Archiv für den Monat Mai 2015

[ANKÜNDIGUNG] Special Week: Florian Tietgen

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Morgen ist es endlich soweit – die Special Week rund um Florian Tietgen und seine Werke beginnt. Freut euch auf neue Rezensionen, zwei tolle Interviews und ein abschließendes Gewinnspiel. Wer schon jetzt neugierig ist und etwas von Florian lesen möchte, kann bis zum Ende der Special Week den wundervollen Roman „Haus der Jugend“ für nur 0,99 € auf allen gängigen Plattformen (u.a. Amazon) erwerben. Lasst euch die Chance nicht entgehen – es lohnt sich.

Hier die einzelnen Stationen der Special Week:

01.06. Rezension: „… wenn es Zeit ist …“
02.06. Rezension: „Haus der Jugend“
03.06. Charakterinterview Siegfried und Darius
04.06. Rezension: „Aus sich hinaus“
05.06. Interview Florian
06.06. Gewinnspiel – Leserinterview

Wir sehen uns ab Morgen 🙂

[MANGA] Trau dich von Kai Asou

Trau dich

Autor: Kai Asou
Taschenbuch: 196 Seiten
ISBN: 978-2-889-21240-8
Preis: 6,95 EUR

Story:
Das Leben des alleinerziehenden Osawa ist alles andere als leicht, seitdem seine Frau ihn und seine Tochter Chizu verlassen hat. Dennoch bemüht er sich dem Mädchen ein guter Vater zu sein und sich so viel Zeit für sie zu nehmen, wie es sein Job als Bedienung in einem Restaurant zulässt. Als Chizu eines Tages krank wird und nicht in der Kindertagesstätte bleiben kann, bietet ausgerechnet Yoshiaki, einer der Stammkunden des Restaurants, der seine Hilfe an. Dass dieser schwul ist und immer wieder den Versuch startet, bei Osawa zu landen, sorgt bei dem jungen Vater für Skepsis. Dennoch nimmt er Yoshiakis Angebot an und lernt den flatterhaften, ewig lächelnden Angestellten mit der Zeit besser kennen. Auch Chizu gewöhnt sich schnell an Yoshiaki und fasst Vertrauen. Als Osawas Exfrau eines Tages vorschlägt, Chizu bei sich und ihrem neuen Mann aufzunehmen, wird Osawa vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt …

Eigene Meinung:
Mit dem 2-bändigen Manga „Trau dich“ von Kai Asou wagte Kazé Manga den Einstieg in den Boys Love Markt. Die romantische Geschichte ist ein Spin-Off des Mangas „Yachin Hanbun no Ibasho desu“, in dem es um Yoshiakis Exfreund Yukito geht, und erfreute sich sowohl in Japan, als auch in den USA wachsender Beliebtheit, so dass sich Kazé einen gelungenen Vertreter des BL Genres gesichert hat.

Die Geschichte schreitet langsam voran und konzentriert sich hauptsächlich auf Osawa, dessen Leben sich um die Arbeit und seine kleine Tochter dreht. Dementsprechend ruhig und realistisch ist die gesamte Atmosphäre des Mangas. Kai Asou lässt sich und den Lesern Zeit, die Beziehung der beiden Männer mit der notwendigen Sorgfalt und Sensibilität aufzubauen. Die Geschichte geht daher zu Beginn ein wenig schleppend voran, doch es passt zum Grundthema und den Figuren des Mangas. Zudem lässt sie Chizu viel Platz und Handlungsfreiraum. Das Mädchen ist nicht nur Mittel zum Zweck, um Osawa und Yoshiaki einander näherzubringen, sondern eine eigenständige Person mit Problemen und Sorgen. Aus diesem Grund wirkt „Trau dich“ auch so realistisch und authentisch – Osawa und Yoshiaki fallen nicht bei der erstbesten Gelegenheit ins Bett, sondern brauchen Zeit, um einander näherzukommen und zueinander Vertrauen aufzubauen.

Wie erwähnt sind die Charaktere sehr authentisch, lebendig und sympathisch. Man schließt sowohl Osawa, als auch Yoshiaki ins Herz, ebenso die kleine Chizu. Es macht Spaß sie kennenzulernen und ein Stück weit zu begleiten. Auch entsprechen sie nur bedingt dem gängigen Mangaklischee, was der ruhigen, realistischen Geschichte zugutekommt. Es gibt keine überdrehten Reaktionen oder skurrile Aktionen, die in „Trau dich“ fehl am Platz gewesen wären.

