[INTERVIEW] Tanja Meurer

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Wie bei jeder Special Week stellt das Autoreninterview den zweiten Höhepunkt dar – hier erwarten euch spannende Informationen zu Tanja Meurer, ihren Werken und Projekten. Dieses Mal wird das Interview mit ihren eigenen Zeichnungen und Illustrationen unterlegt – denn Tanja schreibt nicht nur, sie zeichnet auch. Wer mehr über sie, ihre Projekte, Zeichnungen und Bücher erfahren will, sollte einen Blick auf ihre Homepage oder ihren Blog werfen.

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Ayco und Luca, Nebenfiguren aus „Die Seelenlosen“ (c) Tanja Meurer

715k9SayOxL._UX250_Bitte erzähl uns ein wenig mehr von dir. Was machst du in deiner Freizeit?
Was ist in meiner Freizeit mache? Wenn ich kann, schreiben, zeichnen und meine Spieler durch fiese Abenteuer scheuchen 😉 In letzter Zeit komme ich allerdings nicht mehr zum Schreiben. Zu viele andere Sachen gehen derzeit vor.

Welchem Job gehst du hauptberuflich nach?
Seit Februar 2016 bin ich Projektassistentin bei Wirth Klimatechnik. Vorher habe ich elf Jahre in der AREVA verbracht und habe mich als Dokumentationsassistentin verdingt. Fakt ist, dass ich seit einer kleinen Ewigkeit nur noch in bauverwandten Berufen arbeite. Gelernt habe ich allerdings das schöne Handwerk den Bauzeichners – noch immer ganz plump am Zeichenbrett, wie in der „guten, alten Zeit“.

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen? Gab es einen Auslöser, der dich zum Schreiben brachte?
Anno Domini 1980, als ich acht Jahre alt war. Der Auslöser war meine Liebe zu Krimis. Allerdings floss mir in den Kiddi-Krimis von Enid Blyton, den „drei ???“ und „TKKG“ eindeutig zu wenig Blut (weshalb ich auch schon mit sieben mein Herz für die Goldmann-Ausgaben der Edgar Wallace Gruselkrimis entdeckte). Deshalb erlebten meine kindlichen Helden richtige, mörderische Krimis, die zumeist auch noch unheimlich waren (ein Hoch auf all die Horror-Filme, die ich als Kind gesehen habe). „Das Haus der Verlorenen Seelen“, „Die schwarze Dreizehn“, „Bis das Blut gefiert“ und natürlich „Tanz der Vampire“ (und so ziemlich alle Edgar Allen Poe-Filme und Vampirschinken aus dem Hause Hammer). Alles pure Inspiration für mich 🙂

Hast du dir das Schreiben selbst beigebracht oder auf anderem Wege gelernt?
Ja, einen entsprechenden Lehrgang habe ich nie besucht.

Das Spiel_kl

Gwenael und Jaleel aus „Die Seelenlosen“ (c) Tanja Meurer

Deine Bücher sind sehr detailverliebt, gerade zu aufwendig, was die Beschreibungen angeht. Warum?
Während des Schreibens bin ich der erzählende Charakter, ich sehe und fühle, was der Protagonist sieht und fühlt. Als Bauzeichnerin kann ich natürlich mein bauliches Umfeld gut beschreiben und als Zeichnerin habe ich einen Blick für das Detail. Darüber hinaus bin ich mit verdammt vielen Menschen zusammengekommen, kann sie also auch gut einschätzen, weswegen ich auch die Persönlichkeiten gut darstellen kann.

Wie lange hast du an deinem Fantasy-Roman „Die Seelenlosen“ geschrieben?
Hehehe, zu lang, wetten?
Nein, angefangen habe ich 2013 / 2014, fertig war er 2015, danach ging er in das erste Lektorat, was schon ein Weilchen dauerte, denn nicht nur ich war Land unter, sondern der Verlag zog auch mit Sack, Pack, Lager und allem was dazugehört, um. Das Zweitlektorat ging dafür rasend schnell.

