Archiv der Kategorie: Drama

[ANTHOLOGIE] Unicorns don’t swim von Antje Wagner

Herausgeberin: Antje Wagner
Taschenbuch: 256 Seiten
ISBN: 978-3932338823
Preis: 14,90 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Inhalt:
Herausgeberin Antje Wagner hat 20 Geschichten von 16 unterschiedlichen Autorinnen gesammelt und in dem im Aviva Verlag erschienenen Erzählband „Unicorns don’t swim“ vereint. Egal ob realistisch oder fantastisch, lockerleicht oder dramatisch – es geht um Mädchen, die mit ihrer Art und ihren Gedanken aus den typischen Geschlechterrollen herausfallen. In der Anthologie geht es ums Anderssein, Que(e)rdenken und Sich-Selbst-Entdecken, das Brechen von Konventionen und dem Schubladendenken der Gesellschaft. Und so abwechslungsreich die Geschichten auch sind, sie haben eine Botschaft, die sich wie ein roter Faden durch sämtliche Geschichte zieht – das Mädchen nicht immer den üblichen Klischees entsprechen müssen, sondern wesentlich vielseitiger und individueller sein können und dürfen.

Eigene Meinung:
Der Erzählband „Unicorns don’t swim“ erschien 2016 im Aviva Verlag unter der Schirmherrschaft der mehrfach ausgezeichneten Jugendbuch-Autorin Antje Wagner, von der zwei Kurzgeschichten stammen. Auch andere bekanntere Jugendbuchautorinnen wie Vera Kissel lassen es sich nicht nehmen, sich mit einer Geschichte zu beteiligen, ebenso Autorinnen, die mit ihren lesbischen Romanen auf sich aufmerksam gemacht haben. Für viele ist die Veröffentlichung in „Unicorns don’t swim“ jedoch der erste Schritt in die Öffentlichkeit.

Die Geschichten sind so bunt, queer und unterschiedlich, wie die Autorinnen, was dem Leser eine breite Palette ungewöhnlicher Geschichten beschert, die zum teils Nachdenken anregen, teils „nur“ unterhalten sollen. Dabei werden alle möglichen Themen behandelt – Liebe in allen Formen und Facetten, das Ausbrechen aus Konventionen, der Umgang mit Transidentitäten und kleine und große Familienprobleme. Die Autorinnen entführen den Leser in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in fantastische Parallelwelten und realistische Settings. Auch aktuelle Themen wie Flüchtlinge werden aufgegriffen und eingebaut. Die meiste Zeit bewegen sie sich jedoch abseits des Mainstreams, denn die Heldinnen der Geschichte entsprechen nicht den üblichen Klischees. Sie sind stark, vertreten ihr eigene Meinung, verlieben sich mitunter in Mädchen und müssen lernen mit ungewöhnlichen Familienproblemen umzugehen. Besonders hervorzuheben sind „Metamorphose“ von Tania Witte, „Baby“ von Vera Kiesel und „Hellhelden“ von Antonie Partheil, die mich auf ganz besondere Art und Weise gefesselt und zum Nachdenken angeregt haben, doch im Grunde ist jede Geschichte ein kleiner Schatz, der wunderbar zur Anthologie passt. Auch „Halbes Bett“, Auftakt eines Jugendromans von Ingrid Annel kann überzeugen, wenngleich es schade ist, dass es sich um keine abgeschlossene Geschichte handelt.

Stilistisch weisen die Erzählungen eine hohe Qualität aus. Natürlich hat jeder Autor seinen Stil und setzt sich mit der Thematik auf ganz eigene Art auseinander, doch der Kurzgeschichtenband bietet Abwechslung und gibt dem Leser die Möglichkeit, neue Autorinnen kennenzulernen, die man zukünftig im Auge behalten kann. Dies ist bei einer Anthologie immer der schönste Punkt, neben verschiedenen Geschichten und einer bunten Mischung – das Kennenlernen neuer Autoren, die man bis dahin nicht kannte.

Fazit:
„Unicorns don’t swim“ ist eine gelungene Anthologie, die durch mutige, ungewöhnliche Geschichten besticht, die sich auf vollkommen unterschiedliche Art mit dem Thema Mädchen, Frauen in allen Facetten beschäftigen. Den Autorinnen gelingt ein breiter Querschnitt außergewöhnlicher Heldinnen, die sich fernab der Klischees und gängigen Ideale bewegen und für sich selbst sprechen, handeln und leben. Unter Herausgeberin Antje Wagner versammeln sich talentierte Autorinnen, die mit ihren Geschichten aufrütteln, berühren und nachdenklich stimmen wollen und die Themen aufgegriffen haben, die zu Diskussionen anregen dürften. Für junge Mädchen und Frauen unbedingt zu empfehlen, ebenso für Leser, die gerne einen Blick über den Tellerrand riskieren wollen. Es lohnt sich!

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[ROMAN] Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück von S.J. Goslee

Autor: S.J. Goslee
Hardcover: 320 Seiten
ISBN: 978-3791500300
Preis: 12,99 EUR (eBook) / 16,99 EUR (Hardcover)
Bestellen: Amazon

Story:
Mikes Leben ist gechillt, einfach und überschaubar – er hat eine Freundin, eine grottenschlechte Band, mit deren Mitgliedern er eher kiffend abhängt, als wirklich zu proben und in Wallace einen selbsterklärten Erzfeind, der ihm bereits als Zwölfjähriger das Leben zur Hölle machte. All das ändert sich, als Lisa mit ihm schlussmacht, ihn aber dazu zwingt, sich als stellvertretender Schülersprecher zu bewerben. Anstatt mit seinen Freunden herumzugammeln, darf er sich im Planungskomitees des Abschlussballs herumdrücken und mit wildgewordenen Cheerleadern plagen. Zu allem Überfluss ist auch Wallace Teil des Planungsteams und in letzter Zeit komplett anders zu ihm – sein beständiges Grinsen bringt Mike vollkommen aus dem Konzept, zumal er nach und nach feststellt, dass Mädchen gar nicht sein Ding sind und er eher auf Kerle abfährt …

Eigene Meinung:
Das Jugendbuch „Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück“ erschien im Dressler Verlag und ist das Debüt von S.J. Goslee, die bisher vorwiegend Fanfiction geschrieben hat. In den USA kam es unter dem Titel „Whatever“ heraus und erzählt die chaotische Geschichte von Mike, der mit seiner eigenen Sexualität und den damit einhergehenden Problemen zu kämpfen hat.

