[ROMAN] Vancouver Love von Corinna Bach

Autorin: Corinna Bach
eBook: 303 Seiten
ASIN: B06XSL6GG7
Preis: 3,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Eigentlich könnte zwischen Polizist Peter und dem First Native Jeremia alles in bester Ordnung sein, wäre da nicht Peters Unfähigkeit und Widerwillen eine wirkliche Beziehung einzugehen. Für Jeremia reicht die unverbindliche Freundschaft Plus jedoch nicht, will er sich mit Peter doch etwas Gemeinsames aufbauen. Just in dem Moment, als Jeremia sich von dem Polizisten trennt, stolpert dieser in das größte Problem seiner Karriere – die junge Native Mary, die er beim Taschendiebstahl erwischt hat, zeigt ihn wegen Vergewaltigung an. Für Peter bedeutet das Suspension und eine Menge Probleme. Da der Vergewaltiger ein Polizist war und Beweismittel verschwinden, ist Peter gezwungen auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei bekommt er Unterstützung von Jeremia, der sich nicht nur Mary helfen will, sondern Peter nicht vergessen kann …

Eigene Meinung:
Mit „Vancouver Love“ erscheint ein weiterer Teil der „Vancouver“-Reihe von Corinna Bach hinter der sich Brunhilde Witthaut verbirgt, die bereits mehrere Veröffentlichungen vorzuweisen hat. Der erste Roman der Reihe („Vancouver Dreams“) erschien noch im Sieben Verlag, Teil 2 („Vancouver Hope“) und 3 kamen bei Ullstein Forever als eBook heraus. Leser der ersten beiden Bände werden sowohl Liam und Zac, als auch Oliver und Ethan treffen, denn die Figuren tauchen am Rande von „Vancouver Love“ ebenfalls auf.

Die Geschichte dreht sich zum einen um die Beziehung zwischen Peter und Jeremia, die einander zwar lieben, jedoch eine unterschiedliche Auffassung von Beziehung haben und natürlich um Marys Anzeige und die Vergewaltigung. Hinzu kommen noch einige Nebenplots wie Peters streitsüchtiger Vater, der seinem Sohn das Leben zur Hölle macht und der Rassismus gegen Natives, der sich vor allem in Kleinigkeiten zeigt. Die Autorin verknüpft all diese Punkte zu einer gut durchdachten und ausgewogenen Handlung, die den Leser von der ersten Seite an fesselt. Gerade die Probleme der Natives sind sehr gut umgesetzt und weisen auf ein Thema hin, das leider noch immer aktuell ist (man muss sich nur mal die Hintergründe zum Highway of Tears ansehen …). Gut eingebaut wurden auch Peters traumatische Erlebnisse in seiner Kindheit in Bezug auf seine Unfähigkeit sich auf eine Beziehung mit Jeremia einzulassen. Nichtsdestotrotz muss man auf romantische und erotische Szenen nicht verzichten, denn Corinna Bach nimmt sich genügend Zeit, die beiden gänzlich unterschiedlichen Charaktere Stück um Stück wieder zusammenzuführen.

Ein großer Pluspunkt sind die lebendigen Charaktere – gerade Peter ist sehr gut ausarbeitet und gerade durch seine Fehler und Schwächen sehr sympathisch. Man kann sich sehr gut in ihn hineinversetzen und versteht, warum er Angst vor eine festen Bindung hat. Auch Jeremia steht ihm in nichts nach, wenngleich er ab und zu fast zu perfekt wirkt. Doch das passt, da er im Gegensatz zu Peter seine Mitte gefunden hat und nicht so leicht aus dem Konzept gebracht werden kann. Sein Kontakt zur Geisterwelt hilft ihm zudem dabei eine Entscheidung zu treffen, ebenso ist er, wie die meisten Natives, sehr naturverbunden. Mary tangiert irgendwo dazwischen – sie wirkt ziemlich haltlos und versucht als Native in der „Welt der Weißen“ zu überleben und sich selbst zu helfen (weswegen sie Peter letztendlich anzeigt). Sie ist haltlos, einsam, mitunter etwas biestig, aber sie hat dafür auch alle Gründe. Schön ist es bekannten Gesichtern zu begegnen, wobei nur Liam aus „Vancouver Dreams“ einen größeren Part einnimmt, da er Mary in seinem Jugendwohnheim aufnimmt.

Stilistisch gibt es nichts zu beanstanden – Corinna Bach hat einen sehr routinierten, flüssigen Stil. Man merkt, dass sie im Buchgeschäft ein alter Hase ist und schon etliche Veröffentlichungen vorzuweisen hat. So sind die Beschreibungen von Vancouver sehr lebendig und mitreißend (man hat durchaus das Gefühl durch die einzelnen Viertel zu wandern), ebenso die Darstellung und Dialoge der Charaktere. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Peter und Jeremia, so dass man beide Hauptfiguren kennenlernen und sich mit ihnen identifizieren kann. Es macht Spaß Peter und Jeremia zu begleiten und gemeinsam mit ihnen auf Verbrecherjagd zu gehen.

Fazit:
„Vancouver Love“ ist ein schöner Gay Romance mit einer ordentlichen Portion Krimi (wenngleich der Fokus nicht so stark auf dem Fall liegt, wie man es bei ihren Gay Krimis („Claude Bocquillon“) gewöhnt ist. Nichtsdestotrotz macht die Geschichte von Peter und Jeremia Spaß und Lust auf mehr. Corinna Bach sind starke Persönlichkeiten gelungen, die den Leser schnell gefangen nehmen. In Kombination mit dem schönen Schreibstil erwartet den Leser eine ausgewogene Mischung aus Romantik und Krimi gewürzt mit einem guten Einblick in die Problematik First Nation. Wer Corinna Bachs Romane mag, sollte sich dieses Wer nicht entgehen lassen – sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 4. Mai 2017 in 5 Sterne, Drama, Gay, Krimi, Rezensionen und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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