Die Mischung Steampunk, Fantasy und Krimi ist recht ungewöhnlich – warum eine solcher Mix?
Das ist alles, was ich wirklich sehr gerne mag 🙂
Rein Steampunk – zu technisch und damit auch zu langweilig, rein Fantasy – zu abgedroschen, rein Krimi – na ja, auch nicht gerade innovativ. Ich werfe immer das zusammen, was mir besonders viel Spaß macht und stricke was ganz Eigenes daraus.
Die Seelenlosen ist ja nicht mal die typisch mittelalterliche Fantasy-Welt, sondern entspricht dem Paris des opulenten Barocks. Darin lässt sich auch die Technisierung besser einbinden. Darüber hinaus gab es im Paris des Barock bereits organisierte (wenn auch vollkommen ineffektive) Polizeieinheiten. Das französische Polizeisystem wurde erst in den 1811 von Eugène François Vidocq revolutioniert.

coverWikipedia: Eugène François Vidocq [øˈʒɛn fʀɑ̃ˈswa viˈdɔk] (* 23. Juli 1775 in Arras; † 11. Mai 1857 in Paris) war ein französischer Krimineller und Kriminalist, dessen Leben zahlreiche Schriftsteller wie Victor Hugo und Honoré de Balzac inspirierte. Durch seine Aktivitäten als Begründer und erster Direktor der Sûreté Nationale sowie die anschließende Eröffnung einer Privatdetektei, die wahrscheinlich die erste der Welt war, wird er von Historikern heute als „Vater“ der modernen Kriminalistik und der französischen Polizei betrachtet und gilt als erster Detektiv überhaupt.

Ihn will ich auch in „Der Stadt der Maschinenmagie“ mit einbinden, natürlich nicht als Vidocq 😉

Oh – das klingt ja spannend. Kommt er schon im ersten Band vor oder kannst du einen Ausblick geben, wie er sein wird?
Nein, leider nicht. Das wird jemand im dritten Buch werden 🙂 Aber so ein paar Ansätze hat auch Jaleel in der Richtung. Er ist ein Krimineller und zugleich auch Kriminalist … und nicht nur er 😉

Wie lange begleiten dich Äos, Valvermont und die Figuren schon?
Sehr lang. Mit Valvermont habe ich als Fünfzehnjährige angefangen (1988). Die Stadt war eine Science Fiction Stadt und hieß ehemals New Hiroshima. Auf Basis der alten Stadt unter der Ruinenstadt New Hiroshima entstand das Konstrukt Valvermont. Banda – Sisikazev Viz Cyan – ist eines der Überbleibsel von damals. Äos allerdings wurde erst real, als ich mit Pen & Paper-Rollenspielen anfing und unbedingt mehr Tiefe in die ganze Geschichte bringen wollte.
Luca (Lysander) ist mein längst gespielter Rollenspielcharakter. Der Bursche begleitet mich seit April 1994. 2002 kam Ayco hinzu. Davor gab es allerdings schon Justin D’Arc, Nicodemus, Prinz Mesalla, Kaya, die Schwestern Anjuli und Jay Killraven (und natürlich) Sisikazev. Die meisten von ihnen sind sogar älter als Lysander. Jay und Anji sind in jedem Fall älter als Sisikazev, ein Überbleibsel aus der Mitte der 80er Jahre.

Nacht der Schwäne

Anabelle und Zaida aus „Rauhnacht“ (c) Tanja Meurer

Auch „Rauhnacht“ gehört zum Steampunk-Genre. Was reizt dich gerade an solchen Geschichten?
Ich liebe Technik, besonders historische Technik, alte Autos, alte Bahnen, alte Maschinen – generell alles in der Richtung.

Wie schwierig gestaltet sich die Recherche für das London des 19. Jahrhunderts? Wie nah bist du (trotz fantastischer Elemente) an der Realität?
Es ist die Hölle. Ich habe eine alte Karte von 1880, mehrere Bücher über das historische London und Google. Ohne wäre ich aufgeschmissen, da ich noch nie in London war. Natürlich sehe ich mir auch sehr viele Filme an, die in der Zeit spielen, aber darüber hinaus muss ich immer sehr viel zwischenrecherchieren. Das ist auch der Grund, warum ich kaum mit dem 2. Band um Ana und Zaida zu Potte komme. Es gibt eigentlich keine Szene, in der ich nicht nachlesen muss, wie es 1877 in Mayfair, Holborn, Spitalfields, den Docklands, etc. aussah, welche Fabriken es gab, wie sie das alltägliche Leben beeinflussten, wie arm die Unterschicht tatsächlich war und in welchem Rahmen sich die Oberschicht bewegte. Allein die Szene im zweiten Buch, in der John Brown, der ewige Begleiter Königin Victorias, auch „der Hochlanddiener der Königin“ genannt, auftaucht, hat mich Stunden des Artikel durchforsten gekostet.

