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[ROMAN] Die Anderen – Das Erbe erwacht von Chris P. Rolls

Autor: Chris P. Rolls
Taschenbuch:  392 Seiten
ISBN: 978-3959491143
Preis: 7,99 EUR (eBook) / 14,90 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Finns Herz ist gebrochen. Seine große Liebe Dave hat ihn verlassen und zu allem Überfluss hat auch der Dämon bekommen was er wollte – eine leidenschaftliche Nacht mit dem jungen Studenten. Nur mühsam kämpft sich Finn zurück ins Leben, und bekommt gar nicht mit, dass ein uraltes Erbe in ihm erwacht ist, das Dämonen zutiefst fürchten: Das Erbe eines Mirjahn, eines wahren Dämonenjägers. Währenddessen ist Dave hin- und hergerissen: einerseits liebt er Finn, andererseits fordert sein Dämon den Tod des Mannes, der sein Erzfeind werden könnte. Zu allem Überfluss wird auch der schwarze Jäger Thomas auf Finn aufmerksam und setzt alles daran herauszufinden, welches Geheimnis den Studenten umgibt und was es mit dem Dämonenmal auf sich hat, das er am Hals trägt.

Die Ereignisse überschlagen sich als Daves Freund und Halbdämon Russell einen weiteren Dämon auf Finn aufmerksam macht, in der Hoffnung Dave aus dem Dunstkreis des Mirjahn zu bekommen. Damit löst er eine Katastrophe aus, die sowohl Dave, als auch Finn und seinen Freunden das Leben kosten könnte …

Eigene Meinung:
Mit „Das Erbe erwacht“ führt Chris P. Rolls die Geschichte um Dave, Finn und seinen bunten Freunden weiter und macht neugierig auf den dritten und abschließenden Teil der Trilogie „Die Anderen“. Der Band knüpft direkt an die Ereignisse von „Das Dämonenmal“, daher sollte man unbedingt den ersten Teil lesen, bevor man sich an „Das Erbe erwacht“ heranwagt. Laut Autorin soll es weitere Geschichten der Anderen geben – man darf gespannt sein, wie es nach dem dritten Roman „Der Weg aus der Dunkelheit“ weitergehen wird und welche neuen Abenteuer geplant sind – bisher ist nichts näheres dazu bekannt.

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[ROMAN] Heldinnen küssen besser von Serena C. Evans

Autor: Serena C. Evans
Taschenbuch: 136 Seiten
ISBN: 978-3959490788
Preis: 8,90 EUR (Taschenbuch) | 3,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Tamaras einfaches, überschaubares Leben als Kellnerin, die aus der Ferne einen weiblichen Gast anhimmelt, ändert sich, als bei ihr die Fähigkeiten eines Feuertalentes zutage treten. Sie wird von einer Organisation angesprochen, bei der Superhelden im Geheimen die Polizei unterstützen und gewöhnliche Menschen beschützen. Vor der Wahl selbst Superheldin zu werden, oder ihre Kräfte für immer versiegeln zu lassen, entscheidet sich Tamara dafür, die Menschen zu schützen. Sie erhält den Decknamen Amber Lily und wird fortan von der Einzelgängerin Purple Rose ausgebildet. Schnell kommen sich die beiden Frauen näher und Tamara hat mehr und mehr Schwierigkeiten, sich zwischen der unbekannten Frau und Rose zu entscheiden. Als sich herausstellt, dass beide Frauen ein und dieselbe Person sind, ist Tamara überglücklich. Doch ihr Glück währt nicht lang, denn jemand hat es auf Purple Rose abgesehen und diese Person schreckt vor nichts zurück …

Eigene Meinung:
Mit dem Kurzroman „Heldinnen küssen besser“ legt die Autorin Serena C. Evans ihren ersten Lesbian Romance vor, gleichzeitig beschreitet auch der Main Verlag mit der Veröffentlichung einer lesbischen Romanze neue Wege. Die knapp 200 Seiten starke Geschichte erzählt die Geschichte von Abby (Purple Rose) und Tamara (Amber Lily), die sich nicht nur finden, sondern auch gemeinsam den Job einer Superheldin erfüllen.

Die Geschichte ist im Lesbian Romance Genre definitiv etwas Neues, da es nicht nur um eine typische Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen inklusive aller dramatischen Hochs und Tiefs handelt, sondern dem Leser mit der Superheldenkomponente eine besondere Dynamik und Spannung bietet. Leider schwächelt die Handlung beim Spannungsbogen, denn es ist ziemlich schnell klar, wer Intrigen spinnt und als Gegner für Tamara und Abby in Frage kommt. Auch sonst mangelt es zwischenzeitlich an Ausschmückungen und Details – es geht alles recht schnell, mitunter zu schnell. Bis auf die Liebe, die sich zwischen den beiden Frauen entwickelt, bleibt inhaltlich vieles recht vage und wird nur grob abgehandelt. Sei es Tamaras Training, ihre Einsätze und die Fälle, die zu klären sind: die Autorin lässt vieles unter den Tisch fallen oder bringt es nur in einem Nebensatz zur Sprache (ganz besonders fällt es am Ende auf, als die Beweggründe des Gegners offenbart werden und die Ursachen für dessen Rachefeldzug zu einer Zeit stattfanden, als Tamara bereits in der Ausbildung steckte). So schön die beiden Frauen harmonieren, man hätte ihrer Arbeit ruhig ein wenig mehr Platz einräumen können. So verschenkt Serena C. Evans leider einiges an Potenzial, denn man hätte durchaus mehr aus der Grundidee machen können – gerade in Hinblick auf die Grundidee mit den Talenten, die die Kräfte eines Superhelden bestimmen.

