Archiv der Kategorie: 1 Stern

[ROMAN] Wolfklinge – Die schwarze Kathedrale von Oliver Schwarz

Autor: Oliver Schwarz
Taschenbuch: 268 Seiten
ISBN: 978-3960890010
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 11,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Als der Wolfmann Thorun den jungen Magierschüler Falk vor einer öffentlichen Hinrichtung rettet und in Sicherheit bringt, ahnt er nicht, wie schnell er sich von diesem angezogen fühlt und in was für ein Chaos sie noch stolpern werden. Plötzliche Horden von Untoten fallen über die Stadt her und töten alles, was ihnen in den Weg kommt. Von einer sprechenden Krähe erfahren sie, dass die schwarze Kathedrale, die zwischen verschiedenen Dimensionen wandelt, auf dem Weg ist und ihre Welt in Schutt und Asche legen könnte. Laut Prophezeiung ist Thorun der Einzige ist, der das Unheil abwenden kann, denn die Kathedrale ist eng mit seinem Volk verbunden. Auch Falk entwickelt ungewöhnliche Kräfte, die für die Rettung der Welt unverzichtbar sind …

Eigene Meinung:
„Wolfklinge – Die schwarze Kathedrale“ ist das Debüt von Oliver Schwarz und spielt in einer Fantasy-Welt, in der auch zukünftige Bücher angesiedelt sein sollen. Der Roman erschien im deadsoft Verlag und zeichnet sich durch ein hohes Maß an flacher Erotik aus.

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[ROMAN] Casto – Gefährte des Feuers von Xenia Melzer

9783958181298

Autor: Xenia Melzer
Taschenbuch: 346 Seiten
ASIN: B01J7L1W6I
Preis: 4,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
In seinem bisherigen Leben ist dem Halbgott Renaldo nahezu alles geglückt: er gilt im Kampf als unbesiegbar und dank seiner Schönheit liegen ihm Männer und Frauen zu Füßen. Einzig die Tatsache, dass ihm sein „Herz“ fehlt (die Person, die ihm seine wahren Kräfte zurückgibt, insofern er und sein Bruder Canubis alle Emeris finden, die ebenfalls einen Teil ihrer Macht ausmachen), macht dem Kriegsgott zu schaffen. Da nimmt er mit seinen Kriegern in einer Oase den sturen, widerspenstigen Casto gefangen und macht ihn zu seinem Sklaven. Dass dieser sich unter keinen Umständen unterordnen will sorgt für eine explosive Mischung, die tagtäglich Spannungen mit sich bringt. Während die übrigen Männer des Heeres die Auseinandersetzungen skeptisch beobachten, bringen die Sklaven Casto nur wenig Freundschaft entgegen. Dennoch ist Castos Stand hoch, da er es mit Renaldo länger aushält, als jeder andere vor ihm …

Eigene Meinung:
Der erste Band der „Gods of War“ Reihe von Xenia Melzer und erschien Juni 2016 in englischer Sprache bei Dreamspinner Press. Nur zwei Monate später veröffentliche Ullstein Forever die deutsche Fassung des Fantasy-Romans unter dem Titel „Casto – Gefährte des Feuers“. Weitere Bände sind in Arbeit und sollen im Dezember 2016 und Sommer 2017 in englischer Sprache erscheinen.

Die Geschichte spielt in einer fiktiven Welt in der den Kriegsgöttern Canubis und Renaldo ihr Ruf vorauseilt. Regelmäßig überfallen und plündern sie mit ihren Kriegern Städte, zumeist im Auftrag mächtiger Herrscher. Ansonsten leben sie in einem Tal abseits der übrigen Menschen. Sie sind auf der Suche nach ihren Emeris (Kriegern) und ihrem „Herzen“, um ihre wahre Macht zu erlangen und irgendwann die Herrschaft über die Menschen erringen zu können. Während Canubis sein Herz bereits gefunden hat, ist Renaldo noch auf der Suche. Währenddessen entspinnt sich im Hintergrund eine Intrige, denn nicht jeder ist den beiden Söhnen der Schöpfergöttinnen wohlgesonnen und manche setzen alles daran zu verhindern, dass Renaldo sein Herz findet.
Was spannend und fantastisch klingt, kann leider so gar nicht fesseln, denn es passiert fast gar nichts. Es ist bewundernswert, dann die Autorin fast 350 Seiten geschrieben hat, auf denen zu 90% nichts geschieht. Wer Action, Abenteuer und spannende Intrigen erwartet, kommt hier gar nicht auf seine Kosten, denn Xenia Melzer schafft lediglich einen Einstieg in ihre Welt, ohne Fragen zu beantworten und auf die kommenden Bände neugierig zu machen. Dabei setzt sie mit einem Prolog über die Entstehung der Welt durch die beiden Göttinnen an und beschreibt die Hintergründe zu den beiden Halbgöttern Canubis und Renaldo (etwas, was man auch im Laufe der Handlung hätte einfließen lassen können, was wesentlich mehr Spannung erzeugt hätte). Anschließend betritt Casto die Bühne und setzt mit seinen 16 Jahren im berittenen Kampf einfach so drei Jahrhunderte alte Krieger aus dem Gefecht – ob das wirklich logisch ist, muss jeder selbst entscheiden. Es folgen endlose Kämpfe und verbale Gefechte zwischen Renaldo und Casto, die irgendwann miteinander im Bett enden. Letzteres macht schließlich den Hauptteil der Geschichte aus – der Halbgott und sein neuer Sklave scheinen fast nichts anderes zu machen, als die Nächte durchzurammeln und tagsüber ihren „wichtigen“ Geschäften nachzugehen (natürlich findet sich auch da genügend Zeit für einen kurzen Quickie). Glücklicherweise werden die erotischen Szenen nicht ausgeschrieben, sondern an passender Stelle ausgeblendet, dennoch hat man das Gefühl, dass die beiden kaum etwas anderes machen. Wer denkt, dass sie sich dabei näher kommen oder zumindest irgendwann Vertrauen zueinander aufbauen, irrt sich – die Beziehung der beiden ist einfach nicht gesund, da sie zumeist durch Gewalt und Hass dominiert wird und auch in leichten BDSM-Zügen endet. Wirkliches Knistern, aufeinander zu bewegen und kennenlernen gibt es bei den beiden nicht – sie definieren ihre Gefühle zueinander übers Bett, zumeist nachdem sie sich zuvor fast an die Gurgel gegangen sind und ihr Hass in Lust umschlägt.

Da selbst Xenia Melzer irgendwann die Ideen auszugehen scheinen, führt sie schließlich einen anderen Charakter ein – Daran, einen jungen Dieb, der schließlich Sklave bei den beiden Wüstenkriegern wird, was in einem entsprechend erotischen Dreier endet. Welchen Sinn Darans Geschichte für die Haupthandlung hat, kann man nur schwer beurteilen, denn mehr als eine Einführung und entsprechende Sexszenen sind auch hier nicht vorhanden. Ansonsten bekommt man einige Info-Dumps über die Vergangenheit einzelner Emeris (Darans zwei Wüstenkrieger und eine Attentäterin), während man von Casto fast gar nichts erfährt. Xenia Melzer streut zwar vereinzelt Hinweise auf seine Herkunft und Vergangenheit, doch es wird nahezu nichts verraten. Nach 350 Seiten weiß man über ihn genauso viel wie am Anfang – fast nichts. Genauso ergeht es dem Leser mit der Handlung – es ist fast nichts passiert. Die angesprochenen Intrigen der Gegner werden in zwei knappen Szenen angedeutet, kommen im Buch jedoch nicht zum Tragen. Man hat weder Kämpfe, noch Intrigen, keinerlei spannende Hintergründe oder Charakterentwicklungen. Es passiert einfach nichts. Selbst das Ende des Buches ist vollkommen unspektakulär – kein Endkampf, kein Cliffhanger. Es endet einfach mittendrin und man fühlt sich fast um die Lesezeit betrogen, die man in „Casto – Gefährte des Feuers“ gesteckt hat.