Das Gewicht einer Seele_dunkel

Anabelle und Zaida aus „Rauhnacht“ (c) Tanja Meurer

Brown war ein Stallbursche, den Victoria kennen lernte, als ihr Mann sie das erste Mal nach Balmoral Castle mitgenommen hatte. Der junge Mann hatte die damals auch noch junge Königin so beeindruckt, dass sie ihn x-fach zeichnete, während Brown als Jagdbegleiter ihres Gatten fungierte. Später, nach dem Tod ihres Mannes Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, war Brown täglich um sie. Angeblich soll es – bis zu seinem Tod – keine Stunde gegeben haben, in der er nicht bei ihr war. In der Zeit wurde sie vom Volk spöttisch „Mrs. Brown“ genannt. Nach einigen Theorien soll sie heimlich Brown geheiratet haben. Nach seinem Tod hielt sie dieselbe, strenge, einsame Trauerzeit ein. Im übrigen benahm sich Brown ihr gegenüber nicht anders als jeder anderen Frau. Er nannte sie nie „Hoheit“, sondern „Frau“ oder „Weib“ und warf ihr an den Kopf, wenn ihm etwas nicht an ihr passte.

Ja … ich recherchiere immer genau 😉

Wie kamst du auf die Idee eines lesbischen Ermittler-Pärchens? Gerade im lesbischen Bereich gibt es solche Figuren ja sehr selten.
Eigentlich sollten Ana und Zaida in den 30ern oder 50ern als Detektiv-Duo angesiedelt werden, natürlich in den USA – genaugenommen in New Orleans. Aber Zaida hätte in der Zeit in etwa die Halbwertzeit einer Flasche Milch im Hochsommer gehabt. Wäre nicht so doll für die schwarze Schönheit. Davon abgesehen gibt es Geschichten und Filme um lesbische Paare aus der Zeit, auch Krimis (siehe „Die schwarze Dahlie“).

schweic39f-und-blut„9 mm“ ist ein sehr realistisches Projekt – wie kam es dazu?
Die Serie „Auf Achse“ war schon für meinen Berufswunsch LKW-Fahrerin zu werden (habe ich tatsächlich auch knapp vier Jahre durchgezogen). Dadurch entstand Christoph. Er und Jay waren Rollenspielfiguren. „Schweiß und Blut“ entsprang einer Idee, die mir vor fast 20 Jahren kam, als ich noch für den Express-Kurierdienst Aberle unterwegs war. Ich hatte mir damals überlegt, wie ich reagieren würde, wenn ich in einer solchen Situation wäre. Natürlich wäre es bei mir eher in eine wilde Prügelei ausgeartet, anders als bei Christoph und Jens.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Juliane Seidel, die Band 2 geschrieben hat?
Jay ist im Rollenspiel Jules Charakter. Als vor eineinhalb Jahren Miriam Kanis mit der Idee auf uns zukam, dass wir beiden Weiber Kurzgeschichten für ihre „Bad Boys“-Anthologie liefern sollten, kam ich auf die Idee, Jay (über den bereits ein guter Teil Buch in Form vom „Verborgenen Feind“ existierte), noch mal aus der Hand zu geben und sie zu bitten, dass sie sich einen Krimiplot einfallen ließ, der sich mit meinem am Ende kreuzt. So kam es zu „Rotten Games“.

Wie wird es mit der Reihe weitergehen – gerade Christoph hat ja noch eine Menge Geheimnisse, die ergründet werden wollen!
Ich bin derzeit an „Verborgener Feind“, den ich im Juli 2013 angefangen hatte. Das greift viele Geheimnisse auf, löst aber nicht alle. Im Gegenteil, es kommen noch mehr hinzu 😉 Aber die Fragen zu seiner Vergangenheit als Kommissar, Julian deVries und der Nacht in Südfrankreich, die er fast nicht überlebt hätte, werden beantwortet.

