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[LIKE A DREAM] Gewinnspiel Auswertung

Hallo ihr Lieben,

lange musstet ihr auf die Auswertung des Gewinnspiel warten, was an meinem Osterurlaub und QUEER gelesen 2017 lag. Jetzt kann ich aber endlich die Gewinnerin der komplett signierten Ausgabe verkünden, die ich mit meinem „Dice-of-Doom“ ausgewürfelt habe. Insgesamt haben (leider) nur 5 Teilnehmer mitgemacht, weswegen ich jedem ab Platz 2 ein eBook im Wunschformat zukommen lassen möchte. Bitte meldet euch via Mail bei mir (Koriko@gmx.de).

Nun aber zur Gewinnerin der begehrten, seltenen Anthologie:

Herzlichen Glückwunsch, Melanie. Bitte melde dich mit Angabe deiner Adresse bei mir 🙂

Alle anderen haben die Möglichkeit eine signierte Ausgabe inklusive verschiedener Gimmicks (u.a. von 20 Autoren signierter Stoffbeutel von Samenature) bei eBay für einen guten Zweck zu ersteigern. Sämtliche Einnahmen kommen der Spendenaktion „Tschetschenien“ zugute, um Homosexuellen bei ihrer Flucht vor Folter, Verfolgung und Ermordung zu unterstützen.

Liebe Grüße,
Juliane

[BLOGGEBURTSTAG] Auswertung Gewinnspiele

Banner Bloggeburtstag

Hallo ihr Lieben,

es wird Zeit die 13 Buchpakete an den Mann bzw. die Frau zu bringen, die e sim Rahmen des Bloggeburtstags zu gewinnen gab. Insgesamt gab es 41 (!!) Bücher zu gewinnen, die mir von diversen Verlagen gesponsert wurden. Aus diesem Grund wurden die Pakete an 2 Tagen verlost – am 13.03.2016 und am 29.03.2016. Insgesamt haben über 40 Leute mitgemacht – ich bedanke mich für die vielen Teilnehmer und die lieben Kommentare. Letztendlich hat der Zufallsgenerator über die Gewinner entschieden.

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Gewinnspiel 13.03.216

  • Paket 1 – Jessy
  • Paket 2 – Alexandra Bergmann
  • Paket 3 – Sarah
  • Paket 4 – Jenny
  • Paket 5 – Annika Faiss

Gewinnspiel 29.03.2016

  • Paket 1 – samenature
  • Paket 2 – Ines Heindl-Beck
  • Paket 3 – Brigitte Böhm
  • Paket 4 – Kumo Maaß
  • Paket 5 – kittys411
  • Paket 6 – Jenny Siebentaler
  • Paket 7 – Angelika
  • Paket 8 – Gerd Duerner

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!
Diejenigen, die dieses Mal leider kein Glück hatten, sollten meinen Blog im Auge behalten – schon im Mai findet die nächste Special Week mit Tanja Meurer statt, bei der am letzten Tag wie immer Bücher verlost werden.

Bitte meldet euch via Mail mit eurer Anschrift bei mir. Aufgrund des schwullesbischen Lesefestivals QUEER gelesen, das ich organisiere, werde ich erst Anfang Mai dazu kommen, die Pakete zu verschicken. Danke für euer Verständnis.

Liebe Grüße,
Juliane

[AUSWERTUNG] Gewinnspiel Raik Thorstad

Hallo in die Runde,

endlich ist es soweit – das Leserinterview und die Gewinnspielauswertung stehen an. Insgesamt haben 12 Leute Fragen eingereicht(Andy sowohl nach dem Interview mit Steffen und Alex, als auch nach dem Gewinnspielaufruf), teils an die Autorin gerichtet, teils an die wundervollen Charaktere. Vielen Dank an alle die sich an der Aktion beteiligt haben und mit einigen tollen Fragen aufwarteten. Bevor die Gewinner bekanntgegeben werden, übergebe ich das Wort an Raik und ihre Schöpfungen.

Hier die Antworten zu euren Fragen:

Von Steffen würd ich gern wissen, wie es ihm ging, kurz bevor er nach so langer Zeit wieder auf Alex zugegangen ist, war bestimmt nicht leicht. (Andy)

Steffen: Oh Shit, das hätte ich echt sehr gern im Dunkeln gelassen. Naja, erst einmal habe ich mir dafür ziemlich viel Zeit gelassen. Wurde mir auch von anderen geraten. Zuerst den eigenen Dreck vom Hof kehren, dann erst wieder andere mit ins Boot holen. Ich war es mir und auch Alex irgendwie schuldig, dass ich nicht bei ihm an der Tür kratze, wenn ich noch nicht wieder beieinander bin. Hmmpf. Ihm wäre es vermutlich sogar wurscht gewesen.

Egal. Jedenfalls: Ich hatte unglaublich Schiss, dass er mir in den Hintern tritt und mich wegschickt. Und … also … einmal war ich auch vorher schon bei ihm auf der Arbeit und hab dann gekniffen. Sehr nervös also.

Dann würd mich noch interessieren, wie sich Steffen mit Thomas versteht, haben sich die beiden vielleicht sogar angefreundet? (Andy)

Steffen: Das war anfangs natürlich nicht ganz so leicht. Alex und Thomas hatten ihren Teil zwar geklärt. Aber für Thomas war ich erst einmal nur die Klemmschwester, die jemandem, der ihm immer noch wichtig war, ziemlich eins reingewürgt hatte. Inzwischen hat sich das aber gebessert. Wir kommen so gut miteinander aus, wie ein Banker und ein Rocker eben miteinander auskommen. 😉 Kinoabende, Partys und gemeinsame Workouts und so sind sehr entspannt und cool. Aber für best buddys wird es wohl dann doch nicht reichen.

Und von Alex hätt ich gern erfahren, wie seine Freunde drauf reagiert haben, als sie erfahren haben, warum er so lange so schräg drauf war. Sie mussten ja ziemlich viel aushalten. (Andy)

Alex: Das war unterschiedlich. Einige haben ähnlich wie meine Schwester reagiert. Sie waren ein bisschen angefasst, weil ich mich ihnen nicht anvertraut hatte. Andere hatten sehr viel Verständnis. Das waren meistens die, die schon eine Ahnung gehabt hatten. Ich habe hinterher erst begriffen, dass sich doch ’ne Menge Leute Gedanken um mich machen. Das war schon rührend zu sehen. Ich glaube, am Ende waren alle genauso erleichtert wie ich, als ich Steffen anschleppen konnte, und sagen: „Okay, Leute, voila. Das ist er und das Versteckspiel ist vorbei.“

Jetzt hab ich ja schon an allen möglichen Stellen gelesen, dass du mal auf der Bühne gestanden bist. Scheinbar mit einer E-Gitarre in der Hand. Also Volksmusik war’s dann schon mal nicht – Klassik auch nicht. Was hast du für Musik gemacht? (Andy)

Teilweise hast du recht, teilweise nicht. 😉 Ich habe ein Faible für „handgemachte“ Musik jeder Art. Und da ich neben der E-Gitarre früher Konzertgitarre, Querflöte und Saxophon gespielt habe und auch eine klassische Gesangsausbildung hinter mir habe, war das Spektrum ziemlich groß.

