffen mit Freunden und Spaziergänge im nahen Kurpark. Auch das Maldaner, ein altes Traditions-Café, ist an diesem Samstag voll besetzt, doch Juliane hat einen Platz im hinteren Teil des Cafés reserviert und wartet dort auf ihre beiden Gäste. Neben ihr liegen ein Stift, ein Block und ein Diktiergerät. Gespannt behält sie den Eingang im Blick.

Zwei Männer nähern sich dem Café, schauen sich einmal sichernd um, eher der sie die Tür öffnen. Der breitschultrige Mann mit den surferblonden Haaren und der nahezu klischeehaft amerikanisch wirkenden Kleidung lässt den dunkelhaarigen, etwas kleineren Mann mit einem Augenzwinkern vor. Grüßend hebt dieser die Hand, als er Juliane entdeckt, schreitet zu ihrem Tisch.

„Hey, ich bin Louis. Der Cowboy da ist Cosmo.“ Louis zieht sich einen Stuhl heran und lässt sich fallen, während Cosmo Juliane die Hand reicht.

„Hallo Juliane, schön dich zu sehen.“

Juliane ergreift die Hand und nickt ihm zu. „Ich freue mich auch sehr.“ Sie deutet auf die freien Stühle und fügt hinzu: „Setzt euch. Oder wollt ihr etwas essen? Hier bestellt man Kuchen und Leckereien direkt an der Theke, an der ihr vorbeigekommen seid.“ Sie deutet lächelnd Richtung der langen Kuchentheke, in der an die dreißig verschiedene Torten, Kuchen und Stückchen auf hungrige Kunden warten. „Sie sind alle sehr zu empfehlen.“

„Oh ja gerne. Soll ich dir was mitbringen, Louis?“, fragt Cosmo, wirft einen sehnsüchtig hungrigen Blick auf die Köstlichkeiten.

„Jepp, alles, nur ja keinen Möhrenkuchen.“ Drohend bewegt Louis den Zeigefinger, schaut sich noch einmal im Café um Sein Blick ruht sorgfältig auf jedem der Anwesenden, ehe er sich wieder Juliane zuwendet. „Also du willst uns Fragen stellen? Dir ist schon klar, dass wir nicht alle beantworten können? Geheimhaltungdings und so.“

„Ist mir schon klar, aber ich bin neugierig und einige andere auch.“ Sie sieht zu Cosmo. „Wenn du für mich Sacher bestellen könntest, wäre das toll – die ist hier ganz besonders gut. Du musst nur der Verkaufskraft Bescheid geben, die gibt dir einen Bestellzettel mit, den du dem Kellner reichst. Der bringt dann unsere Kuchen.“

Sie beobachtet Louis und greift nach ihrem Stift. „Fangen wir direkt an, ich denke ihr habt nur begrenzt viel Zeit mitgebracht: Wie ist es euch seit dem letzten großen Abenteuer ergangen? Ihr hattet ja viel zu tun, als Trevorian verschwunden war?“

Louis schnaubt, leckt sich mit einem leicht anzüglichen Lächeln über die Lippen, während er Cosmo hinterherschaut, der mit sichtlicher Begeisterung die Theke abschreitet.

„Och ja, der Kojote. Das war ein harter Job. Unter uns: Von mir aus könnte er wieder verschwinden. Mann, gleich wieder volles Trainingsprogramm. Der Typ kennt keine Gnade, mir tun schon wieder alle Muskeln weh.“

Mit einem selig wirkenden Lächeln kehrt Cosmo zurück. „Die haben Lübecker Nusstorte! Und Schwarzwälder Kirsch. Und etwas, das einen flüssigen Schokokern hat, und …“

„Und du hast von jedem davon ein Stück bestellt? Oh Mann, Cosmo.“ Louis stöhnt, legt den Kopf schief. „Und was bekomme ich?“

„Hasentorte. Ja, die hatte so niedliche kleine Zuckerdinger oben drauf.“ Breit grinsend lässt sich Cosmo am Tisch nieder.

„Er hasst es, wenn man ihn Ha…“

Maldaner Wiesbaden

„Cosmo! Wehe!“ Grollend stößt Louis ihn gegen das Bein. „Will sie gar nicht wissen. Will niemand wissen. Also, zurück zu den Fragen.“

„Tut euch keinen Zwang an – ich bin im Bilder“, erwidert Juliane grinsend. „Ihr seid also schon wieder im Stress. Steht denn schon ein neuer Auftrag …“ Sie unterbricht sich, als der Kellner vorbeisteuert, um Kaffee zu ordern und die Kuchenzettel abzugeben. „Was wollt ihr?“

„Eine Schokolade bitte“, ordert Cosmo.

