Archiv für den Monat November 2014

[NEWS] QUEER gelesen – Lesefestival

Hallo in die Runde,

heute habe ich keine Rezension im Gepäck, sondern möchte gerne auf ein Projekt aufmerksam machen, das ich zur Zeit in Arbeit habe – „QUEER gelesen – Schwullesbisches Lesefestival“. Schon 2014 habe ich das erste Lesefestival in Wiesbaden organisiert, 2015 plane ich eine Fortsetzung mit mehr Autoren, mehr Sonderaktionen und mehr Spaß. Ich bin schon jetzt gespannt, wie es laufen wird und wie das Lesefestival ankommen wird.

Zu Gast werden unter anderem Jobst Mahrendorf, Chris P. Rolls, Devin Sumarno und Martin Skerhut sein. Auch Autoren lesbischer Literatur werden vor Ort sein, z.B. Julia Arden, Ingrid Pointeker und Schreiberlinge des Ylva Verlags. Als besondere Aktion ist eine Skype Lesung mit Cecil Dewi geplant, ebenso eine große Verlosungsaktion mit tollen Buchpreisen. Sprich, wenn ihr Ende Januar nichts besseres vorhabt – kommt nach Wiesbaden 🙂

Infos zum Festival findet ihr unter: www.queer-gelesen.de

In den kommenden Monaten werde ich immer mal wieder auf das Festival hinweisen.

Liebe Grüße,
Juliane

[NOVELLE] Cooler als Caipirinha von Leann Porter

Autor: Leann Porter
Taschenbuch: 150 Seiten
ASIN: B00O0AU0WO
Preis: 2,99 EUR

Story:
Nach einem Unfall ist Bens Leben vollkommen aus den Fugen geraten – aus der Traum von einer Karriere als Tänzer, da sein Fuß zu sehr in Mitleidenschaft gezogen ist. Desillusioniert zieht er sich zurück, bis sein Freund Nicki auf die Idee kommt, dass Ben Urlaub und Abwechslung braucht. Gemeinsam beziehen sie ein Ferienhaus am Strand, doch Ben kann sich nicht so recht darüber freuen. Bis er den Nachbarn Damian kennenlernt, über den allerlei Gerüchte kursieren, u.a. dass er im Gefängnis gewesen sei. Nach einer alkoholreichen Party landet Ben in Damians Bett und die beiden kommen sich unweigerlich näher. Doch Damian ist kalt wie ein Fisch, lässt nur selten etwas von seinen Gefühlen nach außen und Ben ist verunsichert, da er sich allmählich in Damian verliebt.

Als auch noch dessen Schwester Charlie auftaucht und Nicki ein Auge auf sie wirft, lernt Ben Damian von einer ganz anderen Seite kennen – der ist nämlich nicht begeistert, dass sich Bens Freund für seine geliebte Schwester interessiert …

Eigene Meinung:
Die Novelle „Cooler als Caipirinha“ von Leann Porter erschien 2014 im Selbstverlag. Die Autorin ist dem ein oder anderen bereits durch ihr, im Deadsoft Verlag erschienenes, Fantasy-Debüt „Die Rache des Sidhe“ bekannt.

Die Geschichte ist stimmungsvoll und sehr einfühlsam in Szene gesetzt. Es geht vorwiegend um Ben und Damian, ihre Beziehung zueinander, die sich zunächst fast ausschließlich im Bett abspielt und erst später mehr Tiefgang entwickelt. Dementsprechend heiß und erotisch geht es mitunter zur Sache, wobei sich die Autorin um eine direkte Beschreibung bemüht und nicht kitschige romantisch daherkommt. Das merkt man auch dem Ende an, in dem sie auf allzu viel Kitsch und ein schwülstiges Happy End verzichtet, und es realistisch und nachvollziehbar ausklingen lässt.
Zudem bekommen Bens Unfall, seine geplatzten Träume und seine Verzweiflung einen Platz, die die Novelle ein wenig düsterer und tiefgründiger machen, als man zunächst denkt. Nichtsdestotrotz ist sie sehr auf die Figuren fixiert, sprich die Charaktere treiben die Handlung voran – nicht Ereignisse von außen.

Leann Porter hat sich Gedanken gemacht, wie ihre Figuren reagieren, insbesondere Ben, dessen Leben vollkommen aus dem Tritt geraten ist. Er ist nicht unbedingt sympathisch, doch man kann mit ihm mitfühlen und sich in ihn hineinversetzen. Auch der Grund für seinen Zorn und seine Ausbrüche werden dem Leser zum Ende hin klar – Leann Porter versucht zu erklären, warum Ben an einigen Punkten recht seltsam bzw. übertrieben reagiert.
Doch auch Damian bekommt einen gut durchdachten Hintergrund, der ihn plastischer und greifbarer macht. Er ist zu Beginn ein wenig schwer zu verstehen, doch mit der Zeit durchschaut man ihn und seine kühle Art.

Die meisten Sympathiepunkte heimsen jedoch die Nebenfiguren ein – sowohl Nicki als auch Damians Schwester Charlie sind ungemein sympathisch und man schließt gerade Bens chaotischen Freund schnell ins Herz. Er verdient im Grunde eine eigene Geschichte.

Stilistisch liefert Leann Porter solide, gut lesbare Kost. Sowohl die Beschreibungen, als auch die Dialoge sind gelungen, ebenso die Einblicke in Bens Gedankenwelt. Es macht Spaß den Charakter zu begleiten und sein. Hin und wieder ist es etwas umgangssprachlich geraten, doch das passt gut zur sommerlichen Geschichte. Trotzdem ist „Cooler als Caipirinha“ nicht einfach nur eine leichte Sommergeschichte für Zwischendurch, sondern aufgrund der Hintergründe ein wenig düsterer und dramatischer. Leann Porter schafft es jedoch die Balance zwischen Ernst und Comedy zu meistern, denn „Cooler als Caipirinha“ ist an einigen Stellen lustig, an anderen wieder ernst und traurig.

Fazit:
„Cooler als Caipirinha“ ist eine gelungene Novelle für Zwischendurch, die durch tolle Charaktere, einen guten Stil und einem etwas ernsteren Touch punkten kann. Es macht Spaß die Figuren zu begleiten und sie während der Ereignisse kennenzulernen. Hin und wieder wird es ein wenig zu umgangssprachlich, doch dafür meistert Leann Porter die Kombination aus Comedy und Drama und schafft eine glaubwürdige Atmosphäre zwischen den Charakteren. Wer auf der Suche nach ernsteren Stoffen innerhalb der Gay Romance ist, ist hier an der richtigen Adresse.