Heißt also: Von Chören über Orchester bis zu Big Bands und eben Rockbands war alles dabei. Meine große Liebe gilt aber immer noch dem Metal und all seinen Mischformen. Entsprechend war da auch immer mein Hauptschwerpunkt, gerne eben auch in Kombination mit anderen Richtungen. Allerdings: Über eine fette Big Band geht auch nicht viel drüber. 😉

Schaust du auch gerne Filme mit homosexuellen Hauptcharakteren? Ich hab z.B. als letztes Out in the dark gesehen und gern gesehen. Hast du da Lieblingsfilme? (Andy)

*g* Nur zum Verständnis: Wir reden nicht von Pornos, oder? *lach* Nein, mal im Ernst: Ich bin nicht so der ganz große Cineast, sondern eher so der Popcorn-Kinogucker. Mag auch daran liegen, dass ich finde, dass gewisse Themenbereiche im Film eher verlieren. Siehe „Maurice“, der vom Buch zum Film doch eine Menge verloren hat. Insofern habe ich hier und da zwar ein paar Filme wie „Shelter“, „Ciao“ und „Latter Days“ hier liegen. Aber so richtig erreichen tut mich das Genre im Film nicht.

Was mich nochmal interessieren würde, ist, ob du, Raik, öfter mal mit Schreibblockaden zu tun hast/hattest und wie du in der Regel damit umgehst? (Julia)

Japp, ich kenne das Thema Schreibblockade sehr, sehr gut. Meistens ist das bei mir aber ein Symptom für etwas anderes. Heißt: Es liegt nicht am Schreiben selbst, sondern an meinem Gesundheitszustand, Stress, Ärger im Umfeld, grundsätzlichen Selbstwertrangeleien und so etwas. Insofern muss ich dann meistens zusehen, dass ich erst einmal um mich herum aufräume.

Was ich für mich festgestellt habe, ist, dass Druck überhaupt nicht hilft. Sich also hinsetzen und sagen: „Du schreibst jetzt, egal, was passiert“, bringt mir gar nichts. Ganz im Gegenteil. Meistens klappt es, wenn ich mich anders herum austrickse und sage: „Du machst jetzt zwei Wochen schreibfreie Zeit.“ Dann kommt meistens der Plot um die Ecke gequengelt und setzt sich auf meinen Schoss.

Und verlaufen deine Geschichten in der Regel schon „nach Plan“, also nach dem Grundgerüst, das du am Anfang über den Verlauf erstellst (wenn du das überhaupt tust) oder kommt es vor, dass deine Jungs dir da auch mal einen Strich durch die Rechnung machen und sich die Story etwas „verselbstständigt“? (Julia)

Sagen wir mal so: Es gibt am Anfang einen festen Plan bestehend aus Anfang, verschiedenen Fixpunkten, Barrieren und dem Ende. Zwischen diesen Phasen will ich immer einen bestimmten Entwicklungsweg für die Charaktere abarbeiten. Es kann dann vorkommen, dass ich Stelle X erreiche und dass ich merke, dass die Jungs einfach noch nicht „so weit“ sind. Und dann entstehen quasi von allein ein paar Schlenker auf dem Weg. Auch Gewichtungen haben sich schon einmal bei einem Buch von mir verändert. Aber allgemein verläuft das schon nach Plan.

Stell’s dir einfach wie eine Wanderung vor, die du geplant hast. Du weißt, du willst vom See zum Berggipfel. Unterwegs entdeckst du aber noch eine besonders nette Ecke aus der Ferne, läufst deswegen einen Bogen mehr, zwischendurch kommt ein Wolkenbruch, sodass eine ungeplante Nacht in der Schutzhütte gibt und so weiter. Am Ende kommst du aber auf dem richtigen Berg an – und nicht auf dem nebenan. 😉

Ist es schon mal vorgekommen, dass Du als Verleger ein eingereichtes Manuskript als richtig gut empfunden hast, aber mit Rücksicht auf den Markt, sprich die Verkäuflichkeit, trotzdem ablehnen musstest? (Anita)

Ja, das ist schon vorgekommen und das wird auch wieder geschehen, fürchte ich. Es gibt manchmal Manuskripte, die zu speziell oder auch einfach zu groß für den Verlag sind. Das sind Bücher, die eine größere Reichweite brauchen und ein stärkeres finanzielles Sicherheitsnetz. Das sind sehr bittere Entscheidungen, weil man genau weiß, dass man in 10 Jahren und mit einer etwas anderen Aufstellung anders handeln würde.

Die Alternative in so einem Fall wäre, das Buch trotzdem zu nehmen und an verschiedenen Punkten in der Produktion Abstriche zu machen. Und das finde ich weder unseren Lesern noch dem Autor gegenüber fair.

Ich würde gerne mal in den Kopf von Aidens Schwester Branka schauen; wie hat sie die Situation erlebt, als Aiden in die Festung verschleppt wurde? (Anita)

Branka: Hah! Wie nett, dass jemand mich mal fragt. Finde ich super. Danke dafür!

Als sie Aiden von uns weggeholt haben, ist etwas in mir erst zerbrochen und dann sofort mit einem Haufen Stacheln auf dem Buckel wieder hochgeschossen. Wir hatten es vorher schon so verdammt schwer. Mutter tot, Vater gesundheitlich angeschlagen. Und niemand hat uns gefragt, ob wir auf Aiden verzichten können. Ich habe mich schon immer mit dem System schwergetan. Aber in dem Punkt ist das Fass übergelaufen. Ich sah, wie sie ihn wegbrachten. Mein einziger Bruder. Ich wollte ihn hergeben und habe mich deswegen sogar schäbig gefühlt, weil ich es ihm ja gönnen sollte, dass er ein besseres Leben führen würde.

Aber ich war einfach unglaublich wütend. Dieser Zorn hat mich in den Widerstand getrieben. Ich hatte vorher schon damit geliebäugelt und dann war es einfach an der Zeit, aktiv zu werden.

Warum hat der Incubus-Verlag „für 2015 keine regulären Veröffentlichungsplätze“ mehr? (Bernd)

Das hat etwas mit der grundsätzlichen Produktionsweise von uns zu tun. Wir haben uns gleich bei der Gründung dagegen entschieden, uns an die üblichen „On demand“-Systeme binden zu lassen. Das bedeutet für uns, dass jedes Buch komplett vorfinanziert werden muss und wir dadurch nur eine Summe X an festen Produktionsplätzen pro Jahr haben. Es spielt auch ein Lagerplatzproblem mit hinein, das wir allerdings noch dieses Jahr beheben werden.

Dazu kommt, dass wir ein bisschen Luft für unsere Stammautoren lassen möchten. Bedeutet: Wenn Cecil Dewi oder Dennis Stephan zu mir kommt und sagt: „Mich hat die Muse geküsst, kannst du mein Buch rausbringen“, möchte ich das mit einem „Ja“ beantworten können, obwohl die anderen Jahresplätze schon belegt sind.

