Blog-Archive

[ANKÜNDIGUNG] QUEER gelesen und Anthologie-Lesung

Hallo in die Runde,

in knapp zwei Wochen ist es wieder soweit – QUEER gelesen findet in der Bar jeder Sicht in Mainz statt. Wir haben für euch ein tolles Programm auf die Beine gestellt und hoffen sehr, dass ihr Zeit findet vom 21.04. – 23.04. mit dabei zu sein. Euch erwartet eine bunte Mischung aus humorvollen, dramatischen Alltagsgeschichten; fantastischen, märchenhaften Stoffen, sowie Krimis und Thrillern. Zu Gast sind Autoren aus ganz Deutschland, u.a. der Berliner Autor Julian Mars, der aus seinem Jugendbuch „Jetzt sind wir jung“ liest, Henrike Lang, die ihren Episodenroman „Bettenroulette“ vorstellen wird, und Carmilla DeWinter, die den Zuhörer mit ihrem Buch „Albenerbe“ in fantastische Welten entführt.

Zur Auftaktveranstaltung am Freitag, den 21. April, steht eine Lesung der Benefiz-Anthologie „Like a Dream“ auf dem Plan, zu der Autor*innen aus dem Rhein/Main-Gebiet erwartet werden. Dabei werden folgende Autoren zu Gast sein und auch ihre eigenen Bücher mit dabei haben:

  • Bianca Nias
  • Savannah Lichtenwald
  • Leann Porter
  • Tanja Meurer
  • Anna Maske
  • Juliane Seidel

Unterstützt wird das Festival von verschiedenen Verlagen, der Bar jeder Sicht und dem Novum Hotel Wiesbaden. Der Eintritt ist für alle Veranstaltungen frei, Spenden sind jedoch gern gesehen.

Das komplette Programm findet ihr hier, einen Programmflyer im PDF-Format könnt ihr euch ebenfalls online anschauen: Programmheft (6,9 MB)

Wir freuen uns auf euch und hoffen euch zahlreich in Mainz anzutreffen. Lasst euch die Chance nicht entgehen, Autorn der Benefizanthologie zu treffen und in die Texte hineinzuschnuppern 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[ZITATE-FREITAG] Like a Dream

Hallo ihr Lieben,

letzte Woche hatte ich euch bereits die Zitate aus unserer Benefizanthologie „Like a Dream“ angekündigt, heute ist es endlich soweit. Da ich alle Zitatesammlungen unter dem Begriff „Zitate-Freitag“ poste, bekommt auch dieser Sonntags-Post dieses Label, also wundert euch nicht. Zu jeder Geschichte habe ich einen kurzen Abschnitt rausgesucht, damit ihr einen Eindruck von den einzelnen Geschichten bekommt. Eine ausführliche Leseprobe gibt es natürlich auch: Leseprobe. Doch nun wünschen wir viel Spaß mit den Textausschnitten 🙂

like-a-dream-benefizanthologie-ebook-01-ck

Bestellen: Amazon

»Du warst bisher immer da und ich … na ja, letzte Woche nicht, aber ich hatte gehofft, dass du heute wiederkommst.«
»Ja, ich höre dir gern zu«, behaupte ich schlicht und werde mit einem erneuten Lächeln belohnt. »Dabei stehe ich echt nicht auf Gedichte und teilweise habe ich gar keine Ahnung, was du überhaupt vorliest.«
»So schlimm?«
»Nein, nein, nicht schlimm. Es ist für mich eher erstaunlich. In dieser Hinsicht bin ich vollkommen talentfrei und kann dich nur bewundern. Sich so etwas auszudenken und es dann noch vor Publikum zu rezitieren … Das ist schon beeindruckend.«
»Findest du?«
»Ja«, sage ich grinsend.
Aaron schüttelt den Kopf und seufzt dann theatralisch. »Das ist nicht von mir«, flüstert er. Seine Hände klemmen zwischen den Oberschenkeln und ich wette, sie zittern.
»Nicht? Von wem dann?«
»Von meiner Oma.«

„Like a Dream“, Mehr als ein Traum (c) Karo Stein

Nach kurzem Suchen finde ich sie: Seine Hände, die meine Sorgen weg streicheln, Wärme in mich massieren. Es sind gute Hände, vertrauensvolle Berührungen. Ich umfasse die Finger, die sich um meine schließen. Gegendruck ist gut. Fester …
Es dauert.
Es dauert immer.
Alles schmerzt. Der innere Schmerz ist schlimmer, als der körperliche.
Langsam richte ich mich auf, mit beiden Händen mit Neill verbunden, und hebe schwerfällig den Kopf. Ich blinzle Neill entgegen, hole angestrengt Luft und zittere.
»Du bist schon lange nicht mehr geflogen.« Seine Stimme hat einen karamellfarbenen Klang – samtig, ein wenig eingefärbt. »Ist gestern etwas gewesen?« Neill sieht mich an, aus klaren blauen Augen.

„Like a Dream“, Träume für Finn (c) Elisa Schwarz

Mein Herzschlag beschleunigt sich, bis es wehtut und ich das Heft sinken lasse. Was auch immer Victoria mir da aufgeschrieben hat: Es ist nicht die Legende, die ich kenne, es ist nicht die Geschichte, an der ich einst Schönschrift übte. Immer habe ich gewusst, dass meine Eltern mich nach dem kleinen Mariano aus jener Legende benannt haben. Aber warum erzählt Victoria die Geschichte auf diese Weise? Warum ist Manuel bei ihr der Sohn eines Jägers, wenn er doch in der Legende eine Heiligenerscheinung, das Jesuskind selbst sein soll?
Ich lasse die Fragen in meinem Bewusstsein wirbeln, weil sie die Verwirrung in den Hintergrund drängen, dass sich die Geschichte in meine Träume geschlichen hat, noch bevor ich sie gelesen habe.
»Ich will nicht brennen.« Marianos Hilferuf aus meinem Traum klingt mir noch allzu deutlich im Ohr.

„Like a Dream“, Der unsichtbare Mantel (c) Sabrina Železný

In Aleppo war er gut in der Schule gewesen, vor allem in Englisch, wofür ihn die anderen Jungs aufgezogen haben Weil Yasser anders ist. Schwul. In Deutschland ist es in der Schule viel entspannter: hier darf man anders sein. Meistens jedenfalls. Yasser ist es auf mehrfache Art, als Schwuler und als Flüchtling. Manchmal hat er sogar das Gefühl, dass dieses Schwulsein das Flüchtling-sein abmildert. Wahrscheinlich ist Schwulsein in Frankfurt sehr viel angesehener als das Flüchtling-sein. Trotzdem ist er ein Niemand. Er wird gerade so gemocht, dass er sich hier wohler als in Syrien fühlen kann. Trotzdem vermisst er ihr wunderschönes Haus, vor allem sein eigenes Zimmer, wo er seine ersten Berührungen mit Typen und seine ersten Erfahrungen sammeln konnte. Er vermisst sein eigenes Bett und seinen gut gefüllten Schrank. Yasser möchte so gerne wieder viele Klamotten haben. Doch sie haben so wenig Geld zur Verfügung – niemand weiß das besser als er selbst, da er es verwaltet. So gerne er es für ein paar Klamotten abzwacken würde, es geht nicht. Dann würde es an anderen Stellen fehlen.

