Archiv für den Monat Februar 2017

[ROMAN] Der ehrenwerte Dieb von James Buchanan

Autoren: James Buchanan
Taschenbuch: 360 Seiten
ISBN: 978-3960890683
Preis: 5,99 EUR (eBook) | 12,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Nachdem der Einbrecher und Dieb Caesar Serrano mitbekommt, dass er eine leidenschaftliche Nacht mit dem LAPD Officer Nathan Reilly verbracht hat, nimmt er sich vor, den gutaussehenden Mann nicht mehr wiederzusehen. Als er jedoch bei einem Beutezug in einer Villa auf kinderpornografische Fotos stößt, wendet er sich an Nathan der ihm seine Unterstützung verspricht. Gemeinsam gehen sie zur Polizei, wo Caesar für seine Aussage einen Deal mit der Staatsanwaltschaft heraushandeln kann. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse, denn die Villa gehört nicht nur einem hohen Tier der Polizei, jemand versucht auch Caesar auszuschalten, um dessen Aussage vor Gericht zu verhindern. Gemeinsam mit Nathan, der von seinem Vorgesetzten zu Caesars Leibwächter berufen wird, flieht der junge Dieb aus der Stadt …

Eigene Meinung:
James Buchanan ist einer der bekanntesten englischsprachigen Autoren im Gay-Genre und hat sich mit Dutzenden Reihen und Einzelbüchern einen Namen gemacht. Mit „Der ehrenwerte Dieb“ legt deadsoft erstmals eines seiner Werke in deutscher Sprache vor.

Die Geschichte verspricht einen spannenden Krimi, der mit der Liebesgeschichte zweier ungleicher Männer gewürzt ist. Leider hält das Buch überhaupt nicht, was man sich vom Klappentext verspricht – statt Spannung, Action und eines ausgeklügelten Krimis bekommt man vorwiegend Sex! Denn viel mehr machen Nathan und Caesar nicht, wenn sie allein in einem Raum sind – selbst in den unmöglichsten Situationen haben sie nichts Besseres zu tun, als es miteinander zu treiben. Da wundert es nicht, dass Nathan während der Flucht zu keiner Sekunde auf die zündende Idee kommt, wie ihre Häscher sie jedes Mal so schnell finden können (etwas, was dem Leser schon nach wenigen Seiten klar ist). Auch sonst dreht es sich bei „Der ehrenwerte Dieb“ eher um Erotik und platten Sex, als um die Rahmenhandlung. So interessant die Grundidee ist und so viel man aus der eigentlichen Krimihandlung hätte machen können – der Autor setzt nichts davon um. Stattdessen konzentriert er sich auf die ausufernden Sexszenen, die man nach dem vierten Mal (im ersten Drittel) gelangweilt überblättert. Auch ist es nicht verwunderlich, dass die Lösung des Krimis und die ganze spannende Handlung lediglich am Rande abläuft und die Figuren keinerlei erwähnenswerten Einfluss mehr darauf haben – vieles wird am Ende in wenigen Sätzen zusammengefasst, um wenigstens das wichtigste der Grundidee zu klären.
Das macht James Buchanans Roman ungemein langweilig und unspektakulär, wenngleich die Nicht-Sex-Szenen gut beschrieben und in sich logisch sind. Das betrifft sowohl Caesars Einbruch, als auch die Befragung der Polizei und die Mühlen der Justiz. Hier hat man das Gefühl, dass sich der Autor durchaus mit den Grundlagen beschäftigt oder entsprechend tiefgehend recherchiert hat.

Die Charaktere sind durchaus sympathisch und können beide überzeugen – wenn man von dem übermäßigen Sextrieb einmal absieht. Caesar ist ein starker Charakter, der aufgrund seiner Herkunft und seines bisherigen Lebens eine spannende Grundlage bietet und sich im Laufe der Geschichte durchaus weiterentwickelt. Auch Nathan als offen schwuler Polizist ist gut in Szene gesetzt und überzeugt mit seiner loyalen und sympathischen Art.

Stilistisch ist der Roman gut und solide – James Buchanan weiß wie man schreibt und hat ein Händchen für Beschreibungen von Stadt und Land. Gerade L.A. ist sehr stimmungsvoll und atmosphärisch beschrieben – man kann sich die Stadt sehr gut vorstellen. Auch die Dialoge sind gut umgesetzt, ebenso die Erotikszenen, wenngleich sich diese mit der Zeit auch sprachlich wiederholen. Ein großes Manko ist jedoch die deutsche Übersetzung – das Buch wimmelt vor Rechtschreibfehlern, mangelhafter Zeichensetzung und fehlenden Worten. Hin und wieder werden auch Verben in Sätze eingebaut, die überhaupt nicht zum Kontext passen, so dass einige Abschnitte keinen Sinn mehr ergeben. Hier fehlt definitiv ein Korrektor, der zumindest die gröbsten Schnitzer entfernt und den Sätzen einen Sinn gibt. Wer sich bei Fehlern schnell aus dem Konzept bringen lässt, sollte sich vorab überlegen, ob er „Der ehrenhafte Dieb“ unbedingt im Regal braucht – das Buch bietet leider nicht die gewohnte deadsoft-Qualität und vergällt den Spaß am Lesen.

Fazit:
„Der ehrenwerte Dieb“ verspricht inhaltlich viel, kann jedoch nur wenig halten – die Geschichte ist zu sexlastig, was auf Kosten der Logik und der Spannung geht. Der Krimiplot bleibt zu 90% auf der Strecke und wird nur am Rande behandelt, stattdessen bekommt man alle 10 Seiten eine ausufernde Sexszene präsentiert. Da können auch die sympathischen Figuren nicht mehr viel retten, was sehr schade ist. In Kombination mit den vielen Fehlern innerhalb der deutschen Übersetzung, kann ich dieses Buch nur Lesern empfehlen, die auf viel Erotik und Sex aus sind. Wer einen spannenden Krimi sucht, ist bei diesem Buch falsch – leider nicht zu empfehlen.

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[LIKE A DREAM] Vorstellung Tanja Meurer

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Hallo in die Runde,

dieses Wochenende habe ich eine weitere Autorin für euch – meine Frau Tanja Meurer, die mehr über sich, ihre Bücher und ihre Geschichten erzählt 🙂tanja-bw

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Über mich – hmmm …
Eigentlich hat sich seit dem letzten Interview auf LaD recht wenig verändert.
Ich komme aus Wiesbaden und wohne auch dort, schreibe seit ewigen Zeiten, bin Rollenspielerin / Spielleiterin verschiedener Systeme, zeichne und lese in erster Linie kriminalhistorische Fachbücher, was sich auch immer in den Romanen, Novellen, Kurzgeschichten und im Rollenspiel niederschlägt. Geschichte ist generell sehr wichtig für mich. Schwerpunkte hierbei sind Regionalgeschichte, Kriminalgeschichte, Architekturgeschichte, die Victorianische / Wilhelminische Zeit, aber auch die Schwerpunkte 1. und 2. Weltkrieg. Hierzu habe ich ein sehr großes Arsenal an Sachbüchern und Fachliteratur. Generell ist für mich – gerade auch in Hinsicht auf das Schreiben – gründliche Recherche wichtig. Aus der kriminalhistorischen Ecke bekomme ich zusätzlich als Bonus auch immer noch ein gutes Stück Zeitkolorit und psychologische Denkansätze der Vergangenheit mit.

Um vom Schreiben leben zu können, müsste ich definitiv anders schreiben und andere Themen aufgreifen. Nein, ich arbeite als Projektassistentin im Baubereich, aus dem ich auch komme.

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Als Kind empfand ich die üblichen Kinderkrimis als außerordentlich langweilig und unblutig, nachdem ich mit sieben Jahren die Edgar Wallace-Romane meiner Mutter in die Hände bekommen hatte. Also fing ich mit acht an, „spannendere“ Krimis zu schrieben – vollkommener Quatsch. Meinen ersten wirklichen, ernstzunehmenden Krimi mit Recherche und viel Planung (nach dem allseits beliebten Who-done-it?-Schema) habe ich mit dreizehn geschrieben und auch gleichzeitig illustriert. Irgendwann werde ich Winnie Johnson auch wieder ausgraben und ihre Geschichte neu schreiben. An dem Buch hatte ich wirklich viel Spaß 🙂

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Wenn ich nicht schreiben darf, müssen alle Ideen im Rollenspiel raus, aber auch das reicht mir nicht als Ausdrucksform. Ich hätte gerne viel mehr Zeit dafür. Aber leider lebe ich in der Realität, soll heißen, Haushalt und Leben müssen wichtiger sein. Deswegen bin ich auch oft unausstehlich und fühle mich wie in einen Panzer eingezwängt. Das Gefühl ist entsetzlich …

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Bruderliebe“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Einigen sind Till und Tim bereits aus alten Geschichten und der Erwähnung bei „Der Rebell“ ein Begriff. Diese beiden Jungs sind die covereigentliche Basis der „Schattengrenzen“ (Mystery-Thriller-) Reihe, die ursprünglich „Darkside“ hieß. „Darkside“ und „Blutmond“ beispielsweise sind alte Geschichten um Onkel Konstantin, Till und Timmy. Im XIMAG Magazin hatte ich die Geschichte sogar angefangen als Comic umzusetzen. Genaugenommen sind die beiden alte Begleiter aus der Mitte er 90er Jahre, die mit in die Gegenwart gewandert sind und nun im Rahmen der bald wieder auflebenden Schattengrenzen nach einem eigenen Buch schreien.