Allerdings muss man ganz klar sagen, dass Buchproduktion auch immer ein bisschen Russisches Roulette ist. Kreative Prozesse lassen sich schlecht in Zeitpläne stopfen. 😉

Ist die Geschichte von Sascha und Andreas abgeschlossen oder darf man darauf hoffen, irgendwann in der Zukunft nochmal in ihre Welt einzutauchen? Oder wie stellst du dir das weitere Leben der beiden nach dem Ende vom zweiten Buch vor? (Emanuel)

Die Geschichte um Andreas und Sascha ist leider abgeschlossen, fürchte ich. Sie war von Anfang an als Zweiteiler angelegt und ich habe die Befürchtung, dass ein „Weiterschreiben“ immer aufgesetzt wirken würde. Allerdings sollte man natürlich vorsichtig mit solchen Aussagen sein. Wer weiß, ob mir in zehn Jahren für wirre Ideen kommen und ich auf einmal glaube, ganz dringend noch einmal bei ihnen weitererzählen zu müssen?

Die Frage nach ihrer Zukunft … puh. Schwere Frage, da das doch eine Menge umfasst. Ich denke auf jeden Fall, dass die beiden zusammenbleiben werden. Sie haben jetzt eine Menge durch und scheinen wirklich die passende Chemie zu haben.

Auf Dauer wird sich die Frage stellen, wie sie beruflich klarkommen. Ob Andreas nicht doch irgendwann in die Firma seiner Eltern einsteigt und ob es nicht irgendwann Ärger wegen des Gelds gibt. Denn auch wenn Sascha bestimmt sein Studium beenden und einen guten Job finden wird, hat er immer noch so einen neureichen Schnösel an Seite. Ich könnte mir vorstellen, dass es deswegen in der näheren Zukunft manchmal knallt.

Andreas wird wohl sehr oft versuchen, aus dem Haus zu kommen und manchmal dabei scheitern. Ich denke, sie werden versuchen, das eine oder andere an Reisen zu realisieren. Das Leben so richtig genießen und für Andreas eine Menge nachholen eben.

Übrigens: Vielleicht tröstet es ja ein bisschen, dass für die beiden ein Cameo-Auftritt in einem anderen Buch von mir geplant ist. 😉

Kannst du dich spontan an ein Kompliment zu deinen Büchern erinnern, welches dich besonders gefreut bzw. mit Stolz erfüllt hat? (Emanuel)

Uffz. Ja. Kann ich mich. Es sind mir einige Komplimente sehr nah gegangen. Ich finde es nur immer schwierig, da jemanden herauszupicken. Einigen fällt es leichter, sich auszudrücken. Es wäre da nicht fair zu sagen: „Oh, das ist aber ein viel schöneres Lob als das.“

Es gab allerdings immer wieder mal Post, wo mir Leute geschrieben haben, dass sie wegen der Hamburg-Reihe eine neue Sichtweise auf psychische Erkrankungen haben oder – falls sie selbst betroffen sind – endlich den Mut gefunden, aktiv zu werden und sich Hilfe zu suchen. Das ist schon fantastisch. Das fühlt sich innerlich schon sehr nach einem „Mission accomplished“ an. 😉

E-Book oder das ganz „Oldschool-Modell“ aus Papier? (Emanuel)

Für mich privat? Oldschool one and only. 😉 Wobei ich in dem Sinne nichts gegen das Ebook habe, außer dass ich nach 10 Stunden am PC nicht noch ein Elektro-Dings vor der Nase haben mag.

Bücher sind für mich nur auch ein wunderbares Dekoelement in der Wohnung und etwas, was einen Raum unglaublich gemütlich macht. Ich möchte meine Schätze einfach im Regal sehen und ihnen auch durchaus ansehen, wie alt sie sind. An vielen hängen so tolle Erinnerungen dran …

Was könntest du dir vorstellen, irgendwann Mal zu schreiben? Was ganz anderes? Wieder Fantasy? Fortsetzungen der bisherigen Werke oder etwas ganz anderes? (Alexandra)

Einfache Antwort: Alles! *lach*

Okay, ein paar Grenzen gibt es dann wahrscheinlich doch. Aber ich glaube einfach, dass man bei kreativen Hobbys oder Arbeiten immer arg aufpassen muss, dass man nichts von vornherein ausschließt. Es gibt so ein paar Sachen, die ich mir gerade beim besten Willen nicht vorstellen kann. Aber ob es wirklich so kommt?

Auf jeden Fall werden von mir bald historische Sachen erscheinen. Daran arbeite ich aber schon deutlich länger als an den erschienenen Büchern. Das wäre noch einmal ein neues Feld.

Was Fortsetzungen angeht, sind nur welche für die „Zenjanischer Lotus“-Reihe geplant. Das wird eine Trilogie. Bei den anderen ist leider Sense. Na, jedenfalls zu 99 Prozent. 😉

Mich würde aber doch noch interessieren, welche Art von Musik Raik früher gemacht hat und, ob es da vielleicht noch ein Video oder eine Hörprobe gibt? (Mana)

Oh, ich fürchte, die Frage hat sich jetzt gedoppelt und ist weiter oben schon einmal beantwortet worden. Insofern: Metal ist meine große Liebe, aber ich hatte auch in Orchestern, Bigbands und Chören zu tun. Oh, und da war auch einmal eine Rockband, die Richtung Partymucke mit Punkeinschlag wegging.

Videos und Hörproben: Nein! *hektisch mit dem kopf schüttel* Ich will’s jedenfalls nicht hoffen, dass da noch was kursiert, was neuer als 1995 ist. 😉 Davor gibt es nur eine Reihe lustiger Videoaufnahmen, die bei meinen Eltern herumdiffundieren müssten. Mein Problem war bei der Musik immer, dass ich extremste Panik vor Auftritten hatte. Das heißt, die Mitschnitte von Konzerten waren immer ein Debakel. Besonders Soloauftritte waren für mich die Hölle. Ich war definitiv ein Proberaum-Mensch.

Momentan lese ich das Ebook „Zerrspiegel“ und stelle mir immer wieder die Frage, ob die Autorin Raik Thorstad jemanden wie den Protagonisten Steve (Steffen) Simon persönlich kennt. Ich kann mir einfach nicht so recht vorstellen, trotz umfangreicher Recherchen ihrerseits, einen Rockstar so explizit darzustellen. Simon kommt unglaublich glaubhaft rüber und überzeugt mich als Leserin enorm. (Sonny)

Erst einmal ganz herzlichen Dank für die Blumen. Super, dass er so gut ankommt der alte Chaot. 😉

Bei Steffen und seiner Darstellung kommt sicher eine Kombination aus vielen Hintergründen zusammen. Dass ich selbst so lange Musik gemacht habe, Freunde, die im Geschäft sind und/oder waren, mein Mann, der auch lange „Mucker“ und Sänger war und so weiter. Das Gefühl, auf einer Bühne zu stehen oder auf einmal in einer Situation sein, in der man nicht mehr das machen darf, was man eigentlich will, kenne ich zum Beispiel sehr gut selbst. Das heißt, ich habe und hatte schon reale Berührungspunkte.

