Archiv der Kategorie: Intersexualität

[Blogtour] Die Sturmfalken von Olbian – Sidhe

Hallo ihr Lieben,

Ich darf euch heute ein wenig über die Sidhe erzählen, die in Leann Porters Welt eine große Rolle spielen. Zunächst werde ich aber auf die ursprünglichen Sagen und Legenden eingehen (auch wenn ich zugeben muss, dass ich bei weitem nicht alles abdecken kann, was es gibt – ich emüfehle allen Interessenten mal bei Wikipedia oder in das ein oder andere Sachbuch reinzulesen, zumal sich einige Sagen auch widersprechen), bevor ich euch zeige, welche Sidhe es in „Die Sturmfalken von Olbian“ gibt. Wer wissen will, worum es in dem Fantasy-Roman geht, sollte einen Blick in meine Rezension werfen oder sich bei den andeen Blogstationen umsehen – es lohnt sich 🙂

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Hier die einzelnen Stationen:
3.7. Buch und Autorin – http://www.corinnasworldofbooks.de
4.7. Welt – http://yllinfox.blogspot.com
5.7. Figuren – http://bambinis-buecherzauber.blogspot.de
6.7. Sidhe – bei mir 🙂
7.7. Sankanische Spiele – http://bookwormdreamers.blogspot.de
8.7. Love – Sex – Fantasy – http://ulla-liebt-buecher.blogspot.de
9.7. Dead Soft Verlag und Autorin – http://romanticbookfan.blogspot.de

Sidhe alter Sagen und Legenden

Begriffserklärung
Unter Sidhe (Síde) werden die Bewohner sogenannter Feenhügel (Síd) bezeichnet. Es gibt auch spezifischere Bezeichnungen wie fir/fer síd (irisch „Männer des síd“), mná síd (irisch „Frauen des síd“) oder áes síd (irisch „Leute des síd“). Im schottischen und walisischen haben sich andere Begriffe eingebürgert (síodhach / síochach und tylwyth teg („die schöne Familie“) / ellyllon („Elfen“)). Eines der bekanntesten Völker der Sidhe sind die Túatha Dé Danann („Das Volk von Danu“), die den Legenden nach von der Göttin Danu abstammen sollen und von filigranem, elfenhaften Körperbau waren, aber auch die zwergenhaften Filborg und die Fomori zählen dazu, ebenso hunderte anderer Wesenheiten (Gnome, Banshees, Kelpies), die allesamt unter dem Begriff Fairies zusammengefasst werden. Einigen Legenden nach stammen viele Wesenheiten von den Túatha Dé Danann ab, darunter auch die Filborg.

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Geschichte
Alten Legenden nach kehrten die geheimnisvollen Túatha Dé Danann um 1.500 v Chr. aus dem hohen Norden oder Griechenland (wo sie Magie erlernten) auf dunklen Wolkenschiffen nach Irland zurück und forderten in zwei großen Schlachten die dort lebenden zwergenhaften Firbolg und die Fomori, ein Volk dämonischer Riesen, heraus. Beide Kämpfe konnten die Túatha Dé Danann für sich entscheiden, was sie zu den Herrschern über Irland machte.800px-SophieAndersonTakethefairfaceofWoman
Erst als die Milesier (wahrscheinlich spanische Einwanderer, mythisches irisches Geschlecht und Vorfahren der heutigen Iren) um 1.000 v. Chr. in Irland landeten, wendete sich das Blatt. Die Túatha Dé Danann versuchten die Eindringlinge mit Magie zu vertreiben, doch diese gingen mit Hilfe des Druiden Amergin an Land und forderten die Herrscher heraus. In der folgenden Schlacht unterlagen die Túatha Dé Danann und waren gezwungen sich in die Feenhügel zurückzuziehen. Diejenigen, die dort nicht leben wollten, verließen Irland und lebten fortan auf der magischen Insel Tír na nÓg, dem Land der ewigen Jugend.

Diejenigen Túatha, die in Irland blieben, sind die Vorfahren der Elfen, Feen und Gnome, die bis heute unerkannt an der Seite der Menschen leben. Sie lebten fortan in dem in Hügeln und Höhlen der Unsichtbaren Welt, die sogenannte keltische Anderswelt. Im Gegensatz zu Menschen, die diese Welt nicht betreten können, sind Sidhe in der Lage die Hügel nach Belieben zu verlassen.

