[ZITATE-FREITAG] Fairy-Tale

Hallo ihr Lieben,

dieses Mal habe ich einen Klassiker im Gepäck, den wahrscheinlich schon jeder Gay Romance Fan gelesen hat: „Fairy-Tale“ von Rona Cole. Auch wenn mir die Geschichte stellenweise zu lang war, konnten mich Rangerboy und Sugar Plum Fairy doch für sich gewinnen. Man kann sich vorstellen, dass bei der riesigvielen Auswahl an passenden Zitaten nicht alle hier zu finden sind, doch ich habe mich bemüht, euch einen guten Einblick ins Buch zu geben. Wer Per und Phil noch nicht kennt, sollte das nachholen, insbesondere da es eine Fortsetzung gibt, in der es mit den beiden weitergeht.

Da ich nur das eBook habe, sind die Seitenzahlen diesesmal als Prozent angegeben.

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meine Rezension

»Ich gehe dann mal ein frisches Hemd anziehen«, murmle ich betreten.

»Da würde ich mich vielleicht gerne anschließen, wenn ich darf!«, sagt Per. »Ich würde mich auch gerne ausziehen, ich bin ziemlich … heiß …«

Heiß?! Das hat er doch jetzt nicht wirklich gesagt?! Ich meine, natürlich ist er heiß, keine Frage, und ich hätte auch nichts dagegen, wenn er sich auszieht. Nur kann ich mir nicht vorstellen, dass er meint, was er da grade sagt. Schade eigentlich, aber das muss dann wohl definitiv ein Missverständnis sein. Und ich glaube, es ist grade auch nicht der richtige Zeitpunkt um … öhm … also … na ja … eben daran, dass er nackt bestimmt scharf aussieht … zu denken.

»Per, ich glaube, du meinst umziehen, nicht ausziehen oder?«, mischt Malin sich nun ein. »Und heiß sein bedeutet im Deutschen … na ja … jedenfalls nicht das, was du gerade sagen wolltest! Zumindest hoffe ich das für die anderen Gäste hier.« Sie lächelt. Vollkommen gelassen. Und ein bisschen hat sie wohl Spaß daran, sich über ihren Bruder lustig zu machen.

»Entschuldigung!«, murmelt Per betreten und hat dabei ein wenig von einem Schuljungen. »Ich … mein Deutsch, es ist nicht so gut und …«

»Es ist perfekt!«, sage ich schnell und versuche mich zaghaft an einem Lächeln. »Und ich bin es, der sich entschuldigen muss …«

»Ich hab’ das meiste von mein Deutsch vergessen, es ist sehr lange her … kann ich … mich irgendwo umziehen?«, er betont das um jetzt, und beinahe als wolle er sich versichern, dass es richtig ist, sieht er hilfesuchend seine Schwester an. »Ich bin nicht sehr … heiß und … ich hätte nur gerne ein Wasserhuhn für das Jacke!«

„Fairy-Tale“, 4% (c) Rona Cole

»Per ich …« Meine Stimme stirbt irgendwo auf dem Weg. Und es ist längst zu spät. Ich muss ihn jetzt küssen … es ist … ein Reflex. Ich drehe meinen Kopf und sehe ihn an. Sehe sein Gesicht ganz dicht vor meinem, lege meine Hand in seinen Nacken, fühle sein Haar unter meinen Händen, schließe die Augen und biete ihm meine Lippen an. Und wie einen Hauch kann ich seine spüren. Weich und vorsichtig legt er sie auf meine und für einen Moment stehen wir einfach so da und bewegen uns nicht. Es ist ein schöner Moment für mich, es ist aufregend, obwohl eigentlich nicht wirklich irgendwas passiert. Da sind nur seine Lippen, die auf meinen liegen und die ich ganz sanft spüren kann. Ich verteile kleine Küsse auf seiner Unterlippe und taste mich dann, fast schüchtern, mit meiner Zunge vor. Für eine Sekunde kann ich seine spüren. Heiß, feucht und … zaghaft. Aber dann entzieht er sich.