„Latte für mich“, fügt Louis hinzu, lehnt sich zurück, zieht die Stirn etwas in Falten. „Hm, weiß nicht, ob ich darüber was sagen darf. Nur so viel: Scheint so, als ob in den Karpaten ein paar Werwölfe gesehen worden sind. Der Sache werden wir wohl mal nachgehen müssen.“

„Oh, das klingt spannend. Werdet nur ihr beide unterwegs sein, oder verlassen eure Kollegen von Failed auch mal die Basis? Bisher sind die ja eher … ortsgebunden.“ Sie grinst die beiden an. Als der Kellner die Kuchen bringt, räumt sie eilig ihre Sachen beiseite, damit genug Platz ist, obwohl es durch die Großbestellung von Cosmo sehr eng wird.

Louis in Hasenform

„Du hast ziemlich viele Infos.“ Etwas skeptisch beäugt Louis Juliane, streift Cosmo mit einem eher zärtlichen Blick, der verzückt das erste Tortenstück heranzieht. Mit Genießermiene drückt er die Gabel langsam durch die sahnigen Lagen nach unten und führt das Stück mit sichtlichem Vergnügen in den Mund. Louis seufzt.

„Nun ja, ein paar unserer Teammitglieder haben noch Anpassungsschwierigkeiten an die Welt der Normalos. Meistens sind Cosmo und ich halt der Stoßtruppe, die anderen unser Backup.“

„Köstlich“, nuschelt Cosmo mit vollem Mund. „Total lecker.“

Juliane überlegt, ob sie von den Büchern berichten soll, die jemand über die Abenteuer der Gruppe verfasst, entscheidet sich jedoch dafür, erstmal abzuwarten.

„Ja, ich hab da so ein paar Quellen … ansonsten wäre es ja auch schwierig, euch zu interviewen. Es sei denn ihr wollt, dass ich euch über eure Beziehung ausquetsche. Das kann ich gerne machen.“ Sie setzt ein breites Grinsen auf und widmet sich ihrem Stück Sacher. „Aber ich warne vor … ich kann da sehr neugierig sein.“

„Also was in unserem Bett passiert, geht ganz sicher niemand anderen etwas an“, schnaubt Louis, probiert sein Kuchenstück. „Gibt es echt Leute, die das interessiert, was zwei schwule Männer so treiben? Dann schaut euch einen Porno an.“

„Ich habe mir ein paar angesehen“, fügte Cosmo hinzu, wischt sich mit dem Daumen etwas Sahne von der Oberlippe, zwinkert Louis zu. „Natürlich nur zur Recherche. Aber ein paar Sachen davon, waren gar nicht so toll und verdammt schwer nachzumachen. Jamie meinte, die wären nur geübter als wir.“

„Jamie ist ja auch voll der Pornoexperte. viel Theorie, null Praxis. Hoffen wir mal, dass Hermans Wunderpille ihm da zu mehr verhilft.“ Irritiert unterbricht Louis sich, zuckt die Schultern. „Ich gehe dann mal davon aus, dass du das Team im Wesentlichen kennst?“

„Ja, da weiß ich in groben Zügen Bescheid. Und das gibt mir auch die perfekte Überleitung zur nächsten Frage. Ihr als Duo- oder Multiwandler seid ja in gewisser Weise etwas Besonderes … habt ihr inzwischen von weiteren Wandlern gehört, die mehr als eine Form annehmen können? Oder seid ihr da wirklich die Einzigen?“

Nun furcht sich Louis Stirn und er beugt sich vor, die Gabel schwebt über dem Kuchen. „Hat Trevor dir all diese Infos gegeben? Die sollte niemand außerhalb des Team haben!“

„Cool, Louis. Trevor meinte, sie ist okay, wir können ihre Fragen beantworten. Ja, es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es weitere Duowandler gibt. Hermann könnte dir die genaue Wahrscheinlichkeit nennen. Merle hat allerdings sämtliche Daten der Shifter Force abgeglichen und kein DNA-Profil versprach dahingehend Erfolg. Allerdings gibt es eben auch die Dark Shifter. Viele sind nie registriert worden, leben unerkannt unter den Normalos.“

„Genau das vermuten wir auch bei dem Fall der Werwölfe in den Karpaten. Da hat sich einer der Fleischfresser mal wieder nicht im Griff. Diese Wolfswandler halten sich immer für was Besseres, die Elite der Wandler sozusagen. Dabei denken die vor allem mit ihrem Magen, das Gehirn ist zu klein dazu.“ Schnaubend schaufelt Louis die Torte in den Mund.