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[MANGA] Drei Blütezeiten von Fumiko Fumi

Autor: Fumiko Fumi
Taschenbuch: 256 Seiten
ISBN: 978-3842010604
Preis: 14,00 EUR

Story:
Als Sumikas Vater stirbt, lernt sie auf der Beerdigung die Zwillinge Chinatso und Akio kennen. Die drei werden Freunde und mit jedem Jahr rücken sie enger zusammen. Als Sumika sich in Akio verliebt, gerät ihre kleine Welt schnell aus den Fugen, denn Akio hat ein Geheimnis, dass er niemandem anvertraut – er ist in Wirklichkeit in seinen Mitschüler verliebt und nur deswegen mit Sumika zusammen, weil sie ihn an seinen Freunden erinnert. Aus diesem rund beobachtet Chinatso die Beziehung zwischen ihrem Bruder und Sumika mit Skepsis – insbesondere weil auch sie sich zu Sumika hingezogen fühlt …

Eigene Meinung:
Die Zeichnerin Fumiko Fumi bewegt sich in allen möglichen Genres – von Yaoi über Gender Bender und Yuri ist alles dabei. Zumeist arbeitet sie jedoch im Bereich Josei, wie der Manga „Drei Blütezeiten“ beweist, in dem es um das Erwachsenwerden und die Selbstfindung dreier Jugendlicher geht – ein Thema, dass in vielen ihrer teils preisgekrönten Mangas zu finden ist.

Die Geschichte um Sumika, Akio und Chinatso ist sehr ruhig in Szene gesetzt und widmet sich vorwiegend den Problemen und der Selbstfindung der drei. Zumeist wird aus Sumikas Sicht erzählt, doch die Perspektive wandert auch zu Akio und Chinatso, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Leser begleitet die drei Protagonisten sinnbildlich durch die vier Jahreszeiten, in denen sich ihr Leben teils gravierend verändert – Sumika muss erkennen, wie ich-bezogen sie die meiste Zeit ist, Akio lernt, zu sich und seiner Sexualität zu stehen, Chinatso muss akzeptieren, dass ihre Gefühle nicht erwidert werden. An diesen Dingen reifen die drei Charaktere, leben sich jedoch teilweise auch auseinander, wenngleich es sich Fumiko Fumi nicht nehmen lässt, ihnen am Ende wieder Hoffnung auf ein Wiedersehen und eine neue Freundschaft zu geben.
Dafür nutzt sie eine sehr klare, direkte Sprache – die Sprechblasen sind zumeist klein, enthalten manchmal nur wenige Worte, die die jeweiligen Dialoge jedoch auf den Punkt bringen. Die Mangaka setzt kein Wort zu viel ein, sondern hält sich an eine klare, sehr direkte Sprache, die die Handlung umso eindringlicher transportiert.

Dementsprechend realistisch und glaubhaft sind die Figuren – sie sind alle für sich unterschiedlich, haben ihren eigenen Stil, teilweise sogar ihre eigene Sprache. Alle drei spiegeln die heutige Jugend wider – mal als verunsicherte Schülerin, die nicht weiß was sie mit ihrem Leben anfangen will, mal als der coole Jugendliche, der nicht zu sich selbst steht. Sie werden im Laufe des Jahres, das Fumiko Fumi als Zeitspanne wählt, erwachsen, lernen sich selbst kennen und treffen erstmals wirkliche Entscheidungen, die sie ihr Leben entscheidend beeinflussen.

Stilistisch legt Fumiko Fumi einen sehr feinen, aber auch einfachen Manga vor. Dies passt hervorragend zur Geschichte, da die klaren, schlichten Bilder die Botschaft wesentlich besser transportieren, als ein detaillierter, überschwänglicher Stil. Die filigranen Zeichnungen wirken hin und wieder etwas leer, da Hintergründe zumeist nur angedeutet werden, doch das unterstreicht die Figuren, die im Zentrum stehen – „Drei Blütezeiten“ ist ein Charakterwerk, in dem es um die Figuren und deren Innenleben geht, nicht um eine actionreiche Handlung oder eine romantische Liebesgeschichte.

Fazit:
„Drei Blütezeiten“ ist ein gelungener, sehr atmosphärischer Manga über die Jugend, die Selbstfindung und das Erwachsenwerden. Wer tiefgründige Mangas schätzt und kein Problem mit Themen wie Homosexualität hat, sollte sich diese kleine Perle nicht entgehen lassen. Fumiko Fumi legt ein beeindruckendes, sensibles Werk vor, das trotz der teils heikle Themen ohne erhobenen Zeigefinger auskommt und zum Nachdenken anregt. Zu empfehlen.

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[ROMAN] Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit von Marie Sexton

Autor: Marie Sexton
Taschenbuch: 280 Seiten
ISBN: 978-3958230019
Preis: 9,50 EUR

Story:
Für den Workaholic Jonathan steht der Job an erster Stelle. Für seine Karriere reist er quer durchs Land, berät Kunden und setzt alles daran sich mit seinem Chef gut zu stellen. Als Jared, ein Freund seines Ex Zach eines Tages Jonathans Handy-Nummer an den provokanten, stinkreichen Cole weitergibt und die beiden sich zum Essen verabreden, endet ihr erstes Treffen in einem Desaster. Dennoch kommen sich die beiden näher und beginnen eine lose Sexbeziehung ohne Regeln und Verpflichtungen. Schon bald wird aus dem ungezwungen Spiel mehr, doch Coles Auftreten und seine extrem Art machen dem ernsten und korrekten Jonathan zu schaffen. Und selbst als er sich mit der offensiven Natur seines Liebhabers anfreundet und lockerer wird, steht ihre beginnende Beziehung unter einem schlechten Stern, denn Cole kann selten für längere Zeit an einem Ort bleiben …

Eigene Meinung:
Mit dem romantischen Roman „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ (OT: „Strawberries for Dessert“) legt Marie Sexton einen Spin-Off ihrer populäre „Coda“-Reihe vor, deren erster Teil „Promises“ einer der erfolgreichsten Gay Romance Bücher ist und dessen deutsche Ausgabe als eBook beim Lyx Verlag erschien. Die Geschichte konzentriert sich Jonathan und Cole, die als Nebenfiguren in der „Coda“-Reihe vorkommen und findet in dem Roman „Fear, Hope and Bread Pudding“ eine Fortsetzung. Das der Lyx Verlag bisher keine weiteren Teile angekündigt hat, ist es fraglich, ob auch die drei Romane der „Coda“-Reihe nach Deutschland kommen, während die Chancen für die Fortsetzung von „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ recht gut stehen dürfte, da der Cursed Verlag zumeist Reihen beendet.

Die Geschichte bietet grundsätzlich wenig Neues – Marie Sexton legt eine romantische Liebesgeschichte vor, die auch Einsteiger problemlos genießen können. Es ist nicht notwendig die „Coda“-Reihe zu kennen, um den vorliegenden Roman genießen zu können, da alles notwendige erklärt wird. Vorwiegend dreht sich alles um die Beziehung zwischen Cole und Jonathan, das meiste spielt sich daher zwischen den beiden ab. Hin und wieder sorgen einige bestimmte Situationen und Figuren für ein wenig Abwechslung, aber insgesamt ist „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ ein typischer Character Plot, sprich die Protagonisten treiben die Handlung vorn, nicht die Story oder die Hintergründe.
Das ist nicht weiter schlimm – Marie Sexton will einfach nur unterhalten und liefert daher einen Roman zum Abschalten und Genießen, ohne dass man sich über komplizierte Hintergründe und Handlungsbögen Gedanken machen muss.