Die Charaktere können ebenfalls nicht wirklich überzeugen. Casto und Renaldo wirken sehr unsympathisch, arrogant und überheblich. Gerade Casto, der in Gefangenschaft gerät und im Grunde keinerlei Rechte mehr hat, kommt oftmals zu eigensinnig daher, sowohl gegenüber Renaldo, als auch gegenüber anderen Sklaven. Seine temperamentvolle Art wirkt eher kindisch störrisch und nervt mit der Zeit einfach nur. Im Grunde ist er selten in der Position so große Töne zu spuken und es ist seltsam, dass er dafür nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Auch wirkt er mit der Zeit arg „Gary-Sue“-mäßig, weil er nebst schrecklicher, geheimnisvoller Vergangenheit nahezu alles kann. Wer darauf hofft, dass sich Casto weiterentwickelt, wird leider ebenfalls enttäuscht – er ist zum Ende des Buches genauso unausstehlich und arrogant, wie am Anfang. Renaldo ist da wesentlich erträglicher, auch wenn er als perfekter Krieger und überirdisch schöner Mann ebenfalls sehr überheblich daherkommt und kaum Fehler hat. Warum er so extrem an Casto hängt, kann man nur schwer nachvollziehen, denn sein Sklave untergräbt seine Autorität im Grunde permanent.

Die übrigen Figuren kommen mal verstärkt, mal am Rande vor, haben aber keinerlei größere Bewandtnis für die Handlung. Canubis und seine Frau spielen kaum eine Rolle, Daran ist nur dafür da, um den Wüstenkriegern als Sklave zu dienen und so etwas wie Castos Freund zu werden und die übrigen Emeris und Sklaven wirken wie Staffage. Es ist nicht abzusehen, welchen Platz sie in der eigentlichen Handlung aufnehmen, da im ersten Band keinerlei Hinweise gegeben werden.

Stilistisch ist Xenia Melzers Buch Geschmackssache. Das liegt vor allem an den Sprüngen in der Perspektive. Mit der Zeit hat man zunehmend Probleme der Geschichte zu folgen, da mal aus der Sicht eines Charakters geschrieben wird (Casto oder Ranaldo, später auch Daran, die Wüstenkrieger und einige Sklaven), dann plötzlich zu einer auktorialen Erzählweise gewechselt wird und dann wieder zurück. Es ist ein ewiges Hin und Her, wodurch man sich auf nichts einstellen kann und sich mit keinem der Charaktere wirklich identifizieren kann. Auch die Kämpfe sind sehr holprig beschrieben – zumeist weiß man nicht genau, wer was macht und wer welche Attacke ausführt. Gerade bei Kämpfen zwischen mehr als zwei Figuren verliert man schnell den Überblick. Leider wird auch die Welt nicht wirklich bildlich und greifbar – dazu erfährt man einfach zu wenig von den Ländern, Städten, den übrigen Bewohnern und den gesellschaftlichen Hintergründen. Dadurch wirkt die Welt teils mittelalterlich, teils moderner (letzteres liegt auch an der modernen Sprache), so dass man kein genaues Bild einer Fantasywelt im Kopf hat.

Fazit:
„Casto – Gefährte des Feuers“ ist ein Buch, das viel verspricht und wenig hält. Wer eine spannende, abgeschlossene Geschichte (oder zumindest einige Antworten auf aufgeworfene Fragen) erwartet, wird definitiv enttäuscht werden, denn mehr als Sex und einige (am Rand vorkommende) Kämpfe hat Xenia Melzers Buch nicht zu bieten. Auch die Charaktere können nicht überzeugen, da sie zu unsympathisch und arrogant daherkommen und sich kein Stück weiterentwickeln. Es mangelt an Action, Spannung, Intrigen und wirklichen Gefühlen innerhalb der Sklaven-Herr-Beziehung von Casto und Renaldo, denn die beiden scheint lediglich Gewalt und Lust aneinander zu binden, keinerlei wirkliche Sympathie oder gar Liebe. Trotz einiger guter Ansätze kommt die Geschichte nicht in Schwung und dümpelt ereignislos vor sich hin, denn weder die geheimen Intrigen der Gegner, noch die Geschichte um die Göttinnen kommt wirklich zum Tragen. Schade – da hätte man wesentlich mehr draus machen können.

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[ROMAN] Elfenprinz – Verrat von Ray van Black


Autor: Ray van Black
Taschenbuch: 360 Seiten
ISBN: 978-1-310970528
Preis: 2,99 EUR (ebook) / 12,30 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der Elf Elyon hat nahezu sein ganzes Leben in einem Turm verbracht und von der Welt außerhalb seines Zimmers geträumt. Als eines Nachts ein Fremder auftaucht und ihn kurz darauf mit einigen Männern aus der Einsamkeit befreit, kann Elyon sein Glück kaum fassen. Delavar schenkt ihm nicht nur die Freiheit und zeigt ihm die Stadt, er lässt sich auf den naiven Elyon ein, beantwortet dessen Fragen und beschützt ihn vor den Gefahren, die überall lauern. Schon bald empfindet der junge Elf mehr für seinen Retter, ohne zu ahnen, das Delavar seine eigenen Pläne verfolgt …

Eigene Meinung:
„Verrat“ ist der zweite Band der „Elfenprinz“-Reihe von Ray van Black. Die Bücher erscheinen im Eigenverlag und können unabhängig voneinander gelesen werden, da in jedem Buch ein anderer Prinz im Mittelpunkt steht. Lediglich als Nebenfiguren können die Charaktere anderer Romane in Erscheinung treten.

Aus diesem Grund fällt der Einstieg ein wenig schwer, denn wer darauf gehofft hat, dass die Geschichte von Telyrs und Nathraen fortgeführt wird, wird enttäuscht – Ray van Black konzentriert sich auf ein gänzlich anderes Pärchen. Leider kommt man als Leser wesentlich schlechter in die Handlung, als es in „Verführung“ der Fall war. Das liegt zum einen an der recht seltsamen Grundidee, zum anderen an den vielen Logiklücken, die sich von Anfang bis Ende durch die Geschichte ziehen. Da kann Elyon plötzlich ohne Probleme den Schutzschild des Zimmers durchdringen (obwohl das davor nur zu einer bestimmten Zeit möglich war) und der Fliehende wird von den Wachen sofort als Prinz identifiziert, obwohl er doch vor Jahrzehnten als tot erklärt wurde. Auch sonst war die Geschichte dieses Mal sehr inkonsistent, die Intrigen nur schwer nachvollziehbar und die Charaktere unheimlich kindisch und naiv. Gerade Elyons Naivität war mit der Zeit wirklich nervend, zumal er Dinge tut, die absolut idiotisch sind. Mal will er unbedingt auf ein Schiff, weil er noch nie dort war und Delavar fast schon bedrängt, dann setzt er absichtlich die Bibliothek in Brand, weil er seine Kräfte ausprobieren will und hofft sogar auf ein Lob von Delevar! Spätestens da konnte man den Helden nicht mehr ernst nehmen – Naivität schön und gut, aber Elyon wurde extrem kindisch und nervend dargestellt. Dementsprechend befremdlich waren die Erotikszenen, da man Elyon nicht als Erwachsenen sieht, sondern als 10 bis 12-jährigen Jungen.

Auch Delevar war in sich völlig unlogisch aufgebaut. Einerseits Weiberheld und durch und durch heterosexuell, dennoch schläft er mit Elyon, weil … warum wird leider nicht so ganz klar. Auch sonst hat einen extrem sprunghaften Charakter – man weiß nicht auf welcher Seite er steht, allerdings ist dieser Punkt nicht mysteriös oder spannend, sondern mitunter recht enervierend. Das liegt auch daran, das er extrem schnell seine Meinung ändert und man seinen Stimmungsumschwung fast nicht mehr nachvollziehen kann.