Juliane sieht kurz zu Cosmo, ob diese Worte ihn irgendwie treffen. „Ich bin gespannt – und du musst dir keine Gedanken machen. Mit Trevor ist alles abgesprochen – ich darf euch auch über Interna löchern.“ Sie nagt an ihrem Stift und überlegt. „Also werdet ihr in nächster Zeit wieder viel unterwegs sein. Denkst du, dieser Auftrag wird besonders schwierig für dich, Louis? Wie ist es überhaupt, als … Kaninchen gegen so viele Fleischfresser anzutreten?“

„Na einer muss denen ja mal zeigen, wo der Hase längs läuft oder?“ Louis lacht, wischt Cosmo ein wenig Sahne vom Kinn. „Schwierig? Hm, also es war auf der Akademie verdammt hart. Dämliche Sprüche jeden Tag, keiner hat dir was zugetraut und ständig hieß es: Kategorie Dreier könenn dies nicht, können das nicht, sollten dies nicht machen. Pah!“

„Er hat es ihnen allen gezeigt“, sagt Cosmo stolz, ist bereits beim dritten Tortenstück angelangt. „Diese Satndesdünkel herrschen nach wie vor. Vorurteile bauen sich nicht so schnell ab. Ich gestehe, mir war vorher auch nicht klar, wieviel der Arbeit der Shifter Force von Zweier oder Dreiern erledigt wird. Ohne sie wären die Einser nciht in der Lage, ihre Aufträge auszuführen.“

„Bis das in die Köpfe dieser sturen Typen ganz oben geht, vergeht aber todsicher noch ein Jahrhundert“, ergänzt Louis. „da ist viel Auklärungsarbeit nötig, um zu zeigen, dass auch Kaninchen und andere Pflanzenfresser ihren Platz in der Geschichte bekommen.“

„Hast du jemals von anderen Driern gehört, die eine ähnliche Position haben wie du, sprich die es mit Einers und Zweiern aufnehmen können?“ Juliane beugt sich neugierig vor.“

„Natürlich nicht. Louis ist einmalig“, wirft Cosmo ein. „Also andere hätten sicher die Chance, nachdem er mit gutem Beispiel vorangegangen ist, aber Louis ist eben … Louis. Der hat Biss.“

„Schmeichler.“ Louis winkt ab. „Nein, bisher hat es keiner durch die Akademie geschafft. Handlangerjobs sind drin, aber einen aktiven Agentenjob wie ich bei Failed, davon träumt der Rest der Dreier sicher noch. Ohne den Kojoten und diesen kuchensüchtigen Adler hier, säße ich wohl auch noch im Büro eines Schafes fest.“

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass du schnell wieder in den aktiven Dienst gewechselt wärst. Darf man dich eigentlich auch was Privates fragen, Louis? Ich denke viele meiner Leser wollen wissen, wie deine Familie so aussieht – ich denke mal du hast recht viele Brüder und Schwestern, oder?“

„Wir Wandler verlieren den Status Mensch, wenn unsere Wandlungsfähigkeit entdeckt wird. Keine Ahnung, ob meine Eltern es nach mir Fehlschlag noch mal mit Nachwuchs probiert haben. Uns ist der Kontakt zu den Normalos strengstens verboten. Ich weiß nicht mal, wo sie leben. Eine echte Familie hatte ich nie.“

„Das ist bei uns eben so“, ergänzt Cosmo, legt seine Hand auf Louis, drückt sie einmal. Verlegen zieht Louis seine weg, lächelt etwas angestrengt und zuckt die Schultern.