Auch die Zeichnungen passen sehr gut zum Grundthema, der Geschichte und den Charakteren des Mangas. Kai Asou hat einen sehr schlichten, angenehm erwachsenen Stil. Letzteres merkt man daran, dass es sich bei Osawa und Yoshiaki um Männer handelt, nicht um Teenager. Doch auch Kinder sind kein Problem für sie, ebenso Frauen und Hintergründe. Dabei verzichtet die Mangaka auf übermäßig viele Details und den Einsatz von Rasterfolie, was „Trau dich“ eine sehr helle, weiche Atmosphäre verleiht. Kai Asou versteht was sie tut und weiß sowohl mit der Handlung, als auch mit den Zeichnungen zu überzeugen.

Fazit:
Alles in allem ist „Trau dich“ ein gelungener Boys Love Manga, der durch eine authentische, ruhige Geschichte, sympathische Charaktere und angenehm schlichte, erwachsene Zeichnungen besticht. Kai Asou lässt sich Zeit, überstürzt nichts und treibt die Handlung behutsam voran, ohne die üblichen Klischees zu bemühen. Wer erwachsene, ruhige Boys Love Mangas mag, in denen es nicht immer gleich zur Sache gehen muss, ist mit „Trau dich“ gut beraten. Zu empfehlen.

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[MANGA] Ten Count von Rihito Takarai

Ten Count

Autor: Rihito Takarai
Taschenbuch: 196 Seiten
ISBN: 978-3-8420-1289-9
Preis: 6,95 EUR

Story:
Das Leben des Sekretärs Shirotani könnte wesentlich einfacher sein, wenn er nicht unter Mysophobie leiden würde, der krankhaften Angst vor Schmutz und Bakterien. Als sein Chef beinah von einem LKW angefahren wird und in letzter Sekunde von dem jungen Kurose gerettet wird, ändert sich das Leben des Sekretärs schlagartig. Denn Kurose durchschaut ihn auf den ersten Blick, behandelt er doch in einer speziellen Klinik Kinder, die unter psychischen Störungen und Mysophobie leiden. Er bietet Shirotani seine Hilfe und Unterstützung an, um das Problem in den Griff zu bekommen, und Shirotani willigt schließlich ein. Während der Behandlung, in der Shirotani 10 selbstgewählte Punkte erfüllen soll, die ihn in Panik versetzen, kommt er Kurose näher und schon bald entwickelt sich ein ungewöhnliches Verhältnis zwischen den beiden …

Eigene Meinung:
Mit dem Manga „Ten Count“ bringt Tokyopop das neuste Werk der beliebten Mangaka Rihito Takarai auf den Markt, die durch ihre Werke „Seven Days“ (das 2015 eine zweiteilige Realverfilmung erhalten hat), „Only the Flower knows“ und „Bride oft he Fox Spirit“ bekannt geworden ist. Dieses Mal verlässt die Mangaka die gewohnten, romantischen Pfade und porträtiert einen psychisch kranken, jungen Mann. Die Geschichte ist daher ernster und wartet mit einigen verstörenden Elementen auf, was den Manga aus der breiten Masse der Veröffentlichungen hervorhebt.

Inhaltlich ist „Ten Count“ gut gelungen und weiß zu fesseln. Der Leser steigt problemfrei in die Geschichte ein und lernt mit Shirotani einen ungewöhnlichen Hauptcharakter kennen, der von seinen Ängsten beherrscht wird. Glücklicherweise lässt sie die Zeichnerin Zeit, die Handlung und die Figuren zu entwickeln. Im ersten Band gibt es deswegen weder Erotik, noch irgendwelche weiterführenden Andeutungen, da dies nicht zum Grundthema der Geschichte gepasst hätte. Zudem achtet sie auf kleine Details, die zum Krankheitsbild Shirotanis passen und behandelt das Thema Mysophobie mit der notwendigen Sensibilität. Ob die von Kurose angewandte Therapie wirklich realistisch ist, lässt sich für den Laien zwar nur schwer einschätzen, doch sie wirkt sinnvoll und man ist gespannt, wie es mit den beiden weitergeht.