Dementsprechend sind die Figuren gut ausgearbeitet und sehr lebendig. Jonathan wächst einem schnell ans Herz und man kann sich gut mit ihm identifizieren. Man versteht seine Sorgen und die Probleme, die er bezüglich Coles extravagantem, tuntigen Auftreten hat, gleichzeitig versteht man im Laufe der Zeit auch Coles Beweggründe. Das macht die Figuren sehr greifbar und trotz aller Romantik niemals unrealistisch. Sicherlich ist Cole sehr offensiv mit seiner Homosexualität und trägt seine sexuellen Vorlieben wie eine Rüstung vor sich her, doch es passt zu ihm und seiner Natur.

Stilistisch liefert Marie Sexton solide, gut lesbare Kost, die gut zur Geschichte und den Figuren passt. Sie verzichtet auf allzu extravagante und übertriebene Beschreibungen, was glücklicherweise auch auf die Sexszenen zutrifft. Diese sind bis auf wenige Ausnahmen lediglich angedeutet, selten geht sie so sehr ins Detail, dass sie mehrere Seiten füllt. Stattdessen begnügt sie sich mit einigen kurzen Absätzen, die vollkommen ausreichen.
Auch sonst besticht der Roman durch eine klare, flüssige Sprache, die sich gut lesen lässt und dank der man sehr schnell in den Roman eintauchen kann. Dadurch liest man, „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ in einem Rutsch und schaut neugierig nach der Fortsetzung oder anderen Werken der Autorin.

Fazit:
„Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ ist ein schöner, stimmungsvoller Roman für Zwischendurch, der durch sympathische Charaktere und einen angenehmen Schreibstil besticht. Außergewöhnliche Handlungsbögen und Wendungen findet man hier zwar nicht, doch man wird dennoch gut unterhalten. Wer gut geschriebene Gay Romance sucht und wem die detaillierten Sexszenen einiger Romane zu viel sind, der ist bei Marie Sextons Roman an der Richtigen Adresse. „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ lohnt sich für alle, die gefühlvolle, romantische Liebesgeschichten mögen.

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[MANGA] NightS von Kou Yoneda

Autor: Kou Yoneda
Taschenbuch: 260 Seiten
ISBN: 978-3842010291
Preis: 6,95 EUR

Story:
Der Manga „NightS“ besteht aus drei Kurzgeschichten: „NightS“, „Gefühlsspektrum“ und „Reply“. Im titelgebenden Manga geht es um den Schmuggler Karashima, der für die Yakuza Drogen, Waffen und Gerüchten zufolge sogar Leichen schmuggelt. Als der junge Yakuza Hozomi an ihn herantritt und ihm einen Auftrag anbietet, ist Karashima skeptisch, wirkt der junge Mann aufgrund seines weichen Gesichtes überhaupt nicht wie ein Verbrecher. Dennoch gibt er Hozomi eine Chance und kommt ihm dabei rasch näher.

In „Gefühlsspektrum“ bemerkt Nakayas bester Freund Kugo die heimlichen Blicke, die der stille Mitschüler Usui seinem Kumpel zuwirft. Kurz entschlossen bietet er Usui seine Hilfe an, um Nakaya für sich zu gewinnen. Dabei lernt er den stillen Jungen besser kennen und empfindet bald mehr für ihn, als ihm lieb ist.

„Reply“ handelt von dem Automechaniker Seki, der sich in den Verkaufsberater und Top-Mitarbeiter des Vertriebs Takami verliebt, nachdem er diesen näher kennengelernt hat. Doch dieser weist ihn zurück, was der kurzen Freundschaft der beiden ein jähes Ende bereitet. Allerdings ist Takami überhaupt nicht davon angetan, seinen Gesprächspartner deswegen einzubüßen …

Eigene Meinung:
„NightS“ ist einen Kurzgeschichtensammlung der Mangaka Kou Yoneda, die in Deutschland vor allem durch ihren Oneshot „No touching at all“ bekannt geworden ist. Mit dem vorliegenden Einzelband veröffentlicht Tokyopop ein weiteres Werk der Künstlerin.

Die Geschichten wissen auf jeden Fall zu gefallen – selbst die Highschoolstory „Gefühlsspektrum“ hat ihren Reiz, da sie gängige Klischees nur bedingt bedient. Auch die anderen beiden Geschichten sind erfrischend anders und können durch interessante Charaktere und einen schönen, atmosphärischen Handlungsbogen punkten. Gerade „NightS“ ist toll, der Dreh am Ende passend und man würde zu gerne mehr über die beiden Männer erfahren. Leider nimmt „Reply“ den meisten Platz ein – 3 Kapitel sind allein Seki und Takami gewidmet, während „NightS“ lediglich am Ende des Bandes einen kurzen Bonus spendiert bekommt. Dennoch wirkt die Mischung ausgewogen und zeigt dem Leser, wie vielfältig Kou Yoneda arbeitet und zeichnet.

Die Charaktere sind, wie bereits erwähnt, ebenfalls sehr gut in Szene gesetzt – seien es Hozomi und Karashima oder Kugo und Usui. Sie alle haben ihren Reiz und wissen zu gefallen. Keine von ihnen wirkt extrem stereotyp, sondern eher authentisch und realistisch, was dafür sorgt, dass man sich gut in sie hineinversetzen kann.

Kou Yoneda bietet auch optisch solide, sehr schöne Kost. Sie hat einen realistischen Stil, der sich angenehm aus der breiten Masse hervorhebt. Ihre Charaktere wirken stiller, entrückter, nicht so überdreht wie die Figuren einiger anderer Mangas. Auch sonst kann sie mit ihren Zeichnungen überzeugen – sowohl Hintergründe, als auch Action und Dynamik sind gut umgesetzt, Erotikszenen werden kurz und knackig abgehandelt, ohne dass es sich in die Länge zieht.

Fazit:
„NightS“ ist ein gelungener Oneshot der Zeichnerin Kou Yoneda, der ein überraschend breites Spektrum unterschiedlicher Kurzmangas bietet, die sowohl inhaltlich, als auch stilistisch überzeugen können. Wer realistischere, ernstere und ruhigere Mangas bevorzugt, ist hier an der richtigen Adresse – Kou Yoneda bietet gelungene Unterhaltung, gepaart mit schönen Zeichnungen und sympathischen Charakteren. Zu empfehlen.

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Carlsen Sommerprogramm 2015

Hallo in die Runde,

dieses Mal habe ich eine Ankündigung für alle Mangafans meines Blogs in petto, denn Carlsen hat unterdessen sein kommendes Sommerprogramm angekündigt. Auch im Boys Love Bereich tut sich einiges, wenngleich die angekündigten Titel (da Einzelbände) nur bedingt überzeugen können und wenig Neues bieten.

Boys Love
Hybrid Child von Shungiku Nakamura – Einzelband im Juni für 6,95 €
Royal Lip Service: Symphony von Marika Paul – Einzelband im April für 6,95 €
Touch of Pain (OT: “Amayakana Toge”) von Kano Miyamoto – Einzelband im August für 6,95 €
Undeniable (OT: “Bokura wa sore o hitei dekinai”) von Kyugo – Einzelband im Juli für 7,95 €

[ANTHOLOGIE] Yep – Warum nicht anders?