„Like a Dream“, Die Freiheit in Gedanken (c) Jannis Plastargias

Scheiße, ich stehe hier und schmachte den Kerl an. So nötig habe ich es schon. Gut, das letzte Mal, als ich Sex hatte, ist auch verdammt lange her. Etwa drei Wochen. Ein schneller Quickie auf dem Herrenklo in irgendeiner Kneipe. Ich kann mich weder an den Namen der Kneipe noch an das Gesicht des Mannes erinnern, den ich vernascht habe. Aber das ist auch nicht wichtig.
In diesem Moment öffnet der Schönling seine Augen. Perplex halte ich die Luft an. Sie sind dunkelbraun, fast schwarz. Ein satter, dunkler Farbton, der mich an flüssige Schokolade erinnert und mich reflexartig nach meiner Kamera greifen lassen will, um diesen Moment einzufangen. Um den Augenblick für immer festzuhalten und ihn in Pixel, Bits und Bytes zu bannen. Natürlich habe ich meine Kamera nicht bei mir, was ich sofort aufrichtig bedauere.
Der Mann hebt langsam den Kopf und sieht mich fragend an. Kein Wunder, wahrscheinlich überlegt er, ob ihm ein Irrer oder ein Triebtäter gegenübersteht, so, wie ich ihn anstarre.

„Like a Dream“, Like a Dream Unexpected Regrets (c) Bianca Nias

Hoffentlich kam nicht ausgerechnet jetzt einer der Nachbarn aus seiner Wohnung und sah Vincent hier auf Zehenspitzen im Slip herumstehen. Allerdings müsste sich der, den er auf dem Dach entdeckte, darum noch mehr Gedanken machen. Denn der Mann, der dort einige Meter entfernt aufrecht mit dem Rücken zu ihm stand und seine Gliedmaßen streckte, trug absolut nichts am Leib. Vincent erkannte ihn sofort – die blonden Haare und ausgeprägten Oberarme waren unverkennbar. Was zur Hölle tat Arik nackt auf dem Dach? Im diffusen Licht der Nacht, nur schwach erhellt vom gelben Schein einer Straßenlaterne, schienen dessen Arme für einen winzigen Moment kürzer und die Beine länger zu werden. Vincent kniff kurz die Augen zu. Er musste ganz schön müde sein, wenn sich offensichtlich sein Gesichtsfeld für eine Sekunde verschob. Außerdem hätte er längst heruntersteigen und sich um den Krampf in seinem Fuß kümmern müssen, doch er konnte sich von dem Anblick nicht lösen. Wann hatte man schon mal die Gelegenheit, nachts um drei einen attraktiven, hüllenlosen Mann auf einem Hausdach zu beobachten? Der kalte Wind strich über Vincents blanken Oberkörper und ließ ihn frösteln, änderte jedoch nichts an dem Verlangen, das er in sich spürte.

„Like a Dream“, Ocean Dreams- Die Einsamkeit am Meer (c) Savannah Lichtenwald

»Ja, bin ich!«, rufe ich meine Antwort regelrecht hinaus, als wäre es die Verkündung einer biblischen Wahrheit. »Ich bin ein Fisch! Ich bin einer von euch!«
»Was? Du bist ein Karpfen?«
»Nein.« Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. »Ich bin kein Karpfen, nur ein Fisch.«
»Nur …?«
»Nein, nicht nur. Ich bin ein Fisch, ein echter Fisch!«
»Das möchte ich aber auch meinen«, erwidert der Karpfen, ohne dass ich sagen könnte, ob von meiner Antwort zufrieden gestellt oder einfach nur beruhigt. Auf jeden Fall bleibt er seinen eigenen, verschlungenen Gedankengängen treu. »Wir Karpfen leben schließlich nicht im Schlamm«, fährt er fort. »Aber was für ein Fisch bist du denn nun? So etwas wie dich habe ich hier noch nie gesehen. Du musst neu sein.«
Ich atme einmal tief durch, dann antworte ich: »Ich bin ein Winterfisch.«

„Like a Dream“, Unter dem Wasser (c) Thomas Pregel

»Schön Mailo, was hast du für uns?«, fragte Mrs. Adams. Sie lächelte erwartungsvoll. »Wer ist dein Held?«
Ich war aufgestanden. Man macht das so, wenn man seinen Helden verkündet, man steht auf, lächelt Richtung Adams und gibt Antwort.
»David Kato«, lautete die meine. »Mein Held ist David Kato.«
»Und wer ist – David Kato, Mailo?«
»Zweitausendelf wurde er mit einem Hammer erschlagen.« Das fand ich spannungssteigernd.
»Und das ist dein Held?«
»Ja, genau.«
Nun schob sie ihre Brille von der Stirn auf die Nase, wohl um mich genauer zu begutachten. »Und was genau macht ihn zu einem Helden für dich?«, fragte sie. »Dass er mit einem Hammer erschlagen wurde, ja wohl kaum?«
»Kato war schwul«, erklärte ich. »Er hat sich für die Rechte von Schwulen und Lesben in Uganda eingesetzt.«
Nun kam erst mal nichts.

„Like a Dream“, Mein Held (c) Jobst Mahrenholz

Die Gedanken des Träumers sind konfus und sprunghaft. Nur Fetzen rasen an mir vorbei, Erinnerungen und Eindrücke seiner Welt. Zusammenhangslos und für mich ohne erkennbares Muster spielen sie sich vor mir ab.
Der Träumer scheint inmitten seines Gedankenchaos gefangen zu sein. Immer wieder ändert sich die Szenerie, Gebäude und Räume wandeln und verzerren sich; und der Träumer taumelt von einem Bruchstück ins Nächste.
Spüren kann ich ihn allerdings nicht. Auch seinen Duft kann ich nicht wahrnehmen, keinen noch so winzigen Hauch, obwohl er vorher so präsent gewesen war. Eine Weile beobachte ich ihn und mit der Zeit regt sich etwas in mir. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich möchte ihn nicht dort lassen, gefangen in seinen wirren Gedanken.
Was ist das für ein Gefühl? Ich kenne es nicht. Es ist nicht der Hunger nach seiner Angst oder die Gier nach seinem Duft. Es ist anders, befremdlich. Es verwirrt mich. Unwillkürlich tauche ich tiefer in den Geist des Träumers hinein. Ich kann mich nicht dagegen wehren.

„Like a Dream“, Alb Träume (c) Anna Maske

»Überraschung!«
Ja, das konnte man wohl sagen, und sie war gelungen. Er wusste gar nicht, was er sagen sollte. Vor Rührung und Überwältigung trieb es ihm glatt Tränen in die Augen. Gute Freunde waren doch was Tolles.
Und dann sah er … ihn. Zwei Tische weiter an der gegenüberliegenden Wand saß Gregor inmitten anderer Krawattenträger.
Scheiße!
Wie viele Restaurants gab es in München? Musste seine Schwester ihn ausgerechnet in das bugsieren, in dem das Geschäftsessen seines Ex stattfand? Karma is a bitch? Und was für eine!
Gregor sah so geschockt aus, wie sich Andreas fühlte. Ihre Blicke trafen sich und ein irrwitziger Kampf der Gefühle entbrannte in Andreas‘ Brust.

