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[ANKÜNDIGUNG] Blogtour: Call me Baby

Hallo ihr Lieben,

vor einigen Tagen habe ich euch „Call me Baby“ vorgestellt – ab morgen läuft eine Blogtour zum neuen Roman von Katharina B. Gross. Wir haben einige tolle Stationen vorbereitet – bei mir wird die Tour am letzten Tag Station machen. Schaut auf jeden Fall vorbei – es lohnt sich und wie immer gibt es tolle Pakete zu gewinnen.

Tourplan:
08.01. Call me Baby: Vorstellung –  www.manjasbuchregal.de
09.01. Charaktervorstellung Tobias –  www.romanticbookfan.de
10.01. Zwischen zwei Stühlen – www.buecherfarben.blogspot.de
11.01. Ultimative Beziehungstipps und welche Fehler man auf jeden Fall vermeiden sollte – www.zauberhaftebuecherwelten.blogspot.de
12.01. Interview – hier
Bewerbung für’s Gewinnspiel bis einschließlich 14.01.2018 möglich
15.01. Gewinnerbekanntgabe – www.netzwerk-agentur-bookmark.de

Gewinnspiel:
Folgende Pakete gibt es zu gewinnen – schaut also am besten jeden Tag auf den teilnehmenden Blogs vorbei 🙂

  1. Platz: 1x Call me Baby in Print (zum ET) + Turnbeutel
  2. Platz 1x Call me Baby in Print (zum ET)
  3. 1x Call me Baby als E-Book im Wunschformat

Teilnahmebedingungen findet ihr hier.

Schon jetzt viel Vergnügen bei der Blogtour zu „Call me Baby“?

[ROMAN] Call me Baby von Katharina B. Gross

Autor: Katharina B. Gross
Taschenbuch:  266 Seiten
ISBN: 978-3958231221
Preis: 6,49 EUR (eBook) / 8,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Tobias hatte bisher kein Glück mit seinen Beziehungen und ist daher als Single unterwegs – was ihn jedoch nicht glücklicher stimmt. Da kommt es überraschend, als es zwischen ihm und dem Bruder eines Arbeitskollegen tatsächlich funkt – Kevin bringt sein Herz zum Rasen und verspricht endlich wieder eine erfüllte Beziehung. Doch auch Niklas, den er dank einer Verwechslung kennenlernt, lässt ihn nicht kalt. Prompt steht Tobias zwischen den Stühlen, denn im Laufe der Zeit entwickelt er Gefühle zu beiden Männern und fühlt sich nicht imstande, sich für einen zu entscheiden. Zudem haben Nikals und Kevin ein Problem und Geheimnis, das sie vor Tobias verstecken – sie haben eine leidenschaftliche Beziehung hinter sich und trauern ihrem Ex hinterher, den sie im Grunde noch immer lieben. Dass die beiden einst ein Paar waren, sorgt für eine Menge Verwirrung und für noch mehr Chaos in Tobias‘ Gefühlswelt …

Eigene Meinung:
Mit „Call me Baby“ erscheint ein weiterer Roman von Katharina B. Gross auf dem deutschen Markt – dieses Mal beim Cursed Verlag, während ihre vorherigen Gay Romance Bücher beim deadsoft Verlag erschienen sind. Den Leser erwartet eine romantisch verworrene Dreiecksbeziehung, die die drei Männer gehörig durcheinanderwirbelt und eine ganz andere Form der Liebe beleuchtet.

Lies den Rest dieses Beitrags

[ROMAN] Vielleicht für immer von Susann Julieva

Autor: Susann Julieva
Taschenbuch: 336 Seiten
ISBN: 978-3-95823-047-7
Preis: 7,95 EUR (eBook) | 10,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Zehn Jahre sind vergangen, seitdem Sam seine große Jugendliebe Gabriel aus den Augen verloren hat, nachdem dieser den Kontakt komplett einstellte. Seitdem ist Sam kaum in der Lage eine vernünftige Beziehung zu führen – zu sehr wiegt die Angst erneut fallen gelassen zu werden. Da bietet sich ihm plötzlich die Möglichkeit die Angelegenheit direkt mit Gabriel, der inzwischen zum aufstrebenden Star der Musikbranche avanciert ist, zu klären. Für die Europatour wird kurzfristig ein Kameramann gesucht, der Gabriel und die Gruppe begleitet und für die Fans kleine Videobotschaften erstellt. Sofort bringt Sams beste Freundin Leni ihn beim Assistenten von Gabes Managerin ins Gespräch und kurz darauf hat er den Job.

Die Europatour beginnt unterkühlt, doch schon bald muss Sam erkennen, dass seine Gefühle für Gabe auch nach so langer Zeit nicht erloschen sind. Auch der junge Musiker kann sich seiner alten Liebe nur schwer erziehen, hütet jedoch ein Geheimnis, dass alles zerstören könnte, was sich zwischen den beiden Männern anbahnt …

Eigene Meinung:
Susann Julievas „Vielleicht für immer“ erschien 2016 beim Cursed Verlag. Die Geschichte ist ein Spin-Off ihres Debüts „Böse Jungs“ (erschienen bei Ullstein Forever), bzw. der Bonusgeschichte „Berlin Blues“, in der Gabriel West erstmals als Nebenfigur auftauchte. Der Roman über Gabe und Sam ist in sich abgeschlossen.

Die Geschichte beleuchtet abwechselnd die Ereignisse der Vergangenheit, sprich Gabes und Sams Schulzeit, und die Europatour, in der sich die beiden jungen Männer neu kennenlernen und ihre Differenzen aus dem Weg räumen müssen. Susann Julieva konzentriert sich dabei auf ihre Figuren und lässt ihnen einen Menge Zeit sich zu entwickeln. Deswegen dauert es lange bis Sam seinen Zorn und Hass begräbt und auftaut, und Gabriel mit der Wahrheit bzw. seinen wirklichen Problemen herausrückt. Dadurch hat man viel Zeit die Figuren kennenzulernen und sich auf sie einzulasen. Die Rückblenden verleihen Sam und Gabe zusätzliche Tiefe, da man sie und ihre Charakterzüge erst dabei wirklich erfassen kann. Positiv ist auch, dass die Autorin ungewöhnliche Themen zur Sprache bringt, darunter auch psychische Krankheiten, die sehr gut beschrieben werden. Auch sonst spielen familiäre Probleme und Homophobie eine gewisse Rolle.
Glücklicherweise verzichtet Susann Julieva auf übermäßig viel Erotik – das hätte nämlich gar nicht zu dem atmosphärischen und ruhigen Roman gepasst, in dem die Charaktere viel Zeit brauchen, um wieder zueinander zu finden. Wer also auf eine erotischere Gay Romance aus ist, wird enttäuscht werden – „Vielleicht für immer“ ist fast ein Coming-of-Age, in dem die wachsende Beziehung zwischen Sam und Gabriel im Zentrum steht.