Neben der interessanten Handlung die Charaktere können überzeugen. Sie entsprechen nur bedingt die typischen Klischees des Genres und bleiben daher auch im Gedächtnis. Gerade Shirotani lernt der Leser sehr intensiv kennen, wenngleich man seine zwanghaften Ängste nur bedingt nachvollziehen kann. Er wirkt verloren, ist mit sich selbst und der Umwelt nicht im Reinen und beginnt erst durch Kurose ein wenig aus sich herauszugehen. Welche Geheimnisse er hat oder was die Mysophobie ausgelöst hat, wird noch nicht geklärt. Auch Kurose ist ein Buch mit sieben Siegeln – man erfährt im ersten Band nur wenig von ihm und seinen Beweggründen dem jungen Sekretär zu helfen. Dennoch ist er eine interessante Figur, die neugierig macht und reizvoll ist.

Wie nicht anders zu erwarten, bewegen sich Rihito Takarais Zeichnungen auf gewohnt hohem Niveau und passen sehr gut zum Manga. Die Mangaka hat sich im Vergleich zu „Only the Flower knows“ und „Bride oft he Fox Spirit“ noch einmal gesteigert und präsentiert ein gelungenes Werk. Ihr feiner, sicherer Stil harmoniert sehr gut mit der Geschichte und den Figuren. Auch sind die Zeichnungen dynamisch und abwechslungsreich, bestechen durch gut ausgearbeitete Hintergründe und ausdrucksstarke Figuren.

Fazit:
„Ten Count“ ist ein gelungener, inhaltlich ungewöhnlicher Boys Love Manga, der durch interessante Figuren und tolle Zeichnungen besticht. Rihito Takarai wagt sich an ein schwieriges Thema heran und behandelt es mit der notwendigen Sensibilität, wenngleich Fans von romantischer und erotischer Lektüre dieses Mal nur bedingt zum Zuge kommen. Allerdings versprechen die Folgebände mehr Spannung zwischen Shirotani und Kurose, so dass man die Fortsetzung kaum erwarten kann. Zu empfehlen …

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[ANKÜNDIGUNG] Special Week mit Florian Tietgen

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Drei Monate nach der letzten Special Week auf „Like a Dream“ freue ich mich, die nächste anzukündigen. Dieses Mal ist der Autor Florian Tietgen auf Like a Dream zu Gast und ich freue mich darauf seine außergewöhnlichen Werke vorzustellen. Da ich bisher noch keines seiner Bücher rezensiert habe, erwarten euch gleich 3 Rezensionen, 2 Interviews (mit ihm und seinen Charakteren Siegfried und Darius), sowie ein Gewinnspiel mit Leserinterview.

Hier ein erster Vorgeschmack auf die Special Week:
01.06. Rezension: „… wenn es Zeit ist …“
02.06. Rezension: „Haus der Jugend“
03.06. Charakterinterview Siegfried und Darius
04.06. Rezension: „Aus sich hinaus“
05.06. Interview Florian
06.06. Gewinnspiel – Leserinterview

Zudem hat sich Florian eine tolle Aktion für die Special Week ausgedacht – während der Aktion hier im Blog wird es das eBook von „Haus der Jugend“ für nur 0,99 Euro (statt 3,99 Euro) geben. Also freut euch auf den 01.06.2015.

Florian und ich wünschen euch viel Spaß mit der nächsten Special Week 🙂

[ANTHOLOGIE] Ein ganzes Jahr Liebe

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Autor: Kuschelgang
Taschenbuch: 374 Seiten
ASIN: B00SXP1F0S
Preis: 7,99 EUR

Inhalt:
Erneut hat die Kuschelgang eine Anthologie herausgebracht in denen sich unterschiedliche Autoren der Gruppe der Thematik „12 Monate“ widmen. Dementsprechend wundert es nicht, dass das Büchlein 12 Geschichten enthält, passend zu den jeweiligen Monaten.

Folgende Autoren und Geschichten sind enthalten:
Januar: Neues Jahr, Neues Glück von Sandra Black
Februar: Ein Schneemann zum Verlieben von Mia Grieg
März: Märzveilchen von Chris P. Rolls
April: April, April – Das Leben macht, was es will von Moos Rose
Mai: Maikäferalarm von Karolina Peli
Juni: Junikäfer – die erste Liebe vergisst man nie von Ashan Delon
Juli: Juli(s) Küsse von S. B. Sasori
August: Erdbeerprinz und Pechmarie von Nico Morleen
September: Spinnweben im Altweibersommer von Karolina Peli
Oktober: Große und kleine Wunder im Oktober von Karo Stein
November: Novembersonne von Karo Stein
Dezember: Weihnachtsüberraschung in letzter Minute von Kataro Nuel

Eigene Meinung:
„Ein ganzes Jahr Liebe“ ist die sechste Anthologie der Kuschelgang und ein wenig umfangreicher, als die vorherigen Kurzgeschichtensammlungen der Autorengruppe. Mal gefühlvoll und lockerleicht, mal dramatisch und spannend wurden die verschiedenen Geschichtsideen zu Papier gebracht und bieten eine breite Palette unterschiedlicher Gay-Themen: ob die Suche nach Mister Right, Babywünsche, das Überwinden von Verlusten oder einfach nur das alltägliche Leben zweier Männer – die Kuschelgang hat für jeden Geschmack etwas in petto.

Die unterschiedlichen Geschichten sind abwechslungsreich, können jedoch nicht alle überzeugen. Eines der Highlights der Anthologie ist die Monatsgeschichte „Juli(s) Küsse“ von S. B. Sasori, wenngleich sich einmal mehr beweist, dass die Autorin keine Kurgeschichten schreiben kann. Hier ist so viel Potenzial für ein eigenständiges Buch vorhanden, dass man hofft Julius und Raoul bald in einem Roman zu begegnen. Ebenfalls gelungen sind „Märzveilchen“ von Chris . Rolls, „Erdbeerprinz und Pechmarie“ von Nico Morleen und „Große und kleine Wunder im Oktober“ von Karo Stein. Die Geschichten lassen sich gut lesen und können auf unterschiedliche Art und Weise unterhalten. Ein Großteil der Geschichten bewegt sich im Mittelfeld, was bedeutet, dass man sie gut lesen kann, den Inhalt jedoch schnell wieder vergisst, ein paar wenige können leider nicht überzeugen, da sie keinerlei Handlungsbogen besitzen, zu langatmig sind oder durch flache, stereotype Charaktere bestechen.
Positiv sei an dieser Stelle jedoch angemerkt, dass eine Vielzahl der Autoren auf allzu heftige Erotikszenen verzichtet und sich gänzlich auf die Geschichte und die Charaktere konzentriert. Sicherlich gib es auch einige explizitere Szenen, doch diese halten sich im Vergleich zu den anderen Anthologien der Kuschelgang in Grenzen.

Stilistisch sind die Geschichten ebenso unterschiedlich, wie inhaltlich. Leider halten sich dieses Mal die gut geschriebenen Storys arg in Grenzen, was man auch an den Rechtschreibfehlern und den vielen grammatikalischen Fehlern merkt. Satzbau ist teilweise auch Glückssache, so dass sich einige Kurzgeschichten nur schwer lesen lassen. Einigen Autoren mangelt es einfach am handwerklichen Können, was sich stark auf den Lesefluss auswirkt. Hier fehlt ein anständiges Lektorat, um zumindest die gröbsten Fehler zu beseitigen, denn viele Sachen lassen sich nicht mit einem eigenen Stil entschuldigen.

Fazit:
Mit der Anthologie „Ein ganzes Jahr Liebe“ legt die Kuschelgang eine weitere gemeinschaftliche Veröffentlichung vor, die kurzweilige Unterhaltung und zumindest ein paar gelungene Geschichten enthält, die Lust auf mehr machen. Leider können einige Kurzgeschichten weder inhaltlich, noch stilistisch überzeugen, so dass das Lesen mitunter ein wenig mühsam ist. Wer mit einer Anthologie deutscher Gay Autoren antesten möchte, sollte sich nach anderen Veröffentlichungen umschauen – auch bei der Kuschelgang gibt es gelungenere Bücher, als „Ein ganzes Jahr Liebe“.

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[ROMAN] Männerbande von Sylvia Pranga

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Autor: Sylvia Pranga
Taschenbuch: 350 Seiten
ISBN: 978-3-864434-76-1
Preis: 12,90 EUR

Story:
Seit der Collegezeit ist John Walker in seinen besten Freund Calum verliebt, fand jedoch nie den Mut es diesem zu gestehen, da Calum ein echter Weiberheld ist und kein Mädchen von der Bettkante stößt. An diesem Zustand hat sich 25 Jahre später nichts geändert – die beiden sind beste Freunde, wohnen nebeneinander und sehen sich täglich. Doch während John ein introvertierter Single ist, hat Calum eine Frau und zwei Söhne. Als eines Tages überraschend die offenherzige Julie in Johns Leben stolpert und ihn zu einer gemeinsamen Wette überredet, wandelt sich Johns Leben. Beide müssen binnen eines halben Jahres versuchen einen Partner zu finden und sich gegenseitig über ihre Versuche informieren. Calum, der seinen Freund ebenfalls glücklich sehen will, bietet dabei seine volle Unterstützung an.

John beginnt nach und nach aus seinem Schneckenhaus zu kriechen, neue Männer kennenzulernen und sich in seinem Leben neu zu positionieren. Doch auch Calum ändert sich im Laufe der Zeit, da es mit seiner Ehe zusehends bergab geht und er schon länger ein Geheimnis mit sich herumträgt, das er nicht einmal John anvertraut hat.

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „Männerbande“ von Sylvia Pranga erschien ein weiterer Gay Romance im Sieben Verlag. Auf 350 Seiten erzählt die Autorin die Geschichte von John und Calum, und verzichtet dabei größtenteils auf Erotik, so dass sich das Buch angenehm von „Gefährlicher Geliebter“ abhebt, bei dem Sex eine größere Rolle spielte. Stattdessen geht Sylvia Pranga sehr gefühlvoll und behutsam an die Sache heran. Sie lässt ihren Charakteren Zeit, sich zu entwickeln, gibt ihnen genug Raum sich zu ändern und schafft damit eine realistische Atmosphäre. Bis auf einige kleinere Ungenauigkeiten und Logiklücken, die sich aus den Enthüllungen der Geheimnisse ergeben, ist das Buch angenehm logisch und gut nachvollziehbar aufgebaut. Das merkt man ganz besonders in Calums Charakterisierung und seinem Geheimnis, das am Ende nur teilweise überzeugen kann. So schön das happy End auch ist und so gefühlvoll Sylvia Pranga die große Aussprache in Szene setzt, man nimmt Calum seine Offenbarung einfach nicht ab. Dazu gab es zu wenig Hinweise im Laufe der Geschichte, keinerlei Anzeichen dafür, dass Calum ebenfalls mehr für John empfindet. Er wirkt bis kurz vor Schluss weder schwul noch bisexuell, was der Entwicklung am Ende einen unglaubwürdigen Touch verleiht.

Nichtsdestotrotz macht die Geschichte Spaß, was vorwiegend an den sympathischen, gut ausgearbeiteten Figuren liegt. Man schließt sowohl den ruhigen, schüchtern John, als auch den spritzigen, lebensfrohen Calum ins Herz. Beide sind sehr authentisch und gut nachvollziehbar, man lernt ihre jeweiligen Eigenheiten und Spleens kennen und schätzen, und kann sich sowohl in John, als auch in Calum gut hineinversetzen. Man merkt, dass die Autorin Spaß an der Geschichte und ihren Charakteren hatte, was sich auch auf den Leser überträgt.
Das beweisen auch die Nebenfiguren, die man im Laufe der Zeit ebenfalls näher kennenlernt – seien es Calums Söhne Andy und Reuben, die schwulen Zwillinge, die John während seiner Partnersuche kennenlernt, Julie oder Calums Golden Retriever Sammy – die Figuren sind liebenswert und ansprechend in Szene gesetzt. Einzig die Tatsache, dass Calums Frau Diane so extrem unsympathisch daherkommt ist ein wenig übertrieben – sie ist von Anfang an so etwas wie der Antagonist, an dem es wenig Positives zu finden gibt.

Stilistisch kann Sylvia Pranga ebenfalls punkten – sie hat einen angenehm lesbaren, sicheren Schreibstil. Man ist bereits nach wenigen Seiten in der Handlung und obwohl diese langsam voranschreitet, langweilt man sich nicht oder neigt dazu Seiten zu überspringen. Es ist sogar ganz angenehm, dass sich die Autorin Zeit mit ihren Protagonisten lässt, wenngleich man sich fragt, warum die beiden 25 Jahre dafür gebraucht haben! Das liegt vor allem daran, dass sich Sylvia Pranga nicht nur auf Johns Partnersuche und Calums Eheprobleme konzentriert, sondern auch das Leben der beiden beschreibt, wenngleich John hierbei im Zentrum steht. Von ihm erfährt man einfach mehr – man lernt seine Familie kennen, erfährt von seinen Problemen und seiner Arbeit. Im Gegensatz dazu wird Calums Leben nur grob beleuchtet, bestenfalls angeschnitten.
Nichtsdestotrotz lernt man beide Männer gut kennen und Sylvia Prangas gefühlvollen Schreibstil schätzen.

Fazit:
„Männerbande“ ist ein gut geschriebener Gay Romance, der mit sympathischen Charakteren und einer ruhigen, gefühlvollen Atmosphäre punkten kann. Sylvia Pranga lässt den beiden Protagonisten und dem Leser Zeit sich in die Handlung einzufinden, was sich positiv auf die Gesamtgeschichte auswirkt. Zwar gibt es einige Lögiklöcher, doch die sind nicht weiter tragisch und hemmen nicht den Lesespaß. Wer auf der Suche nach gefühlvollen Gay Romance Büchern ist, bei dem die Figuren nicht nach 30 Seiten miteinander ins Bett fallen, ist mit „Männerbande“ gut beraten. Es lohnt sich.

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[AKTION] IDAHOT 2015

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Am 17.05.1990 beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Seit 2005 wird jährlich an diesen Tag gedacht und mit diversen Aktionen auf die weltweite Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hingewiesen, die nicht der heteronormalen Welt entsprechen. Dieses Jahr finden in vielen Städten Luftballon-Flashmobs statt, ebenso Informationsveranstaltungen, Vorträge und Kundgebungen.

Dass diese Veranstaltungen noch immer ihre Daseinsberechtigung haben und wichtig sind, beweisen die vielen Berichte aus Ländern, in denen noch immer Gefängnis- oder Todesstrafen verhangen werden, oder auch die Proteste in Deutschland, wenn es zum Beispiel um die Aufnahme der Thematik Homosexualität im Schulunterricht geht. Es gibt nach wie vor Bedarf aufzuklären und zu informieren, denn es ist nicht so, dass Homosexualität überall akzeptiert wird oder man als Schwuler, Lesbe oder Transsexueller so frei und offen leben darf, wie es gerade in Büchern immer wieder aufgezeigt wird. In diesem Zusammenhang hat Raik Thorstad einen tollen Artikel verfasst, der diese Thematik wunderbar aufgreift.

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In diesem Zusammenhang bleibt zu hoffen, dass es irgendwann eine Zeit geben wird, in der derartige Veranstaltungen nicht her notwendig sind und Menschen die Vielfalt akzeptieren und respektieren, die es dort draußen gibt … vielleicht in einer ähnlichen Form, wie es in dem ein oder anderen Roman bereits der Fall ist. Bis dahin bleibt jedem Einzelnen nur die Möglichkeit sich und andere zu informieren und gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie vorzugehen und zwar nicht nur am 17.05. sondern jeden Tag!

[ROMAN] Fairy-Tale von Rona Cole

Autor: Rona Cole
Taschenbuch:  700 Seiten
ASIN: B00HAZNG2C
Preis: 7,98 EUR (eBook), 18,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich der Medizinstudent und ehemaliger Balletttänzer Phillip und der Schwede Per in Berlin kennenlernen und einander näherkommen. Doch Per muss zurück in die Staaten, wo er lebt und arbeitet, und Phil bleibt nichts anderes übrig, als einem großartigen One Night Stand hinterher zu trauern. Als sich Monate später für Phil die Möglichkeit eröffnet, Weihnachten bei Pers Schwester Malin zu feiern, nimmt er nach einigem Zögern das Angebot an. Sein Wiedersehen mit Per stürzt die beiden Männer nicht nur in ein Chaos der Gefühle und eine rosarot-verliebte Welt , sondern stellt sie auch vor ein unlösbares Problem: Per ist aktiver Eishockeyspieler der NHL, verdient ein Vermögen und ist bekannter als so mancher Schauspieler – und darf unter keinen Umständen offiziell geoutet werden. Aus diesem Grund hat er in der Öffentlichkeit nicht nur wechselnde Freundinnen, es ist ihm auch unmöglich, sich in absehbarer Zeit zu Phil zu bekennen.

Dennoch starten die beiden den Versuch sich eine, wenn auch heimliche, Fernbeziehung aufzubauen. Allerdings hat Phil seine Probleme damit, Per mit einer Frau zu sehen, hat er doch bereits einen bisexuellen Mann an eine Frau verloren. Und auch Per muss sich immer häufiger die Frage stellen, ob sein Kindheitstraum ein Leben voller Lügen und Verleugnung wirklich rechtfertigt …

Eigene Meinung:
„Fairy-Tale“ ist ein Roman der deutschen Autorin  Rona Cole und erschien ursprünglich komplett auf der Plattform Fanfiktion.de. Aufgrund der großen Popularität und der Bitten der Fans erschien die Geschichte von Phil und Per Ende 2014 als eBook und Taschenbuch im Selbstverlag, zudem arbeitet Rona Cole an der Fortsetzung „More than just a cup“, die ebenfalls online zu finden ist. Neben „Fairy-Tale“ schrieb die Autorin die Romane „Aus gutem Hause“ (ursprünglich auch auf Fanfiktion.de erschienen), „Zwischen den Zeilen“ und „Koch zum Frühstück“, die im Cursed Verlag erschienen sind.

Die Grundidee von „Fairy-Tale“ ist durchaus nicht uninteressant und bietet eine Menge Potenzial, da es in erster Linie um Homosexualität im Profisport geht und die Probleme, die sich daraus für die Sportler und deren Beziehungen entwickeln. Dabei hat sich Rona Cole mit Eishockey eine populäre Sportart in den USA ausgesucht, die sich grob mit Hype um die männlichen Spieler im deutschen Fußball vergleichen lässt. Es geht um Liebe und Ängste, Hoffnung und Vertrauen, den Wunsch nach Offenheit und Verständnis. Die Autorin lässt den Leser sehr tief hinter die Fassaden blicken, erzählt sowohl aus Phils, als auch aus Pers Sicht und schafft es dabei beiden Charakteren gerecht zu werden. Man versteht sowohl Phils Gedanken und Gefühle, als auch Pers Beweggründe, sich nicht zu outen und seinem Traum nach Ruhm und Erfolg nachzujagen. Die daraus resultierenden Probleme machen das Buch ab der Hälfte durchaus spannend, allerdings wird der Leser auf eine wahre Geduldsprobe gestellt, bis man an dieser Stelle ist. Rona Cole hat das Talent die Geschichte extrem in die Länge zu ziehen und sich mit unendlich vielen, kleinen Details aufzuhalten. Ganz besonders fällt dies in der Woche in New York auf, in der sich Per und Phil ineinander verlieben. Beinah minutiös werden ihre gemeinsamen Tage (und Nächte) beschrieben und ihre Gefühle füreinander offengelegt. Das mag Romantik-Fans gefallen, Leser realistischer Bücher fühlen sich irgendwann genervt, da die Handlung nicht voranschreitet. Gut die Hälfte der Geschichte ist dem Kennenlernen und der Liebe der beiden Protagonisten gewidmet, was natürlich schön und stimmungsvoll ist, der Geschichte aber unheimlich viel Schwung nimmt.

Im Gegensatz dazu werden die heimlichen Jahre, die Per und Phil verbringen, nachdem sie sich zusammengerauft haben und ein Paar werden, binnen eines (!) Kapitels gezählt. Sicherlich ist dies nach knapp 650 Seiten durchaus legitim, doch irgendwie fühlt man sich ein wenig um die wirklichen Probleme und die interessanten Aspekte der Geschichte betrogen. Wer glaubt, dass Phils und Pers Versteckspiel und das Leben der beiden während Pers aktiver Zeit als Eishockeyspieler beleuchtet werden, der irrt sich – Rona Cole konzentriert sich vollkommen auf ihr Zusammenkommen und die ersten Hürden ihrer Beziehung. Alles andere wird in den letzten Kapiteln lediglich angeschnitten und angedeutet.

