Archiv der Kategorie: 3 Sterne

[ROMAN] Liebe in fünfzehn Lektionen von Celia Jansson

Autor: Celia Jansson
eBook:  220 Seiten
ASIN: B071VTMX31
Preis: 4,99 EUR (eBook)
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Story:
Seitdem Levi von seiner ersten großen Liebe enttäuscht wurde, hat er ein Problem damit Männer anzusprechen und über seinen Schatten zu springen. Dabei sehnt er sich nach Beachtung, Sex und mehr Erfahrung, erst recht als er den gutaussehenden Aaron auf einer Party erspäht. Ihn will er unbedingt für sich gewinnen. Um seine Schüchternheit abzulegen, bietet ihm Levis Freund Jannik seine Hilfe an – zunächst in Form von Tipps beim Daten und Flirten, später auch im Bett, denn Jannik ist schon seit einer Weile an Levi interessiert. Doch damit beginnen die Probleme, denn Jannik fällt es schwer seine wachsenden Gefühle aus ihrem Deal herauszuhalten …

Eigene Meinung:
„Liebe in fünfzehn Lektionen“ ist der zweite Roman von Celia Jansson, die ihr Debüt mit dem historischen Drama „Sunford“ feierte, der im Sieben Verlag erschien. Das vorliegende Buch ist wesentlich lockerer und leichter, als die Geschichte um Vincent und Leonard, die sich gegen gesellschaftliche Zwänge zur Wehr setzen müssen. So ist „Liebe in fünfzehn Lektionen“ eine reine Liebesgeschichte mit einer gehörigen Portion Erotik, denn dieses Mal geht es durchaus expliziter zur Sache.

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[ROMAN] Mord am Fluss von Laurent Bach

Autor: Laurent Bach
Taschenbuch: 316 Seiten
ISBN: 978-3745006483
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 12,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
In der spätsommerliche Hitze Südfrankreichs entdecken Claude Bocquillon und sein Freund Julen Tourange die Leiche eines Travestiekünstlers im Flüsschen Gardon, der Letzterem nur allzu bekannt ist, wurde er in den letzten Monaten doch von dem Opfer gestalkt. Die ersten Untersuchungen der Polizei deuten auf Julien als Täter hin, weswegen er schnell festgenommen und in das überfüllte Gefängnis von Nîmes gebracht wird. Für Claude beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn er will den wahren Täter ausfindig machen, bevor die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt. Unterstützt wird er von seinen Freunden Ferderic Lambert und Jean Bertin, die bei der Polizei arbeiten und Claude helfen, die Hintergründe des Mordes aufzudecken …

Eigene Meinung:
Mit „Mord am Fluss“ legt Laurent Bach den vierten und voraussichtlich letzten Teil der Krimireihe um Claude Bocquillon vor. Während die ersten drei Bände im Gmünder Verlag erschienen, wurde der letzte Band im Eigenverlag herausgebracht. Einmal mehr entführt der Autor den Leser ins sonnige Südfrankreich und verlangt dem Privatdetektiv Claude Bocquillon alles ab, um seinen Geliebten Julien vor einer Mordanklage zu bewahren.

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[ROMAN] We could be heroes von Laura Kuhn

Autorin: Laura Kuhn
Taschenbuch: 250 Seiten
ISBN: 978-3-551-31691-2
Preis: 3,99 EUR (eBook) / 7,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Seitdem Lou für ihre beste Freundin Natalie mehr als Freundschaft empfindet, ist ihr Leben das reinste Chaos. Ihre Versuche es zu verstecken, enden schließlich in einem alkoholgeschwängerten Kuss mitten auf der Tanzfläche einer Party. Erschrocken über ihre eigene Courage stimmt Lou kurz darauf dem Vorschlag ihres Vaters zu, einen Bauernhof zu kaufen und aufs Land zu ziehen. Dort hofft sie zur Ruhe zu kommen, trifft aber in ihrer neuen Schule auf die schüchterne Elia, in die sie sich auf den ersten Blick verliebt. Als sie herausfindet, dass ihr Bruder Tom dem Mädchen Nachhilfe gibt, scheint alles perfekt, um sie nach und nach kennenzulernen. Doch auch Tom verliebt sich in Elia und plötzlich fühlt sich Lou in einer Zwickmühle gefangen – sie will Elia, gleichzeitig aber auch ihren Bruder nicht verlieren …

Eigene Meinung:
Mit „We could be heroes“ legt die Autorin Laura Kuhn ihr Debüt vor. Das lesbische Jugendbuch belegte beim großen Autorenwettbewerb von Tolino Media und Carlsen Impress den ersten Platz und erschien im März 2017 im Print und eBook. Laut der Autorin ist das Buch leicht autobiografisch, da viele Szenen von ihrem eigenen Leben inspiriert sind. Von der Grundidee und dem inhaltlichen Rahmen her erinnert „We could be heroes“ stark an Anne Freytags „Den Mund voll ungesagter Dinge“.