Die Geschichte des jungen Mike wirkt sehr authentisch und ist nah an der heutigen Jugend mit ihrer Null-Bock-Einstellung, den Partys und dem Herumexperimentieren. So lernt man Mike zunächst als ziemlichen Macho kennen, der gerne auf den Putz haut, insgeheim jedoch nur selten seinen Mann steht. Er ist nicht der typische Held, denn zu Beginn fällt es schwer, zu ihm Sympathie aufzubauen und sich auf ihn einzulassen. Auch die Geschichte holpert an einigen Stellen, da sie nicht genug in die Tiefe geht. Wichtige Ereignisse aus Mikes Leben (wie z.B. der Abschlussball oder sein etappenhaftes Outing) werden viel zu kurz beleuchtet. Man fühlt sich fast um einige Kapitel betrogen, da etliche Reaktionen und Ereignisse einfach nur kurz zusammenfasst werden. Klar – Mike ist teilweise betrunken (oder bekifft), dennoch fehlt dem Leser an einigen Stellen eine tiefergehende Aufarbeitung der Geschehnisse. Zum Ende hin gibt sich das ein wenig, und gerade die Szenen mit Wallace sind sehr gut umgesetzt. Schön ist dabei, dass die Autorin kein Blatt vor den Mund nimmt. Die Charaktere sind 16 und verhalten sich mit ihren verrücktspielenden Hormonen auch so. Es darf herumgemacht werden und etwas expliziter zur Sache gehen!

Die Charaktere sind spritzig und lebendig, wenngleich man lange braucht um die vielen Figuren auseinander zu halten – Mikes Freundeskreis ist recht groß und jeder hat einen besonderen Platz in der Geschichte. Mike wird dabei stellenweise von anderen Figuren in den Schatten gestellt, denn letztendlich ist er bei weitem nicht so stark und bedeutend, wie er sich gerne hinstellt. Seine machohafte Art sorgt dafür, dass man ein wenig braucht, bis man sich auf ihn einlässt. Er ist nur bedingt ein Sympathieträger, wenngleich seine eigene Unsicherheit und sein Ungeschicktsein dafür sorgt, dass man ihn nach und nach besser versteht.
Seine Freunde werden sehr ausführlich beschrieben und lebhaft in Szene gesetzt. Seien es sein Kindergartenfreund Cam oder die forsche Lisa – sie sind Teil einer ziemlich coolen Truppe, die man schnell ins Herz schließt. Wallace auf der anderen Seite bleibt leider ein wenig blass, was daran liegt, dass Mike ihn die ersten beiden Drittel des Buches nicht ausstehen kann. Man erfährt nur wenig über ihn, was schade ist. Ein bisschen mehr hätte es schon sein können.

Stilistisch ist „Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück“ Geschmackssache – entweder man mag den rotzig frechen Stil und die Sprache des Protagonisten oder nicht. Dabei bereits S.J. Goslees Wahl, die Geschichte in dritter Person Präsens zu erzählen, die meisten Probleme. Es fällt nämlich wahnsinnig schwer, die Geschichte in einem Rutsch zu lesen, da man immer wieder mit den Figuren durcheinanderkommt. Gerade am Anfang hat man Schwierigkeiten, in die Geschichte einzusteigen, da die Vielzahl an Figuren in Kombination mit dem ungewöhnlichen Schreibstil nur schwer in Einklang zu bringen ist. Da sind Verwechslungen und Irritationen vorprogrammiert.
Dennoch dürfte S.J. Goslee die Sprache der heutigen Jugend gut treffen, denn Mikes Slang und seine lockere Art ist erfrischend neu und mit der Zeit durchaus spannend zu lesen. So dürften sich Jugendliche im Alter von Mike durchaus mit ihm und seiner Art identifizieren können.

Fazit:
„Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück“ ist ein ungewöhnlich erzähltes, gleichzeitig aber auch rotzig-freches Jugendbuch, das gut die Stimme der heutigen Jugend trifft. Leider schöpft S.J. Goslee nicht das Potenzial aus und bleibt bei vielen Problemen und Ereignissen zu oberflächlich. Auch der ungewohnte Stil der Autorin in Kombination mit einem Hauptcharakter, der gerade zu Beginn nur wenig Sympathien gewinnen kann, erschwert den Einstieg in die Geschichte. Wer jedoch auf der Suche nach etwas Anderem ist, dem dürfte das Debüt der amerikanischen Autorin durchaus gefallen – es ist etwas Anderes, sowohl hinsichtlich des Protagonisten und seiner Freunde, als auch in Hinblick auf die sprachliche Umsetzung. Am besten reinlesen und selbst entscheiden.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[ROMAN] Helga: Als es noch keine Worte dafür gab – Mein Weg vom Mann zur Frau von Helga F. und Sabine Weigand

Autor: Helga F. / Sabine Weigand
Hardcover: 288 Seiten
ISBN: 978-3810525253
Preis: 16,99 EUR (eBook) / 18,99 EUR (Hardcover)
Bestellen: Amazon

Inhalt:
Bereits in jungen Jahren weiß der 1931 geborene Hermann, dass etwas mit ihm nicht stimmt – er fühlt sich fremd in seinem Körper und will lieber ein Mädchen sein. Da es so etwas in dieser Zeit nicht geben darf, versucht er ein „normales“ Leben als Ehemann und Vater zu führen. Doch der Drang nach Frauenkleidern und die Sehnsucht nach dem Leben einer Frau wird immer größer und mündet letztendlich in einem Selbstmordversuch, den er nur knapp überlebt. IN der Klinik erfährt er endlich, dass es für seinen Zustand einen Namen gibt – Transsexualität und dass in Casablanca geschlechtsanpassende Operationen durchgeführt werden können. Nachdem er sich gegenüber seiner Familie geoutet hat und Geld für die Teuer Operation gespart hat, wagt er den gefährlichen Schritt um endlich eine vollwertige Frau zu werden. Doch damit beginnen neue Probleme, denn das zweite Leben als Helga ist nicht unbedingt einfacher …

Eigene Meinung:
Der autobiografische Roman „Helga: Als es noch keine Worte dafür gab – Mein Weg vom Mann zur Frau“ erschien im Fischer Verlag. Die bemerkenswerte Geschichte von Helga F. wurde von Sabine Weigand niedergeschrieben, die vor allem durch ihre historischen Romane bekannt geworden ist.

Begleitet von mehreren Fotografien wird die bewegende Lebensgeschichte von Helga F. erzählt, die bereits Ende der 60er Jahre den Schritt einer geschlechtsanpassenden Operation wagte. Sie erzählt nicht nur von ihrer schweren und brutalen Kindheit und Jugend, die sie bei einer lieblosen Ziehmutter verbracht hat, sondern auch von ihrem Leben als Ehemann und ihren beiden Söhnen. Eine der wichtigsten Personen ihres Lebens war ihre Ehefrau Edith, die wie ein Fels in der Brandung wirkt und Hermann/Helga nie im Stich gelassen hat – für diese Frau kann man nur höchsten Respekt empfinden. Man erhält ein sehr authentisches Portrait einer Zeit, in der queere Identität und Selbstbestimmung keine große Rolle spielten und Menschen wie Helga mit vielen Vorurteilen konfrontiert waren. Es ist bewundernswert, wie sie ihr Leben gemeistert hat und trotz diverser Rückschläge an ihrem Teil festgehalten hat. Der Roman ist gerade für Menschen geeignet, die mit dem Thema bisher kaum in Berührung kamen oder die Hintergründe nicht nachvollziehen konnte (bzw. Transsexuelle als abartig oder seltsam empfunden haben), denn man kann die Beweggründe und Gedanken von Helga sehr gut nachvollziehen. Man spürt die Verzweiflung und den Schmerz, mit dem Helga tagtäglich zu kämpfen hatte, als sie noch ein Mann war, versteht erstmals wirklich, was es bedeutet im falschen Körper zu leben.
Aber auch für Transsexuelle ist dieses Buch lohnenswert, erzählt es doch das Leben einer Wegbereiterin und Kämpferin, die als eine der ersten den Schritt wagte sich operieren zu lassen. Zudem macht das Buch Mut und zeigt Wege auf, wie man mit dem Problem im falschen Körper geboren zu sein, umgehen kann.