„Habe ja jetzt Familie. Einen verrückten Haufen Wandler. Ein schräger Vogel, ein Grauhörnchen mit Potenzproblemen, einen einflossigen Hai und mein Adlerchen. Wahrscheinlich waren meine Eltern eh homophob. Die hätten das nie akzeptiert.“

Juliane verzieht bedauernd das Gesicht und schüttelt den Kopf. „Wirklich strenge Regeln. Ich finde es ziemlich hart, dass die Wandler alles zurücklassen müssen, sobald ihre Fähigkeit zutage tritt. Aber wenigstens habt ihr jetzt einander. Ich bin gespannt, wann ihr mal ein bisschen Frauenpower ins Team bekommt – von Merle mal abgesehen, seid ihr ja eher ein Männerhaufen.“

„Na stell dir mal vor, die Normalos wüssten von unserer Existenz! Nee, da kämen dann doch ganz seltsame Geschichten bei raus. Ist schon besser so“, meint Louis. „Oh ja, Merle. Sie ist was Besonders. Nicht nur ein scharfer Schnabel. Nein, ich glaube nicht, dass weitere ins Team kommen. Trevorian grollt nach wie vor, dass es Merle geschafft hat. aber er weiß ihre Fähigkeiten schon zu schätzen. er verrät es ihr nur nicht.“

„Eine Frau im Team könnte Jamie auch echt Probleme bereiten“, ergänzte Comso mit einem Augenzwinkern. „Also Merle, nimmt er da irgendwie nicht für voll, sie hat ihm wohl noch zu viele männliche Attribute.“

„Oh Mann, ein dauerwandelndes Pumahörnchen hat uns mitten in einer Ermittlung dann gerade noch gefehlt“, stöhnt Louis, schüttelt den Kopf. „Schätze mal, ist besser so.“

„Da könntet ihr recht haben, wobei ich davon ausgehe, dass er nun wirklich nicht auf alles weibliche anspringt, oder?“ Juliane schiebt ihren Teller beiseite und grübelt über die nächste Frage nach. „Wobei ihr mit Merle recht habt. Sie ist wirklich was Besonderes. Ich frage mich, ob das mit der Anpassung bei einem Wandler wirklich funktioniert. Ich meine, bei einem Menschen ist das schon ein ziemlich aufwendiges Ding, bei einem Wandler stell ich mir das extrem schwierig vor.“

„Tja, Hermann meint auch, das könnte Komplikationen geben. Bisher hat es noch keine Geschlechtsanpassung bei einem Wandler gegeben. Irgendeinen wissenschaftlichen Quatsch hat er dazu von sich gegeben.“ Nachdenklich reibt sich Louis über das Kinn.

„Die morphologische Fähigkeit könnte bei einer Anpassung in Konflikt geraten“, fügt Cosmo hilfsbereit ein. „Ihr Phänotyp ist eine männliche Amsel. Bei einer Anpassung könnte es sein, dass es in der anschließenden morphologischen Entwicklung zu Fehlinformationen kommt und sie …“

„Sie könnte ihre Wandlungsfähigkeit verlieren“, unterbricht ihn Louis. „Nix mehr Amsel. Nur menschliche Form. Oder … irgendwas dazwischen.“

„Genau. deswegen rät Herman bisher auch davon ab, erforscht das Problem aber weiter. “

„Interessant – das ist ja spannend. Und wie sieht es bei ihr aus? Wenn sie die Wahl hätte was würde sie machen?“

„Frag lieber nicht. sie reagiert da etwas empfindlich“, murmelte Louis. „Sie hofft einfach, dass Hermann was rausfindet, damit sie endlich Titten bekommen kann.“

„Okay, dann nerv ich damit nicht weiter. Wie sieht das eigentlich mit Homosexualität bei euch Wandlern aus? Ist das ebenso problematisch, wie bei den Menschen? Das hat sich zwar einiges gebessert, aber vielerorts ist das ja immer noch ein großen Problem?“

„Och, da sind die meisten Wandler den Normalos gleich. Wenigstens hat bei uns im Team damit keiner ein Problem. An der Akademie und auch danach war das anders“, erklärt Louis, hat auch sein Tortenstück endlich geschafft.

„Na, warum sollte das auch woanders anders sein“, murmelte Juliane. Sie macht sich einige Notizen auf dem Block und sieht dann zu Cosmo. „Wie ist es inzwischen dir ergangen? Hast du dich inzwischen an die Außenwelt gewöhnt? Du warst ja sehr lange fernab der Zivilisation.“

„Och, Louis hat mir schon viel gezeigt. Er ist ein wunderbarer Partner. Der beste, den man sich wünschen kann.“ Liebevoll schaut er Louis an, der auf seinem Stuhl etwas unruhig hin und her rutscht.