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[ROMAN] Bulls Eye – Mitten ins Herz von Bianca Nias

Autorin: Bianca Nias
Taschenbuch: 312 Seiten
ISBN: 978-3945934630
Preis: 5,99 EUR (eBook) / 12,95 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Der neunzehnjährige Wesley ist der aufstrebende Star des Dart-Sports und kann auf ein sehr bewegtes, Leben zurückblicken, das er vor allem von seinen Schattenseiten kennen gelernt hat. Sein Glück ist perfekt, als er während eines Turniers den Studenten Björn kennenlernt, sich in diesen verliebt und dieser Wesleys Gefühle aufrichtig erwidert werden. Als der Journalist Jens dem jungen Dart-Spieler vorschlägt, seine Beziehung öffentlich zu machen, ahnt niemand welche Probleme das Coming-Out nach sich zieht – nicht nur entpuppt sich sein Sponsor als äußerst homophob, ein dunkler Schatten aus Wesleys Vergangenheit wird auf ihn aufmerksam und droht das junge Glück zwischen ihm und Björn zu zerstören …

Eigene Meinung:
Die Autorin Bianca Nias ist vor allem durch ihre Gestaltwandler-Romane bekannt, von denen aktuell fünf Bände der „Bruns“-Reihe vorliegen (davon ist einer ein Hetero-Liebesroman), inklusive mehrerer Specials und Kurzgeschichte, sowie der Reihe „Navy Seals“. Mit „Bulls Eye – Mitten ins Herz“, erschienen im deadsoft Verlag, wagt sie sich an einen völlig realistischen Roman mit leichten Krimielementen am Ende und präsentiert dabei einen relativ unbekannten Sport, ist Dart hierzulande doch kaum geläufig.

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[ROMAN] Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück von S.J. Goslee

Autor: S.J. Goslee
Hardcover: 320 Seiten
ISBN: 978-3791500300
Preis: 12,99 EUR (eBook) / 16,99 EUR (Hardcover)
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Story:
Mikes Leben ist gechillt, einfach und überschaubar – er hat eine Freundin, eine grottenschlechte Band, mit deren Mitgliedern er eher kiffend abhängt, als wirklich zu proben und in Wallace einen selbsterklärten Erzfeind, der ihm bereits als Zwölfjähriger das Leben zur Hölle machte. All das ändert sich, als Lisa mit ihm schlussmacht, ihn aber dazu zwingt, sich als stellvertretender Schülersprecher zu bewerben. Anstatt mit seinen Freunden herumzugammeln, darf er sich im Planungskomitees des Abschlussballs herumdrücken und mit wildgewordenen Cheerleadern plagen. Zu allem Überfluss ist auch Wallace Teil des Planungsteams und in letzter Zeit komplett anders zu ihm – sein beständiges Grinsen bringt Mike vollkommen aus dem Konzept, zumal er nach und nach feststellt, dass Mädchen gar nicht sein Ding sind und er eher auf Kerle abfährt …

Eigene Meinung:
Das Jugendbuch „Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück“ erschien im Dressler Verlag und ist das Debüt von S.J. Goslee, die bisher vorwiegend Fanfiction geschrieben hat. In den USA kam es unter dem Titel „Whatever“ heraus und erzählt die chaotische Geschichte von Mike, der mit seiner eigenen Sexualität und den damit einhergehenden Problemen zu kämpfen hat.

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[ROMAN] Punk like me von JD Glass

Autor: JD Glass
Taschenbuch: 312 Seiten
ISBN: 978-3955336943
Preis: 9,99 EUR (eBook) | 17,90 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Bis auf gelegentliche Auseinandersetzungen mit ihren Eltern verläuft Ninas Leben in geregelten und soliden Bahnen – sie geht auf eine New Yorker Klosterschule und bringt gute Noten nach Hause, ist Mitglied des Schwimmteams und hat eine Menge guter Freunde. Selbst ihre leicht punkige Natur wird hingenommen und kann weder Eltern noch Nonnen wirklich schockieren. Das ändert sich, als sie Kerry näherkommt, erkennt, dass sie auch ihrer Schwimmkollegin Samantha nicht abgeneigt ist und letztendlich feststellt, dass sie lesbisch ist. Plötzlich bröckelt die Fassade ihrer Eltern, die ihre Kinder zwar lieben und unterstützen, aber nur so lange sie sich den gängigen Regeln und Konventionen unterwerfen. Für Nina bedeutet das sich zwischen ihrer Familie und ihrer Liebe zu Frauen zu entscheiden, zwischen gelebter, aber sicherer Lüge und befreiender, ehrlicher Wahrheit.

Eigene Meinung:
„Punk like me“ stammt aus der Feder J.D. Glass und erschien erstmals 2004 bei Justice Horse Publishing, bevor der Ylva Verlag das Buch 2016 in den USA neu auflegte und schließlich ins Deutsche übersetzte. Die Geschichte um Nina wird in „Punk and Zen“ fortgeführt, in dem Ninas Leben als Erwachsene beleuchtet wird.