Autor: div.
Taschenbuch: 255 Seiten
ASIN: B00OTPG2U4
Preis: 5,99 EUR

Inhalt:
Der dead soft Verlag feiert sein 15-jähriges Bestehen und feiert sein Jubiläum mit der Anthologie „Yep – Warum nicht anders?“, für die man 7 bekannte Autoren des Gay Genres gewinnen konnte. Ein festes Thema gab es nicht, so das ganz unterschiedliche Kurzgeschichten entstanden sind, die jedoch alle ihren Reiz haben.

Folgende Geschichten sind enthalten:
“Sommer am See” – Susann Julieva
“Inselbrüder” – Simon Rhys Beck
“Wahre Christen” – Sandra Gernt
“Alles im Fluss” – Sabine Damerow
“GIAN” – Jobst Mahrenholz
“Imbiss-Boy” – Sandra Busch
“Tanz auf dem Drahtseil” – S.B. Sasori

Positiv sei noch angemerkt, dass die Autoren auf ihr Honorar verzichten und sämtliche Einnahmen der Initiative „rosalila“ gespendet werden.

Eigene Meinung:
Die Anthologie bietet einen interessanten und abwechslungsreichen Querschnitt verschiedenster Geschichten und Grundideen. Vordergründig spielt das Thema Liebe eine übergeordnete Rolle, zudem wird man in der Sammlung nur realistische Geschichten finden. Ansonsten haben die einzelnen Beiträge wenig miteinander gemein, was eine interessante und überraschende Mischung ergibt. Während man bei Anthologien mit festem Hauptthema weiß, was einen erwartet, kann „Yep – Warum nicht anders?“ jedes Mal überraschen und sorgte allein dadurch für Abwechslung.

Es ist interessant, wie unterschiedlich die Autoren ihre Kurzgeschichten aufgebaut haben, und welchen Themen sie sich widmen. Sei es nun die erste Liebe unter schwierigen Bedingungen wie in „GIAN“, ein lockerleichter, erotischer Urlaubsflirt („Inselbrüder“) oder das Anschneiden ernsterer Themen, wie Verlust und Tod („Imbiss-Boy“, „Sommer am See“), Religion und Glauben („Wahre Christen“) oder Akzeptanz und Anerkennung („Tanz auf dem Drahtseil“). Einige Autoren bedienen die gängigen Klischees ohne kitschig oder unrealistisch zu werden, andere brechen sie und präsentieren ungewöhnliche Charaktere, die man in Gay Romanen bisher eher selten angetroffen hat. Positiv ist auch, dass sich die meisten Teilnehmer der Anthologie um Realismus und Authenzität bemüht haben und Figuren zu erschaffen, die dem Leser in Erinnerung bleiben. Gerade die ernsteren Kurzgeschichten regen zum Nachdenken an.
Dennoch fallen hin und wieder kleinere Logiklücken auf, die sich in einige Geschichten eingeschlichen haben und den Lesefluss ein wenig stören, doch glücklicherweise trifft das nur auf einen kleinen Teil der Beiträge zu, so dass man darüber hinwegsehen kann.

Besonders hervorheben möchte ich „Tanz auf dem Drahtseil“ von S.B. Sasori, die einmal mehr ein heikles Thema und ungewöhnliche Charaktere gewählt hat, und deren Geschichte glücklicherweise fortgeführt wird, da sie eine Menge Potenzial besitzt. Auch „Wahre Christen“ ist aufgrund des Themas und der Lösung am Ende sehr gut gelungen, da Sandra Gernt nicht alle Christen klischeehaft über einen Kamm schert, sondern zeigt, dass es auch anders gehen kann. Zu guter Letzt hat mir auch “GIAN” von Jobst Mahrenholz gut gefallen, da er mit dem stummen Gian eine interessante Figur entworfen hat, über die ich gerne mehr erfahren hätte.

Stilistisch sind alle Geschichten gut umgesetzt und können überzeugen. Positiv ist, dass die Geschichten teils recht lang gehalten sind, sprich sie fast schon den Umfang von kürzeren Novellen haben und dass es recht wenig Erotik gibt. Im Prinzip geht es nur bei “Inselbrüder” von Simon Rhys Beck expliziter zur Sache, die übrigen Geschichten enthalten maximal Andeutungen oder es wird an passender Selle ausgeblendet. Einige kleinere Schnitzer gibt es, aber das stört den Lesefluss nur bedingt.

Fazit:
Alles in allem ist „Yep – Warum nicht anders?“ eine gelungene Anthologie, die mit einigen Perlen aufwarten kann und die gut zu unterhalten weiß. Die Geschichten sind gut gelungen und stilistisch solide, die Charaktere zumeist realistisch und greifbar. Wer eine gute, abwechslungsreiche Gay-Kurzgeschichtensammlung sucht und etwas für einen guten Zweck tun möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Zu empfehlen.

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[AUSWERTUNG] Gewinnspiel Cecil Dewi

Hallo in die Runde,

das Gewinnspiel zu den Werken von Cecil Dewi ist vorüber und es kamen noch einmal einige wunderschöne, spannende Fragen zusammen, die die Autorin beantwortet hat. Auch haben sich einige die Mühe gemacht, Cecils Fragen zu beantworten, worüber sie sich sehr gefreut hat und sich vielleicht bei dem ein oder anderen noch einmal meldet. Insgesamt hatten wir 23 Teilnehmer und bevor ich die Namen der Gewinner bekanntgebe, hat noch einmal Dewi das Wort.

Hier die Antworten zu euren Fragen:

Dewi: Zuerst einmal: Wow, vielen Dank für Eure spannenden Fragen und auch für die teils ausführlichen Rückmeldungen zu meinen Geschichten. Das hat mich sehr gefreut! Ich hoffe, meine Antworten stillen Eure Neugier.

Frage: Die Frage die ich Cecil gerne stellen möchte ist vielleicht keine klassische Interview-Frage, aber da ich selber total gerne koche drängt sich mir die einfach auf :-):
Gibt es ein typisch chilenisches Rezept, das du uns zum Nachkochen empfehlen würdest. Gerne auch was Süsses, da ich sehr gerne backe. (Mana Teuchner)

Dewi: Eine sehr ungewöhnliche Frage! 🙂 Eine typisch chilenische Süßspeise ist ‚Pie de limon’ – eine Zitronentarte (Mürbeteigboden, Zitronencreme aus dickflüssiger süßer Kondensmilch und oben drauf Eischnee). Wenn Du es gesünder magst: Chirimoya alegre – das ist geschälte und kleingeschnittene Chirimoya-Frucht mit fisch gepresstem Orangensaft. Oh – und Chilenen lieben Manjar (in Argentinien ‚Dulce de leche’). Das ist Karamellcreme, die aus der oben genannten süßen Kondensmilch gemacht wird. In süßem Gebäck kommt man kaum darum herum.

Frage: Planst du noch weitere Romane zu veröffentlichen und wenn ja… wann wird es etwas Neues geben? (Alexandra Bergmann)

Dewi: Konkrete Planungen gibt es derzeit nicht. Der einzige Roman, den ich mit „Ansage“ geschrieben habe, war Parallelwelt. Da gab es ein Exposee, eine Storyline – und vor allem einen Vertrag mit dem Verlag. Ansonsten ist mein Schreiben willkürlich. Wenn ich was zu schreiben habe, schreibe ich. Und eine Geschichte ist so lang, wie sie eben ist. Deshalb kann ich nichts in Romanlänge versprechen. Sollte ich „Enemigos“ bewältigen, wäre das jedoch mein nächster Roman-Kandidat.

