Archiv der Kategorie: Aktion

[LIKE A DREAM] Gewinnspiel Auswertung

Hallo ihr Lieben,

lange musstet ihr auf die Auswertung des Gewinnspiel warten, was an meinem Osterurlaub und QUEER gelesen 2017 lag. Jetzt kann ich aber endlich die Gewinnerin der komplett signierten Ausgabe verkünden, die ich mit meinem „Dice-of-Doom“ ausgewürfelt habe. Insgesamt haben (leider) nur 5 Teilnehmer mitgemacht, weswegen ich jedem ab Platz 2 ein eBook im Wunschformat zukommen lassen möchte. Bitte meldet euch via Mail bei mir (Koriko@gmx.de).

Nun aber zur Gewinnerin der begehrten, seltenen Anthologie:

Herzlichen Glückwunsch, Melanie. Bitte melde dich mit Angabe deiner Adresse bei mir 🙂

Alle anderen haben die Möglichkeit eine signierte Ausgabe inklusive verschiedener Gimmicks (u.a. von 20 Autoren signierter Stoffbeutel von Samenature) bei eBay für einen guten Zweck zu ersteigern. Sämtliche Einnahmen kommen der Spendenaktion „Tschetschenien“ zugute, um Homosexuellen bei ihrer Flucht vor Folter, Verfolgung und Ermordung zu unterstützen.

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Auktion zugunsten Spendenaktion „Tschetschenien“

Hallo ihr Lieben,

um ebenfalls etwas zugunsten Homosexueller in Tschetschenien zu tun (ich denke, jedem ist zu Ohren gekommen, welche unmenschlichen Dinge sich dort ereignen), haben sich die Autoren der Anthologie und die Bar jeder Sicht entschlossen, eine komplett signierte Ausgabe der „Like a Dream“- Anthologie sowie einen von 20 Autoren signierten Stoffbeutel (danke an Sarah Natusch für die tolle Spende) inkl. Gimmicks zu versteigern. Sämtliche Einnahmen kommen der Spendenaktion „Tschetschenien“ von Enough is Enough zugute.

Wir sind gespannt und freuen uns auf eure Gebote, denn jeder Cent zählt, um die Menschen dabei zu unterstützen vor Verfolgung, Folter und Mord zu fliehen.

EBAY

Folgendes ist enthalten:

  • Anthologie „Like a Dream“, signiert von: Tanja Meurer, Florian Tietgen, Bianca Nias, Elisa Schwarz, Laurent Bach, Leann Porter, Sabrina Železný, Jobst Mahrenholz, Karo Stein, Thomas Pregel, Alexa Lor, Chris P. Rolls, Anna Maske, Savannah Lichtenwald, Jannis Plastargias, Juliane Seidel und der Cover-Designerin Casandra Krammer
  • Stoffbeutel signiert von Svea Lundberg, Bianca Nias, Anna Maske, Juliane Seidel, Carmilla DeWinter, Sara Pearson, Juan Santiago, Tanja Meurer, Julian Mars, Leann Porter, Jona Dreyer, Serena C. Evans, Henrike Lang, Conny Reinhard, Irina Theisen, Tanja Meurer, Serena C. Evans, Corinna Behrens
  • Gimmicks (Flyer, Kugelschreiber, Lesezeichen, Buttons), teils signiert

Bitte unterstützt uns, ob durch Gebot , oder indem ihr Freunde auf die Auktion aufmerksam macht.

PS: Die Gewinner der Geburtstagsgewinnspiels werden morgen bekanntgegeben – habt nur noch ein wenig Geduld 🙂

[LIKE A DREAM] Gewinnspiel

Hallo ihr Lieben,

heute vor 16 Jahren ging „Like a Dream“ online – wie die meisten wissen, war es damals noch kein Blog, sondern eine stinknormale Homepage. Über die Hintergründe zu „Like a Dream“ habe ich letztes Jahr einen Monat lang ausführlich berichtet (von der Entstehung des Blogs, über meine Art Kritiken zu schreiben, bis hin zu Sonderaktionen und Gewinnspielen): Bloggeburtstag – 15 Jahre Like a Dream.

Eines der größten und aufwendigsten Projekte war das Erscheinen der Benefizanthologie „Like a Dream“ im Oktober 2016. Fünfzehn Autoren konnte ich für die Jubiläumsanthologie gewinnen, fünfzehn tolle Geschichten zum Thema „Wünsche, Träume, Hoffnungen“ wurden eingereicht und fanden Platz in einem Büchlein, das mehr als ein Herzprojekt für mich geworden ist. In den letzten Monaten habe ich die Anthologie und die teilnehmenden Autoren ausführlich hier vorgestellt – ich denke jeder weiß, um was es hier geht 🙂

Anlässlich des 16. Geburtstages verlose ich heute ein komplett signiertes Exemplar von „Like a Dream“! Alle 16 Autoren und die Coverdesignerin Casandra Krammer haben sich in dem Taschenbuch verewigt – sprich 17 Unterschriften sind auf der Schmutzseite zu finden. Das Gewinnspiel läuft bis zum 16.04.2017 – sprich bis zum Ostersonntag. Und damit auch der Osterhase noch etwas zu tun bekommt, werfe ich noch 3 eBooks der Anthologie mit in den Lostopf 🙂

Preise:
1. Platz: signiertes Taschenbuch + Gimmicks
2. bis 4. Platz: eBook im Wunschformat

Ihr wollt das Schmuckstück gewinnen? Dann müsst ihr ein wenig kreativ werden und hier in den Kommentaren etwas zu zu „Like a Dream“ sagen – ob zum Blog oder zur Antho, zu mir oder den Autoren der Benefizanthologie – das bleibt allein euch überlassen. Überrascht mich/uns mit Kommentaren, Regenbogen-Bildern oder sogar selbstverfassten Texten. Wir sind gespannt und freuen uns darauf.

