Archiv für den Monat September 2014

[MANGA] Two Together von Kyo Kitazawa

Autor: Kyo Kitazawa
Taschenbuch: 178 Seiten
ISBN: 978-3770482559
Preis: 7,50 EUR

Story:
Es trifft die Mikiya Takasuga wie ein Blitz, als sein kleiner Bruder You durch Zufall herausfindet, dass ihr älterer Bruder Manato als Kind adoptiert wurde. Lediglich Futa, der als zweitältester Sohn nach dem Tod der Eltern für die Takasuga verantwortlich ist, wusste dass Manato lediglich der Sohn eines engen Freundes ihres Vaters war. Während sich You schnell mit der Sache abfindet, ändert sich für Mikiya einiges. Zum einen kann er Manato nicht mehr als Bruder sehen, zum anderen erwachen gänzlich ungewollte Gefühle in ihm, die er recht schnell als Liebe identifiziert. Allerdings ist es nicht so einfach Manato diese zu gestehen, ganz gleich ob sie blutsverwand sind oder nicht.

Auch in den übrigen Kurzgeschichten des Mangas begleitet der Leser die Familie. Man lernt Shiina kennen, der sich fest dazu entschlossen hat an Yous Seite zu bleiben und diesen zu heiraten, ebenso Sakisaka, Futas Arbeitskollege, der schon seit einer Weile ein Auge auf den jungen Mann geworfen hat. Auch der älteste Sohn der Takasugas taucht in einem Kapitel kurz auf – und ist (wie sollte es anders sein) ebenfalls mit einem Mann liiert.

Eigene Meinung:
„Two Together“ stammt aus der Feder der bekannten Mangaka Kyo Kitazawa, die mit diesem Manga ihr deutsches Debüt gibt.

Inhaltlich wirkt „Two Together“ sehr konstruiert und künstlich aufgebaut. Allein die Tatsache, dass wirklich alle Brüder schwul sind, ist einfach nur unglaubwürdig und nur schwer greifbar. Dennoch können die kurzen Einblicke in das Familienleben der Takasugas unterhalten, wenngleich sich dem Boys Love Fan wenig Neues bietet. Das Meiste läuft recht stereotyp ab, so dass man keine überraschenden Wendungen und tolle Plottwists erwarten sollte. Es geht um die Liebe zwischen den Charakteren, den Problemen, die eine Beziehung mit sich bringt und (zumindest bei den älteren Figuren) die erotischen Aktivitäten. Letztere sind sehr detailliert, aber auch ansprechend in Szene gesetzt, so dass Fans härterer Lektüre durchaus ihren Spaß haben dürften.

Die Figuren sind liebevoll umgesetzt und durchaus sympathisch. Obwohl man mit einer Vielzahl Protagonisten konfrontiert wird, hat man nie das Gefühl durcheinander zu kommen oder die Personen zu verwechseln. Alle Brüder sind einzigartig, sowohl optisch, als auch von ihrem Charakter her, was definitiv ein Pluspunkt ist. Immerhin besteht in einem Kurgeschichtenband immer die Gefahr, dass man irgendwann den Überblick verliert. Dieses Problem hat man bei „Two Together“ nicht, was die mangelnde Logik und die einfachen Storylines ein wenig ausgleicht.

Neben den Figuren ist die stilistische Umsetzung das Beste an dem Manga. Kyo Kitazawa hat einen sehr feinen, detailverliebten und soliden Stil, der gerade Fans hübscher Bishonen zufrieden stellen dürfte. Nahezu alle männlichen Figuren sin ausnehmend hübsch anzusehen, doch die Zeichnerin ist auch routiniert wenn es um Bewegungen, Erotik und Hintergründe geht. Kyo Kitazawa bietet wundervolle Zeichnungen, die einen Kauf fast schon rechtfertigen.

Fazit:
Alles in allem ist „Two Together“ ein netter Boys Love Manga für zwischendurch, der durch sympathische Figuren und einen schönen, sehr stimmungsvollen Zeichenstil besticht. Tiefgründige Handlungsbögen und raffinierte Wendungen sollte man nicht erwarten – die Story ist seicht, mitunter unlogisch und leicht vorhersehbar. Dennoch weiß Kyo Kitazawa zu unterhalten, so dass sich ein Blick durchaus lohnt.

