Archiv für den Monat Dezember 2014

2014 im Rückblick

Hallo in die Runde,

das erste Jahr mit Blog ist vorüber und (ZItat) „Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt“ (Zitat-Ende). Interessant was in den letzten 11 Monaten (der Blog startete im Februar 2014) alles auf „Like a Dream“ los war und welche Berichte und Aktionen am besten ankamen.

Mit diesem Bericht verabschiede ich mich für dieses Jahr und wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Man sieht sich.

Hier ist ein Auszug:

Ein New York City U-Bahnzug fasst 1.200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 4.300 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

[ROMAN) Das Vermächtnis des Unbekannten von Marc Weiherhof

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Autor:
Marc Weiherhof
Taschenbuch:  220 Seiten
ISBN: 978-3863613884
Preis: 15,50 EUR

Story:
Silvan Becker hat alles, was man sich wünschen kann – Geld, Erfolg und zwei entzückende Kinder, die ihm alles bedeuten. Er ist beliebt, wird von der High Society geschätzt und auch die Presse schätzt den sympathischen Geschäftsmann. Lediglich ein fester Partner fehlt in seinem Leben und als den Maler Jan kennenlernt, scheint er am Ziel zu sein. Leider entpuppt sich die vermeintlich große Liebe als Profikiller der mexikanischen Mafia, dessen Auftrag es ist Silvans Kinder zu entführen. Als die beiden tatsächlich verschwinden, setzt Silvan alles daran, sie zurückzuholen – und legt sich dabei nicht nur mit dem Don des mexikanischen Verbrechersyndikats an, sondern schafft sich auch einen Feind, der noch für etliche Probleme sorgt …

Eigene Meinung:
„Das Vermächtnis des Unbekannten“ ist der Debütroman des Autors Marc Weiherhof und erschien im Sommer 2014 beim Himmelsstürmer Verlag. Inzwischen sind weitere Projekte i Arbeit, im Frühjahr 2015 soll mit „Der Pakt“ der zweite Roman des Autors erscheinen.

Inhaltlich wird der Roman als Sex & Crime beworben, sprich es geht etwas actionreicher und spannender zur Sache. Leider geht mit der ganzen Spannung und Dynamik auch eine gewaltige Portion Unlogik einher, die das Lesevergnügen deutlich schmälert. Sei es die Tatsache, dass Silvan von jetzt auf gleich gegen Profikiller, Berufsverbrecher und Soldaten ankommt, ohne im Vorfeld eine entsprechende Ausbildung absolviert zu haben, oder auch die vielen Unstimmigkeiten innerhalb der Persönlichkeiten der Charaktere. Die Geschichte wirkt unrund, unstimmig und an einigen Stellen arg an den Haaren herbei gezogen. Man kann viele Aktionen und Dinge nicht mehr nachvollziehen, was natürlich der Spannung abträglich ist.

Insgesamt wirkt „Das Vermächtnis des Unbekannten“ sehr wie ein Hollywood-Selbstjustiz-Krimi, in der der Familienvater alles daran setzt, um seine Kinder aus den Fängen des Bösen zu befreien. Das ist vielleicht kein schlechtes Grundthema und hätte spannend und facettenreich aufgebaut werden können, doch leider gelingt es dem Autor nicht die Geschichte kontinuierlich zu erzählen und einen fesselnden Spannungsbogen zu beschreiten. Zu oft stolpert man über die Unstimmigkeiten und Plotlöcher, über die man wirklich nicht mehr hinwegsehen kann.

Neben der unausgegorenen Handlung sind die Charaktere eines der Negativpunkte des Buches – sie sind zum größten Teil unglaubwürdig, unrealistisch und ungreifbar. Allen voran Silvan, der eher wie eine Gary Sue anmutet, da er zu perfekt daher kommt und ihm nahezu alles gelingt: er ist der erfolgreiche Geschäftsmann, der tolle Familienmensch, der beliebte Arbeitgeber und großzügiger Spender. Es gibt nahezu nichts, was er nicht kann, so dass er natürlich auch mehrfach gegen Profikiller und Berufsverbrecher besteht und von einem Softie zu Rambo mutiert, um seine Kinder zu retten. Ich sehe ja ein, dass man in Extremsituationen über sich hinauswächst, aber bei Silvan wurde das doch arg übertrieben. Selbst als er verprügelt und verletzt ist, gelingt es ihm noch seine Widersacher auszumerzen. Hier wurde eindeutig zu dick aufgetragen: Silvan fehlen menschliche Schwächen, denn niemand ist so perfekt. Dafür handelt er mitten im Buch ziemlich out-of-character, als er sich auf seine Art an Jan rächt.
Auch die anderen Figuren sind leider nicht besser – Jan, der seinen Beruf als Profikiller leid ist und sich gegen Silvan entscheidet, obwohl er sich in diesen verliebt. Greiner ist ebenfalls so eine Figur, die nur bedingt logisch handelt und zu oft Dinge tut, die ein Ex-Elite-Soldat mit Sicherheit nicht getan hätten. Die Kinder sind niedlich, mit der Zeit aber ein wenig nervig, insbesondere da sie scheinbar keinerlei Trauma von der Entführung davontragen und viel zu schnell in ihr gewohntes Leben zurückfallen. Dies trifft auch auf Silvan zu, der binnen kürzester Zeit zum Tagesgeschäft zurückkehrt, was (nach allem, was er getan und erlebt hat), nun wirklich unverständlich ist.