Auch sonst gibt es unheimlich viele Füllszenen, die nichts mit der Geschichte zu tun haben – unsinnige Aktionen in der Stadt, unglaubwürdige Reaktionen seitens Delevar und eine Menge Szenen, in denen sich die Figuren näherkommen sollen, obwohl sie eigentlich nicht zueinander passen. Es wird mehrfach deutlich, dass Delevar keinerlei Interesse an Männern hat, Elyon dementsprechend harsch zurückweist und versucht sich von ihm fernzuhalten. Elyon klammert sich jedoch wie ein verzogenes Kind an seinen Retter, was mit der Zeit immer schwerer nachzuvollziehen ist. Leider trifft das auf die meisten Szenen des Buches zu.

Stilistisch ist „Elfenprinz – Verrat“ in Ordnung – Ray van Black hat einen flüssigen Stil, der durch schöne Beschreibungen besticht. Leider fehlen trotz allem die wirklich bildhafte Darstellung der Stadt, das Miterleben der Abenteuer, in die Elyon stolpert und das flirrende Leben der Elfen. Einzig die Beschreibungen rund um den Palast der Sonnenelfen waren sehr stimmungsvoll, auch wenn sich hier mitunter die meisten Logiklücken tummelten.
Auch die Dialoge konnten dieses Mal nicht überzeugen – zu kindisch war Elyon dargestellt, zu wechselhaft Delevar. Die Gespräche zwischen ihnen waren nur schwer nachvollziehbar, was dafür gesorgt hat, dass sich das Buch ungemein in die Länge zog.

Fazit:
Leider markiert „Verrat“ einen Tiefpunkt der „Elfenprinz“-Reihe. Ray van Black kann leider nicht an die solide Geschichte des ersten Bandes anknüpfen, was an den unglaubwürdigen Charakteren, den vielen Logiklücken und dem unrealistischen Handlungsbogen liegt. Schade – es wäre besser gewesen, den ersten band fortzusetzen, anstatt mit Elyon und Delevar ein neues Pärchen einzuführen. Leider nicht zu empfehlen.

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[ROMAN] Paranormal Investigations – Liebe von Ally Blue

Autor: Ally Blue
Taschenbuch:  206 Seiten
ISBN: 978-3-95823-031-6
Preis: 6,49 EUR (eBook) | 8,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Sam und Bo haben es endlich geschafft – sie werden von ihren Freunden akzeptiert und leben offen ihre Liebe füreinander auf. Einzig Bos Exfrau Janine legt den beiden Männern regelmäßig Steine in den Weg, ganz besonders wenn es um die Bos Kinder Dean und Adrian geht. Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu, als in Janines Haus seltsame Dinge geschehen und Adrian erste Anzeichen einer psychokinetischen Begabung zeigt. Während Janine nichts davon wissen will, wächst Bos Sorge um seine Söhne, denn in seinem unkontrollierten Zorn ist Adrian theoretisch in der Lage, Portale zu öffnen und den schrecklichen Kreaturen den Weg zu ebnen, denen sich das Team von BCPI immer wieder stellen musste. Sam, der Adrians Begabung teilt, beginnt diesen zu unterrichten, doch Janine setzt alles daran, die Kinder endgültig von Sam und Bo zu trennen …

Eigene Meinung:
Der Roman „Liebe“ markiert das Ende der 5-bändigen „Paranormal Investigations“-Reihe von Ally Blue, wenn man von den beiden Spin-Offs absieht, die sich um Dean und Adrian drehen. Die Romane erschienen komplett im Cursed-Verlag und beenden den Zyklus um Sam und Bo.

Inhaltlich schließt „Liebe“ grob an die Ereignisse der vorherigen Bände an, liefert jedoch keinerlei Erklärungen oder Antworten auf offene Fragen. Stattdessen entwickelt Ally Blue eine eigenständige Geschichte, verknüpft sie jedoch einmal mehr mit der altbekannten Portal-Thematik, die ebenso verworren und diffus bleibt, wie in den letzten Romanen. Es ist sehr schade, dass auch der Finalband der „Paranormal Investigations“- Reihe keine offenen Punkte zum Abschluss bringt und stattdessen einen lauwarmen Aufguss der üblichen Handlungselemente nebst Höhepunkten bietet. Einziger Pluspunkt: Sam und Bo reden endlich offen miteinander (wer Band 4 gelesen hat, weiß, wie enervierend es ist, wenn die Figuren ihr Wissen für sich behalten) und es kommt erstaunlich wenig Sex vor. Während die letzten beiden Bände vor Erotik nur so strotzten, fallen Sam und Bo in „Liebe“ nur wenige Male übereinander her. Das kommt der Handlung zugute, denn Ally Blue konzentriert sich mehr auf Adrian und dessen Probleme, ebenso die Sorgerechtsstreitigkeiten zwischen Janine und Bo. Dennoch kommt die Geschichte nicht wirklich in Fahrt – die Handlung tröpfelt vor sich hin, Spannung fehlt zumeist und das Ende wirkt dermaßen überstürzt (und kitschig), dass man das Buch leider nur frustriert beiseitelegen kann. Wer hofft, dass die Autorin endlich an Band 2 anknüpft und mehr zu den Portalen verrät, wird automatisch enttäuscht – Ally Blue scheint sich keine Gedanken über das Thema gemacht zu haben.

Charakterlich bekommt der Leser die üblichen Stereotypen präsentiert – Sam ist ein ziemliches Weichei, was vor allem daran liegt, dass er oftmals zugunsten Bos auf seine eigene Meinung zu verzichten scheint und sich mit Vorliebe hinter die Schusslinie zurückzieht; mit seinem Partner Bo wird man nur langsam warm, da er trotz aller Vorzüge recht arrogant und egoistisch daherkommt. Am schlimmsten ist jedoch Janine, die das weibliche Hassbild in einem Gay Romance Roman ist – gemein, überheblich, boshaft. Sie scheint kaum positive Eigenschaften zu haben, erst am Ende taut sie ein wenig auf, was jedoch aufgesetzt und nicht realistisch wirkt. Adrian ist im Gegenzug dazu eigentlich ganz sympathisch, wäre er nicht so perfekt! Er scheint binnen weniger Wochen das zu meistern, was Sam erst nach Monaten, wenn nicht Jahren hinbekommen hat, ist superintelligent und wirkt sehr erwachsen. Das geht dem Leser mit der Zeit doch auf den Nerv, da er gar nicht wie ein normales Kind wirkt (von seinen Ausbrüchen einmal angesehen).

Das größte Manko ist jedoch die deutsche Übersetzung – ich weiß nicht, ob am letzten Band eine andere Übersetzerin saß, doch die Geschichte liest sich noch hölzerner und stockender, als zuvor. Man hat viele Probleme mit Ally Blues Stil, einige Sätze wirken, als seien sie 1:1 vom englischen ins deutsche übernommen worden, ohne sich über Sprachrhythmus und sprachliche Eigenheiten Gedanken zu machen. Es liest sich einfach unrund, was man besonders bei langen Sätzen merkt – die holpern extrem und machen teilweise überhaupt keinen Sinn.