Cosmo – eine seiner vielen Formen

„Hör schon auf. Na, er stellt sich halt ab und an noch wie so ein dummer Amiboy an, aber im Großen und Ganzen ist er zivilisiert worden. Meistens sind wir ja eh mit einem Auftrag unterwegs.“

„Außer ihr gebt Interviews, wie? Wie viele haben euch denn schon befragt?“ Juliane winkt dem Kellner und bestellt sich einen weiteren Latte Macchiato. „Ach, was ich immer wissen wollte – welcher Wandler war das seltsamste, was ihr je gesehen habt? Gibt es auch Insektenwandler?“

„Das ist das erste. Wie eingangs schon erwähnt: Die Normalos sollen gar nicht wissen, dass es uns gibt. Also bis auf die Regierungschefs“, erklärte Louis, schüttelt den Kopf. „Nein, Insektenwandler sind nicht möglich. Herman kann dir mit vielen Fachbegriffen was an den Kopf werfen, die Quintessenz würde aber lauten: Weder Pflanzen noch Insekten sind möglich. Schau, du hast sicher in Biologie aufgepasst: Der Stammbaum der Evolution spaltet sich bei den Plattwürmern in höhere Lebewesen und Insekten“, erklärt Louis.

„Genaugenommen in Neumund- und Urmundtiere“, wirft Cosmo ein, grinst Louis breit an, der genervt die Augen verdreht.

„Jaja, Eliteklugscheißer. Also auf jeden Fall ist da irgendwo der Knackpunkt der Wandlergene. Eine Entwicklung in Richtung eines Wirbeltieres ist möglich, aber keine in die andere Richtung des Evolutionszweigs.“

„Ah, interessant – jetzt erfahre ich ja wirklich die großen Geheimnisse der Wandler.“ Sie nimmt ihren Latte entgegen und nickt dem Kellner zu. „Aus persönlichem Interesse – seid ihr schon mal einem Otterwandler begegnet. Ich gestehe, ich liebe Otter schon seitdem ich ein kleines Kind bin und bin einfach neugierig, ob ihr jemanden kennt, der sich in einen Otter verwandeln kann.“ Ihr Lächeln wirkt etwas nervös.

„Oh, dann solltest du Otto kennenlernen. Das ist ein Otterwandler. Und er hasst Wasser und Schwimmen.“ Louis lacht. „Aber sonst ist er ganz okay, ein bisschen verschroben vielleicht. Naja, man muss ihn halt nehmen wie er ist.“

„Von dem hast du noch nie was erzählt.“ Cosmos Augenbrauen wandern fragend nach oben.

„Weil er noch keine Rolle in unseren Ermittlungen gespielt hat und weil er eigentlich mit der Shifter Force nichts zu tun haben will. Du lernst ihn sicher noch kennen“, vertröstet Louis ihn. Etwas piepst und hastig zieht er sein Handy aus der Tasche.

Trevor

„Verdammt, ich wusste es. Der Kojote beordert uns zurück. Sachen packen und ab in den Flieger. Scheiße, ich wollte diese Nacht gerne im eigenen Bett pennen.“

„Wegen der Sache mit den Wölfen?“, erkundigt sich Cosmo besorgt, winkt bereits den Kellner heran und wiegelt ab, als Juliane bezahlen will.

„Geht auf Spesen der Shifter Force.“

„Schade, dass ihr schon aufbrechen müsst, aber mit Trevor will ich mich lieber nicht anlegen. Dabei wollte ich euch noch ein tolles Lokal hier empfehlen, die extrem leckere vegetarische Fritten aus Karotten haben.“ Sie zwinkert Louis zu und steckt ihr Geld weg. „Danke, Cosmo.“ Sie wartet ab, bis der Kellner wieder weg ist und die ersten Teller mitgenommen hat.  „Auf Otto freue ich mich – ich muss mich mal umhören, ob ich den nicht zu einem Interview bekomme. Aber wasserscheu? Naja, Otter sind ja alle wasserscheu, wenn sie auf die Welt kommen.“

„Otto könnte bald wichtig werden“, meint Louis geheimnisvoll, erhebt sich, beugt sich vor und wirft einen nachdenklichen Blick auf Julianes Notizen. „Also nur so als Tipp: Wäre vielleicht ganz gut, wenn du so tun würdest, es sei das hier alles nur eine fiktive Story. Ist besser so. Die Normalos könnten sich daran stören, dass es uns gibt. Stell dir das nur mal vor. Die würden irre Geschichten mit megapotenten, unbesiegbaren Alphawölfen und dergleichen schreiben und die Wahrheit würde einfach untergehen. Ist nur nett gemeint.“ Er lächelte Juliane an, tippt sich grüßend an die Stirn.