Stilistisch passt sich die Autorin Sabine Weigand der Erzählung Helgas an. Der leicht fränkische Akzent und die vielen alten, vergessenen Wörter machen die Lebensgeschichte noch lebendiger und lassen den Leser tief in die Ereignisse eintauchen. Man ist Helga auf ungeahnte Art und Weise nahe, kann sich gut in sie hineinversetzen und versteht die Nachkriegszeit besser. Zu Beginn mag der akzentuierte Schreibstil ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, doch mit der Zeit kommt der Leser mit Helgas Erzählweise klar. Sehr schön ist auch die Begriffserklärung für einige alte, fränkische Wörter, die man nicht kennt.

Fazit:
Ein wundervolles, mutiges, berührendes und lebensbejahendes Buch, das man unbedingt lesen sollte, wenn man sich mit dem Thema Transsexualität auseinandersetzt. Die Geschichte von Helga F. geht ans Herz und lässt einen nicht mehr los. Sabine Weigand bringt ein faszinierendes Leben zu Papier und gewährt Einblicke in eine Zeit, in der es schwer war anders zu sein. Danke an Helga F. für den Einblick in ein Leben, das heute kaum noch vorstellbar ist und das sie auf eine Art und Weise gemeistert hat, die jeden erreichen und beflügeln sollte. Unbedingt zu empfehlen.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[ROMAN] Kristallscherben von Svea Lundberg

Autor: Svea Lundberg
Taschenbuch: 252 Seiten
ISBN: 978-3960890577
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 11,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Seite zwei Jahren sind Jannis und Felix ein Paar – Grund genug endlich zusammenzuziehen und ihr Leben gemeinsam zu bestreiten. Just in diesem Moment bekommt Felix, der als Sachbearbeiter beim Jugendamt tätig ist, den Fall des aggressiven Lukas auf den Tisch. Der junge Mann schleppt nicht nur etliche Probleme mit sich herum, er ist auch so unausgeglichen und gewaltbereit, dass r sich nur schwer in dem Heim anpassen kann. Seine aufkeimende Homosexualität setzt dem ganzen nur die Krone auf. Felix stürzt sich in den Fall, da er Lukas unbedingt helfen will, während Jannis das Ganze skeptisch beobachtet – als Polizist hat er oft genug mit Jugendlichen wie Lukas zu tun. Als es immer häufiger Prügeleien zwischen Jugendgruppen kommt, bei denen Lukas ebenfalls involviert ist, überschlagen sich die Ereignisse und bringen Jannis in Lebensgefahr …

Eigene Meinung:
Mit „Kristallscherben“ liegt die Fortsetzung von Svea Lundbergs Debüt „Kristallschnee“ vor, der Anfang 2016 im deadsoft Verlag erschien. Zwischen den beiden Büchern ist die Kurzgeschichte „Kristallträume“ angesiedelt, die ebenfalls bei deadsoft erhältlich ist. Inzwischen ist die Autorin mit ihren Romanen „Zwischen Bühne und Bordell“ und „Die stille Seite der Musik“ keine unbekannte Größe im Gay Romance Genre mehr und begeistert die Leser mit „Elfendiener“ auch im nicht-queeren Fantasy-Bereich.

Die Geschichte spielt zwei Jahre nach den Ereignissen des ersten Bandes und entführt den Leser in ein neues Abenteuer von Jannis und Felix. Mit Lukas kommt ein weiterer interessanter Charakter hinzu, der einen Teil der Handlung erzählt und Potenzial für weitere Spin-Offs und Fortsetzungen bietet. „Kristallscherben“ ist in sich schlüssiger und spannender, als der Vorgänger, da er flüssiger ist und besser ineinandergreift. Zwar weiß man auch bei diesem Band recht schnell, in welche Richtung die Geschichte laufen wird, doch Svea Lundberg erzählt die Ereignisse packend und spannend, so dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Zum Ende hin geht zwar alles ein wenig schnell und die Auflösung wirkt ein wenig zu gehetzt runtererzählt, doch das kann man durchaus verschmerzen, da die wichtigsten Aspekte geklärt sind. Auch die Figuren wachsen dem Leser stärker ans Herz und man erfährt ein bisschen mehr über Felix und Jannis. Zudem bietet sich eine Fortsetzung geradezu an, denn wie es mit Lukas weitergeht bleibt offen – hier ist auf jeden Fall Platz für ein Spin-Off.

Die Charaktere sind nachvollziehbar und handeln logisch. Man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und verstehen. Gerade Lukas, der mit seinen Taten extrem aus der Reihe tanzt, ist dem Leser dennoch nicht fremd, denn seine Hintergründe werden ausführlich erklärt und man kann seine Aktionen durchaus nachvollziehen. Auch die übrigen Nebenfiguren können überzeugen und runden das Geschehen um die drei Protagonisten passend ab. Diese lernt man deutlich besser kennen. Da sie sich dieses Mal nicht kennenlernen müssen, liegen die Schwerpunkte ihrer Beziehung an anderer Stelle, nämlich darauf, wie die beiden als Paar funktionieren und ihr Zusammenleben arrangieren wollen.

Svea Lundberg hat einen sehr schönen, flüssigen Stil, der sowohl bei den Actionszenen, als auch bei den erotischen Passagen gut funktioniert. Es wird nie langweilig, da es Knall auf Fall geht und die Spannungskurve kontinuierlich gehalten wird. Die Handlung ist dieses Mal aus drei Perspektiven geschrieben: Felix, Jannis und Lucas. Für alle drei Handlungsträger findet Svea Lundberg eine eigene Sprache, so dass Lukas Beschreibungen und seine Wortwahl durchaus zu einem Jugendlichen passen, ebenso seine chaotische Gedanken- und Gefühlswelt.