Was hast du neben „Bruderliebe“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Einige für 2017. „Glasseelen“ soll im Mai bei „Edition Roter Drache“ neu erscheinen, „Der Rebell“ und dann auch der Folgeband mit dem Arbeitstitel „Hass“ kommt im Frühsommer / Sommer bei „HOMO Littera“ heraus und „Die Seelenlosen“ (Die Stadt der Maschinenmagie) ist bei DeadSoft neu erschienen und die weiteren Bücher sollen dort ebenfalls herauskommen (ist ja eine Steamfantasy-Kriminalreihe). Dort soll auch „Verborgener Feind“, die Fortsetzung der Krimi-Reihe „9 mm“ erscheinen. Der Folgeband ist (genau wie „Glasseelen“ in der Überarbeitung). Dann möchte ich aber auch die Geschichte um Wolff (bekannt aus „Herbst“, „Der Misanthrop“ und „Siegfrieds Lust“) weiterstricken, die Geschichte um Till und Tim, aber natürlich auch meine beiden Damen aus „Rauhnacht“ in den Folgebüchern aufgreifen. Aber mir fehlt leider so verdammt viel Zeit …!

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Nein, ich habe keine direkte Muße … allenfalls vielleicht der von mir so sehr verehrte Ernst Gennat, seines Zeichens der Erfinder und Grundsteinleger moderner Kriminalistik. Er ist 1904 in den preußischen Polizeidienst eingetreten und hat die Prüfung im Mai 1905 absolviert. Danach stand seiner steilen Karriere im Polizeipräsidium am Alexanderplatz (Berlin) nichts mehr im Wege. Er hat erst die Grundlagen der Spurensicherung, der Vernehmung und der Katalogisierung der Berufsverbrecher geschaffen. Dieser Mann war weder besonders schön noch sportlich, aber er ist für mich einer der genialsten Männer überhaupt und er genoss auch bei den Verbrechern sehr hohes Ansehen. Wahrscheinlich habe ich ziemlich alles gelesen, was es über ihn zu lesen gibt. Seine Arbeit ist oft in meinen Romanen (auch in „Die Stadt der Maschinenmagie“) die Basis meiner Ermittler.

Meine Ideen sind ständige Begleiter, oft nur ein Ort, ein Name, ein Haus, bevor sie zu dem Rahmen und einer komplexen Handlung mutieren.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Plot gut durchdenken, recherchieren und zusammenführen. Logik wird generell für die Handlung nicht gebogen, geschichtliche Fakten nicht verändert. Oft überarbeite ich das MS noch sehr gründlich, um noch mehr aus den Figuren und der Handlung herauszuholen. Jede Figur bringt ihr eigenes Spektrum, ihre eigene Geschichte, Widersprüche und Persönlichkeit mit, Handlung, Ort, Zeit und Fall tun ihr übriges. Das Zusammenspiel ist das einzig wichtige.

Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Ja: die Zeit dafür zu finden; in meiner Freizeit. Aktuell versuche ich 20 bis 40 Minuten in der Mittagspause zu schreiben oder zu überarbeiten, je nachdem. Aber es ist sehr ineffizient mit vor dem Bürorechner aufgebautem Laptop zu sitzen, in der Sicherheit, ohnehin
jeden Anruf anzunehmen, nebenbei wichtige Mails zu beantworten oder die Schreiberei für den Tag zu lassen, wenn ein Projektleiter kommt und mir etwas diktiert.
Privat frisst mich allerdings auch die Zeit auf – der Haushalt, die Tiere … 😦

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Geräuschkulisse habe ich reichlich in der Mittagspause 😉 und nein, es stört mich absolut nicht. Ich habe auch schon auf dem Flughafen und im Zug gearbeitet. Mir ist generell vollkommen „rille“, was um mich herum passiert. Wenn ich in der Geschichte bin, dann zumeist ganz.
Ansonsten habe ich „Glasseelen“ unter „Einfluss“ von „Mortem Vlad Art“ und „Chaostar“ geschrieben. Die beiden Bands fassen as Feeling unter Berlin, die Morbidität, perfekt zusammen.
„Avantasia“, „Blind Guradian“, „Rhapsody“, etc. eignen sich für High-Fantasy-Schlachtszenen. Ansonsten unterstützen aber auch bestimmte Filme das Feeling perfekt.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Von Historikern ja, ansonsten nein, gar nicht. Schließlich trage ich meine eigenen Reihenwelten ohnehin immer mit mir spazieren.

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Würde? Ich glaube, wenn man etwas versuchen will, kann man das, ohne jedes vielleicht.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Daheim (der Haushalt perfekt gemacht, sodass mich nichts mehr aus dem Konzept bringen kann), mit einem Anschluss meiner Tasse an die Kaffeemaschine in der Küche, sodass ich vom Wohnzimmer aus nur auf den Knopf zu drücken bräuchte, Mucke in der Dauerschleife (natürlich passend zum Buch) und zwei schlafende Katzen rechts und links von mir.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Als meine Mutter noch lebte, war sie von der Schreiberei begeistert, aber das war alles nur handschriftliches Zeug. Sie hat nur die Veröffentlichungen von Kurzgeschichten miterlebt, aber zu dem Zeitpunkt nicht mehr wahr genommen. Mein Vater ist weniger begeistert. Laut ihm sollte ich mich in erster Linie auf meinen Brot-Job konzentrieren (was ich auch immer mache, denn ich liebe meinen Job, das Unstete und die vielen Aufgaben). Meine Tante hat auch nur meinen ersten Roman mitbekommen. Sie ist im gleichen Jahr und kurz vor Erscheinen des zweiten Buches gestorben.
Die meisten meiner Freunde kratzt es nur bedingt, dass ich schreibe, einige finden es cool, für andere ist es unwichtig, weil sie mit mir befreundet sind, nicht mit meinen Büchern. Was Juliane, meine Frau, dazu denkt – sie mag die Bücher und liest sie gerne.

Was würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Wenn Du Erfolg willst, schreib Mainstream und sei nach Kräften romantisch, sexy, erotiklastig und unlogisch oder am besten Amerikaner mit amerikanischem Großverlag dahinter. Wenn Du anders bist, außergewöhnlicher, nicht mainstreamig, mit mehr Handlung als Romanze, finde dich besser damit ab, dass Du für große Verlage nicht ganz so gut passt. Aber … Du hast eins: eine kleine, richtig starke und geniale Fangemeinde, die Dir persönlich etwas bedeutet, die Du mit Namen kennst und deren ganzes Leben Dich wie Dein eigenes begleitet. Und ernsthaft? Das ist um Längen besser und greifbarer als alles andere 🙂

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Zu schreiben 😉


Vielen Dank an Tanja für die ausführlichen Antworten – ich hoffe euch in der kommenden Woche einen weiteren Autoren vorstellen zu können 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Ich gebe dir die Sonne von Jandy Nelson

Autor: Jandy Nelson
Hardcover: 480 Seiten
ISBN: 978-3570164594
Preis: 13,99 EUR (eBook) / 17,99 EUR (Hardcover)
Bestellen: Amazon

Story:
Die Zwillinge Noah und Jude sind unzertrennlich, bis Jude Make-Up, Kleider und Jungs für sich entdeckt und ihr Bruder sich in seine Traumwelten zurückzieht, nur noch für das Malen lebt und sich in den Nachbarsjungen Brian verliebt. Wenige Jahre später reden sie kaum noch miteinander und haben nach Hausen hin die Plätze getauscht – aus der Draufgängerin Jude ist eine introvertierte Außenseiterin geworden, die auf eine Kunsthochschule geht; Noah hat sich angepasst, das Malen aufgegeben und sich selbst hinter einer Mauer versteckt.