Fazit:
Leider kann auch der letzte Band von „Paranormal Investigations“ nicht überzeugen, was zum einen an der langweiligen, vorhersehbaren Geschichte, zum anderen an der wirklich holprigen, unprofessionellen Übersetzung liegt. Weder kann man sich in die Charaktere hineinversetzen, noch bekommt man endlich Antworten zur Portalfrage geliefert – ein schwaches Finale, das nur in einer Sache punkten kann: Ally Blue verzichtet auf übermäßige Sexszenen. Schade, um die interessante Idee und den ursprünglichen Paranormal-Ansatz (von dem man ab Band 3 nur noch wenig mitbekommt). Wie gut, dass es vorbei ist …

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Die Unschuld des Lehrers von Mayu Shinjo

Autor: Mayu Shinjo
Taschenbuch: 192 Seiten
ISBN: 978-3-8420-1736-8
Preis:  6,95 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Der feminine, schüchterne Mamiya hat als Lehrer einen denkbar schlechten Stand: seine Kollegen nehmen ihn ebenso wenig ernst, wie seine Schüler, er kann sich weder durchsetzen, noch ist er in der Lage Unterrichtsstoff zu vermitteln. Zu allem Überfluss kann er sich vor Annäherung seitens der meist männlichen Schüler (und Kollegen) kaum retten, so dass er öfters in unangenehmen Situationen gerät. In einem solchen Moment lernt er den neuen Schüler Minato kennen, der ihn nicht nur vor einigen zudringlichen Schülern rettet, sondern sich auch noch als Bekannter entpuppt, dem er einst Nachhilfe gab. Minato hat nicht nur die feste Vorstellung seinen Lehrer ins Bett zu bekommen, um herauszufinden, warum er Mamiya nicht vergessen kann, er hält auch die hartnäckigen Verehrer fern, die Mamiya zumeist Schwierigkeiten machten. Lediglich an Mamiyas schwulem Kollegen Tsukioka beißt er sich fast die Zähne aus, da dieser die seltsame Beziehung zwischen Lehrer und Schüler für sich zu nutzen weiß …

Eigene Meinung:
Mit dem Manga „Die Unschuld des Lehrers“ wagt sich die Shojo und Smut-Mangaka Mayu Shinjo erstmals an einen Boys Love Manga. Während ihre bisherigen Werke eher weibliche Charaktere ins Zentrum rückten, die zumeist erst sexuelle Erfahrungen machen (u.a. „Kaikan Phrase“, „Virgin Crisis“), steht im vorliegenden Werk ein junger Lehrer im Mittelpunkt, der jedoch ähnlich den Heldinnen ihrer bisherigen Werke keinerlei Erfahrungen hat und noch Jungfrau ist.

Es fällt schwer sich in „Die Unschuld des Lehrers“ hineinzufinden. Es gibt keine wirkliche Handlung, da die Geschichte von den Charakteren vorangetrieben wird, sprich einen wirklichen roten Faden sucht man vergeblich. Auch ist Mamiya nicht wirklich ernst zu nehmen, da er komplett wie eine Frau denkt, handelt und fühlt. Er ist überhaupt nicht lebensfähig, macht sich zumeist lächerlich und kann sich nicht durchsetzen. Er scheint den Begriff Uke fast neu zu definieren, so schwächlich und naiv kommt er daher. Auch Minato kann man nur schwer ernst nehmen: er vereint all die Eigenschaften in sich, die Mamiya abgehen; ist stark, intelligent, ein absoluter Musterschüler, der es nicht gewohnt ist zurückgewiesen zu werden. Sein Interesse an Mamiya wird nur ansatzweise erklärt – vordergründig möchte er mit ihm ins Bett, um Antworten für seine Amok laufenden Gedanken und Gefühle zu finden. Das wirkt jedoch ebenso an den Haaren herbei gezogen, wie Tsukiokas Erpressungsversuche und Mamiyas Unfähigkeit. Alle Figuren agieren absolut unrealistisch und unverständlich, was den Leser eher verwirrt als unterhält.
Das trifft auch auf viele der Szenen zu, hauptsächlich auf die vielen erotischen Passagen, die in einer hohen Anzahl vorkommen. Im Grunde besteht der Manga fast nur aus expliziten Sequenzen, abgelöst von seltsamen Dialogen, die kaum nachvollziehbar sind. Mayu Shinjo hat ein seltsam krudes Werk geschaffen, bei dem weder die Figuren noch die Handlung überzeugen können. Gerade Vielleser des Boys Love Genres werden wenig mit den stereotypen, sehr mangahaften Charakteren und der unlogischen Geschichte anfangen können.

Zeichnerisch ist „Die Unschuld des Lehrers“ durchaus nicht schlecht, insofern man schwache, mädchenhafte Uke mag und keine Probleme mit expliziten Szenen hat. Mayu Shinjo merkt man ihre Ursprünge im Shojo-Genre an – Mamiya ist sehr mädchenhaft und hat wenig männliche Attribute, sowohl optisch als auch charakterlich. Auch sonst setzt sie auf weiche Gesichtszüge und eine shojo-hafte Aufmachung, sprich man sollte ihren Stil mögen, wenn man sich für diesen Manga interessiert. Ansonsten bietet die Mangaka stilistisch dem Leser wenig Neues – männlicher Seme und mädchenhaften Uke.

Fazit:
Alles in allem ist „Die Unschuld des Lehrers“ vor allem Fans der Mangaka zu empfehlen, insofern diese kein Problem mit dem Boys Love Genre haben. Versierte Yaoi-Leser werden dem Manga nur wenig abgewinnen können. Sowohl die verworrene Handlung, als auch die haarsträubenden Charaktere sind zu unlogisch und unrealistisch, um zu überzeugen. Daher ist „Die Unschuld des Lehrers“ nicht empfehlenswert.

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[ROMAN] Micah von Tina Filsak

Autor: Tina Filsak
Taschenbuch: 486 Seiten
ISBN: 978-1512078640
Preis: 6,99 EUR (ebook) | 16,08 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der junge Musiker Micah hat mit seinem Leben abgeschlossen, seitdem bei ihm Lungenkrebs im Endstadium festgestellt wurde. Ohne Freunde und Verwandte sieht er dem Ende entgegen, lediglich die wöchentlichen Besuche in einer Bar gönnt er sich. Dort lernt er auch den geheimnisvollen Darius kennen, zu dem er sich schnell hingezogen fühlt. Dieser erwidert die Gefühle nicht nur, er ist auch kein einfacher Mensch, wie Micah irgendwann feststellen muss. Er hat sich mit einem Vampir angefreundet, der in Micah seinen Gefährten erkennt und diesen schließlich ohne Einwilligung an sich bindet. Dass er damit Micahs verborgene Dhampir-Seite weckt, ahnt niemand, doch der junge Musiker verwandelt sich kurz darauf zu einem Halbvampir. Damit ist nicht nur Micahs Leben gerettet und er hat unfreiwillig einen Gefährten an seiner Seite – er findet bei den Vampiren von L.A. ein neues Zuhause. Dies beinhaltet auch den Vampir Dio, der Micahs zweiter Gefährte wird und den selbstzerstörerischen Rodney, der sich nichts sehnlicher wünscht als der Lakai (Sklave) eines Vampirs zu werden …

Eigene Meinung:
Der Roman „Micah“ stammt aus der Feder Tina Filsaks und markiert den Auftakt einer längeren Reihe, in der es um Micah, seine Freunde und die Geheimnisse seiner Vergangenheit geht. Aufgrund der detaillierten, expliziten Sex- und BDSM-Szenen ist der Roman nichts für zarte Gemüter: man wird mit Gewalt, Dominanz, Unterwerfung und harter Erotik konfrontiert.

Inhaltlich beginnt das Buch durchaus spannend, wenngleich man eine Weile braucht, um in Micahs Welt einzutauchen und sich auf die Figuren einzustellen. Dennoch kommt es immer wieder zu kleineren und größeren Logiklöchern, die das Lesevergnügen schmälern. Zudem schweift Tina Filask irgendwann von der Hauptgeschichte ab und widmet sich fast ausschließlich der Erotik und den vielen BDSM-Szenen. Spätestens ab der Hälfte spielen die Hintergrundgeschichte, die Intrigen innerhalb der Vampirgesellschaft und die vielen interessanten Ansätze keine Rolle mehr, denn es geht nur noch um das Eine: Sex, Gewalt, Unterdrückung und BDSM. Sicherlich weiß der Leser im Vorfeld, worauf er sich einlässt (immerhin wird ja ausführlich darauf hingewiesen), doch die schiere Masse wirkt einfach erschlagend. Weder die Rahmenhandlung noch die Charakterentwicklung spielt noch eine Rolle, stattdessen darf man Micah eine gefühlte Ewigkeit bei Rodneys Probewoche zum Sklaven begleiten. Inwiefern das realistisch ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich mich mit der Szene nicht auskenne, doch es ist weder unterhaltsam noch spannend. Da hilft auch die Aussicht auf einen zweiten Teil nicht, da zu viele Dinge offen bleiben und man nicht einmal sicher sein kann, dass sie im zweiten Band geklärt werden.