Fazit:
„Kristallscherben“ gelingt es den Vorgängen spürbar in den Schatten zu stellen und bietet spannende Unterhaltung, gut nachvollziehbare Charaktere und knisternde Erotik. Svea Lundberg legt einen soliden Krimi vor, dessen Schwerpunkte trotz allem im Drama und Romance Bereich liegen. Wer „Kristallschnee“ bereits mochte, dem wird auch die Fortsetzung gefallen, Neueinsteiger können durchaus mit diesem Band anfangen, da er eigenständig lesbar ist. Zu empfehlen.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[ROMAN] Beach Café von Jeremy Reed

Autor: Jeremy Reed
Hardcover: 124 Seiten
ISBN: 978-3037620571
Preis: 19,80 EUR (Hardcover)
Bestellen: Amazon

Story:
Vier Jugendliche genießen ihren letzten „freien“ Sommer an einem Strand der Atlantikküste der 80er Jahre und zelebrieren den Einstieg in die Welt der Erwachsenen auf ihre Art und Weise. Während ihr selbsternannter Anführer Dione Drogen nimmt, Frauenkleider trägt und sich seine Eskapaden von reichen Herren bezahlen lässt, schwelgen die anderen in den Gedichten und Texten von Rimbaud und Cocteau, hören Musik und versuchen sich auf ihre jeweilige Zukunft vorzubereiten, in der es gilt sich Konventionen und Regeln zu unterwerfen. Alles ändert sich schlagartig, als der bodenständige Nicholas im Meer ertrinkt und die Jungen aus ihrer Blase aus Hoffnungen, Träumen und Lebensflucht reißt …

Eigene Meinung:
„Beach Café“ ist der erste Roman von Jeremy Reed, der den Weg nach Deutschland gefunden hat. Da der Autor nicht nur über 40 Veröffentlichungen vorzuweisen hat, sondern seit den 70er Jahren als Englands dekadentester, kontroversester und ungewöhnlichster Autor gilt, ist es erfreulich, dass sich der bilgerverlag entschieden hat, in den kommenden Jahren seine wichtigsten Bücher in Deutschland herauszubringen. „Beach Café“ macht dabei den Anfang.

Die Geschichte spielt im Laufe eines Sommers und setzt vier Jugendliche ins Zentrum, die auf dem Weg sind, sich selbst zu finden und ihren Sprung in die Erwachsenenwelt zu wagen. Jeden treibt es in eine andere Richtung – Dione verkauft sich an reiche Herren, die seine Drogensucht finanzieren und der sich erwachsener und reifer als die anderen sieht; Paul ist Sohn eines Bauern, der sich zu Männern hingezogen fühlt, seine Sexualität jedoch innerhalb seiner konservativen Familie nie wirklich zeigen kann; und Nicholas ist der einzige Sohn eines Immobilienmakler und damit weitestgehend frei, was seine Vorlieben und Entscheidungen angeht. Der Ich-Erzähler wiederum lässt sich treiben, schreibt Lieder und Gedichte und beobachtet seine Freunde, bis er auf Diana trifft, die ihn vollkommen verzaubert und auf ihre Art fesselt.
Das erste Drittel des Buches wendet Jeremy Reed für ausufernde und sehr exzessive Beschreibungen der Protagonisten auf – gespickt mit vielen Adjektiven und Schachtelsätzen werden dem Leser die grundverschiedenen Jungen näher gebracht, ebenso der Strand mit seinem verborgenen Treffpunkt für Schwule. Hinzu kommen Gedichte, Liedtexte und Textauszüge bekannter Schriftsteller und Musiker, denen der Autor auf diese Weise ein Denkmal setzt. Ab der Hälfte nimmt die Handlung dann ein wenig mehr Fahrt auf, da die Jungs sich erstmals größeren Problemen entgegenstellen und sich teilweise für den Tod eines Freundes rechtfertigen müssen. Dabei werden alle auf ihre Art erwachsen, wobei das Hauptaugenmerk auf dem Ich-Erzähler liegt, der sich letztendlich abkapselt und seinen eigenen Weg geht.

Die Figuren sind authentisch und gut greifbar, wirken allerdings teilweise nicht ganz wie 18-jährige Jugendliche. Gerade der Ich-Erzähler ist manchmal zu poetisch, seine Verweise auf historische Ereignisse, Dichter und Künstler wirken etwas zu hochgestochen und stünden eher einem gestandenen Mann Mitte vierzig zu, der entsprechende Erfahrungen und passendes Wissen gesammelt hat. Er wirkt bei einigen Monologen einfach nicht wie ein Jugendlicher, der seinen letzten Sommer genießt, sondern wie ein verkappter Musik-/Literaturprofessor. Nichtsdestotrotz sind seine Handlungen und Gedanken von jugendlichem Charakter, gerade wenn es um das Mädchen geht, das er kennenlernt oder seine Eltern.

Sprachlich bewegt sich der Roman auf hohem Niveau – man merkt, dass Jeremy Reed bereits etliche Veröffentlichungen hat und sich im hoch-belletristischen Bereich bewegt. Er schreibt sehr ausführlich, fast schon überschwänglich und hat eine Vorliebe für Adjektive, die seine Texte fast schon inflationär heimsuchen. Mitunter wirkt die Geschichte ein wenig weltfremd, was auch daran liegt, dass es fast keine Dialoge gibt und die Handlung durch innere Monologe des Ich-Erzählers vorangetrieben wird. Auch können die eingeworfenen Songtexte und Gedichte einige Leser stören, da sie einen aus dem Lesefluss herausreißen, doch wer sich daran nicht stört und keinen Wert auf platte Gespräche legt, bekommt einen sehr eindringlichen Roman, der durch eine brillante, verschnörkelte Sprache besticht.

Fazit:
„Beach Café“ ist ein gelungenes, sehr eindringliches Buch über das Erwachsenwerden und das Finden der eigenen Persönlichkeit. Dabei stehen die vier Protagonisten, ihre Herkunft und ihre Gedanken stark im Vordergrund, ebenso die Beschreibungen des Sommers und der schrillen Figuren, die die Geschichte mitbestimmen. Jeremy Reed lässt Raum zum Nachdenken, da er viele Punkte offen enden und Platz für eigene Gedanken lässt. Wer literarisch komplexere Romane sucht, die nichts mit den gängigen Publikationen im queeren Bereich zu tun haben, sollte einen Blick riskieren – insbesondere wenn man anspruchsvolle und tiefgängige Lektüre sucht.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[ROMAN] Verschwörung der Templer von Jutta Ahrens

Autor: Jutta Ahrens
Taschenbuch: 592 Seiten
ISBN: 978-1520442891
Preis: 2,99 EUR (eBook) / 12,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Deutschland, beginnendes 13. Jahrhundert. Mehrere Kreuzzüge sind gescheitert und haben Tod, Leid und Armut mit sich gebracht. Die Bevölkerung ist müde und hat kaum noch Interesse an den Sorgen der Kirche, die das Heilige Land erobern und die Ungläubigen ausrotten will. Für den angehenden Templer Ocatvien und den Mönch Emmanuel ein untragbarer Zustand. Um das Volk zu motivieren begeben sie sich auf die Suche nach einer Reliquie, die die Templer einst ausgegraben haben sollen und die als neues kirchliches Symbol die Hoffnung wecken soll. Doch was sie finden, ist wesentlich gefährlicher und erschütternder als alles, was sie sich erhofft hatten und zieht sie mitten in eine Intrige, die gegen die Kirche gesponnen wird …

Eigene Meinung:
Mit dem historischen Roman „Verschwörung der Templer“ legt Jutta Ahrens einmal mehr ein gut recherchiertes und aufwendig ausgearbeitetes Werk vor, das nicht geradlinig läuft, sondern sehr vielschichtig und komplex daherkommt, weil es auf mehreren Ebenen abläuft und verschiedenen Charaktere beleuchtet. Wie bei auch bei den anderen Romanen der Autorin lernt man viele verschiedene Figuren und deren Probleme kennen und erhält einen sehr umfassenden Einblick in die historische Epoche des 13. Jahrhunderts.