Die Charaktere sind sehr sympathisch und authentisch. Sowohl Sam, als auch Gabriel kann man sehr gut nachvollziehen. Sam ist ein normaler junger Mann, der noch immer an seiner Vergangenheit zu knabbern hat, jedoch absolut loyal und ehrlich ist, wenn er erst einmal Vertrauen gefasst hat. Gabriel ist wesentlich verrückter, dabei aber mindestens genauso ehrlich und offenherzig, wie Sam. Die beiden geben ein gutes Team ab, da die Nachteile des einen durch den anderen aufgewogen werden. Auch die Nebenfiguren sind sympathisch – lediglich um den Assistenten Elias tut es mir ein wenig leid. Er hat fast zu sehr den Stempel des „Antagonisten“ aufgedrückt bekommen, damit die Geschichte am Ende funktioniert. Das ist sehr schade – vielleicht wird sein Schicksal ja irgendwann in einer Kurzgeschichte abgehandelt, denn man möchte schon wissen, wie es ihm ergeht.

Stilistisch liefert Susann Julieva gewohnt hohe Kost. Es macht einfach Spaß „Vielleicht für immer“ zu lesen. Durch die Wahl der zwei Zeitebenen und die Tatsache, dass mal Sam, mal Gabe die Geschichte erzählt, erhält man einen umfassenden Einblick in die Ereignisse und die Gefühlswelten der Figuren. Daher kann man sich sehr gut in den Roman hineindenken und nur schwer aus der Hand legen, wenn man einmal mit dem Lesen begonnen hat. Susann Julieva ist ein sehr dichter, atmosphärischer Roman gelungen, der eher an „Café der Nacht“ erinnert, als an „Bad Boys“, das wesentlich lockerer war.

Fazit:
„Vielleicht für immer“ ist ein schöner, atmosphärischer Coming-of-Age Roman, der sich stark auf die Charaktere konzentriert. Sowohl Sam als auch Gabe wachsen dem Leser schnell ans Herz und man fiebert dem Happy End entgegen (das für beide mit etlichen Strapazen verbunden ist). Wer Susann Julievas Bücher mag, sollte sich auch die Geschichte um Gabe und Sam nicht entgehen lassen. „Vielleicht für immer“ ist ein wunderschöner Roman, der sich sowohl für heiße Sommerabende, als auch für kühle Winternächte eignet. Zu empfehlen.

 

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[ROMAN] Paranormal Investigations – Liebe von Ally Blue

Autor: Ally Blue
Taschenbuch:  206 Seiten
ISBN: 978-3-95823-031-6
Preis: 6,49 EUR (eBook) | 8,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Sam und Bo haben es endlich geschafft – sie werden von ihren Freunden akzeptiert und leben offen ihre Liebe füreinander auf. Einzig Bos Exfrau Janine legt den beiden Männern regelmäßig Steine in den Weg, ganz besonders wenn es um die Bos Kinder Dean und Adrian geht. Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu, als in Janines Haus seltsame Dinge geschehen und Adrian erste Anzeichen einer psychokinetischen Begabung zeigt. Während Janine nichts davon wissen will, wächst Bos Sorge um seine Söhne, denn in seinem unkontrollierten Zorn ist Adrian theoretisch in der Lage, Portale zu öffnen und den schrecklichen Kreaturen den Weg zu ebnen, denen sich das Team von BCPI immer wieder stellen musste. Sam, der Adrians Begabung teilt, beginnt diesen zu unterrichten, doch Janine setzt alles daran, die Kinder endgültig von Sam und Bo zu trennen …

Eigene Meinung:
Der Roman „Liebe“ markiert das Ende der 5-bändigen „Paranormal Investigations“-Reihe von Ally Blue, wenn man von den beiden Spin-Offs absieht, die sich um Dean und Adrian drehen. Die Romane erschienen komplett im Cursed-Verlag und beenden den Zyklus um Sam und Bo.

Inhaltlich schließt „Liebe“ grob an die Ereignisse der vorherigen Bände an, liefert jedoch keinerlei Erklärungen oder Antworten auf offene Fragen. Stattdessen entwickelt Ally Blue eine eigenständige Geschichte, verknüpft sie jedoch einmal mehr mit der altbekannten Portal-Thematik, die ebenso verworren und diffus bleibt, wie in den letzten Romanen. Es ist sehr schade, dass auch der Finalband der „Paranormal Investigations“- Reihe keine offenen Punkte zum Abschluss bringt und stattdessen einen lauwarmen Aufguss der üblichen Handlungselemente nebst Höhepunkten bietet. Einziger Pluspunkt: Sam und Bo reden endlich offen miteinander (wer Band 4 gelesen hat, weiß, wie enervierend es ist, wenn die Figuren ihr Wissen für sich behalten) und es kommt erstaunlich wenig Sex vor. Während die letzten beiden Bände vor Erotik nur so strotzten, fallen Sam und Bo in „Liebe“ nur wenige Male übereinander her. Das kommt der Handlung zugute, denn Ally Blue konzentriert sich mehr auf Adrian und dessen Probleme, ebenso die Sorgerechtsstreitigkeiten zwischen Janine und Bo. Dennoch kommt die Geschichte nicht wirklich in Fahrt – die Handlung tröpfelt vor sich hin, Spannung fehlt zumeist und das Ende wirkt dermaßen überstürzt (und kitschig), dass man das Buch leider nur frustriert beiseitelegen kann. Wer hofft, dass die Autorin endlich an Band 2 anknüpft und mehr zu den Portalen verrät, wird automatisch enttäuscht – Ally Blue scheint sich keine Gedanken über das Thema gemacht zu haben.

