[ROMAN] Mord am Fluss von Laurent Bach

Autor: Laurent Bach
Taschenbuch: 316 Seiten
ISBN: 978-3745006483
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 12,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
In der spätsommerliche Hitze Südfrankreichs entdecken Claude Bocquillon und sein Freund Julen Tourange die Leiche eines Travestiekünstlers im Flüsschen Gardon, der Letzterem nur allzu bekannt ist, wurde er in den letzten Monaten doch von dem Opfer gestalkt. Die ersten Untersuchungen der Polizei deuten auf Julien als Täter hin, weswegen er schnell festgenommen und in das überfüllte Gefängnis von Nîmes gebracht wird. Für Claude beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn er will den wahren Täter ausfindig machen, bevor die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt. Unterstützt wird er von seinen Freunden Ferderic Lambert und Jean Bertin, die bei der Polizei arbeiten und Claude helfen, die Hintergründe des Mordes aufzudecken …

Eigene Meinung:
Mit „Mord am Fluss“ legt Laurent Bach den vierten und voraussichtlich letzten Teil der Krimireihe um Claude Bocquillon vor. Während die ersten drei Bände im Gmünder Verlag erschienen, wurde der letzte Band im Eigenverlag herausgebracht. Einmal mehr entführt der Autor den Leser ins sonnige Südfrankreich und verlangt dem Privatdetektiv Claude Bocquillon alles ab, um seinen Geliebten Julien vor einer Mordanklage zu bewahren.

Die Geschichte beginnt spannend und man ist recht schnell wieder im Geschehen – Amelie und Frederic haben nach den Ereignissen in Band 3 endlich zusammengefunden und besiegeln dies, indem sie heiraten, Claude und Julien sind ebenfalls näher zusammengerückt und planen eine gemeinsame Zukunft. Als die Leiche des Travestiekünstlers Jerome Malakov im Gardon gefunden wird, den Julien aus Nîmes kennt, wird die Beziehung der beiden auf eine harte Probe gestellt, denn aufgrund einiger Verwicklungen, falscher Vermutungen und unguter Beweislage, wird Julien verhaftet und des Mordes angeklagt.
So spannend die Geschichte beginnt und so toll die Ausgangslage ist – Laurent Bach schafft es dieses Mal leider nicht einen kontinuierlich hohen Spannungsbogen zu halten und einen komplexen, logisch aufeinander abgestimmten Krimi zu erzählen. Am Schlimmsten ist die Tatsache, dass die Charaktere nicht wirklich miteinander reden und einander relevantes Wissen verschweigen, anstatt sich auszutauschen, wenn sie die Gelegenheit haben. Das bremst die Geschichte ungemein aus und bläht sie gleichzeitig auf, denn viele Handlungsstränge sind nur deswegen möglich, weil Claude und Julien nicht offen zueinander sind und einander nicht vertrauen. Das ist schade, denn es zeigt im Grunde, dass die beiden nur bedingt gut zusammenpassen, ganz gleich was sie sagen: sie trauen einander einen Mord zu, was dem Leser mit der Zeit befremdlich erscheint und im Widerspruch zu ihren Gefühlen füreinander steht. Zudem fehlt die typische Ermittlungsarbeit, die den Reiz der Bücher ausmachte – viele Dinge fallen Claude und seinen Freunden fast in den Schoß und sind stark vom Zufalle abhängig. Auch die Auflösung wirkt zu platt und bedient Motive, die bereits in den vorherigen Büchern zu Genüge aufgegriffen wurden. Hier hätte man sich ein spannenderes Tatmotiv gewünscht, ebenso eine stimmigere Auflösung. Hier wird leider viel verschenkt, was „Mord am Fluss“ leider zum schlechtesten Teil der Reihe macht.

Die Figuren sind sehr sympathisch und authentisch, wenngleich Claude zwischendurch ein wenig schwächelt, da es ihn verständlicherweise mitnimmt, dass man seinen Geliebten festgenommen hat. Dennoch wünscht man sich seine resolute, aktive und hartnäckige Natur zurück, mit der er in den letzten Bänden seine Fälle bearbeitet hat. Dafür wird Julien besser portraitiert, denn er darf sich im Gefängnis behaupten und als Leser entdeckt man neue Seiten an ihm. Er gewinnt auf jeden Fall mehr Tiefgang, etwas, was in den letzten Büchern etwas unterging.
Auch liebgewonnene Nebencharaktere haben ihre kleinen oder großen Auftritte: Bertin und Frederic dürfen beide sehr aktiv am Geschehen teilnehmen, Amelie kommt leider nur am Rande vor. Dafür bekommen die Männer mit der Kommissarin Armandine Bichon eine resolute, zielstrebige junge Dame, die zu Beginn nicht gerade Sympathien sammeln kann – weder bei Claude und seinen Freunden, noch beim Leser.

Stilistisch ist „Mord am Fluss“ dieses Mal nicht ganz so flüssig, wie die vorherigen Teile – man stolpert vermehrt über Wortwiederholung, einige unlogische Passagen und über explizite Szenen, die den Lesefluss hemmen. Dafür sind die Beschreibungen einmal mehr wundervoll und führen den Leser direkt nach Anduze in Südfrankreich. Man hat das Gefühl durch die Straßen der südfranzösischen Stadt zu wandeln und glaubt die Altstadt nebst Cafés zu kennen, als wenn man selbst dort gewesen ist.

Fazit:
„Mord am Fluss“ markiert leider den schwächsten Teil der Claude Bocquillon-Reihe und ist nur bedingt ein würdiger Abschluss der Krimireihe mit südfranzösischen Flair. Trotz des spannenden Auftakts, versandet der Flow der Handlung mit der Zeit ein wenig und wird zu stark von Zufällen abhängig gemacht. Auch die Motive und die Auflösung bietet wenig Neues, da viele Ideen bereits in den vorherigen Büchern aufgegriffen wurden. Wer jedoch an die Figuren hängt und wissen will, ob Claude und Julien sich letztendlich zusammenraufen, der sollte sich das Finale der Reihe nicht entgehen lassen.

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Veröffentlicht am 8. August 2017 in 3 Sterne, Drama, Gay, Krimi, Rezensionen und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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