J.D. Glass legt einen klassischen Entwicklungsroman vor, sprich die Heldin der Geschichte schafft im Laufe der Zeit den Sprung zur Erwachsenen und findet für sich heraus, was ihr wichtig ist und welchen Weg sie einschlagen möchte. Dabei wirkt die Entwicklung durchaus authentisch und nachvollziehbar, wenngleich die Autorin immer wieder die thematische Gewichtung falsch zu legen scheint. So werden interessante Punkte und Dialoge nur kurz abgehandelt und zusammenfassend widergegeben, erotische Szenen wiederrum in einer Form ausgewalzt und sogar zusätzlich in einer Rückblende wiederholt, dass man die Passagen genervt überspringen möchte. Auch die ausufernde Beschreibung eines Schwimmwettkampfes (so schön und mitreißend sie auch beschrieben ist) passt nicht zur eigentlichen Thematik des Buches (Ninas Suche nach sich selbst und das Treffen eigener Entscheidungen). Das ist sehr schade, da die Autorin im Gegenzug für wichtige Dialoge und auch eine weiterführende, tiefgängige Auseinandersetzung mit einigen Dingen nur wenig Zeit aufwendet. So wirkt Nina nicht so punkig und überzeugend in ihrer Art, wie vielleicht gehofft, wenngleich sie sich zum Ende hin gegen die gängigen Konventionen stellt. Hinzu kommen einige unlogische Aspekte, die ein wenig an der Handlung zweifeln lassen, z.B. dass die Nonnen der Schule nur sehr zurückhaltend auf die Verletzungen eines Mädchens reagieren, das zusammengeschlagen wurde und blutend zusammenbricht. Sicher tickte man in der 80er Jahren (in dem Zeitrahmen dürfte „Punk like me“ angesiedelt sein) in den USA die Welt noch anders, aber gerade Nonnen sollten christliche Werte leben.
Schade ist auch, dass gerade die expliziten, ausgeschmückten Erotikszenen dem Buch die Möglichkeit nimmt für Jugendliche geeignet zu sein, denn Ninas Entwicklung und ihre Ansichten wären für ein Jugendbuch ideal und stimmig gewesen.

Die Charaktere wiederum wirken sehr authentisch und gut ausgearbeitet, insbesondere Nina, die im Laufe der Geschichte einiges hinter sich bringen muss. Ihre punkige Natur mag vielleicht nicht überzeugen, dafür jedoch ihre Beweggründe und die Art und Weise, wie sie mit Problemen umgeht. Sie ist eine sympathische Figur, die aus dem Rahmen fällt und gerade durch ihre ungewöhnliche Art Pluspunkte sammelt. Im Gegensatz dazu wirkt Kerry von Anfang an unsympathisch, man fragt sich als Leser, warum Nina so extrem an ihr festhält, selbst als einige unschöne Geheimnisse gelüftet sind. Lediglich Samantha kann punkten, ist ihre ruhige, ausgeglichene Art der perfekte Gegenpol zu Nina. Die übrigen Charaktere bleiben unheimlich blass – gerade Ninas Geschwister kommen nur am Rande vor und nehmen kaum eine tragende Rolle ein, was sehr schade ist. Auch sonst lernt man außerhalb der Protagonistin, Kerry und Samantha niemanden wirklich kennen.

Stilistisch passt sich die Autorin ihrer offenen und ungewöhnlichen Heldin an – frech, lockerleicht und sehr direkt wird die Geschichte aus Ninas Perspektive geschrieben. Dabei wendet sie sich immer wieder direkt an den Leser indem Gedankengänge in Klammern gesetzt werden oder einige Punkte auf diesem Weg erklärt werden. Dadurch ist „Punk like me“ jugendlicher und direkter und passt von der Erzählerstimme her eher zu einem Jugendbuch, als zu einem Roman für Erwachsene. JD Glass‘ lockerleichter, fast schon rotziger Stil unterstreicht die Diskrepanzen zwischen jugendlichem Grundtenor und expliziter Erotik, die nur bedingt zusammenpassen.