 

Allen Teilnehmern viel Glück ❤

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Ankündigung Gewinnspiel

Hallo ihr Lieben,

in einigen Tagen wird mein Blog 16 Jahre alt und um das kleine Jubiläum gebührend zu feiern (keine Sorge, ich plane dieses Mal keine große Geburtstagsaktion) und die erste vollständig signierte Ausgabe der Jubiläumsanthologie endlich an den ersten Leser zu bringen, will ich schon jetzt auf das Gewinnspiel hinweisen, das euch am Mittwoch, den 29.03.2017 erwartet – dann wird hier exklusiv ein Taschenbuch von „Like a Dream“ verlost, das von allen Autoren UND von der Coverdesignerin Casandra Krammer signiert wurde. Haltet also die Augen offen und überlegt euch schon mal, was ihr Kreatives zu „Like a Dream“ sagen wollt – ob zum Blog oder zur Antho, zu mir oder den Autoren der Benefizanthologie – überrascht mich/uns mit Kommentaren, Bildern und Texten. Wir sind gespannt.

Wir sehen uns am Mittwoch 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[GEWINNSPIEL] Jutta Ahrens

 

Der letzte Tag der Special Week und wie immer endet diese Woche mit einem großen Gewinnspiel, bei dem ihr die Chance habt signierte Bücher und eBooks zu gewinnen. Ich hoffe sehr, dass euch die Woche gefallen hat und ihr Jutta Ahrens und ihre Werke ein wenig besser kennengelernt habt. Wer jetzt die Bücher lesen will, die ich in den letzten Tagen vorgestellt habe, sollte sich Gedanken machen, denn wie bei jedem Special Week Gewinnspiel gilt es der Autorin Fragen zu stellen – ob nun über sie, zu ihren Büchern oder zu den Charakteren – euch sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist: Wer am Gewinnspiel teilnehmen will, sollte Jutta Ahrens mindestens eine Frage stellen (mehr Fragen sind natürlich erlaubt!)

Wie immer müsst ihr eine Mail an Koriko@gmx.de schicken. Alle Fragen, die bis zur Deadline bei mir eingehen, werden von mir an die Autorin weitergeleitet und beantwortet. Sie gehen bei der Gewinnerbekanntgabe als Leserinterview online.

Eure Fragen könnt ihr bis zum 09.04.2017 an die oben genannte Mailadresse schicken (bitte im Betreff “Gewinnspiel Jutta Ahrens” angeben) – sie werden gesammelt und an die Autorin weitergeleitet. Unter allen Teilnehmern verlose ich in Zuammenarbeit mit Jutta folgende Buchpakete:

1. Platz: “Anamarnas Prophezeiung“ (Taschenbuch, signiert), „Lacunars Fluch: Gesamtausgabe“ (eBook) und „Der blutige Thron“ (eBook)
2. Platz: “Verschwörung der Templer“ (Taschenbuch, signiert) und „Der blutige Thron“ (eBook)
3. Platz: „Kianusch der Perser“ (Taschenbuch, signiert) und „Der blutige Thron“ (eBook)

Ich bedanke bei Jutta Ahrens für die Bereitstellung der Gewinne.

Hinweise:
1. Die Autorin freut sich natürlich über Kommentare, Anmerkungen und Feedback zu ihren Werken (oder auf eine Antwort zu ihrer Frage im Interview), sprich ihr könnt gerne einige Worte an sie richten 🙂
2. Solltet ihr das ein oder andere Buch bereits besitzen, sagt mir in der Mail Bescheid – ich versuche beim Auslosen Rücksicht darauf zu nehmen, damit niemand Bücher doppelt bekommt.

Jutta und ich sind gespannt auf eure Fragen, Ideen und Antworten – die Gewinner und das Leserinterview werden am 15.04.2017 auf diesem Blog präsentiert. Wir freuen uns auf eure Fragen.

Viel Glück!

[CHARAKTERINTERVIEW] Aryon und Merodan aus „Anamarnas Prophezeiung“

Dieses Interview ist mitten in „Anamarnas Prophezeiung“ angesiedelt, sprich Nicht-Kenner des Buches werden ein wenig gespoilert. Ich empfehle daher vorab die Geschichte um Lukir, Aryon und all die anderen Figuren zu lesen, bevor man sich das Interview anschaut. Wem dafür die Zeit fehlt, dem sei versichert, dass sich Spoiler in Grenzen halten und die Einleitung genug preisgibt, um dem Gespräch folgen zu können. Ich wünsche euch viel Spaß mit Aryon und Merodan – es war kein leichtes Interview, aber ich hoffe, es macht euch ebenso viel Spaß, wie ich hatte 😀

Aryon wälzte sich unruhig hin und her. Er hatte einen sehr eindringlichen und höchst merkwürdigen Traum gehabt, und der beschäftigte ihn nun. Das Dumme daran war, dass er nicht ganz sicher war, ob es sich nur um einen Traum oder doch um ein echtes Erlebnis gehandelt hatte. Von der Festung auf dem Himmelshügel war ein Mann zu ihm gekommen, der sich Morphor nannte und behauptete, ein Unsterblicher zu sein. Er hatte ihm prophezeit, es werde eine Person aus der Zukunft bei ihm auftauchen, die ihn und Merodan befragen werde. Er solle ihre Fragen wahrheitsgemäß beantworten und auch Merodan davon überzeugen. Das würde ihn in seiner Mission weiterbringen.

Aryon fluchte leise vor sich hin. Diese verdammte Mission und dieser verstockte Tadramane! Merodan befand sich am Hof König Jahangirs als Geisel, und Taswinder, der undurchsichtige Magier, hatte ihn überredet, sich Merodan zum Freund zu machen, damit er biegsamer wurde und sich den Wünschen Jahangirs beugte. Aryon hatte eingewilligt. Schließlich war es keine schlechte Sache, sich jemanden zum Freund zu machen. Er war davon überzeugt, dass er mit seinem heiteren Gemüt schnell zu ihm durchdringen werde. Doch dann hatte sich Merodan als eine sehr harte Nuss erwiesen. Bis jetzt hatte er bei dem Dickschädel noch keinen Erfolg aufzuweisen. Dabei war der Tadramane ein Schmuckstück von einem Mann, das Aryon gern besessen hätte, aber leider kalt wie ein Gletscher.