Stilistisch liefert Marc Weiherhof gewöhnungsbedürftige Kost. Das liegt vor allem daran, dass er einen sehr direkten, zusammenfassenden Schreibstil hat. Sowohl die Actionszenen, als auch die Dialoge und Beschreibungen sind stark gekürzt und lassen keine wirkliche Atmosphäre aufkommen. Einzig die etwas statisch verfassten Erotikszenen sind ausführlicher gehalten, was jedoch in diesem Buch eher störend auffällt. Man kann sich einfach nicht in die Figuren hineindenken, kann viele Dinge nicht nachvollziehen und kommt bei aller Action kaum noch hinterher. Marc Weiherhof hätte sein Hauptaugenmerk mehr auf den Kriminalfall legen und sich eigehender mit der Entführung beschäftigen sollen, um Spannung aufzubauen. So verschenkt er eine Menge und kann letztendlich leider nicht überzeugen.

Fazit:
„Das Vermächtnis des Unbekannten“ kommt leider nicht an die Erwartungen heran, die man aufgrund der Reihe „Sex & Crime“ an das Buch stellt. Die Handlung ist zu sehr an den Haaren herbeigezogen, die Charaktere sind zu unglaubwürdig und der Schreibstil zu hölzern und stockend, um den Roman wirklich genießen zu können. Schade – aus dem Thema hätte man mehr machen können. Leider nicht zu empfehlen.

 

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Tokyopop Programm April – Juli 2015

Hallo in die Runde,

schon vor einer Weile hat der Mangaverlag Tokyopop seine neuen Titel angekündigt. Endlich habe ich es geschafft auch hier darüber zu berichten, immerhin hat der Verlag einige schöne Titel in petto, die sich die deutschen Mangafans schon seit einer Weile wünschen, darunter „Ten Count“ und “Konya mo nemurenai”. Ansonsten gibt es zwei Perfect Editions von Mangas, die bereits im Taschenbuchformat erschienen sind

Hier die Übersicht:

  • Bloody Mary von Akaza Samamiya – 3+ Bände ab Juni für je 6,95 €
  • Mein hübsches Ego (OT: “Nar Kiss”) von Mariko Nekono – Einzelband im April für 6,95 €
  • Ten Count von Rihito Takarai – 3+ Bände ab Mai für je 6,95 €
  • Shiny Star von Nanami – Einzelband im April für 6,95 €
  • Love Monster von Mio Junta – Einzelband im Mai für 6,95 €
  • Schlaflose Nächte (OT: “Konya mo nemurenai”) von Yamamoto Kotetsuko – 3 Bände ab Mai für je 6,95 €
  • Des Teufels Geheimnis Perfect Edition von Hinako Takanaga – Einzelband als Hardcover-Edition im Mai für 14,95 €
  • Seven Days Perfect Edition von Venio Tachibana / Rihito Takarai – 2 Bände als Hardcover-Edition ab Juli für je 14,95 €

[ROMAN] Gefährte des Wolfes – William von Rhianne Aile

Autor: Rhianne Aile
Taschenbuch:  322 Seiten
ISBN: 978-3942451222
Preis: 9,50 EUR

Story:
Nachdem Tristan seine große Liebe gefunden hat, fühlt sich dessen Zwillingsbruder William zumeist wie das fünfte Rad am Wagen, wenn er seinen Bruder mit dem Werwolf Benjamin sieht. Er sehnt sich ebenfalls nach jemandem, den er für sich gewinnen kann. Eines Tages taucht ein Werwolf aus Rauls altem Rudel auf und bittet diesen um Unterstützung bei der Suche nach seinem verschwundenen Zwillingsbruder Richard. Da Richards Frau Sienna eine starke Hexe ist und kein Werwolf über magisches Wissen verfügt, bietet William seine Hilfe an und begleitet Raul. Schnell finden sie Richard und ebenso schnell wird klar, dass Will der Gefährt des Werwolfs ist. Schnell kommen sich die beiden näher, doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, da Sienna Richard schon seit einer Weile kontrolliert und augenblicklich ihre Macht über den Werwolf zurückgewinnt, als sie sich gegenüberstehen. Für William und Raul beginnt ein langer Weg, in dem sie alles daran setzen Siennas Bann zu brechen …

Eigene Meinung:
Mit „William“ legt die Autorin Rhianne Aile den zweiten Band ihrer Duologie „Gefährte des Wolfes“ vor. Dieses Mal steht der jüngere Northland Zwilling im Mittelpunkt, wenngleich Tristan eine wichtige Rolle spielt. Da die Bücher zwar auch für sich alleine stehen können, inhaltlich jedoch aufeinander aufbauen, ist es sinnvoll vorab „Tristan“ zu lesen, um alle Hintergründe verstehen zu können.