Charakterlich bekommt der Leser die üblichen Stereotypen präsentiert – Sam ist ein ziemliches Weichei, was vor allem daran liegt, dass er oftmals zugunsten Bos auf seine eigene Meinung zu verzichten scheint und sich mit Vorliebe hinter die Schusslinie zurückzieht; mit seinem Partner Bo wird man nur langsam warm, da er trotz aller Vorzüge recht arrogant und egoistisch daherkommt. Am schlimmsten ist jedoch Janine, die das weibliche Hassbild in einem Gay Romance Roman ist – gemein, überheblich, boshaft. Sie scheint kaum positive Eigenschaften zu haben, erst am Ende taut sie ein wenig auf, was jedoch aufgesetzt und nicht realistisch wirkt. Adrian ist im Gegenzug dazu eigentlich ganz sympathisch, wäre er nicht so perfekt! Er scheint binnen weniger Wochen das zu meistern, was Sam erst nach Monaten, wenn nicht Jahren hinbekommen hat, ist superintelligent und wirkt sehr erwachsen. Das geht dem Leser mit der Zeit doch auf den Nerv, da er gar nicht wie ein normales Kind wirkt (von seinen Ausbrüchen einmal angesehen).

Das größte Manko ist jedoch die deutsche Übersetzung – ich weiß nicht, ob am letzten Band eine andere Übersetzerin saß, doch die Geschichte liest sich noch hölzerner und stockender, als zuvor. Man hat viele Probleme mit Ally Blues Stil, einige Sätze wirken, als seien sie 1:1 vom englischen ins deutsche übernommen worden, ohne sich über Sprachrhythmus und sprachliche Eigenheiten Gedanken zu machen. Es liest sich einfach unrund, was man besonders bei langen Sätzen merkt – die holpern extrem und machen teilweise überhaupt keinen Sinn.

Fazit:
Leider kann auch der letzte Band von „Paranormal Investigations“ nicht überzeugen, was zum einen an der langweiligen, vorhersehbaren Geschichte, zum anderen an der wirklich holprigen, unprofessionellen Übersetzung liegt. Weder kann man sich in die Charaktere hineinversetzen, noch bekommt man endlich Antworten zur Portalfrage geliefert – ein schwaches Finale, das nur in einer Sache punkten kann: Ally Blue verzichtet auf übermäßige Sexszenen. Schade, um die interessante Idee und den ursprünglichen Paranormal-Ansatz (von dem man ab Band 3 nur noch wenig mitbekommt). Wie gut, dass es vorbei ist …

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[ROMAN] Lektion Z / Paris von A bis Z von Marie Sexton

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Autor: Marie Sexton
Taschenbuch:  248 Seiten
ISBN: 978-3-95823-028-6
Preis: je Kurzroman 3,99 EUR (eBook) | 8,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der vorliegende Roman beinhaltet zwei Kurzromane: „Lektion Z“ und „Paris von A bis Z“

Lektion Z
Zach und Angelo haben sich in Coda ein gemeinsames Leben aufgebaut und auch ihre Beziehung zueinander ist ernsthafter, vertrauter und intensiver geworden. Daran ändert nicht einmal die Tatsache etwas, dass Angelo noch immer nach anderen Männern schaut und hin und wieder seinen Trieben nachgibt – natürlich mit Zachs Zustimmung. Als die beiden zusammen mit ihren Freunden Jared und Matt nach Las Vegas aufbrechen, ahnen sie nicht, dass sie dort Zachs Ex Jonathan über den Weg laufen. Als dieser Zach zurückgewinnen möchte, wird die Beziehung zwischen Angelo und Zach auf eine harte Probe gestellt …

Paris von A bis Z
Jonathan und Cole wollen in Paris heiraten und laden zu diesem besonderen Tag Matt, Jared, Zach und Angelo ein. Die Aussicht auf eine Woche Paris auf Coles Kosten wird gespalten aufgenommen: Während Jared sich für seinen (Sex)Freund Cole freut, kann Matt seine Eifersucht gegenüber dem femininen Mann nur schwer ablegen. Zachs Sehnsucht seinen Ex Jonathan wiederzusehen ist ebenfalls nicht vorhanden, immerhin hat dieser in Las Vegas für ziemlichen Ärger gesorgt. Doch Angelo zuliebe, der nie aus den Staaten herauskam, stimmt er einer Reise nach Paris zu.
Die Tage in Paris bringen dementsprechend viel Ärger mit sich – nicht nur muss Matt sich nach und nach mit Cole anfreunden, Zach hat das Problem, dass er sich überhaupt nicht für Jonathan freuen kann, im Gegenteil …

Eigene Meinung:
Die beiden Kurzromane sind Spin-Offs der beliebten Coda-Reihe von Marie Sexton und führen die Geschichten um die Pärchen Jared/Matt („Promises – Nur mit dir“), Zach/Angelo („Von A bis Z“) und Cole/Jonathan (Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“) fort. Fans der Reihe erfahren also, wie es mit den Charakteren weitergeht. Der Cursed Verlag veröffentlicht die beiden Geschichten getrennt im eBook Format und gemeinsam als Taschenbuch.

Inhaltlich erwartet den Fan der „Coda“-Reihe eine schöne Fortführung der Handlungsbögen der drei Romane, die teilweise ebenfalls mit eigenständigen Büchern fortgesetzt werden. So handelt es sich bei den Geschichten um Zwischenstücke, die sich dem Leser erst erschließen, wenn man die anderen Geschichten um die drei Pärchen schon kennt. „Lektion Z“ spielt zeitlich vor „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“, da Jared erst in Vegas den Entschluss fasst Jonathan und Cole miteinander bekannt zu machen, „Paris von A bis Z“ spielt danach. Dementsprechend sollte man Marie Sextons „Coda“ – Romane kennen (am besten der Reihe nach lesen), ansonsten wird man weder mit den Charakteren, noch mit den Geschichten etwas anfangen können.
Für Fans der Autorin und der Reihe bietet Marie Sexton solide, unterhaltsame Kost, die allerdings nichts Neues bieten. Es macht zwar Spaß die beiden Kurzromane zu lesen, doch inhaltlich dreht es sich vorwiegend darum, wie die Charaktere ihren Zwist untereinander klären können – einer großen Soap Opera gleich. Das ist durchaus unterhaltsam, da man die Charaktere besser kennenlernt, aber leider bietet sich dem Leser nicht viel Neues. Einzig die Tatsache, dass Angelo und Zach eine gänzlich andere Beziehung führen (eine offene, die auf viel Vertrauen basiert), als Matt und Jared ist mal etwas erfrischend Neues. Gerade im Gay Romance Genre wird normalerweise die Monogamie wie ein Schild vor sich hergetragen – es ist mal was anderes, dass es bei Angelo und Zack anders läuft.