Frage: Gibt es einen Grund warum du angefangen hast du schreiben? Wann hast du angefangen zu schreiben ?! (Marina Dold)

Dewi: Den ersten Anlass hatte ich ja schon im Interview geschildert: Ich habe ganz klassisch eine Fanfiktion geschrieben. Angefangen habe ich damit vor gut 4 Jahren. Was mich jetzt bei der Stange hält … hm. Ich vermute, wenn man einmal anfängt, mit eingebildeten Personen zu sprechen, hört man nicht mehr so schnell auf. Besser, ihre Geschichten landen auf Papier als ich in der Klapse. 😉

Frage: Ich möchte gerne wissen, wo sich Cecil Dewi in 10 Jahren sieht. (Möchte sie vom Schreiben leben? Hat sie über ein heterosexuelles Paar etwas geschrieben? etc. :-)) (Desiree)

Dewi: Sollte ich in zehn Jahren noch schreiben, weiß ich nicht, ob das ein Fluch oder ein Segen ist. Schreiben ist eine sehr zeitintensive Sache und ich gebe zu, dass mein Sozialleben etwas darunter leidet. Aber wenn es mir bis dahin noch Spaß macht und ich nicht total vereinsamt bin, hoffe ich schlichtweg, dass ich noch genügend Ideen habe und Energie, diese auch umzusetzen. Vom Schreiben leben kann ich mir hingegen nicht so gut vorstellen. Es baut verdammt viel Druck auf, wenn man finanziell von den Verkaufszahlen eines Buches abhängig ist. Und Druck macht meine Muse platt. Und welche Geschichten ich dann erzähle – wer weiß? Nur Krimis werde ich bestimmt nie schreiben. Ich schnalle als Leser oft selbst bei der Auflösung nicht, warum XY jetzt der Mörder ist.

Frage: Hallo, sie haben ja eine fanfiction zu „die Gilde der schwarzen Magier“ geschrieben. Was halten Sie im allgemeinen von der Buchreihe von Trudi Canavan? (Jasmin Eck)

Dewi: Insgesamt hat es mir Spaß gemacht, „Die Gilde der schwarzen Magier“ zu lesen. Zunächst hatte ich etwas Probleme, in die Geschichte hineinzukommen, aber irgendwann auf dem ersten Drittel hat sie mich dann doch gepackt. Die Geschichte ist gute Unterhaltung – wobei ich glaube, dass mein Hauptinteresse beim Bösewicht Akkarin lag. Ich habe mal in den Folgeband der Serie reingeschnuppert, aber der gibt mir nicht so viel. Gut gefallen hat mir die erschaffene Welt. Stilistisch/sprachlich ist die Geschichte für mich aber nicht herausragend.

Frage: Die Sache mit dem Auswandern nach Chile war mit Sicherheit ein enormer Schritt, kann ich mir denken. Gibt es jetzt auch noch etwas großes, dass du machen wollen würdest oder sind es eher die kleinen Dinge, die dich reizen? (Anna Maske)

Dewi: Das mit dem Auswandern war nicht als großes „Projekt“ geplant. Das hat sich einfach ergeben. 🙂 Und es kann gut sein, dass wir nicht für immer in Chile bleiben. Wir sind da nicht ganz so festgelegt. Meine größte Herausforderung sehe ich darin, zu leben. Gut zu leben und aus dem, was die jeweiligen Umstände vorgeben, das Beste zu machen.

[SPOILER-FRAGE! „Staub & Stolz“]
Frage:
Das Ende (von Staub & Stolz) war toll, es hat mich auch zu Tränen gerührt aber hast du auch ein anderes Ende geschrieben? (Lisa Arnold)

Dewi: Nein, ich habe kein anderes Ende zu „Staub & Stolz“ geschrieben. So seltsam sich das vielleicht anhört: Forlán und Iain sind für mich ein stückweit real. Und Forlán ist gestorben. Ich habe um ihn getrauert – sehr. Ich kann kein alternatives Ende schreiben. Genauso wenig, wie ich einen echten Menschen wiederbeleben könnte.
[SPOILER-FRAGE! Ende]

Frage: Sind Dir deine Charaktere, sprich so wie du sie Dir vom Aussehen her vorstellst, in echt schon mal über den Weg gelaufen? (Anna-Lena)

Dewi: Ich habe meist nur ein sehr, sehr vages Bild zum konkreten Aussehen meiner Protagonisten. Einige körperliche Attribute habe ich klar vor Augen, aber das ist nur sehr ausschnitthaft. Für „Parallelwelt“ musste ich mich richtig auf die Suche begeben nach Fotos von Leuten, bei denen mein Bauchgefühl „ja“ sagte, damit Janine die Illustrationen anfertigen konnte. Einmal ist es mir jedoch passiert, dass ich einem Mann über den Weg gelaufen bin, der Jan aus meiner Geschichte „Tjark“ hätte sein können. Das war sehr seltsam, weil es im Rahmen eines Arbeitsessens passiert ist – und ich mir alle Mühe geben musste, den Typen nicht mit „Jan“ anzusprechen und ihn auch nicht fortwährend anzustarren.

Frage: Was empfindest du bei Kritiken/ Rezensionen/ Kommentaren zu deinen  Geschichten/ Bücher? Positiver oder negativer Art. Wie wichtig ist dir die Meinung deiner Leser? (Papilio Faye aka Violet)

Dewi: Oh, Rückmeldungen zu meinen Geschichten sind Zuckerbrot und Peitsche! Sie sind mir sehr wichtig. Es verpasst mir ein Stimmungshoch, wenn sich jemand positiv und konstruktiv zu meinen Geschichten äußert. Wenn ich negative Kommentare bekomme, ist das im ersten Moment natürlich nicht so toll. Aber bisher hatte ich Glück, und fast alle Leute, die Kritik geäußert haben, haben das so gemacht, dass ich verstanden habe, was sie nicht gut fanden und warum. Ich denke, dass ich dann in der Lage bin, mir die entsprechende Kritik zu Herzen zu nehmen und bei meiner Schreiberei darauf zu achten – wenn ich sie denn teilen kann. Reine Lobhudelei bringt einen nicht weiter.

Frage: Sind deine Geschichten komplett fiktiv oder spielt das liebe Leben doch auch mit hinein? (Karen)

Dewi: Grundsätzlich sind meine Geschichten fiktiv. Was aber darin einfließt, ist meine Lebenserfahrung. Momente, in denen ich sehr glücklich war – oder gescheitert bin. Freundschaftliche und romantische Beziehungen, die gewachsen sind – oder verblasst, gar zerbrochen. Meine eigenen Unzulänglichkeiten – und Momente, in denen ich gewachsen bin. Menschen, denen ich begegnet bin, mit ihren ganz eigenen Geschichten.