Erst als Jude sich entschließt bei dem Steinhauer Garcia ein Praktikum zu machen und sie auf den charismatischen Fotografen Oscar trifft, bröckeln die Fassaden und offenbaren Geheimnisse, die das Leben von Jude, Noah und deren Familie auf den Kopf stellen – und mit etwas Glück zurück in normale Bahnen lenken …

Eigene Meinung:
Mit „Ich gebe dir die Sonne“ erschien der zweite Roman von Jandy Nelson bei cbj, wo ihr Debüt „Über mir der Himmel“ ebenfalls erhältlich ist. Das vorliegende Buch befand sich mehrere Wochen in den Bestsellerlisten und erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise. Die Filmrechte wurden bereits an Warner  Bros. verkauft.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen – Noahs Sicht erzählt die Ereignisse der Familie als die Zwillinge ungefähr 13/14 Jahre alt sind; Judes Perspektive greift den Faden zwei Jahre später auf und zeigt die aktuellen Geschehnisse und enthüllt Geheimnisse. Auf sehr eindringliche Art und Weise offenbart Jandy Nelson, was mit den Zwillingen und ihrer Familie geschehen ist und gibt nach und nach Einblick in das Leben von Jude und Noah. Für beide spielt die Mutter eine zentrale Rolle, denn sie ist der Antrieb für die Geschwister; ganz besonders für Noah, der sich stark über seine Bilder und Träume ausdrückt, während Jude zu Beginn ihrer Pubertät eher Schwierigkeiten mit ihr hat. Für beide ist es ein Schock, als sie tödlich verunglückt und einen Scherbenhaufen zurücklässt, den die Geschwister allein kaum bewältigen können, insbesondere da sie wie Fremde nebeneinander her leben und stumm geworden sind.
Für den Leser ist es toll, wie die Geheimnisse und Hintergründe Schicht für Schicht offenbart werden und die Wahrheit mit jeder Seite offenbart wird. Dabei reifen die Figuren, allen voran Jude, die sich selbst aus einem selbstgewählten Käfig befreien muss, um ihrem Bruder Noah und ihrem Vater zu helfen. Jandy Nelson gelingt es den Leser von der ersten Seite an zu fesseln, wenngleich man ein wenig Zeit braucht, um den Einstieg in „Ich gebe dir die Sonne“ zu schaffen.

Ein ganz besonderer Pluspunkt sind die authentischen, gut ausgearbeiteten Charaktere, die einen schnell ans Herz wachsen. Sowohl Noah, der für die Kunst lebt, in seinem Kopf Bilder malt und jede Sekunde dafür nutzt, um seine Träume auf Papier zu bannen, als auch Jude, die mit dem Geist ihrer Großmutter redet und den abergläubischen Regeln der Familienbibel genauestens folgt, sind unheimlich sympathisch und sehr gut nachvollziehbar. Man erlebt mit Noah den Zauber der ersten Liebe zu Brian, der für Astronomie und den Weltraum lebt und ist nah bei Jude, als sie auf Oscar trifft und dessen Charme nur schwer entkommen kann.
Auch die Nebencharaktere sind sehr angenehm in Szene gesetzt und können überzeugen. Seien es Garcia, Oscar, Brian oder die Eltern der Zwillinge – man kann jeden gut nachvollziehen und die einzelnen Beweggründe verstehen. Sie passen gut zu Noah und Jude, die abwechselnd und auf verschiedenen Zeitebenen die Geschichte erzählen.

Stilistisch ist „Ich gebe dir die Sonne“ gut geschrieben, auch wenn man zu Beginn ein wenig braucht um in das Buch zu kommen. Hat man den Einstieg jedoch geschafft, fällt es dem Leser schwer das Buch aus der Hand zu legen – Jandy Nelson hat einen sehr lebendigen, fesselnden und bunten Stil, ganz besonders wenn es um die fesselnden und farbenfrohen Beschreibungen von Noahs Bildern und seinem unsichtbaren Museum geht. Allgemein hat Jandy Nelson ein Händchen dafür die Gedanken und Gefühle der Künstler zu Papier zu bringen und auf diesem Weg auch der Kunst ein passendes Denkmal zu setzen – denn „Ich gebe dir die Sonne“ ist in vielerlei Hinsicht ein Liebesbrief an die Kunst.

Fazit:
„Ich gebe dir die Sonne“ ist ein wundervolles Jugendbuch, das sowohl durch tolle Charaktere als auch durch eine schöne, fesselnde Handlung überzeugen kann. Jandy Nelson hat eine wundervolle, bildhafte Sprache, die das Herz berührt und dafür sorgt, dass man den Roman nicht so schnell aus der Hand legen kann. Wer Jugendbücher im Stil von „Die Mitte der Welt“ mochte, dem wird auch „Ich gebe dir die Sonne“ gefallen – sie ähneln einander und sind doch auf wundervolle Art und Weise anders. Bedenkenlos zu empfehlen!

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[ROMAN] Der Klippenspringer von Barbara Corsten

Autor: Barbara Corsten
Taschenbuch: 392 Seiten
ISBN: 978-3960890539
Preis: 13,95 EUR (Taschenbuch) / 5,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Der junge Kroate Ante verbringt sein Leben in Angst und Schrecken, ist er doch anders als die anderen Männer des kleinen Fischerdorfes. Von Gleichaltrigen gejagt und verprügelt, während die dörfliche Gemeinschaft wegsieht, schöpft er Hoffnung als er den Klippenspringer Kristijan besser kennenlernt und sich in diesen verliebt. Doch obwohl seine Gefühle erwidert werden, haben die beiden keine Chance. Die Angriffe auf Ante werden schlimmer, bis dessen Mutter schließlich nur einen Ausweg sieht – die Flucht nach Zagreb, wo ihr Sohn das Glück hat zu sich selbst zu finden und endlich Freunde findet, die ihn so akzeptieren wie er ist. Während Ante endlich zu sich selbst findet und sich ein neues Leben aufbaut, kann er seine erste Liebe Kristijan nicht vergessen, von dem er sich verraten fühlt …

Eigene Meinung:
„Der Klippenspringer“ ist ein dramatisches, sehr tiefgründiges Buch von Barbara Corsten und erschien im Dezember 2016 im deadsoft Verlag. Nach „Trust – Eine Frage des Vertrauens“ ist dies der zweite Roman der Autorin.

Der Leser begleitet den jungen Ante ungefähr ein Jahr lang bei seiner Suche nach einem Platz im Leben und erfährt dabei einiges über Kroatien und die historischen Ereignisse des Landes. Gerade letzteres macht den Roman so authentisch und sorgt dafür, dass man ihn ab einem gewissen Punkt nur schwer aus der Hand legen kann. Man merkt, dass die Autorin eine Menge Recherche für „Der Klippenspringer“ betrieben hat, um gesellschaftlichen Hintergründe und historische Fakten von Kroatien passend einzuweben und gerade ältere Charaktere auf diesem Weg lebendig zu machen. Natürlich liegt der Schwerpunkt auf Ante, aus dessen Sicht erzählt wird, aber Barbara Corsten beleuchtet auch die Nebencharaktere und gibt ihrer Vergangenheit Platz. Spannend ist auch, dass die sexuelle Orientierung des Protagonisten im Laufe des Romans teilweise in den Hintergrund rückt – natürlich ist es Antes Homosexualität Dreh- und Angelpunkt, dennoch spielt auch seine Entwicklung vom Prügelknappen zum Mann eine wichtige Rolle, denn er fasst Mut und Vertrauen, lernt sich selbst besser kennen und entwickelt eine Stärke, die man ihm zu Beginn kaum zugetraut hätte. Einzig die Tatsache, dass all das binnen eines Jahres passiert, wirkt ein wenig unrealistisch, denn es geht fast zu schnell. Hier wäre es realistischer gewesen, wenn die Autorin ihrem Helden mehr Zeit zugestanden hätte.

Wie bereits erwähnt sind die Charaktere sehr lebendig und authentisch. Der Leser kann sich sehr gut in Ante hineinversetzen und durchlebt mit ihm den Schrecken und die Angst, die er vor den Männern des Dorfes hat. Man erlebt seine Wandlung hautnah mit und ist immer an seiner Seite, ganz gleich ob er vor seinen Peinigern flieht, oder in Zagreb neue Freunde findet. Besonders gelungen sind Barbara Corsten Richard und Miro, die für Ante und dessen Mutter sehr wichtig werden. Beide haben eine bewegte und dramatische Vergangenheit hinter sich, die im Grunde ein eigenes Buch verdient hätte und Antes Geschichte teilweise den Rang abläuft. Sie sind tolle Figuren, die „Der Klippenspringer“ ungemein aufwerten und den Leser mit den Schrecken des Krieges konfrontieren.