Fazit:
„Punk like me“ lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen und passt von Stil und der inhaltlichen Ausrichtung am ehesten in die Gattung Jugendbuch. Dass dafür die Erotik zu stark gewichtet ist und einige interessante Punkte nur kurz beleuchtet werden, ist das größte Manko an JD Glass‘ Debüt „Punk like me“. Schade, das Buch hätte durchaus Potenzial gehabt, gerade durch die ungewöhnliche Heldin und den lockeren Stil. Am Besten reinlesen und selbst entscheiden …

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[ROMAN] Berlingtons Geisterjäger: Anderswelt von Amalia Zeichnerin

Autor: Amalia Zeichnerin
Taschenbuch: 268 Seiten
ISBN: 978-1540846747
Preis: 2,99 EUR (eBook) | 10,00 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Für die irische Hexe Fiona O’Reilly und ihre Kollegin Giselle Butler von der Gesellschaft Friends of the Departed ist das kleine Geisterproblem des jungen Adeligen Victor Berlington keine große Sache – im Gegensatz zu der Angelegenheit, in die sie ungewollt hineingezogen werden, als zwei junge, adelige Gentlemen aus London verschwinden. Einer der Vermissten ist ein Bekannter Victors, der andere ein guter Freund des amerikanischen Privatdetektives Eliott Breeches. Gemeinsam stoßen sie auf einen Ritualkreis und einen Übergang in die mysteriöse Anderswelt, in der grausem Geschöpfe herrschen und nichts ist wie es scheint. Während sich die junge Künstlerin Nica der Gruppe ebenfalls anschließt, um Fiona näher zu kommen, gerät Victor in die Fänge des exzentrischen Dandys Damian Quinn, der nicht ganz menschlich ist und seine eigenen Pläne schmiedet …

Eigene Meinung:
Mit „Anderswelt“ legt die Autorin Amalia Zeichnerin den ersten Teil ihrer „Berlingtons Geisterjäger“ – Reihe vor. Der Roman wartet mit einer Mischung aus Horror, Steampunk, Urban Fantasy und Gay/Lesbian Romance auf und bietet daher eine facettenreiche und sehr abwechslungsreiche Geschichte, teils wirkt die Mischung jedoch zu konfus, da viele verschiedene Handlungsstränge und Ideen miteinander vermischt werden.

Inhaltlich bekommt der Leser einen wahren Genre-Mix, der in dieser Form nur selten auf dem deutschen Markt zu finden ist. Rollenspieler wird das Setting ein wenig an das Pen&Paper-RPG „Castle Falkenstein“ erinnern, da sowohl die Zeit, als auch die Anderswelt stark an die Welt des Spiels denken lassen, ebenso die sprunghafte Erzählstruktur. Die Handlung wird aus sechs verschiedenen Perspektiven erzählt, als hätten alle Spielercharaktere einmal zu Wort kommen sollen. Dieser Stil ist sehr gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht jedem liegen, da man auf diesem Weg kaum in der Lage ist für die Charaktere Sympathien aufzubauen. Man lernt sie leider nur oberflächlich kennen, fühlt sich zwischen den vielen Perspektiven hin- und hergerissen und hat mitunter Probleme von einer weiblichen Erzählerstimme zu einer männlichen zu wechseln.
Auch sonst schreitet die Geschichte mitunter zu schnell und zu hektisch voran. Die Lösungen werden mitunter zu überstürzt präsentiert – kaum ist das Problem bekannt, wird auch schon eine Lösung gefunden. Da wird viel Potenzial und Spannung verschenkt, denn man hätte da wesentlich mehr aus seinem Geheimnis herausholen können – ganz besonders, da man die Leser ums Miträtseln bringt. Auch in der Anderswelt wirkt alles stark runtererzählt. Es wirkt wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen und Kämpfen, die aber nicht wirklich mitreißen und fesseln können. Das Buch hätte locker 100 Seiten mehr vertragen können, wenn dafür einige Szenen ausführlicher beschrieben und die Lösungen nicht sofort präsentiert worden wären. Auch die historischen Szenerien und Beschreibungen hätten ausführlicher sein können, um sich in das London des 19. Jahrhunderts hineinversetzen können. Sicherlich sind gerade die Modebeschreibungen und etliche historische Begebenheiten sehr schön eingewoben worden, doch auch die Stadt und die Umgebung macht die Atmosphäre des Buches aus.

Die Charaktere lernt man leider nur oberflächlich kennen, da man mit sehr vielen Charakteren konfrontiert wird. In Victor hat man den reichen Adeligen, der mit den Geistern seiner verstorbenen Eltern zu kämpfen hat und unseligerweise an Quinn Interesse findet, ansonsten aber nur wenig zur Handlung beiträgt und fast ein wenig überflüssig wirkt. Leider kann auch Eliott Breeches nur bedingt überzeugen – der Amerikaner ist zumeist laut, unwirsch und von den Ereignissen überfordert. Im Gegensatz dazu nimmt Fiona O’Reilly den Platz der Handlungsträgerin ein, da sie für alle Probleme einen passenden Zauber hat – sei es Kampfmagie oder einen Verteidigungszauber, einen Suchzauber oder tierische Unterstützung in Form einer Elster. Sie kann einfach alles und wirkt daher fast wie eine Mary Sue, was die Sympathien für sie im Laufe der Zeit doch ziemlich dämpft. Dass sie sich in Nica verliebt und mit der Künstlerin zusammenkommt scheint fast obligatorisch. Giselle Butler nimmt ebenfalls eine große Rolle ein, da auch sie über gewisse Fähigkeiten verfügt und die Gruppe auf ihre Art und Weise anführt.
Im Grunde sind die Frauen die starken Geschlechter und treiben die Handlung voran, während die Männer eher unsicher hinterherlaufen und versuchen mit ihren bescheidenen Mitteln zu unterstützen. Hoffentlich wird das im zweiten Teil ein bisschen ausgewogener – so gern ich Geschichten mit starken weiblichen Charakteren lese, es sollte nicht zu aufgesetzt wirken.