Die Charaktere sind sympathisch und können durch ihre lockere Art überzeugen. Zwar sind sowohl Abby, als auch Tamara ein wenig klischeehaft – doch das fällt nur an einigen Stellen ins Gewicht. Sie passen gut zusammen, auch wenn man sich fragt, warum sie so schnell aneinander hängen bleiben. Denn sie kommen recht schnell zusammen, fast ein wenig zu schnell. Dabei fällt auf, dass viele Dinge nicht zur Sprache gebracht werden (z.B. warum Abby immer allein kämpfen will) oder nur ganz am Rande zur Tragen kommen (Tamaras Ex-Freundin). Irgendwie fehlen bei den Frauen Gespräche, die tiefer gehen.
Die übrigen Figuren fallen kaum ins Gewicht, da sie lediglich namentlich am Rande auftauchen – Blue Clover ist neben dem Gegner die Einzige, die mehr Beachtung bekommt, wenngleich viele ihrer Eigenschaften lediglich aufgezählt werden, anstatt dem Leser die Möglichkeit zu geben, sie direkt kennenzulernen (Show, don’t tell!)

Stilistisch legt Serena C. Evans einen schönen Kurzroman vor, der sich schnell liest und in den man leicht einsteigen kann. Hin und wieder holpern einige Sätze, gerade zum Ende hin scheinen sich die Fehler zu häufen (gerade bei den Zeitformen). Dennoch macht „Heldinnen küssen besser“ Spaß, denn man bekommt einen nette Geschichte, die wechselnd aus Abbys und Tamaras Sicht erzählt wird. Hin und wieder springt die Autorin zwar zeitlich und „unterschlägt“ dadurch spannende Handlungsbögen, doch daran gewöhnt man sich.

Fazit:
„Heldinnen küssen besser“ ist eine angenehme Lesbian Romance für Zwischendurch, die aufgrund des geringen Umfangs viel Potenzial verschenkt. Serena C. Evans hätte mehr aus ihren Heldinnen herausholen können, wenn sie einige Aspekte vertieft und auch die Gespräche der beiden Frauen ein wenig ausführlicher gestaltet hätte. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte unterhaltsam, da es eben nicht nur um die Liebe zwischen Abby und Tamara geht, sondern auch um ihre spannende Arbeit als Superheldinnen. Wer im Lesbian Romance Genre mal etwas fantastischeres für Zwischendurch sucht, ist mit Serena C. Evans‘ Kurzroman gut bedient.

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[ROMAN] Der Savant von Innis von Susanne Esch

Autor: Susanne Esch
Taschenbuch: 326 Seiten
ISBN: 978-3-942277-29-7
Preis: 5,95 EUR (eBook) | 11,90 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Mit Beginn der Pubertät ändert sich Yuros überschaubares Leben in einem abgeschiedenen Kloster in den Grafilla-Bergen. Er entwickelt besondere Fähigkeiten, die er nur bedingt kontrollieren kann, zudem zieht es ihn in die Welt hinaus, um ein ihm unbekanntes Schicksal zu erfüllen. Als er sich entschließt den Konvent zu verlassen, begleitet ihn sein bester Freund Solus, zu dem er schon immer eine besondere Verbindung hat. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und müssen erkennen, dass das Schicksal des Planeten Innis, der von außerirdischen Invasoren eingenommen wurde, in ihren Händen liegt. Doch der Weg zur Befreiung ist lang, denn selbst als sich Yuro als Savant entpuppt, ein Wesen, dass alle besonderen Fähigkeiten ihres Volkes in sich vereint, ist er noch lange nicht vor Fehlern gefeit …

Eigene Meinung:
Der Roman „Der Savant von Innis“ stammt von der deutschen Autorin Susanne Esch und erschien 2013 im Titus Verlag. Die Geschichte um Yuro und Solus wurde im März 2015 mit dem Roman „Solus – Reise in die Vergangenheit“ fortgesetzt, der nach den Ereignissen aus „Der Savant von Innis“ spielt. Neben diesen beiden Romanen erschienen weitere Bücher der Autorin im Titus Verlag.