„Der Kuchen war lecker, danke für den Tipp. Besonders die dicke Sahne mochte ich“, erklärt Cosmo, schaut noch einmal zur Theke, ehe er Julianes Hand schüttelt. „War nett, dich kennenzulernen. Merle hätte dich auch gemocht.“

„Wir müsse los, Cosmo“, drängelt Louis, tippt eine Nachricht in sein Handy, während er zum Ausgang eilt.

„Bis dann!“ Cosmo winkt und eilt ihm nach.

„Bis irgendwann mal – schöne Grüße an alle.“ Juliane setzt sich wieder und besieht sich ihre Notizen. „Was Louis wohl sagen würde, wenn er wüsste, dass all die Geschichten von ihm schon längst zwischen zwei Buchdeckeln zu finden sind und es unzählige Leser gibt?“

Nächstes Ziel – Die Karpaten

[ROMAN] Failed 2 von Chris P. Rolls

Autor: Chris P. Rolls
Taschenbuch: 256 Seiten
ISBN: 978-1546967101
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 11,00 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Das Leben des Kaninchen-Gestaltwandlers Louis Bauer könnte perfekt sein – in dem Multiwandler Cosmo hat er einen liebevollen Partner gefunden und in der geheimen Organisation Failed einen Ort, an dem seine Talente geschätzt werden. Letzteres droht endgültig zerstört zu werden, als Trevorian, der Anführer der Truppe, bei einem Einsatz verschwindet und nicht mehr zu erreichen ist. Einzig eine mysteriöse Videobotschaft hat er hinterlassen, in der er ausgerechnet Louis zum neuen Chef des bunten Haufens macht und ihnen aufträgt nicht nach ihm zu suchen. Dass sich Louis nicht daran hält, ist klar, denn sofort macht sich die Gruppe an einen Plan, Trevorian zu finden – ob tot oder lebendig. Dafür heuert Louis bei den Dark Shifters um Unterstützung an und muss sich mit einer unschönen Episode aus seiner Vergangenheit auseinandersetzen, bevor Cosmo und er endlich eine Spur von Trevorian ausfindig machen können …

Eigene Meinung:
Mit „Failed 2“ geht Chris P. Rolls Gay-Shifter-Fantasy in die zweite Runde, nachdem der erste Band der ungewöhnlichen Gestaltwandler-Reihe bei den deutschen Lesern wie eine Bombe einschlug. Der Roman schließt direkt an die Ereignisse des ersten Bandes an, kann jedoch auch separat gelesen werden. Naben einer spannenden, actionreichen Geschichte greift die Autorin dieses Mal auf aktuelle politische Themen (Schwulenverfolgung in Tschetschenien) auf und arbeitet sie auf ihre Art in die Handlung ein.

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[ROMAN] Shilsas von Chris P. Rolls

Autor: Chris P. Rolls
Taschenbuch: 594 Seiten
ISBN: 978-1539095873
Preis: 7,99 EUR (eBook) / 17,00 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Shilsas ist eine Stadt in der nur der Stärkste überleben kann. Hoch gelegen auf einer Plattform kann sie nur durch Seilbahnen erreicht werden und bietet daher Drogenhandel, Prostitution und dem florierenden Schwarzmarkt Platz. Navasirt Dadashian fristet sein Dasein in einem der Hurenhäuser und wie jede Hure versucht auch er genug Geld für die Ablöse und eine Passage auf die andere Seite der Schlucht zusammen zu bekommen. Als eines Tages einer seiner Kunden statt mit Grüntalern mit einer seltsamen Münze zahlt, kommt Nava erstmals Hazer Maher, dem gefürchtetsten Assassinen der Stadt, in Kontakt. Dieser ist nicht nur beeindruckt von Navas Mut, sondern wird auch dessen exklusiver Kunde, was Navasirts Leben auf den Kopf stellt und die junge Hure einen Einblick in die verborgenen Geheimnisse der Stadt gewährt …

Eigene Meinung:
Mit „Shilsas“ legt die bekannte Gay Romance Autorin Chris P. Rolls ein weiteres Fantasyepos vor, das auf knapp 600 Seiten die Geschichte von Navasirt und Matous/Hazer Maher und der Stadt in den Nebeln erzählt. Die Autorin hat bereits mehrere Gay Fantasy Romane veröffentlicht, ebenso romantische Alltagsgeschichten und historische Romane, und gehört zu den populärsten Vertreten des Genres.