Allerdings gibt es für Steve keine „echte“ Vorlage. Das wäre ja auch rechtlich ziemlich problematisch, wenn ich in ihm Sänger XY karikiert hätte.

Meine eine Frage ist, ob du Musik zum Schreiben hörst und wenn ja welche? (Sarah)

Das kommt ein bisschen darauf an, wie gut ich im Schreibfluss drin bin und natürlich auch darauf, an was ich schreibe. Bei „Zerrspiegel“ habe ich viel guten alten Hard Rock und Stoner Rock laufen lassen. Def Leppard, Poison, Guns n Roses, Chrome Division und solches Zeug. Bei historischen oder fantastischen Sachen kann ich das aber nicht so gut haben. Da höre ich oft Klassik – in erster Linie Orchesterwerke von Grieg, Sibelius, Smetana und so – oder Filmsoundtracks. Da fällt mir gerade Gladiator, X-Men, Herr der Ringe und diese Richtung ein. Schön pompös eben. 😉

Und die zweite, was du tust, wenn dich plötzlich eine Idee überfällt (wenn das denn vorkommt)? Also suchst du dann das nächstbeste Zettelchen oder lässt du sie auch wieder gehen. (Sarah)

Mit Zetteln arbeite ich komischerweise gar nicht. Ich speichere es im Kopf ab. Meistens schubse ich herannahende Ideen allerdings ziemlich brutal beiseite, weil ich eh schon viel zu viel auf meiner To-Do-Liste stehen habe. Und die, die immer wiederkommen, die brauche ich eh nicht aufschreiben, weil sie anhänglich wie Kletten sind. Man könnte also sagen, dass am Ende das aufgeschrieben wird, was sich besonders hartnäckig an meine Fersen geheftet.

Übel wird es nur, wenn ich irgendwelche Dialoge im Halbschlaf durchgehe und dann am nächsten Morgen alles vergessen habe. *seufz*

Gerne würde ich wissen, ob Raik beim Schreiben nebenher nascht oder ob sie was Besonderes trinkt und dabei bestimmte Musik hört? (Bri Mel)

Die Frage nach der Musik habe ich oben hoffentlich schon ausreichend beantwortet. =)

Zum Essen und Trinken: Man glaubt es kaum, aber ich vergesse beim Schreiben meistens beides. Man sollte also meinen, dass ich ein Strich in der Landschaft bin, der permanent dehydriert durch die Gegend torkelt. Aber da ich nach dem Schreiben zu Fressattacken neige, wird das nichts. Es ist schon ein paar Mal vorgekommen, dass mir während des Schreibens der Kreislauf weggesackt ist und dann von meinem Gatten die donnernde Frage kam: „Sag mal, hast du heute überhaupt schon was getrunken?“

Und ich dann: „Äh, ich muss weg …“

Aus Zerrspiegel hätte ich von Steffen gerne gewusst, ob er denn noch Kontakt zu einigen seiner Fans hat, oder diese komplett abgebrochen wurden. (Bri Mel)

Steffen: Ich hatte immer nur sehr wenig Kontakt zu einzelnen Fans. (Ganz anders als gewisse Schreiberlinge … *hust*) Es gibt ein paar Jungs aus den Anfangszeiten, die halb Fans, halb Mitschüler waren, mit denen ich in letzter Zeit wieder etwas mehr zu tun habe. Aber ansonsten ist da eher Flaute angesagt. Mir tut das immer ein bisschen leid. Es kommen immer noch viele Mails und Briefe. Aber ich fühle mich dem im Moment nicht gewachsen. (Das hat mir übrigens der Quacksalber in der Entzugsreha beigebracht. „Ich fühle mich dem nicht gewachsen“. Blah …)

Hat Steffen jemals vor, seine Musikkarriere wieder aufzunehmen? Wenn ja, wie steht Alex dazu? (Bri Mel)

Steffen: Dazu kann ich nur ganz klar „vielleicht“ sagen. Ich weiß es echt nicht. Im Moment bin ich mit meinem Studentenleben gut zufrieden. Es sind doch irgendwie ’ne Menge interessante Sachen an mir vorbeigegangen. Die Musik werde ich nie aufgeben. Das ist mal sicher. Aber Karriere ist was anderes, als sich abends mit ein paar Jungs in einem mit Eierkartons isolierten Keller zu treffen und für jeden gespielten Song eine Pizza zu bestellen.

Alex: Hm. Hmmm! Ich frage mich das auch manchmal, wie ich dazu stehe. Auf der einen Seite ist Steffen ein Mensch, der die Musik und auch die Bühne braucht. Und gut ist er auch. Er hat viele Fans enttäuscht. Und ich meine, ich wusste ja, von Anfang an, wer er ist und was es bedeuten würde, mit ihm zusammen zu sein. Im Moment kann ich mir aber nicht vorstellen, dass er wieder Karriere macht und dass das gut geht. Ich hätte schon sehr viel Sorge, dass er wieder in irgendeinen Sog gerät.

Aber egal, wie es kommt: Auf jeden Fall müssten die Spielregeln andere sein. Dass er offen mit sich selbst ist und dadurch auch mit mir.

Geryim, sag doch mal. Wie war denn das damals, als geschickt wurdest, um den großen Meisterassasinen zu holen? Hattest du Angst vor Sothorn? (DieSchännieh)

Geryim: Hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmpf!

Sothorn: DAS würde ich auch gern wissen.

Geryim: Hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmpf!

Sothorn: Also ja.

Geryim: Von mir aus. Ja, natürlich hatte ich Angst. Wir haben alle Angst vor dem Tod, seitdem wir nicht mehr mit dem Kopf in den Wolken schweben. Es hat aber geholfen, dass ich wusste, dass Sothorn zu dem Zeitpunkt schon Probleme mit seiner Körperbeherrschung hatte.

Sothorn: He …!

Geryim: Sagen wir einfach, dass ich genau wusste, warum ich nicht mit ihm in den Nahkampf gegangen bin.

Wir durften ein ums andere Mal mit ansehen, dass Sothorn dich manchmal zur Weißglut treibt. Gibt es Eigenschaften an ihm, die dir besonders gegen den Strich gehen und wenn ja, welche sind das? (DieSchännieh)

Geryim: Seine verflixte Gelassenheit. Die wird immer schlimmer, seitdem wir aus der Adelijar-Festung ausgezogen sind. Ehrlich gesagt: Es ist der pure Neid! Wenn sich mir das Fell sträubt und ich nicht einmal weiß, wieso, und ich ihn anschreie, schaut er mich vollkommen gelassen an. Dann möchte ich ihn windelweich schlagen. Und dass er nicht lockerlässt, ist fast genauso anstrengend. Wenn er etwas von dir will, wartet er einfach, bis er es bekommt. Er belauert einen geradezu. Und das Schlimme ist, dass ich dem Mistkerl jedes Mal nachgebe!