Aussehen
Sidhe werden unterschiedlich beschrieben, da nicht nur die elfenhaften Túatha Dé Danann als Sidhe bezeichnet werden. Diese sind hochgewachsene, filigrane Wesen, die trotz ihres hohen Alters ewig jung und wunderschön aussehen. Sie werden bis zu sechs Fuß hoch, sind sehr schlank und verfügen über verschiedene magische Befähigungen. Aufgrund ihrer zarten Haut, der wallenden blonden Haare und der wohlklingenden Stimme sind sie die geborenen Verführer. Sie sind sowohl in den Künsten der Wissenschaft und Magie bewandert (sie verfügen über vier magische Talismane, die ihnen erstaunliche Kräfte verleihen).

Es gibt jedoch – je nach Land – auch Beschreibungen, die eher denen von kleinen Zwergen (Firbolg) und Gnomen, als von großgewachsenen Elfen und Feen entsprechen. Auch die riesenhaften Fomori gehören zu den Sidhe, repräsentieren in ihre dämonischen Riesenhaftigkeit eher eine bösartige, dunkle Seite.

Auftreten in der Literatur (Beispiele):
J. R. R. Tolkiens – „Der Herr der Ringe“
Wolfgang Hohlbein – „Drachenfeuer“
Cassandra Clare – „Chroniken der Unterwelt“
Robert Jordan – „Das Rad der Zeit“
Otfried Preußlers – „Räuber Hotzenplotz“
James Matthew Barrie – „Peter Pan“
Shakespeare – „Ein Sommernachtstraum“
Rollenspielsystem „Castle Falkenstein“

Sidhe aus „Die Sturmfalken von Olbian“

Seit die Sidhe vor tausenden von Jahren nach der Niederlage gegen die Milesier aus Irland vertrieben wurden, leben sie in der Welt Danu, die meisten von ihnen im Land Sanka.

Die Völker der Sidhe:

– Die Heimat der Sidhe D’Altan ist der Wald Altan mit der Stadt in den Bäumen, Altania. Die D’Altan gelten als arrogant, selbstbewusst, charismatisch und beherrscht. Die Gabe des Flechtens ist unter ihnen besonders weit verbreitet.

– Die Sidhe D’Enai ziehen in Stammesverbänden durch die Steppe. Ihre Kämpfer stellen regelmäßig den Sieger der Sanka-Kampfspiele. Sie sind ungestüm, freiheitsliebend, unbeherrscht, trinkfest und ebenso loyal gegenüber Freunden wie gnadenlos bei ihren Feinden. Die Gabe des Fährtenlesens ist besonders ausgesprägt.

– Die Sidhe D’Elen leben im Quelltal des Flusses Elene in der Stadt Elenia. Sie sind sanft, friedliebend und empathisch. Die Gabe der Heilkraft ist bei ihnen besonders stark. Die besten Heiler Sankas kommen aus Elenia.

– Die Sidhe D’Arrai haben sich von den anderen Sidhevölkern losgesagt und leben abgeschottet im Arraigebirge.

Die Gaben der Sidhe sind tatsächlich nur eine Gabe, ein besonderer Sinn, mit unterschiedlichen Ausprägungen, wie zum Beispiel der Heilfähigkeit und dem Flechten, der Fähigkeit, eine mentale Verbindung mit anderen Lebewesen einzugehen. Außerdem haben die Sidhe aus „Die Sturmfalken von Olbian“ haben ja manchmal ganz witzige Gebräuche.

Ziegenschnipsel

Gewinnspiel

Wem der kleine Ausschnitt gefallen hat, sollte zum Buch greifen. Im Rahmen der Blogtour habt ihn nun die Chance eins von drei Danu-Sets zu gewinnen, die neben einem signierten Printbuch, ein keltisches Lesezeichen und irische Blumensamen enthalten. Lasst euch die Chance nicht entgehen und schaut auch bei den anderen Blogs vorbei, die an der Blogtour teilnehmen.

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Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet einfach nachfolgende Frage in einem Kommentar. Ihr könnt auf jedem Blog teilnehmen und so eure Chancen erhöhen. Für jede beantwortete Frage gibt es ein Los im Topf, umso mehr ihr kommentiert, umso höher sind also die Chancen auf eines der drei Pakete. Teilnehmen könnt ihr bis zum 17. Juli, danach erfolgt die Gewinnerbekanntgabe auf den Blogs.

Welche Bücher oder Filme kennt ihr, in denen Sidhe, Feen oder Elfen eine wichtige Rolle spielen? (Auf Empfehlungen aus dem queeren Bereich bin ich ganz besonders gespannt!)

Wir freuen uns auf zahlreiche Kommentare von euch! Viel Glück an alle Teilnehmer.