Stilistisch ist „Anderswelt“ Geschmackssache – die vielen Perspektivsprünge erschweren das Lesen und reißen einen immer wieder aus der Handlung, kaum dass man sich in eine Figur hineingedacht hat. Hin und wieder sorgen auch die Satzkonstruktionen dafür, dass man aus dem geschehen fliegt, denn einige Formulierungen muten etwas seltsam an. Schade ist auch, dass der Steampunk-Anteil verhältnismäßig klein ist – bis auf einige kleine Randbemerkungen auf Luftschiffe oder andere dampfbetriebene Apparate findet man nur wenig genretypisches in Amalia Zeichnerins Roman. Dafür kommt der Urban Fantasy Aspekt stark zum Tragen, ebenso die Liebesgeschichte zwischen Fiona und Nica, bzw. Victor und Quinn. In beiden Fällen scheut sich die Autorin nicht expliziter zu schreiben, als es zwischen den Pärchen knistert, sprich Fans von Gay und Lesbian Romance kommen durchaus auf ihre Kosten.

Fazit:
„Berlingtons Geisterjäger – Anderswelt“ ist ein interessanter Auftakt einer Reihe, die durchaus Neues zu bieten hat und abseits des üblichen Genre-Einheitsbreis bleibt. Trotz aller Kritikpunkte besticht der Roman durch eine schöne Grundidee und macht durchaus Lust auf mehr, denn die Charaktere haben Potenzial nach oben. Wer mit dem sprunghaften Stil der Autorin keine Probleme hat und auf der Suche nach einer ungewöhnlichen Geschichte ist, sollte „Berlingtons Geisterjäger“ eine Chance geben und zumindest einen Blick in die Leseprobe werfen.

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[ROMAN] Zur Strafe: Krippe! von Kaye Alden und Eli Berg

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Autoren: Kaye Alden / Eli Berg
Taschenbuch: 348 Seiten
ISBN: 978-1541093485
Preis: 3,99 EUR (eBook) | 12,99 WUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Etliche Missverständnisse und falsche Verdächtigungen sorgen dafür, dass Jonte, sein bester Freund Niki, der punkige Piet und dessen ruhiger Zimmergenosse Simon bei einer Auseinandersetzung die schuleigene Krippe zerstören. Um den Schaden wieder gut zu machen, schlägt Jonte vor, die Krippe bis Weihnachten zusammen neu aufzubauen, was zu Beginn niemandem gefällt. Da Piet weiß, dass Simon schon seit einer Weile in Jonte verliebt ist, stimmt er dem Vorschlag dennoch zu. Während sich Simon und Jonte näherkommen und schon bald eine geheime Beziehung miteinander führen, finden Piet und Nikki Gefallen an einer harmlosen Sexbeziehung. Doch schon bald gehen bei beiden die Gefühle füreinander tiefer, was für einigen Trubel sorgt. Zu allem Überfluss werden auch Jonte und Simon geoutet, die ihre Liebe zueinander eigentlich geheim halten wollten, da Simons Vater extrem konservativ ist und im Nachhinein für eine Menge Ärger sorgt …

Eigene Meinung:
Der weihnachtliche Roman „Zur Strafe: Krippe“ stammt von Kaye Alden und Eli Berg. Es handelt sich um die erste Zusammenarbeit der Autoren, doch es sollen weitere Teile der „lots of love“-Reihe folgen. Neben der vorliegenden Weihnachtsgeschichte hat Kaye Alden weitere Gay Romance Romane im Selbstverlag veröffentlicht, darunter die „NuR“-Kurzromanreihe und den Gay Fantasy „Der Feuervogel“.

Die Geschichte ist von Inhalt her recht stereotyp gehalten und läuft in den üblichen Bahnen – beide Pärchen finden recht schnell zusammen und haben anschließend mit dem ein oder anderen Problem zu kämpfen. Fans von romantischen Geschichten kommen dabei auf jeden Fall auf ihre Kosten, denn die beiden Pärchen stehen die ganze Zeit hindurch im Vordergrund. Andere Handlungsstränge werden nur kurz angerissen und zusammengefasst (darunter auch der Krippenbau an sich oder auch die weihnachtliche Komponente, die im Grunde fast gar nicht zum Tragen kommt), oder werden kaum zur Sprache gebracht. So gibt es für Vielleser des Genres keinerlei Überraschungen, denn die Handlung hangelt sich an den üblichen Ereignissen und Problemen entlang, nur um im Happy-End zu münden. Das ist keineswegs verkehrt – eine Weihnachts-Liebesgeschichte sollte nicht unbedingt traurig enden – doch es ermüdet ein wenig, da man selbst die kleinen offenen Punkte schnell herausfindet und das ein oder andere Geheimnis zu schnell durchschaut.