Frage: Überfordern dich deine Charaktere auch ab und an? Kommt es z.B. manchmal vor, dass sie nur so mit Informationen um sich schmeißen, sodass du kaum Zeit hast das alles zu verarbeiten? Oder dass sie dich mit irgendwelchen „Einwürfen“ völlig aus deiner eigentlich geplanten Bahn werfen? (Julia)

Dewi: Meine Protagonisten sprechen nicht mit mir. Nicht in dem Sinne, dass sie bei mir auf der Schulter sitzen und sagen: „Das und das will ich jetzt aber nicht machen, ich will lieber ein Eis!“ Es ist eher so, als würde ich ihnen über die Schulter schauen. Als wäre ich ein unsichtbarer Beobachter. Dennoch überfordern sie mich oft! Schlichtweg, weil sie manchmal nicht greifbar sind. Weil ich sie in eine Szene stoße, und plötzlich kein Feedback von ihnen bekomme. Oder weil der Protagonist nicht das tut, was ich geplant hatte. Eine Art passiver Widerstand. 😉 Meist stockt dann der Schreibprozess, bis ich entweder die Szene ändere, oder gar den ganzen Plotverlauf (ein Alptraum!). Was ich für gewöhnlich nicht ändern kann, ist der Charakter des Protagonisten oder sein grundsätzliches Verhalten.

Frage: Mich würde interessieren woher du, insbesondere die Anregungen für die Sex-Szenen bekommst. Und woher du allgemeine deine Ideen nimmst, sind das nur Hirngespinste oder hast du eine andere Inspirationsquelle? (kiska-chan)

Dewi: Jede Sexszene, die ich schreibe, entwickelt sich aus der Spannung zwischen den Protagonisten, aus ihrer jeweiligen Gemütslage, aus ihren Wünschen, Hoffnungen. Und aus ihrer eigenen Verletzlichkeit. Ich glaube, das ist ein treibender Faktor für mich, wenn ich eine intensive erotische Szene schreibe: Wie nackt ist ein Protagonist, wenn seine Haut, sein Körper und sein Benehmen im Bett vielleicht gerade als Rüstung funktionieren? Wie sehr kann/darf/will er sich in der betreffenden Situation emotional entblößen? Ich denke, deswegen finde ich es wenig reizvoll, die reine „Mechanik“ von sexuellen Handlungen zu beschreiben.

Allgemeine Ideen kommen einfach so – in Form von Protagonisten, oder einem Satz, oder einer kleinen Szene, die raus wollte. Einige meiner längeren Geschichten waren zunächst kurze „One-Shots“, deren Protagonisten danach weiter in meinem Kopf herumgeisterten.

Frage: Wie fängst du an, wenn du eine neue Idee hast? Fängst du an loszuschreiben oder baust du die Welt und die Charaktere erst ein bisschen aus in deinem Kopf? (Ariane Gienger)
Frage: Wenn du eine Idee zu einer Geschichte hast, schreibst du sie dir mit Stichworten auf, nur kurze Sätze oder ganz anders? (Katja)

Dewi: Die beiden Fragen beantworte ich mal zusammen. Ich bin eher der Typ „losschreiben“. Wenn ich zu viel Fundament baue, bekomme ich eher Angst vor den potenziellen Ausmaßen einer Geschichte. Ich taste mich lieber schreibend voran und mache mir dann Gedanken über Details, wenn sie wichtig werden.

Frage: Wird es zu Tjark vielleicht irgendwann eine Fortsetzung geben? Oder einen ähnlichen Text von Novellen-Länge (abgesehen von den bereits  veröffentlichten) und welche Themen würden dich dabei reizen? (kirajen)

Dewi: Zu Tjark wird es keine Fortsetzung geben. Ich finde, die Jungs haben sich ganz gut miteinander eingerichtet und ich weiß, dass Tjark in guten Händen ist. Und zu anderen Geschichten in Novellenlänge: gut möglich, wenngleich ich nichts Konkretes geplant habe. Aber das Format und die Länge liegen mir im allgemeinen, so dass da durchaus noch was kommen kann.

Frage: Wie schaffst du es dich in deine Protagonisten hineinzudenken? Männer sind ja doch ganz anders als Frauen, egal ob es im Gang, mit den Gedanken oder dem Handeln ist. Schaffst du es beim Schreiben trotzdem ganz in deinen Prota zu schlüpfen? (Bücherfee Stefanie)

Dewi: Das ist eine spannende Frage. Ganz in meine Protagonisten hineinschlüpfen tue ich nie. Ich identifiziere mich nicht mit ihnen. Es ist eher so, als würde ich sie kennenlernen. Sie werden zu Freunden, zu Familie, vielleicht sogar zu Geliebten. Irgendwann kenne ich sie so gut wie kaum einen anderen Menschen. Aber ich BIN nicht sie. Vielleicht ist das sogar der Trick für mich, aus der männlichen Perspektive schreiben zu können. So verpasse ich einem männlichen Protagonisten nicht aus Versehen „weibliche“ Attribute.

Frage: Könntest du dir vorstellen, mit einem anderen Autor zusammen ein Buch zu schreiben? (Heike)

Dewi: Das stelle ich mir schwierig vor, einfach, weil Schreiben für mich ein sehr introvertierter Prozess ist. Und weil ich sehr unregelmäßig schreibe, was eine verlässliche Zusammenarbeit erschwert. Aber mit einem Kollegen habe ich das mal besprochen. Wenn uns die Muse beißt, werden wir das vielleicht mal mit einem kleinen Text ausprobieren.

Frage: Mir gefällt das Cover von Parallelwelt sehr und ich wollte mich erkundigen, ob es davon noch mehr gibt und/oder es evtl. ein Artbook oder so gibt/geben wird. (Sandra Black)

Dewi: Das Cover ist schön, nicht? *HerzchenindenAugenhat* Die Illustratorin Janine Sander hat auf ihrem Blog (http://janinesander.blogspot.de/) zu einer kleinen Auswahl an Illustrationen deren Entstehungsprozess dokumentiert. Das ist sehr spannend und ich möchte immer ehrfürchtig im Staub rumrobben und Janines Mantelsaum küssen. Ansonsten hat mir das Verlagsteam mit Janines Unterstützung ein ganz persönliches Artbook mit allen Originalen der Illustrationen zusammengestellt. Und das hüte ich nun ….. Mein Schaaatz!

Frage: Ich habe „Tänzer und Schatten“ gelesen und frage mich schon länger folgendes: Mit wem identifizierst du dich mehr, mit David oder Niall? Und was bedeutet Niall für dich? (Elena Dietz)

Dewi: Identifizieren tue ich mich mit keinem von beiden. Würde ich mich wirklich mit Niall, dem Schatten, identifizieren, hätte ich auch das Problem, die Leichen diskret verschwinden lassen zu müssen. Dabei kann ich nicht mal Schwarzfahren, ohne dass man es mir an der Nasenspitze ansieht.

Der Schatten als Figur war hingegen für mich unglaublich reizvoll, weil er keine menschlichen Moralvorstellungen besitzt. Er ist ein Raubtier, und es macht ihm Spaß, eines zu sein. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass er sich als böse empfindet. Ich persönlich bin auch nicht der Meinung, dass er böse ist. In seine Fremdartigkeit einzutauchen, hat mir beim Schreiben sehr viel Spaß gemacht.