Und nun hatte ihn dieser Traum heimgesucht. Eine Person aus der Zukunft, die Fragen stellen wollte. Irgendwie versponnen. Aryon war der Magie begegnet und selbst ein unsterblicher Bluttrinker geworden. Seltsames war ihm also nicht fremd. Aber konnte jemand in die Vergangenheit zurückkehren? Das erschien ihm absurd, und schon aus diesem Grund konnte es nur ein Traum gewesen sein. Schade eigentlich, dachte er. Es wäre nicht von Übel, wenn die Befragung den Tadramanen etwas auftauen würde. Dann würden sie vielleicht mehr als nur Freunde werden …

Aryon seufzte, verbat sich diese unkeuschen Gedanken und stieg aus dem Bett. Inzwischen war es dunkel geworden und Zeit, Merodan wieder einmal aufzusuchen. Noch wollte er nicht aufgeben. Als er vor seiner Tür stand, den Schlüssel schon in der Hand, kam eine Frau auf ihn zu, die er noch nie im Palast gesehen hatte. Sie trug sehr ausgefallene Kleidung, aber ihre Haltung war selbstbewusst, also konnte sie keine Dienerin sein.

»Guten Abend. Ich bin die Juliane.«

Sie reichte ihm die Hand, und Aryon wusste nicht, was das sollte. Zögernd ergriff er sie.

»Du bist Aryon, nicht wahr? Ich bin geschickt worden, dir und deinem Freund da drin ein paar Fragen zu stellen. Bist du bereit?«

Aryon traf fast der Schlag. Dann hatte er das alles doch nicht geträumt. Das war sie also, die Person aus der Zukunft. Und ausgerechnet eine Frau!

»Ich – äh – ich habe irgendwie mit dir gerechnet, aber ich konnte es nicht glauben. Wer hat dich denn geschickt?«

»Sagen wir, eine Stimme aus der Vergangenheit. Nun schließ schon auf. Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit. Ich muss noch andere befragen.«

»Ach ja? Wen denn? Warum denn?«

»Weil es mein Beruf ist. Und nun vorwärts. Ich stelle hier die Fragen.«

Aryon zuckte mit den Schultern und steckte den Schlüssel ins Schloss. »Na, wenn du meinst. Aber ich warne dich. Mit Merodan ist nicht gut Kirschen essen.«

Als sie eintraten, saß Merodan auf dem Bett und las. Als er aufsah und die Frau neben Aryon erblickte, hätte er beinah das Buch fallen lassen. »Was ist denn das für ein neuartiger Einfall von dir, mich bis aufs Blut zu reizen?«, fauchte er.

„Kein neuartiger Einfall, Merodan. Ich wurde geschickt, um einige Dinge in Erfahrung zu bringen, die im Laufe der Zeit verloren gehen würden.“ Juliane sah sich nach einem Platz um, auf dem sie ihre Schreibunterlagen ablegen konnte.

Aryon nickte Merodan aufmunternd zu. „Da hat sie recht. Auf diese Weise kannst du mit deinen Taten sogar unsterblich werden.“

„Das haben bei mir in Norvarun die Chronisten erledigt, aber Frauen waren niemals darunter. Die Erde soll mich verschlucken, bevor ich meine Worte einer Frau anvertraue.“

„Na, das sind ja tolle Aussichten«, sagte Juliane und zückte eine Feder. »Aber ich versuche mein Bestes. Die Chronisten in Norvarun haben schließlich nicht die Möglichkeit, deine Zeit hier festzuhalten.« Sie überflog ein kurzes Stück Text und fügte hinzu: „Ganz besonders die über deine Freundschaft zu Aryon.“

Merodan schnaubte höhnisch. „Habe ich Freundschaft gehört? Ein Freund verhält sich anders. Der macht sich nicht zum Knecht eines Magiers, der würde mir zur Flucht verhelfen.“

Aryon räusperte sich etwas ungehalten. Das konnte ja noch gut werden. „Du langweilst mich, Merodan. Dieses Lied hast du schon oft genug gesungen. Juliane hat recht. Niemand sonst wird über deine Geiselhaft berichten, und es liegt bei dir, wie der Bericht ausfällt. Bedenke, wie viele Leute das lesen werden. Wenn du Juliane verärgerst, könnte sie ja auch schreiben, dass du unentwegt auf den Knien um Gnade gewinselt hast.“

Ein Grinsen huschte über Julianes Gesicht, denn das war in der Tat ein verlockender Gedanke. „Eine Flucht würde doch einem stolzen Krieger wie dir gar nicht gut zu Gesicht stehen. Bedenke, was die Leute sagen könnten und wie lange du bei Aryon in der Schuld stündest.“ Sie hob die Feder und notierte etwas. „Wie behandelt man dich hier? Gibt es, außer der Tatsache, dass du den Raum nicht verlassen kannst, etwas zu beanstanden?“

Merodan warf ihr einen misstrauischen Blick zu. Man sah es ihm an, dass er sich überwinden musste, bevor er antwortete: „Man behandelt mich wie ein einen kostbaren Vogel, der bitteschön singen soll. Aber solange er im Käfig sitzt, wird er nicht singen.“

„Das heißt man befragt dich?“ Sie schielte zu Aryon. „Ist das deine Aufgabe?“

„Nein, man versucht, mich zu beeinflussen. Ausgerechnet durch den da. Ein einfältiger Bauernbursche, der noch nichts von den Schlechtigkeiten der Menschen weiß und der keine Ahnung hat, wie man mit ihnen umgehen muss.“

„Ist dem so, Aryon?“, fragte Juliane, während sie hektisch die ersten Antworten niederschrieb.

„Lächerlich! Frag ihn doch mal, wie ich mit ihm umgegangen bin. Er bildet sich viel ein auf seine Stärke, aber ich war es, der ihm die angemessene Demut vor meiner Kraft beigebracht hat.“

„Ja, mithilfe von Magie.“

„Na und? Jeder nutzt die Mittel, die ihm zu Gebote stehen. Also steig herunter von deinem hohen Ross und antworte vernünftig auf Julianes Fragen.“ Aryon blinzelte zu ihr hinüber. „Mich kannst du alles fragen, natürlich bis auf das, was ich nicht preisgeben kann.“ Er grinste.