Die Charaktere sind liebenswert, aber auch recht klischeehaft – Simon ist der stille, unsichere Junge, der nur schwer aus sich herauskann, Jonte der Bauernbursche, naiv und gutmütig, Piet herrlich durchgeknallt und angenehm aus dem Rahmen fallend und Nikki der lockere Frauenschwarm, der am liebsten in den Tag hineinlebt. Eine wirkliche Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeiten erlebt der Leser nicht – einzig Simon taut ein wenig auf. Das liegt vor allem daran, dass viele Probleme nicht wirklich zum Tragen kommen (mit Ausnahme einiger gewählter und selbst da wird der Konflikt zugunsten des Happy-Ends sehr schnell beigelegt): So bekommt Simon ordentliche Probleme mit seinem Vater; während Jontes Familie dessen sexuelle Orientierung plötzlich sehr locker nimmt, obwohl zu Anfang angesprochen wird, dass dessen Vater ebenfalls eher der konservativen Schiene angehört. Jontes Outing läuft dennoch so unproblematisch ab, dass man sich irgendwie um einen Teil der Geschichte betrogen fühlt. So ungern ich ein weiteres Klischee in „Zur Strafe: Krippe“ ich gelesen hätte, es wirkt doch irgendwie „out-of-character“ wie die Bauernfamilie reagiert.

Stilistisch ist „Zur Strafe: Krippe“ Geschmackssache – Kaye Alden und Eli Berg haben einen sehr lockeren, leichten Stil, der sich im Grunde schnell weg liest. Allerdings schleichen sich immer wieder Fehler ein – sei es ein seltsamer Satzbau oder auch mal fehlende Worte, die den Lesefluss hemmen. Das ist schade, denn es sorgt zusätzlich für Verwirrung. Ein wenig gewöhnungsbedürftig sind auch die vielen Perspektivsprünge zwischen den Charakteren, aber das mag jeder Leser anders sehen. Ich persönlich mag es nicht, wenn innerhalb weniger Sätze die Sichtweise hin- und herspringt, da ich mich lieber auf die Gedanken und Gefühle einer Person konzentriere.

Fazit:
„Zur Strafe: Krippe“ ist eine nette, romantische Weihnachtsgeschichte für Zwischendurch, die Gay Romance Fans gleich zwei Pärchen bietet und mit einer Menge Irrungen und Wirrungen daherkommt. Neue Ideen und ungewöhnliche Charaktere wird man als Vielleiser hier nicht finden – Kaye Alden und Eli Berg legen eine typische, mitunter klischeehafte Liebesgeschichte vor, in der die üblichen Probleme abgehandelt werden. Wer auf der Suche nach romantischer Gay Romance Lektüre ist und kein Problem mit leicht stereotypen Charakteren hat, ist bei „Zur Strafe: Krippe“ an der richtigen Adresse. Im Zweifelsfall reinlesen.

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[ROMAN] Heldinnen küssen besser von Serena C. Evans

Autor: Serena C. Evans
Taschenbuch: 136 Seiten
ISBN: 978-3959490788
Preis: 8,90 EUR (Taschenbuch) | 3,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Tamaras einfaches, überschaubares Leben als Kellnerin, die aus der Ferne einen weiblichen Gast anhimmelt, ändert sich, als bei ihr die Fähigkeiten eines Feuertalentes zutage treten. Sie wird von einer Organisation angesprochen, bei der Superhelden im Geheimen die Polizei unterstützen und gewöhnliche Menschen beschützen. Vor der Wahl selbst Superheldin zu werden, oder ihre Kräfte für immer versiegeln zu lassen, entscheidet sich Tamara dafür, die Menschen zu schützen. Sie erhält den Decknamen Amber Lily und wird fortan von der Einzelgängerin Purple Rose ausgebildet. Schnell kommen sich die beiden Frauen näher und Tamara hat mehr und mehr Schwierigkeiten, sich zwischen der unbekannten Frau und Rose zu entscheiden. Als sich herausstellt, dass beide Frauen ein und dieselbe Person sind, ist Tamara überglücklich. Doch ihr Glück währt nicht lang, denn jemand hat es auf Purple Rose abgesehen und diese Person schreckt vor nichts zurück …

Eigene Meinung:
Mit dem Kurzroman „Heldinnen küssen besser“ legt die Autorin Serena C. Evans ihren ersten Lesbian Romance vor, gleichzeitig beschreitet auch der Main Verlag mit der Veröffentlichung einer lesbischen Romanze neue Wege. Die knapp 200 Seiten starke Geschichte erzählt die Geschichte von Abby (Purple Rose) und Tamara (Amber Lily), die sich nicht nur finden, sondern auch gemeinsam den Job einer Superheldin erfüllen.