Frage: Wie gehst du mit einer Schreibblockade um? Wenn dein Bildschirm eher einem schwarzen Loch gleicht, anstatt  ein kreativer Tummelplatz von Worten zu sein? Hast du aus diesem Grund schon mal eine Geschichte nicht beendet oder nicht beenden können? (Babsi Corsten)

Dewi: Ich nenne sie nicht „Schreibblockaden“. Das macht das ganze nur schlimmer. 😉 Ich habe EINIGE angefangene und nicht beendete Geschichten rumliegen. Und das ist nichts, worauf ich stolz bin. Es kommt oft vor, dass ich wochen- oder monatelang nichts schreibe. Das fühlt sich nicht gut an. Manchmal beginne ich dann eine andere Geschichte – eine Art Übersprungshandlung. Gerade die Ansätze für meine kürzeren Geschichten wie „Zuhause“, „Tänzer & Schatten“ oder „Tjark“ sind zunächst entstanden, weil ich mich um das Schreiben der großen Geschichten gedrückt habe. Aber ich weigere mich, mich stundenlang vor ein leeres Dokument zu setzen. Und ich weigere mich, Schreiben als Pflicht anzusehen (selbst, wenn ich meine Leser und Leserinnen gerne mit Nachschub füttern möchte). Schreiben soll mir Spaß machen. Und wenn’s nicht läuft, dann läuft es eben nicht. Das ist der Luxus der Hobby-Schreiberei. 🙂

Fragen: 1. Du hast tatsächlich erst mit 30 angefangen zu schreiben? Gab es vorher keine Kurzgeschichten oder Gedichte?
2. Wie kommst du zu den Namen deiner Protagonisten? Sind zuerst die Figuren da oder die Namen?
3. Lässt du dich von Musik zum schreiben inspirieren? (Sarah Natusch)

Dewi: Hui, gleich drei Fragen auf einmal! Ja, ich habe tatsächlich erst mit 30 mit dem Schreiben angefangen, von Schulaufsätzen abgesehen. Oh, ein Gedicht habe ich geschrieben, nein, zwei, als ich schrecklichen Liebeskummer wegen meiner ersten Freundin hatte, das war mit 19 oder so. Aber das war’s.

Zur Namensfindung: Normalerweise sind die Protagonisten zuerst da.

Für manche Geschichten benutze ich einzelne Musikstücke als „emotionales Gedächtnis“, weil ich die Stimmung einer Szene mit der des Musikstücks verknüpfe. Wenn ich dann das Musikstück höre, kommt die Szene vor mein inneres Auge. Beispiel gefällig? Es gibt eine Szene in „Staub & Stolz“, bei der Forlán allein und recht betrunken auf einem Wachturm sitzt und grübelt. Das Lied dazu ist „The Winter“ von Balmorhea. Ich höre die ersten Takte – und sitze neben Forlán im Schnee. Zum Schreiben selbst brauche ich aber Stille, Musik nervt mich dann. Aber ich vermute, ich bringe in etwa genauso viel Zeit damit zu, gedanklich in einzelnen Szenen zu hängen, wie sie aufzuschreiben. Dabei kann ich dann die entsprechende Musik hören.

Frage: Hast du mehr homosexuelle Freunde als hetero Freunde? (Lisa)

Dewi: Generell nenne ich nur wenige Leute „Freunde“. Die Heteros sind sowohl in meinem Freundes- als auch in meinem Bekanntenkreis in der Überzahl.

Frage: Wenn du etwas urkomisches schreiben solltest, wo wären dann deine Grenzen? In welche Gefilde der Witzigkeit würdest du vorstoßen und bei welchen wäre für dich Schluss? Witzige Szenen zu schreiben kann leicht sein, insbesondere wen Situationskomik gefordert ist, aber wenn es zu chaotisch abgedreht wird, kann es auch schnell unfreiwillig komisch oder zu aufgesetzt wirken. Deshalb stell ich dir jetzt einfach mal die Frage. (Mareen)

Dewi: Das ist eine furchtbar schwere Aufgabe! Ich und Humor schreiben … das klappt nicht so gut. Ich bilde mir ein, im wahren Leben einen Sinn für schwarzen und dreckigen Humor zu haben, aber der schafft den Sprung in meine Geschichten nicht. Wenn mal Humor aufblitzt, ist der eher beiläufig, trocken oder böse. Lesen tue ich lustige Sachen gern, wobei ich auch hier lieber weniger und dafür böseren Humor schätze. Slapstick ist nicht so mein Ding, dabei schäme ich mich fremd.


Jetzt will ich euch nicht länge auf die Folter spannen – hier die Gewinner der Bücher:

3. Platz

3. Platz

Lisa Arnold

2. Platz

2. Platz

Anna Maske

1. Platz - signiert

1. Platz – signiert

Mana Teuchner

Dewi und ich gratulieren allen Gewinnern und wünschen ihnen viel Spaß mit ihren Gewinnen. Alle anderen – nicht traurig sein, weitere Specialweeks mit anderen Autoren sind in Planung, sprich es gibt weitere Chancen. Alle Gewinner melden sich bitte bei mir mit Angabe ihrer Adresse, damit ich die Bücher bald auf den Weg schicken kann.

Vielen Dank an alle Teilnehmer, Cecil Dewi für ihre Geduld und dem Cursed Verlag und dem Incubus Verlag für die Bereitstellung der Gewinne 🙂

[MANGA] Unter deinem Schirm von Junko

Autor: Junko
Taschenbuch:  164 Seiten
ISBN: 978-3842010703
Preis: 6,95 EUR

Story:
Der Highschool Schüler Mio trifft eher zufällig auf den Studenten Yugi, als er sich vor dem einsetzenden Regen vor seine Haustür flüchtet und von diesem einen Schirm bekommt, den er nicht zurückbringen soll. Nichtsdestotrotz kommt Mio tags darauf mit dem Schirm zurück und lernt dabei Yugis Freunde kennen, die Mio schnell in ihre Runde aufnehmen. In den kommenden Wochen lernt er Yugi immer besser kennen und entdeckt schon bald, dass dieser in seinen Freund Tachibana verliebt ist und die beiden eine Sex-Beziehung miteinander verbindet. Als Tachibana heiraten will, ist Mio entsetzt und versucht Yugi beizustehen, wobei er ihm seine Gefühle gesteht. Dass Yugi ihn zurückweist trifft ihn hart, noch härter ist es, als Yugi die Stadt verlässt.

Erst vier Jahre später begegnen sie sich erneut, doch hat Mio überhaupt eine Chance Yugi für sich zu gewinnen?

Eigene Meinung:
„Unter deinem Schirm“ ist ein weiterer Einzelband der Mangaka Junko, die bereits durch ihre Werke „Geliebter Raufbold“ und „Dein süßer Duft“ in Deutschland bekannt geworden ist, die ebenfalls bei Tokyopop erschienen sind.

