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[Roman] No Return von Jennifer Wolf

 

Autor: Jennifer Wolf
Taschenbuch:  Band 1: 345 Seiten, Band 2: 286 Seiten
ASIN: B06XYPSL52 / B071YSVTFG
Preis: je 3,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Die Boyband WrongTurn ist der aufstrebende Star am Musikhimmel und Traum aller weiblichen Teenager. Egal wo sie sind, die fünf Musiker können sich vor Liebesbekundungen, kreischenden Fans und aufdringlichen Reportern kaum retten. Insbesondere Tony und Andrew stehen im Zentrum der „ANTON“-Fans, die sich sicher sind, dass zwischen den beiden Kindheitsfreunden mehr ist, als reine Freundschaft. Als Tony darüber stolpert, ist er entsetzt, denn sein Herz schlägt bereits seit Ewigkeiten für Drew, der für ihn unerreichbar erscheint und seine Angst, dass jemand etwas mitbekommen hat, schlägt immer größere Bahnen. Richtig kompliziert wird es, als er erfährt, dass Drew seine Gefühle erwidert und die beiden den Schritt Richtung Beziehung wagen, denn das Management der Gruppe glaubt, dass dieser Punkt die steile Karriere von WrongTurn beendet. Für die beiden beginnt ein Akt auf dem Drahtseil, der gerade den unsicheren, sensiblen Tony immer mehr in die Enge treibt …

Eigene Meinung:
Mit den beiden Romanen „No Return – Geheime Gefühle“ und der direkt anschließenden Fortsetzung „Versteckte Liebe“ schreibt sich Jennifer Wolf einmal mehr in das Herz der gay Romance Leser. Mit „Tagwind“, dem vierten Teil ihrer „Jahreszeiten“-Reihe und dem Kurzroman „Summer Boys“ hat sie bereits Einzelbücher im Gay Genre herausgebracht, jetzt erschien bei Carlsen Impress eine Duologie über die fiktive Band WrongTurn.

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[BLOGTOUR] We could be heroes Tag 1 – Buchvorstellung und queere Jugendbücher

Hallo ihr Lieben,

herzlich Willkommen zur Blogtour zu „We could be heroes“, dem Debüt und Gewinnerroman des Schreibwettbewerbs von Tolino Media und Carlsen Impress, der 2016 stattfand. Das Buch stammt aus der Feder der jungen Autorin Laura Kuhn und erschien bereits im März als Taschenbuch, eBook-Leser werden sich bis Anfang Juli gedulden müssen, denn erst dann erscheint der sommerliche Liebesroman bei Carlsen Impress. Das Jugendbuch handelt von der jungen Lou, die nach einem Zwischenfall mit ihrer besten Freundin Natalie mit ihrem Vater und ihrem Bruder aufs Land zieht und sich dort ein neues Leben aufbaut. Dabei verliebt sie sich nicht nur in die stille Elia, sie muss sich auch der Tatsache stellen, dass sie lesbisch ist – für Lou eine unerwartete Herausforderung, die eine Menge Gefühlschaos mit sich bringt.

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[ROMAN] We could be heroes von Laura Kuhn

Autorin: Laura Kuhn
Taschenbuch: 250 Seiten
ISBN: 978-3-551-31691-2
Preis: 3,99 EUR (eBook) / 7,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Seitdem Lou für ihre beste Freundin Natalie mehr als Freundschaft empfindet, ist ihr Leben das reinste Chaos. Ihre Versuche es zu verstecken, enden schließlich in einem alkoholgeschwängerten Kuss mitten auf der Tanzfläche einer Party. Erschrocken über ihre eigene Courage stimmt Lou kurz darauf dem Vorschlag ihres Vaters zu, einen Bauernhof zu kaufen und aufs Land zu ziehen. Dort hofft sie zur Ruhe zu kommen, trifft aber in ihrer neuen Schule auf die schüchterne Elia, in die sie sich auf den ersten Blick verliebt. Als sie herausfindet, dass ihr Bruder Tom dem Mädchen Nachhilfe gibt, scheint alles perfekt, um sie nach und nach kennenzulernen. Doch auch Tom verliebt sich in Elia und plötzlich fühlt sich Lou in einer Zwickmühle gefangen – sie will Elia, gleichzeitig aber auch ihren Bruder nicht verlieren …

Eigene Meinung:
Mit „We could be heroes“ legt die Autorin Laura Kuhn ihr Debüt vor. Das lesbische Jugendbuch belegte beim großen Autorenwettbewerb von Tolino Media und Carlsen Impress den ersten Platz und erschien im März 2017 im Print und eBook. Laut der Autorin ist das Buch leicht autobiografisch, da viele Szenen von ihrem eigenen Leben inspiriert sind. Von der Grundidee und dem inhaltlichen Rahmen her erinnert „We could be heroes“ stark an Anne Freytags „Den Mund voll ungesagter Dinge“.