„Like a Dream“, Alles Gute zum Geburtstag (c) Alexa Lor

Ich sagte immer noch nichts, schaute abwechselnd auf das Gemälde und durch die Galerie, suchte nach einem Radio, aus dem Marschlieder klangen. Doch der Rhythmus und die singenden Kinderstimmen, die ich beim Betrachten des Bildes hörte, mussten aus meinem Kopf stammen. Auf einmal sah ich Herrn Wrobels Muttermal auf dem Gesicht eines Jungen, sah Pfützen und Matsch, den er mit dem Handrücken von der Wange wischte, den Schlafsaal in einem Gemeindehaus, einen Pfarrer. Auf einmal spürte ich Schmerzen und Liebe, erinnerte mich an eine kurze Zeitspanne, in der ich glücklich war, obwohl Tod, Krieg und Vernichtung gar kein Glück gestattet hatten.
Plötzlich wusste ich wieder, woher mir das Muttermal und der über das Gesicht gewischte Handrücken bekannt vorkamen.
Als der Mann nach dem dritten Paket griff, drehte ich mich zu ihm um, vergaß alle Angst, alle Vorsicht und Diskretion, die ich sonst walten ließ, und fragte: »Du heißt nicht zufällig Siegfried?«

„Like a Dream“, Klangfarben der Liebe 1965 (c) Florian Tietgen

Hieß es nicht, dass zwischen Zwillingen ein besonderes Band existierte? Wir hatten bislang alles zusammen durchgestanden. Aber wenn ich ehrlich war, empfanden wir beide, damals wie heute, kein Glück. Nur, wenn wir in die Rollenspielwelten abtauchen und uns darin verlieren konnten.
Vor Jahren hatten wir zahlreiche Möglichkeiten gehabt, doch keiner von uns hatte sie erkannt. Wir begriffen nur die Einschränkungen. Heute …? Das Gefühl des Verlustes legte sich wie ein Eisenband um meine Brust und drückte zu. Scharf stachen Tränen in meine Augen und fingen sich in meinen Wimpern. Für einen Moment konnte ich nicht atmen. Rauch schien mich zu ersticken. Vor mir flackerte das Licht wie ein wilder Brand.
Dieser verfluchte Abend! Ich erinnerte mich an den Moment, in dem sich das Schicksal gegen uns stellte …

„Like a Dream“, Bruderliebe (c) Tanja Meurer

Irfan stellte sich in Position und tanzte. Er trippelte in wiegenden Schritten vor und zurück, bewegte seine Arme wie ein Schlangenmensch, ließ seinen Kopf wippen und drehte sich wie ein Derwisch. Sein Körper war so biegsam wie Bambus, so geschmeidig wie ein Stück Seide. Das Spiel seiner Muskeln war unter der nackten Haut gut zu erkennen. Die Musik ging über in orientalische Tanzmusik und Irfan passte sich an. Hatte er vorher eine Art Geschichte erzählt, mit ausdrucksvollen Gesten, die so überzeugend Lachen und Weinen dargestellt hatten, wurde sein Körper nun lockerer. Alex sprang plötzlich auf und holte seinen Schal aus fließendem Stoff aus dem Rucksack. Irfan eilte sofort darauf zu, band ihn sich um die Hüften und tanzte weiter. Das Bild war wie verwandelt, als unterstriche der flatternde Stoff die Bewegungen. Irfan schwebte über den Boden, koordinierte Arm- und Beinbewegungen und sein Oberkörper war so beweglich, dass Alex staunte. Nach einer Weile konnte er einen Refrain aus der fremdartigen Melodie heraushören und summte ihn leise mit. Irfans Augen waren geschlossen, er schien eins zu sein mit sich und der Musik.

„Like a Dream“, Bacha-Bazi (c) Laurent Bach

Er wollte seinem Tuath keine Schande machen, aber er wusste, dass er ohne seinen Anam Cara nicht weiterleben konnte. Lieber starb er, als auch nur ein weiteres Jahr ohne ihn zu verbringen. Wenn der Taoiseach ihn nicht freigab, würde er ohne den Segen der D’Arrai gehen, heimlich, ohne Abschied, und fortan als Ausgestoßener durch die Welt ziehen.
Nach einem letzten tiefen Atemzug trat er auf den Zelteingang zu, der sich genau in diesem Moment öffnete. Eine dunkle, große Gestalt versperrte ihm den Weg. Der Draoi.
Immer trug er die Maske aus Rabenfedern, die Filim lediglich zu rituellen Anlässen angelegt hatte. Über seinen breiten Schultern lag das Fell eines Höhlenbären. Man erzählte sich, dass er in jungen Jahren gegen ihn gekämpft hatte und schwer verwundet worden war. Seitdem verdeckte er die entstellenden Narben mit der Maske, die nur seine Augen frei ließ. Hellgraue, klare Augen, die sich nun forschend auf Ciaran richteten.
»Ciaran«, flüsterte der Draoi heiser. Auch den Verlust seiner Stimme verdankte er dem Höhlenbären. »Es ist gut, dass du kommst. Ich möchte über einiges mit dir sprechen.«

„Like a Dream“, Anam Cara (c) Leann Porter

»Hey, neue Klasse!« Der Typ hob grüßend die Hand, sein Lächeln vertiefte sich. Eine angenehme Stimme, die, wie das Zucken um seinen Mund, leicht spöttisch wirkte. Marcos Herz wummerte weiter. Neugierig hob er wieder den Kopf.
Wow, in diesen Augen könnte man glatt versinken. Und dann noch diese langen Finger und die festen, sonnengebräunten Unterarme. Die feinen Härchen darauf luden regelrecht zum Darüberstreichen ein. Quatsch, was dachte er denn da gerade? Marco biss sich verlegen in die Unterlippe.
»Mein Name ist Felipe Petersen, und ich lerne Fachrichtung Nutzfahrzeugbau und Fahrzeugkonstruktionstechnik. Und bevor ihr euch den Kopf ewig zerbrecht, ob ich vielleicht schwul bin: Ja, bin ich. Aber so was von stockschwul.« Grinsend blickte Felipe sich um, während sich verblüfftes Schweigen über die Klasse legte und wirklich jeder ihm volle Aufmerksamkeit zollte.
»Ich bin so furchtbar schwul, dass für gewöhnlich alle homophoben Arschlöcher bei meinem Anblick vor Schreck in einer rosa Wolke explodieren. Puff!«