Auch im zweiten Band geht es spannend zur Sache und man ist schnell in der Handlung. Erneut baut Rhianne Aile eine interessante Hintergrundgeschichte auf, in der auch Rauls Vergangenheit eine größere Rolle spielt und auch dessen Gefährte Alex zum Zuge kommt. Allerdings verliert sich die Autorin immer wieder in den Sexszenen und Nebensächlichkeiten, was dafür sorgt, dass die Geschichte teilweise stark konstruiert und nicht logisch aufgebaut ist. Sei es die künstlich aufgebaute Spannung und Dramatik, nachdem Richard allein zu Sienna zurückgekehrt ist oder Passivität ihrer Gegnerin – es passt nicht immer zusammen. Auch widerspricht sie sich immer Laufe der Zeit häufiger oder greift offene Fäden nicht mehr auf. Letztere sind zwar vernachlässigbar, doch es ist trotzdem unschön, dass einige Punkte schlicht vergessen werden. Hätte sie hier 3-4 Sexszenen gestrichen, wäre genug Platz für weiterführende Erklärungen und mehr Logik gewesen, so hangelt sich die Handlung wirklich von einer Erotikszene zu anderen.

Die Charaktere sind, wie schon in Band 1, sympathisch und liebenswert, allerdings in einigen Punkten recht stereotyp. Richard verhält sich wie der typische (Gay) Werwolf, nachdem er seinen Gefährten gefunden hat – möglichst mit diesem im Bett bei entsprechende Aktivitäten. William ist natürlich sofort hin und weg, und verliebt sich augenblicklich in ihn. Das geht einfach zu schnell, insbesondere da sie eine knappe Stunde nach ihrer ersten Begegnung übereinander herfallen.
Dennoch schließt man William und Raul schnell ins Herz, auch Richard ist nicht unbedingt unsympathisch. Sicherlich hätte man den Figurenmehr Tiefgang geben können – sie bleiben relativ flach, was wohl daran liegt, dass sehr viele Sexszenen enthalten sind. Leider bleibt auch Sienna ungemein blass und seltsam passiv. Dafür, dass sie die Hauptgegnerin ist, kommt sie fast gar nicht zum Tragen. Sie taucht hin und wieder auf, umgarnt Richard, doch ansonsten tut sie nichts. Dabei sollte sie als Hexe erkennen, dass William der Gefährte ihres Mannes ist und dementsprechend Gefahr bedeutet. Dennoch unternimmt sie wenig, als würde die Autorin sich davor sträuben ach nur eine richtige Szene mit ihr zu Papier zu bringen.

Stilistisch ist „William“ erneut solide und gut geschrieben. Rhianne Aile weiß mit Worten umzugehen und liefert eine spannende, gute Geschichte mit sympathischen Figuren und einer ordentlichen Portion Erotik. Letzter ist noch häufiger verraten, als in Band 1, was den Leser fast gänzlich von der interessanten Hintergrundhandlung ablenkt und mit der Zeit wirklich nervt. So schön ihre Erotikszenen sind und so souverän die Autorin sie umsetzt – weniger ist manchmal mehr und mit der Zeit möchte man einfach den Roman wegen der Handlung lesen du nicht wegen der vielen Sexszenen.

Fazit:
Trotz der vielen Erotikszenen und der Logiklücken ist auch „William“ ein gelungener Gestaltwandler-Roman, mit einer interessanten Hintergrundgeschichte und sympathischen Charakteren punkten kann. Leider verliert Rhianne Aile mit der Zeit das Gespür für Spannung und Dynamik, ebenso sehr für Charakterentwicklung, so dass Sienna als Gegnerin kaum beleuchtet wird und einfach nur der konstruierte Bösewicht ist, der Böses tut, weil es eben einen Gegner geben muss. Daher ist Band 2 von „Gefährte des Wolfes“ ein wenig schwächer und eher für Fans von expliziter Erotik geeignet, die auch „Tristan“ mochten.