Juliane wiegte den Kopf. „Ihr seid wie Katz und Maus – schwierig, da den Fettnäpfchen auszuweichen. Aber ein bisschen weniger Arroganz stünde dir ganz gut, Merodan. Ich denke nicht, dass es in deinem Sinn ist, wenn die Nachwelt dich als streitsüchtigen, kleinlichen Mann in Erinnerung behält, der erst um sich beißt, bevor er nachdenkt. Wieso glaubst du, dass Aryon es böse mit dir meint? Weil er dich schon einmal besiegt hat?“

„Ich sagte es bereits, er ist nicht böse, er ist einfältig, weil er glaubt, ich würde auf seine schmeichlerischen Worte hereinfallen. Und die sollen nur bewirken, dass ich alles vergessen soll, was mich ausmacht, und mit meinen Feinden, den Abbaranen, den Bruderkuss tausche.«  Er warf Juliane einen scharfen Blick zu. „Darf ich dir dazu auch eine Frage stellen?“

„Sicher darfst du Fragen stellen.“ Juliane warf ihm einen neugierigen Blick zu.

„Weshalb glaubst du, haben sie ausgerechnet Aryon zu mir geschickt? Na, was meinst du? Du bist doch eine kluge Frau, nicht wahr?“

„Die Frage hast du dir doch selbst schon beantwortet.  Weil er nicht böse ist und es ehrlich mit dir meint. Wenn du mal deine Vorurteile beiseite schiebst und anfängst, tiefer zu sehen, würdest du mitbekommen, dass Aryon nicht dein Feind ist“, sagte Juliane und beobachtete die beiden ungleichen Männer. »Dann würdest du auch erkennen, dass Aryon es ehrlich mit dir meint. Und dass er dich gern als Freund gewinnen würde.“ Mit einem Flüstern fügte sie hinzu: „Wenn nicht mehr …“

Merodan kniff die Augen zu einem Spalt zusammen. „Wenn nicht mehr?“, zischte er. „Was willst du denn damit andeuten?“

Juliane räusperte sich. „Naja, es ist schon ziemlich offensichtlich …“ Sie deutet auf Aryon und sah ihn auffordernd an. „Willst du dich nicht dazu äußern?“

Aryon errötete leicht. Was ihn anging: Er war schon bei ihrer ersten Begegnung bereit gewesen, aber Merodan sah ihn viel zu giftig an, als dass er es gewagt hätte, ihn jetzt schon offen zu reizen.

„Na los, antworte der Dame!“, höhnte Merodan. „Sie hat dich etwas gefragt.“

Aryon hüstelte. „Also gut. Der Magier kennt meine Neigung, vielleicht hat er sie mit einkalkuliert. Merodan ist ein sehr schöner Mann, und ich bin auch nicht gerade unansehnlich.“

Merodan wich gleich zwei Schritte zurück. „Neigung? Welche Neigung? Und was kümmert dich mein Aussehen?“ Er sah Juliane entsetzt an. „Kannst du mir sagen, was er damit sagen will?“

Juliane tippte mit ihrer Feder aufs Papier. Sie sah ein, dass es wohl kaum zu einem Interview kommen würde, da hier andere Dinge wichtiger waren. „Also ich finde, dass Aryon sehr offen und direkt war. Was für eine Antwort brauchst du denn noch? Er bevorzugt die Gesellschaft von Männern.“ Sie deutete zum Bett hinüber, um alle Missverständnisse auszuräumen. „Und er hat dir gerade gesagt, dass er dich gutaussehend findet und …“ Sie ließ den Satz offen.

Merodan hob die Hände. „Soll das heißen, ich soll mich von einem Mann berühren lassen?“ Seine Stimme, die sonst immer sehr beherrscht herüberkam, überschlug sich fast.

„Ist das ein so schrecklicher Gedanke für dich?“ Sie räusperte sich. „Um ehrlich zu sein, passt eine Frau noch weniger zu dir. Die verachtest du schließlich mehr als Männer.“

„Was nicht heißt, dass sie nicht nützlich sind. Auch im Bett.“

Aryon hatte mit so einer Reaktion gerechnet und schaute wie unbeteiligt zur Decke.

»Wundervoll, worauf du eine Frau reduzierst. Da kann ich mich ja geehrt fühlen, dass du mit mir redest.“

Merodan konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Das habe ich doch schon zu Anfang durchblicken lassen.“ Dann wurde er plötzlich unruhig, ging zum Fenster und wieder zurück. „Männer liegen mir tatsächlich mehr“, murmelte er wie zu sich selbst. „Allerdings …“

„Allerdings?“

„Darüber will ich nicht sprechen.“

Aryon verschränkte die Arme. „Ach! Hast du ein Geheimnis? Das würde ich auch gern kennenlernen. Na sag schon! Juliane geht sowieso nicht, bevor sie nicht alles von dir weiß.“

„Gibst du alles preis von dir?“

„Ich bin nur ein einfältiger Bauernbursche, völlig uninteressant für Juliane – im Gegensatz zu dir, tapferer Krieger und stolzer Tadramane!“

„Verhöhnen kann ich mich allein. Glaub nicht, dass ich ein Wort davon vergessen werde.“

„Wann? Wenn wir erst richtig dicke Freunde sind?“

„Träum weiter.“ Merodan starrte Juliane unschlüssig an. „Also, was willst du wissen?“

„Was du grad nicht sagen willst. Du hast da eben eine Andeutung gemacht, über die wir gern ausführlicher unterrichtet werden möchten. Männer liegen dir also mehr als Frauen …?«

„Als Gesellschaft meinte ich. Und einmal, da gab es einen Mann – ich dachte, er sei mein Freund, aber er wollte etwas ganz anderes von mir, etwas Unaussprechliches. Ich meine, wenn man es mit einem Mann, statt mit einer Frau macht, dann ist es das.“

Aryon verdrehte die Augen. „Man kann es auch kompliziert ausdrücken.“

Juliane sah verwirrt zu Merodan. „So ganz konnte ich dir jetzt auch nicht folgen. Ist es was? Unehrenhaft? Verboten?“

„Beides würde ich sagen. Es ist so – so unnatürlich, oder nicht?“

„Hm … wenn du Liebe als etwas Unnatürliches ansiehst, dann wahrscheinlich schon. Aber ich persönlich finde nicht, dass es unnatürlich ist.“