Die Handlung ist sehr komplex und vielschichtig, so dass man am Anfang nur schwer einschätzen kann, in welche Richtung das Buch geht. Weder kann man vorhersagen, wie das Buch ausgeht, noch welche Charaktere überhaupt den queeren Part ausmachen. Dies ist für Vielleser eine angenehme Abwechslung zu den meisten schwulen Büchern, wo man recht schnell herausfindet, wer mit wem zusammenkommt. Stattdessen muss man sich bei Jutta Ahrens gedulden, bis man erstmals leichte Andeutungen geboten bekommt, die sich letztendlich aber auch in eine explizitere Richtung steigern. Langweilig wird es bis dahin natürlich nicht, denn die Autorin entspinnt eine sehr spannende, komplexe Geschichte, die von einer geheimen Reliquie der Templer, über den Kinderkreuzzug bis hin zu einer geheimen Intrige gegen die Kirche geht. Der Leser ist immer hautnah dabei und erfährt nach und nach, welche Ereignisse zu welchen Ergebnissen führen und welche Konsequenzen all das für die verschiedenen Charaktere hat. Dabei versteht Jutta Ahrens es, die Handlung authentisch und realistisch in Szene zu setzen – sie hat ein Händchen für historische Geschichten, was man an den Beschreibungen der Städte und Dörfer, den Figuren und den historischen Hintergründen merkt. Auch ist der Roman in sich schlüssig und gut durchdacht, so dass alle Ereignisse logisch ineinander greifen und es keinerlei Stolpersteine gibt, die den Leser bei der Lektüre aus dem Konzept bringen. Aufgrund der hohen Spannungskurve und der vielen einzelnen Charaktere kann man „Verschwörung der Templer“ nur schwer aus der Hand legen.

Die Figuren sind ein großer Pluspunkt der Geschichte – sie wirken sehr authentisch und entwickeln sich logisch weiter. Seien es Octavien, der als Adeliger eine ganz eigene Sicht auf die Welt hat und zumeist auf die normale Bevölkerung herabblickt; Emmanuel, der sich in seinem Leben als Mönch nur bedingt zurechtfindet und für den das Anhäufen von Wissen oberste Priorität hat; oder Nicholas, der sich dazu berufen fühlt den Kinderkreuzzug anzuführen und für Gott ins Heilige Land zu ziehen. Sie alle haben ihre Gründe zu handeln, wie sie handeln. Sie wirken sehr menschlich und gut nachvollziehbar – selbst der Attentäter Sinan, der für ein höheres Ziel mordet und für eine neue Religion kämpft.

Stilistisch legt Jutta Ahrens ein gut geschriebenes, sehr umfangreiches Werk vor. Wie von ihr gewohnt, ist auch „Verschwörung der Templer“ im auktorialen Stil verfasst, sprich man muss sich auf viele Perspektivsprünge gefasst machen. Diese sind zu Beginn gewöhnungsbedürftig, doch man kommt sehr schnell in die Geschichte und kann sich gut mit den handelnden Charakteren identifizieren. Die Autorin hat ein Händchen für realistische, gut lesbare Umschreibungen der Umgebung und der Figuren, ebenso von Dialogen und Charakteren. Man kann sich sehr gut in die damalige Zeit hineinversetzen und die komplexen geschichtlichen Ereignisse nachvollziehen.

Fazit:
„Verschwörung der Templer“ ist ein gelungener, sehr gut recherchierter historischer Roman, der durch eine komplexe, gut durchdachte Handlung, authentische Charaktere und einen sehr schönen, stilsicheren Schreibstil besticht. Jutta Ahrens versteht es fiktive Handlungsstränge mit realen historischen Ereignissen zu verknüpfen und daraus spannende, sehr dichte Geschichten zu erzählen. Wer ungewöhnliche historische Romane mag und keinen Wert auf stereotype, queere Charaktere legt, sollte sich „Verschwörung der Templer“ holen – es lohnt sich.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[ROMAN] Kianusch der Perser von Jutta Ahrens

Autor: Jutta Ahrens
Taschenbuch: 394 Seiten
ISBN: 978-1520442556
Preis: 2,99 EUR (eBook) / 9,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der arrogante, selbstverliebte Perser Kianusch fristet ein Dasein in Wohlstand innerhalb der sicheren Mauern Babylons. Das ändert sich, als er von dem Oberpriester Gaumata beauftragt wird, eine Reihe von Morden aufzuklären, die die unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten treffen. Zunächst ist Kianusch überhaupt nicht begeistert, doch mit der Zeit fängt er Feuer für seinen Auftrag. Dabei lernt er den Gaukler Aschkan kennen, ebenso den „König“ von Bit-Charuru Manu – ohne zu ahnen, welch dunklen Geheimnisse die beiden Männer haben. Während sich Kianuschs Verhalten grundlegend ändert und er sich mehr und mehr zu Manu hingezogen fühlt, stößt er nicht nur auf eine Sekte aus Dämonenanbetern sondern auch auf ein weitreichendes politisches Komplott, dass sich bis ins Königshaus erstreckt …

Eigene Meinung:
Wer historische Romane mit schwulen Helden sucht, kommt an Jutta Ahrens nicht vorbei. Bereits in den 90er Jahren erschien mit „Der König von Assur“ ein Roman, der sich in vielerlei Hinsicht von der breiten Masse abhebt. Mit „Kianusch der Perser“ kehrt sie in die vorchristliche Zeit zurück und bringt, basierend auf historischen Dokumenten, einen spannenden Kriminalfall zu Papier.

Inhaltlich legt Jutta Ahrens ein originelles, historisches Buch vor, das durch eine komplexe Handlung und unvorhersehbare Wendungen besticht. Bereits nach wenigen Seiten ist man in die pompöse Stadt der Götter eingetaucht und wandelt mit den Charakteren durch Babylon. Dank der sehr schönen Beschreibungen und der historisch korrekten Hintergründe wird die Zeit um 525 v.Chr. lebendig und lässt einen so schnell nicht mehr los. Auch der Kriminalfall, den Kianusch lösen darf und die Sekte, über die er bei seinen Ermittlungen stolpert, wirken in sich schlüssig und sorgen dafür, dass man den Roman nur schwer aus der Hand legen kann. Am gelungensten ist jedoch das Finale, bei dem sich alle Fragen klären und so manches unvorhergesehene Geheimnis lüftet.