»Philipp, wir sind betrunken«, höre ich ihn murmeln und fühle seine Hand, die meine Wange streift. Ein bisschen enttäuscht öffne  ich die Augen. Spüre seine Finger, die weiter mein Gesicht streicheln. Und dieses Gefühl nach mehr macht sich breit in mir. Ich will ihn. Und ich will, dass er mich auch will.

»Du … Du bist nicht … du stehst nicht auf Jungs, oder?«

„Fairy-Tale“, 13% (c) Rona Cole

»Wie meinst du das?« Irritiert legt er den Kopf schief und sieht mich an. Seine Lippen sind rot von unseren Küssen und sein Haar hängt ihm in die Stirn. Und ich hätte nicht gedacht, dass es mir so schwer fällt. Weil er mir so viel bedeutet …

»Na ja ich … bin ein Teil der Mannschaft … das ist … mein Job. Davon bezahl’ ich diese Wohnung und … Ich bin … Profi. In der NHL. Mein Entry Draft war 1999. Ich hab’s schon in der ersten Saison in die Liga geschafft …«

»Das ist Spaß jetzt, oder?« Offenbar glaubt er mir nicht.

»Nein. Ist es nicht.«

»Eishockeyprofi also … klar … als Schwuler … Welche Nummer hast du? Die Neunundsechzig würde zu dir passen …«

»Achtundzwanzig«, erwidere ich. »Ich hab’ die Achtundzwanzig. Und ich bin nicht schwul …«

»Du weißt aber schon, dass ich ein Kerl bin … und dass wir grade miteinander geschlafen haben, oder?«

»Ja … aber ich … bin offiziell nicht schwul, Philipp.«

»Und inoffiziell?«

»Bin ich in dich verliebt.«

„Fairy-Tale“, 27% (c) Rona Cole

»Wouldn’t you like to introduce each other?«, sagt sie, als sie über das Parkett tapst, auf ihn zugeht und sich ein bisschen unsicher durchs Haar fährt. Für einen Moment überlege ich, ob ich einfach sagen sollte, dass sie bestimmt Emily ist. Oder Pamela, Shirley, Candice, Hannah, Amber, Heather und was mir sonst noch an Namen so einfällt … ganz egal, nur nicht Amanda. Und dass Per schon so viel von ihr erzählt hat. Aber dann lass ich’s. Denn das würde es wohl nicht besser machen.

»Sorry, didn’t know he had a guest …«, sagt sie mit einem Lächeln in meine Richtung.

»Oh ich … I … was just going … !«, sage ich und sehe dabei nicht sie, sondern ihn an. Und ich wünsch’ mir, dass er einfach tot umfällt unter meinem Blick. Aber das wird nicht funktionieren. Nicht mal annähernd. Weil ich mich viel zu sehr drauf konzentrieren muss, nicht einfach anzufangen zu heulen. Weil das hier grade so … demütigend ist … und ich ihn hasse. Weil es so verdammt wehtut …

Unsicher weicht er meinem Blick aus und sieht zu Boden. Wie von fern nehme ich Amanda wahr, die das letzte Stück auf ihn zukommt, sich neben ihn stellt und ihm an meiner statt einen Kuss auf die Wange haucht. Und es zerreißt mich, das zu sehen. Ich meine, es ist nur ein Kuss aber trotzdem tut’s weh. Ich schließe die Augen, weil ich ihr Lächeln nicht sehen will, ihre Finger, die ihm durchs Haar fahren und ich will auch sein rau gemurmeltes Good morning an ihrem Ohr nicht hören. Ich will überhaupt nichts mehr hören … Und auch nichts mehr sehen … Und vor allen Dingen will ich bitte nichts mehr fühlen … Denn das ist es, was ich nicht aushalten kann …

Ich muss raus hier. Schleunigst. Sonst vergesse ich mich …

„Fairy-Tale“, 40% (c) Rona Cole

»Und das heißt wirklich Du har en stor kuk?«, bemüht er sich, es richtig auszusprechen. Klappt bis auf Kuk gar nicht mal so schlecht.