Die Charaktere sind, wie nicht anders zu erwarten, sehr sympathisch und liebenswert in Szene gesetzt. Jeder für sich ist einzigartig, da es Marie Sexton gelingt, sie vollkommen unterschiedlich zu präsentieren und sich ihren Persönlichkeiten anpasst – sie gleichen einander nicht, sondern passen sich an. Angelos Herkunft spiegelt sich in seiner Sprache wider, Zacks gutmütiger, absolut loyaler Charakter ist vollkommen anders als Jared oder Matt. Die Figuren mögen einige klischeehafte Züge haben, aber sie sind nicht so flach und austauschbar, wie in manch anderen Gay Romance Geschichten.

Stilistisch legt Marie Sexton solide Kost vor, die sich auf demselben Level wie ihre übrigen Geschichten hält. Sie lässt die Charaktere sprechen – mit ihren jeweils eigenen Worten. So ist „Lektion Z“ aus Matts und Angelos Sicht erzählt, was sich deutlich in der Sprache und den Beschreibungen wiederspiegelt, in „Paris von A bis Z“ wechseln sich Matt und Zach ab. Zugegeben, es ist enttäuschend, dass der zweite Kurzroman nicht aus Jonathan oder Coles Sicht erzählt wird, denn es wäre schöner gewesen, wenn auch einer der beiden zu Wort gekommen wäre. Hier verschenkt die Autorin Potenzial, denn Jonathans Sicht wäre interessanter gewesen. Nichtsdestotrotz lassen sich beide Kurzromane gut lesen und machen Lust auf mehr.

Fazit:
„Lektion Z / Paris von A bis Z“ ist ein schöner Sammelband der beiden gleichnamigen Kurzromane von Marie Sexton, den sich Fans der „Coda“-Reihe nicht entgehen lassen sollten. Wer den Schreibstil der Autorin, die angenehmen Gay Romance Geschichten und die sympathischen Charaktere mag, dem werden auch die Kurzromane gefallen, die ein paar Lücken zwischen den Büchern füllen. Dementsprechend ist „Lektion Z / Paris von A bis Z“ nur etwas für Kenner der übrigen Romane der Reihe, doch wer diese mochte, wird an diesem schönen Sammelband nicht vorbeikommen. Zu empfehlen.

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[ROMAN] Von A bis Z von Marie Sexton


Autor:
Marie Sexton
Taschenbuch:  228 Seiten
ISBN: 978-3958230194
Preis (vorr.): 6,49 EUR (eBook) | 8,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Zachs Leben dümpelt ereignislos vor sich hin, da er selbst nie etwas daraus gemacht hat. Er ist Besitzer der Videothek „A bis Z“, obwohl er sich überhaupt nicht für Filme interessiert und seinen Stammkunden daher kaum helfen kann. Zudem hat er keine sonderlich hohe Meinung von sich, weswegen er sich auf eine reine Sexbeziehung mit Tom, dem neuen Besitzer des Gebäudekomplexes, in dem seine Videothek untergebracht ist, einlässt. Zeitgleich stellt er den Punk Angelo ein, der sich als wahrer Segen für den Laden entpuppt: Er ist ein Filmfan, weiß um die Vorlieben er Stammkunden und kann Zach viele Entscheidungen abnehmen. Die beiden werden Freunde und während Angelo schon seit einer Weile in Zach verliebt ist, ahnt dieser nichts und versucht stattdessen eine Beziehung mit Tom aufzubauen. Es dauert lange, bis Zach sich auffällt, wie viel ihm Angelo bedeutet, doch selbst dann warten etliche Probleme auf sie – denn Angelos Vergangenheit und seine Ängste machen ein Miteinander fast unmöglich …

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „Von A bis Z“ legt der Cursed Verlag einen weiteren Teil der beliebten „Coda“-Reihe von Marie Sexton vor. In das Kontinuum gehört auch „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“, in dem Zachs Exfreund Jonathan die Hauptrolle spielt, ebenso der populäre Gay Romance „Promises“, der leider nur im eBook Format bei Lyx erschienen ist und in dem Matt und Jared im Mittelpunkt stehen. Die Geschichte um Zack und Angelo wird in den Romanen „Lektion Z“ und „Paris von A bis Z“ fortgeführt, die bei Cursed einzeln als eBook oder als Doppelband im Taschenbuchformat erhältlich sind.

Wer Marie Sextons Werke kennt, weiß, dass sie leichte, romantische Geschichten schreibt, die zu Herz gehen und stark auf die Charaktere zugeschnitten sind. Dabei weiß sie zu unterhalten, da sie mit gut ausgearbeiteten Figuren und einem schönen Schreibstil punkten kann. So macht auch Band 3 der Coda-Reihe Spaß, da die Autorin die passende Mischung aus Romantik, Drama und Geschichte liefert und den Leser durchaus fesseln kann. Ansonsten bietet der Roman wenig Neues – die Autorin hält sich an die gängigen Muster, ohne allzu sehr ins Klischee abzurutschen. Zudem können sich Fans der Reihe auf ein Wiedersehen mit bekannten Figuren der anderen Bücher freuen, denn Matt und Jared, die Helden aus „Promises“ nehmen einen wichtigen Part als Nebencharaktere ein.

Allgemein sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet und gut in Szene gesetzt. Sowohl Angelo, als auch Zach sind sympathisch, man kann sich sehr leicht mit ihnen identifizieren. Sehr schön ist auch, dass beide Hauptcharaktere eine eigene Stimme haben – so ist Zach etwas konservativer und drückt sich dementsprechend aus, Angelo hat einen sehr umgangssprachlichen Slang, sprich er verschluckt Endungen und kommt wesentlich salopper daher. Auf diese Art fühlt man sich als Leser den Charakteren näher, da sie menschlich und realistisch sind. Sie wirken weder künstlich, noch handeln sie aufgesetzt und unlogisch, was ein großer Pluspunkt ist. Auch die übrigen Charaktere sind sympathisch und wachsen dem Leser ans Herz. Fans von „Promises“ erfahren wie es mit Matt und Jared weitergeht, diejenigen, die den Roman noch nicht kennen, sind auf jeden Fall neugierig genug, um einen Blick zu riskieren.