Gwanja hat sich an Sothorn gebunden, was aufgrund deiner Herkunft so ziemlich alles zwischen euch einfacher macht. Sie hat dir einen Gefallen getan, hast du gesagt. Doch gib’s zu, du bist auch ein bisschen eifersüchtig, dass sie nicht deine Gefährtin ist, oder? (DieSchännieh)

Geryim: Eifersucht ist nicht das richtige Wort. Ich war im ersten Moment sehr enttäuscht, allerdings auch erleichtert. Es ist schwer, seine Seele mit zwei Tieren zu teilen. Besonders, wenn es zwei so mächtige Tiere sind wie der Blauschwanzadler und der Brandlöwe. Beide sind Kreaturen, die sich nach dem Glauben meines Volks nur mit besonderen Menschen verbinden. Es wäre wahrscheinlich schlimmer gewesen, wenn ich nicht Syv, sondern ein niedriges Gefährtentier gehabt hätte. Eine Schildkröte oder ein Reh zum Beispiel. Aber er hat mich schon über andere Wargssolja erhoben. Auch noch Gwanja zu erlangen, wäre wohl zu viel des Guten gewesen.

Und Sothorn verdient sie. Ich hätte sie keinem anderen gegönnt als ihm.

Gäbe es ein prominentes Paar über das du dir vorstellen könntest eine (erfundene oder ggf. biografische) Geschichte zu schreiben? (Babsi)

Wenn ich die Erlaubnis eines prominenten Paares hätte, über es zu schreiben, könnte ich mir das theoretisch zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen. Allerdings setzt das eine ganz enge Zusammenarbeit mit diesem Paar voraus. Blind eine Geschichte erzählen und mir die Hälfte aus den Fingern saugen … das käme für mich nicht infrage. Achso, bei einem historischen Paar wäre es natürlich etwas anders.

Erfundene Geschichten über Prominente sind für mich ein No-Go. Ich weiß, dass das keine sehr populäre Meinung ist. Aber ich tue mich mit Real Person Slash sehr, sehr schwer. Für mich überschreitet das eine Grenze, die ich nicht berühren will. Da muss ich also mit einem klaren Nein antworten.

Hast du selbst ein Lieblingspairing entweder bei deinen Protas oder bei einem deiner Kollegen/innen? (Babsi)

Meine sind alle meine Lieblinge. Ich mag sie alle auf ihre Weise, mehr als das sogar. Das bedeutet nicht, dass ich sie nicht auch manchmal an die Wand klatschen möchte. Aber ich liebe sie alle gleich, wenn auch nicht an jedem Tag. 😉

Bei den Kollegen gibt es ganz viele, die ich grandios finde. Riordan und English von Josh Lanyon, Alec und Seregil von Lynn Flewelling, Darius und Lysander von Justin C. Skylark, natürlich Forlán und Iain von Dewi … Die Liste ist sehr lang, denke ich.

An Ragnar und Aiden: Gibt es etwas, was ihr in eurer Geschichte gerne anders erzählt hättet, oder im Nachhinein gerne anders erlebt hättet? (Babsi)

Aiden (ganz trocken): So ziemlich alles. Natürlich sagt man immer, dass das Leben, das man geführt hat, den Charakter bildet. Aber ehrlich, ich hätte sowohl auf meine Kindheit als auch auf manches andere gern verzichten können.

Ragnar: Auf viele Streitereien zum Beispiel. Auf böse Worte, die man gewechselt hat. Auf Reaktionen, für die man sich heute schämt.

Aiden: Ganz genau. Einfach Dinge, die einem das Leben schwer gemacht haben, statt es heller und besser zu machen. Ich wünsche mir immer noch, dass ich mich nicht manchmal ein bisschen mehr zusammengerissen hätte, um Takir nicht zu verärgern.

Ragnar: Und ich wünschte, ich hätte mir anfangs mehr Mühe gegeben, auf Aiden einzugehen. Dass ich ehrlicher zu ihm gewesen wäre. Es wäre alles leichter gewesen, wenn ich gleich am Anfang gesagt hätte, dass ich mich ziemlich allein fühle und neben einem Lustdiener auch einen Freund und Gefährten brauche. Jemandem zum Reden.

Aiden (rollt mit den Augen): Oh ja. Das hätte geholfen. Und wenn ich eher meinen Gefühlen nachgegeben hätte, wäre uns auch manches erspart geblieben.

Beide schaudern. „Oh ja …“

Wie sehr macht Ragnar sich noch Gedanken über seine Eltern und speziell über seine Mutter? (Babsi)

Ragnar: Das kommt darauf an. Unser neues Leben ist ganz schön anstrengend. Wenn man harte, körperliche Arbeit macht, zerbricht man sich nicht so oft den Kopf. Aber in den Ruhepausen denke ich oft an sie. Ich ärgere mich, dass ich nicht genauer hingesehen habe, was da eigentlich läuft. Und ich frage mich oft, ob bestimmte Dinge wirklich eingetreten wären. Oder ob es einen Weg gegeben hat, den Kurs von meinem Vater aufzuhalten. Und meine Mutter … ja, es ist die Hölle. Ich wünschte, ich hätte ihr noch einmal sagen können, was mir ihr Opfer bedeutet hat. Gott, ich hoffe jedenfalls, dass sie noch lebt und dass Takir sie anständig behandelt.


Jetzt will ich euch nicht länge auf die Folter spannen – hier die Gewinner der Bücher:

Zenjanischer Lotus - Cover groß

3. Platz: Mana

Anno Domini Cover web
2. Platz: Sarah Natusch

zerrspiegel

1. Platz: Barbara Corsten

Raik und ich gratulieren allen Gewinnern und wünschen ihnen viel Spaß mit den Büchern. Alle Gewinner melden sich bitte bei mir mit Angabe ihrer Adresse und Signierwunsch (Raik wird die Bücher für euch signieren), damit die Bücher bald auf den Weg geschickt werden können.

Alle anderen bekommen demnächst eine neue Chance – die nächste Special Week wird sich Florian Tietgen und seinen Büchern widmen – geplant Ende Mai. Stay tunded 🙂

Vielen Dank an alle Teilnehmer, Raik Thorstad für ihre Geduld und dem Cursed Verlag und dem Incubus Verlag für die Bereitstellung der Gewinne 🙂

[AUSWERTUNG] Gewinnspiel Cecil Dewi

Hallo in die Runde,

das Gewinnspiel zu den Werken von Cecil Dewi ist vorüber und es kamen noch einmal einige wunderschöne, spannende Fragen zusammen, die die Autorin beantwortet hat. Auch haben sich einige die Mühe gemacht, Cecils Fragen zu beantworten, worüber sie sich sehr gefreut hat und sich vielleicht bei dem ein oder anderen noch einmal meldet. Insgesamt hatten wir 23 Teilnehmer und bevor ich die Namen der Gewinner bekanntgebe, hat noch einmal Dewi das Wort.

Hier die Antworten zu euren Fragen:

Dewi: Zuerst einmal: Wow, vielen Dank für Eure spannenden Fragen und auch für die teils ausführlichen Rückmeldungen zu meinen Geschichten. Das hat mich sehr gefreut! Ich hoffe, meine Antworten stillen Eure Neugier.