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Olli und Daniel aus „Der Rebell“ (c) Tanja Meurer

Welche Figur ist deine Lieblingsfigur und warum?
Oh – fiese Frage … Oliver Hoffmann (Hauptfigur aus meinem Roman „Der Rebell“, der im Herbst neu aufgelegt wird) – der Punk steht mir sehr, sehr nah. Er ist auf Basis eines meiner besten Freunde aus Teeny-Tagen erschaffen worden. Der Oliver war ein wunderbarer Mensch und ein guter Freund. In dem Zug auch Jamal und Daniel, die Konkurrenten, aber auch gute Freunde sind und die Zwillinge Till und Tim.

Ich mag auch Gwenael sehr gerne, weil er gefasst ist, ein ruhiger Mann, der ziemlich um sein Ansehen kämpft, aber ich hänge auch sehr an Luca-Seraphin Veradis, an Nasim, Antoine Laribe („Die Stadt der Maschinenmagie“), Dariusz, Christoph und Jay („9 mm“), Madame Zaida, Arthur Hailey und Eddy Masters („Rauhnacht“). Wer mir ebenfalls sehr nah steht, ist der entstellte Heinrich Christian Wolff (Hunger / Der Misanthrop).

Meistens sind es die ruhigen, etwas älteren Charaktere, die gefasster reagieren, gelassener, die nach außen hin nichts aus der Ruhe bringt (vollkommen gleich, wie es in ihnen aussieht).

Was sind Deine aktuellen Projekte? Auf was können sich die Leser als Nächstes freuen?
Derzeit bin ich an „9mm – Verborgener Feind“, „Mord ohne Leiche“ (2. Anabelle Talleyrand-Band), „Die Stadt der Maschinenmagie 2“ (ist eigentlich geschrieben, wird aber noch einmal überarbeitet), „Der Misanthrop / Wolff“ und natürlich an Schattengrenzen („Der Rebell“ kommt neu bei HomoLittera heraus. Dann habe ich auch den Folgeband „Hass“ in Petto).

Das ist eine ganze Menge – wie schaffst du das alles? Wann kommst du zum Schreiben?
Gar nicht, wenigstens in den letzten drei Monaten nicht. Vorher sporadisch, an Wochenenden, nach der Arbeit, wenn ich krank auf der Nase lag, immer, wenn ich allein war). Aber gerade habe ich einen neuen Job und ich tue alles dafür ihn zu behalten. Das heißt, volle Konzentration (und ich mache immer noch saublöde Fehler). Resultat: eine strenge Schreibdiät … Nein, ich vermisse es gerade wirklich. In der letzten Zeit waren aber Jobsuche, die Vorbereitungen für die Homonale (das schwullesbische Filmfest Wiesbaden, jedes Jahr im Januar) und die ganze Arbeit für QUEER gelesen (schwullesbisches Literaturfestival, erstmals im April), wichtiger. Jetzt wird es vielleicht endlich wieder was mit dem Tippseln. Denn ich habe einiges vor und eine neue Idee mit neuer Richtungsgebung für „Mord ohne Leiche“.

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Tanja Meurer

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Verlagen? Wie produktiv war die Zusammenarbeit mit deinen Lektoren und Verlegern?
Bestes Lektorat überhaupt – Kira Wolf-Marz. Die Zusammenarbeit mit dem Incubus-Verlag ist unglaublich genial. Mein Lektor bei der Weltenschmiede ist allerdings auch Wahnsinn, besonders weil Tobias Keil Dozent für afrikanische Geschichte ist (passt bei Zaida ja absolut perfekt ) und alles so rund schleift, dass es passt.
Die Zusammenarbeit mit meiner Lektorin bei DeadSoft ist ebenfalls sehr, sehr gut. Sie ist eine sehr große Hilfe gewesen. Nur mit dem Lektorat bei Bookshouse war ich nicht zufrieden.

