[ROMAN] Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Autor: Ben Aaronovitch
Taschenbuch: 480 Seiten
ISBN: 978-3423213417
Preis: 4,49 EUR (eBook) / 9,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der junge Peter Grant hatte sich von der Arbeit als Polizist eigentlich mehr erhofft als Papierkram und Hilfsarbeiten für die erfahreneren Kollegen. Sein Wunsch geht in Erfüllung, als er eines Tages auf einen erstaunlichen Mordzeugen trifft: Nicolas Wallpenny, der Peter berichtet, dass der Täter binnen weniger Sekunden sein Gesicht verändert hat, ist ein bereits seit einhundert Jahren toter Geist. Schnell muss der Gesetzeshüter feststellen, dass es neben jenen Phantomen noch viele andere Wesenheiten gibt, von deren Existenz er nie etwas geahnt hätte, mit denen er es nun aber hautnah zu tun bekommt. Glücklicherweise bekommt er in Inspector Nightingale nicht nur einen neuen Vorgesetzten, sondern den letzten aktiven Zauberer an die Seite gestellt, den es in England gibt. Und Peter wird der erste Zauberlehrling seit Jahrzehnten …

Eigene Meinung:
„Die Flüsse von London“ stammt von Ben Aaronovitch, der sowohl als Buchhändler in London, als auch als Drehbuchautor (u.a. für die britische Fernsehserie „Doctor Who“) arbeitet, weswegen sich in seinen Büchern immer wieder Andeutung zu der englischen Kultserie finden. Der Roman eroberte die Bestsellerlisten im Sturm, so dass (Stand 2013) mit „Moon over Soho“ und „Whispers Under Ground“ bereits zwei Fortsetzungen erschienen sind und für 2013 wurde mindestens ein weiterer Roman mit dem Titel „Broken Homes“ angekündigt.

Ben Aaronovitch hat einen sehr schönen, witzigen und detailverliebten Stil. Bereits nach wenigen Seiten ist man vollkommen von der Geschichte und dem sympathischen Hauptcharakter Peter eingenommen, aus dessen Sicht alles erzählt ist. Dank der ausufernden Beschreibungen und der vielen kleinen Details offenbart sich dem Leser ein sehr plastisches und greifbares Bild der Metropole London. Der Autor lässt die Stadt aufleben, ohne dabei zu sehr über die Stränge zu schlagen. Die mystischen und fantastischen Aspekte verwebt der Autor geschickt mit aktuellen Trends und des modernen Flairs. Zwischendurch verliert sich der Schriftsteller zwar ein wenig in Beschreibungen und Hintergrundinformationen. Jedoch passt dies zu Peter, der als Charakter beschrieben wird, der sich leicht ablenken lässt und bis ins Detail Dinge erforschen will. So nimmt man diese ausufernden Erklärungen gerne hin, machen sie doch sowohl den Protagonisten als auch das Buch selbst plastischer.

Peter ist hierbei ein starker und nachvollziehbarer Handlungsträger, in den sich der Leser sehr gut hineinversetzen kann. Er stolpert mehr oder weniger durch die ganzen Ereignisse, und kommt dem Mörder teilweise mit sehr viel Glück, teilweise mit der Hilfe seiner Freunde auf die Spur. Ein großer Pluspunkt ist die Tatsache, dass der Held bei „Die Flüsse von London“ kein „Weißer“ ist, sondern ein „Farbiger“. Das gibt dem Buch eine besondere Note, die es von der gängigen, breiten Masse abhebt. Sehr angenehm ist auch, dass sich Peters Lernerfolge hinsichtlich Magie und Zauberei stark in Grenzen halten. Es bedarf mehrere Monate, bis er einen einfachen Lichtzauber zustande bringt, stundenlanger Übungen und jeder Menge durchlernte Nächte.

Die Nebencharaktere sind ebenso liebevoll und detailliert ausgearbeitet wie Peter – Inspector Nightingale ist interessant und geheimnisvoll; Molly, die Haushälterin des Folly alles andere als menschlich und seine Freundin und Polizistin Lesley nimmt immer wieder die Rolle als sein Gewissen ein, ist sie doch um ein Vielfaches bodenständiger. Die gutaussehende und selbstbewusste Flussgöttin Beverly, in die er sich im Laufe des Bandes verguckt, gibt da einen guten Gegenpol, ohne das es zu einer typischen Dreiecksbeziehung hinsichtlich Lesley kommt. Dies liegt vor allem daran, dass die Geschichte aus Sicht eines Mannes erzählt wird. Romantik und Gefühlsduseleien tauchen fast gar nicht auf, nur hin und wieder erliegt Peter dem schönen Geschlecht oder lässt sich ablenken. Nichtsdestotrotz liegt der Schwerpunkt von „Die Flüsse von London“ auf der Handlung, die eine bunte Mischung aus Comedy, Krimi, Mystery und Fantastik ist.

Fazit:
„Die Flüsse von London“ ist ein Muss für alle Urban Fantasy Fans, die genug von den typischen Liebesgeschichten haben, die dieses Genre geflutet haben. Ben Aaronovitch gelingt es den Leser mit viel Wortwitz und einem sehr flüssigen Schreibstil in ein London zu entführen, das lebendiger und mitreißender nicht sein kann. Zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 5. Juni 2017 in 5 Sterne, Comedy, Fantasy, Queer, Rezensionen und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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