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[MANGA] My Honey Express von Mariko Nekono

Autor: Mariko Nekono
Taschenbuch: 194 Seiten
ISBN: 978-3770482580
Preis: 7,50 EUR

Story:
Der berufliche Aufsteiger Aikawa ist auf dem Höhepunkt seines Lebens angekommen: in seinem Job läuft alles wie am Schnürchen und er hat seinen Angebeteten – den Kurierfahrer Yoji – für sich gewinnen können. Ihre Beziehung steht gerade erst am Anfang, als Aikawa eine Schreckensnachricht erhält – aufgrund seiner Leistungen wird er in die Zentrale nach Tokyo versetzt. Für die Beiden bedeutet das eine Fernbeziehung, die jedoch Aikawa nicht auf Dauer gutheißen will, da er sich sorgt, dass Yoji in seiner Abwesenheit jemand anderen findet. Doch mit dieser Sorge ist er nicht allein …

Neben der Hauptgeschichte, erhält der Manga noch die Kurzgeschichte „Ein ertrinkender Fisch liebt das Wasser“ in der es um Fujita, der seinem Kollegen Toyoshima in einer Gaybar trifft und sich ihm als Keigo vorstellt. Zwischen den beiden entflammt eine heftige Affäre, bei der Fujita es nicht über sich bringt Toyoshima die Wahrheit zu sagen – insbesondere da er sich mit der Zeit in ihn verliebt.

„Flying Love“ handelt von der Beziehung zwischen dem Piloten Yuki und der Aiba, der sich auf den ersten Blick in Yuki verliebt – ohne zu wissen, dass Yuki zu einer vollkommen anderen Person wird, sobald er seine Pilotenuniform auszieht …

Eigene Meinung:
„My Honey Express” enthält die ersten Boys Love Mangas von Mariko Nekono, die unter anderem Namen bis dahin nur im Shojo Genre unterwegs war. Unterdessen gibt es weitere Boys Love Mangas, die zumeist in die Comedy Richtung gehen.

Auch „My Honey Express” ist am im Comedy-Genre angesiedelt, auch wenn natürlich eine ordentliche Portion Romantik und Erotik nicht fehlen darf. So gibt es für Fans erotischer BL Mangas durchaus die ein oder andere heftigere Szene, bei der es ordentlich zur Sache geht. Dennoch macht es Spaß den Manga zu lesen – er ist unterhaltsam und durchaus lustig, was an den unterschiedlichen Figuren und deren Reaktionen liegt. Natürlich sind die einzelnen Szenen ein wenig übertrieben, was bei einem Manga aber nicht unbedingt verwunderlich ist, ebenso wenig wie die Tatsache, dass die Geschichte nicht unbedingt viel Neues bietet. Allerdings ist das Thema Fernbeziehung nicht unbedingt oft im Boys Love Bereich anzutreffen, so dass Mariko Nekono sich zumindest an etwas Ungewöhnlichem versucht, wenngleich die Thematik aufgrund der Comedyelemente nicht vertieft wird.

Die Charaktere sind entsprechend der Geschichte sehr mangahaft und damit auch recht stereotyp. Gerade der überdrehte Aikawa ist etwas gewöhnungsbedürftig, da er manchmal von einem Extrem ins andere fällt. Yoji ist da doch ein wenig gemäßigter, da er zurückhaltender und stiller ist und sich zumeist von Aikawa mitreißen lässt. Dennoch sind die Figuren recht sympathisch und es macht durchaus Spaß ihre Irrungen und Wirrungen zu verfolgen und das Chaos mitzuerleben.

Zeichnerisch ist „My Honey Express” solide und gut gelungen. Mariko Nekono hat einen sehr schönen, detailreichen Stil, der zu überzeugen weiß. Gerade die Gesichter sind sehr schön ausgearbeitet, ebenso die Körper und die Hintergründe. Aufgrund der Comedy-Komponente sind eine Menge SD-Zeichnungen vorhanden, die recht niedlich geraten sind, hin und wieder allerdings zu oft vorkommen. Dennoch ist „My Honey Express” ein schön gezeichneter Manga, der mit einer Menge Bishonen aufwarten kann.