Stilistisch legt Marie Sexton solide, sehr schön geschriebene Kost vor. Sie hat einen äußerst gefälligen Stil, der den Leser schnell in den Bann zieht und dafür sorgt, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Die Geschichte ist abwechselnd aus Zachs und Angelos Sicht geschrieben und bietet einen tollen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelten beider Charaktere. Gerade Angelos Sprache spiegelt perfekt seine Herkunft und sein bisheriges Leben wieder, was ein weiterer Pluspunkt der Geschichte ist. Auch die Sexszenen sind sehr ansprechend umgesetzt. Die Autorin verzichtet auf allzu ausufernde Beschreibungen in diesem und konzentriert sich stattdessen auf das Wesentliche, sprich sie blendet häufiger aus.

Fazit:
Zachs und Angelos Geschichte ist ein schöner, romantischer Liebesroman, den sich Fans der „Coda“-Reihe nicht entgehen lassen sollten. Marie Sexton versteht ihr Handwerk und setzt sowohl die Charaktere, als auch die Geschichte sehr stimmungsvoll und passend in Szene. Selbst wenn inhaltlich wenig Neues passiert, wird man doch gut unterhalten und freut sich auf die Fortsetzung und andere Teile der Gay Romance – Reihe. „Von A bis Z“ lohnt sich für alle, die Romantik, Drama und einen Hauch Erotik mögen. Zu empfehlen.

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[ROMAN] Bander zähmen für Anfänger von Summer Devon


Autor:
Summer Devon
Taschenbuch:  210 Seiten
ISBN: 978-3-95823-025-5
Preis (vorr.): 6,49 EUR (eBook) | 8,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der Gestaltwandler Jake Bander leitet die Tierstation Die Arche und hat dort seinen Frieden gefunden, denn die Einrichtung liegt abgeschieden, was sowohl Ruhe, als auch genug Auslauf für das Tier in ihm bedeutet. All das ändert sich, als eines Tages der reiche Weltenbummler Vaughn Pentriss bei ihm aufschlägt und seine dunkle Seite in Aufregung versetzt. Als der junge Mann und dessen Cousine auch noch ihr gesamtes Vermögen an einen windigen Finanzberater verlieren, ist Vaughn auf einen Job angewiesen, um fortan über die Runden zu kommen. Ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen, bietet Jake ihm einen Job bei der Arche an und wird überrascht: der junge Mann kann durchaus zupacken. Gleichzeitig kommen sich die beiden näher und schon bald stößt Vaughn auf Jakes Geheimnis. Doch das ist erst der Anfang ihrer Probleme …

Eigene Meinung:
Mit „Bander zähmen für Anfänger“ legt der Cursed Verlag einen weiteren Gestaltwandler-Roman vor, der den Auftakt der „Solitary Shifters“-Reihe von Summer Devon markiert. Der zweite Band „Ein Colt für Fortgeschrittene“ ist ebenfalls bei Cursed erschienen – ob der heteroerotische Roman „Predator’s Passion“, der Teil Gestaltwandler-Kontinuum „Varelse Series“ ist (zu dem auch „Solitary Shifters“ gehört), jemals erscheinen wird, steht in den Sternen, denn in diesem Buch spielt eine Frau die Hauptrolle.

Die Geschichte bietet einige gute Grundlagen, denn die Welt, in der „Solitary Shifters“ angesiedelt ist, weiß bereits von der Existenz verschiedener Gestaltwandler, die zumeist zurückgezogen leben und die öffentliche Aufmerksamkeit scheuen. Auch weiß man bis zum Ende nicht, welcher Rasse Jake eigentlich angehört – er gehört zu den Banders, die man sich am ehesten als eine Mischung aus Wolf und Yeti vorstellen kann. Das weckt durchaus Interesse, zeitgleich ist es ein wenig enervierend, dass man nicht mehr über die Hintergründe der Gestaltwandler-Rassen erfährt und welche Rolle sie in der menschlichen Gesellschaft einnehmen. So bleibt Jakes Vergangenheit bis auf wenige Ausnahmen im Dunkeln und auch sonst wartet die Autorin selten mit Spannung und Action auf (obwohl es durchaus Potenzial in dieser Richtung gab). Stattdessen präsentiert sie einen seltsam gestückelten, stark konstruierten Handlungsbogen, dem man nur schwer folgen kann. Auch gibt es etliche unlogische Szenen, die nicht zum Gesamtbild passen und verwirren. Seien es die Ermittlungen der Polizei, das seltsame Vorgehen des Verbrechers oder die Entwicklung der Beziehung zwischen Jake und Vaughn – die einzelnen Szenen passen weder zusammen, noch bauen sie aufeinander auf, so dass man sich durch das Buch kämpfen muss.
Ein weiterer Grund sind die Dialoge, die ebenfalls nicht zusammenpassen (es fühlt sich an als redeten die Charaktere aneinander vorbei) und die Tatsache, dass Dinge getan werden, während eine halbe Seite zuvor das Gegenteil angekündigt wurde. Selbst die Erotik kommt irgendwie plump daher, da sie ebenfalls nicht stimmig ist. Insbesondere am Anfang fragt man sich, warum Jake die Annäherungen seitens Vaughn überhaupt zulässt und später zurückgibt, obwohl er sagt, dass er an Sex keinerlei Interesse hat. All das machte es schwer, sich in die Geschichten einzufinden, da man immer wieder gezwungen ist, die Handlungen und Reaktionen der Figuren zu hinterfragen.

Die Charaktere sind sympathisch, allen voran Vaughn, der bei weitem nicht nur der reiche Sohn ist, der in den Tag hineinlebt, sondern auch arbeiten kann, wenn es notwendig ist. Mit seinem sonnigen und offenen Gemüt sichert er sich schnell einen Platz im Herzen der Leser und bietet einen guten Gegenpol zu Jake, der zumeist sehr still, introvertiert und grummelig ist. Die beiden ergänzen sich gut, allerdings handeln sie mitunter etwas unlogisch oder machen Dinge, die sie im Vorfeld abgelehnt haben.
Die Nebenfiguren sind teilweise sympathisch (Walton, die Kids des Hofes), teilweise nervend (Maya, Dr. Glen). Dennoch bieten sie einen passenden Rahmen, wenngleich auch hier immer wieder Logiklöcher vorkommen, gerade was Mayas seltsame Pläne anbelangt.

Stilistisch ist „Bander zähmen für Anfänger“ Geschmackssache – Summer Devon hat einen sehr abgehakten, unausgereiften Stil, der ein flüssiges Lesen und ein Eintauchen in die Geschichte fast unmöglich macht. Es mag nicht allen so gehen, doch der sprunghafte Stil sorgt zumindest bei einigen Lesern für Unverständnis und Verwirrung. Ob das an der Übersetzung liegt, kann ich nicht beurteilen, da man dafür das englischsprachige Original kennen müsste. Dennoch fallen etliche stilistische Schwächen ins Auge, die das Lesevergnügen leider stark trüben.