Würdest du auch den Schritt zum Selfpublishing wagen oder bleibst du lieber bei der Zusammenarbeit mit Verlagen?
Lieber Verlage; aber ja, ich will „Glasseelen“, den ersten Schattengrenzen-Band, noch einmal neu herausbringen. Dann wird er überarbeitet sein, härter, unheimlicher und der lesbische Aspekt zwischen Theresa und Camilla soll mehr zum Tragen kommen – und nein, Chris ist NICHT attraktiv. Er ist und bleibt der unromantische, fertige Straßenpunk mit Asthma und seiner stark bisexuellen Ader.

Welches Genre bevorzugst Du?
Ist das noch nicht klar geworden? 😉
Krimi, Thriller, Mystery, Horror (bevorzugt Geisterhaus-Geschichten), Steampunk, Fantasy, Gay, Lesbian. Es muss viel Action vorhanden sein, es muss gruselige Elemente beinhalten, es muss spannend sein und es darf jederzeit realistisch bleiben 😉

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Justin, Ayco und Luca (c) Tanja Meurer

Was empfiehlst du Jungautoren?
Hört auf das, was Lektoren sagen. Meistens haben sie recht.

Wie wichtig ist das Thema Liebe?
Welche Art der Liebe? Bei all meinen Romanen ist die Basis der Freundschaft das Grundgerüst für alle tieferen Gefühle. Das beinhaltet natürlich nicht die „Liebe auf den ersten Blick“. Das ist oberflächlich. Wenn man sich nur in das Aussehen verliebt, erlebt man eine herbe Überraschung. So wenigstens meine Erfahrung.

Liest du Gay Romance oder realistische Gay-Romane?
Realistisch – Gay Romance hat für mich den Nachgeschmack von Zuckerersatzstoff.

Welche Autoren schätzt du besonders? Welche Vorbilder hast du?
Im schwulen Bereich sind es E.M. Forster, Joseph Hanson (ich liebe seine „Dave Brandstetter“-Krimis) und Cecil Dewi (sie ist unglaublich realistisch in ihrer Beschreibung der schwulen Liebe).
Aber ich verehre auch besonders „John Ball“. Sein „In der Hitze der Nacht“ ist ein vielschichtiger, unglaublich greifbarer Kriminalroman, der im Süden der USA spielt. Ein schwarzer Polizist strandet dort und wird unter Mordverdacht verhaftet. Das Zusammenspiel zwischen Virgil Tipps und dem rassistischen Sheriff Chief Gillesbie ist Wahnsinn. Ebenso empfehle ich jedem der es hören will (oder nicht) Ellis Peters‘ „Bruder Cadfael“-Krimis. Der Mönch, der ehemals Soldat im ersten Kreuzzug war, und mit seinem besten Freund, dem Sherif Hugh Beringar ermittelt, ist genial, besonders weil Ellis Peters es schafft eine kleine Hand voll fiktiver Figuren in ein vollkommenes, historisches Umfeld einzubinden, denn – man beachte – selbst die Äbte um Cadfael und den Antagonisten Prior Robert Pennant gab es tatsächlich.

Wie findest du den deutschen Markt im Gay Bereich? Wo siehst du ihn (und dich als Autor) in ein paar Jahren?
Übersättigt mit austauschbaren Büchern, aber das trifft jedes Genre. Der Gay-Bereich ist darin nicht anders als der Fantasy-Sektor, die Krimis, Thriller oder die Liebesromane. Deswegen suche ich immer nach dem Ungewöhnlichen. Das fehlt mir aber in den letzten Jahren.
Wo ich mich in den kommenden Jahren sehe? Wahrscheinlich bin ich keinen Schritt weiter als jetzt, weil ich mich weigere, der Masse anzupassen. Meine Protagonisten sind und bleiben Freaks, Außenseiter, fern ab von strahlenden Helden, dicht an der Realität. Das zieht nicht. Aber es geht einfach bei mir nicht anders.

Olli

Olli (c) Tanja Meurer

Was würdest du deine Leser fragen?
Was ihnen bei meinen Geschichten gefällt, warum sie welchen Charakter mögen oder verachten, was sie über meine Person denken 🙂

Deine Worte an die Leser?
Kauft Kinder, kauft – ne, Quatsch! Einfach nur, dass ich wirklich glücklich bin, dass es andere Irre gibt, die – genau wie ich – nicht nur dem Mainstream folgen. Ihr seid toll 🙂

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Veröffentlicht am 7. Mai 2016 in Interview, Special Week und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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