„Unnatürlich, doch vor allem gefährlich. Du sprichst von Liebe, das ist mir fremd. Sprechen wir lieber von Begierde. Und wenn ein Mann einen anderen begehrt, dann ist er ihm ausgeliefert, dann ist er der Schwächere. Aber ein Mann erträgt es nicht, wenn ihn seine Gefühle einem anderen Mann unterlegen machen. Das ist ein unerträglicher Zustand. Mit einer Frau kann das gar nicht erst eintreten.“

Juliane überdachte seine Antwort und schüttelte den Kopf. „Du widersprichst dir teilweise. Einerseits ist dir die Liebe fremd, andererseits sprichst du davon, dass die Gefühle dafür sorgen, dass man unterlegen ist. Kannst du dir nicht vorstellen, gleichberechtigt zu sein – weder über- noch unterlegen?“

„Nein!“ Merodan presste die Lippen zu einem Strich zusammen.

„Mir scheint, du hast so etwas bereits erlebt“, murmelte Aryon. „Sonst würdest du diesen Zustand gar nicht kennen.“

Juliane machte einige Notizen auf ihrem Blatt. „Hat Aryon recht? Du hast da was angedeutet, Merodan …“

„Ich deute gar nichts an. Ich weiß einfach, wie es läuft.“

„Und du denkst, weil du einmal etwas Schlechtes erlebt hast, wird es immer so sein? Ziemlich engstirnig, findest du nicht auch? Heißt es nicht auch hier, dass man gleich wieder aufs Pferd steigen soll, wenn man abgeworfen wurde?“ Juliane sah sich auf der Suche nach etwas Wasser im Raum um. Allmählich wurde ihre Kehle vom Diskutieren trocken.

Während Aryon sofort einen Krug aus der Ecke holte und ihr einschenkte, schien Merodan durch sie hindurch zu starren. „Nicht ich wurde vom Pferd geworfen“, flüsterte er. „Ich stieß ihn aus dem Sattel. Ich habe es getan, weil ich …“ Er zögerte und warf Aryon einen vorsichtigen Blick zu. „Weil ich merkte, dass ich ihm sonst das ganze Pferd überlassen würde. Er hatte mich angefasst, und ich wusste, wenn ich das weiterhin dulde, bin ich verloren. Wir trennten uns im Zorn. Er glaubte, ich würde ihm nie verzeihen, aber er irrte sich. Ich konnte es mir nicht verzeihen, dass ich es genossen hatte.“ Merodan holte tief Luft. „So, das ist die Wahrheit. Jetzt habt ihr beide endlich euren Willen. Hast du das alles auch gut aufgeschrieben, damit die ganze Welt über mich lachen kann?“

Juliane nickte Aryon dankend zu und trank einen Schluck. „Warum sollte die Welt über dich lachen? Ein wahrer Herrscher ist auch in der Lage, sich Fehler einzugestehen und zu versuchen sie wieder gut zu machen.“ Sie legte die Feder beiseite. „Und ich habe bisher kaum etwas aufgeschrieben, weil du erstmal zu dir selbst finden musst, bevor du überhaupt Fragen beantworten kannst.“

Aryon grinste nur. „Danke, Juliane, dass du Merodan gegenüber so feinfühlig bist. Jetzt kann ich mir ja doch noch Hoffnungen machen?“ Er blinzelte Merodan zu.

„Bilde dir keine Schwachheiten ein, Angorner!“, schnaubte Merodan. „Das fehlte noch, dass ich mich dir ausliefere.“

„Wenn ich dich morgen besuche, komme ich nackt zu dir, dann werden wir ja sehen, wie standhaft du bist.“

„Lieber hänge ich mich an meinem Gürtel auf.“

„Aber bitte erst danach.“

Merodan sah Juliane an. „Was sagst du als Frau zu diesem unkeuschen Ansinnen? Würdest du das dulden, wenn dich plötzlich ein nackter fremder Mann besuchte?“

Juliane biss sich auf die Unterlippe um ein Lachen zu unterdrücken. „Um ehrlich zu sein, würde mich das nur bedingt stören. Aryon ist wirklich ein gutaussehender Mann, Aber für mich wäre das nichts – ich bevorzuge doch eher den Körper einer Frau. War das nicht feinfühlig, Aryon?“

Aryon schlug sich die Hand vor die Stirn. „Auch das noch! Merodan muss ja glauben, vor einem Abgrund zu stehen. Hättest du ihm das nicht schonender beibringen können?“

Merodan schaute lediglich verblüfft. „So etwas gibt es auch?“

„Irgendwann läuft auch mir die Zeit weg, Aryon. Ich habe nicht unbegrenzt Zeit – also warum um den heißen Brei herumreden?“ Sie erhob sich und trat einige Schritte auf Merodan zu. „Warum sollte es das nicht geben? Frauen können, wenn sie sich verlieben,  dabei durchaus das eigene Geschlecht bevorzugen.“

Merodan wich vor ihr zurück. „Ach so, naja, das habe ich nicht gewusst. Ganz Khazrak scheint ja ein Pfuhl der Sündhaftigkeit zu sein.“

„Sagen wir, ein Ort des unverkrampften Vergnügens“, schlug Aryon vor. „Und du wirst auch nicht als Geisel sterben, ohne vorher von mir geküsst zu werden. Jetzt bin ich zuversichtlich, dass du doch noch eine große Zukunft vor dir haben wirst. Dein Eis schmilzt so langsam.“

„Na dann habe ich ja doch etwas erreichen können, auch wenn ich kaum Fragen stellen konnte.“ Juliane grinste Aryon zu.

„Ist es so, wie Juliane sagt?“, fragte Aryon.

