[ROMAN] Wolfklinge – Die schwarze Kathedrale von Oliver Schwarz

Autor: Oliver Schwarz
Taschenbuch: 268 Seiten
ISBN: 978-3960890010
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 11,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Als der Wolfmann Thorun den jungen Magierschüler Falk vor einer öffentlichen Hinrichtung rettet und in Sicherheit bringt, ahnt er nicht, wie schnell er sich von diesem angezogen fühlt und in was für ein Chaos sie noch stolpern werden. Plötzliche Horden von Untoten fallen über die Stadt her und töten alles, was ihnen in den Weg kommt. Von einer sprechenden Krähe erfahren sie, dass die schwarze Kathedrale, die zwischen verschiedenen Dimensionen wandelt, auf dem Weg ist und ihre Welt in Schutt und Asche legen könnte. Laut Prophezeiung ist Thorun der Einzige ist, der das Unheil abwenden kann, denn die Kathedrale ist eng mit seinem Volk verbunden. Auch Falk entwickelt ungewöhnliche Kräfte, die für die Rettung der Welt unverzichtbar sind …

Eigene Meinung:
„Wolfklinge – Die schwarze Kathedrale“ ist das Debüt von Oliver Schwarz und spielt in einer Fantasy-Welt, in der auch zukünftige Bücher angesiedelt sein sollen. Der Roman erschien im deadsoft Verlag und zeichnet sich durch ein hohes Maß an flacher Erotik aus.

Die Geschichte ist leicht zusammengefasst: Zwei Männer, die den Untergang der Welt verhindern sollen, ohne dass sie dabei allzu oft darauf verzichten müssen, miteinander ins Bett zu steigen – was ihnen tatsächlich gelingt. Denn im Grunde machen Thorun und Falk fast nichts anderes! Da kann die Zombieapokalypse hereinbrechen und die Stadt mit Untoten füllen, die beiden finden doch noch irgendwo eine Möglichkeit um sich miteinander oder mit weiteren Männern zu vergnügen, ganz gleich ob sie gerade Zombies zerhackt haben oder auf der Flucht vor riesigen Monstern sind. Dass sie zu Beginn des Buches noch hetero waren und niemals auf die Idee gekommen sind, einen Mann interessant zu finden, spielt keine Rolle – urplötzlich finden sie jedes männliche Wesen toll, das ihren Weg kreuzt. Natürlich sind die anderen auch alle schwul (man fragt sich, ob es überhaupt Frauen gibt, oder wie sich die Menschen dieser Fantasywelt überhaupt fortpflanzen – Zellteilung vielleicht?) und machen begeistert beim nächsten flotten Dreier mit, denn die beiden Helden haben überhaupt kein Problem damit, sich den Partner zu teilen, wenn der andere Kerl gutaussehend und gut bestückt ist. Wahre Liebe macht das möglich – selbst wenn man sich gerade erst kennengelernt hat und man sich als Leser fragt, an welcher Stelle die beiden sich eigentlich ineinander verliebt haben. Extreme erotische Anziehung, okay, aber Liebe?
Zwischen all den zweifelhaft geschriebenen Sexszenen kommt dann die Rettung der Welt – auf eine denkbar undramatische und langweilige Art, dass man das Buch eigentlich nur noch frustriert in die Ecke werfen will. Zudem strotzt die Geschichte nur so vor Unlogik – Dinge, die gerade erklärt wurden, werden bereits zwei Seiten später anders dargestellt oder vollkommen negiert. Aber das ist im Grunde egal, denn die Handlung spielt bei den dauergeilen Hauptcharakteren eh keine Rolle mehr. Es ist schon bezeichnend und auf gewisser Weise bedauerlich, dass man durch das Glossar mehr von der Fantasywelt, den Riten und den Hintergründen erfährt, als durch das Lesen der Geschichte.

Die Figuren sind leider ebenfalls sehr flach und kaum verständlich. Im Grunde sind Thorun, Falk und alle männlichen Nebencharaktere nur an Sex interessiert, der Rest wird da schnell zur Nebensache. Selbst als die Zombies in die Stadt einfallen, während Thorun und Falk miteinander beschäftigt sind, findet Nils noch Zeit sich ihnen anzuschließen, bevor er sie vor der nahenden Gefahr warnt. Wirkliche Sympathien entwickelt man zu keinem Charakter – sie sind alle blass und unausgegoren, haben keinerlei Tiefgang und tragen wenig zur Handlung bei. Stattdessen lassen sie sich treiben und haben beim Weltuntergang nichts anderes im Kopf, als zu überlegen, wann und wo sie das nächste Mal miteinander ficken können.

Stilistisch hat der Autor noch etliche Kinderkrankheiten zu überwinden, ganz besonders Richtung Spannungsaufbau, Beschreibungen und Dialoge, denn im Grunde ist die gesamte Geschichte ungemein holprig geschrieben und vermag es nicht zu fesseln. Am schlimmsten sind die erotischen Szenen, bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Solch platte, pornohafte Sexbeschreibungen kennt man normalerweise nur aus „Einhand-Büchern“ des Gmünder Verlags, die mit Begriffen wie „Prügel“, „Rute“ und „Lustsahne“ nur so um sich werfen.

Fazit:
„Wolfklinge – Die schwarze Kathedrale“ ist ein Buch, dass man im Grunde gar nicht empfehlen kann, denn es hapert an so ziemlich allem: einer fesselnden, logisch aufgebauten Geschichte, einer in sich schlüssigen Fantasywelt, aktiven, sympathischen Charakteren mit Stärken und Schwächen und einem ausgereiften Schreibstil. Stattdessen bekommt man Einhand-Lektüre in Reinform mit pornohaftem Sex und Figuren, die trotz Weltuntergang und Untotenattacke dauergeil sind. In Zusammenhang mit dem schlechten Stil und den unendlich vielen Sexszenen, kann ich „Wolfklinge“ leider nicht empfehlen – wer gut geschriebene schwule Fantasy sucht, sollte sich bei Autoren wie Chris P. Rolls, Raik Thorstad, C. S. Pacat, Lynn Flewelling und Tanja Meurer umsehen.

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Veröffentlicht am 4. Juli 2017 in 1 Stern, Erotik, Familie, Gay, Rezensionen und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Nach Deinem Fazit hätte ich wirklich nicht mit vier Sternen gerechnet, sondern eher bei einem oder zwei.

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