„Like a Dream“, Lebe deinen Traum (c) Chris P. Rolls

»Was für eine …«
Ein rauer Kuss unterbrach Nazar. Starke Arme schlossen sich um seine Schultern und zogen ihn fest an Kiamas Körper. Sein Freund schien den inneren Aufruhr, den er in ihm anrichtete, nicht zu bemerken, denn er vertiefte den Kuss. Nazar erwiderte ihn automatisch, selbst als er Kiamas Zunge an seinen Lippen spürte. Er öffnete sie und ließ sich auf das erregende Spiel ein. Es fühlte sich gut an, ihm wieder so nahe zu sein und dessen Feuer und Leidenschaft zu spüren.
Nach einer gefühlten Ewigkeit löste sich Kiama von ihm. Seine dunklen Augen glühten, ein rosiger Schimmer lag auf seinen Wangen.
»Sag nicht, du hast es vergessen.« Kiamas Hand wanderte unter sein Hemd, streichelte über seinen Bauch und hinterließ ein angenehmes Kribbeln auf der Haut. »Mein Geständnis«, hauchte Kiama.
»Geständnis …«, wiederholte Nazar und unterdrückte ein Stöhnen. Hitze breitete sich in seinen Lenden aus, gepaart mit Anspannung und Nervosität. Er wünschte, er wüsste, was er Kiama in dessen Träumen versprochen hatte, denn es war offensichtlich, dass es etwas Wichtiges gewesen war.

„Like a Dream“, Zwillingstraum (c) Juliane Seidel

Ich hoffe, ich konnte eure Neugier wecken 🙂 Nächste Woche geht es mit den Interviews weiter – Savannah Lichtenwald hat sich ebenfalls den Fragen gestellt und Rede und Antwort gestanden.

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Vorstellung: Bianca Nias

interview-banner

Hallo in die Runde,

heute darf ich euch Bianca Nias vorstellen – die Autorin, die wohl jeder Leser schwuler Gestaltwandler kennt, denn ihre „Bruns_LLC“ – Reihe ist wohl jedem bekannt, der sich mit dem Genre beschäftigt hat. Dass sie sich nicht nur gutaussehenden Großkatzen widmet, verrät sie im Interview 🙂

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Ich bin geboren und aufgewachsen in unserer wunderschönen hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Genauer gesagt, in Naurod, wo ich in den 80er und 90er Jahren eine tolle Kindheit hatte, die noch von Rollschuhfahren auf der Straße, Hüttenbauen im Wald und Radpolospielen geprägt war (das ist dort „Nationalsport“). Ich bin in Vollzeit als Finanzbeamtin tätig, daher bleibt mir nach einer 42-Stunden-Woche (und 10 Stunden/Woche auf der Autobahn von und nach Limburg, wo ich heute wohne) verdammt wenig Zeit für Hobbys. Am Wochenende stehen natürlich die Familie, mein Mann und meine beiden Söhne im Vordergrund. Wenn ich dann mal Zeit für mich habe (und nicht am Schreiben bin) verziehe ich mich gerne mit einem eBook in die Badewanne oder auf die Couch oder beschäftige mich mit meinen Hunden Enya und Dexter.

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Meine beiden Söhne wurden älter, erwachsener und plötzlich kam eine Zeit, wo ich als Mama nicht mehr so gefordert war. Vor allem, weil vor dem Mittag keiner aus den Federn gekrochen kam. Ich hatte also plötzlich viel mehr Zeit für mich selbst – und dann hatte ich diese eine, ganz bestimmte Szene von einer Begebenheit am Waldsee im Kopf und begann, sie aufzuschreiben. Daraus entwickelte sich nach und nach „Tajo@Bruns_LLC“. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Das Schreiben ist für mich Entspannung und Herausforderung zugleich. Es ist wie ein Ventil, das ich öffnen kann, denn über die Woche hinweg haben sich einige Szenen und Dialoge in meinem Kopf angesammelt, die es dann am Wochenende zu be- und verarbeiten gilt

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Like a Dream – Unexpected Regrets“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Wie das bei mir oft so ist, hatte ich als Idee nur ein Fragment der Story im Kopf (die Begegnung der zwei sich zunächst fremden Protagonisten in der Sauna und ihr unerwartetes Wiedersehen). Alles andere entwickelt sich bei mir meistens erst mitten im Schreibprozess, wenn ich mich frage, wie es zu dieser Situation gekommen ist und was das für zwei Typen sind, die dort aufeinandertreffen.

Was hast du neben „Like a Dream – Unexpected Regrets“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Derzeit arbeite ich an der „Weihnachtsgeschichte 2016“ zu der Bruns-Reihe. Es hat sich mittlerweile so eingebürgert, dass ich einmal im Jahr eine solche Kurzgeschichte verfasse. Das macht auch riesig viel Spaß, sich wieder mit den Figuren aus Tajo & Co zu beschäftigen – das fühlt sich fast wie ein Nachhausekommen an.
Außerdem habe ich schon mit dem dritten Band der Navy-Seals-Reihe begonnen, da ich diesen (wenn alles klappt) im März zur Leipziger Buchmesse veröffentlichen möchte. Er wird „Operation Icebraker“ heißen und wieder eines meiner Selfpublishing-Projekte sein.

Außerdem wartet eigentlich noch der „Werwolf von Nebenan“, den ich zusammen mit Susann Julieva schreibe, auf seine Weiterentwicklung. Der Plot steht soweit und ich hoffe, dass wir ihn vielleicht im Laufe des Jahres 2017 fertig haben in die Welt entlassen können.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Nein, weder einen bestimmten Ort noch eine bestimmte Person. Wenn man anfängt, ganz bewusst auf diese Ideen und „Geistesblitze“ zu achten, merkt man, wie verrückt das alles sein kann. Da stehe ich im Supermarkt an der Kasse – und plötzlich ist so eine Idee da, bei der ich am liebsten schnell zu Block und Bleistift greifen würde, um sie aufzuschreiben. Wenn also
irgendwann einmal jemand in der Schlange an der Kasse hinter dir steht, mit einem abwesenden Gesichtsausdruck und einem dümmlichen Grinsen im Gesicht, muss das kein Irrer oder Treibtäter sein. Vielleicht ist es tatsächlich ein armer Autor, der gerade von seiner Muse etwas zugeflüstert bekommen hat.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Keine bestimmte. Ich schreibe einfach drauf los und lasse den Dingen ihren Lauf. Das hat dann den Effekt, dass die Geschichte oder manche Szenen sich oft in eine ganz andere Richtung entwickeln, als es ursprünglich beabsichtigt war. Ich stehe dann als Autor daneben und denke „Hey Jungs, was soll das, was macht ihr da?“, aber lasse der Story ganz bewusst ihre Eigendynamik. Beim „Date-Manager“ hatte ich es erstmals mit einem zuvor angelegten Storyboard versucht. Wer es sich, wenn er das Buch gelesen hat, hinterher mal anschaut, wird sich totlachen, wie wenig davon übriggeblieben ist.

Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwerfällt?
Nein, eigentlich nicht. Anfangs habe ich mir Ziele gesetzt, wie viele Wörter ich am Tag schreiben will und war unzufrieden mit mir selbst, wenn ich das nicht geschafft habe. Mittlerweile habe ich zwar immer noch diese 2000 Wörter pro Tag als Anhaltspunkt, gehe aber damit viel gelassener um. Man kann beim Schreiben nichts erzwingen. Manchmal läuft es fantastisch, wie geschmiert, manchmal ringt man um jeden Satz. Das zu akzeptieren, muss man lernen, dann kann man viel entspannter an so ein Projekt herangehen.