Fazit:
Summer Devons „Bander zähmen für Anfänger“ ist ein Roman, der am meisten mit seinen Charakteren und der groben Grundidee punkten kann. Ansonsten enttäuscht der erste Teil der „Solitary Shifters“-Reihe, da die Handlung lückenhaft und unausgereift ist, und der Stil sehr abgehakt und unausgegoren daherkommt. Schade – man hätte wesentlich mehr machen können. Wer den Roman mag, wird auch die Fortsetzung um Dr. Glen mögen, der in diesem Teil nur eine kleine Rolle spielte. Allen, die noch unsicher sind, empfehle ich einen Blick in die Leseprobe (sowohl in die deutsche, als auch in die englische), um dann eine Entscheidung zu treffen.

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[ROMAN] Klang des Lebens von Sarah Madison

Autor: Sarah Madison
Taschenbuch: 232 Seiten
ISBN: 978-3-95823-021-7
Preis: 6,49 EUR (eBook) | 8,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der Jahrhunderte alte Vampir Alex will seinem Leben als seelenloser Unsterblicher den Rücken kehren und erwirbt ein altes, renovierungsbedürftiges Haus mitten im Nirgendwo. Dort will er möglichst wieder menschlich werden und entsagt daher dem Schlaf im Sarg nahezu vollständig, da dieser ihn zwar stark und jung macht, gleichzeitig aber auch grausam und unmenschlich. Zusammen mit einem Rudel Werwölfe, mit denen er sich angefreundet hat, bewältigt er die Flucht vor seinem vampirischen Ex, der Alex Sehnsüchte nicht nachvollziehen kann. Im Gegenzug gestattet er den Wölfen bei Vollmond auf seinem Grundstück zu jagen.

Die Flucht ins Exil gestaltet sich jedoch als schwieriger als gedacht, denn gänzlich abgeschieden liegt Alex‘ neue Bleibe nicht – zum einen erhält er regelmäßig Besuch von einem roten Kater, zum anderen freundet er sich mit dem Tierarzt der nahen Ortschaft an: Tate. Als auch noch die erste Vollmondnacht den Werwölfen zum Verhängnis wird, da einer der Wölfe von einem unbekannten Tier angegriffen und schwer verletzt wird, überschlagen sich die Ereignisse. Denn in ihrer Not fällt Alex nur Tate ein, der der Schwerverletzten helfen kann …

Eigene Meinung:
Der Roman „Klang des Lebens“ stammt von Sarah Madison, die bereits mehrere Gay Romance Geschichten veröffentlicht hat. Unter dem Titel „Crying for the Moon“ erschien das Buch bereits 2011 und erzählt einen in sich abgeschlossenen Handlungsbogen.

Von der Grundidee her ist „Klang des Lebens“ gar nicht mal uninteressant – Vampire, die Macht, Jugend und Schönheit erhalten, wenn sie regelmäßig in einem Sarg schlafen, dafür jedoch ihre Menschlichkeit und ihre Seele aufgeben. Die zu blutrünstigen Monstern werden, wenn sie sich selbst verlieren, dafür jedoch die besonderen Fähigkeiten erhalten, die das Vampirdasein im Allgemeinen mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund baut Sarah Madison die Geschichte von Alex auf, der sich diesem Zwang nicht mehr unterwerfen will und den üblichen Riten der Vampire abschwört, um wieder menschlich zu werden. Dass er sich dafür mit Werwölfen zusammentut ist ein weiterer Punkt, der die Geschichte aus der breiten Masse hervorhebt, wenngleich die ewige Feindschaft zwischen Vampiren und Werwölfen auch hier angesprochen wird.

So spannend die Grundlagen klingend, so unspektakulär baut die Autorin die Geschichte um Alex und seine wölfischen Freunde auf. Anstatt Alex‘ Kampf gegen seine Natur und eventuell gegen seinen Ex, der diese Macht nicht aufgeben will, genauer und detaillierter zu beschreiben, entpuppt sich die Geschichte als typische Liebesgeschichte zwischen Tate und Alex. Sicherlich – solch eine Lovestory gehört zu einer Gay Romance, doch dass nahezu alle tollen Grundideen nicht ausgebaut oder eingewoben werden, enttäuscht den Leser doch ziemlich. Was hätte man nicht alles machen können, insbesondere als klar wird, dass auch das Werwolfrudel nicht dem üblichen Standard entspricht? Es hätte so viele Handlungsbögen gegeben, die man hätte einbauen können, mehr Spannung und Action, um wirklich zu unterhalten. Stattdessen dümpelt die Geschichte über die Hälfte vor sich hin, nahezu episch wird beschrieben, welche Reparaturen Alex in seinem neuen Domizil vornimmt und auch Tate darf sich ordentlich in Szene setzen. Dass sich dieser am Ende nicht als Mensch entpuppt, sondern ebenfalls das ein oder andere Geheimnis hat, kommt zwar nicht überraschend, doch darauf hätte man auch verzichten können. Dass die Autorin damit eine gewaltige Logiklücke erschafft, lässt sich nämlich nicht ignorieren. Wenn man bedenkt, dass Tate von einem Rudel Werwölfe umzingelt ist, die über besonders ausgefeilte Sinne verfügen, ist es einfach nur seltsam, dass nur einer der Wölfe mitbekommen hat, dass sein Geruch seltsam ist und er kein Mensch sein kann …

Die Charaktere wirken insgesamt ein wenig blass, da auch hier nicht die Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die die Grundidee bietet. Alex wirkt die meiste Zeit ein wenig hilflos und unsicher, obwohl er genug Lebenserfahrung haben dürfte; Tate kommt zu offensichtlich mit den Werwölfen klar, die sich plötzlich in der Stadt tummeln. Ihre Aktionen und Dialoge wirken ein wenig aufgesetzt, was vor allem daran liegt, dass ihnen der Tiefgang fehlt. Sie sind arg schablonenhaft geraten, was auch dafür sorgt, dass man sich nur schwer mit ihnen identifizieren und mitfühlen kann.

Dafür sind die Nebenfiguren ganz gut gelungen und sehr sympathisch, insbesondere die Werwölfe Nick und Peter, die dem eigentlichen Pärchen recht schnell den Rang abliefen. Das liegt vor allem daran, dass sie selbst ein Paar sind und mit diversen Problemen zu kämpfen haben, die ihre Beziehung mit sich bringt. Dabei wird ihnen fast mehr Platz eingeräumt, als Tate und Alex, weswegen es schade ist, dass über die beiden Werwölfe nicht mehr herausgekommen ist.