Neben der tollen Geschichte können auch die Charaktere überzeugen. Was der Autorin bereits beim „König von Assur“ vortrefflich gelungen ist, gelingt ihr auch hier – die allmähliche Wandlung von Kianusch von einem oberflächlichen, arroganten Schönling zu einem mitfühlenden und rechtsschaffenden jungen Mann, der für seine Ideale zu kämpfen bereit ist. Dass er dabei erkennt, dass ihm weibliche Gesellschaft nicht liegt, kommt nur am Rande vor und nimmt kaum Platz ein. Gay Historical Leser werden daher vielleicht enttäuscht sein, denn die wachsende Beziehung zwischen Kianusch und Manu findet nur in kleinen Szenen Erwähnung. Schlimm ist das nicht, denn das Hauptaugenmerk bleibt so auf dem Kriminalfall und den abwechslungsreichen Intrigen, was in dem Fall besser ist.
Neben Kianusch treten weitere spannende Figuren auf – der zum Tode verurteilte Meuchelmörder Artembares, der Gaukler Ashkan, Manu und viele Nebencharaktere, die für die Handlung wichtig sind. Sie alle wirken sehr lebendig und handeln in sich schlüssig. Sie machen den Roman erst zu dem was er ist – authentisch und gut nachvollziehbar.

Auch stilistisch kann „Kianusch der Perser“ überzeugen. Zu Beginn braucht man ein wenig, um sich an den auktorialen Erzählstil zu gewöhnen, doch mit der Zeit hat man keine Probleme mehr mit den Perspektivwechseln und den Sprüngen zwischen den Charakteren. Jutta Ahrens gelingt es trotzdem zu überraschen, obwohl man bei den Morden hautnah dabei ist und von Anfang an weiß, wer hinter den Taten steckt. Das liegt vor allem daran, dass der Auftraggeber im Dunkeln bleibt und man einige Nebenstränge erst mit Kianusch gemeinsam entdeckt.
Sehr gelungen sind auch die Dialoge und die Beschreibungen der Stadt, der Menschen und der Götter- bzw. Dämonenwelt. Jutta Ahrens hat ein Händchen für die damalige Zeit und eine bildhafte Darstellung der Welt. Sowohl die Figuren überzeugen, als auch Babylon mit seinem Pomp und seinen dunklen Gassen. Dank des schönen Schreibstils taucht man problemfrei in die vorchristliche Zeit ein und möchte am Ende gerne weitere Abenteuer mit Kianusch und seinen neuen Freunden bestehen.

Fazit:
„Kianusch der Perser“ ist ein gelungener historischer Roman, der durch eine spannende, komplexe Handlung, sympathische Charaktere und einen guten Schreibstil besticht. Wer Jutta Ahrens „Der König von Assur“ / „Der blutige Thron“ mochte, ist mit diesem Buch gut beraten, denn die Autorin erschafft einmal mehr glaubhaft und authentisch eine antike Stadt und entführt den Leser zu einem abwechslungsreichen Kriminalfall. Wer historische Romane aus der Antike mit einem schwulen Helden mag, sollte zugreifen – sowohl Fans queerer Geschichten, als auch solche, die mit dem Thema noch keine Berührung hatten, werden auf ihre Kosten kommen. Zu empfehlen.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[ROMAN] Punk like me von JD Glass

Autor: JD Glass
Taschenbuch: 312 Seiten
ISBN: 978-3955336943
Preis: 9,99 EUR (eBook) | 17,90 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Bis auf gelegentliche Auseinandersetzungen mit ihren Eltern verläuft Ninas Leben in geregelten und soliden Bahnen – sie geht auf eine New Yorker Klosterschule und bringt gute Noten nach Hause, ist Mitglied des Schwimmteams und hat eine Menge guter Freunde. Selbst ihre leicht punkige Natur wird hingenommen und kann weder Eltern noch Nonnen wirklich schockieren. Das ändert sich, als sie Kerry näherkommt, erkennt, dass sie auch ihrer Schwimmkollegin Samantha nicht abgeneigt ist und letztendlich feststellt, dass sie lesbisch ist. Plötzlich bröckelt die Fassade ihrer Eltern, die ihre Kinder zwar lieben und unterstützen, aber nur so lange sie sich den gängigen Regeln und Konventionen unterwerfen. Für Nina bedeutet das sich zwischen ihrer Familie und ihrer Liebe zu Frauen zu entscheiden, zwischen gelebter, aber sicherer Lüge und befreiender, ehrlicher Wahrheit.

Eigene Meinung:
„Punk like me“ stammt aus der Feder J.D. Glass und erschien erstmals 2004 bei Justice Horse Publishing, bevor der Ylva Verlag das Buch 2016 in den USA neu auflegte und schließlich ins Deutsche übersetzte. Die Geschichte um Nina wird in „Punk and Zen“ fortgeführt, in dem Ninas Leben als Erwachsene beleuchtet wird.

J.D. Glass legt einen klassischen Entwicklungsroman vor, sprich die Heldin der Geschichte schafft im Laufe der Zeit den Sprung zur Erwachsenen und findet für sich heraus, was ihr wichtig ist und welchen Weg sie einschlagen möchte. Dabei wirkt die Entwicklung durchaus authentisch und nachvollziehbar, wenngleich die Autorin immer wieder die thematische Gewichtung falsch zu legen scheint. So werden interessante Punkte und Dialoge nur kurz abgehandelt und zusammenfassend widergegeben, erotische Szenen wiederrum in einer Form ausgewalzt und sogar zusätzlich in einer Rückblende wiederholt, dass man die Passagen genervt überspringen möchte. Auch die ausufernde Beschreibung eines Schwimmwettkampfes (so schön und mitreißend sie auch beschrieben ist) passt nicht zur eigentlichen Thematik des Buches (Ninas Suche nach sich selbst und das Treffen eigener Entscheidungen). Das ist sehr schade, da die Autorin im Gegenzug für wichtige Dialoge und auch eine weiterführende, tiefgängige Auseinandersetzung mit einigen Dingen nur wenig Zeit aufwendet. So wirkt Nina nicht so punkig und überzeugend in ihrer Art, wie vielleicht gehofft, wenngleich sie sich zum Ende hin gegen die gängigen Konventionen stellt. Hinzu kommen einige unlogische Aspekte, die ein wenig an der Handlung zweifeln lassen, z.B. dass die Nonnen der Schule nur sehr zurückhaltend auf die Verletzungen eines Mädchens reagieren, das zusammengeschlagen wurde und blutend zusammenbricht. Sicher tickte man in der 80er Jahren (in dem Zeitrahmen dürfte „Punk like me“ angesiedelt sein) in den USA die Welt noch anders, aber gerade Nonnen sollten christliche Werte leben.
Schade ist auch, dass gerade die expliziten, ausgeschmückten Erotikszenen dem Buch die Möglichkeit nimmt für Jugendliche geeignet zu sein, denn Ninas Entwicklung und ihre Ansichten wären für ein Jugendbuch ideal und stimmig gewesen.