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[ROMAN] Gefährte des Wolfes – Tristan von Rhianne Aile

Autor: Rhianne Aile
Taschenbuch:  272 Seiten
ISBN: 978-3942451147
Preis: 8,95 EUR

Story:
Vor mehrere Jahrhunderten verfluchte die Hexe Anne Northland die männlichen Erstgeborenen der Familie Sterling dazu sich einmal im Monat in einen Wolf zu verwandeln und zu jagen. Alle Versuche dem grausamen Schicksal zu entgehen scheiterten, so dass Benjamin Sterling nichts anderes übrig bleibt als mit den schmerzhaften Verwandlungen zu leben und sich zur Zeit des Vollmonds aus New York zurückzuziehen, um nicht entdeckt zu werden. Das Blatt wendet sich, als Tristan Northland in Benjamins Büro auftaucht, um den alten Fluch endgültig zu brechen. Skeptisch akzeptiert Benjamin Tristans Vorschlag und nimmt den jungen Mann einen Mona bei sich auf. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden Männern mehr, denn Benjamins Wolf erkennt in Tristan seinen Gefährten. Als letzterer einen Zauber entwickelt um den Wolf von Benjamin zu trennen und diesen erfolgreich umsetzt, glaubt sich Tristan am Ziel. Doch dann verschlechtert sich Benjamins Zustand, da er schon längst nicht mehr ohne sein wölfisches Ich leben kann …

Eigene Meinung:
„Tristan“ ist der erste Band der Duologie „Gefährte des Wolfes“ von Rhianne Aile und erzählt die Geschichte von Tristan und Benjamin, während die Fortsetzung „William“ sich gänzlich auf den jüngeren Zwillingsbruder der Northlands konzentriert. Beide Bücher sind beim Cursed Verlag erschienen und in sich abgeschlossen. Dennoch sollten sie in der richtigen Reihenfolge gelesen werden, da sie aufeinander aufbauen.

Inhaltlich legt Rhianne Aile einen schönen Gestaltwandler-Roman vor, der spannend aufgebaut ist und eine recht komplexe Geschichte aufweist, wenn man sich die ganzen Hintergründe ins Gedächtnis ruft. Sie baut etliche moderne Klischees rund um Werwölfe in ihren Roman ein, z.B. die Sache mit dem Gefährten, was bereits bei der „Soulmates“ Reihe eine große Rolle spielte.  Dennoch gelingt es ihr auch einige erfrischend neue Ideen mit einzubringen. Seien es Verfluchte wie Benjamin, die von den normalen Werwölfen gemieden werden oder das Magiekonzept, das sie durch die Zwillinge Tristan und William mit ins Spiel bringt – es ist interessant aufgebaut und macht Spaß. Einzig die häufigen, expliziten und sehr ausführlichen Sexszenen sind manchmal ein wenig störend, vor allem da die Charaktere nahezu jedes Kapitel übereinander herfallen. Nicht dass Rhianne Aile diese Szenen schlecht umsetzt – im Gegenteil. Es ist nur manchmal zu viel des Guten so dass man am liebsten die Szenen überspringen will, um die Handlung weiterverfolgen zu können.

Auch die Charaktere können im Großen und Ganzen überzeugen – Tristan ist ein sympathischer Held, der einem schnell ans Herz wächst, ebenso sein Zwilling William. Man kann sich gut mit Tristan identifizieren und fiebert mit ihm mit. Auch Benjamin ist trotz seiner skeptischen Natur und seiner zurückhaltenden Art nicht uninteressant und kann durchaus überzeugen. Das trifft auch auf die vielen Nebenfiguren zu, die im Laufe der Geschichte auftauchen – seien es Raul und Alex, die beide zum ortsansässigen Rudel gehören, oder Benjamins Hausangestellte – Rhianne Aile präsentiert dem Leser sympathische und angenehme Figuren, die man mag. Hin und wieder sind sievielleicht ein wenig stereotyp und handeln auch mal unlogisch, aber insgesamt kommt mal als Leser gut mit ihnen zurecht.

Stilistisch ist „Tristan“ solide und gut geschriebene Kost, die sich sehr schnell lesen lässt. Rhianne Aile hat einen schönen, ausgereiften Stil, der sich sowohl bei den Dialogen und den Beschreibungen der Umgebung, als auch bei den Sexszenen zeigt. Gerade letztere sind sehr explizit gehalten, die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund. Hin und wieder wünscht man sich, sie würde abblenden oder sich zumindest ein wenig zurückhalten, da gerade die zweite Hälfte des Buches zu einem guten Teil aus erotischen Szenen besteht. Dadurch verliert sie hin und wieder die eigentliche Geschichte aus den Augen und baut auch kleinere Logiklücken ein, die man leicht hätte vermeiden können. Dennoch ist „Tristan“ stilistisch ausgereift und dynamisch geschrieben, so dass Rhianne Aile den Leser fesselt und mitreißt.