Unangenehm fällt auch auf, dass bei Problemen fast sofort eine Lösung gefunden wird – zumeist ohne, dass es im Vorfeld passende Hinweise gibt. Auch die Tatsache, dass fast immer Micah derjenige ist, der die zündende Idee hat oder plötzlich die passende Fähigkeit entwickelt/aufweist, fällt mit der Zeit auf die Nerven. Der Rat will eine apathische Frau befragen und braucht einen Empathen, der die Verbindung zu ihren Gedanken und Erinnerungen herstellt (eine seltene Fähigkeit, wie man erfährt) – Micah kann dies natürlich ohne vorherige Übung oder einer Andeutung, dass er diese Dinge vorher beherrscht hat. Dio sucht einen perfekten Dom, um sich selbst zu geißeln – Micah ist der perfekte Mann für den Job, obwohl in der Geschichte (zu diesem Zeitpunkt, später wird gesagt, dass er durchaus Erfahrungen als Meister hat) niemals etwas Derartiges angedeutet oder gesagt wurde. Konflikte und mögliche Spannungskurven können sich überhaupt nicht entwickeln. Das Problem taucht auf und wird drei Seiten später mit neuen Kenntnissen und Fähigkeiten von Micah aus der Welt geschafft.

Neben der eher mauen Geschichte können auch die Charaktere nicht überzeugen. Das Hauptproblem ist Micah, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. In ihm finden sich nahezu alle Züge einer typischen Gary Sue (Mary Sue) vereint, die es gibt: er wird von einer schrecklichen Vergangenheit gebeutelt, hat zu Beginn keine Freunde und ist traumatisiert. All das ändert sich, als er von Darius gebissen wird und sich in einen Vampir verwandelt (oder doch Dhampir?): er wird stärker, optisch wesentlich hübscher, seine Fähigkeiten sind schlagartig so überragend, dass er ohne Probleme Aufgaben bewältigt, an denen alte Vampire scheitern, er hat einen großen Freundeskreis und mehrere Männer verlieben sich in ihn. Es gibt nichts, was ihm nicht auf Anhieb gelingt – perfekte Kontrolle über seinen neuen Körper, empathische Aufgaben und Aktionen gelingen ihm ohne Probleme, der perfekte Dom für jeden Sub in L.A. Er scheint keine Fehler zu haben und keine zu machen, als seien Darius, Dio und all die anderen nur Randfiguren, die vollkommen unsicher durch die Geschichte stolpern. Dadurch wird Micah dem Leser immer unsympathischer – er hat keine Macken oder Fehler, die ihm ein wenig Tiefgang verleihen. Selbst seine extreme Vergangenheit und die vielen Probleme seiner Kindheit scheinen nie wirklich Einfluss auf seinen Charakter genommen zu haben.

Das sorgt leider dafür, dass die übrigen Figuren mitunter dämlich und unlogisch daherkommen: Darius‘ Unsicherheit passt nicht zu einem solch alten, gestandenen Krieger. Er wirkt die Hälfte der Zeit verunsichert und kindisch, auch Micah denkt im Grunde selten positiv von ihm. Man fragt sich wirklich, was genau Micah an ihm liebt, so deutlich er immer wieder seine Abneigung zur Sprache bringt. Einzig Dio ist ein angenehmer Lichtblick, wenngleich er zu devot und unterwürfig ist, für einen Krieger. Dennoch ist der stille, zurückhaltende Vampir der einzige, den man halbwegs nachvollziehen kann. Dass er im Laufe der Handlung stark zurückstecken muss, ist bedauerlich, doch die Szenen mit ihm zählen zu den Highlights des Buches. Der dritte Mann in Micahs Leben ist Rodney, der den Dhampir als Meister auserkoren hat und alles daran setzt diesen von seinen Qualitäten zu überzeugen. Ihn kann man leider fast gar nicht nachvollziehen, zu extrem sind dessen Wünsche und Ansichten für Leser, die sich nicht in der BDSM-Szene auskennen und diese nicht nachvollziehen können.
Die restlichen Figuren sind sehr blass und haben kaum Tiefgang. Das betrifft sowohl die Vampire um Micah, als auch die anderen Wesen. Sie wirken weder lebendig, noch authentisch – sowohl ihre Gedanken und Hintergründe bleiben im Verborgenen. Der zentrale Dreh- und Angelpunkt ist Micah, um ihn herum sind alle anderen Charaktere ausgerichtet und um ihn zirkulieren sie, sowohl in ihren Dialogen, Aktionen und Handlungen.

Stilistisch ist „Micah“ Geschmackssache – Tina Filsak hat durchaus einen soliden Stil, doch zumeist beschränkt sie sich zu sehr auf erotische Szenen. Gerade Dialoge und Kampfszenen glücken ihr nicht, Beschreibungen der Umgebung sind ebenfalls nicht ihr Ding. So weiß man zu Beginn lange nicht, wo die Geschichte spielt und kann sich das Umfeld und die Gegebenheiten nur schwer vorstellen. Mitunter sind die Szenen auch verworren aufgebaut, so dass man der Handlung teilweise nicht folgen kann, insbesondere wenn Logiklücken vorhanden sind oder Figurenplötzlich Dinge können, die sie vorher nicht beherrscht haben.

Fazit:
Alles in allem kann „Micah“ nicht überzeugen, da Tina Filsak zu viel Zeit für BDSM, Erotik und Drama aufwendet, anstatt die Rahmenhandlung voranzutreiben. Zudem hat sie mit Micah einen Übercharakter erster Güte generiert – ein Gary Sue, der alles kann und jede andere Figur, gleich wie alt oder mächtig, überflügelt. Das macht die Geschichte leider weder spannend noch gut lesbar, so dass ich für „Micah“ so gar keine Empfehlung aussprechen kann. Mag sein, dass BDSM-Fans die Schilderungen spannend und ansprechend finden, zartere Gemüter und Romantikfans werden mit „Micah“ sicher nicht glücklich.

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[ROMAN] Paranormal Investigations 4 – Nähe von Ally Blue

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Autor: Ally Blue
Taschenbuch:  236 Seiten
ISBN: 978-3-95823-005-7
Preis: 9,50 EUR

Story:
So hat sich Sam seinen wohlverdienten Urlaub mit Bo in einem Strandhaus am Golf nicht vorgestellt. Statt heimeliger Zweisamkeit und Ruhe nistet sich das Team der BCPI nach wenigen Tagen bei ihnen ein, da sie das nahegelegene Fort Medina unter die Lupe nehmen müssen. Natürlich kann sich Bo nicht aus den Ermittlungen heraushalten, egal wie sehr Sam ihn darum bittet. Zudem wird Bo im Laufe der Zeit immer aggressiver und unberechenbarer, leidet unter seltsamen Träumen und hat regelmäßig wiederkehrende Aussetzer, die sich keiner erklären kann. Für Sam steht fest, dass alles mit dem Fort zusammenhängt, doch es ist nahezu unmöglich Bo von seinem Verdacht zu berichten und ihn davon überzeugen, sich aus der Sache herauszuhalten …

Eigene Meinung:
Die Gay – Reihe „Paranormal Investigations“ von Ally Blue geht in die vierte und damit vorletzte Runde, wenn man die beiden Spin-offs zur Serie, die sich zum einem um Bos Sohn Adrian und zum anderen um den offenherzigen Dean drehen, nicht mit einrechnet. Erneut stehen Sam, Bo und ihre Beziehung zueinander im Zentrum, was natürlich in mehr erotischen Szenen mündet, als der Leser verkraften kann. Denn leider ist der Sex in allen möglichen Stellungen und Situationen so ziemlich das einzige, das im Buch vorhanden zu sein scheint. Natürlich bleibt dadurch alles andere auf der Strecke: die Charaktere, die Spannung und natürlich auch die Geschichte. Zwar dreht es sich alles irgendwie um die Dimensionsportale, doch auch dieses Mal erfährt der Leser nichts Neues darüber. Stattdessen fragt man sich, ob Ally Blue überhaupt ein Konzept hatte, als sie dieses Element im ersten Band eingebaut hat, denn sie dreht sich beständig im Kreis, lässt die Wesen der anderen Seite sporadisch auftauchen, schmeißt ihnen zumeist Bo als Opfer vor und lässt ihre Figuren nichts entdecken oder herausfinden, da die Portale genauso schnell verschwinden, wie sie auftauchen. Stattdessen konzentriert sie sich auf die Beziehung von Sam und Bo, deren Probleme einfach nur ermüdend sind und die Handlung überhaupt nicht vorantreiben.