Stilistisch legt die Autorin einen sehr schönen, stimmigen Roman vor, der vorwiegend aus Antes Sicht erzählt wird. Nur hin und wieder mischt sich eine andere Erzählperspektive ein – zu Beginn berichtet Kristijan aus seiner Sicht über Antes Probleme, später verliert sich seine Stimme, was ein wenig irritiert, denn man hat mit einem beständigen Wechsel der Perspektiven gerechnet. Das wirkt ein wenig unstimmig – vielleicht wäre es besser gewesen, die Geschichte nur aus Antes Sicht zu schreiben. Dennoch hat Barbara Corsten einen sehr eindringlichen, bildhaften Stil, der den Leser berührt und gut zu den Figuren und den Geschehnissen passt.

Fazit:
„Der Klippenspringer“ ist ein gelungenes, sehr intensives Drama, das durch tolle Charaktere und einen sehr schönen, stimmungsvollen Schreibstil besticht. Hin und wieder laufen einige Figuren dem Helden den Rang ab, nichtsdestotrotz ist man immer nah am Protagonisten und seiner Entwicklung zum Mann. Barbara Corsten legt einen gefühlvollen Roman vor, der sich aufgrund des Handlungsortes (Kroatien) und der damit einhergehenden historischen Ereignisse angenehm von anderen Dramen im Gay Romance Genre abhebt. Zu empfehlen.

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[LIKE A DREAM] Vorstellung Karo Stein

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Hallo in die Runde,

letzte Woche konnte ich leider keinen Autoren präsentieren – dafür gibt es heute ein Interview mit Karo Stein, deren Geschichte die Anthologie einläutet :karo)

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du?Schreibst du Hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Ich lebe mit meiner Familie in Quedlinburg, einer kleinen, geschichtsträchtigen Stadt am östlichen Harzrand. Seit ungefähr drei Jahren schreibe ich hauptberuflich und genieße diese Möglichkeit sehr. Neben meiner Familie und dem Schreiben häkle ich gern, liebe es mit Papier zu basteln und probiere allgemein gern neue Ideen und Basteltrends aus. Seit letztem Jahr habe ich einen Garten. Mit den Händen in der Erde zu buddeln, ist beinahe berauschend. Außerdem kann ich endlich im Sommer im Freien schreiben. Als Ausgleich zur Familie und zum Schreiben mache ich orientalischen Tanz. Seit sechs Jahren leite ich meine eigene Gruppe, mit der ich viel Spaß habe.

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Auch wenn ich als Kind und Jugendliche durchaus hin und wieder mal geschrieben habe, so war es jedoch nicht wegweisend für mich. Eigentlich bin ich tatsächlich durch eine Art Zufall zum Schreiben gekommen. Ich war eine zeitlang sehr aktiv in einem Bastelforum und sollte dort einen Kalender mit dem Thema QAF basteln. Ich hatte keine Ahnung, was diese drei Buchstaben bedeuteten und habe mich im Internet auf die Suche begeben. Noch nie hat mich eine Serie so angefixt wie „Queer as Folk“. Ich glaube, ich habe nächtelang vor demLaptop gesessen, jeden Zusammenschnitt und jede Szene aufgesaugt. Schließlich bin ich irgendwann bei fanfiktion.de gelandet und habe mich dort vermutlich durch das gesamte QAF- Sortiment gelesen. Im Nachhinein betrachtet, war ich wohl ein bisschen besessen davon. cover01Schließlich habe ich bei fanfiktion den freien Prosabereich gefunden und irgendwann war der Drang eine eigene Geschichte zu schreiben so groß, dass ich es einfach versucht habe. Das alles liegt erst knapp sieben Jahre zurück und es lässt mich immer wieder staunend innehalten, wie sehr sich mein Leben dadurch verändert hat.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Schreiben ist mein Lebenselixier. Auch wenn meine Familie natürlich noch eine Spur wichtiger ist, so muss ich wohl gestehen, dass ich, wenn ich eine längere Zeit nicht zum Schreiben komme, unleidlich und grummelig werde.

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Mehr als ein Traum“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Das ist eine Frage, die ich gar nicht beantworten kann. In meinem Kopf schwirren immer ein paar Ideen herum und diese hat, zumindest für mich, gut zum Thema der Anthologie gepasst.

Was hast du neben „Mehr als ein Traum“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Ich schreibe eigentlich immer. Zur Zeit arbeite ich am zweiten Teil meiner kleinen Serie „Alles Liebe“, außerdem gibt es ein neues Verlagsprojekt und ich überarbeite eine „alte“ Geschichte, die hoffentlich bald als Buch herauskommt. Im Laufe des Jahres möchte ich ein neues Jugendbuch zum Thema HIV herausbringen.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Ich habe zwei liebe Menschen, die mich unterstützen, mich antreiben, mir bei der Umsetzung von Ideen helfen und deren Begeisterung immer extrem ansteckend ist. Es gibt keinen geheimen Ort meiner Ideen. Sie sind einfach da, manche sind drängender, andere cover02zurückhaltend. Für jede Geschichte kommt irgendwann der richtige Zeit, um sie aufzuschreiben.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich setze mich hin und schreibe. Manchmal recherichere ich im Vorfeld, meisten aber erst, wenn es akut für den Verlauf wird. Ich schreibe linar, selbst wenn ich zukünftige Szenen bereits im Kopf habe.

Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Szenen, in denen viele Menschen gleichzeitig agieren, fallen mir schwer. Lange Diskussionen und philosophische Ergüsse findet man bei mir meistens auch nicht.

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Ich mag Musik zum Schreiben. Ein paar Bücher haben ihre eigene Schreibmusik, aber am liebsten habe ich The Cure auf den Ohren. Manchmal ist es auch so, dass ich mit anderer Musik nicht weiterkomme, aber sobald die ersten Töne vom „Plainsong“ erklingen, fliegen meine Finger nahezu von allein über die Tastatur. Das ist schon irgendwie verrückt.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Ich lese viel in Gay Genre und mit Sicherheit nehme ich aus Büchern, die mir gut gefallen auch eine Menge für mich selbst mit.

cover03In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Ich möchte gern mal einen Thriller schreiben.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Jeder Tag, an dem ich mit einer Geschichte gut vorankomme, ist perfekt.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Meine Familie unterstützt und motiviert mich. Meine Freunde sind neugierig, viele lesen meine Bücher und kommen auch zu meiner
jährlichen Lesung beim „Quedlinburger Bücherfrühling“ Das macht mich echt glücklich.

Was würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Mutig sein, niemals den Spaß am Schreiben verlieren und sich nicht zu sehr von den sozialen Netzwerken beeinflussen lassen

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Das ist ziemlich einfach: Ich wünsche mir, dass ich noch viele Bücher schreiben kann und hoffe, dass die Leser meine Geschichten auch weiterhin mögen. Ich möchte noch mehr Bücher zum Thema HIV schreiben und es wäre traumhaft, wenn ich auch an anderen Schulen Lesungen dazu halten könnte.

Vielen Dank!

Ich habe zu danken 🙂


Auch an dieser Stelle bedanke ich mich bei Karo für die tollen Antworten. Ich denke, ihr habt einen guten Einblick in das Leben und Arbeiten der Autorin bekommen. In den nächsten Wochen werden die restlichen Interviews online gehen – seid gespannt, wen ich noch für euch in petto habe 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Das andere Ende der Brücke von Elisa Schwarz

Autor: Elisa Schwarz
Taschenbuch: 568 Seiten
ISBN: 978-3960890379
Preis: 14,95 EUR (Taschenbuch) | 6,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Seit Patricks Ehemann bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, besteht das Leben des Fotografen aus Tristesse, Traurigkeit und Einsamkeit. Statt sich helfen zu lassen, verkriecht er sich oder versucht auf unorthodoxe Art und Weise mit dem Schmerz in seinem Innern klar zu kommen. Erst als er zufällig Zeuge eines Angriffs betrunkener Rechtsradikaler auf einen Fahrradfahrer wird, reißt Patrick aus seiner Lethargie und zwingt ihn dazu sich mit dem Tod seines geliebten Mannes auseinander zu setzen. Dabei stehen ihm nicht nur neue und alte Freunde zur Seite, nach und nach ist er auch wieder in der Lage sein Herz zu öffnen und einer neuen Liebe Platz zu machen – auch wenn ein steiniger Weg vor ihm liegt …

Eigene Meinung:
Mit „Das andere Ende der Brücke“ legt Elisa Schwarz nach „Eigentlich …“ ihren zweiten Roman bei deadsoft vor. Dabei schlägt sie dieses Mal eher ernste Töne an, denn es geht um Trauerbewältigung und die damit einhergehenden Verlustängste und psychischen Probleme. Daher ist „Das andere Ende der Brücke“ wesentlich dramatischer als ihr Debüt.