Stilistisch ist „Klang des Lebens“ solide und gut geschrieben. Sarah Madison hat einen gefälligen, leicht lesbaren Stil. Das betrifft ganz besonders die Beschreibungen der Gegend (nur manchmal ist es einfach zu viel, da es die Geschichte ausbremst) und des Hauses, so dass sich der Leser alles fast bildlich vorstellen kann. Dafür hapert es ein wenig an den Dialogen und den Actionszenen, die nicht nur recht spärlich vorhanden, sondern auch nur schwer nachvollziehbar sind. Dennoch liest sich „klang des Lebens“ sehr schnell und man hätte problemfrei 200-300 weitere Seiten gelesen, wenn die Handlung dafür spannender und komplexer gewesen wäre.

Fazit:
„Klang des Lebens“ wartet mit tollen Grundideen und einer soliden Rahmenhandlung auf, die jedoch nur marginal zu einer spannenden, abwechslungsreichen Geschichte entwickelt wird. Die Handlung bleibt spannungsarm und langatmig, die Charaktere oberflächlich und unspektakulär. Es ist sehr schade, dass Sarah Madison so viel verschenkt hat, denn mit mehr Seiten und einem besseren Konzept hätte man einiges aus der Grundidee herausholen können. So ist „Klang des Lebens“ nur Lesern zu empfehlen, die sich an der Unlogik und den umfangreichen, unwichtigen Beschreibungen nicht stören. Im Bedarfsfall einen Blick in die Leseprobe werfen und dann entscheiden.

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[ROMAN] Herz nach Maß von Claire Thompson

Autor: Claire Thompson
Taschenbuch: 225 Seiten
ISBN-13: 978-3944686202
Preis: 8,95 EUR

Story:
Kurz vor dem Burn-Out zieht der junge Börsenmakler Will die Reißleine und krempelt sein Leben um. Dazu gehört, dass er sich jobtechnisch eine Auszeit nimmt und ein altes, renovierungsbedürftiges Haus auf dem Land, wo er endlich zur Ruhe kommen will. Um die Küche auf Vordermann zu bringen, engagiert er den Handwerker Jack, der ihn bereits innerhalb kürzester Zeit fasziniert und für den Will bereit ist, sein ruheloses Leben ohne festen Partner aufzugeben. Doch Jack ist durch und durch hetero, Witwer und hat zwei erwachsene Söhne, die fast so alt sind, wie Will. Trotz all der Dinge, die dagegen sprechen, versucht Will sein Glück und freundet sich mit Jack an. Im Laufe der Zeit entspinnt sich schließlich eine sonderbare Beziehung zwischen den beiden Männern, denn Jack ist nicht so abgeneigt, wie Will gedacht hat, immerhin hat der Handwerker in seiner Jugend eine tiefgehende Erfahrung mit seinem besten Freund gemacht …

Eigene Meinung:
„Herz nach Maß“ stammt von der Autorin Claire Thompson und erschien 2014 beim Cursed Verlag. Die Autorin ist in den USA eine bekannte Erotikautorin, die sowohl Hetero als auch Gay Romane veröffentlicht, größtenteils mit BDSM Einschlag. „Herz nach Maß“ ist der erste Roman der Autorin, der in Deutschland erschienen ist.

Inhaltlich geht es recht ruhig und bedächtig zur Sache – der vorliegende Roman konzentriert sich vollkommen auf die wachsende Beziehung zwischen Will und Jack. Dementsprechend räumt die Autorin ihren beiden Figuren viel Zeit ein, um sich kennenzulernen und einander näherzukommen. Dabei geht sie auf beide Figuren ein, erzählt die Geschichte mal aus Wills Sicht, mal aus Jack und lässt Letzterem genügend Platz, um sich mit dem Thema Homosexualität zu befassen. Glücklicherweise verzichtet sie darauf die Charaktere binnen weniger Kapitel miteinander ins Bett hüpfen zu lassen, sondern lässt gerade Jack eine Menge Zeit, um sich mit seinen Gefühlen auseinander zu setzen und sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Dadurch ist „Herz nach Maß“ gut nachvollziehbar und bietet Fans ruhiger, stiller Liebesgeschichte einen schönen, angenehm lesbaren Roman, der von der Handlung her überzeugen kann. Sicherlich hätte man hier und da die Geschichte noch vertiefen oder auch weiterführen können (gerade hinsichtlich des Coming-Outs des Witwers), doch insgesamt bietet Claire Thompson eine gefühlvolle und sensible Aufarbeitung der Thematik.

Dank der ruhigen Herangehensweise sind auch die Charaktere gut gelungen und in sich schlüssig. Will ist der typische, extrovertierte Schwule, der von einem Partner zum nächsten hüpft, wenig Sinn für Liebe und feste Partnerschaften hat und erst zur Ruhe kommt, als sein Körper ihn dazu zwingt. Jack ist in vielen Punkten das genaue Gegenteil: ruhig, in sich gekehrt, jemand, der seine Probleme zerdenkt und in vielerlei Dingen zwischen den Fronten steht. Beide Charaktere ändern sich im Laufe der Geschichte – sie ergänzen einander und erden sich in gewisser Weise gegenseitig.

Stilistisch bietet „Herz nach Maß“ solide Kost. Claire Thompson hat einen schönen, sicheren Schreibstil, der gut zur eher ruhigen Handlung passt und auf allzu viele Schnörkel verzichtet. Sowohl die Beschreibungen der Umgebung und des Hauses, als auch die Dialoge und inneren Monologe der Figuren sind gut gelungen und bringen dem Leser das Umfeld und die Charaktere näher. Gerade Jack lernt man im Laufe der Zeit sehr gut kennen und man versteht seine Gefühle und Bedenken. Da Claire Thompson zwischen den Perspektiven ihrer Charaktere wechselt, kann man sich gut mit beiden Figuren identifizieren, was dem Roman eine gewisse Dreidimensionalität verleiht. Auch Liebhaber gut geschriebener Erotik werden auf ihre Kosten kommen – Claire Thompson findet das richtige Maß und baut nicht zu viele explizite Szenen ein, die den Lesefluss hemmen könnten.