Fazit:
Unter all den bisher erschienenen Gestaltwandler-Romanen ist die Reihe „Gefährte des Wolfs“ von Rhianne Aile eine der besseren. „Tristan“ kann sowohl inhaltlich als auch mit interessanten und sympathischen Charakteren Punkten. Auch der Schreibstil ist angenehm und flüssig, so dass es schwer fällt das Buch aus der Hand zu legen. Einzig die sehr ausführlichen Sexszenen und die ein oder andere Logiklücke trübt das Gesamtbild ein wenig. Dennoch ist das Buch gerade Lesern zu empfehlen die auf der Suche nach soliden Gay Romanen mit Werwölfen sind.

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[ROMAN] Schattennebel von Amber Redd

Autor: Amber Redd
Taschenbuch:  198 Seiten
ISBN: 978-3958230064
Preis: 8,95 EUR

Story:
Etwas Seltsames geht im verschneiten Stone Trail vor sich, insbesondere in der abgelegenen Pferdefarm von Usher, der eines Tages riesige Pfotenabdrücke und den zerrissenen Kadavers eines Fohlens entdeckt. Allerdings zeigt der Wildhüter Ramsey wenig Interesse an den Vorfällen, so dass Usher weitestgehend auf sich allein gestellt ist. Die einzige Unterstützung zeigt sich in Form des neuen Postboten Jarreth, in den sich der junge Pferdewirt schneller verliebt, als ihm lieb ist. Als die ersten Toten auftauchen und Usher von einem Werwolf angegriffen wird überschlagen sich die Ereignisse. Plötzlich schweben alle Bewohner der Stadt in Lebensgefahr, vorwiegend Ushers Freunde, auf die das Monstrum gezielt Jagd macht …

Eigene Meinung:
Aufgrund der ungebrochenen Popularität von Werwölfen und Gestaltwandlern legt der Cursed Verlag mit „Schattennebel“ einen weiteren Roman vor, der in dieses Genre fällt. Das Buch markiert den Auftakt der „Stone Trail“ Reihe von Amber Redd, dem zwei weitere Romane folgten, die sich jedoch anderen Protagonisten widmen, die alle in der gleichnamigen Stadt leben.

Inhaltlich bietet die Geschichte durchaus Potenzial für eine spannende, fast schon thrillerhafte Handlung, die den Leser schnell in ihren Bann hätte ziehen können. Leider versteht es Amber Redd nicht wirklich zu fesseln, so dass es lange dauert bis man wirklich im Buch ist und mit den Figuren mitfiebern kann. Die erste Hälfte zieht sich extrem, weil bis auf einige wenige Vorfälle einfach nichts passiert. Dafür wird die Beziehung zwischen Usher und Jarreth fast schon unangenehm in die Länge gezogen. Dieses ewige hin und her (ich liebe ihn, aber er ist ja nicht schwul, aber trotzdem sendet er Signale aus,…) geht mit der Zeit wirklich auf die Nerven. Es ist ein beständiges Hinauszögern, so dass man am Ende nur bedingt glücklich ist, wenn es für die beiden ein Happy End gibt.
Auch die Gestaltwandler-Komponente kommt im Grunde kaum zu tragen, ebenso wenig die Mystik dahinter. Es mangelt an Erklärungen und Logik, was das Finale fast schon lächerlich anmuten lässt, zumal man dank der Andeutungen eh schon weiß, wie es endet.

Die Charaktere können leider ebenfalls nicht ganz überzeugen. Sie bleiben dem Leser fremd, man kann sich kaum mit ihnen identifizieren, so dass einen die Ereignisse und Schrecken kaum berühren. Usher ist die meiste Zeit zu sehr auf Jarreth fixiert und ansonsten eher passiv. Dadurch ist er nicht unbedingt sympathisch, da dem Leser die Eigeninitiative und die persönliche Stärke fehlen. Jarreth soll ein wenig geheimnisvoll wirken, doch gerade dieser Aspekt kommt nicht beim Leser an. Stattdessen wirkt er zumeist gelangweilt und wird erst auf den letzten Seiten wirklich aktiv.
Die fehlende Authentizität der Figuren schlägt sich leider auch bei den Nebencharakteren nieder. Amber Redd hat einen Hang zu Stereotypen, was man deutlich bei Ushers Freunden Hannah und Jess sieht, aber auch im Gegner, der die Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Spätestens ab der Hälfte weiß man im Grunde wer für die Vorfälle verantwortlich ist und wie der Roman ausgeht.