Die Charaktere wiederum wirken sehr authentisch und gut ausgearbeitet, insbesondere Nina, die im Laufe der Geschichte einiges hinter sich bringen muss. Ihre punkige Natur mag vielleicht nicht überzeugen, dafür jedoch ihre Beweggründe und die Art und Weise, wie sie mit Problemen umgeht. Sie ist eine sympathische Figur, die aus dem Rahmen fällt und gerade durch ihre ungewöhnliche Art Pluspunkte sammelt. Im Gegensatz dazu wirkt Kerry von Anfang an unsympathisch, man fragt sich als Leser, warum Nina so extrem an ihr festhält, selbst als einige unschöne Geheimnisse gelüftet sind. Lediglich Samantha kann punkten, ist ihre ruhige, ausgeglichene Art der perfekte Gegenpol zu Nina. Die übrigen Charaktere bleiben unheimlich blass – gerade Ninas Geschwister kommen nur am Rande vor und nehmen kaum eine tragende Rolle ein, was sehr schade ist. Auch sonst lernt man außerhalb der Protagonistin, Kerry und Samantha niemanden wirklich kennen.

Stilistisch passt sich die Autorin ihrer offenen und ungewöhnlichen Heldin an – frech, lockerleicht und sehr direkt wird die Geschichte aus Ninas Perspektive geschrieben. Dabei wendet sie sich immer wieder direkt an den Leser indem Gedankengänge in Klammern gesetzt werden oder einige Punkte auf diesem Weg erklärt werden. Dadurch ist „Punk like me“ jugendlicher und direkter und passt von der Erzählerstimme her eher zu einem Jugendbuch, als zu einem Roman für Erwachsene. JD Glass‘ lockerleichter, fast schon rotziger Stil unterstreicht die Diskrepanzen zwischen jugendlichem Grundtenor und expliziter Erotik, die nur bedingt zusammenpassen.

Fazit:
„Punk like me“ lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen und passt von Stil und der inhaltlichen Ausrichtung am ehesten in die Gattung Jugendbuch. Dass dafür die Erotik zu stark gewichtet ist und einige interessante Punkte nur kurz beleuchtet werden, ist das größte Manko an JD Glass‘ Debüt „Punk like me“. Schade, das Buch hätte durchaus Potenzial gehabt, gerade durch die ungewöhnliche Heldin und den lockeren Stil. Am Besten reinlesen und selbst entscheiden …

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[ROMAN] Dunkle Schatten von Rhys Ford

Autor: Rhys Ford
Taschenbuch: 300 Seiten
ASIN: B01GP58JDS
Preis: 5,14 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Der drogensüchtige Kismet kann schon immer albtraumhafte, blutrünstige Schattenwesen sehen, denen er nur während eines Drogenrauschs entfliehen kann. Dass seine neuen Drogen die Visionen eher verstärken und ihn nach und nach auf die Seite hinter dem Schleier ziehen ahnt er nicht, ebenso wenig, dass die vier apokalyptischen Reiter auf ihn aufmerksam werden, bringt er doch ein fragiles Gleichgewicht in Gefahr. Doch auch andere Unsterbliche entwickeln ein gesteigertes Interesse an Kismet, denn der Mensch hat sich durch den neuen Drogencocktail weiterentwickelt und wird mehr und mehr zum Unsterblichen. Schon bald liegt es an den Reitern den jungen Mann zu schützen, wobei Colm alias Pestilenz schon bald ein tiefergehendes Interesse an Kismet entwickelt …

Eigene Meinung:
„Dunkle Schatten“ ist der erste Band der „Ink and Shadows“-Reihe von Rhys Ford und erschien bei Dreamspinner Press. Der Autor hat sich im Gay Genre bereits einen Namen gemacht – es liegen etliche Einzelromane und Reihen vor – teils auch in deutscher Sprache. Eine Fortsetzung von „Dunkle Schatten“ mag angedacht sein, ist bisher jedoch nicht in Sicht, dabei gäbe es durchaus genügend Potenzial und offene Punkte, um die Geschichte von Kismet und den vier Reitern fortzuführen.

Rhys Ford hat sich ein düsteres, sehr komplexes Setting ausgedacht, das man erst im Laufe der Zeit begreift und erfasst. Das liegt vor allem daran, dass er kaum ein Wort über die Hintergründe verliert und den Leser gerade zu Beginn ein wenig im Stich lässt – sicherlich hätte man nicht alles bis ins kleinste Detail erzählen müssen, doch eine gewisses Basiswissen hätten den Einstieg in die Handlung spürbar erleichtert. So hat man einige Schwierigkeiten, durch den mythologischen Grundplot zu steigen und braucht lange, um sich auf die ungewöhnliche Geschichte einzulassen. Dabei ist „Dunkle Schatten“ durchaus spannend und bietet ein gut durchdachtes, sehr mystisches Abenteuer, das von blutigen Kämpfen, viel Action und ungewöhnlichen Charakteren bestimmt wird. Wer auf romantische oder gar erotische Szenen hofft ist bei Rhys Fords Roman an der falschen Adresse – zwar gibt es hin und wieder einige stimmungsvolle Momente zwischen Tod (Shi) und Krieg (Ari) oder Kismet und Pest Colm), aber auf mehr als einen Kuss darf man sich als Leser nicht freuen. Stattdessen wird die Handlung vorangetrieben, um nach und nach die Gegner und deren Beweggründe zu enthüllen.

An einigen Punkten schleichen sich jedoch auch Unstimmigkeiten in die Geschichte, ganz besonders beim Endkampf scheint der Autor seine eigenen Regeln zu vergessen, die er für die Unsterblichen entwickelt hat – was das Finale ziemlich unlogisch macht. Wer darüber hinwegsehen kann, den erwartet trotzdem ein schönes, actionreiches und blutiges Ende.

Ein großer Pluspunkt sind die Charaktere, die „Dunkle Schatten“ bevölkern. Rhys Ford greift mehrere mythologische Wesen und Aspekte auf, denn es gibt neben den Menschen nicht nur die vier apokalyptischen Reiter, sondern eine Vielzahl verschiedener Unsterblicher, darunter die Tugenden (Frieden, Güte, Hoffnung, Glaube), Sidhe und Un-Sidhe, Trolle und Dunkelelfen. Sie alle halten sich normalerweise hinter dem Schleier im Dunklen auf, der auch die Schattenwesen hervorbringt, die sich hin und wieder in die Realität verirren. Ganz besonders gut gelungen sind die vier Reiter, die zwar Unsterbliche sind, jedoch (wie alle ihrer Art) ganz normal verletzt und sogar getötet werden können – selbst Tod könnte mit einem gezielten Angriff zur Strecke gebracht werden. Mitunter kommen sie dem Leser ein wenig schwächlich vor, doch es passt zu Rhys Fords Geschichte und seinen Grundideen, keine Überwesen zu erschaffen, sondern Figuren, die eine Menge Schwachpunkte haben und dadurch sympathischer werden.
Auch Kismet ist gut gelungen – er ist authentisch und gut nachvollziehbar, gerade wenn es um seine Drogensucht geht.