»Jag vet«, antworte ich kauend. Und lege meine Füße auf den Couchtisch. Drei weiße, leere China-Food Kartons stapeln sich vor uns auf dem Boden. Einer geht auf sein Konto, zwei auf meines … die dritte Portion zieh’ ich mir grade rein. Phil liegt mit dem Kopf auf meinem Oberschenkel und spielt mit dem iPhone. Wie es scheint, ist er grade in meinem individuellen Wörterbuch Schwedisch-Deutsch für Ballett-Tänzer angekommen.

»Du willst also, dass ich dir sage, dass du einen großen Schwanz hast?«

»Na ja, warum nicht?«

»Weil er nicht groß ist …«, feixt er.

»Lügner«, murmle ich.

»Okay, vielleicht denk’ ich drüber nach … aber damit eins klar ist, knulla mig kannst du dir abschminken …«

»Vorhin hast du’s gesagt …«

»Ich? Wann?«

»Auf dem Boden … da hast du gesagt, dass ich dich ficken soll.«

»Auf Deutsch klingt es auch nicht, als sei es ein Bett von Ikea … Ich meine … wie kann man da denn bitte ernst bleiben? Wenn es zur Sache geht und jemand knulla mig sagt?«

»Hm«, brumme ich unbestimmt. Als ob Fick mich besser klingen würde. Oder vögeln. Wobei beides seine Wirkung bei mir ja nun bisher nicht wirklich verfehlt hat. Im Gegenteil … als er das vorhin gesagt hat, hat’s mich wahnsinnig scharf gemacht.

»Knulla mig …«, sagt er plötzlich und zwar so, als würde er grade einen Pornofilm synchronisieren. Und er hat ziemlich große Mühe, nicht einen Lachanfall dabei zu bekommen. »Oh ja.. fastare … hårdare … oh … oh … det är så bra … du har so en stor kuk … knulla mig …«

»Wie witzig … Sei vorsichtig, dass ich’s nicht als Aufforderung verstehe.«

„Fairy-Tale“, 48% (c) Rona Cole

Ich bin nicht naiv genug, um wirklich dran zu glauben, dass es anders laufen könnte. Dass die Fans der Rangers sich Regenbogen-Shirts anziehen, ihm zujubeln und hinter ihm stehen … Denn er hat recht … es ist … nicht das New York City Ballett … es ist die NHL … man ist…normal…so, wie alle es von einem erwarten, denn es geht um Geld, viel Geld … Verträge, Sponsoren, vor allem aber ist es ein knallhartes Geschäft … Ein schwuler Verteidiger ist keine fünf Dollar wert … aber fünf Millionen in der Hetero-Version, ganz gleich, ob sie eigentlich nicht existiert … Helden sind nicht schwul … nicht in der NHL … denn die Liga ist noch nicht so weit … noch lange nicht … und ich weiß nicht, ob sie es jemals sein wird … aber, was noch viel wichtiger ist, er ist es auch nicht …

»Scheiße, Phil, was soll ich denn tun? Mein Management sitzt mir im Nacken und … sie … verstehen das nicht … dass ich nicht mehr kann und … das auch nicht mehr will …« Mein Herz krampft sich in meiner Brust zusammen, wenn ich daran zurückdenke, wie er dabei geklungen hat.

»Du willst das nicht mehr?«, hab’ ich leise gefragt. Weil ich nicht sicher war, was er damit meint. Weil ich nie daran gedacht hätte, dass er auch nur einen Gedanken daran verschwendet …

»Ich … weiß es nicht … ich … weiß überhaupt nichts mehr …« Immer noch klang er verzweifelt und so, als stünde er neben sich. Und ich wär so gern bei ihm gewesen … Hätte so viel dafür gegeben, ihm etwas von dem, was er da grade erträgt, von seinen Schultern zu nehmen … die so breit sind … so wunderschön … perfekt … und stark … und die dennoch nur einem sensiblen Jungen gehören, der schon lange am Ende ist … der nicht mehr kann … und der daran zerbrechen wird …

„Fairy-Tale“, 68% (c) Rona Cole

»Phil … ich … du … wir …« Scheiße … ich heule schon wieder … aber es tut einfach so verdammt weh.