Einer der größten Schwachpunkte ist der Schreibstil der Autorin, der viele meiner Kritikpunkte begünstigt hat. So sicher und angenehm er am Anfang zu lesen ist, als es um die Einführung und die Umgebungsbeschreibungen geht, so spannungsarm und langweilig ist er im Laufe der Zeit. Amber Redd schreibt so gleichförmig, dass weder Spannung noch Erotik beim Leser ankommt. Das große Finale hinterlässt eher einen dumpfen Nachgeschmack, da man weder die Dramatik, noch die Action miterleben kann. Ebenso verhält es sich bei den zwischenmenschlichen Spannungen – es kommt einfach nichts davon beim Leser an. Aus diesem Grund ist der Roman streckenweise wirklich langweilig. Man hat gar keine Chance sich mit den Charakteren zu identifizieren, da sie einem fremd und unpersönlich erscheinen, woran zum größten Teil der gleichförmige Schreibstil schuld ist. Man lernt die Figuren nicht wirklich kennen, erlebt die Ereignisse nicht hautnah mit und erhält keinerlei Einblicke in Ushers Gefühlswelten (von seiner Schwärmerei für Jarreth mal abgesehen). Das ist schade, denn Potenzial ist durchaus vorhanden – die Autorin macht nur nichts daraus.

Fazit:
„Schattennebel“ ist nicht unbedingt ein Buch, das man empfehlen kann, wenn man auf der Suche nach Gestaltwandler-Romanen ist. Reihen wie „Soulmates“ und „Gefährte des Wolfes“ behandeln die Thematik spannender und mitreißender. So gut die Grundlagen sind und so spannend die Hintergründe sein mögen, Amber Redd verschenkt das meiste davon durch uninteressante, stereotype Charaktere und einen extrem gleichförmigen, langweiligen Schreibstil, der der Geschichten jeglichen Schwung nimmt. Schade …

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[ROMAN] A Strong Hand von Catt Ford

Autor: Catt Ford
Taschenbuch:  300 Seiten
ISBN: 978-3942451130
Preis: 9,50 EUR

Story:
Der Kunststudent Nicholas arbeitet neben dem Studium als Assistent bei dem bekannten Fotografen Damian Wolfe, der sich vorwiegend erotischer Fotografie verschrieben hat. Das neuste Projekt geht sogar in eine etwas extremere Richtung, erstellt Damian doch die Fotos für den S/M und Bondage Katalog seines Freundes Ashley. Als eines der Models kurzfristig ausfällt, springt Nick ein und findet das Spiel zwischen Dominanz und Unterwerfung unerwartet erregend. Neugierig geworden lässt er sich auf die SM Szene ein und findet in Damian einen Partner, der Nick nur zu bereitwillig einführt und seine geheimsten Wünsche und Neigungen offenlegt und befriedigt. Doch ist dies die passende Grundlage für mehr?

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „A Strong Hand“ von Catt Ford geht der Cursed Verlag in die BDSM-Richtung, ähnlich wie mit A.C.Lelis Roman „[sub]optimal“. Das Buch erschien ursprünglich bei Dreamspinner Press, wo etliche Romane und Novellen der Autorin erschienen. In Deutschland ist neben „A Strong Hand“ noch die sommerliche Novelle „Sommersonne“ erhältlich, die bei Cursed als eBook erschien.

Inhaltlich bietet „A Strong Hand“ vorwiegend Erotik, so dass die Handlung ein wenig dürftig ausfällt. Sicherlich darf man als Leser auch an den Fotosessions teilnehmen und lernt die Charaktere ein wenig genauer kennen, doch wirklich viel Handlung darf man nicht erwarten. In erster Linie geht es darum Nick auf seinem Weg in die Szene zu begleiten, was natürlich bedeutet, dass die Hälfte des Buches aus Sexszenen besteht. Das ermüdet mit der Zeit wirklich – es passiert einfach nichts, außer der Tatsache, dass sich zwischen Nick und Damian mehr anbahnt als eine reine Sexbeziehung. Leider wird dieser Punkt am Ende recht schnell abgehandelt und kann daher nicht ganz überzeugen. Es fehlt einfach die Handlung außerhalb den Sexszenen, so dass „A Strong Hand“ kaum im Gedächtnis bleibt und sich nur bedingt flüssig lesen lässt.

Auch die Charaktere bleiben recht flach und blass, ganz besonders Nick, über den man wirklich wenig erfährt. Sicher – die Autorin offenbart ein wenig zu seinen Eltern und seiner Vergangenheit, aber nichts zu seinem aktuellen Leben. Man erfährt nicht, welche Freunde er hat, was er in seiner Freizeit macht (außer zu arbeiten und sich dem Kunststudium zu widmen) oder wie sein Studium abläuft. Sicherlich gehört das nicht unbedingt zur Handlung, doch es hätte den Charakter plastischer und greifbarer gemacht und ihn nicht auf ein rein sexgesteuertes Individuum degradiert, was leider immer wieder der Fall ist. Dagegen ist Damian doch ein wenig besser ausgearbeitet, da man mit Ashley und Crispin einige seiner Freunde kennenlernt und zumindest ansatzweise erfährt, was den Fotografen umtreibt. Selbst dessen Freunde haben mitunter mehr Tiefgang als Nick, und sind daher auch interessanter. So will man als Leser eigentlich mehr über Ashley und seinen Partner Derek erfahren, als über die eigentlichen Protagonisten.

Stilistisch ist „A Strong Hand“ solide Kost, die sich schnell lesen lässt und durchaus zu fesseln weiß. Catt Ford kann auf jeden Fall mit Worten umgehen und scheint auch ein wenig Ahnung von der BDSM-Szene zu haben, soweit man dies als Laie beurteilen kann. Auch die erotischen Beschreibungen sind ansprechend, wenngleich sie sich zu oft darin verliert und man sich immer wieder wünscht, sie würde die ein oder andere Szene abblenden, um sich mehr auf die Personen zu konzentrieren, oder eine Handlung aufzubauen.

Fazit:
Alles in allem ist „A Strong Hand“ ein Buch für Zwischendurch, dem es an einer wirklich Handlung mangelt und das eher durch aneinandergereihte Sexszenen besticht. Dementsprechend sollte man nicht zu viel Inhalt und Charakterentwicklung erwarten, denn damit spart Catt Ford wirklich. Wer also einen BDSM-Roman mit mehr Inhalt sucht, sollte lieber zu „Kalte Keten“ greifen, wer vorwiegend Spaß an ausführlich beschriebener Erotik hat, dem wird auch „A Strong Hand“ gefallen. Im Zweifelsfall einfach reinlesen.

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[ROMAN] Das Sandkorn von Christoph Poschenrieder

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Autor: Christoph Poschenrieder
Taschenbuch:  416 Seiten
ISBN: 978-3257068863
Preis: 22,90 EUR

Story:
Der junge Kunsthistoriker Jacob Tolmeyn ist nach einer unschönen Episode in seinem Privatleben von Berlin nach Rom geflohen und brütet dort im Keller des Preußischen Instituts über alten Dokumenten und Urkunden. Als ihm sein direkter Vorgesetzter Stammschröer die Aufgabe überträgt, die Bauten des Stauferkönigs Friedrich II. in Apulien zu erforschen und zu fotografieren, nimmt er das Angebot mit Freuden an. Die erste Reise unternimmt er noch allein, auf der zweiten Forschungstour durch Süditalien begleitet ihn sein Schweizer Kollege Beat Imboden, für den er schon bald heftige Gefühle entwickelt. Doch der beginnende erste Weltkrieg wirft seine Schatten voraus und sorgt dafür, dass die beiden den Auftrag nicht beenden können. Nachdem Stammschröer all seine Beziehungen hat spielen lassen, brechen die beiden zu einer letzten Reise durch Apulien auf, dieses Mal in Begleitung der jungen Italienerin Letizia Trivulzio di Belgioioso, die die Missstände im südlichen Italien und die Emanzipation der Frauen interessiert. Sie soll das deutsche Forschungsteam offiziell überwachen.

Als auch die letzte Forschungsreise abgebrochen wird, kehrt Tolmeyn nach Berlin zurück und gedenkt seinen Erlebnissen, indem er den Sand, den er auf seinen Reisen gesammelt hat, in Berlin ausstreut. Damit macht er die Schutzpolizei aufmerksam, allen voran Kommissar Treptow, der ihn verhört und schon bald dem Geheimnis des Kunsthistorikers auf der Spur ist.

Eigene Meinung:
Vor einhundert Jahren begann der erste Weltkrieg – einer der Hauptgründe, weswegen 2014 etliche neue Publikationen rund um dieses geschichtsträchtige Ereignis auf den deutschen Markt kamen. Egal ob Sachbücher, Biografien oder belletristische Werke: Dieses Jahr erschienen unzählige Bücher, die den ersten Weltkrieg thematisierten. Auch Christoph Poschenrieders Roman „Das Sandkorn“ fällt in diese Sparte. Allerdings wird der Krieg nicht direkt behandelt, sondern bleibt immer nur als düsterer Schatten im Hintergrund der Geschichte. Stattdessen konzentriert sich der Autor auf Randthemen und Randfiguren, ohne kleinere und größere historische Ereignisse aus den Augen zu verlieren.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven und Zeitebenen erzählt. Den größten Raum nehmen die Passagen um Tolmeyns Forschungsreisen durch Italien und seine Zeit in Rom ein. Doch auch die kurzen Einblicke in das Verhörzimmer, in dem der Kunsthistoriker Treptow gegenübersitzt und die persönlichen Aufzeichnungen des Berliner Kommissars sind wichtig für die Handlung und geben dem Roman die eine oder andere spannende Wendung.