Stilistisch ist „Dunkle Schatten“ sehr stimmungsvoll und atmosphärisch dicht umgesetzt worden. Rhys Ford hat einen sehr düsteren, mitunter auch blutigen Schreibstil, der gerade in den Kampfszenen zum Tragen kommt. Doch auch die ruhigeren Zwischensequenzen, in denen sich Colm und Kismet näherkommen oder Tod und Krieg ihre persönlichen Grabenkriege ausfechte sind toll umgesetzt und machen Spaß. Auch die Beschreibungen der Städte und der Hintergründe ist gelungen, so dass man nach einer Weile in die ungewöhnliche Geschichte eintauchen kann.

Fazit:
„Dunkle Schatten“ ist ein gelungener Mystery-Roman, dessen großer Pluspunkt bei der komplexen Hintergrundwelt und den ungewöhnlichen Hauptcharakteren liegt. Man braucht zwar ein wenig, um sich auf die mitunter etwas blutige Handlung einlassen zu können und den Grundplot zu verstehen, doch hat man erstmal den Einstieg geschafft, erwartet den Leser eine gelungene Mischung aus Action, Spannung und Dramatik, die durchaus Lust auf mehr macht. Bleibt zu hoffen, dass Rhys Ford die Geschichte fortführt – Potenzial für einen weiteren Band ist definitiv vorhanden.

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar

[ROMAN] Ich gebe dir die Sonne von Jandy Nelson

Autor: Jandy Nelson
Hardcover: 480 Seiten
ISBN: 978-3570164594
Preis: 13,99 EUR (eBook) / 17,99 EUR (Hardcover)
Bestellen: Amazon

Story:
Die Zwillinge Noah und Jude sind unzertrennlich, bis Jude Make-Up, Kleider und Jungs für sich entdeckt und ihr Bruder sich in seine Traumwelten zurückzieht, nur noch für das Malen lebt und sich in den Nachbarsjungen Brian verliebt. Wenige Jahre später reden sie kaum noch miteinander und haben nach Hausen hin die Plätze getauscht – aus der Draufgängerin Jude ist eine introvertierte Außenseiterin geworden, die auf eine Kunsthochschule geht; Noah hat sich angepasst, das Malen aufgegeben und sich selbst hinter einer Mauer versteckt.

Erst als Jude sich entschließt bei dem Steinhauer Garcia ein Praktikum zu machen und sie auf den charismatischen Fotografen Oscar trifft, bröckeln die Fassaden und offenbaren Geheimnisse, die das Leben von Jude, Noah und deren Familie auf den Kopf stellen – und mit etwas Glück zurück in normale Bahnen lenken …

Eigene Meinung:
Mit „Ich gebe dir die Sonne“ erschien der zweite Roman von Jandy Nelson bei cbj, wo ihr Debüt „Über mir der Himmel“ ebenfalls erhältlich ist. Das vorliegende Buch befand sich mehrere Wochen in den Bestsellerlisten und erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise. Die Filmrechte wurden bereits an Warner  Bros. verkauft.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen – Noahs Sicht erzählt die Ereignisse der Familie als die Zwillinge ungefähr 13/14 Jahre alt sind; Judes Perspektive greift den Faden zwei Jahre später auf und zeigt die aktuellen Geschehnisse und enthüllt Geheimnisse. Auf sehr eindringliche Art und Weise offenbart Jandy Nelson, was mit den Zwillingen und ihrer Familie geschehen ist und gibt nach und nach Einblick in das Leben von Jude und Noah. Für beide spielt die Mutter eine zentrale Rolle, denn sie ist der Antrieb für die Geschwister; ganz besonders für Noah, der sich stark über seine Bilder und Träume ausdrückt, während Jude zu Beginn ihrer Pubertät eher Schwierigkeiten mit ihr hat. Für beide ist es ein Schock, als sie tödlich verunglückt und einen Scherbenhaufen zurücklässt, den die Geschwister allein kaum bewältigen können, insbesondere da sie wie Fremde nebeneinander her leben und stumm geworden sind.
Für den Leser ist es toll, wie die Geheimnisse und Hintergründe Schicht für Schicht offenbart werden und die Wahrheit mit jeder Seite offenbart wird. Dabei reifen die Figuren, allen voran Jude, die sich selbst aus einem selbstgewählten Käfig befreien muss, um ihrem Bruder Noah und ihrem Vater zu helfen. Jandy Nelson gelingt es den Leser von der ersten Seite an zu fesseln, wenngleich man ein wenig Zeit braucht, um den Einstieg in „Ich gebe dir die Sonne“ zu schaffen.

Ein ganz besonderer Pluspunkt sind die authentischen, gut ausgearbeiteten Charaktere, die einen schnell ans Herz wachsen. Sowohl Noah, der für die Kunst lebt, in seinem Kopf Bilder malt und jede Sekunde dafür nutzt, um seine Träume auf Papier zu bannen, als auch Jude, die mit dem Geist ihrer Großmutter redet und den abergläubischen Regeln der Familienbibel genauestens folgt, sind unheimlich sympathisch und sehr gut nachvollziehbar. Man erlebt mit Noah den Zauber der ersten Liebe zu Brian, der für Astronomie und den Weltraum lebt und ist nah bei Jude, als sie auf Oscar trifft und dessen Charme nur schwer entkommen kann.
Auch die Nebencharaktere sind sehr angenehm in Szene gesetzt und können überzeugen. Seien es Garcia, Oscar, Brian oder die Eltern der Zwillinge – man kann jeden gut nachvollziehen und die einzelnen Beweggründe verstehen. Sie passen gut zu Noah und Jude, die abwechselnd und auf verschiedenen Zeitebenen die Geschichte erzählen.

Stilistisch ist „Ich gebe dir die Sonne“ gut geschrieben, auch wenn man zu Beginn ein wenig braucht um in das Buch zu kommen. Hat man den Einstieg jedoch geschafft, fällt es dem Leser schwer das Buch aus der Hand zu legen – Jandy Nelson hat einen sehr lebendigen, fesselnden und bunten Stil, ganz besonders wenn es um die fesselnden und farbenfrohen Beschreibungen von Noahs Bildern und seinem unsichtbaren Museum geht. Allgemein hat Jandy Nelson ein Händchen dafür die Gedanken und Gefühle der Künstler zu Papier zu bringen und auf diesem Weg auch der Kunst ein passendes Denkmal zu setzen – denn „Ich gebe dir die Sonne“ ist in vielerlei Hinsicht ein Liebesbrief an die Kunst.

Fazit:
„Ich gebe dir die Sonne“ ist ein wundervolles Jugendbuch, das sowohl durch tolle Charaktere als auch durch eine schöne, fesselnde Handlung überzeugen kann. Jandy Nelson hat eine wundervolle, bildhafte Sprache, die das Herz berührt und dafür sorgt, dass man den Roman nicht so schnell aus der Hand legen kann. Wer Jugendbücher im Stil von „Die Mitte der Welt“ mochte, dem wird auch „Ich gebe dir die Sonne“ gefallen – sie ähneln einander und sind doch auf wundervolle Art und Weise anders. Bedenkenlos zu empfehlen!

rainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstarrainbowstar