[ROMAN] Tod in Montmartre von Laurent Bach

Autor: Laurent Bach
Taschenbuch: 304 Seiten
ISBN: 978-3867878456
Preis: 9,99 EUR (eBook) | 14,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Zwei Wochen Urlaub in Paris – der Traum eines verliebten Pärchen. Für den Privatdetektiv Claude wird aus den gemeinsamen Tagen mit seinem Freund Julian schnell ein Albtraum, denn dieser setzt ihn nicht nur unerwartet darüber in Kenntnis, dass er die Möglichkeit hat für seinen Job nach Genf zu ziehen, er stolpert auch noch über die Leiche einer jungen Frau. Da diese seiner Freundin Amelie extrem ähnlich sieht, ahnt er bereits frühzeitig wer das Opfer eines Gewaltverbrechens wurde: Francine Lambert, Schwester seines Freundes Frederik, der seit Jahren nach der verschwundenen jungen Frau sucht. Sofort reisen Frederik und dessen Freundin Amelie nach Paris, um die Tote zu identifizieren und in Erfahrung zu bringen, was geschehen ist.

Da die Pariser Polizei die Zusammenarbeit mit Frederic (seines Zeichens ebenfalls Polizist) und Claude ablehnt, beginnen beide auf eigene Faust zu ermitteln und geraten in einen Sumpf aus Drogen, illegalen Waffen und Menschenhandel. Für Claude bietet der neue Fall nicht nur die Möglichkeit Frederic beizustehen, es lenkt ihn auch mehr oder minder erfolgreich von seinen Problemen mit Julian ab, der überhaupt nicht begeistert von Claudes Ermittlungen ist …

Eigene Meinung:
Die Krimis um den Privatdetektiv Claude Bocquillon gehen in die 3. Runde – die ersten beiden Fälle des Südfranzosen erschienen ebenfalls beim Bruno Gmünder Verlag unter den Titeln „Mord auf Französisch“ und „Die zehn Plagen“. Hinter dem Autoren Laurent Bach verbirgt sich Brunhilde Witthaut, die u.a. historische Romane verfasst, aber auch unter dem Pseudonym Corinna Bach als Gay Romance Autorin für den Sieben Verlag schreibt.

Dieses Mal verschlägt es Claude und seine Freunde aus dem beschaulichen Anduze in die pulsierende Metropole Paris. Erneut bekommt er es mit einem Mordfall zu tun, allerdings handelt es sich dieses Mal um eine persönliche Angelegenheit, da es sich bei dem Opfer um die vermisste Schwester seines Freundes Lambert handelt. Den Leser erwartet eine spannende, abwechslungsreiche Geschichte, in der Claude und Frederic nur nach und nach den Hintergründen auf die Spur kommen und in der dieses Mal verschiedene Fälle miteinander zusammenhängen. So wird schnell offensichtlich, dass es nicht nur um den Mord an Francine geht, sondern dass das organisierte Verbrechen von Paris seine Finger im Spiel hat. Claude wird mit Drogen, Menschenhandel und einem Fälscherring konfrontiert und muss sich gegen unterschiedliche Verbrecher zur Wehrsetzen.

Allerdings ist es dieses Mal recht früh offensichtlich, wo sich ihr wirklicher Mörder befindet und welche Ziele dieser verfolgt. Man hat den Verdacht recht früh und sieht sich zunehmend bestätigt. Allerdings dauert es fast zu lang, bis die Charaktere darauf kommen, wer wirklich die Finger im Spiel hat und für den Mord an Francine verantwortlich ist – obwohl es durchaus einige sehr offensichtliche Hinweise gibt.

Die Charaktere sind einmal mehr gelungen und können überzeugen – Claude ist dem Leser sofort sympathisch, wenngleich er dieses Mal sehr zickig daherkommt. Gerade bei den Szenen mit Julian geht er einem schnell auf die Nerven, da er sich sehr kindisch verhält und für keine Argumente offen ist. Dafür können Lambert und Amelie überzeugen, die im Laufe der Geschichte richtig zueinander finden und dies auch besiegeln wollen. Gerade Frederic lernt man ganz neu kennen, da er erstmals einem persönlichen Problem gegenüber steht. Er ist inzwischen ein fester Bestandteil von Claudes Freundeskreis, ganz gleich was früher zwischen den beiden Männern vorgefallen ist. Das macht ihn sehr sympathisch und liebenswert.
Die übrigen Nebenfiguren bleiben ein wenig blass und man vermisst durchaus die liebgewonnenen Charaktere aus Südfrankreich: Bertin, Claudes Mutter und seinen Kater, die Anwohner von Anduze. So toll einige Figuren in Paris sind und so lebendig die Stadt in Szene gesetzt wurde, Claude Bocquillon gehört nach Südfrankreich. Daher hofft man, dass der nächste Band wieder in Anduze spielen wird.

Stilistisch kann die Autorin einmal mehr überzeugen – wie bereits erwähnt sind die Beschreibungen sehr atmosphärisch und mitreißend. Man kann sich Paris mit all seinen Straßen, Orten und Menschen bildlich vorstellen, auch Actionszenen und Dialoge sind gut umgesetzt. Laurent Bach hat einen flüssigen, soliden Stil, hält die hohe Spannungskurve kontinuierlich aufrecht und sorgt für Abwechslung. Es macht Spaß Claude Bocquillons Fälle zu lesen, die Entwicklung der Charaktere mitzuverfolgen und dem Täter auf die Spur zu kommen. Dabei ist man immer nah bei den Figuren, da die Autorin die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Leider besticht „Tod in Montmartre“ durch zu viele Sichtweisen – dieses Mal wird sehr oft zwischen den Charakteren hin und her gesprungen. Das fällt nicht unbedingt extrem ins Gewicht, doch mit der Zeit stört es, dass man immer wieder aus einem Gedankengang geworfen wird, sobald die Perspektive wechselt.

Fazit:
„Tod in Montmartre“ ist ein gelungener Krimi, der die Reihe um Claude Bocquillon überzeugend weiterführt und für ein spannendes, gut geschriebenes Lesevergnügen sorgt. Die Geschichte ist gut umgesetzt, wenngleich man frühzeitig weiß, wer der Mörder ist; und auch die authentischen, lebendigen Charaktere können einmal mehr überzeugen. Ein wenig vermisst man Anduze und einige alte Bekannte, doch insgesamt ist die Episode in Paris gut gelungen. Wer Krimis mag und Lust auf französisches Flair hat, sollte sich Laurent Bachs Reihe nicht entgehen lassen. Sie lohnt sich auf jeden Fall und macht Lust auf mehr.

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Veröffentlicht am 6. Oktober 2015 in 4 Sterne, Gay, Krimi, Rezensionen, Special Week und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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