Am meisten stört in diesem Zusammenhang, dass die Charaktere nicht miteinander reden. Was in Band 2 und 3 bereits störend auffiel, treibt einen in „Nähe“ in den Wahnsinn. Die gesamte Handlung wird nur dadurch auf 240 Seiten gestreckt, weil Sam nicht mit Bo reden will, um diesen nicht zu reizen, und auch bei seinen Freunden nicht die Klappe aufmacht, was Bos Verhalten und dessen Alpträume betrifft. Nachdem in Band 1 aus eben diesem Grund ein Mitglied er BCPI ums Leben kam, sollte man davon ausgehen, dass Sam seine Eindrücke und Gedanken mit den anderen teilt – vergeblich. Sam behält die wichtigen Infos für sich, dreht sich mit seinen Gedanken im Kreis und wiederholt sich dabei ständig. Selbst als er Dean einweiht, schiebt dieser es auf eine absolut krude, an den Haaren herbeigezogene Erklärung, die überhaupt nicht passt. Da haben sie tagtäglich mit übernatürlichen Dingen zu tu, und sie versuchen ernstlich Bos Verhalten logisch zu erklären! Hier merkt man ganz eindeutig, dass die Autorin alles daran gesetzt hat, die Geschichte um jeden Preis zu strecken und dabei nicht davor zurückschreckt ihre eigenen Charaktere vollkommen „out-of-character“ zu präsentieren. Eine andere Erklärung gibt es für Sams nervendes, mädchenhaftes Verhalten und Bos plötzliche Gelüste für harten Sex und BDSM nicht.

Es verwundert nicht, dass das Finale binnen weniger Seiten abgehandelt ist und die Erklärungen ebenso weit hergeholt wirken, wie die Deans Vermutungen bezüglich Bos geistiger Umnachtung. So schlägt man das Buch am Ende frustriert zu und ärgert sich über die Zeit, die man mit „Paranormal Investigations“ zugebracht hat, denn leider markiert nun nicht nur Band 3 den Tiefpunkt der Reihe, sondern auch Band 4. Allzu viele Hoffnungen sollte man also nicht auf den letzten Teil der Reihe setzen.

Stilistisch hält sich „Paranormal Investigations – Nähe“ im soliden Maß. Ally Blue kann durchaus schreiben, weiß sowohl wie man die Umgebung beschreibt, als auch wie man die erotischen Szenen in Szene setzt. Dafür hapert es deutlich, wenn es um Spannung, Action und unheimliche Dinge geht. Da kommt einfach kein passendes Flair auf. Gerade die Kampfszenen werden einfach nur runtererzählt und sind schon vorbei, kaum dass sie begonnen haben. Im Gegenzug dazu sind die Sexszenen ausgedehnt und füllen Dutzende Seiten. Das mag einigen gefallen, doch es ist einfach zu viel des Guten. Inzwischen nimmt man „Paranormal Investigations“ nicht einmal mehr die Bezeichnung Gay Paranormal ab, da es letztendlich sowieso nicht um die Geistererscheinungen und die Fälle des BCPI geht, sondern nur um Sam und Bos Beziehungskisten nebst unendlich langer Sex-Abende. Ally Blue wäre besser damit bedient, die übernatürliche Komponente zu streichen und nur noch schwule Erotik zu schreiben – da weiß der Leser wenigstens, was ihn erwartet.

Fazit:
Mit „Paranormal Investigations – Nähe“ ist es Ally Blue leider gelungen ein ähnliches schlechtes Buch zu schreiben, wie mit dem dritten Band der Reihe. Das Portalthema ist unterdessen komplett zur Farce mutiert, ähnlich die mysteriösen Fälle des BCPI und die nicht schwulen Randfiguren. Alles konzentriert sich auf Sam und Bo, deren Beziehung und Sexabenteuer, die sich zur Genüge im vorliegenden Band wiederfinden. Wer schwule Erotik mag, dem wird „Nähe“ gewiss gefallen, wer Gay Paranormal Romane und lebendige Charaktere sucht, ist bei „Paranormal Investigations“ unterdessen an der falschen Adresse.

 

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[ROMAN) Das Vermächtnis des Unbekannten von Marc Weiherhof

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Autor:
Marc Weiherhof
Taschenbuch:  220 Seiten
ISBN: 978-3863613884
Preis: 15,50 EUR

Story:
Silvan Becker hat alles, was man sich wünschen kann – Geld, Erfolg und zwei entzückende Kinder, die ihm alles bedeuten. Er ist beliebt, wird von der High Society geschätzt und auch die Presse schätzt den sympathischen Geschäftsmann. Lediglich ein fester Partner fehlt in seinem Leben und als den Maler Jan kennenlernt, scheint er am Ziel zu sein. Leider entpuppt sich die vermeintlich große Liebe als Profikiller der mexikanischen Mafia, dessen Auftrag es ist Silvans Kinder zu entführen. Als die beiden tatsächlich verschwinden, setzt Silvan alles daran, sie zurückzuholen – und legt sich dabei nicht nur mit dem Don des mexikanischen Verbrechersyndikats an, sondern schafft sich auch einen Feind, der noch für etliche Probleme sorgt …

Eigene Meinung:
„Das Vermächtnis des Unbekannten“ ist der Debütroman des Autors Marc Weiherhof und erschien im Sommer 2014 beim Himmelsstürmer Verlag. Inzwischen sind weitere Projekte i Arbeit, im Frühjahr 2015 soll mit „Der Pakt“ der zweite Roman des Autors erscheinen.

Inhaltlich wird der Roman als Sex & Crime beworben, sprich es geht etwas actionreicher und spannender zur Sache. Leider geht mit der ganzen Spannung und Dynamik auch eine gewaltige Portion Unlogik einher, die das Lesevergnügen deutlich schmälert. Sei es die Tatsache, dass Silvan von jetzt auf gleich gegen Profikiller, Berufsverbrecher und Soldaten ankommt, ohne im Vorfeld eine entsprechende Ausbildung absolviert zu haben, oder auch die vielen Unstimmigkeiten innerhalb der Persönlichkeiten der Charaktere. Die Geschichte wirkt unrund, unstimmig und an einigen Stellen arg an den Haaren herbei gezogen. Man kann viele Aktionen und Dinge nicht mehr nachvollziehen, was natürlich der Spannung abträglich ist.

Insgesamt wirkt „Das Vermächtnis des Unbekannten“ sehr wie ein Hollywood-Selbstjustiz-Krimi, in der der Familienvater alles daran setzt, um seine Kinder aus den Fängen des Bösen zu befreien. Das ist vielleicht kein schlechtes Grundthema und hätte spannend und facettenreich aufgebaut werden können, doch leider gelingt es dem Autor nicht die Geschichte kontinuierlich zu erzählen und einen fesselnden Spannungsbogen zu beschreiten. Zu oft stolpert man über die Unstimmigkeiten und Plotlöcher, über die man wirklich nicht mehr hinwegsehen kann.