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[ZITATE-FREITAG] Cavaliersreise

Hallo ihr Lieben,

der letzte Zitate-Freitag liegt eine Ewigkeit zurück, daher dachte ich, es sei an der Zeit dieses wundervolle Jugendbuch auf diesem Weg noch besser vorzustellen und euch ein bisschen den Mund wässrig zu machen. Es ist ein tolles Buch, dass ich sehr genossen habe. Die Charaktere habe ich auf jeden Fall ins Herz geschlossen, also schaut auf jeden Fall rein, wenn ihr die Gelegenheit habt.

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meine Rezension

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[ROMAN] Cavaliersreise von Mackenzie Lee

Autor: Mackenzie Lee
Hardcover: 496 Seiten
ISBN: 978-3551560384
Preis: 13,99 EUR (eBook) / 19,99 EUR (Hardcover)
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Story:
Ein Jahr bleibt Henry Montague bis er nach und nach das Anwesen seines Vaters übernehmen und sich gemäß seines Standes verhalten soll. Für den jungen Gentleman eine Schreckensvision, der er sich nur zu gerne mittels Alkohol, Tändelei und Spielerei entzieht – zumeist in Begleitung seines dunkelhäutigen Freundes Percy für den er geheime, tiefe Gefühle hegt. Gemeinsam mit diesem und seiner Schwester Felicity begibt er sich auf Cavaliersreise durch Europa, doch schon die erste Station in Paris entwickelt sich zu einer Katastrophe. Monty sprengt nicht nur einen Ball in Versailles, er stiehlt auch ein geheimnisvolles Kästchen aus den Gemächern des Herzogs von Bourbon, an dem er sich auf diesem Weg für eine verbale Schmach rächen will. Dass sich hinter diesem Kästchen mehr verbirgt, wird Monty klar, als die Reisegruppe auf dem Weg nach Marseille von Wegelagerern angegriffen wird. Fortan sind Felicity, Percy und er auf der Flucht; und auf der Suche nach dem Geheimnis des Kästchens, das aus dem Besitz eines berühmten spanischen Alchemisten kommt. Dieser hat nach einem Allheilmittel geforscht hat und ist in Montys Augen die einzige Chance seinen Freund Percy von der Fallsucht zu heilen …

Eigene Meinung:
„Cavaliersreise“ ist das zweite historische Jugendbuch von Mackenzie Lee und der erste Roman, der in Deutschland erschienen ist. Bereits für ihr Debüt „This Monstrous Thing“ gewann mehrere Preise und machte die Autorin bekannt. Auch für ihr nächstes Jugendbuch „Semper Augustus“ sind queere Charaktere angekündigt (dieses Mal geht es jedoch in die lesbische Richtung), bleibt also zu hoffen, dass auch dieses Werk einen Weg nach Deutschland findet.

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[ROMAN] Eine Woche für die Ewigkeit von Nina LaCour und David Levithan

Autor: Nina LaCour / David Levithan
Hardcover: 280 Seiten
ISBN: 978-3-551-58362-8
Preis: 11,99 EUR (eBook) / 16,99 EUR (Hardcover)
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Story:
Ein ganzes Schuljahr lange sitzen Mark und Kate in Mathe nebeneinander – doch wirklich kennen tun sie sich nicht. Erst als die beiden zu Beginn der Pride Week San Franciscos in einer Gay Bar übereinander stolpern, ändert sich das, denn beide haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Kate ist auf der Flucht vor einem Date mit Violet, die sie schon ewig anhimmelt und zum ersten Mal treffen kann, Mark möchte seinen besten Freund Ryan für sich gewinnen, muss jedoch miterleben, wie dieser mit einem anderen Kerl anbandelt. Für beide bricht eine Woche voller Höhen und Tiefen an, die sie zusammenschweißt und ihnen zeigt, was wahre Freundschaft bedeutet …