Teilnahmebedingungen:
Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 16 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Gewinn kann nicht in bar abgelöst oder umgetauscht werden.
Es besteht kein Rechtsanspruch auf einen Gewinn.
Für Verlust auf dem Postweg wird keine Haftung übernommen
Die Gewinner müssen sich nach der Bekanntgabe selbstständig melden, ansonsten verfällt der Gewinn.
Mit der Teilnahme akzeptiert der Teilnehmer die Teilnahmebedingungen.

[ANKÜNDIGUNG] Blogtour „Die Sturmfalken von Olbian“

Hallo ihr Lieben,

kommende Woche findet eine neue Blogtour statt, die am nächsten Mittwoch auch bei mir Station machen wird. Dieses Mal dreht sich alles um Leann Porter wundervolles Fantasybuch „Die Sturmfalken von Olbian„, das ich bereits gelesen habe. Bei mir erfahrt ihr mehr über Sidhe, was sich hinter diesen Wesen verbirgt und welche Besonderheiten und Geheimnisse sie umrankten. Wer das Buch noch nicht kennt, sollte die Tour aufmerksam begleiten – es gibt tolle Preise zu gewinnen (u.a. signierte Taschenbücher, Lesezeichen und tolle Gimmicks). Also schaut vorbei!

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Hier die einzelnen Stationen:

3.7. Buch und Autorin – http://www.corinnasworldofbooks.de
4.7. Welt – http://yllinfox.blogspot.com
5.7. Figuren – http://bambinis-buecherzauber.blogspot.de
6.7. Sidhe – bei mir 🙂
7.7. Sankanische Spiele – http://bookwormdreamers.blogspot.de
8.7. Love – Sex – Fantasy – http://ulla-liebt-buecher.blogspot.de
9.7. Dead Soft Verlag und Autorin – http://romanticbookfan.blogspot.de

Wir freuen uns auf euch:)

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Die Sturmfalken von Olbian von Leann Porter


Autor: Leann Porter
Taschenbuch: 576 Seiten
ISBN: 978-3945934715
Preis: 6,99 EUR (ebook) / 13,65 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Als Sidhe Metra (Zwitterwesen) ist Jaweds Leben auf Kronnor nicht leicht – als Mädchenjunge verspottet, mag er zwar der illegitime Sohn des Magoden sein, hat aber nur Kaylin, die zu ihm steht und ihn vor den Angriffen Gleichaltriger beschützt. Sein Leben nimmt eine rasante Wendung, als der Kämpfer Caron von Olbian ihn seinen Schwestern vorzieht und mit ihm eine eheähnliche Bindung eingeht. Jawed hat anschließend gar keine andere Wahl, als Caron nach Sanka zu begleiten – der Hauptstadt der Sidhe, wo die Sankanischen Spiele stattfinden, an denen sein Ehemann teilnehmen will. Auch Kaylin findet (als Junge verkleidet) ihren Weg in die Goldene Stadt, kommt dort jedoch bei dem Norrlänischen Kämpfer Thore unter, der sie als Knappen anstellt.

Während Jawed seinen Mann besser kennenlernt und sich recht schnell in den wortkargen Mann verliebt, entdeckt er, dass Sidhe Metra keine Seltenheit sind und nicht überall verfolgt werden. Allerdings werden die Tage vor den großen Wettkämpfen durch eine grausame Mordreihe getrübt, der fremdländische Teilnehmer der Sankanischen Spiele zum Opfer fallen und die schon bald Jawed, Kaylin und ihre neuen Gefährten in Atem halten …

Eigene Meinung:
„Die Sturmfalken von Olbian“ ist der erste Band einer längeren Fantasy-Reihe, die aus der Feder Leann Porters stammt. Bereits in ihrem Debüt „Die Rache des Sidhe“ entführt die Autorin in die Fantasywelt Danu, mit dem vorliegenden Buch wagt sie sich jedoch in ein anderes Land. Zudem wagt sie sich mit Jawed an einen intersexuellen Charakter, da er sowohl weibliche, als auch männliche Geschlechtsmerkmale hat.

Inhaltlich wartet Leann Porter mit einer sehr farbenprächtigen, gut durchdachten und sehr komplexen Fantasywelt auf, in die man schnell Eintauchen kann. Wer ihr Debüt bereits kennt, weiß um die Halbsidhe, die in den meisten Ländern aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten gejagt und versklavt werden. Auch Jawed, der heilen kann, und Kaylin, die auf Tiere einwirken kann, wachsen als unfreie Halbsidhe in Kronnor auf, wenngleich Jawed als Sohn des Magoden ein paar wenige Freiheiten genießt. Erst das Auftauchen der Olbianer markiert den Anfang größerer Abenteuer, da beide ihre Heimat verlassen, um in Sanka ihr Glück zu finden. Die Goldene Stadt ist ebenfalls sehr lebendig und gut nachvollziehbar gestaltet – die unterschiedlichen Viertel, die Bewohner und das politische System im Hintergrund. Leann Porter gelingt es, die Stadt greifbar zu machen und man hat mehr als einmal das Gefühl mit Kaylin durch die Straßen zu streifen.