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Ich brauche absolute Ruhe zum Schreiben. Die beste Zeit des Tages ist also, wenn alle anderen Familienmitglieder noch schlafen, da habe ich meine größten Schaffensphasen.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Ja, klar. Ich lese gerne und viel, mittlerweile aber mit einem ganz anderen Blick auf die Story. Oft lese ich ein Buch und habe mittendrin den Handlungsbogen vor Augen, wie ich den Plot aufbauen würde. Dann bin ich einfach gespannt darauf, wie der Autor des Buches das gelöst hat und lasse mich überraschen. Ansonsten bin ich (neben der Fortführung der Bruns- und der Navy-Seals-Reihe) eher darauf bedacht, Ideen zu entwickeln, die bisher noch nicht in anderen Büchern aufgetaucht und verarbeitet worden sind. Ist mittlerweile gar nicht mehr so einfach. J
Zu der Bruns-Reihe bin ich ganz klar von G.A Aiken inspiriert worden. Deren Buchreihe „Lions“ ist klasse und im M/M-Bereich hatte es damals noch nichts Vergleichbares gegeben. Also habe ich einfach das geschrieben, was ich selbst gerne lesen würde.

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Mit „Keyla@Bruns_LLC“ habe ich ja bereits einen Ausflug in den Hetero-Bereich gewagt, was auch Spaß gemacht hat, aber sicherlich nicht mein bevorzugtes Genre werden wird. Vor ein paar Wochen habe ich zusammen mit Rebecca Thrayner einfach aus Lust und Laune mit einem Kinderbuch / Bilderbuch begonnen. Ich schreibe ein paar Zeilen, Rebecca zeichnet ein Bild dazu (und das kann sie echt super!). Vielleicht bauen wir diese Idee tatsächlich einmal aus.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Vom Ablauf her genau so, wie ich es am Wochenende mache. Frühmorgens aufstehen, Kaffee kochen, den PC anwerfen und schreiben. Zwischendurch in Facebook rumhängen und mit den Freunden chatten und rumblödeln. Wenn dann noch eine Haushälterin, eine Putzfrau und ein Whirlpool zum Entspannen vorhanden sein würden – dann wäre es sicherlich perfekt. J

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Mittlerweile haben sie sich daran gewöhnt, denke ich. Anfangs fanden sie das sicherlich verrückt, weil ich im Gay-Genre schreibe, aber auch die Aufregung darüber hat sich irgendwann gelegt. Und so liest meine Schwiegermama meine Bücher und fragt mich nach den neuen Ideen und den Projekten, mit meinem Mann zusammen entwickele ich manche Actionszenen und meine Jungs quetsche ich über Musikgruppen, Jugendsprache und Internetneuheiten aus.

Was würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Wer Spaß daran und eine Idee im Kopf hat, sollte das auch tun. Wenn man veröffentlichen will, muss man sich nur im Klaren darüber sein, dass man seine Ideen und Gedanken in die Welt hinaus entlässt und damit jedem Leser die Möglichkeit gibt, seinen Senf dazu zu geben. Anfangs eignen sich gerade solche Plattformen wie Fanfiction oder Bookrix dazu, um das Geschriebene von anderen Leuten lesen und bewerten zu lassen. Dann muss man lernen, konsequent an sich zu arbeiten, Kritik zuzulassen und noch nach der Vollendung des Skriptes einen Haufen Arbeit reinzustecken. Ich habe zwischenzeitlich erfahren, wie viel Arbeit es bedeutet, bis ein Buch in die Welt entlassen werden kann. Über Coverdesign, Lektorat und Korrektorat bis zur Veröffentlichung haben einige Leute jede Menge Zeit und Herzblut in diese geschriebenen Zeilen gesteckt, mit den Worten jongliert und unrunde Sätze begradigt. Dass es dann Menschen gibt, die nicht bereit sind, diese Arbeit mit der Bezahlung eines angemessenen Preises zu honorieren, macht mich echt traurig.

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Logisch, ich habe eigene, ganz egoistische und materielle Wünsche (ein neues Auto, die Renovierung des Bades) oder hoffe, dass meine Kinder ihren Weg gehen und ein wenig von dem annehmen werden, was ich ihnen an Werten und von meiner eigenen Einstellung mitgebe. Aber ich bin auch in einem Alter, wo ich mich ganz entspannt zurücklehne und zufrieden das betrachte, was ich bisher erreicht habe.

Ein Traum wäre es sicherlich, mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Es vielleicht sogar hauptberuflich machen zu können und nur „aus Spaß“ weiterhin im Finanzamt zu arbeiten. Meinen dortigen Job würde ich jedoch nie ganz aufgeben wollen, denn den Kontakt mit meinen Kollegen und die abwechslungsreiche, teilweise auch sehr spannende Arbeit, diese Jagd nach den Steuersündern, würde ich sicherlich vermissen.

Global betrachtet hege ich natürlich noch die Hoffnung, dass die Menschen irgendwann zur Vernunft kommen und die gegenseitige Akzeptanz eine Selbstverständlichkeit wird. Das betrifft sowohl die Herkunft, Hautfarbe, Religion als auch die sexuelle Orientierung.


Ich bedanke mich bei Bianca für das tolle Interview und die spannenden Antworten. Ich hoffe sehr, dass ihr den Gestaltwandlern der Autorin eine Chance gibt (hier auf Like a Dream“ werden fast alle Bände vorgestellt ;)). Nächste Woche geht es mit einem Interview weiter – seid gespannt, wen ich dann für euch in petto habe 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Ankündigungen zur Anthologie

banner-facebook

Hallo in die Runde,

die Anthologie ist inzwischen seit einem Monat auf dem Markt und s ist einfach toll, wie unser Projekt angenommen wird. Auf der Gay Book Fair haben wir einen grandiosen Start hingelegt, denn viele Besucher haben sich ein Exemplar von „Like a Dream“ gesichert. Inzwischen gibt es die Anthologie auch in den Räumlichkeiten der „Bar jeder Sicht“ zu erwerben – wie ihr wisst kommen alle Einnahmen dem Verein zugute, zu dem die Bar gehört.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch unsere erste große Anthologielesung ankündigen. Diese findet am Samstag, 10. Dezember 2016, ab 19:00 Uhr in der „Bar jeder Sicht“ in Mainz statt. Folgende Autoren werden vorraussichtlich mit von der Partie sein:

  • Bianca Nias
  • Savannah Lichtenwald
  • Anna Maske
  • Tanja Meurer
  • Juliane Seidel

Sollten weitere Autoren zusagen, werde ich das natürlich noch bekannt geben. Wir freuen uns auf euch und sind schon sehr gespannt auf unsere Lesung.