Merodan verschränkte die Arme und drehte sich um. „Weiß nicht, habe gar nicht hingehört.“

Aryon zwinkerte Juliane zu. „Was hältst du davon?“

„Ich denke, Merodan hat heute viel von sich preisgegeben, aber du kennst ihn ja. Da wirst du noch viel Geduld aufbringen müssen, aber ich bin mir sicher, dass es sich lohnen wird.“ Sie erhob sich lächelnd. „Ich muss allmählich zurück. Allzu lange darf ich in dieser Zeit nicht verweilen.“ Sie beobachtete die beiden ungleichen Männer und hatte das gute Gefühl, dass sie sich trotz allem ein wenig nähergekommen waren. „Ich wünsche euch einen schönen Tag und morgen noch einen Besseren.“ Sie zwinkerte Merodan zu. „Danke, dass ich für kurze Zeit hier sein durfte,  ohne dass du mich erwürgt hast.«

»Das hätte ich getan, wenn Aryon dich nicht mit seiner Magie beschützt hätte.«

Aryon lächelte milde. «Danke, Juliane, dass du gekommen bist. Du hast damit mehr bewirkt, als ich in all den Tagen, wo ich mich vergeblich an dem Eisberg abgearbeitet habe.“ Er wandte sich an Merodan: „Hast du gehört? Juliane muss gehen. Ich bringe sie hinaus.“

„Wünsche noch einen schönen Tag“, knurrte Merodan.

„Na dann, bis morgen.“

„Aber nicht nackt.“

„Soll ich denn wiederkommen?“

Es trat eine Stille ein. Dann brummelte Merodan etwas. Aryon fragte Juliane: „Hast du verstanden, was er gesagt hat?

Sie grinste. „Es hat sich nach „Ja, bitte“ angehört.“

[ANKÜNDIGUNG] Special Week: Jutta Ahrens

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Die letzte Special Week ist eine Ewigkeit her – jetzt endlich geht die Special Week in die nächste Runde. Dieses Mal habe ich mir ein wahres Urgestein des Gay Genres rausgepickt: Jutta Ahrens, deren 1993 erschienener Roman „Der König von Assur“ erstmals einen schwulen Hauptcharakter in einem historischen Unterhaltungsroman enthielt. Ich freue mich, nicht nur 3 ihrer Werke vorzustellen, sondern auch sie und natürlich ihre Figuren. Seid gespannt, was wir alles für euch in petto haben 🙂

Hier die einzelnen Stationen der Special Week:

13.03. – Rezension: „Kianush der Perser“
14.03. – Rezension „Anamarnas Fluch“
15.03. – Charakterinterview mit Aryon und Merodan aus „Anamarnas Prophezeiung“
16.03. – Rezension „Verschwörung der Templer“
17.03. – Zitate-Freitag „Anamarnas Fluch“
18.03. – Interview Jutta Ahrens
19.03. – Gewinnspiel

Jutta und ich freuen uns auf die Special Week mit euch und wünschen schon jetzt viel Vergnügen 🙂

[LIKE A DREAM] Vorstellung: Florian Tietgen

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Hallo in die Runde,

heute kann ich euch Florian Tietgen präsentieren, der für die Anthologie die gefühlvolle Kurzgeschichte „Klangfarben der Liebe 1965“ geschrieben hat. Zudem gab es vor einiger Zeit bereits eine Special Week mit ihm, bei dem seine Werke und er als Autor näher vorgestellt wurde. Schaut also unbedingt mal vorbei 😉florian

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Ich komme aus Hamburg und liebe viel zu viele Dinge, um ihnen allen gerecht zu werden. Hauptberuflich redigiere ich die Texte anderer, und obwohl ich lieber nur schriebe, finde ich das doch manchmal sehr spannend, erst recht, wenn es sich um Doktorarbeiten mit interessantem Thema handelt. Nebenbei trainiere ich ehrenamtlich noch zwei Fußballmannschaften, betreue einen Sportplatz und das Passwesen, was so viel Zeit in Anspruch nimmt, dass es gut einen Brotjob füllen würde.

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Das kann ich nicht sagen. Gefühlt habe ich schon immer geschrieben, seit ich die linierten Din-A4-Hefte der Grundschule mit Geschichten vollschmieren konnte.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Das merke ich vor allem, wenn ich nicht schreibe. Ich werde dann unleidlich, depressiv, unzufrieden und unerträglich für andere.

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Klangfarben der Liebe 1965“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Während der Special-Week auf deinem Blog kam das Thema „Heinrich und dessen Geschichte“ mal in einem der Interviews auf. Als deine Anfrage zur Anthologie kam, dachte ich, es wäre doch passend, einen Teil von Heinrichs Geschichte beizusteuern.

Was hast du neben „Klangfarben der Liebe 1965“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Im Moment überarbeite ich eine dystopische Erzählung, die ich vor 8 Jahren geschrieben habe und die leider immer aktueller wird, da es darin um die Macht von Propaganda und Hass über die Politik und das Leben der Menschen geht. Im nächsten Jahr gelingt es mir hoffentlich, sie als Roman zu veröffentlichen.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Manchmal entsteht eine Idee durch die Nachrichten, manchmal durch die Lebensgeschichte von Freunden. Wichtig ist für mich immer, ob ich einen schwer aufzulösenden Grundkonflikt und eine tiefe Sehnsucht darin entdecke. Insofern sind glaube ich alle meine Geschichten von dieser Sehnsucht geprägt, geliebt zu werden, wie man ist.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Beim Schauspiel würde man das Method-Acting nennen. Ich versuche, mein erzählender Protagonist zu sein und aus dessen Erleben zu schreiben. Wenn es geht, lasse ich die Geschichten dann lange liegen, bevor ich noch mal daran arbeite. Das war bei der Geschichte für die Anthologie leider nicht möglich.

Gibt es etwas, das dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Abstand zu halten. Ich brauche beim Schreiben die Identifikation mit meinen Figuren. Und wer mich während der Arbeit stört, muss dann im Zweifel mit sehr verwirrten und verwirrenden Reaktionen rechnen. Wenn er mich aus einer Welt holt, in der ich gerade von Heuschrecken verfolgt werde oder in der einen aufmüpfigen 17-jährigen Geist anbrülle, weil er auf meinem Fahrradlenker sitzt und mir die Sicht versperrt, kann es vorkommen, dass ich mich selbst für unzurechnungsfähig halte.