Fazit:
„Herz nach Maß“ ist ein solide geschriebenes, ruhiges Buch mit sympathischen, realistischen Hauptcharakteren und einem überzeugenden Handlungsbogen. An einigen Stellen hätte sich die Autorin weiter vorwagen können und die Beziehung der beiden noch weiter voranbringen können, doch insgesamt ist „Herz nach Maß“ gut gelungen. Wer ruhige Liebegeschichten ohne Action und Dramatik mag und Bücher liebt, in denen es nur um die Beziehung zweier Männer geht, der ist mit Claire Thompsons Werk gut beraten. Mehr als das, sollte man aber nicht erwarten …

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[ROMAN] Soulmates – Ruf der Leidenschaft von J.L Langely

Autor: J.L Langely
Taschenbuch: 328 Seiten
ISBN-13: 978-3958230132
Preis: 9,50 EUR

Story:
Seit Aubrey denken kann, steht für ihn die Familie und die Leitung des Geschäfts an erster Stelle, insbesondere nachdem sein Bruder Keaton nach seinem Coming-Out abgehauen ist und woanders sein Glück gefunden hat. Für Aubrey bedeutet das seine eigene Homosexualität zu verstecken, um in der Geschäftswelt bestehen zu können und seine Eltern nicht zu enttäuschen. Seine Vorsätze geraten ins Wanken, als er auf Bitten seines Bruders hin, den jungen Werwolf Matt bei sich aufnimmt. Schnell wird klar, dass Matt nicht nur schwul ist, sondern Aubreys Gefährte. Hin und her gerissen zwischen Verantwortungsgefühl, Pflichtbewusstsein und seiner neu erwachten Leidenschaft, kann Aubrey nicht von Matt lassen. Unter der Voraussetzung absolutes Stillschweigen zu bewahren, werden die beiden ein Paar, doch gerade Matt fällt es schwer zu verstecken, was er für Aubrey empfindet. Als Letzterem Drohungen zugespielt werden und jemand Matts Leben bedroht, muss sich Aubrey entscheiden …

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „Ruf der Leidenschaft“ legt der Cursed Verlag den dritten Band der „Soulmates“ Reihe von J.L. Langley vor. Die ersten Bände „Ruf des Schicksals“ und „Ruf der Leidenschaft“ handeln ebenfalls von Werwölfen und ihren Gefährten – Aubreys Bruder Keaton ist einer der Protagonisten des ersten Bandes der Reihe. Neben den Romanen gibt es in den USA etliche Kurzgeschichten zu den einzelnen Pärchen, um die Wartezeit zum vierten Band zu überbrücken.

Inhaltlich legt J.L. Langley einen soliden Gay Romance Roman vor, in dem es vorwiegend um die Beziehung von Aubrey und Matt geht. Dementsprechend romantisch und erotisch wird es im Laufe der Zeit, wenngleich sich die Sexszenen dieses Mal definitiv im Rahmen halten. Während gerade Band 1 sehr sexlastig war, hält sich die Autorin in „Ruf der Leidenschaft“ spürbar zurück und konzentriert sich darauf, zunächst eine Beziehung zwischen Aubrey und Matt aufzubauen. Dies ist im Grund in Ordnung, nimmt aber mehr als die Hälfte des Buches ein und sorgt dafür, dass die actionhaltigen Elemente, wie die Bedrohung von Matt, erst recht spät zur Sprache gebracht werden. Das ist schade, da es in der ersten Hälfte an Spannung mangelt und die Geschichte erst zum Ende an Fahrt aufnimmt. Im Vergleich zum zweiten Band, in dem der Krimiplot für Abwechslung und Action sorgte, ist „Ruf der Leidenschaft“ daher ein wenig schwächer. Auch fehlt dem Leser die Welt der Werwölfe, da das Thema dieses Mal nur angeschnitten wird, anstatt dass man weitere Informationen zu Rudeln, Gesetzen und Regeln erfährt. Bis auf die Sache mit den Gefährten, gibt es für den Leser dieses Mal nichts Neues.

Wie bereits erwähnt liegt der Schwerpunkt des Romans auf den Charakteren, die man mit all ihren Eigenarten, Stärken und Schwächen kennenlernt. Dementsprechend ist die Rahmenhandlung stark auf die Figuren zugeschnitten, so dass man viel über Aubrey und Matt erfährt. Hierbei ist es für den Leser spannend, Aubrey besser kennenzulernen, da dieser im ersten Band der Antagonist war und den meisten nicht unbedingt in guter Erinnerung geblieben ist. Bei ihm ist zudem die größte Charakterentwicklung festzustellen, da er sich spürbar ändert, nachdem Matt in sein Leben tritt. Dieser ist im Vergleich zu Aubrey recht blass und kann nur selten aus dem Schatten seines Geliebten heraustreten. Er verhält sich recht vorhersehbar, fast schon langweilig, ist jedoch kein unsympathischer Charakter.

Die Nebenfiguren können ebenfalls überzeugen – seien es Aubreys Eltern, Boskie oder Carson. Sie bilden einen passenden Rahmen, sorgen für spannende Nebenplots und stiften zusätzliche Verwirrung. Auch Tara, Aubreys Freundin und Verlobte, heimst etliche Sympathiepunkte ein, da sie eine erfrischende Abwechslung zu den überwiegend schwulen Männern bietet. Lediglich Matts Freunde und Familie bleiben ein wenig außen vor, was jedoch erst im Nachhinein auffällt.

Stilistisch legt J.L. Langley einen gut geschrieben Roman vor, der durch einen flüssigen, abwechslungsreichen Stil besticht. Die Autorin versteht ihr Handwerk, gerade wenn es um Gefühle, Beziehungsdramen und Erotikszenen geht. Auch die Dialoge sind gut umgesetzt, lediglich die Actionszenen funktionieren nicht immer. Dennoch ist „Ruf der Leidenschaft“ gut geschrieben und weiß mit der Zeit zu fesseln.

Fazit:
„Ruf der Leidenschaft“ ist eine gelungene Fortsetzung der „Soulmates“-Reihe und bietet Fans von J.L. Langley solide geschriebenen Lesestoff. Inhaltlich reicht die Geschichte zwar nicht an Band 2 heran, doch da die Autorin auf allzu viele Erotikszenen verzichtet, ist der Roman dennoch besser als der Auftaktband der Reihe. Die Charaktere sind sympathisch, die Beziehung zwischen Aubrey und Matt entwickelt sich langsam und zum Ende hin kommt zumindest ein wenig Spannung auf. Daher erhält der Band schwache 4 Sterne von mir.

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