Die Geschichte setzt über ein Jahr nach dem Unglücksfall ein und man lernt Patrick als in sich gekehrten, verzweifelten Mann kennen, der von seiner Umwelt kaum etwas mitbekommt und über den Tod seines Ehemanns nicht hinwegkommt. Die Autorin lässt sich viel Zeit seinen desolaten und trauernden Zustand zu beschreiben, der sich mitunter auch selbstzerstörerisch auswirkt. Erst nach und nach taucht Patrick aus seines Isolation auf – teils durch Freunde, die ihn aus den Tiefen seiner Trauer ziehen, teils durch einen Psychologen, der sich seinen Problemen widmet und ihn dabei unterstützt den Tod seines Mannes zu verarbeiten. Auch das Finden einer neuen Liebe wird für Patrick im Laufe des Buches möglich, wenngleich er dafür einige Hürden zu überwinden hat. Dabei ist es angenehm, dass der Leser nicht weiß, wer Patrick letztendlich für sich gewinnen kann, auch wenn man natürlich einige Vermutungen hat.
Elisa Schwarz lässt sich Zeit mit ihrer Geschichte und erzählt Patricks Wandlung vom Eigenbrötler zu einem Mann, der neuen Mut gefasst hat auf fast 600 Seiten. Dadurch gelingt es ihr sehr umfassend und eingehend auf Patricks Gefühlswelt einzugehen und seine unterschiedlichen Stadien genau zu beschreiben. Man kann sich gut in ihn hineindenken und lernt seine Vergangenheit erst nach und nach kennen – zumeist dann, wenn er sich dieser selbst stellen muss. Dadurch gelingt der Autorin ein sehr tiefgründiges, berührendes Buch, das nicht nur gut umgesetzt, sondern auch gut recherchiert ist. Einzig die Längen am Anfang sind ein wenig störend, da sie ein schnelles Eintauchen ins Buch ein wenig hemmen und man das Gefühl hat, dass zum Ende hin viele Punkte übersprungen werden, die durchaus so ausführlich hätten beschrieben werden können, wie am Anfang.

Die Charaktere sind passend und authentisch in Szene gesetzt und können durchweg überzeugen. Sei es Patrick, der einen weiten Weg aus der Trauer und Dunkelheit zurücklegen muss, um ins Leben zurückzufinden, oder seine Freunde und Familie, die bedingungslos zu ihm halten und alles daran setzen ihn dabei zu unterstützen. Alle werden eingehend beleuchtet, wenngleich der Schwerpunkt natürlich auf Patrick liegt und man ihm als Leser ganz besonders nahe kommt.

Stilistisch ist „Das andere Ende der Brücke“ gut umgesetzt und verspricht angenehme, sehr emotionale Lesestunden. Elisa Schwarz hat einen sehr feinfühligen, manchmal aber auch recht ausschweifenden Stil, über den man ganz zu Beginn immer wieder stolpert. Hin und wieder verliert sie sich in ausufernden Beschreibungen, die den Lesefluss hemmen und dem Buch den Schwung nehmen. Das ist natürlich Geschmackssache, doch an einigen Stellen wäre weniger mehr gewesen. Nichtsdestotrotz schafft sie es die Gefühle und Gedanken ihres Protagonisten sehr eingehend und mitreißend darzulegen und den Leser zu fesseln.

Fazit:
„Das andere Ende der Brücke“ ist ein gelungenes Drama, in dem es um Verlust, Tod und Trauer geht. Die emotionale, tiefgründige Geschichte wartet mit sehr authentischen, gut nachvollziehbaren Charakteren und einem einfühlsamen Schreibstil auf, der die Gefühls- und Gedankenwelt des Hauptcharakters gut portraitiert. Bis auf einige Längen am Anfang ein wundervolles Buch, das den Leser berührt und nachdenklich zurücklässt. Wer dramatische, tiefgründige Romane mag, sollte einen Blick in Elisa Schwarz‘ Buch werfen.

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[BLOGTOUR] Berlingtons Geisterjäger – Anderswelt: Was ist Steampunk?

Uhr (c) Steampunker.de

Hallo ihr Lieben,

heute macht die Blogtour von „Berlingtons Geisterjäger“ bei mir Station (meine Kritik zum Roman „Anderswelt“ könnt ihr hier nachlesen) und ich darf euch das Genre Steampunk ein wenig näherbringen 🙂 Ich bin ein Fan dieses besonderen Stilrichtung, die sich nicht nur im Literaturbereich niederschlägt (auch wenn sie 1980 da ihre Anfänge genommen hat), sondern sich auch im Film, in der Musik und in der Mode etabliert hat. In gewisser Weise hat sich Steampunk zu einer eigenständigen Subkultur entwickelt, die sich wiederum in viele Untergruppen aufsplittet (Teslapunk, Dieselpunk, Clockpunk). Doch ich beschränke mich an dieser Stelle auf den reinen Steampunk – wer mehr erfahren will findet einen guten, übersichtlichen Artikel auf Wikipedia.

Buchcover (c) Loewe

Begriffserklärung:
Steampunk kommt aus dem englischen und setzt sich aus den Wörtern „Steam“ (Dampf) und „Punk“ (Punk, wertlos, mies) zusammen. Meistens sind Geschichten und Hintergründe im 19. Jahrhundert angesiedelt, sprich Steampunk spielt für mich in der viktorianische (England) oder wilhelminischen (Deutschland) Zeit, gepaart mit Technik, Dampf, Abenteuer und Krimi. Auch fantastische Komponente (wie in Amalia Zeichnerins Romanen) sind nicht selten und werden mit eingebaut. Häufige Elemente sind natürlich Zahnräder und dampftechnische Gimmicks, viktorianische Kleidung und eine gewisse Abenteuerromantik wie man sie in den Büchern von Jules Verne und H.G. Wells wiederfindet, die mit ihren Klassikern das Genre maßgeblich geprägt haben. Natürlich haben sie, aus ihrer Zeit heraus betrachtet, eher Sci-Fi Romane geschrieben, denn ihre Geschichten waren zu ihrer Lebzeit visionär und futuristisch: hochpräzise Uhrwerke, Dampftechnologie und verrückte Erfindungen und Maschinen kamen oftmals in ihren Romanen vor. Heutzutage sind gerade „20.000 Meilen unter dem Meer“, „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und „Die Zeitmaschine“ nicht nur Klassiker, sondern spiegeln thematisch das Steampunk-Genre wider.

Die grobe Richtung des Steampunk-Genres spiegelt sich in folgender Frage wider: Was wäre, wenn sich die Dampftechnik der viktorianischen Zeit in einer ähnlichen Form weiterentwickelt hätten, wie die heutigen elektronischen, digitalen Errungenschaften; wenn die Dampftechnologie und die Uhrwerkmechanik den gleichen Stellenwert einnehmen würden, wie Internet und Computer?

typisches Steampunk-Paar (c) Wikipedia)

Kultur
Heutzutage gibt es eine Menge Steampunk-Romane – gerade im englischsprachigen Raum boomt das Genre. In Amerika, England und auch in Deutschland finden jährlich Conventions statt, in den Geschäften findet man sehr erfolgreiche Romane (u.a. „Glasbücher der Traumfresser“, „Newbury&Hobbes“- Reihe, „Lord Darcy“, „Chroniken der Weltensucher“), Comics (u.a. „Steam Noir“, „Monsieur Noir“) und Filme („Wild Wild West“, „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“, „Die Stadt der verlorenen Kinder“, „Time Maschine“), die sich thematisch dem Steampunk und deren Subgenre zuordnen lassen. Zudem ist Steampunk eine eigene Moderichtung und Kunstform, in der nicht nur extravagante, mit technischen Gimmiks verziert Kleidung getragen wird, sondern auch Skulpturen, eigene Dampfmaschinen und Alltagsgegenstände (vom Computer bis zum Auto) im passenden Look gestaltet werden. Rollenspielfans können aus unterschiedlichen Reglsystemen wählen – „Castle Falkenstein“, „Midgard – Abenteuer 1880“, „Call of Cthulhu“, „Private Eye“ bieten eine breite Palette unterschiedlicher Settings. Zu guter Letzt gibt es eine etliche Musiker und Bands, die sich stilistisch und thematisch mit dem Phänomen Steampunk auseinandersetzen und versuchen das Lebensgefühl des Genres zu vertonen („Drachenflug“, „Abney Park“, „Vernian Process“ und „Pentaphob“).