Die Geschichte ist im Lesbian Romance Genre definitiv etwas Neues, da es nicht nur um eine typische Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen inklusive aller dramatischen Hochs und Tiefs handelt, sondern dem Leser mit der Superheldenkomponente eine besondere Dynamik und Spannung bietet. Leider schwächelt die Handlung beim Spannungsbogen, denn es ist ziemlich schnell klar, wer Intrigen spinnt und als Gegner für Tamara und Abby in Frage kommt. Auch sonst mangelt es zwischenzeitlich an Ausschmückungen und Details – es geht alles recht schnell, mitunter zu schnell. Bis auf die Liebe, die sich zwischen den beiden Frauen entwickelt, bleibt inhaltlich vieles recht vage und wird nur grob abgehandelt. Sei es Tamaras Training, ihre Einsätze und die Fälle, die zu klären sind: die Autorin lässt vieles unter den Tisch fallen oder bringt es nur in einem Nebensatz zur Sprache (ganz besonders fällt es am Ende auf, als die Beweggründe des Gegners offenbart werden und die Ursachen für dessen Rachefeldzug zu einer Zeit stattfanden, als Tamara bereits in der Ausbildung steckte). So schön die beiden Frauen harmonieren, man hätte ihrer Arbeit ruhig ein wenig mehr Platz einräumen können. So verschenkt Serena C. Evans leider einiges an Potenzial, denn man hätte durchaus mehr aus der Grundidee machen können – gerade in Hinblick auf die Grundidee mit den Talenten, die die Kräfte eines Superhelden bestimmen.

Die Charaktere sind sympathisch und können durch ihre lockere Art überzeugen. Zwar sind sowohl Abby, als auch Tamara ein wenig klischeehaft – doch das fällt nur an einigen Stellen ins Gewicht. Sie passen gut zusammen, auch wenn man sich fragt, warum sie so schnell aneinander hängen bleiben. Denn sie kommen recht schnell zusammen, fast ein wenig zu schnell. Dabei fällt auf, dass viele Dinge nicht zur Sprache gebracht werden (z.B. warum Abby immer allein kämpfen will) oder nur ganz am Rande zur Tragen kommen (Tamaras Ex-Freundin). Irgendwie fehlen bei den Frauen Gespräche, die tiefer gehen.
Die übrigen Figuren fallen kaum ins Gewicht, da sie lediglich namentlich am Rande auftauchen – Blue Clover ist neben dem Gegner die Einzige, die mehr Beachtung bekommt, wenngleich viele ihrer Eigenschaften lediglich aufgezählt werden, anstatt dem Leser die Möglichkeit zu geben, sie direkt kennenzulernen (Show, don’t tell!)

Stilistisch legt Serena C. Evans einen schönen Kurzroman vor, der sich schnell liest und in den man leicht einsteigen kann. Hin und wieder holpern einige Sätze, gerade zum Ende hin scheinen sich die Fehler zu häufen (gerade bei den Zeitformen). Dennoch macht „Heldinnen küssen besser“ Spaß, denn man bekommt einen nette Geschichte, die wechselnd aus Abbys und Tamaras Sicht erzählt wird. Hin und wieder springt die Autorin zwar zeitlich und „unterschlägt“ dadurch spannende Handlungsbögen, doch daran gewöhnt man sich.

Fazit:
„Heldinnen küssen besser“ ist eine angenehme Lesbian Romance für Zwischendurch, die aufgrund des geringen Umfangs viel Potenzial verschenkt. Serena C. Evans hätte mehr aus ihren Heldinnen herausholen können, wenn sie einige Aspekte vertieft und auch die Gespräche der beiden Frauen ein wenig ausführlicher gestaltet hätte. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte unterhaltsam, da es eben nicht nur um die Liebe zwischen Abby und Tamara geht, sondern auch um ihre spannende Arbeit als Superheldinnen. Wer im Lesbian Romance Genre mal etwas fantastischeres für Zwischendurch sucht, ist mit Serena C. Evans‘ Kurzroman gut bedient.

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[ROMAN] Plattenbaugefühle von Jannis Plastargias

Autor: Jannis Plastargias
Taschenbuch: 170 Seiten
ISBN: 978-3942223072
Preis: 9,99 EUR (eBook) | 12,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Der Umzug von Berlin nach Kranichstein bei Darmstadt bedeutet für den 15-jährigen Jonas einen massiven Einschnitt in seinem Leben. Nicht nur muss er seinen besten Freund Fabian zurücklassen, er kommt auch auf eine Gesamtschule, die eher von ausländischen Jungen und Mädchen besucht wird und an die er sich erst anpassen muss. Dies gelingt ihm wider Erwarten gut – er findet neue Freunde, kann sich gut anpassen und selbst als er erkennt, dass er auf Jungs steht (etwas, was jeder vor ihm zu wissen scheint), wird er freundlich aufgenommen. Seine erste große Liebe Afyon, ein türkischer Mitschüler hat nicht so viel Glück – während es für die meisten okay ist, dass Jonas schwul ist, so ist es doch undenkbar, dass ein wahrer Moslem ebenfalls auf Männer stehen könnte. Als sich die Beziehung zwischen den beiden vertieft, kommt Jonas‘ Mutter auf einen tollkühnen Plan um Afyon vor der Gewalt seiner Familie zu retten …