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Ich wohne an einer Hauptverkehrsstraße, absolute Ruhe ist also nie gegeben. Aber Musik würde mich stören. Schon, weil ich Musik nie hören kann, ohne mich von ihr in ihre Welt mitnehmen zu lassen. Etwas, um das ich Musiker immer beneide ist die Fähigkeit, mit Tönen ohne den Umweg über den Verstand so tief in die Menschen eindringen zu können, dass sie darüber weinen und lachen und tanzen und mitsingen.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Bestimmt, wenn auch nicht immer bewusst.

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
In keinem. Ich mag Genreeinteilungen nicht. Eine Geschichte will erzählt werden, wie sie erzählt werden will. Der Gedanke an Genre- oder Zielgruppenkompatibilität stört da nur. Und ich glaube nicht mal, dass Genres dem Leser dienen.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Es regnete ohne Unterlass, kein Sonnenstrahl lockt mich nach draußen und ruft mich vom Schreibtisch weg. Das wäre der perfekte Schreibtag, der perfekte Tag wäre voller Sonne am Meer oder im Gebirge, viele Menschen um mich herum, an denen ich mich nicht sattsehen kann, mit denen ich reden und schweigen kann. Und eigentlich braucht das Schreiben beides. Die Tage voller Eindrücke, voller Lebensfreude und die Regentage. Und auch, wenn ich manchmal denke, wenigstens der Gedanke an den Lebensunterhaltsverdienst würde den perfekten Schreibtagen fehlen, gehört doch selbst das Erleben von Arbeitswelt, von Arbeitsabläufen in ganz unterschiedlichen Berufen 51p8kxq7t6lund Tätigkeiten irgendwie auch wieder zu dem, wovon Schreiberlinge erzählen, was sie also auch erleben müssen.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Die interessiert das nicht. Sie lesen meine Sachen nicht und fragen auch nicht, wie es vorangeht.

Was würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Das hängt von seinem Motiv zu schreiben ab. Wenn er damit reich werden will, sage ich ihm, er soll es lassen. Wenn er etwas zu erzählen hat, soll er erstmal ungefiltert drauf los schreiben. Zu jedem noch so misslungenem Text lässt sich leichter etwas sagen, als zu gar keinem oder zu einem von Beginn an gefiltertem.

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Ganz grundsätzlich teile ich glaube ich die Sehnsucht meiner Protagonisten, geliebt oder so akzeptiert zu werden, wie ich bin/mich sehe/gerne sein würde. Alle anderen Träume und Hoffnungen sind glaube ich nur Ausdruck davon, etwa die, über eines meiner Bücher mal im Feuilleton zu lesen oder vom Schreiben leben zu können. Und manchmal wünsche ich mir einfach nur, dass niemand mehr an irgendetwas, das ich mache, rumnörgelt, rumkritisiert und mir ständig das Gefühl gibt, nie auch nur „ausreichend“ zu sein. Von „gut“ wage ich ja schon gar nicht mehr zu träumen.


Vielen Dank an Florian für die Antworten – insbesondere, da sich für ihn einige Fragen wiederholt haben dürften. Kommende Woche erwartet euch kein Interview, sondern etwas, was ich normalerweise freitags veranstalte – ein Zitate-Sonntag, bei dem ich jede Geschichte mit einem Zitat vorstelle 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Vorstellung Laurent Bach

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Hallo in die Runde,

wie jeden Sonntag steht ein neues Interview an – dieses Mal stellt dich Brunhilde Witthaut (aka Laurent Bach) meinen Fragen. Sie hat schon etliche Veröffentlichungen vorzuweisen – viele Bücher habe ich hier rezensiert. Zudem fand vor einiger Zeit bereits eine Special Week mit ihr statt, sprich wenn ihr mehr über sie wissen wollt, schaut euch auf „Like a Dream“ um.

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Ich wohne in einem kleinen Dorf in Westfalen. Hauptberuflich bin ich Sekretärin, aber der Schreib-Anteil wird immer größer. Ich bin verheiratet und habe drei Kinder, von denen nur noch eines bei mir wohnt. Dafür habe ich aber auch drei Hunde J

Leser kennen mich unter den Namen Brunhilde Witthaut, Laurent Bach, Corinna Bach und Michelle Cordier.

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Das Schreiben fing an nach einem Südfrankreich-Urlaub, den ich mir trotz der Pflege meines Vaters gönnen konnte. Es diente damals zur Ablenkung und Entspannung.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Heute liebe ich es, Geschichten zu entwerfen und Herr über den Verlauf zu sein. Das Eintauchen in die Figuren, die man selbst entworfen hat, ist immer wieder schön.

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Bacha Bazi“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Ich bin seit einigen Monaten in der Flüchtlingshilfe als Deutschlehrerin und Integrationslotse tätig. Klar, ich suche mir die schwierigste Gruppe aus: die alleinreisenden muslimischen jungen Männer. Und was soll ich sagen? Es sind meist liebenswerte Jungs, die mich natürlich mit ihren Geschichten inspirieren, mich aber auch zum Weinen bringen. Bacha Bazi ist eine afghanische Geschichte, denn ich finde das Land schon seit vielen Jahren faszinierend. Ich wollte aufzeigen, dass die große Menge an Menschen nicht zählt, sondern das einzelne Gesicht innerhalb dieser Menge.

Was hast du neben „Bacha Bazi“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Ich habe einige Projekte am Laufen. So muss ich für einen Großverlag einen weiteren Krimi schreiben, dazu ist gerade ein Projekt bei meiner Agentin in der Vermittlung. Und natürlich möchte ich über Syrien schreiben.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Musen brauche ich nicht, nur einen halbwegs ruhigen Ort und viel Zeit. Meine Ideen kommen einfach so heran geflogen. Damit habe ich absolut keine Probleme.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Früher war ich Bauchschreiber, inzwischen plotte ich halbwegs. Ein Expose und eine Personentabelle reichen aus. Für den Bauch lasse ich dadurch auch etwas Platz frei.

Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Ich schreibe nicht gern Sex-Szenen.

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Ich brauche beim Schreiben absolute Ruhe. Leider steigt mein Windhund oft auf meinen Stuhl und schaut mir tief in die Augen. Dann ist es vorbei mit der Konzentration.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Ich lasse mich nicht von anderen Autoren inspirieren. Ich lese nämlich seit zehn Jahren kaum noch, höchstens zu Recherchezwecken. Jede freie Minute geht für das Schreiben drauf.