Steamdrache Fuchur (c) Tony Reintelseder

Wie man sieht bietet sich dem Fan inzwischen eine breite Palette an Produkten aus denen man wählen kann. Dennoch zählt gerade bei der Mode und der Kunstform ein hohes Maß an eigener Kreativität und Do-it-Yourself – Mentalität – das Verzieren und Gestalten von Kleidern, Gimmicks und Skulpturen erfolgt nach keinen Regeln und wird traditionell handgemacht. Natürlich gibt es auch Shops, die entsprechende Outfits anbieten, wirkliche Steampunk-Fans legen jedoch Wert auf die Umsetzung eigener Konzepte und Ideen.

Wer mehr erfahren will, sollte sich auf folgenden Seiten umsehen:
Steampunker.de
Clockworker.de
Steampunk Magazine (englisch)
Steamtropolis (deutsche Convention)
Aethercircus (deutsche Convention)

Gewinnspiel
Ich hoffe ich konnte euch das Steampunk-Genre ein wenig näher bringen und euch neugierig machen. Wie bereits angekündigt, könnt ihr im Rahmen der Blogtour auch etwas gewinnen. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, wird auf jedem teilnehmenden Blog eine Tagesfrage gestellt, die ihr beantworten müsste – je mehr Antworten ihr gebt, umso größer eure Chancen, denn man kann jeden Tag ein Los sammeln!

Meine Tagesfrage lautet:
Was denkt ihr – wie wäre die Welt heute, wenn sich die Technik in Richtung Dampf – und Uhrwerkmaschinerie entwickelt hätte? Könntet ihr euch ein solches Leben (ohne Elektrizität, Internet etc.) vorstellen?

Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von CP – Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn.
Das Gewinnspiel endet am 11.02.2016 um 23:59 Uhr.

Blogtourfahrplan
04.02. – Elchi’s World of Books  – Das Buch und die Autorin
05.02. – Lunas Leseecke (hier bei mir) – Vorstellung der fünf Hauptcharaktere
06.02. – Like a Dream – Was ist Steampunk?
07.02. – Bookwormdreamers – Was ist Gothic Horror?
08.02. – Traumfantasiewelten – Spiritismus, Séancen und Parapsychologie im 19. Jhd.
09.02. Sabrina’s Welt der Bücher – Homosexualität im 19. Jahrhundert
10.02. – Tausend Leben – Die viktorianische Epoche
11.02. – Letannas Bücherblog – Hexen in der Urban Fantasy
12.02. – Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs (Hinweis: Die Gewinnerbekanntgabe fällt bei mir leider aus, da ich am 12.02. keine Möglichkeit habe, einen Blogbeitrag zu schreiben. Bitte schaut bei den anderen Bloggern nach – Danke)

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Vorstellung: Savannah Lichtenwald

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Hallo in die Runde,

heute hab ich für euch Savannah Lichtenwald im Gepäck, die sich den 15 Fragen gestellt hat.savannah

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Geboren und aufgewachsen bin ich in Frankfurt am Main. Außer dem Lesen gibt es vieles, für das ich mich begeistern kann. Ich mag britische Krimis, Stricken, im Garten kruscheln, Schneekugeln und Palmen, Winterfotos und Sommerträume, Star Trek und die Kelten … Die Liste ist lang. Seit ein paar Jahren gehört auch Geschichten schreiben dazu und irgendwann würde ich das gerne hauptberuflich tun.

Was hat dich dazu gebracht, mit dem Schreiben anzufangen?
Auf der Suche nach einer Autorin bin ich bei der Leser- und Autorenplattform BookRix gelandet. Drei Monate später kam mir selbst eine Geschichte in den Sinn, die unbedingt geschrieben werden wollte: „At home – Für 128 Jahre“. Ich habe keine Ahnung, wo das herkam, und seitdem wundere ich mich täglich, wie sich alles entwickelt hat.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Eine Auszeit in einer anderen Welt, die Möglichkeit, Geschichten so zu erzählen und enden zu lassen, wie ich es mir wünsche, hin und wieder Themen anzusprechen, die mir wichtig sind.

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Ocean Dreams – Die Einsamkeit am Meer“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen, gerade diese Geschichte zu schreiben?
In dieser Anthologie sollte es um Träume gehen. Oft ist das, wovon Menschen träumen, nicht das, was sie wirklich zum Glücklichsein brauchen. So ergeht es auch Vincent, der am Ende erkennt, dass sein Traum von einem „normalen“ oder besser gesagt, langweiligen Partner cover1im Grunde nur eine Flucht war, eine Flucht vor dem Leben und vor sich selbst. Andere, wie Arik, träumen von Dingen, die unerreichbar scheinen, und geben das Träumen schließlich ganz auf. Zum Glück ging sein Traum von einem Menschen, der sein inneres Wesen akzeptiert, im letzten Moment doch noch in Erfüllung.

Was hast du neben „Ocean Dreams – Die Einsamkeit am Meer“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Im letzten Jahr konnte ich nicht viel schreiben, sodass es an Veröffentlichungen nur „Ocean Dreams“ gibt. Demnächst wird noch eine

Kurzgeschichte für eine weitere Anthologie erscheinen. Für dieses Jahr hoffe ich jedoch, dass ich die Leser*innen mit mindestens zwei Novellen/Romanen überraschen kann.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Von überall – das kann ein persönliches Erlebnis sein, ein Ereignis in meinem Umfeld, eine flüchtig hingeworfene Bemerkung. Vielleicht ist es auch der undurchsichtige Typ an der Tankstelle oder der verkümmerte Oleander auf meinem Balkon. Als unsichtbarer Freund begleitet mich Mister Muse, der immer daran schuld ist, wenn etwas völlig anders läuft als von mir geplant. Zum Ausgleich flüstert er mir tolle Ideen zu. Manchmal klingt er auch genervt. Oder begeistert. Oder sehr verzweifelt. Der Kerl ist unberechenbar und total chaotisch. Also noch schlimmer als ich.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Wenn ich eine Idee zu einer Geschichte habe, lege ich mir ein Dokument mit einer Handvoll Stichworten an und schreibe dann geradeaus durch, ich plotte nicht. Währenddessen landen dort noch ein paar Rechercheergebnisse oder bestimmte Formulierungen, die mir plötzlich einfallen, ich aber erst später brauche. Das weitaus Meiste findet in meinem Kopf statt, was ich angesichts meines ansonsten schlechten Gedächtnisses immer wieder erstaunlich finde.

Gibt es etwas, das dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Der Anfang ist schwierig. Zuerst überlege ich, ob die Idee eine Story trägt. Aus welcher Perspektive erzähle ich? Mit welchem Satz beginne ich, bei welcher Szene steige ich in die Geschichte ein? Über solche Dinge muss ich eine Weile nachdenken und mich dann überwinden, die cover2ersten Sätze niederzuschreiben. Selbstzweifel sind blutrünstige, kleine Biester 😉 Wenn ich die ersten zwei, drei Seiten hinter mir habe, wird es leichter.

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Vogelgezwitscher oder Autoverkehr stören mich nicht, Musik hingegen würde mich zu sehr ablenken. Ich werde auch grummelig, wenn meine Familie alle zehn Minuten die Tür aufreißt. Daher: Ja, ich brauche größtmögliche Ruhe. Zum Glück sind meine Lieben meist geduldig.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Ja, natürlich, ich lese sehr gerne die Bücher der Kolleg*innen, Zeitungs- und Online-Artikel, Blogbeiträge. Wer schreibt, sollte öfter mal die Nase in andere Texte als die eigenen stecken – es bringt einen zum Nachdenken, auf neue Ideen und zu anderen Sichtweisen 🙂

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Krimis reizen mich ungemein, aber ich denke nicht, dass ich sie eines Tages schreiben werde.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Karibisches Flair, leises Meeresrauschen, die Füße im Sand, Kaffee und Schokolade in der Nähe und eine neue Idee im Kopf – traumhaft.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Sie betrachten das Ganze nachsichtig als zeitintensives Hobby 😉 Aber auf ihre Unterstützung kann ich mich immer verlassen und das ist für mich das Wichtigste.

Was würdest du jemandem mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Habt Mut. Lest viel, lasst euch helfen und helft anderen. Versucht nicht, einem Trend hinterherzuschreiben, sondern erzählt die Geschichte, die euch auf der Seele brennt.

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Es wäre großartig, wenn ich all meine Ideen in fertige Geschichten und Bücher verwandeln könnte.