Eigene Meinung:
„Eine Woche für die Ewigkeit“ stammt von Nina LaCour und David Levithan, die beide keine unbekannten Größen auf dem amerikanischen Jugendbuchmarkt sind. Ganz besonders David Levithan hat sich in das Herz tausender Leser geschrieben und ist gerade für seine Bücher „Two Boys Kissing“ und „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ bekannt, in denen er immer LGBT-Themen einbaut. Auch Nina LaCour ist in diesem Genre aktiv und hat bereits mehrere Jugendbücher geschrieben. Gemeinsam erschaffen sie ein gut lesbares, lockerleichtes Buch über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und den Mut zur Veränderung …

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[ZITATE-FREITAG] Nur drei Worte

Hallo ihr Lieben,

wie ihr vielleicht gemerkt habt, kam ich letzte Woche nicht dazu, ein paar Zitate auszuwählen und auch diesen Freitag bin ich arg spät dran. Damit nicht nochmal ein Zitate-Freitag ausfällt, habe ich mir das wundervolle Jugendbuch „Nur drei Worte“ geschnappt und für euch meine Lieblingsstellen rausgesucht. Wer das Buch um Simon und Blue nicht kennt, sollte es sich auf jeden Fall zulegen – es ist ein wundervolles Jugendbuch und es verdient einen Ehrenplatz in eurem Regal 🙂

Bestellen: Amazon
meine Rezension

Es ist ein seltsam subtiles Gespräch – fast merke ich gar nicht, dass ich erpresst werde.

Wir sitzen auf Metallstühlen hinter der Bühne und Martin Addison sagt: „Ich habe deine Mail gelesen.“

„Was?“ Ich schaue hoch.

„Vorhin. In der Bibliothek. Natürlich nicht mit Absicht.“

Du hast meine Mail gelesen?“

„Na ja, ich habe mich direkt nach dir an den Computer gesetzt“, sagt er.“ „Und als ich Gmail eingegeben habe, hat sich dein Account geöffnet. Du hättest dich vielleicht ausloggen sollen.“

Ich starre ihn entgeistert an. Er tappt mit dem Fuß gegen sein Stuhlbein.

„Also, was soll das mit dem falschen Namen?“, fragt er.

Tja. Ich würde sagen, der Sinn eines falschen Namens ist es, meine geheime Identität vor Leuten wie Martin Addison geheim zu halten. Das hat also hervorragend funktioniert.

Er hat mich am Computer sitzen sehen.

Und ich bin wohl ein Riesentrottel.

Er lächelt tatsächlich. „Jedenfalls dachte ich, es interessiert dich vielleicht, dass mein Bruder schwul ist.“

„Nur drei Worte“, Seite 7 (c) Becky Albertalli / Carlsen

„Okay, ich werde jetzt euer Badezimmer belegen. Zeit für die Transformation.“

„Klingt gut“, sage ich. „Dann transformiere ich hier im Wohnzimmer.“

Nora hebt den Blick vom Buch. „Simon. Ihhh.“

„Ich werfe mir nur einen Dementoren-Umhang über. Ich schätze, das wirst du überleben.“

„Was ist denn ein Dementor?“

Also echt, ich fasse es nicht. „Nora, du bist nicht mehr meine Schwester.“

„Ist also irgendein Harry-Potter-Zeugs“, sagt sie.

„Nur drei Worte“, Seite 49 (c) Becky Albertalli / Carlsen

Blue,

also, zuallererst mal kann man Oreos auf jeden Fall als eigene Lebensmittelgruppe bezeichnen. Zweitens sind sie die EINZIGE Lebensmittelgruppe, auf die es ankommt. Meine Schwestern und ich haben uns vor ein paar Jahren mal nachts, als wir bei meiner Tante übernachtet haben, ein Land namens Boreo ausgedacht. Das ist so ein Land, wo alles aus irgendeiner Art von Oreo besteht, und der Fluss ist ein Oreo-Milchshake, und dann sitzt man auf einem riesigen Oreo wie auf einem Floß und treibt den Fluss hinunter. Und man kann den Milchshake jederzeit mit Bechern aus dem Fluss schöpfen. Ist so ein bisschen wie diese eine Szene aus Charlie und die Schokoladenfabrik. Weiß der Teufel, wie wir darauf gekommen sind. Wahrscheinlich waren wir einfach bloß hungrig. Meine Tante kann nämlich kein bisschen kochen.

Aber ich verzeihe dir deine Unwissenheit. Du konntest ja nicht wissen, dass du es mit einem Experten zu tun hast.

– Jacques

„Nur drei Worte“, Seite 83 (c) Becky Albertalli / Carlsen

Ich muss ihn kennenlernen.

Ich glaube, ich halte es nicht mehr aus. Ist mir egal, wenn das alles kaputtmacht. Ich bin ganz dicht davor, meinen Laptop abzuknutschen.

Blue Blue Blue Blue Blue Blue Blue.

Ehrlich, ich stehe kurz vor dem Explodieren.

Den ganzen Schultag ist mein Magen verknotet, und das eigentlich total grundlos, weil sich das Gefühl ja eigentlich auf niemanden richtet. Weil es bloß Worte auf einem Bildschirm sind. Ich kenne nicht mal seinen verdammten namen.

Ich glaube, ich bin ein bisschen verliebt in ihn.

„Nur drei Worte“, Seite 136 (c) Becky Albertalli / Carlsen

„Ich hab den Post schon gemeldet“, sagt Nora. „Er wird gelöscht.“

„Aber es haben ihn schon Leute gesehen.“

„Weiß ich nicht.“ Sie schweigt einen Augenblick. „Wer postet den sowas?“

„Jemand der nicht weiß, dass ‚analer Arsch-Sex‘ redundant ist.“

„Das ist so abgef… so kaputt“, sagt sie.

Ich weiß natürlich, wer es geschrieben hat. Und ich sollte wohl noch dankbar sein, dass er keinen seiner verdammten Screenshots gepostet hat. Aber verfluchte Scheiße: Diese heimliche Anspielung auf Blue macht ihn zum größten und dreckigsten Arschloch aller Zeiten.

Oh Gott, und wenn Blue das sieht?

Ich klappe den Laptop zu und schiebe ihn auf den Stuhl. Dann lehne ich mich zurück und Nora rutscht ans Kopfende. Die Minuten verticken.

„Also, es stimmt“, sage ich schließlich. Ich sehe sie nicht an. Wir starren beide an die Decke. „Ich bin schwul.“

„Nur drei Worte“, Seite 165 (c) Becky Albertalli / Carlsen

Ich weiß echt nicht, wie Leute das hinkriegen. Wie Blue das hingekriegt hat. Drei Worte. Nur drei bescheuerte Worte, und ich bin nicht mehr der gleiche Simon. Ich habe die Hand vor dem Mund und starre vor mich hin.

Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin, es würde leicht.

„Ich weiß, was jetzt kommt“, sagt mein Vater. „Lass mich raten. Du bist schwul. Du hast jemanden geschwängert. Du bist schwanger.“

„Dad, hör auf“, sagt Alice.

Ich schließe die Augen.

„Ich bin schwanger“, sage ich.

„Hab ich mir gedacht, Junge“, sagt mein Vater. „Du strahlst richtig.“

Ich schaue ihm in die Augen. „Nein, im Ernst jetzt, ich bin schwul.“

Drei Worte.

„Nur drei Worte“, Seite 170-171 (c) Becky Albertalli / Carlsen

Also gut. Ich war achtlos. Ich habe jede Menge Hinweise hinterlassen und darf mich nicht wundern, dass Blue sie zusammengesetzt hat. Vielleicht wollte ich das sogar.

Jaques a die ist übrigens die französische Version des Kinderspiels „Simon says“. Und der Tarnname ist offensichtlich nicht so clever, wie ich dachte.

Aber so richtig verkackt habe ich bei der Nummer mit Cal. Oh mein Gott, mal ehrlich, was bin ich für ein bescheuerter Trottel. Ich weiß wirklich nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Blaugrüne Augen und so ein Bauchgefühl, dass Cal Blue ist? Klassischer Fall von Simon-Logik. Kein Wunder, dass ich so grandios ins Klo gegriffen habe. Furchtbar.

„Nur drei Worte“, Seite 209 (c) Becky Albertalli / Carlsen

Mir ist aufgefallen, dass ich sehr viel über dich nachgedacht und immer wieder deine Mails gelesen und ab und zu versucht habe, dich zum Lachen zu bringen. Aber ich habe nur sehr wenig deutlich ausgesprochen oder mich vorgewagt oder dir mein Herz ausgeschüttet.

Ich habe natürlich keinen blassen Schimmer, was zum Teufel ich hier eigentlich treibe, aber was ich sagen will: Ich mag dich. Oder auch ein bisschen mehr. Wenn ich mit dir flirte, dann nicht bloß aus Spaß, und wenn ich sage, dass ich dich kennenlernen will, dann nicht bloß aus Neugier. Ich weiß ganz sicher nicht, wo das hinführt, und ich habe auch nicht den leisesten Schimmer, ob man sich per Mail verlieben kann. Aber ich würde dich wirklich gern treffen, Blue. Ich möchte es versuchen. Und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich dir nicht sofort das ganze Gesicht abküssen will, wenn ich dich sehe.

Das wollte ich nur noch mal absolut klarstellen.

Was ich also sagen will: Heute Abend ist ein extrem krasser Jahrmarkt auf dem Parkplatz der Perimeter Mall, und der ist bis neun offen.

Ich jedenfalls werde um halb sieben da sein. Und ich hoffe, ich sehe dich dann.

Alles Liebe

Simon

„Nur drei Worte“, Seite 266 (c) Becky Albertalli / Carlsen

Damit sind wir wieder am Ende angekommen – ab sofort kann ich nicht mehr zusichern, dass ich jeden Freitag ein Buch vorstellen kann. Bei mir hat sich privat einiges geändert, was dazu führt, dass ich weniger Zeit habe. Ich versuche es trotzdem, wenn nicht wöchentlich, dann zumindest alle zwei Wochen. Natürlich dürft ihr Wünsche äußern – ich bin für alles offen.

Liebe Grüße,
Juliane

[COMIC] Die Favoritin von Matthias Lehmann

9783551728166
Autor: Matthias Lehmann
Hardcover: 160 Seiten
ISBN: 978-3551728166
Preis: 17,99 EUR
Bestellen: Amazon

Story:
Constances Leben wird durch ihre strenge Großmutter bestimmt, die jeden ihrer Schritte überwacht. Spielen mit Gleichaltrigen ist ebenso verboten, wie das alte Herrenhaus zu verlassen, das sich abseits einer französischen Kleinstadt befindet. Für Constanze bleibt lediglich ihre Fantasie um die öden Tage zu überstehen und ihre Umwelt auf ihre Art für sich zu entdecken. Als das alte Ehepaar eine neue Verwalterfamilie anstellt, die sich fortan um das Anwesen kümmern soll, lernt Constance erstmals Kinder in ihrem Alter kennen und beginnt sich mehr und mehr gegen die Regeln ihrer Großmutter zu stellen. Doch ihre stille Rebellion und ihre steigende Aggressivität gegen die herrische Frau haben ungeahnte Folgen und sorgen dafür, dass ein schreckliches Geheimnis ans Licht kommt …

Eigene Meinung:
Mit der Graphic Novel „Die Favoritin“ legt der Carlsen Verlag das Debüt des französischen Zeichners Matthias Lehmann vor, der mehrere Jahre an der Umsetzung der Geschichte arbeitete. Der Comic wurde u.a. 2016 für den Comicpreis Angoulême nominiert, einer der wichtigsten europäischen Comicpreise.

Matthias Lehmann erzählt die Geschichte der jungen Constance, die wahrlich kein leichtes Leben hat. Sie steht unter der herrischen Fuchtel ihrer Großmutter, die den Haushalt wie ein General führt und auch vor drakonischen Strafen nicht zurückschreckt. Das wahre Ausmaß wird erst nach und nach ersichtlich, denn der Autor versteht es zunächst dezent darauf hinzuweisen und erst im Laufe der Zeit zu zeigen, wie schwer Constances Leben eigentlich ist. Auch die Tatsache, dass es sich bei der jungen Heldin in Wahrheit um einen Jungen handelt, der von dem alten Ehepaar als Mädchen aufgezogen wird, kommt erst relativ spät ans Licht. Den Leser erwartet eine tieftraurige Geschichte, in der es um Geschlechtsidentität, Kindesmissbrauch und psychischen Krankheiten geht, um Angst und Trauer, aber auch um Fantasie und Hoffnung. Dabei spielt natürlich auch die Zeit, in der die Geschichte spielt, eine große Rolle, denn nicht nur Constances Leben ist davon geprägt (Frankreich der 70er Jahre), auch die Persönlichkeiten ihrer Großeltern sind durch die Vorkriegsjahre geprägt, in denen man alles getan hat, um „geistige“ Krankheiten zu verschweigen oder ganz zu ignorieren. Nahezu alle Figuren sind Opfer ihrer Zeit und nur wenige gehen am Ende des Buches als Gewinner hervor – selbst Constance nicht.

Die Figuren hinterlassen einen tiefen Eindruck beim Leser. Gerade der kleine Junge, der so lange als Mädchen leben musste und nicht einmal seinen richtigen Namen kannte, bleibt im Gedächtnis. Man fragt sich, wie es mit ihm weitergeht, denn Matthias Lehmann lässt sein Werk recht offen enden und regt zum Nachdenken an. Auch stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn Constances Großvater eher den Mut gefunden hat, die Wahrheit ans Licht zu bringen oder die Familie der alten Frau auf ihre psychischen Probleme anders reagiert hätte, anstatt sie einfach zu verheiraten.

Die Zeichnungen sind gewöhnungsbedürftig, da Matthias Lehmann einen sehr groben Strich hat, der ein wenig an alte Holzschnitte erinnert. Man braucht ein wenig, um sich mit den manchmal etwas starren schwarz/weiß-Zeichnungen anzufreunden. Die dicken Linien und die groben Schraffuren strahlen eine gewisse Düsterheit aus, die sehr gut zum Inhalt des Buches passt und die gedrückte Atmosphäre passend widerspiegelt. Sie vermitteln die richtige Stimmung und sorgen dafür, dass man auch bei den fantasievolleren Szenen, in denen Constance einfach nur Kind sein kann, nicht vergisst, wie schrecklich und deprimierend die Hintergrundgeschichte ist und welch furchtbare Dinge in dem alten Herrenhaus passieren.

Fazit:
„Die Favoritin“ ist ein ungewöhnlicher Comic, der durch eine sehr traurige Geschichte und einen recht eigenwilligen Zeichenstil besticht. Matthias Lehmann legt ein sehr düsteres Debüt vor, das zum Nachdenken anregt und Kindesmissbrauch und Geschlechtsidentität thematisiert. Wer schwere Kost mag und kein Problem mit einigen verstörenden Szenen hat, sollte der Graphic Novel eine Chance geben und einen Blick in „Die Favoritin“ werfen. Allein aufgrund des Endes und der Aufdeckung der Geheimnisse lohnt sich die Geschichte um den kleinen Jungen, der fast sein gesamtes Leben als Mädchen gelebt hat.

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[KINDERBUCH] Ein Känguru wie du von Ulrich Hub und Jörg Mühle


Autor: Ulrich Hub
Illustrator:
Jörg Mühle
Hardcover: 96 Seiten
ISBN: 978-3-551-55664-6
Preis: 8,99 EUR (eBook) | 12,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der Tiger Pascha und der Panther Lucky arbeiten mit ihrem Zirkusdirektor auf ihren ersten großen Auftritt hin. Kurz vorher keimt in den beiden Tieren ein schrecklicher Verdacht –ihr Tiertrainer ist schwul, immerhin hat er keine Frau, ist unsportlich und kommt sehr gepflegt daher. Ohne zu Zögern laufen sie weg, da sie nicht von einer „Schwuchtel“ trainiert werden wollen. Auf der Flucht stoßen sie in einem Boxclub auf einen echten Kerl – das boxende Känguru Django, das noch keinen Kampf verloren hat. Die drei werden Freunde und als Django schließlich offenbart, dass er schwul ist, beginnen die kleinen Raubkatzen umzudenken und müssen sich eingestehen, dass es doch nicht so furchtbar ist, wie sie gedacht haben …

Eigene Meinung:
Das illustrierte Kinderbuch „Ein Känguru wie du“ stammt von Ulrich Hub und wurde von Jörg Mühle illustriert. Es erschien im Dezember 2015 beim Carlsen Verlag und basiert auf dem gleichnamigen Kinder-Theaterstück von Ulrich Hub, der das Thema „Anders sein“, Akzeptanz und Toleranz bereits in seinen früheren Stücken und Büchern behandelt hat. Das Theaterstück „Ein Känguru wie du“ läuft seit 2014 auf verschiedenen Bühnen in ganz Deutschland und wurde u.a. von der Jugend-Jury des Mülheimer KinderStückePreises ausgezeichnet.

Kindgerecht und mit schönen Illustrationen versehen, lernt der junge Leser die beiden Raubkatzen Pascha und Lucky kennen, die zusammen mit ihrem Tiertrainer für ihren ersten Auftritt proben. Dabei ist Lucky der geschicktere und talentiertere, da Pascha immer wieder die einzelnen Schritte vergisst und mitunter Fehler einbaut. Sie fühlen sich wohl, da sich ihr Trainer fair verhält und sich um sie kümmert. Das ändert sich erst, als sie von einer Gruppe Robben darauf aufmerksam gemacht werden, dass ihr Herrchen schwul ist und diese nach Abwägen von Pro und Contra zustimmen müssen. Während Pascha wesentlich toleranter ist, will Lucky unter keinen Umständen für eine „Schwuchtel“ arbeiten und plant davon zu laufen – am besten Richtung Meer, denn beide Raubkatzen haben noch nie einen Strand gesehen. Ihre Flucht führt sie schließlich zu Django, der offen schwul lebt, jedoch ein Außenseiter ist. Die Drei freunden sich an und es entwickelt sich eine spannende Geschichte, die mit einigen überraschenden Wendungen aufwarten kann.

Inhaltlich gelingt Ulrich Hub das Thema altersgerecht zu verpacken. Natürlich gibt es etliche Klischees, die bemüht werden, aber das schwule Leben ist teilweise nun einmal klischeeverpackt und viele angesprochene Probleme gibt es auch in der Wirklichkeit. Dank der kleinen Raubkatzen können sich Kinder gut in die Figuren hineinversetzen und sich mit dem Thema Homosexualität und Toleranz auseinandersetzen. Zudem bemüht sich der Autor darum, auch andere Aspekte einzuweben, die zur Thematik passen, z.B. sich eine eigene Meinung zu bilden und auch mal aus dem Rahmen zu fallen, wenn man Dinge mag, die eigentlich für einen Jungen oder ein Mädchen unüblich sind, weil andere darauf beharren. Dabei bemüht sich der Autor darum, die Moral der Geschichte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu präsentieren, sondern treibt die Geschichte mit Bedacht voran.

Die Charaktere sind sympathisch und liebevoll ausgearbeitet – Pascha, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist recht naiv und orientiert sich zu Beginn zumeist an der Meinung seines Freundes Lucky. Erst nach und nach entwickelt er sich weiter und erkennt, dass er sich selbst ein Urteil bilden kann. Auch Lucky macht durch die Ereignisse eine Entwicklung durch, denn er revidiert seine Vorurteile schnell und wird dadurch sympathischer. Im Gegenzug zu den beiden Raubkatzen, die wie Kinder handeln und denken, wirkt Django erwachsener und gefestigter. Er weiß, wo er im Lebe steht und was er erreichen möchte. Zudem ist er offen und versteckt nicht, wer er ist und wen er liebt.

Neben dem kindgerechten und passenden Schreibstil des Autors können auch die Zeichnungen überzeugen – sie sind recht einfach gehalten, passen aber zu der Geschichte der beiden Raubkatzen. Hin und wieder muten die Illustrationen zwar ein wenig eckig an, doch alles in allem gibt Jörg Mühle der Geschichte einen würdigen Rahmen.

Ein wenig irritierend ist jedoch die Vermarktungspolitik von Carlsen – so schön das Buch (Hardcover, vollfarbig) daherkommt, es stimmt nachdenklich, dass man im Klappentext auf dem Buch auf die Bezeichnung „schwules Känguru Django“ verzichtet, sprich das Wörtchen schwul lieber nicht aufgeführt hat, während es im Klappentext auf der Verlagsseite durchaus zu finden ist. Das ist sehr schade, da es den Eindruck vermittelt, der Verlag akzeptiere die Besonderheit Djangos nicht und fürchte im direkten Verkauf schlechtere Absatzzahlen – was auf den Leser in gewisser Weise intolerant und konservativ wirkt.

Fazit:
„Ein Känguru wie du“ ist ein gelungenes Kinderbuch über Toleranz, Akzeptanz und Freundschaft, das der Zielgruppe (Kinder ab 8) uneingeschränkt empfohlen werden kann. Ulrich Hub behandelt ein sensibles Thema ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit Witz, Charme und Fantasie. Jörg Mühles Zeichnungen passen zur Geschichte der beiden Raubkatzen Pascha und Lucky. Wer Kinder im passenden Alter hat oder allgemein mit ihnen arbeitet, sollte dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Zu empfehlen.

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[ANKÜNDIGUNG] Verlagsprogramme Herbst/Winter 2016/17

Hallo ihr Lieben,

die neuen Manga-Verlagsprogramme sind ja schon seit einer ganzen Weile bekannt – irgendwie bin ich nicht dazu gekommen, sie hier vorzustellen. Liegt zum einen an den vielen Aktionen und Specials der letzten Wochen, zum anderen daran, dass ich immer weniger Lust auf Mangas habe. Dennoch habe ich mir die Ankündigungen einmal angesehen – gerade Tokyopop und EMA bieten Boys Love Fans eine Menge frischer Lektüre.

Tokyopop:
Wie nicht anders erwartet, bitete Tokyopop ide interessantesten Neuankündigungen im Boys Love Segment und wartet darüber hinaus noch mit dem Girls Love Titel „Der Zauber einer mir unbekannten Welt“ auf. Leider sind viele Einzelbände dabei – aber in Japan gibt es im BL Genre nur noch selten längere Reihen, so dass den Verlagen zunehmend die Auswahl fehlt. Für Fans von Hinako Takanaga gibt es einen neuen Einzelband, Waka Sagami, Chise Ogawa, Lalako Kojima und Akino Shiina präsentieren ebenfalls ihre neuen Mangas. Die übrigenen Mangakas sind Debütanten – ihre Werke erscheinen erstmals in Deutschland.

Boys Love:

  • Hinako Takanaga: Die Blume und der Schmetterling, November 2016, Einzelband, € 6,95
  • Lily Umiyuki: Otona-chan., Einzelband, November 2016, € 6,95
  • Chise Ogawa: Ein Spiel namens Liebe, Einzelband, Oktober 2016, € 6,95
  • Lalako Kojima: Neun Leben, Einzelband, Oktober 2016, € 6,95
  • Akino Shiina: BL Syndrom, 3 Bände, September 2016, € 6,95
  • Natsuki Matsuoka / Mikuro Noichi: Hong Kong Dragnet, 2 Bände, August 2016, € 6,95
  • Ohana: 23:45, Einzelband, August 2016, € 6,95
  • Waka Sagami: Mein geliebter Geliebter, Einzelband, August 2016, € 6,95

Girls Love:

  • Moto Momono: Der Zauber einer mir unbekannten Welt, 2 Bände, Oktober 2016, € 6,95

Carlsen:
Die Ankündigungen des Carlsen Verlags sind (wie nicht anders erwartet) eher mau – Kyoko Aiba ist keine unbekannte Zeichnerin bei Carlsen. Ihr Debüt „I hate the Dentist!“ erscheint Ende Mai. Neben den Einzelbänden werden die Reihen „Acid Town“ und „Ein melancholischer Morgen“ fortgesetzt.

Boys Love:

  • Kyoko Aiba: Naughty Tease, Einzelband, Oktober 2016, € 6,99
  • Kyoko Aiba: Keep my Secret, Einzelband, Februar 2017, € 6,99

EMA:
Der Verlag präsentiert dieses Mal eine sehr umfangreiche, bunte Auswahl verschiedener Mangas – zum einen wurde auch die aktuelle Spin-Off-Reihe der immens erfolgreichen Catboy Serie „Kuroneko“ lizensiert, zum anderen dürfen sich Fans von Ryo Takagi und Papiko Yamada auf neuen Lesestoff freuen. Zudem präsentiert EMA zwei bis dato unbekannte Zeichnerinnen auf dem deutschen Markt: Ogeretsu Tanaka und Scarlet Beriko. Eine gute Mischung.

Boys Love:

  • Papiko Yamada: Chain my Heart, Einzelband, Oktober 2016, € 7,50
  • Saeko Kamon: Das Raubtier in dir, Einzelband, März 2017, € 7,50
  • Scarlet Beriko: Give me a Hand, Einzelband, November 2016, € 7,50
  • Ryo Takagi: Kurokoi, Einzelband, Februar 2017, € 7,50
  • Aya Sakyo: Kuroneko – Nachtaktiv, bisher 2 Bände, Dezember 2016, € 7,50
  • Ogeretsu Tanaka: Love Whispers In The Rusted Night, Einzelband, Oktober 2016, € 7,50
  • Scarlet Beriko : Show me your Gun, Einzelband, Januar 2016, € 7,50
  • Ogeretsu Tanaka: The Right Way to Write Love, Einzelband, Dezember 2016, € 7,50

Was haltet ihr von den neuen Mangaankündigungen? Welche Titel reizen euch am meisten und wie findet ihr die Aufteilung? Welche Werke fehlen eurer Meinung nach in Deutschland.

Ich bin gespannt.

Liebe Grüße,
Juliane