Inhaltlich bekommt man es mit einer etwas ernsteren, ruhigeren Geschichte zu tun, als man es von Junko gewöhnt ist, waren ihre bisherigen Werke doch eher comedylastig und nicht ganz so düster. „Unter deinem Schirm“ wirkt ein wenig erwachsener und stiller, was nicht unbedingt schlecht zu bewerten ist. Sicherlich bietet der Manga nichts Neues, doch er unterhält und ist angenehm zu lesen. Gerade die Zwischentöne sind gut umgesetzt und die Charaktere wirken greifbarer und realistischer, als die Figuren aus „Geliebter Raufbold“ oder ihren Kurzgeschichten. Das macht den Manga zu einem ihrer besseren Werke, insofern man nicht auf ihre witzigen, durchgeknallten Charaktere steht. Auf Erotik muss man ebenfalls nicht verzichten – Junko bietet genug Passagen, die Fans von härteren Stoffen zufriedenstellen dürften.

Die Charaktere sind, wie bereits erwähnt, eher realistisch und nicht ganz so überdreht. Mio ist hierbei Handlungsträger, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Man kann sich leicht mit ihm identifizieren und seine Problemen und Gefühle gut nachvollziehen. Yugi wirkt ein wenig unnahbar und ist schwer zu durchschauen. Hier fehlt ein wenig Tiefgang, was wohl der Kürze des Mangas geschuldet ist. Bis auf die Liebesgeschichte erzählt Junko wenig über die Hintergründe der Figuren – vieles muss man sich selbst zusammenreimen, oder einfach wegignorieren. Dadurch wirken die Charaktere etwas blass und teilnahmslos.

Stilistisch legt Junko ein gut gezeichnetes Werk vor, das durch großflächige Panele und auffallend wenig Text besticht. Man liest den Manga schneller, als andere Werke des Genres, was nicht einmal an überbordender Erotik liegt, sondern daran, dass sich die Charaktere recht wenig zu sagen haben und viele Seiten ohne Worte oder Dialoge auskommen. Mitunter hat man das Gefühl, die Zeichnerin schindet so einige Seiten, doch der flächige Stil und die stille Atmosphäre passen gut zum ruhigen Grundtenor der Geschichte.

Fazit:
„Unter deinem Schirm“ ist ein schöner, gut gezeichneter und stimmungsvoller Manga, der mit wenig Text auskommt und dennoch gut unterhält. Junko beweist, dass sie nicht nur Comedy zeichnen kann, sondern sich auch ernsteren Themen zuwenden kann, wenngleich es sowohl den Figuren, als auch der allgemeinen Handlung ein wenig an Tiefgang fehlt. Wer ihre Manga mag oder sich für ruhigere Geschichten interessiert, sollte einen Blick riskieren. Für kurzweiliges Lesevergnügen für Zwischendurch ist „Unter deinem Schirm“ zu empfehlen.

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[MANGA] Never ever Love von Papiko Yamada

Autor: Papiko Yamada
Taschenbuch:  194 Seiten
ISBN: 978-3770482443
Preis: 7,50 EUR

Story:
Dank seines Mitschülers Keita wurde Genjis Grundschulzeit durch einen unschönen Spitznamen geprägt, den er nie ganz loswurde. Erst als Keita nach Tokyo umzog, kehrte Ruhe ein und Genjis Leben normalisierte sich wieder. Auch in der Highschool läuft für Genji alles in geregelten Bahnen, wenn man davon absieht, dass er nicht gerade der Hellste ist und bei den Mädchen und Frauen nur bedingt gut ankommt. Als plötzlich Keita wieder in der Stadt auftaucht und in seine Klasse kommt, erwachen sowohl unschöne Erinnerungen, als auch Gedanken und Gefühle, die Genji immer wieder aus der Bahn werfen. Ihre täglichen Streitereien schweißen die beiden her zusammen, und als Keita dem überforderten Genji gesteht, dass er ihn liebt, ist das Chaos vorprogrammiert.

Eigene Meinung:
Der Einzelband „Never ever Love“ stammt von der Mangaka Papiko Yamada und ist gleichzeitig ihr Debütwerk, nachdem sie vorwiegend Doujinshis gezeichnet hat. Auch in Deutschland ist „Never ever Love“ der erst Manga, der von der Künstlerin erschienen ist.

Inhaltlich bekommt der Leser eine typische Highschool Liebesgeschichte vorgesetzt, mit der bekannten Mischung aus Comedy, einem Hauch Drama und ein wenig Erotik. Zentraler Dreh- und Angelpunkt sind die Streitereien zwischen Keita und Genji, wobei letzterer eigentlich immer den Kürzeren zieht. In diesen Szenen baut die Zeichnerin die meisten Slapstick- und Comedyelemente ein, die jedoch immer wieder durch einige ernstere Passagen unterbrochen werden, was dem Manga zumindest ein wenig mehr Tiefe gibt. So sind zumindest die angedeuteten Hintergründe der beiden Protagonisten durchaus interessant, werden jedoch nicht ausreichend vertieft. Auf diesem Weg verschenkt Papiko Yamada einen Teil des Potenzials. Dennoch unterhält „Never ever Love“, bleibt alles in allem aber dennoch eher ein Manga für Zwischendurch.

Die Charaktere sind sehr stereotyp ausgefallen – Genji ist offen, naiv, manchmal ein wenig tölpelhaft und besticht in der Schule eher mit schlechten Leistungen. Keita ist das genaue Gegenteil – kühl, reserviert, eher introvertiert, aber in der Schule einer der Besten. Wem der beiden die Mädchenherzen zufliegen ist offensichtlich und auch in diesem Punkt bleibt Papiko Yamada dem typischen Klischee treu. Dieser Umstand ermüdet beim Lesen, da man im Grunde bereits nach wenigen Seiten weiß, wie der Manga endet.
Auch die Nebencharaktere bieten wenig Neues, so dass der Leser die typischen Charaktere vorgesetzt bekommt und sich wenig Gedanken über sie machen muss. Lediglich Genjis Klassenkameradin Yuka fällt ein wenig aus dem Rahmen, was sie ein wenig aus dem üblichen Einheitsbrei hervorhebt.

Zeichnerisch bietet Papiko Yamada solide Kost – sie hat einen sehr schönen, gut ausgearbeiteten Stil, was sich besonders an den Gesichtern und Haaren. Sowohl Genji, als auch Keita sind gut in Szene gesetzt und auch die Nebenfiguren sind optisch ansprechend gestaltet. Hintergründe, Bewegungen und Perspektive sind ebenfalls kein Problem, so dass man optisch auf jeden Fall auf seine Kosten kommt. Allein wegen der Zeichnungen lohnt sich der Manga also, insofern man den üblichen Boys Love Stil zu schätzen weiß.

Fazit:
„Never ever Love“ ist ein gut gezeichneter Manga für Zwischendurch, der jedoch nur kurzweilige Unterhaltung bietet. Papiko Yamada hält sich so extrem an die üblichen, klischeebehafteten Bahnen des BL Genres, das sowohl die Handlung, als auch die Charaktere unheimlich stereotyp geraten sind. Schade, man hätte durchaus mehr aus er Geschichte herausholen können, wenn sich die Zeichnerin auf die Hintergründe konzentriert hatte. Nichtsdestotrotz dürfte der Manga gerade Fans von Comedy, Highschool-Romantik und Katz-und Mausspielen gefallen. Im Zweifelsfall einfach einen Blick riskieren.

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