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[ROMAN] Fingerhut-Sommer von Ben Aaronovitch

Autor: Ben Aaronovitch
Taschenbuch: 416 Seiten
ISBN: 978-3-423-21602-9
Preis: 7,99 EUR (eBook) / 9,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Das Verschwinden zweier Kinder in der ländlichen Provinz Herefordshire ruft auch das Folly auf den Plan. Immerhin kann man bei derartigen Fällen nicht ausschließen, das Praktizierende ihre Finger im Spiel haben. So wird Peter Grant, Polizist und Zauberlehrling aufs Land geschickt, um die Vorfälle zu überprüfen. Zudem stellt ihm sein Chef Nightingale die hübsche Flussgöttin Beverly Brooks zur Seite, da er London nicht verlassen kann. Schon bald stößt Peter auf Hinweise, dass das Verschwinden der Kinder in seinen Zuständigkeitsbereich gefällt, denn mordlustige Einhörner, seltsame Erscheinungen und eine Reihe von ungeklärten Zwischenfällen sprechen eine eindeutige Sprache. Zusammen mit Beverly und dem schwulen Dorfpolizisten Dominik macht er sich auf die Suche nach den Kindern und den Hintergründen …

Eigene Meinung:
Ben Aaronovitchs bekannte Urban Fantasy Reihe um den Zauberlehrling Peter Grant geht in die fünfte Runde. Weitere Romane sind in Arbeit („The Hanging Tree“ soll im Sommer 2016 in Englisch erscheinen), zudem existiert eine Graphic Novel mit dem Titel „Body Work“, die zeitlich nach Band 1 angesiedelt ist und eine eigene Geschichte erzählt. Lies den Rest dieses Beitrags

[ROMAN] Die Anderen – Das Erbe erwacht von Chris P. Rolls

Autor: Chris P. Rolls
Taschenbuch:  392 Seiten
ISBN: 978-3959491143
Preis: 7,99 EUR (eBook) / 14,90 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Finns Herz ist gebrochen. Seine große Liebe Dave hat ihn verlassen und zu allem Überfluss hat auch der Dämon bekommen was er wollte – eine leidenschaftliche Nacht mit dem jungen Studenten. Nur mühsam kämpft sich Finn zurück ins Leben, und bekommt gar nicht mit, dass ein uraltes Erbe in ihm erwacht ist, das Dämonen zutiefst fürchten: Das Erbe eines Mirjahn, eines wahren Dämonenjägers. Währenddessen ist Dave hin- und hergerissen: einerseits liebt er Finn, andererseits fordert sein Dämon den Tod des Mannes, der sein Erzfeind werden könnte. Zu allem Überfluss wird auch der schwarze Jäger Thomas auf Finn aufmerksam und setzt alles daran herauszufinden, welches Geheimnis den Studenten umgibt und was es mit dem Dämonenmal auf sich hat, das er am Hals trägt.

Die Ereignisse überschlagen sich als Daves Freund und Halbdämon Russell einen weiteren Dämon auf Finn aufmerksam macht, in der Hoffnung Dave aus dem Dunstkreis des Mirjahn zu bekommen. Damit löst er eine Katastrophe aus, die sowohl Dave, als auch Finn und seinen Freunden das Leben kosten könnte …

Eigene Meinung:
Mit „Das Erbe erwacht“ führt Chris P. Rolls die Geschichte um Dave, Finn und seinen bunten Freunden weiter und macht neugierig auf den dritten und abschließenden Teil der Trilogie „Die Anderen“. Der Band knüpft direkt an die Ereignisse von „Das Dämonenmal“, daher sollte man unbedingt den ersten Teil lesen, bevor man sich an „Das Erbe erwacht“ heranwagt. Laut Autorin soll es weitere Geschichten der Anderen geben – man darf gespannt sein, wie es nach dem dritten Roman „Der Weg aus der Dunkelheit“ weitergehen wird und welche neuen Abenteuer geplant sind – bisher ist nichts näheres dazu bekannt.

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