Vielen Dank an Savannah für die ausführlichen Antworten. In den kommenden Wochen wird es leider keinen Sonntagspost zur Anthologie geben, da ich morgen an der rechten Hand operiert werde und ich für eine Weile nicht am Rechner arbeiten kann. Daher wird es erst im März wieder Beiträge zur Anthologie geben, dann aber mit neuen Interviews und Specials. Seid gespannt 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[ZITATE-FREITAG] Die stille Seite der Musik

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meine Rezension
Bestellen: Amazon

Auch in dieser Nacht, auf dem Beifahrersitz von Eddis BMW M4, vergesse ich alles um mich herum, während ich Einaudis Meisterstück lausche. Ich sitze reglos, nur meine Finger berühren sacht die unsichtbaren Tasten des imaginativen Klaviers vor meinen geschlossenen Augen. Gleich erreicht das Stück seinen dramatischen Höhepunkt, gleich wird es …

Wie aus dem Nichts wird mein Körper zur Seite gerissen. Mein Kopf prallt gegen das Seitenfenster. Ich reiße die Augen auf. Meine Finger verlassen die Tasten, suchen Halt. Doch vergeblich. Schon dreht sich mein Magen um. Oder nein? Das Auto dreht sich? Schleudert zur Seite. Ein Stöpsel gleitet aus meinem Ohr. Ich höre die Mädchen kreischen. Schreie ich auch? Die »Oltremare« verklingt auf ihrem Höhepunkt. Schmerz schießt durch meinen Arm und Rücken. Dann wird alles schwarz.

„Die stille Seite der Musik“, Seite 8 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

»Tino!«

Ich drehe mich um. Wenigstens ich reagiere, wenn man mich anspricht. Petra steht in der Stalltür und winkt mir.

»Dein Bungalow ist bezugsfertig. Der Schlüssel liegt unter der Fußmatte, da ich gleich nochmal weg muss.« Ihr Blick schweift zu dem Kerl, der noch immer das Pferd striegelt, ohne uns zu beachten.

»Wie ich sehe, hast du Flo schon kennen gelernt.«

Ich hebe die Schultern. »Kann man so nicht sagen. Ich hab Hallo gesagt, aber der redet nicht mit mir. Ist der taub oder was?«

Mit einem Mal tritt ein Ausdruck auf Petras Gesicht, der eine merkwürdige Mischung aus Betroffenheit und einem leichten Tadel sein könnte. Ich blick’s nicht …

»Ja.«

»Was ja?«

»Florian ist gehörlos.«

Upps! Voll ins Fettnäpfchen!

„Die stille Seite der Musik“, Seite 23-24 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Ein Schatten huscht über Flos Gesicht, während er liest, jedoch ganz kurz nur. Etwas wie Mitleid sehe ich nicht in seinem Blick. Na ja, wahrscheinlich denkt er sich, dass ich mich nicht so anstellen soll. Immerhin kann ich ja hören.

Das tut mir leid. Gibt es keine Aussicht auf Heilung? Durch Physio oder eine Operation? Willst du das überhaupt?

Sekundenlang starre ich auf den Zettel. Macht der Witze? Ob ich geheilt werden will? Ich würde verdammt nochmal beide Beine dafür eintauschen, um meine Finger wieder richtig bewegen, wieder Klavier spielen zu können.

Genauso schreibe ich das auf und kann mir nicht verkneifen hinzuzufügen: Würdest du nicht auch alles tun, um hören zu können?

Flo liest. Er runzelt die Stirn. Schüttelt den Kopf. Und dann lacht er. Lautlos zwar, aber es ist eindeutig ein Lachen. Was ist denn jetzt kaputt?

Nach einem einzigen Satz streckt er mir den Block entgegen.

Ich habe viel dafür getan, nichts mehr hören zu müssen.

Mein Kopf ruckt nach oben. Ich starre Flo an, dann wieder den Zettel und wieder Flo. Verarscht der mich?

„Die stille Seite der Musik“, Seite 50-51 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Wieder schließe ich die Augen und … hebe nur einen Moment später die Hände, um mir die Finger fest in die Ohren zu stecken. Denn plötzlich ist da der Drang, den Moment genauso zu erleben, wie Flo es tut. Tatsächlich gelingt es mir, Möwenschreie und Wellenrauschen aus meiner Wahrnehmung auszuschließen. Ich sehe und höre nichts mehr. Hole tief Luft und atme ganz langsam aus. Konzentriere mich auf die Empfindungen, die mir geblieben sind. Und vielleicht ist es nur Einbildung, reines Wunschdenken, doch mit einem Mal kann ich das Meer riechen.

Konnte ich zuvor schon. Doch nun ist alles viel intensiver. Es ist eine Mischung aus Salz, Seetang und … Ich kann’s nicht so genau einordnen und öffne die Lippen leicht, um den Geruch auch in meinen Mund zu lassen. Ihn auf meiner Zunge in Geschmack umzuwandeln. Und es scheint sogar zu gelingen.

„Die stille Seite der Musik“, Seite 108 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Scheiße, hämmert es in meinem Kopf. Und nochmal: Scheiße, Scheiße, Fuuuck!

Die Bewegungen meiner Hand sind binnen eines Herzschlags erstarrt, stattdessen umklammere ich meinen Penis, als müsse ich mich daran festhalten. Irgendwo in einer hinteren Gehirnwindung wundere ich mich darüber, dass mein Ständer sich aufgrund des Schocks nicht verflüchtigt. Doch noch viel dringender als die Antwort auf dieses Warum, möchte ich wissen, was Flo jetzt denkt. Oder vielleicht will ich es auch nicht wissen?

Tatsache ist, er starrt mich an und sieht dabei mindestens mittelmäßig schockiert aus. Es ist offensichtlich, dass er sehr genau mitbekommen hat, was ich gerade getan habe und dass er nicht die geringste Ahnung hat, was er jetzt machen soll. Von Wegrennen bis mir eine scheuern scheint mir–- von seinem Standpunkt aus betrachtet – alles eine akzeptable Reaktion.

„Die stille Seite der Musik“, Seite 131 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Mir fallen beinahe die Gläser aus der Hand. Ich bleibe wie angewurzelt stehen. In meinem Kopf pocht’s blöde, keine Ahnung, ob es die Beats oder mein Herzschlag sind . Ist mir auch vollkommen egal im Moment. Alles, was mich im Moment interessiert, ist die Tatsache, dass Flo und der fremde Kerl am Knutschen sind. Mitten auf der Tanzfläche. Vor meiner Nase. Ja, geht’s noch?

Mir wird ganz flau im Magen, als ich es begreife: Flo ist definitiv schwul. Und ich bin schlichtweg zu spät dran.

Ich hab‘ den Mund nicht aufbekommen und nun hat ein anderer sich meinen Sunnyboy geschnappt. Hängt an seinen Lippen, vergräbt die Finger in seinem Haar und streichelt seinen Nacken. All diese Dinge, die ich gerne mit Flo machen würde.

„Die stille Seite der Musik“, Seite 141 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Als Pianist – okay, Ex-Pianist – und Musikliebhaber habe ich die Angewohnheit, mich in den unmöglichsten Momenten zu fragen, welches Klavierstück die Szenerie wohl am besten untermalen würde. Meistens habe ich direkt ein bestimmtes Lied im Ohr und mache dies zu meinem ganz persönlichen Soundtrack des Geschehens. Doch jetzt, in Flos Armen, eingehüllt in seinen Geruch, mit seinen Lippen auf meinen und seinen Händen auf meiner nackten Haut, könnte jedes Musikstück passend sein – oder aber keines.

Seine Berührungen erinnern an Yann Tiersens »Esther« – warm und fragend. Eine stumme Suche. Seine Küsse schmecken nach Ludovico Einaudis »Nuvole Bianche«, nach Zärtlichkeit und Hingabe. Sind eine Eroberung. Unser gegenseitiges Kennenlernen ist zart und gleichzeitig wild wie Einaudis »Fly«. Und wenn ich tief in mich hineinhöre, tut es sogar weh. Nur ein kleines bisschen. Es ist dieser bittersüße, sanft-reißende Schmerz, der auch Hans Zimmers »Time« innewohnt.

„Die stille Seite der Musik“, Seite 164 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Flo schluchzt lautlos. Auch seine rechte Hand bebt, als er sie hebt und eine einzige Gebärde damit formt: Eine waagrechte Faust mit ausgestrecktem kleinem Finger und Zeigefinger. Ich bin mir nicht sicher, was sie bedeutet, dennoch nicke ich. Dann schlage ich die Beifahrertür zu.