Vordergründig geht es um Tolmeyn und sein Leben, das im Laufe der Zeit immer stärker aus dem Gleichgewicht gerät – sowohl in Italien, da er sich stark zu seinem Assistenten Beat Imboden hingezogen fühlt und sich zwischen den beiden sogar eine sehr leichte Liebe entwickelt, als auch in Berlin, als er dem Kommissar von seinen Forschungsreisen berichtet und dieser eher zufällig auf einen alten Fall stößt, der den Kunsthistoriker persönlich betrifft. Darüber hinaus liefert der Autor ein beeindruckendes Bild der Vorkriegszeit und baut immer wieder historische Begebenheiten ein, die „Das Sandkorn“ erst so reizvoll machen. Seien es die „Eulenburg-Affäre“, die Homosexuelle erst so sehr in Verruf brachten, oder Arthur Haseloff und Martin Wackernage, die als historische Vorbilder für Tolmeyn und Imboden angeführt werden – Christoph Poschenrieder hat intensiv recherchiert und lässt dadurch die Zeit lebendig und authentisch wirken. Das zeigt sich auch bei den Beschreibungen der Bauwerke und Ruinen, der italienischen Landschaft mit ihren Bewohnern und der Kunst des Fotografierens, der damals noch ein komplizierter Prozess voranging. Dadurch hat der Roman mehr zu bieten, als Tolmeyns Geschichte – er bietet dem Leser einen Einblick in eine Epoche, die thematisch mehr zu bieten hat als nur den ersten Weltkrieg.

Der titelgebende Sand kommt im Laufe des Buches immer wieder vor – mal als Sandkorn, mal in Form von Treibsand – und steht metaphorisch für Tolmeyns Leben, die Gesellschaft und den Krieg als Ganzes. Er spielt eine übergeordnete Rolle, die sich dem Leser erst erschließt, wenn man die letzten Seiten gelesen hat.

Neben der atmosphärischen und interessanten Geschichte können auch die Figuren punkten. Tolmeyn ist eine gut gewählte, gut durchdachte Hauptfigur, der gut in die Zeit passt und dessen Beweggründe man gut nachvollziehen kann. Zu Beginn braucht man ein wenig, um mit ihm warm zu werden, doch mit der Zeit baut man als Leser eine intensive Beziehung zu ihm auf, die dafür sorgt, dass man seinen Erzählungen ebenso gebannt lauscht wie Kommissar Treptow. Dieser ist ein guter Gegenpol zu Tolmeyn, wenngleich er nur selten zu Wort kommt. Dennoch hinterlassen seine Abschnitte einen tiefen Einblick, da sie helfen die Zeit und das Umfeld besser zu verstehen.

Auch die anderen Charaktere sind wichtig und geben der Geschichte einen passenden Rahmen – sei es Imboden, dessen Gedanken und Gefühle zumeist im Dunkeln bleiben, oder die Italienerin Letizia Trivulzio di Belgioioso, die sich für die Missstände im südlichen Italien und die Emanzipation der Frauen interessiert – sie alle sind authentische, fesselnde Persönlichkeiten, mit denen man sich schnell identifizieren kann.

Stilistisch präsentiert Christoph Poschenrieder einen elegant geschriebenen, tiefgründigen Roman, der durch ausdrucksstarke Bilder, gut umgesetzte Dialoge und sehr authentische und historisch genaue Beschreibungen besticht. Während er sich bei der komplizierten Kunst des Fotografierens und den Darstellungen von Süditalien und der staufischen Bauwerke schnell in Details verliert, bleibt er bei Tolmeyns Gefühlen und seiner Beziehung zu Imboden eher vage, so dass man zwischen den Zeilen lesen muss, um auch die subtilen Untertöne des Romans wahrzunehmen und zu verstehen. Da dies jedoch Tolmeyns sachlicher, zurückhaltender Natur entspricht, passt Poschenriedes Stil sehr gut zur Geschichte und liefert genug Stoff zum Nachdenken.

Auch die historischen Begebenheiten und das Einweben etlicher Hinweise und Metaphern ergeben ein rundes Bild der damaligen Zeit und lassen den Leser in eine Zeit eintauchen, die für viele ungreifbar geworden ist.

Fazit:
„Das Sandkorn“ ist ein bemerkenswerter, intelligent geschriebener und sehr tiefgründiger Roman, der sich fernab der üblichen Literatur rund um die Zeit des ersten Weltkriegs bewegt. Dank der ungewöhnlichen Thematik (Forschungsreisen und Homosexualität), den politischen und historischen Hintergründen (Eulenburg-Prozesse) und des sehr atmosphärischen, sicheren Schreibstils lohnt sich Christoph Poschenrieders Roman vor allem, wenn man hinsichtlich des ersten Weltkrieges einen Blick über den Tellerrand werfen möchte. Der Autor gibt einen gelungenen Einblick in die Zeit und wartet mit der ein oder andere geschickten Wendung auf. Zu empfehlen.

Diese Rezension erschien zuerst auf dem Rezensionsportal “Splashbooks“.

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