»Ich liebe dich«, sagt er noch einmal leise. »Mehr als du dir vorstellen kannst. Aber das ändert nichts an meiner Entscheidung …«

»Du willst also wirklich Schluss machen? Einfach so?«, frage ich zaghaft. Auch wenn ich weiß, dass es sinnlos ist. Er klingt entschlossen. Und ich bin irgendwie viel zu verzweifelt um noch irgendwas darauf zu erwidern.

»Nicht einfach so … ich …«

»Wie denn dann? Ich … versteh’ nicht, was ich falsch gemacht hab’ und … liebst du mich nicht mehr?«

»Doch, Rangerboy … du dummer Kerl … natürlich lieb’ ich dich … und vermutlich werd’ ich niemals wirklich damit aufhören … aber manchmal kann man eben nicht auf sein Herz hören … niemand weiß das besser, als du … schließlich hast du’s elf Jahre lang nicht getan …«

»Es hat keine Feen gegeben, in diesen elf Jahren«, sage ich tonlos. »Keine einzige …«

»Ja«, sagt er. »Ich weiß … aber ich … ertrag’ das nicht …«

»Heißt das, es ist vorbei?« Mir ist schlecht. Ich glaube, ich muss mich übergeben.

»Ja …«, sagt er. »Es ist … besser so … und bitte … ruf’ mich nicht mehr an …«

„Fairy-Tale“, 79% (c) Rona Cole

»Per … ich … bitte … hör’ auf … ich …« Ich flehe beinahe. Weil ich’s nicht er tragen kann, was er mir da sagt. Er soll aufhören … Verdammte Scheiße, er soll aufhören damit … Ich will nicht hören, dass er an mich denkt … dass er mich vermisst und dass es nicht aufhört. Weil ich weiß, wie sich das anfühlt … weil es auch bei mir nicht aufgehört hat …

»Du nimmst einfach mein Geld, ohne mich zu fragen … nachdem du mich verlassen hast … und dann sagst du mir, ich soll aufhören? Ich kann nicht aufhören, Phil … ich … hab’, verdammt noch mal, Gefühle für dich …«

»Ich hab’ auch welche für dich«, sage ich leise und kämpfe mit den Tränen. Und für eine Sekunde denke ich darüber nach, ihn Rangerboy zu nennen. Aber dann tu ich’s nicht.

»Riesigviele«, sage ich stattdessen, »aber … es geht nicht … es ist zu spät … ich … würd’s rückgängig machen, wenn ich’s könnte … wirklich, das musst du mir glauben, aber … ich kann es nicht … selbst wenn ich’s wollte, die Dinge … haben sich verändert … ich kann nicht mehr mit dir zusammen sein, Per …«

»Und warum nicht?«

»Weil ich … vielleicht … krank bin … und ich … Gott … es tut mir leid …« Das Ende meines Satz geht unter in Schluchzen. »Ich liebe dich«, schniefe ich, weil es jetzt sowieso egal ist. »Und ich vermiss’ dich so sehr, seit ich zurück bin …«

»Du bist krank?«, fragt er.

»Ich … es ist nicht sicher …«

»Phil, was ist … mit dir … passiert?«

„Fairy-Tale“, 87% (c) Rona Cole

Dann hoffe ich mal, dass euch meine Auswahl gefällt oder ihr euch jetzt das Buch besorgt 🙂 Ich für meinen Teil werde mir wohl demnächst Band 2 holen, da ich wissen will, wie es mit den beiden weitergeht.

In den kommende 3 Woche n wird es wahrscheinlich keinen Zitate-Freitag geben – ich bin in Urlaub und werde daher nicht so viel Zeit haben, den Blog wie gewohnt zu bespielen. Einige Rezensionen habe ich zwar in petto und vielleicht überrasche ich euch auch mit Zitaten, aber geplant ist erstmal nichts. Sprich wir sehen uns zitatetechnisch leider erst in 4 Wochen wieder. Tut mir leid.

Liebe Grüße,
Juliane

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Veröffentlicht am 29. Juli 2016 in Alltagsroman, Drama, Gay, Zitate-Freitag und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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