»Fahren Sie bitte los.«

Der Motor brummt auf, das Taxi rollt los. Ich schaue in den Rückspiegel und wünsche mir, es nicht getan zu haben. Flo wendet sich ab, weint jetzt richtig und fällt schutzsuchend in Petras Arme.

Mensch, Flo, du kleiner Sonnenschein, wenn ich gewusst hätte, dass es dir so weh tut, wenn ich gehe, hätte ich nicht …

Ich beiße mir auf die Lippe, bis es schmerzt. Balle die Hände zu Fäusten. Doch, ich hätt’s trotzdem getan. War einfach zu schön.

„Die stille Seite der Musik“, Seite 193 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

»Hey!« Céline strahlt mich an. »Deine Mum hat mich reingelassen. Störe ich?«

– Nein. –

Erst ihr irritierter Blick zeigt mir, dass ich meine Antwort tatsächlich gebärdet habe.

»Nein«, beeile ich mich schnell zu sagen und irgendwie … stört sie schon ein bisschen. Mein Kopf wirbelt zu Flo herum. Er schaut mich abwartend an.

»Das … ähm … Céline, das ist Flo.« Etwas hilflos deute ich auf den Bildschirm.

»Oh, der Flo?« Sie kommt näher und neigt sich über meine Schulter, um direkt in die Kamera schauen zu können. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie sie Flo winkt. Er erwidert die Geste mit erzwungenem Lächeln.

– Das ist C-É-L-I-N-E -, erkläre ich Flo, halte inne.

– Eine Freundin? Aus der Schule? –

Ich halte den Atem an.

»Was meint er, Schatz?« Zu allem Überfluss schmiegt sie sich von hinten an meinen Rücken und schlingt die Arme um meinen Hals. Leugnen zwecklos.

– Sie ist meine feste Freundin. Wir sind zusammen. –

„Die stille Seite der Musik“, Seite 228-229 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

In diesen Gedanken versunken lasse ich den Jeep aus der breiten Hofeinfahrt rollen, biege rechts ab und steuere auf die steile Straße abwärts zu. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie Yannik sich umdreht.

»Warte mal …«

Ich werfe einen Blick in den Rückspiegel und sehe eine Gestalt über den Hof rennen. Severin? Er gestikuliert wild, scheint irgendetwas zu schreien. Hat der sie noch alle? Obwohl ich keine Lust auf den Kerl habe, trete ich auf die Bremse. Aber … es passiert nichts. Wie jetzt? Ich trete stärker aufs Pedal. Nichts. Keine Reaktion. Der Wagen wird nicht langsamer, rollt unaufhörlich auf die steile Straße zu.

Autounfall, flackert ein einziges Wort grell wie in Neonlettern gezeichnet vor meinem inneren Auge. Es ist wie ein ganz, ganz schlechtes Déjà-vu!

„Die stille Seite der Musik“, Seite  270 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Ich hoffe, mit diesen Zitaten konnte ich euch einen kleinen Einblick in das Buch gewähren und ihr bekommt Lust auf „Die stille Seite der Musik.“  Holt es euch – es lohnt sich 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Die stille Seite der Musik von Svea Lundberg

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Autor: Svea Lundberg
Taschenbuch: 272 Seiten
ISBN: 978-3-947031-00-9
Preis: 12,95 EUR (Taschenbuch) / 4,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Ein schrecklicher Autounfall bereitet Valentins Träumen schlagartig ein Ende – mit den steifen Fingern seiner linken Hand ist es dem jungen Mann nicht mehr möglich Starpianist zu werden. Nach Wochen des Verkriechens beschließt er sich frischen Wind um die Nase wehen zu lassen und seilt sich auf den Pferdehof seiner Tante ab. Dort trifft er auf den gehörlosen Florian, der eine Ausbildung zum Pferdewirt absolviert und ein besonderes Händchen für Pferde hat. Die beiden lernen sich trotz Sprachbarriere schnell näher kennen und Valentin beginnt sogar damit Gebärdensprache zu lernen. Als es zwischen den beiden richtig funkt, wird Zeit zu einem maßgeblichen Problem, denn Valentins Zeit auf dem Pferdehof neigt sich dem Ende entgegen …

Eigene Meinung:
Mit „Die stille Seite der Musik“ bietet Svea Lundberg dem Leser ein ungewöhnliches Setting und überraschend eigenwillige Charaktere, die nur bedingt dem gängigen Klischee entsprechen. Wer ihre bisherigen Werke („Kristallschnee“, „Inbetween“) kennt, bekommt mit dem im Traumtänzer Verlag erschienen Roman etwas vollkommen Anderes präsentiert, denn „Die stille Seite der Musik“ lässt sich nur schwer mit ihren bisherigen Veröffentlichungen vergleichen.

Der Leser begleitet den jungen Valentin, dessen linke Hand bei einem Autounfall so stark verletzt wird, dass eine dauerhafte Schädigung der Nerven jegliches Klavierspiel unmöglich macht. Seine Zukunft als Starpianist ist vorbei und es dauert, bis er sich aus dem dunklen Loch befreien kann, in das er stürzt. Am hilfreichsten ist für ihn das Aufeinandertreffen mit Florian, der sich freiwillig in eine stumme Welt begeben hat, denn im Grunde könnte er mit entsprechenden Hilfsmitteln hören. Für Valentin unverständlich, doch mit der Zeit lernt er den angehenden Pferdewirt besser kennen und lieben. Zwischen den beiden vollkommen unterschiedlichen jungen Männern entspinnt sich schnell mehr, was natürlich zu einigen Problemen führt. Zudem haben sowohl Florian, als auch Valentin an kleineren Baustellen zu kämpfen, was dem Buch ein wenig mehr Tiefe verleiht.
Svea Lundberg versteht es geschickt die beiden unterschiedlichen Männer zusammen zu bringen und ihre persönlichen Probleme zu erläutern, denn nicht nur Valentin hat mit einigen Dingen zu kämpfen, auch Florian hat es nicht immer leicht. Dabei gibt sie den Figuren genügend Raum sich zu entwickeln und näher zu kommen, ohne dass es in irgendeiner Form gehetzt wirkt. Die Tatsache, dass Florian weder spricht, noch hört, wurde sehr angenehm umgesetzt, das Thema mit der notwendigen Sorgfalt abgehandelt. Man kann sich sehr gut mit den beiden Männern identifizieren, versteht ihre Sorgen und Probleme und begleitet sie gerne auf ihrem Weg. Beide sind sehr gut beschrieben, wenngleich man Valentin besser kennenlernt, dass das Buch aus seiner Sicht geschrieben wurde. Sehr schön wurde auch das Thema Bisexualität aufgegriffen und eingearbeitet, denn Valentin ist an beiden Geschlechtern interessiert. Es ist toll, das Svea Lundberg sich nicht davor gescheut hat, diesen Punkt ebenso offen zu behandeln, wie Florians Gehörlosigkeit. Das macht Valentin nur noch greifbarer und besser verständlich.

Insgesamt sind die Figuren sehr authentisch und gut nachvollziehbar in Szene gesetzt. Sowohl Valentin, als auch Florian schließt man ins Herz, ebenso die vielen Nebenfiguren. Sei es Valentins Mutter oder seine Tante, Florians Freund Yannick oder seine Sportkollegen – sie sind allesamt realistisch und sehr gut nachvollziehbar. Man hat sogar Lust auf mehr, denn einige Punkte bleiben am Ende doch noch offen und bieten Raum für eine Fortsetzung.

Stilistisch legt Svea Lundberg mit „Die stille Seite der Musik“ einen sehr schönen Roman vor, den man nicht so schnell aus der Hand legen kann. Man merkt, dass sie sich über Florians Gehörlosigkeit ebenso informiert hat, wie über Pferde, Gebärdensprache und Klaviermusik. Alles wirkt sehr authentisch, ganz besonders die Dialoge zwischen Florian und Valentin. Die Beschreibungen sind in sich stimmig und passend. Auch die Liebesgeschichte ist sehr sinnlich erzählt, ohne zu viel Gewicht auf Erotik zu legen. So ist es wirklich angenehm, dass nicht alles ausführlich dargelegt wird, sondern an passender Stelle ausgeblendet wird.

Fazit:
„Die stille Seite der Musik“ ist ein wundervolles Buch mit ungewöhnlichen Protagonisten und einer ganz eigenen, stimmungsvollen Atmosphäre. Dank des schönen Schreibstils und der gut recherchierten Geschichte, legt man Svea Lundbergs Roman nicht so schnell aus der Hand. Wer stille Geschichten mit neuen Ideen mag, sollte zugreifen – es lohnt sich. Zu empfehlen.

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