Eigene Meinung:
„Plattenbaugefühle“ ist der Debütroman des Frankfurter Autors Jannis Plastargias und erschien 2011 im Größenwahn Verlag. Es handelt sich um einen klassischen Entwicklungsroman, der Freundschaft, erste Liebe, Akzeptanz und Toleranz zum Thema hat. In den Büchern „Großstadtgefühle“ und „Rauschgefühle“ findet Jonas‘ Geschichte seine Fortsetzung.

Die Geschichte folgt Jonas, der gegen seinen Willen nach Kranichstein umziehen muss und sehr mit der neuen Situation zu kämpfen hat. So dauert es ein wenig, bis er sich mit seinen neuen Mitschülern abgefunden hat und Freunde findet. Dass er sich dabei immer mehr in Afyon verliebt, der ebenfalls Interesse an ihm zeigt, bedeutet für beide nach einer Weile größere Probleme, denn während Jonas‘ Eltern recht liberal sind, kann Afyons Vater es nicht akzeptieren einen schwulen Sohn zu haben. Die damit einhergehenden Probleme machen auch Jonas zu schaffen – zum einen findet er kaum die Möglichkeit mit Afyon zu reden (da dieser auch nur schwer in der Lage ist mit anderen zu kommunizieren), zum anderen will er seiner ersten großen Liebe helfen, was für einigen Trubel sorgt. Man kann Jannis Plastargias‘ Roman durchaus als Jugendbuch bezeichnen – es ist aus der Sicht eines 15-jährigen Jungen geschrieben und behandelt vorwiegend dessen Probleme. Auch die Themen Ausländer, Integration und Toleranz werden abgehandelt, wenngleich einige Stellen und Passagen ein wenig klischeehaft wirken, gerade was die Darstellung von Jonas‘ Mitschülern angeht. Dennoch bezweifelt man nicht, dass diese Hand und Fuß hat, denn die Figuren wirken durchweg realistisch.

So kann man sich recht schnell mit Jonas und den übrigen Figuren identifizieren und sich in sie hineinversetzen. Ein wenig mehr Tiefgang hätte man sich bei einigen der Mitschüler und Nebenfiguren durchaus wünschen können – auch Afyons Sicht auf die Dinge wäre nicht uninteressant gewesen, doch Jannis Plastargias beschränkt sich auf die Geschichte von Jonas, dessen Sorgen und Probleme. Die Entdeckung schwul zu sein, die damit einhergehenden Überlegungen und die ersten Erfahrungen, die Jonas im Laufe der Zeit sammelt. Das macht zumindest Jonas sehr plastisch und realistisch – Jannis Plastargias gelingt die Darstellung eines 15-Jährigen sehr überzeugend und authentisch.

Stilistisch kommt „Plattenbaugefühle“ ein wenig unfertig daher. Lange Sätze mit enorm vielen Kommas, die man durchaus hätte trennen können; falsche Zeichensetzung und ungewohnte Dialoge sorgen dafür, dass man lange braucht, um sich mit dem Stil des Autors anzufreunden. Auch wenn Jannis Plastargias den Slang der Darmstädter Jugend trifft und auch Jonas Ich-Perspektive gut zum Roman passt, so hat man doch Probleme mit dem Satzbau und der Grammatik. Da hätte das Lektorat des Größenwahnverlags definitiv eingreifen sollen, denn „Plattenbaugefühle“ ist nicht schlecht geschrieben – es liest sich nur recht holprig und unausgereift. Auch das eBook ist ein wenig seltsam formatiert – man kann die Schriftgrößen nicht ändern, so dass die Seiten ziemlich aufgebläht wirken. Das trübt das Leseerlebnis schon und man braucht länger um sich an den ungewöhnlichen Stil und das unangenehme Schriftbild zu gewöhnen.

Fazit:
„Plattenbaugefühle“ ist ein gelungener Auftakt zu Jannis Plastargias „Jonas“-Reihe, die durch authentische Charaktere und realistische Jugendprobleme bestischt. Stilistisch ist der Roman definitiv verbesserungswürdig, da man lange braucht, um sich an die langen Sätze zu gewöhnen. Nichtsdestotrotz gelingt dem Autor ein guter Entwicklungsroman, der einige wichtige Themen anschneidet und zum Nachdenken anregt. Wer Jugendbücher mit einer eigenen Sprache sucht, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.

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