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Ich bin schon in diversen Genres angekommen: Historische Romane, Südfrankreich-Krimis, historische Romane, Gay Crime und Gay Romance. In 2018 erscheint ein zeithistorischer Krimi. Doch ich möchte auch gern noch einen Thriller schreiben.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Keine Arbeit, niemand im Haus, acht Stunden Zeit, keinen Schüler, der mich zum Kaffee einlädt – das ist der perfekte Schreibtag. Ach ja, und jemand, der mit den Hunden Gassi geht.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Meine Familie hat sich inzwischen an meine Leidenschaft gewöhnt, zum Glück. Sie lässt mir ausreichend Raum.

Was würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Meine Empfehlung ist es, sich in Schreibgruppen zu tummeln und erstmal alles aufsaugen, was man an Ratschlägen und Tipps findet und für sich nutzen kann.

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Mein Wunsch ist es, lange gesund zu bleiben. Bin ja Ü 50 :). Meine Hoffnung ist es, noch länger bei Publikumsverlagen zu veröffentlichen. Und mein Traum ist es, dass meine syrischen und irakischen Schüler ihr Glück in Deutschland oder einer friedlichen Heimat finden.


Ich bedanke mich bei Brunhilde für das tolle Interview und empfehle euch ihre Romane, allen voran die Claude Bocquillon-Reihe („Mord auf Französisch„, „Die zehn Plagen“ und „Tod in Montmartre„), die unter ihrem Pseudonym Laurent Bach erschienen sind, oder „Vancouver Dreams“ und „Vancouver Hope“ von ihrem Alter Ego Corinna Bach.

Liebe Grüße,
Juliane

[SPECIAL] Casto – Gefährte des Feuers

Hallo ihr Lieben,

kommen wir zum letzten Teil des kleinen Specials über Xenia Melzers „Casto – Gefährte des Feuers“. Dieses Mal erklärt die Autorin mehr über das Thema „Dynamische Dreier“. Damit endet meine kleine Special-Aktion rund um „God of Wars“ – das Buch ist seit Freitag überall als eBook erhältlich – solltet ihr neugierig sein, könnt ihr den ersten Teil der Fantasy-Reihe überall als eBook erwerben. Viel Spaß beim Lesen.

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meine Rezension

Dynamische Dreier

Als ich damit anfing, Casto zu schreiben, habe ich mir keine allzu großen Gedanken über die anderen Beziehungen gemacht, die es in der Geschichte noch geben könnte. Das war, bevor Kalad, Aegid und Daran auf den Plan getreten sind. Bis zu diesem Zeitpunkt stellte das Konzept einer Dreierbeziehung einen fremden Planeten für mich dar. Ich war zufrieden damit, andere Leute darüber nachdenken und schreiben zu lassen. Glücklicherweise hat sich das geändert.

Meine erste Begegnung mit Dreierbeziehungen hatte ich an der Universität, als wir in einem Kurs Goethes Stella lasen. Trotz der beiden Möglichkeiten des Endes – eine in Verzweiflung, die andere in Glück – fand ich die Geschichte unbefriedigend. Sie war zweifellos äußerst provokant für die damalige Zeit, dennoch hatte ich das Gefühl, dass die wichtigen Probleme entweder nicht angesprochen wurden oder zu sehr von der Anlage der Charaktere vorbestimmt waren.

Um ehrlich zu sein, haben Aegid, Kalad und Daran mich ziemlich eingeschüchtert. Ich habe in meinem Kopf zahllose Varianten und Implikationen ihrer Beziehung durchgespielt. Nachdem mein Hirn eine Zeit lang heiß gelaufen war, entschied ich mich, meinen Instinkten zu vertrauen und den Figuren die Führung zu überlassen. Eine der weisesten Entscheidungen meines Lebens, auch wenn ich das selbst sage. Die drei Männer zeigten mir schnell, wozu sie fähig sind und entwickelten sich in kürzester Zeit zu meinem Vorbild für eine gesunde, funktionierende, stetig wachsende Beziehung – ganz im Gegensatz zu dem Chaos zwischen Renaldo und Casto. Dieser krasse Gegensatz hat sich auch zu einem Running Gag in meinen Büchern entwickelt.

Kalad und Aegid sind schon sehr lange auf Ana-Darasa, sie dienen Renaldo und Canubis schon seit mehr als achthundert Jahren und haben in dieser Zeit gelernt, wie schmerzhaft es ist, einen Sterblichen zu lieben. Aus diesem Grund bevorzugen sie rein sexuelle Beziehungen, zumindest bis sie Daran begegnen.

Daran ist ein junger Mann, der in den Straßen von Kwarl lebt und versucht, Aegid und Kalad zu bestehlen, woraufhin sie ihn als Sklaven mit ins Tal nehmen. Im ersten Buch finden die Männer ihre jeweilige Rolle in dieser neuen Beziehung und fangen an, sich miteinander vertraut zu machen. Zu Anfang ist Daran in einer schwächeren Position, weil Aegid und Kalad um so vieles älter sind und sich schon so lange kennen. Das Einzige, was ihm gegen die überwältigenden Persönlichkeiten der beiden Krieger hilft, ist die Tatsache, dass sie von ihm hingerissen sind. Als er sie kennenlernt, hat Daran Schwierigkeiten, sowohl mit der Aggressivität seiner neuen Herren, als auch mit ihrem sexuellen Appetit. Doch Daran bleibt sich selbst treu, was sich als die beste Verteidigung gegen Aegid und Kalad erweist, die, wie sich herausstellt, vom Typ her besitzergreifend und fürsorglich zugleich sind.

Im Laufe der Geschichte ändert sich ihre Beziehung, sie wächst mit ihnen, und für mich ist es eine Freude, über sie zu schreiben, weil die Dynamik zwischen den drei Partnern sehr ausgewogen ist.

Natürlich gibt es, was Dreierbeziehungen angeht, ein sehr breites Spektrum an Kombinationen und Möglichkeiten. Ich möchte auch nicht ausschließen, dass diese drei nicht die einzige Menage in Gods of War bleiben. Mir macht es jedenfalls Spaß, Aegid, Kalad und Daran auf ihrer Reise zu begleiten.