Frage: Die Frage die ich Cecil gerne stellen möchte ist vielleicht keine klassische Interview-Frage, aber da ich selber total gerne koche drängt sich mir die einfach auf :-):
Gibt es ein typisch chilenisches Rezept, das du uns zum Nachkochen empfehlen würdest. Gerne auch was Süsses, da ich sehr gerne backe. (Mana Teuchner)

Dewi: Eine sehr ungewöhnliche Frage! 🙂 Eine typisch chilenische Süßspeise ist ‚Pie de limon’ – eine Zitronentarte (Mürbeteigboden, Zitronencreme aus dickflüssiger süßer Kondensmilch und oben drauf Eischnee). Wenn Du es gesünder magst: Chirimoya alegre – das ist geschälte und kleingeschnittene Chirimoya-Frucht mit fisch gepresstem Orangensaft. Oh – und Chilenen lieben Manjar (in Argentinien ‚Dulce de leche’). Das ist Karamellcreme, die aus der oben genannten süßen Kondensmilch gemacht wird. In süßem Gebäck kommt man kaum darum herum.

Frage: Planst du noch weitere Romane zu veröffentlichen und wenn ja… wann wird es etwas Neues geben? (Alexandra Bergmann)

Dewi: Konkrete Planungen gibt es derzeit nicht. Der einzige Roman, den ich mit „Ansage“ geschrieben habe, war Parallelwelt. Da gab es ein Exposee, eine Storyline – und vor allem einen Vertrag mit dem Verlag. Ansonsten ist mein Schreiben willkürlich. Wenn ich was zu schreiben habe, schreibe ich. Und eine Geschichte ist so lang, wie sie eben ist. Deshalb kann ich nichts in Romanlänge versprechen. Sollte ich „Enemigos“ bewältigen, wäre das jedoch mein nächster Roman-Kandidat.

Frage: Gibt es einen Grund warum du angefangen hast du schreiben? Wann hast du angefangen zu schreiben ?! (Marina Dold)

Dewi: Den ersten Anlass hatte ich ja schon im Interview geschildert: Ich habe ganz klassisch eine Fanfiktion geschrieben. Angefangen habe ich damit vor gut 4 Jahren. Was mich jetzt bei der Stange hält … hm. Ich vermute, wenn man einmal anfängt, mit eingebildeten Personen zu sprechen, hört man nicht mehr so schnell auf. Besser, ihre Geschichten landen auf Papier als ich in der Klapse. 😉

Frage: Ich möchte gerne wissen, wo sich Cecil Dewi in 10 Jahren sieht. (Möchte sie vom Schreiben leben? Hat sie über ein heterosexuelles Paar etwas geschrieben? etc. :-)) (Desiree)

Dewi: Sollte ich in zehn Jahren noch schreiben, weiß ich nicht, ob das ein Fluch oder ein Segen ist. Schreiben ist eine sehr zeitintensive Sache und ich gebe zu, dass mein Sozialleben etwas darunter leidet. Aber wenn es mir bis dahin noch Spaß macht und ich nicht total vereinsamt bin, hoffe ich schlichtweg, dass ich noch genügend Ideen habe und Energie, diese auch umzusetzen. Vom Schreiben leben kann ich mir hingegen nicht so gut vorstellen. Es baut verdammt viel Druck auf, wenn man finanziell von den Verkaufszahlen eines Buches abhängig ist. Und Druck macht meine Muse platt. Und welche Geschichten ich dann erzähle – wer weiß? Nur Krimis werde ich bestimmt nie schreiben. Ich schnalle als Leser oft selbst bei der Auflösung nicht, warum XY jetzt der Mörder ist.

Frage: Hallo, sie haben ja eine fanfiction zu „die Gilde der schwarzen Magier“ geschrieben. Was halten Sie im allgemeinen von der Buchreihe von Trudi Canavan? (Jasmin Eck)

Dewi: Insgesamt hat es mir Spaß gemacht, „Die Gilde der schwarzen Magier“ zu lesen. Zunächst hatte ich etwas Probleme, in die Geschichte hineinzukommen, aber irgendwann auf dem ersten Drittel hat sie mich dann doch gepackt. Die Geschichte ist gute Unterhaltung – wobei ich glaube, dass mein Hauptinteresse beim Bösewicht Akkarin lag. Ich habe mal in den Folgeband der Serie reingeschnuppert, aber der gibt mir nicht so viel. Gut gefallen hat mir die erschaffene Welt. Stilistisch/sprachlich ist die Geschichte für mich aber nicht herausragend.

Frage: Die Sache mit dem Auswandern nach Chile war mit Sicherheit ein enormer Schritt, kann ich mir denken. Gibt es jetzt auch noch etwas großes, dass du machen wollen würdest oder sind es eher die kleinen Dinge, die dich reizen? (Anna Maske)

Dewi: Das mit dem Auswandern war nicht als großes „Projekt“ geplant. Das hat sich einfach ergeben. 🙂 Und es kann gut sein, dass wir nicht für immer in Chile bleiben. Wir sind da nicht ganz so festgelegt. Meine größte Herausforderung sehe ich darin, zu leben. Gut zu leben und aus dem, was die jeweiligen Umstände vorgeben, das Beste zu machen.

[SPOILER-FRAGE! „Staub & Stolz“]
Frage:
Das Ende (von Staub & Stolz) war toll, es hat mich auch zu Tränen gerührt aber hast du auch ein anderes Ende geschrieben? (Lisa Arnold)

Dewi: Nein, ich habe kein anderes Ende zu „Staub & Stolz“ geschrieben. So seltsam sich das vielleicht anhört: Forlán und Iain sind für mich ein stückweit real. Und Forlán ist gestorben. Ich habe um ihn getrauert – sehr. Ich kann kein alternatives Ende schreiben. Genauso wenig, wie ich einen echten Menschen wiederbeleben könnte.
[SPOILER-FRAGE! Ende]

Frage: Sind Dir deine Charaktere, sprich so wie du sie Dir vom Aussehen her vorstellst, in echt schon mal über den Weg gelaufen? (Anna-Lena)

Dewi: Ich habe meist nur ein sehr, sehr vages Bild zum konkreten Aussehen meiner Protagonisten. Einige körperliche Attribute habe ich klar vor Augen, aber das ist nur sehr ausschnitthaft. Für „Parallelwelt“ musste ich mich richtig auf die Suche begeben nach Fotos von Leuten, bei denen mein Bauchgefühl „ja“ sagte, damit Janine die Illustrationen anfertigen konnte. Einmal ist es mir jedoch passiert, dass ich einem Mann über den Weg gelaufen bin, der Jan aus meiner Geschichte „Tjark“ hätte sein können. Das war sehr seltsam, weil es im Rahmen eines Arbeitsessens passiert ist – und ich mir alle Mühe geben musste, den Typen nicht mit „Jan“ anzusprechen und ihn auch nicht fortwährend anzustarren.