Die Mordreihe, die ab der zweiten Hälfte zunehmen Raum einnimmt, sorgt für Spannung, kommt aber insgesamt ein wenig zu kurz. Gerade Gespräche und Überlegungen über die Vorfälle werden oftmals rückblickend oder zusammenfassend erzählt, was schade ist – es wäre schöner gewesen, wenn dieser Punkt stärker ausgearbeitet worden wäre. Stattdessen konzentriert sich die Autorin auf Jaweds Gefühle für Caron und deren Beziehung, die zu Beginn durch Missverständnisse geprägt ist. Dementsprechend lange dauert es, bis sich die beiden zusammenraufen. Wesentlich spannender und interessanter ist es jedoch Kaylin und Thore zu begleiten, die zunächst Freunde und später ein Paar werden. Es macht einfach Spaß die beiden Dickköpfe zu begleiten und an ihrer Seite die Stadt zu entdecken.

Ein großer Pluspunkt sind die toll ausgearbeiteten Charaktere – der sanfte, sehr schüchterne Jawed, der im Laufe der Geschichte Selbstvertrauen gewinnt und lernt seine Natur als Sidhe Metra zu akzeptieren. Seine Partner Caron ist ebenfalls sympathisch, wenngleich ruhiger und ernster, was an den Geheimnissen liegt, die er vor Jawed verbirgt. Die freche, selbstbewusste Kaylin kann ebenfalls durch ihre Stärke und ihr offenes Naturell überzeugen, ebenso der offenherzige, lockere Thore, der mit fast der ganzen Stadt befreundet ist und Wein, Weib und Gesang liebt.
Auch die Nebenfiguren sind sehr authentisch und bleiben dem Leser im Gedächtnis: Gared, der Lehrmeister von Jawed und Kaylin, Moran Al’Thane – Anführer der Wache und Hauptmann bei den Mordermittlungen, die übrigen Sidhe Metra, die Jawed im Laufe der Zeit kennenlernt. Sie geben den passenden Rahmen, wenngleich es fast zum Ende hin ein wenig zu viele Sidhe Metra gibt, die mit ihren Männern in Sanka sind. Da vermisst man fast ein wenig schwule, lesbische und heterosexuelle Pärchen, denn davon lernt man im Grunde keine kennen.

Stilistisch bewegt sich Leann Porter auf gewohnt hohem Niveau. Gerade die Beschreibungen der Goldenen Stadt und der einzelnen Stadtviertel ist wirklich toll – man kann sich Sanka beinah bildlich vorstellen. Auch die Figuren werden natürlich beschrieben und sind sehr gut nachvollziehbar. Das betrifft sowohl die Dialoge untereinander, als auch die einzelnen Aktionen und Reaktionen, und natürlich die erotischen Szenen. Letztere haben genau die richtige Länge – sind nicht zu lang, aber dennoch sehr gefühlvoll beschrieben. Zudem scheut sich die Autorin nicht auch Hetero-Erotik zu beschreiben, was in einem Gay Fantasy eher selten der Fall ist (wobei ich „Die Sturmfalken von Olbian“ nicht einmal als Gay Fantasy bezeichnen würde, da im Grunde kein wirklich schwules Paar vorkommt. Vielmehr handelt es sich bei dem Roman um einen queeren Fantasy, der mehr zu bieten hat als die üblichen stereotypen Geschlechterrollen).

Fazit:
„Die Sturmfalken von Olbian“ ist ein gelungener, gut geschriebener Fantasy, der mit ungewöhnlichen Charakteren und einer spannenden Handlung aufwartet. Ein wenig mehr hätte sich Leann Porter zwar auf den Kriminalfall konzentrieren können, anstatt auf die Beziehungsprobleme der Charaktere, doch das stört nicht, da man Jawed, Kaylin und ihre Freunde gerne begleitet und Spaß daran hat die Entwicklung der Helden zu erleben. Wer ungewöhnliche Fantasy mag und kein Problem mit queeren Figuren hat, sollte sich „Die Sturmfalken von Olbian“ nicht entgehen lassen. Zu empfehlen.

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