Zu guter Letzt möchte ich noch auf einige wundervolle Rezensionen hinweisen, die in den letzten Wochen eintrudelten. An erster Stelle ist die Rezension von Ulla zu nennen, die bereits am Montag nach dem Erstverkaufstag online ging:

Ulla liebt Bücher

Das Buch „Like a dream“ enttäuscht nicht, ganz im Gegenteil. Es präsentiert eine wirklich „traumhafte“ Auswahl an 16 Storys von ebenso vielen Autoren, die sich dem Thema aus ganz unterschiedlichen Seiten nähern. Bekannte und – zumindest mir – bisher unbekannte Namen haben teils lustige, teils nachdenkliche, aber immer unheimlich berührende Geschichten beigesteuert. Einige sind zeitgenössisch, andere haben eine deutliche Fantasy-Komponente. Spannend ist die Auseinandersetzung mit dem sehr aktuellen Thema Flüchtlinge, das in einigen Storys aufgegriffen und von ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet wird.

Ich finde die Auswahl und Zusammenstellung der Geschichten erstklassig, entsprechend erhält das Buch von mir mehr als 5 Punkte und eine begeisterte Leseempfehlung. Außerdem ist nicht nur für jeden Geschmack etwas dabei, obendrein geht der Erlös der Antho auch noch an einen guten Zweck.

El Ma liest

Von mir gibt es für diese Anthologie auf jeden Fall eine volle Lese- und Kaufempfehlung. Wie eingangs erwähnt, hätte ich ein paar der Geschichten so wahrscheinlich nicht gelesen, mein „darauf einlassen“ war gut und richtig. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich echt etwas verpasst, wenn ich sie nicht gelesen hätte.

Weitere Rezensionen folgen, denn aktuell läuft auf Facebook unsere Leserunde – wer mitmachen will, kann gerne noch quereinsteigen. Wir freuen uns auf euch.

Nächste Woche kehren wir zu den Interviews zurück – seid gespannt, wen ich für euch in petto habe 🙂

 

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Leserunde – jetzt bewerben!

 

leserunde-banner

Hallo ihr Lieben,

die Autor*innen von „Like a Dream“ laden zur gemeinsamen Leserunde auf Facebook ein. Wir brennen darauf, zu erfahren, wie ihr die Anthologie und die Kurzgeschichten findet und freuen uns auf gemeinsame Diskussionen mit euch. Zu diesem Zweck stellen wir 10 eBooks im Wunschformat zur Verfügung – sollte es mehr als 30 Bewerber geben, werden wir die Anzahl auf 15 erhöhen 🙂

Ihr könnt euch bis zum 11.11. für eins der Bücher bewerben – Start ist der 13.11. in einer öffentlichen Gruppe auf Facebook. Wir erwarten eine aktive Teilnahme von euch, sprich Kommentare zu jeder Geschichte und eine abschließende Rezension (auf Amazon und weiteren Plattformen). Natürlich ist jeder eingeladen, der das Buch schon hat und sich gerne dazugesellen möchte, denn je mehr, umso besser 🙂

Kommentiert einfach unter dem entsprechenden Facebook-Post – wir freuen uns auf euch.

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Anthologie erschienen

banner-facebook

standIhr Lieben,

sie ist da! Unsere Anthologie wurde gestern auf der Gay Book Fair 2016 beim Stand von QUEER gelesen vorgestellt und kann ab heute überall gekauft werden. Die Messe war ein voller Erfolg, denn viele haben sich am Erstverkaufstag ein Buch gesichert und es sich von den anwesenden Autoren (und natürlich der Coverdesignerin) signieren lassen. Zudem haben die sympathischen Jungs von Gay Jet unsere Anthologie ebenfalls passend präsentiert:

gbf

Nun sind wir gespannt, wie euch unsere Anthologie gefällt und freuen uns auf euer Feedback, ganz gleich ob in Form von Rezensionen, kurzen Anmerkungen oder persönlichen Nachrichten. Also schaut bei Amazon, Weltbild oder Bücher.de vorbei und sichert euch euer Exemplar 🙂 Zu empfehlen ist auch das Printbuch, denn nur in diesem ist eine exklusive Zeichnung zu Tanja Meurers Kurzgeschichte „Bruderliebe“ enthalten, auf die im eBook verzichtet wurde.

Amazon | Weltbild | Bücher.de

Wer es ausführlicher mag und die Geschichten gemeinsam mit anderen und den Autoren lesen will, wird Ende Oktober die Chance haben an einer Leserunde auf Facebook teilzunehmen. Informationen dazu wird es demnächst geben 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Anthologie vorbestellbar

banner-facebook

Hallo in die Runde,

nur noch wenige Tage, dann erscheint unsere Benefizanthologie. Auf Amazon ist das eBook bereits gelistet und vorbestellbar – es erscheint am Samstag, den 22.10.2016. Wer es sich jetzt vorab sichert, erhält es pünktlich um Mitternacht auf seinen Reader und kann es als erstes lesen ❤

like-a-dream-benefizanthologie-ebook-01-ck

Hier nochmal der Klappentext
Nimm dir Zeit zum Träumen – es bringt dich den Sternen näher. (Irisches Sprichwort)

Seit über 15 Jahren beschäftigt sich der Blog „Like a Dream“ mit queeren Romanen, Comics und Filmen. Grund genug, den Geburtstag mit einer besonderen Anthologie zu feiern. 15+ Autor*innen präsentieren fantasievolle, nachdenkliche und sinnliche Geschichten zum Thema Träume, Wünsche und Hoffnungen.

Der Erlös der Anthologie geht an das Mainzer LSBTI-Zentrum „LBSK e.V.“, das nicht nur mit der „Bar jeder Sicht“ einen Treffpunkt in Mainz geschaffen hat, sondern auch zahlreiche Gruppen und Vereine unterstützt.

Mit Beiträgen von: Tanja Meurer, Florian Tietgen, Bianca Nias, Elisa Schwarz, Laurent Bach, Leann Porter, Sabrina Železný, Jobst Mahrenholz, Karo Stein, Thomas Pregel, Alexa Lor, Chris P. Rolls, Anna Maske, Savannah Lichtenwald, Jannis Plastargias und Juliane Seidel.

Vorbestellen:

Amazon

Wir sind sehr gespannt, wie euch unsere Träume gefallen – wie gehabt könnt ihr viele von den teilnehmenden Autoren auf der Gay Book Fair kennenlernen. Wir freuen und auf euch.

Liebe Grüße,
Juliane

 

[LIKE A DREAM] Anthologie – Leseprobe

banner-facebook

Hallo in die Runde,

nur noch eine Woche, dann erscheint endlich die Benefizanthologie „Like a Dream“. Erstmals wird sie auf der Gay Book Fair erhältlich sein, die am Buchmesse-Samstag (22.10.2016) ab 16 Uhr im Restaurant Schnitzel Paul (Oeserstraße 220, 65933 Frankfurt). Merkt euch den Termin, denn an diesem Tag werden viele der Autoren vor Ort sein, sprich sie können euer druckfrisches Exemplar natürlich auch signieren. Folgende Autoren werden auf der Gay Book Fair sein:

  • Chris P. Rolls
  • Bianca Nias
  • Elisa Schwarz
  • Jobst Mahrenholz
  • Tanja Meurer
  • Jannis Plastargias
  • Anna Maske
  • Savannah Lichtenwald
  • Alexa Lor
  • Juliane Seidel

Wir freuen uns auf euch ❤

Hier aber endlich die Leseproben zu „Like a Dream“ als PDF, epub und mobi zum Download. Die Autoren und ich wünschen euch viel Spaß beim Lesen. Kommende Woche erscheint die Antho dann auf den gängigen Verkaufsplattformen.