Neben der unausgegorenen Handlung sind die Charaktere eines der Negativpunkte des Buches – sie sind zum größten Teil unglaubwürdig, unrealistisch und ungreifbar. Allen voran Silvan, der eher wie eine Gary Sue anmutet, da er zu perfekt daher kommt und ihm nahezu alles gelingt: er ist der erfolgreiche Geschäftsmann, der tolle Familienmensch, der beliebte Arbeitgeber und großzügiger Spender. Es gibt nahezu nichts, was er nicht kann, so dass er natürlich auch mehrfach gegen Profikiller und Berufsverbrecher besteht und von einem Softie zu Rambo mutiert, um seine Kinder zu retten. Ich sehe ja ein, dass man in Extremsituationen über sich hinauswächst, aber bei Silvan wurde das doch arg übertrieben. Selbst als er verprügelt und verletzt ist, gelingt es ihm noch seine Widersacher auszumerzen. Hier wurde eindeutig zu dick aufgetragen: Silvan fehlen menschliche Schwächen, denn niemand ist so perfekt. Dafür handelt er mitten im Buch ziemlich out-of-character, als er sich auf seine Art an Jan rächt.
Auch die anderen Figuren sind leider nicht besser – Jan, der seinen Beruf als Profikiller leid ist und sich gegen Silvan entscheidet, obwohl er sich in diesen verliebt. Greiner ist ebenfalls so eine Figur, die nur bedingt logisch handelt und zu oft Dinge tut, die ein Ex-Elite-Soldat mit Sicherheit nicht getan hätten. Die Kinder sind niedlich, mit der Zeit aber ein wenig nervig, insbesondere da sie scheinbar keinerlei Trauma von der Entführung davontragen und viel zu schnell in ihr gewohntes Leben zurückfallen. Dies trifft auch auf Silvan zu, der binnen kürzester Zeit zum Tagesgeschäft zurückkehrt, was (nach allem, was er getan und erlebt hat), nun wirklich unverständlich ist.

Stilistisch liefert Marc Weiherhof gewöhnungsbedürftige Kost. Das liegt vor allem daran, dass er einen sehr direkten, zusammenfassenden Schreibstil hat. Sowohl die Actionszenen, als auch die Dialoge und Beschreibungen sind stark gekürzt und lassen keine wirkliche Atmosphäre aufkommen. Einzig die etwas statisch verfassten Erotikszenen sind ausführlicher gehalten, was jedoch in diesem Buch eher störend auffällt. Man kann sich einfach nicht in die Figuren hineindenken, kann viele Dinge nicht nachvollziehen und kommt bei aller Action kaum noch hinterher. Marc Weiherhof hätte sein Hauptaugenmerk mehr auf den Kriminalfall legen und sich eigehender mit der Entführung beschäftigen sollen, um Spannung aufzubauen. So verschenkt er eine Menge und kann letztendlich leider nicht überzeugen.

Fazit:
„Das Vermächtnis des Unbekannten“ kommt leider nicht an die Erwartungen heran, die man aufgrund der Reihe „Sex & Crime“ an das Buch stellt. Die Handlung ist zu sehr an den Haaren herbeigezogen, die Charaktere sind zu unglaubwürdig und der Schreibstil zu hölzern und stockend, um den Roman wirklich genießen zu können. Schade – aus dem Thema hätte man mehr machen können. Leider nicht zu empfehlen.

 

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[ROMAN] Paranormal Investigations 3 – Hoffnung von Ally Blue

Autor: Ally Blue
Taschenbuch:  232 Seiten
ISBN: 978-3942451260
Preis: 9,50 EUR

Story:
Nachdem das PCPI-Team die Vorfälle an der High School mit einem blauen Auge überstanden hat, versuchen sie mit Geistertourismus in einem alten Hotel ein wenig Geld in die Kasse zu bekommen. Just in dem Moment tritt die Besitzerin eines in den Bergen gelegenen Gasthauses auf Bo Broussard, Leiter der BCPI, zu. Sie berichtet von seltsamen Vorfällen, die erschreckende Ähnlichkeiten zu den Dimensionsportalen aufweisen, mit dem es die Gruppe bereits zu tun hatte und die Sam mit seinen übernatürlichen Fähigkeiten wieder verschließen kann.

Gemeinsam beschließen sie die Gruppe zu splitten – während André, Cecil und David bei den Touristen bleiben, brechen Bo, Sam und Dean in die Berge auf, um die Sichtungen zu untersuchen. Schnell stoßen sie auf erste Hinweise und müssen feststellen, dass es sich wirklich um die gefährlichen Tore in die Anderswelt handeln könnte. Zudem erfahren sie, dass einer der Angestellten vor Monaten verschwunden ist …

Eigene Meinung:
Ally Blues Romanreihe „Paranormal Investigations“ geht in die dritte Runde. Nach den Romanen „Sehnsucht“ und „Hoffnung“ veröffentlichte der deutsche Cursed Verlag mit „Hoffnung“ den dritten Band der beliebten Gay Romance Reihe, der nächste Roman soll bereits im Oktober 2014 erscheinen. Insgesamt umfasst die Reihe bisher 5 Bände, zudem hat die Autorin etliche Kurzgeschichten verfasst, die sich den verschiedenen Charakteren widmen.

Nachdem Band 2 mit einer spannenden, temporeichen und dynamischen Handlung aufwarten konnte, hat man bei „Hoffnung“ leider das Gefühl in den Keller zu fallen. Ally Blue legt einen sehr mauen Roman vor, der nicht einmal an den Auftaktband „Sehnsucht“ herankommt, sondern weit schlechter ist. Das liegt vor allem an der nicht existenten Spannung, die über fast 100 Seiten in die Länge gezogen wird und an einem Finale, das einen absolut unbefriedigt zurücklässt. Während der Leser bereits nach der zweiten Sichtung und den Beschreibungen weiß, was es mit den Ereignissen in den Bergen auf sich hat, tappen die Figuren komplett im Dunkeln. Es wirkt als hätte die Autorin absichtlich alles zurückgehalten, um die dürftige Spannungskurve halbwegs zu halten, ansonsten wäre dem Roman bereits nach 100 Seiten die Luft ausgegangen. Dennoch lässt es sowohl die Figuren, als auch die gesamte Geschichte unglaubwürdig und gestelzt wirken, und die Erklärungen wirken einfach nur lahm und einfallslos. Da hatte man ja mitunter als Leser bessere Ideen, wenn man sich die Sache mit dem verschwundenen Mitarbeiter und seiner Kollegin in Erinnerung ruft.

Größtes Manko sind die häufigen und ausführlichen Sexszenen, die dieses Mal in so häufig vorkommen, dass man schnell die Lust verliert. Die Beziehung zwischen Sam und Bo und ihre Bettaktivitäten stehen deutlich im Zentrum der Geschichte, was eine Erklärung dafür ist, weswegen man vergeblich nach Action und Spannung sucht. Nichts gegen Erotik, aber bei der Masse macht es echt keinen Spaß mehr – Ally Blue hätte vielleicht auf die übernatürliche Komponente verzichten und sich auf einen reinen Sexroman beschränken sollen, da weiß man als Leser wenigstens, worauf man sich einlässt. Dann müssen die Charaktere auch nicht ihre Videoaufnahmen und Fotos auswerten, die sie zuhauf machen und kaum durchgehen – wozu auch?

Auch die Charaktere lassen zu wünschen übrig. Sam und Bo sind langweilig, drehen sich nur noch um sich selbst und ihre Beziehung und entwickeln sich kaum weiter. Sam ist zumeist verunsichert, fällt mal in die eine mal in die andere Richtung und ist meiner Meinung nach zu handzahm. Er lässt einfach zu viel mit sich machen und die Schwierigkeiten, die seine übernatürliche Gabe mit sich bringt (was der Klappentext ja impliziert), tauchen so gar nicht auf.
Am unsympathischsten bleibt Bo, der die meiste Zeit zickig, kindisch und nervend reagiert, sei es darum seine Kollegen an seinen Gedanken und Mutmaßungen teilnehmen zu lassen (warum sollten wir über die Vorkommnisse reden, wenn wir auch fi… können?), oder wenn es darum geht zu Sam als Partner zu stehen (Hauptsache Sam ist rund um die Uhr spitz und lässt sich besteigen).