Frage: Was empfindest du bei Kritiken/ Rezensionen/ Kommentaren zu deinen  Geschichten/ Bücher? Positiver oder negativer Art. Wie wichtig ist dir die Meinung deiner Leser? (Papilio Faye aka Violet)

Dewi: Oh, Rückmeldungen zu meinen Geschichten sind Zuckerbrot und Peitsche! Sie sind mir sehr wichtig. Es verpasst mir ein Stimmungshoch, wenn sich jemand positiv und konstruktiv zu meinen Geschichten äußert. Wenn ich negative Kommentare bekomme, ist das im ersten Moment natürlich nicht so toll. Aber bisher hatte ich Glück, und fast alle Leute, die Kritik geäußert haben, haben das so gemacht, dass ich verstanden habe, was sie nicht gut fanden und warum. Ich denke, dass ich dann in der Lage bin, mir die entsprechende Kritik zu Herzen zu nehmen und bei meiner Schreiberei darauf zu achten – wenn ich sie denn teilen kann. Reine Lobhudelei bringt einen nicht weiter.

Frage: Sind deine Geschichten komplett fiktiv oder spielt das liebe Leben doch auch mit hinein? (Karen)

Dewi: Grundsätzlich sind meine Geschichten fiktiv. Was aber darin einfließt, ist meine Lebenserfahrung. Momente, in denen ich sehr glücklich war – oder gescheitert bin. Freundschaftliche und romantische Beziehungen, die gewachsen sind – oder verblasst, gar zerbrochen. Meine eigenen Unzulänglichkeiten – und Momente, in denen ich gewachsen bin. Menschen, denen ich begegnet bin, mit ihren ganz eigenen Geschichten.

Frage: Überfordern dich deine Charaktere auch ab und an? Kommt es z.B. manchmal vor, dass sie nur so mit Informationen um sich schmeißen, sodass du kaum Zeit hast das alles zu verarbeiten? Oder dass sie dich mit irgendwelchen „Einwürfen“ völlig aus deiner eigentlich geplanten Bahn werfen? (Julia)

Dewi: Meine Protagonisten sprechen nicht mit mir. Nicht in dem Sinne, dass sie bei mir auf der Schulter sitzen und sagen: „Das und das will ich jetzt aber nicht machen, ich will lieber ein Eis!“ Es ist eher so, als würde ich ihnen über die Schulter schauen. Als wäre ich ein unsichtbarer Beobachter. Dennoch überfordern sie mich oft! Schlichtweg, weil sie manchmal nicht greifbar sind. Weil ich sie in eine Szene stoße, und plötzlich kein Feedback von ihnen bekomme. Oder weil der Protagonist nicht das tut, was ich geplant hatte. Eine Art passiver Widerstand. 😉 Meist stockt dann der Schreibprozess, bis ich entweder die Szene ändere, oder gar den ganzen Plotverlauf (ein Alptraum!). Was ich für gewöhnlich nicht ändern kann, ist der Charakter des Protagonisten oder sein grundsätzliches Verhalten.

Frage: Mich würde interessieren woher du, insbesondere die Anregungen für die Sex-Szenen bekommst. Und woher du allgemeine deine Ideen nimmst, sind das nur Hirngespinste oder hast du eine andere Inspirationsquelle? (kiska-chan)

Dewi: Jede Sexszene, die ich schreibe, entwickelt sich aus der Spannung zwischen den Protagonisten, aus ihrer jeweiligen Gemütslage, aus ihren Wünschen, Hoffnungen. Und aus ihrer eigenen Verletzlichkeit. Ich glaube, das ist ein treibender Faktor für mich, wenn ich eine intensive erotische Szene schreibe: Wie nackt ist ein Protagonist, wenn seine Haut, sein Körper und sein Benehmen im Bett vielleicht gerade als Rüstung funktionieren? Wie sehr kann/darf/will er sich in der betreffenden Situation emotional entblößen? Ich denke, deswegen finde ich es wenig reizvoll, die reine „Mechanik“ von sexuellen Handlungen zu beschreiben.

Allgemeine Ideen kommen einfach so – in Form von Protagonisten, oder einem Satz, oder einer kleinen Szene, die raus wollte. Einige meiner längeren Geschichten waren zunächst kurze „One-Shots“, deren Protagonisten danach weiter in meinem Kopf herumgeisterten.

Frage: Wie fängst du an, wenn du eine neue Idee hast? Fängst du an loszuschreiben oder baust du die Welt und die Charaktere erst ein bisschen aus in deinem Kopf? (Ariane Gienger)
Frage: Wenn du eine Idee zu einer Geschichte hast, schreibst du sie dir mit Stichworten auf, nur kurze Sätze oder ganz anders? (Katja)

Dewi: Die beiden Fragen beantworte ich mal zusammen. Ich bin eher der Typ „losschreiben“. Wenn ich zu viel Fundament baue, bekomme ich eher Angst vor den potenziellen Ausmaßen einer Geschichte. Ich taste mich lieber schreibend voran und mache mir dann Gedanken über Details, wenn sie wichtig werden.

Frage: Wird es zu Tjark vielleicht irgendwann eine Fortsetzung geben? Oder einen ähnlichen Text von Novellen-Länge (abgesehen von den bereits  veröffentlichten) und welche Themen würden dich dabei reizen? (kirajen)

Dewi: Zu Tjark wird es keine Fortsetzung geben. Ich finde, die Jungs haben sich ganz gut miteinander eingerichtet und ich weiß, dass Tjark in guten Händen ist. Und zu anderen Geschichten in Novellenlänge: gut möglich, wenngleich ich nichts Konkretes geplant habe. Aber das Format und die Länge liegen mir im allgemeinen, so dass da durchaus noch was kommen kann.

Frage: Wie schaffst du es dich in deine Protagonisten hineinzudenken? Männer sind ja doch ganz anders als Frauen, egal ob es im Gang, mit den Gedanken oder dem Handeln ist. Schaffst du es beim Schreiben trotzdem ganz in deinen Prota zu schlüpfen? (Bücherfee Stefanie)

Dewi: Das ist eine spannende Frage. Ganz in meine Protagonisten hineinschlüpfen tue ich nie. Ich identifiziere mich nicht mit ihnen. Es ist eher so, als würde ich sie kennenlernen. Sie werden zu Freunden, zu Familie, vielleicht sogar zu Geliebten. Irgendwann kenne ich sie so gut wie kaum einen anderen Menschen. Aber ich BIN nicht sie. Vielleicht ist das sogar der Trick für mich, aus der männlichen Perspektive schreiben zu können. So verpasse ich einem männlichen Protagonisten nicht aus Versehen „weibliche“ Attribute.

Frage: Könntest du dir vorstellen, mit einem anderen Autor zusammen ein Buch zu schreiben? (Heike)

Dewi: Das stelle ich mir schwierig vor, einfach, weil Schreiben für mich ein sehr introvertierter Prozess ist. Und weil ich sehr unregelmäßig schreibe, was eine verlässliche Zusammenarbeit erschwert. Aber mit einem Kollegen habe ich das mal besprochen. Wenn uns die Muse beißt, werden wir das vielleicht mal mit einem kleinen Text ausprobieren.