PDF | epub| mobi

Damit verabschiede ich mich und wünsche euch einen schönen Restsonntag. Wir sehen uns auf der gay Book Fair, bzw. hören kommenden Sonntag wieder voneinander.

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Anthologie – Coverenthüllung

Hallo ihr Lieben,

vor einer gefühlten Ewigkeit (im März 2016) habe ich euch eine Benefizanthologie zum Thema Träume, Hoffnungen und Wünsche versprochen. Auch wenn es diesbezüglich lange ruhig geblieben ist, so hat sich das Projekt im Hintergrund doch beständig weiterentwickelt und steht kurz vor der Fertigstellung. Ich freue mich ungemein ab sofort jeden Sonntag etwas von unserer Anthologie „Like a Dream“ zu erzählen und euch die Wartezeit bis Ende Oktober ein wenig zu verkürzen.

Den Anfang macht das wundervolle Cover, das von Casandra Krammer gestaltet wurde, und der Klappentext, damit ihr wisst, worum es in der Anthologie geht.

like-a-dream-benefizanthologie-ebook-01-ck

Nimm dir Zeit zum Träumen – es bringt dich den Sternen näher. (Irisches Sprichwort)

Seit über 15 Jahren beschäftigt sich der Blog „Like a Dream“ mit queeren Romanen, Comics und Filmen. Grund genug, den Geburtstag mit einer besonderen Anthologie zu feiern. 15+ Autor*innen präsentieren fantasievolle, nachdenkliche und sinnliche Geschichten zum Thema Träume, Wünsche und Hoffnungen.

Der Erlös der Anthologie geht an das Mainzer LSBTI-Zentrum „LBSK e.V.“, das nicht nur mit der „Bar jeder Sicht“ einen Treffpunkt in Mainz geschaffen hat, sondern auch zahlreiche Gruppen und Vereine unterstützt.

Mit Beiträgen von: Tanja Meurer, Florian Tietgen, Bianca Nias, Elisa Schwarz, Laurent Bach, Leann Porter, Sabrina Železný, Jobst Mahrenholz, Karo Stein, Thomas Pregel, Alexa Lor, Chris P. Rolls, Anna Maske, Savannah Lichtenwald, Jannis Plastargias und Juliane Seidel

linie-farbe-gradient-dunkel

Die Anthologie erscheint vorr. am 20.10.2016 und wird erstmals auf der Gay Book Fair erhältlich sein (ein Besuch auf der Messe lohnt sich – ein Großteil der teilnehmenden Autoren werden vor Ort sein :)). Das eBook wird 6,99€ kosten, das Taschenbuch vorr. 14,99€. Sobald die Anthologie auf Amazon verfügbar ist, erfahrt ihr es natürlich hier und auf Facebook. Wir sind sehr gespannt, was ihr von „Like a Dream“ halten werdet.

Bis nächsten Sonntag,
Juliane

[ZITATE-FREITAG] Tajo@Bruns_LLC

Hallo ihr Lieben,

heute wird es wild beim Zitate-Freitag, denn ich habe mir den ersten Band der Gestaltwandlerreihe von Bianca Nias rausgepickt. Wer kennt sie nicht, die Löwen und Großkatzen, die ihren Kampf gegen den schier übermächtigen Shirkou Soran führen und versuchen seine kriegerischen Machenschaften zu durchkreuzen. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz – sprich eine Reihe die mit der Zeit süchtig macht. Hier findet ihr also einige ausgewählte Szenen des ersten Teils „Tajo@Bruns_LLC“, insgesamt gibt es 4 Romane, einen Hetero-Spin-Off und einige Kurzromane, die in der Welt der Bruns spielen.

Bestellen: Amazon
meine Rezension

Auf dem Weg ins Haus hatte er Gelegenheit, den muskulösen Oberkörper und den knackigen Hintern seines Kunden ausgiebig zu begutachten, ohne dass dieser hiervon etwas bemerken konnte.

‚Ohne Anabolika bekommt man solche „Mr. Universum“- Ausmaße doch gar nicht hin‘, dachte er bei sich und bewunderte das Spiel der definierten Rückenmuskeln. Sein Blick wanderte weiter nach unten zu den muskelbepackten Schenkeln. Allein die Waden waren eine Augenweide und bestimmt dicker als seine eigenen Oberschenkel.

Als sich Tajo am Hauseingang zu ihm umdrehte, um ihm höflich die Tür aufzuhalten, musste Marc schlucken und sich beeilen, den sicher verträumten Gesichtsausdruck in eine unverbindlich lächelnde Miene zu verwandeln. Aber offenbar war er hierbei nicht schnell genug gewesen, denn Tajo zog amüsiert einen Mundwinkel hoch und musterte ihn aufmerksam.

Peinlich berührt wandte sich Marc ab und trat ein. Er hatte das Gefühl, beim ungehörigen Starren ertappt worden zu sein und seine Verlegenheit ließ ihm das Blut in den Kopf schießen. Bestimmt war er jetzt knallrot angelaufen.

„Tajo@Bruns_LLC“, Seite 16-17 (c) Bianca Nias / deadsoft

„Jon, also wirklich!“, schalt Keyla ihren Bruder. „Ihm muss doch klar sein, dass wir sie letzte Nacht gehört haben, oder? Dann musst du ihn nicht auch noch in Verlegenheit bringen.“

„Ist dir klar, dass er Marc mit in sein Zimmer genommen hat?“, warf Jon ein. „Das war eine absolute Premiere. Er hat noch nie jemanden in seinen Privatbereich gelassen.“

Er warf Keyla ein verschwörerisches Grinsen zu.

„Ja, stimmt. Vielleicht hat es ihm ja zur Abwechslung wirklich mal was bedeutet. Aber das werden wir zwei so schnell nicht erfahren. Tajo ist der Einzige, den ich kenne, der es schafft, sich aus seinem eigenen Privatleben raus zu halten.“

Die beiden Geschwister lachten.

„Tajo@Bruns_LLC“, Seite 40 (c) Bianca Nias / deadsoft

Jon begann, sein Hemd aufzuknöpfen und auszuziehen, was Marc ein wenig in Panik versetzte. Hallo? Was wurde das denn jetzt? Wollte er etwa … Sex? Jetzt? Mit ihm? Unmöglich.