Einzig Dean wird dem Leser sympathischer. Seine lockere, offene Art schließt man schnell ins Herz, ebenso seinen Mut zu seinen Freunden zu stehen. Leider fehlen dieses Mal Cecil, David und André, die in den vorherigen Bänden eine wichtige Funktion einnahmen und für Abwechslung und Lebendigkeit sorgten. Auch die übrigen Figuren sind nur bedingt gut in Szene gesetzt, grade die Übeltäterin am Ende wirkt plakativ und böse, weil es halt einen bösen Gegner geben muss, egal ob ihre Handlungen passen, oder nicht.
Das Zirkulieren des Bandes um Sam und Bo hat weder der Geschichte, noch die Figuren gut getan.

Stilistisch liefert Ally Blue solide, gut geschriebene Kost, die durchaus zu gefallen weiß. Gerade die Beschreibungen sind gut umgesetzt, was natürlich auch auf die Erotikszenen zutrifft, die jedoch zu ausführlich daherkommen und im Laufe der Zeit den Schwung aus der Handlung nehmen. Dadurch wird „Hoffnung“ schnell langweilig und zieht sich die meiste Zeit ziemlich.

Fazit:
„Paranormal Investigations 3 – Hoffnung“ markiert den bisherigen Tiefpunkt der Serie, da der Roman weder mit seiner Geschichte, noch mit den Charakteren überzeugen kann. Ally Blue setzt auf Sex, Kitsch und Beziehung und man fragt sich, warum sie sich überhaupt die Mühe gemacht hat, eine paranormale Handlung auszudenken. Wer wissen will, wie sich Bos und Sams Beziehung weiterentwickelt, wird in „Hoffnung“ eine Antwort finden, ansonsten hoffe ich, dass es in Band 4 endlich wieder um die spannenden Fälle und die Hintergründe zu den Dimensionsportalen geht und nicht um Sex, Sex und Sex.

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[NOVELLE] Ballroom – Melodie der Sehnsucht von Carol Grayson

Autor: Carol Grayson
Taschenbuch:  92 Seiten
ISBN: 978-3945033487
Preis: 9,90 EUR

Story:
Mit dem Beginn des zweiten Weltkrieges, ändert sich das Nachtleben in Berlin. Immer häufiger werden Lokale und Clubs kontrolliert, Verbote ausgesprochen oder von Offizieren und Soldaten besucht. Dies trifft auch das „Le Chalet“, in dem der französische Gigolo und Eintänzer Claude Duval arbeitet, der als Ausländer sowieso einen schweren Stand hat. Als ihm eines Abends Ulrich von Eisenau, Offizier der Luftwaffe, begegnet, ahnt er nicht, wie sehr die se Bekanntschaft sein Leben auf den Kopf stellen wird. Schnell finden die beiden ungleichen Männer zueinander, doch die Zeiten sind rau, brutal und gefährlich – insbesondere für eine homosexuelle Liebe.

Eigene Meinung:
Die Autorin Carol Grayson ist im deutschen Gay Romance Bereich keine Unbekannte. Aus ihrer Feder stammen unzählige Romane und Novellen, die ursprünglich im FWZ Verlag, unterdessen im Brighton Verlag erschienen sind. Mit knapp 80 Seiten fällt „Ballroom – Melodie der Sehnsucht“ eher in den Novellenbereich, was das Büchlein für knapp 10,- Euro verhältnismäßig teuer macht.

Aufgrund des geringen Umfangs ist dem Leser von Anfang an klar, dass es sich nicht um eine tiefgründige, realistische und gut ausgearbeitete Handlung handelt – für ein derartiges Thema reichen manchmal 500 Seiten nicht, immerhin bietet das Berlin der End-30er einen sehr interessanten Schauplatz und der 2. Weltkrieg ist sowieso ein Thema, dass sich nicht auf wenigen Seiten abhandeln lässt. Dennoch schafft es die Autorin leider nicht wenigstens einen Teil dessen zu erfüllen, was man sich als Leser vorstellt, wenn man den Klappentext liest – nämlich von einer unmöglichen Liebe und deren Ergebnis in den Wirren des 2. Weltkriegs zu berichten.
Zu schnell, zu episodenhaft und zu wenig ausführlich wird die Geschichte um Claude und Ulrich erzählt – es mangelt an Tiefgang, Logik und einer sensiblen Abhandlung des Themas. Sicherlich habe ich nicht mit einer intensiven Auseinandersetzung der Themen Homosexualität, 2. Weltkrieg und die Ängste und Sorgen der Bevölkerung gerechnet, doch wenigstens die zwischenmenschlichen Zusammenhänge, insbesondere die Liebe der beiden Hauptfiguren, hätte man wesentlich deutlicher und intensiver herausarbeiten können. Es geht zu schnell voran – kaum haben sie sich kennenglernt, und Claude den Tanzunterricht von Ulrichs kleiner Schwester übernommen, steigen sie in eine heimliche Affäre ein, ohne dass man als Leser mitbekommen hat, an welcher Stelle sich Claude und Ulrich überhaupt näher gekommen sind. Es kommt weder Spannung, noch Gefühl auf – „Ballroom – Melodie der Sehnsucht“ bleibt recht oberflächlich und kann inhaltlich leider nicht überzeugen, selbst wenn man das Thema 2. Weltkrieg außen vorlässt.

Auch die Charaktere, ihre Gedanken und Gefühle bleiben eher im Hintergrund und kommen nur selten zum Tragen. Man kann sich weder mit Claude, noch mit Ulrich oder den vielen Nebenfiguren identifizieren. Dazu lernt man niemanden gut genug kennen, was sehr schade ist. Carol Grayson hat durchaus einige interessante Figuren geschaffen, doch sie bleiben zweidimensional und platt. Mehr Seiten und die Konzentration auf die beiden Hauptfiguren hätten dem Buch gut getan. Zwar hätten dann einige Nebenfiguren weiter zurücktreten müssen, aber vielleicht hätte man auf diesem Weg den Protagonisten mehr Tiefe und Lebendigkeit verleihen können.

Stilistisch ist „Ballroom – Melodie der Sehnsucht“ ebenfalls Geschmackssache. Die vielen Sprünge in der Geschichte und zu den verschiedenen Charakteren machen es schwer, sich auf die Novelle einzulassen. Die knappe Erzählweise, teils sehr dialoglastig, teils ohne wirkliche Beschreibungen der Gedanken- und Gefühlswelten, sorgt ebenfalls dafür, das man nur mühsam vorankommt. Es ist schade, dass oftmals aus Sicht von anderen Figuren erzählt wird, anstatt sich auf Claude und Ulrich zu konzentrieren, deren Gedanken, Sorgen und Gefühle im Grunde am interessantesten sind. So erfährt man eine Menge über die anderen Angestellten des „Le Chalet“, aber nur wenig über die Protagnisten. Probleme und Schwierigkeiten werden ebenfalls schnell abgehandelt, teils sind die Lösungen ein wenig unlogisch, zu sehr vom Zufall abhängig gemacht und nicht immer nachvollziehbar geschildert.

Fazit:
All das sorgt dafür, dass man „Ballroom – Melodie der Sehnsucht“ leider nicht empfehlen kann. Es ist schade, dass Carol Grayson aus der Idee nur eine Novelle gemacht hat, ist sie doch zu kurz, um dem Thema den Tiefgang und die Komplexität zu geben, dass es verdient hätte. Leider können weder die Geschichte, noch die Charaktere und ihre Beziehung zu einander, oder der recht sprunghafte, flache Schreibstil überzeugen, so dass das dünne Büchlein nur etwas für Fans der Autorin ist. Schade.

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