Aufgrund des Umfangs von 700 Seiten sind die Charaktere sehr gut und überzeugend in Szene gesetzt. Man lernt sowohl Per, als auch Phil sehr intensiv und hautnah kennen, wenngleich letzterer ein bisschen das Nachsehen hat, wenn es um sein Leben und seine Karriere geht. Doch vielleicht erfährt man ja mehr in der Fortsetzung der Geschichte, denn da bleiben durchaus Fragen offen (z.B. ob Phil sein Studium schafft und Arzt wird, wie seine Eltern mit der Situation umgehen, etc.). Hin und wieder verhalten sich die beiden Männer arg kitschig und sentimental, aber daran gewöhnt man sich, da diese Charakterzüge gut erklärt werden. In „Fairy-Tale“ geht es eben um Beziehungsdramen, Liebe, Romantik und Erotik – dementsprechend kitschig sind die Charaktere umgesetzt.

Die Nebenfiguren können ebenfalls überzeugen, bleiben jedoch manchmal ein wenig auf der Strecke. Sei es Malin und ihre Familie, die Mädchen, mit denen Per ausgeht oder die anderen Teamspieler der Rangers – sie kommen mitunter ein wenig zu kurz. Das ist schade, insbesondere dass die anderen Hockeyspieler kaum zum Tragen kommen, obwohl sie so viel Zeit mit Per verbringen.

Stilistisch ist „Fairy-Tale“ Geschmackssache. Rona Coles Stil besticht durch unendlich lange Schachtelsätze, ein inflationäres Vorkommen von Kommata und jeder Menge  Auslassungspunkte. Mitunter fällt es daher schwer die Geschichte zu lesen, da einige Sätze fast zwar eine halbe Seite lang sind, aber dennoch mehr Punkte haben, als so mancher Autor binnen fünf Seiten verwendet. Zudem ist der Stil sehr alltäglich und einfach – gehobene Formulierungen darf man hier nicht erwarten. Das passt zwar durchaus zu Per und Phil, da diese sehr realistisch und natürlich wirken, aber es erschwert das Lesen. Auch die eingefügten Erklärungen, das Springen in den Zeiten, wenn eine Rückblende eingebaut wird und die vielen Infodumps fallen störend ins Gewicht. Rona Coles Stil birgt etliche grammatikalische und stilistische Fehler, die man nur schwer als persönlichen Stil abtun kann.

Dafür baut sie sowohl schwedische, als auch englische Dialoge ein, die die Geschichte und die Figuren lebendig machen und hat sich sehr eingängig über die relevanten Themen informiert. Sei es Ballett oder Eishockey, New York, Automobile oder Modelabels – man merkt, dass die Autorin recherchiert hat.

Fazit:
„Fairy-Tale“ ist ein Buch für Romantikfans, die kein Problem mit Kitsch, Beziehungskisten, Drama und jeder Menge Erotik haben. Zudem sollte man Rona Coles Stil trotz aller Fehle mögen, ganz gleich wie schwer es fällt, durch die Schachtelsätze zu kommen. Trotz der interessanten Grundthematik gelingt es der Autorin nur bedingt zu fesseln, da sie die Schwerpunkte falsch setzt und sich die Geschichte gerade am Anfang extrem in die Länge zieht. Wer rosaglitzerndes Gay Romance mag, sollte „Fairy-Tale“ eine Chance geben, wer nach realistischen Texten Ausschau hält, die Wert auf die Handlung legen, ist hier definitiv an der falschen Adresse.

 

 

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[AKTION] Blogger schenken Lesefreude 2015 – Auslosung

Hallo ihr Lieben,

bis gestern hattet ihr Zeit, euch für den Roman „Schärfer als Wasabi“ zu bewerben, jetzt endlich habe ich den Gewinner ausgelost. Insgesamt haben 17 Leute am Gewinnspiel teilgenommen – vielen Dank an alle, die auch einige Hinweise und Kommentare zum Blog da gelassen haben.

Mittels Zufallsgenerator habe ich die Nummer 14 ausgelost:

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Herzlichen Glückwunsch, Sophie!

Bitte melde dich in den nächsten Tagen bei mir via Mail (Koriko@gmx.de) und teile mir deine Adresse mit.

Vielen Dank an alle anderen Teilnehmer – vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.

Liebe Grüße,
Juliane