Die Geschichte spielt auf dem Planeten Innis, dessen Bevölkerung nach einer stark technisierten und zerstörerischen Phase, die fast den Untergang der Welt zur Folge hatte, zu einem sehr friedlichen und einfachen Leben zurückgekehrt sind. Das ändert sich, als eines Tages die Airin auftauchen und erneut beginnen Innis mit ihrer Technologie zu überziehen und alles daran setzen die letzten Inari auszulöschen, die sich zu Rebellengruppen zusammengeschlossen haben. Als sich Yuro nach und nach seiner Rolle in dem Kampf zwischen Inari und Airin bewusst wird, wird er zur Hoffnung eines ganzen Volkes, eine Last, der er nicht immer gewachsen ist. Sein Freund und späterer Partner Solus übernimmt dabei die Rolle des Beschützers und Unterstützers, ohne den Yuro seinen Weg nicht gehen könnte.
Insgesamt ist die Grundidee spannend und wartet gerade zum Ende hin mit einigen überraschenden Wendungen auf. Gerade die Hintergründe, die sich die Autorin erdacht hat, sind wirklich schön und sorgen dafür, dass man den Roman nur schwer aus der Hand legen kann. Dafür holpert jedoch der Anfang stark. Oftmals schreitet die Geschichte zu schnell voran – gerade als sich Yuro und Solus für eine kurze Zeit trennen, springt die Geschichte massiv, so dass man Probleme hat, den Ereignissen zu folgen. Auch die Tatsachen, dass Yuro (bis auf einige wenige Ausnahmen) seine Fähigkeiten fast sofort perfekt beherrscht, stößt dem Leser sauer auf. Er erinnert ein wenig an einen Gary-Sue: dramatische Vergangenheit, besondere Fähigkeiten und Retter der Welt. Zudem kann man die Streitigkeiten zwischen Yuro und seinem Freund nur schwer nachvollziehen – manchmal kommen sie vollkommen abrupt, von jetzt auf gleich, ohne dass man weiß, warum die Charaktere sich plötzlich in den Haaren liegen. Mit der Zeit gibt sich das, doch auch zum Ende hin kommt es durch die sprunghafte Erzählstruktur dazu, dass man aus der Handlung geworfen wird.

Die Charaktere können nur bedingt überzeugen – gerade Yuros Art nervt einen mit der Zeit. Mitunter wirkt er sehr arrogant, dann wiederum lässt er sich schnell entmutigen und gibt all das auf, was er über Wochen und Monate hinweg angestrebt hat. Das mag zwar zu ihm passen, immerhin ist Yuro noch sehr jung und dementsprechend leicht zu verunsichern, aber mit der Zeit fällt das ewig hin und her negativ ins Gewicht. Im Gegenzug dazu ist Solus erwachsener und angenehmer, wenngleich er nur selten aktiv in Erscheinung tritt. Er ist zumeist da, wenn Yuro Unterstützung braucht, rettet ihn mehr als einmal vor sich selbst und spielt eine zunehmend wichtige Rolle in dessen Leben. Dass die beiden im Laufe der Zeit zusammenkommen passt durchaus zur Geschichte, nimmt jedoch nie so viel Raum ein, um von der eigentlichen Handlung abzulenken.
Die übrigen Figuren sind abwechslungsreich und bilden einen guten Rahmen für Yuro und Solus, bleiben jedoch ein wenig blass. Gerade über die Rebellen erfährt man verhältnismäßig wenig, was daran liegt, dass Yuro zumeist um sich selbst rotiert und sich selten die Mühe macht seine Kampfgefährten wirklich kennenzulernen.

Stilistisch bietet „Der Savant von Innis“ solide Fantasykost, der man gut folgen kann. Zu Beginn wirkt die Geschichte etwas sprunghaft und chaotisch, mit Zeit scheint sich Susanne Esch aber einzufinden. Während die Beschreibungen der Welt und der Hintergründe sehr gut gelungen sind, können die Dialoge manchmal nicht gänzlich überzeugen. Sie scheinen nicht immer aufeinander aufzubauen, denn hin und wieder springen die Charaktere in den Gesprächen, so dass es mitunter schwerfällt diese nachzuvollziehen. Ein wenig holprig sind auch die Erklärungen der Fähigkeiten, die Yuro hat – manchmal kann man nicht ganz nachvollziehen, wie sie funktionieren.

Fazit:
„Der Savant von Innis“ bietet unterhaltsame Science Fantasy Lektüre. Trotz der Schwächen bei den Charakteren und dem sprunghaften Schreibstil kann Susann Eschs mit einer tollen Grundidee und einigen überraschenden Wendungen überzeugen, sodass der Roman durchaus Spaß macht. Fans schwuler Literatur sollten sich jedoch vor Augen halten, dass die Liebesgeschichte zwischen Yuro und Solus nur einen Bruchteil der Handlung einnimmt – Yuros Schicksal und sein Kampf gegen die Airin stehen im Zentrum. Wen das nicht stört, sollte einen Blick in die Leseprobe riskieren.

 

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