Frage: Mir gefällt das Cover von Parallelwelt sehr und ich wollte mich erkundigen, ob es davon noch mehr gibt und/oder es evtl. ein Artbook oder so gibt/geben wird. (Sandra Black)

Dewi: Das Cover ist schön, nicht? *HerzchenindenAugenhat* Die Illustratorin Janine Sander hat auf ihrem Blog (http://janinesander.blogspot.de/) zu einer kleinen Auswahl an Illustrationen deren Entstehungsprozess dokumentiert. Das ist sehr spannend und ich möchte immer ehrfürchtig im Staub rumrobben und Janines Mantelsaum küssen. Ansonsten hat mir das Verlagsteam mit Janines Unterstützung ein ganz persönliches Artbook mit allen Originalen der Illustrationen zusammengestellt. Und das hüte ich nun ….. Mein Schaaatz!

Frage: Ich habe „Tänzer und Schatten“ gelesen und frage mich schon länger folgendes: Mit wem identifizierst du dich mehr, mit David oder Niall? Und was bedeutet Niall für dich? (Elena Dietz)

Dewi: Identifizieren tue ich mich mit keinem von beiden. Würde ich mich wirklich mit Niall, dem Schatten, identifizieren, hätte ich auch das Problem, die Leichen diskret verschwinden lassen zu müssen. Dabei kann ich nicht mal Schwarzfahren, ohne dass man es mir an der Nasenspitze ansieht.

Der Schatten als Figur war hingegen für mich unglaublich reizvoll, weil er keine menschlichen Moralvorstellungen besitzt. Er ist ein Raubtier, und es macht ihm Spaß, eines zu sein. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass er sich als böse empfindet. Ich persönlich bin auch nicht der Meinung, dass er böse ist. In seine Fremdartigkeit einzutauchen, hat mir beim Schreiben sehr viel Spaß gemacht.

Frage: Wie gehst du mit einer Schreibblockade um? Wenn dein Bildschirm eher einem schwarzen Loch gleicht, anstatt  ein kreativer Tummelplatz von Worten zu sein? Hast du aus diesem Grund schon mal eine Geschichte nicht beendet oder nicht beenden können? (Babsi Corsten)

Dewi: Ich nenne sie nicht „Schreibblockaden“. Das macht das ganze nur schlimmer. 😉 Ich habe EINIGE angefangene und nicht beendete Geschichten rumliegen. Und das ist nichts, worauf ich stolz bin. Es kommt oft vor, dass ich wochen- oder monatelang nichts schreibe. Das fühlt sich nicht gut an. Manchmal beginne ich dann eine andere Geschichte – eine Art Übersprungshandlung. Gerade die Ansätze für meine kürzeren Geschichten wie „Zuhause“, „Tänzer & Schatten“ oder „Tjark“ sind zunächst entstanden, weil ich mich um das Schreiben der großen Geschichten gedrückt habe. Aber ich weigere mich, mich stundenlang vor ein leeres Dokument zu setzen. Und ich weigere mich, Schreiben als Pflicht anzusehen (selbst, wenn ich meine Leser und Leserinnen gerne mit Nachschub füttern möchte). Schreiben soll mir Spaß machen. Und wenn’s nicht läuft, dann läuft es eben nicht. Das ist der Luxus der Hobby-Schreiberei. 🙂

Fragen: 1. Du hast tatsächlich erst mit 30 angefangen zu schreiben? Gab es vorher keine Kurzgeschichten oder Gedichte?
2. Wie kommst du zu den Namen deiner Protagonisten? Sind zuerst die Figuren da oder die Namen?
3. Lässt du dich von Musik zum schreiben inspirieren? (Sarah Natusch)

Dewi: Hui, gleich drei Fragen auf einmal! Ja, ich habe tatsächlich erst mit 30 mit dem Schreiben angefangen, von Schulaufsätzen abgesehen. Oh, ein Gedicht habe ich geschrieben, nein, zwei, als ich schrecklichen Liebeskummer wegen meiner ersten Freundin hatte, das war mit 19 oder so. Aber das war’s.

Zur Namensfindung: Normalerweise sind die Protagonisten zuerst da.

Für manche Geschichten benutze ich einzelne Musikstücke als „emotionales Gedächtnis“, weil ich die Stimmung einer Szene mit der des Musikstücks verknüpfe. Wenn ich dann das Musikstück höre, kommt die Szene vor mein inneres Auge. Beispiel gefällig? Es gibt eine Szene in „Staub & Stolz“, bei der Forlán allein und recht betrunken auf einem Wachturm sitzt und grübelt. Das Lied dazu ist „The Winter“ von Balmorhea. Ich höre die ersten Takte – und sitze neben Forlán im Schnee. Zum Schreiben selbst brauche ich aber Stille, Musik nervt mich dann. Aber ich vermute, ich bringe in etwa genauso viel Zeit damit zu, gedanklich in einzelnen Szenen zu hängen, wie sie aufzuschreiben. Dabei kann ich dann die entsprechende Musik hören.

Frage: Hast du mehr homosexuelle Freunde als hetero Freunde? (Lisa)

Dewi: Generell nenne ich nur wenige Leute „Freunde“. Die Heteros sind sowohl in meinem Freundes- als auch in meinem Bekanntenkreis in der Überzahl.

Frage: Wenn du etwas urkomisches schreiben solltest, wo wären dann deine Grenzen? In welche Gefilde der Witzigkeit würdest du vorstoßen und bei welchen wäre für dich Schluss? Witzige Szenen zu schreiben kann leicht sein, insbesondere wen Situationskomik gefordert ist, aber wenn es zu chaotisch abgedreht wird, kann es auch schnell unfreiwillig komisch oder zu aufgesetzt wirken. Deshalb stell ich dir jetzt einfach mal die Frage. (Mareen)

Dewi: Das ist eine furchtbar schwere Aufgabe! Ich und Humor schreiben … das klappt nicht so gut. Ich bilde mir ein, im wahren Leben einen Sinn für schwarzen und dreckigen Humor zu haben, aber der schafft den Sprung in meine Geschichten nicht. Wenn mal Humor aufblitzt, ist der eher beiläufig, trocken oder böse. Lesen tue ich lustige Sachen gern, wobei ich auch hier lieber weniger und dafür böseren Humor schätze. Slapstick ist nicht so mein Ding, dabei schäme ich mich fremd.


Jetzt will ich euch nicht länge auf die Folter spannen – hier die Gewinner der Bücher:

3. Platz

3. Platz

Lisa Arnold

2. Platz

2. Platz

Anna Maske

1. Platz - signiert

1. Platz – signiert

Mana Teuchner

Dewi und ich gratulieren allen Gewinnern und wünschen ihnen viel Spaß mit ihren Gewinnen. Alle anderen – nicht traurig sein, weitere Specialweeks mit anderen Autoren sind in Planung, sprich es gibt weitere Chancen. Alle Gewinner melden sich bitte bei mir mit Angabe ihrer Adresse, damit ich die Bücher bald auf den Weg schicken kann.

Vielen Dank an alle Teilnehmer, Cecil Dewi für ihre Geduld und dem Cursed Verlag und dem Incubus Verlag für die Bereitstellung der Gewinne 🙂