„Ich muss dir etwas zeigen, was du bitte erst einmal als einfach gegeben hinnimmst, okay? Hinterher kannst du mir alle Fragen der Welt stellen, aber bitte sitz jetzt einfach ruhig da und halte für 20 Sekunden die Luft an, ohne dich zu rühren, ja? Und bitte erschreck nicht, dass ich jetzt meine Hose ausziehen muss. Ich will sie nämlich nicht ruinieren. Und bitte, bitte nicht schreien, ich tue dir nichts.“

Marc war zu verblüfft, um nur einen Ton herauszubringen. Jon zog sich vor ihm splitterfasernackt aus. Marc beobachtete jede seiner Bewegungen und war komplett verwirrt. Was sollte das?

Jon holte kurz Luft, sah ihn an und plötzlich schienen seine Konturen zu verschwimmen. In nicht einmal einer Sekunde verformte sich sein Körper, wurde größer, zog sich in die Länge, sank auf alle viere und im nächsten Augenblick füllte ein großer, wunderschöner Löwe sein Wohnzimmer aus.

„Tajo@Bruns_LLC“, Seite 89 (c) Bianca Nias / deadsoft

Tajo fluchte stumm. Himmel noch mal! Warum war er nur schon wieder so heftig explodiert? Sein Hirn musste im Irak doch einen größeren Schaden erlitten haben, als er gedacht hatte. Jedenfalls hatte es jetzt total ausgesetzt. Verdammt, er war eindeutig zu lange in seiner Löwengestalt gewesen, das hatte ihn schon immer ein wenig durcheinandergebracht. Er sah, dass Marc sich verstohlen eine Träne aus dem Auge wischte. Scheiße, er hatte ihm wehgetan! Das war nicht seine Absicht gewesen.

Vorsichtig zog er sich aus Marc zurück, rollte sich neben ihm auf die Seite und nahm ihn in seine Arme. „Es tut mir leid“, flüsterte er beschämt. „Das habe ich so nicht gewollt.“

„Aber vielleicht gebraucht?“, fragte Marc leise.

Marcs Atem ging noch immer schwer, seine Haut war schweißnass. Tajo schmiegte sich an seinen Rücken, sein Schwanz war noch immer steif und drückte sich sanft gegen ihn. Seine Hände wanderten über Marcs Körper, bis er abrupt innehielt.

„Ich weiß es nicht. Ich weiß so langsam gar nichts mehr. Wem ich vertrauen kann und wem nicht. Wer zu mir steht und wer nicht. Und wie es weitergehen soll. Mit mir, mit dem Rudel, mit den anderen …“, brach es unvermittelt aus ihm heraus.

„Tajo@Bruns_LLC“, Seite 159-160 (c) Bianca Nias / deadsoft

Jon war ihm gefolgt und trat jetzt neben ihn, das spürte Marc, ohne hinzusehen.

„Tajo scheint gewusst zu haben, dass es kritisch wird“, murmelte Jon. „Er hat mich vor seiner Abfahrt nicht nur gebeten, auf dich aufzupassen und mit meinem Leben zu beschützen. Nein, er hat mich auch gleichzeitig zum Rudelführer gemacht und ist von seiner Position zurückgetreten.“

„Und das heißt?“, fragte Marc. So ganz blickte er bei den Löwen mit ihren Familien- und Rudelstrukturen noch nicht durch.

„Das heißt, dass du unter meinem Schutz stehst, und dass ich die Verantwortung für dich trage. Und dass er aufgegeben hat. Er glaubt, nicht mehr in der Lage zu sein, das Rudel zu schützen und zu verteidigen.“

Marc sah ihn nachdenklich an. „Wäre das denn so schlimm für ihn?“

Jon nickte betrübt. „Für Tajo ist es die Hölle. Ein geschlagenes Alpha-Tier kommt in der Regel nicht mehr auf die Beine. Und selbst wenn, müsste er mich über einen Kampf von meiner Position verdrängen oder aber weggehen und ein neues Rudel gründen. Die Geschäftsführung von Bruns LLC und das Firmenvermögen gehen allerdings jetzt schon auf mich über.“ Er schnaubte.

„Als ob ich das nötig gehabt hätte, du sturer Mistbock!“, brüllte er wütend in die Wüste hinaus und ballte die Hände zu Fäusten. „Als ob ich das gewollt hätte“, fügte er leise mit belegter Stimme hinzu und wandte sich ab.

„Tajo@Bruns_LLC“, Seite 203-204(c) Bianca Nias / deadsoft

„Marc, ich wüsste nicht, was wir ohne dich gemacht hätten“, begann er und sah ihn ernst an. „Nicht nur, dass du Tajos Spur in Saudi-Arabien gefunden hast, war großartig, sondern auch deine bisher hier geleistete Arbeit. Du hast erstaunliche Dinge herausgefunden.“

Marc dankte ihm zurückhaltend. Er war zwar an Lob und Aufmerksamkeit durch seine bisherigen Auftraggeber gewohnt, aber die herzliche Wärme, die er im Kreise der Familie fühlte, ließ ein Glücksgefühl durch seine Magengegend fließen.

Tajo, der sich neben ihm ausgestreckt und sein Bein auf einem Hocker hochgelegt hatte, nahm seine Hand und drückte sie.

„Unser kleines Genie hier hat einen wirklich guten Job gemacht“, warf Jon ein. „Tajo, dafür kannst du mir ewig auf Knien danken und meine Pfoten küssen, dass ich ihn zurückgeholt habe.“

„Ich weiß“, erwiderte Tajo schlicht.

„Tajo@Bruns_LLC“, Seite 280 (c) Bianca Nias / deadsoft

Plötzlich kam es ihm so vor, als wäre er nicht allein in der Dunkelheit. Er blieb sofort stehen und lauschte. Seine Nackenhaare stellten sich auf und ihn durchlief ein eiskalter Schauer. Unbewusst griff er mit der linken Hand in die Hosentasche und umschloss fest den Griff des Springmessers, das er immer bei sich trug, seit Anna es ihm geschenkt hatte. War ihm jemand gefolgt?

„Leroy? Jonah?“, flüsterte er leise in die Finsternis hinein. In nächsten Augenblick vernahm er lediglich einen kurzen Windhauch, bevor er zu Boden gerissen wurde. Abwehrend hob er seinen rechten Arm vor sein Gesicht.

Alles ging rasend schnell. Trotzdem nahm er jedes Detail jeder einzelnen Sekunde wahr.

Ein riesiger Schatten warf sich über ihn. Scharfe Zähne verbissen sich in seinen rechten Unterarm. Er spürte den Schmerz jedoch kaum. Dafür registrierte er entsetzt, dass sich ein mächtig starker Kiefer wie ein Schraubstock um seinen Arm schloss. Die Zähne durchfuhren seine Haut und sein Fleisch wie Butter und drangen bis auf die Knochen vor.

„Tajo@Bruns_LLC“, Seite 328 (c) Bianca Nias / deadsoft

Das waren sie – meine ausgewählten Textstellen von „Tajo@Bruns_LLC“ – ich hoffe sie gefallen euch und machen Lust auf mehr, immerhin gibt es viele Bände und Spin-Offs zu den Gestaltwandlern zu lesen. Für die kommende Woche bin ich noch unentschieden, sprich ihr könnt wieder Wünsche äußern. Ich freue mich auf eure Vorschläge.

Liebe Grüße,
Juliane