Fazit:
Insgesamt ist „My Honey Express” ein netter Comedy Boys Love Manga, der mit schönen Zeichnungen und witzigen Charakteren punkten kann. Mariko Nekono hat einen schönen Manga für zwischendurch erschaffen, der die Thematik Fernbeziehung nur bedingt gut umsetzt, jedoch mit einigen amüsanten Einlagen zu unterhalten weiß. Wer Comedy, Boys Love und Erotik mag, sollte einen Blick riskieren.

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[MANGA] Crash’n’Burn von Mikiko Ponczeck

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Autor: Mikiko Ponczeck
Taschenbuch: 168 Seiten
ISBN: 978-3842005235
Preis: 6,95 EUR

Inhalt:
Nach einem heftigen Streit zwischen Leadsänger Tyler und Bassist Kyle löst sich die Band endgültig auf und jeder geht seiner eigenen Wege. Während ein Teil der Gruppe schon bald neue Wege geht und neue Bands finden, weiß Kyle noch nicht so recht, was er machen möchte. Sein bester Freund und Drummer Scott ist sich sicher, dass Kyle nicht lange ohne Musik kann und schon kurz darauf, sucht der Bassist nach einer neuen Band. Am Aushang stößt er auf eine Anzeige und stolpert dabei unerwartet auf Tyler, der eine neue Band aufstellen will.

Obwohl Kyle keine Lust hat wieder mit ihm zu spielen, muss er zugeben, dass er von Tylers Musik fasziniert ist und willigt schließlich einem weiteren Versuch ein, insbesondere als er erfährt, dass auch Scott als Drummer mit von der Partie ist – die Band „Crash’n’Burn“ ist gegründet und gemeinsam planen sie groß rauszukommen …

Eigene Meinung:
„Crash’n’Burn“ ist ein zweibändiger deutscher Manga von Mikiko Ponczeck, die den Fans bereits durch ihr Debütwerk „Lost and Found“ und das zugehörige Artbook „Blue“ bekannt sein dürfte. Dieses Mal geht die Künstlerin neue wege, die nichts mit ihrem Debütmanga gemein haben. Dennoch bietet „Crash’n’Burn“ eine schöne, interessante Grundidee, die Lust auf mehr macht.

Inhaltlich geht es dieses Mal eher rau und hart zur Sache – was man sowohl an den Szenen, als auch an den Charakteren merkt. Die Geschichte dreht sich um Kyle, Tyler und die Band Crash’n’Burn, die sich neu zusammenschließt und ihre ersten Schritte hinsichtlich Durchbruch plant. Dass sich zwischen Tyler und Kyle ein wenig mehr entwickelt bzw. eine etwas rabiate Beziehung abzeichnet, passt durchaus zu den Figuren, da die beiden einander ebenbürtig sind. Sowohl Tyler, als auch Kyle sind sehr starke und komplexe Persönlichkeiten, die ein gutes Duo abgeben, auch wenn sie sich öfters in den Haaren liegen. Der fröhliche, offene Scott und die liebenswerte, etwas schüchterne Kimi, die die Band komplettiert, wird die Gruppe vervollständigt. Zusammen bilden die vier eine tolle Gruppe, die man gerne begleitet.
Auch zur Vergangenheit einiger Charaktere erfährt man ein bisschen war – Tyler und Kimi stehen dabei an erster Stelle, bei Kyle ergibt sich während der Geschichte ein bisschen mehr. Lediglich über Scott erfährt man nicht sonderlich viel – er ist einfach nur der beste Freund von Kyle. Aber vielleicht gibt es ja im zweiten Band mehr.

Angenehm ist der Umstand, dass die Zeichnerin auf die typisch romantische Liebesgeschichte zwischen Kyle und Tyler verzichtet, wenngleich die beiden miteinander im Bett landen. Das ist für einen Boys Love sehr ungewöhnlich, aber auch angenehm, da man nicht nach zwanzig Seiten die ersten kitschigen Liebesschwüre und erotischen Sexszenen hat. Mikiko Ponczeck legt mehr Wert auf die Entwicklung der Figuren und die Handlung und als Leser weiß man nicht, ob Kyle und Tyler nun zusammenkommen oder nicht.

Die Zeichnungen sind einfach, aber auch solide und in sich stimmig. Mikiko Ponczeck hat einen sehr schönen, schlichten Stil, der gut zu den Figuren und zur Handlung passt. Insbesondere die Farbseiten und Skizzen am Ende sind gut gelungen und zeigen, wie sicher die Künstlerin im Umgang mit Stift und Farbe ist. Lediglich an einigen Stellen innerhalb des Mangas wirken die Figuren anatomisch nicht ganz korrekt oder ein wenig skizzenhaft. Dennoch ist „Crash’n’Burn“ gut gelungen, gerade wenn man etwas härtere, punkigere Mangas mag.

Fazit:
„Crash’n’Burn“ ist ein solider, gut gezeichneter Manga, der durchaus unterhält und gerade mit den interessanten, gut ausgearbeiteten Figuren punkten kann. Die Handlung bietet nur bedingt etwas Neues, da der erste Band lediglich den Anfang markiert, bleibt abzuwarten, wie sich die Geschichte im zweiten Band weiterentwickelt. Insgesamt ist Mikiko Ponczecks Werk „Crash’n’Burn“ ein gelungener Manga, den man durchaus mal zur Hand nehmen und sich zu Gemüte führen kann.

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[ROMAN] Eine Leiche taucht ab von Josh Lanyon

Autor: Josh Lanyon
Taschenbuch: 240 Seiten
ISBN: 978-3981594881
Preis: 10,95 EUR

Inhalt:
Nach einem katastrophalen Wochenende mit seiner großen Liebe Marcel, kehrt Perry Foster niedergeschlagen in sein Zimmer im altehrwürdigen Alston Estate zurück – und findet in seiner Badewanne die Leiche eines Mannes. Vollkommen entsetzt stürmt er aus der Wohnung, um die anderen Bewohner des umgebauten Hotels zu informieren, doch als die Polizei auftaucht, ist der Tote verschwunden. Einzig der ehemalige Marine Nick Reno schenkt Perry Glauben, hat er doch zumindest einen Teil der Spuren gesehen, die unterdessen jedoch komplett verschwunden sind.

Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was wirklich geschehen ist und ob die verschrobenen Bewohner des Hauses etwas mit der verschwundenen Leiche zu tun haben. Während Perry von jemandem bedroht wird und schon bald ein zweiter Mord darauf hindeutet, dass die beiden auf der richtigen Spur sind, kommen sich Perry und Nick näher, als es dem Marine lieb ist …

Eigene Meinung:
Mit dem Krimi „Eine Leiche taucht ab“ von Josh Lanyon wagt sich der Incubus Verlag erstmals in internationale Gewässer und legt den Roman eines sehr bekannten und beliebten Schriftsteller des amerikanischen Gay Romance Marktes vor. So zeigt sich Josh Lanyon bereits für mehrere Reihen und Einzelromane verantwortlich, „Eine Leiche taucht ab“ ist das erste Buch des Autors, das es nach Deutschland geschafft hat. Lange müssen Fans nicht auf weitere Werke warten – bereits im Oktober soll der erste Band der „Adrien“-Reihe unter dem Titel „Tödliche Schatten“ beim Bruno Gmünder Verlag erscheinen.

Der Krimi ist klassisch aufgebaut, jedoch dank der Atmosphäre des alten Hauses und den leicht unheimlichen Touch angenehm anders, da es ein wenig an Geisterhaus- und Gruselgeschichten erinnert. Dennoch kommen keinerlei übernatürliche Aspekte vor. Alles läuft auf normalen Bahnen und bietet am Schluss eine logische und nachvollziehbare Erklärung für alle die Ereignisse, die Perry und Nick durchstehen müssen. Dabei steht die Entwicklung ihrer Beziehung nicht im Vordergrund – sie ist vielmehr schmückendes Beiwerk, ohne von dem Fall abzulenken, der mit jedem Kapitel an Komplexität gewinnt. Josh Lanyon entwickelt eine tolle Hintergrundgeschichte, die er geschickt mit den Vorfällen im Alston Estate verknüpft und die für Spannung und Dynamik sorgt. Lediglich am Ende schwächelt hinsichtlich der Logik ein wenig, was jedoch teils an den agierenden Figuren liegt.

Die Charaktere passen durchaus zum Inhalt des Buches, sind jedoch manchmal ein wenig schwer zu fassen. Gerade auf Perry mit seiner extrem kindlichen, fast schon hilflosen Art kann man sich als Leser zu Beginn des Buches nur schwer einlassen. Auf eine seltsame Art ist er fast klischeehaft stereotyp, doch zum Glück gibt sich das im Laufe der Geschichte – er wird mutiger, selbstbewusster und stärker. Auch Nick fällt schnell in das Schema des großen, starken Beschützers, der sich natürlich in den schwachen, ängstlichen jungen Mann verliebt. Dass er eigentlich auf Frauen zu stehen scheint (erst im letzten Drittel wird offenbart, dass auch Nick eher an Männern interessiert ist), erschwert es einfach ihn und seinen Charakter zu begreifen. Man hat die meiste Zeit das Gefühl, er würde unlogisch handeln, weil er zu schnell Perry anspringt. Es fehlen einfach die Zwischentöne oder auch die Gedankengänge, die dem Leser schon früher offenbaren, wie Nick tickt. Und gerade weil die Geschichte teilweise aus der Sicht des Marines erzählt wird, kommt es dem Leser so vor, als würde der Autor diese Information absichtlich zurückhalten, um die Spannung zwischen Perry du Nick aufrecht zu erhalten.

Auch die Nebenfiguren agieren nicht immer nachvollziehbar – gerade der Mörder handelt zum Ende hin seltsam unlogisch. Hier fehlen irgendwie Erklärungen, die wirklich alle Fragen und offenen Punkte restlos beantworten.

Stilistisch fällt es schwer „Eine Leiche taucht ab“ einzuordnen. Teils hat Josh Lanyon einen sehr schönen, ausgereiften und fesselnden Stil, teils stolpert man über einige Sätze und Passagen, die den Lesefluss hemmen. Vielleicht liegt das an der deutschen Übersetzung, doch es kommt immer wieder zu ein wenig verwirrenden Satzkonstruktionen oder der Autor schiebt in regelmäßigen Abständen Infodumps ein, die manchmal nicht ganz zu den Szenen passen. Gerade während eines Dialogs fand ich längere abschweifende Passagen lästig, da sie den Leser einfach aus der Handlung werfen.

Zum Ende hin hat man zudem das Gefühl, dass der Autor sich ein wenig verschätzt hat, was die restlichen Seiten anbelangt – das Finale wirkt sehr schnell runtererzählt. Hier fehlen detailliertere Beschreibungen, um der Handlung wirklich noch folgen zu können. Auch mangelt es an Umgebungsbeschreibungen, so dass man sich das Ganze nicht mehr bildlich vorstellen kann.

Fazit:
Trotz der genannten Kritikpunkte ist „Eine Leiche taucht ab“ ein guter Krimi, der mit einer schönen Hintergrundidee, einem tollen Kriminalfall und einem zumeist guten, stimmungsvollen Schreibstil punkten kann. Die Charaktere sind ein wenig unausgegoren, da sie an einigen Stellen zu klischeehaft, an anderen fast schon aufgesetzt anders sind (wahrscheinlich um dem stereotypen Erscheinungsbild entgegen zu wirken). In Kombination mit dem schwachen Finale, das zu schnell runtererzählt wird und dafür sorgt, dass dem Krimi zum Ende hin fast die Luft ausgeht, schafft es Josh Lanyon leider nur auf knappe 3,5 bis 4 Sterne. Schade – da wäre mehr drin gewesen.

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[ROMAN] (K)ein Kavaliersdelikt von Chris P. Rolls

Autor: Chris P. Rolls
Taschenbuch: 212 Seiten
ISBN: 978-3944737003
Preis: 9,99 EUR

Story:
Als Leandro, umschwärmter Keyboarder einer aufstrebenden Nachwuchsband, nach einer Probe eher zufällig auf die Künstlerin Henny trifft, die an einem großformatigen Bild arbeitet, ist es fast augenblicklich um den jungen Musiker geschehen. Vollkommen fasziniert spricht er sie an und hat mit seiner Einladung zum Essen sogar Erfolg – Henny begleitet ihn. In den kommenden Tagen kommen sich die beiden näher, allerdings hat Leandros große Liebe einen Haken – Henny steht nicht für Henriette, sondern für Hendrik, der sein Glück kaum fassen kann. Immerhin ist er schon seit einer Weile in Leandro verliebt und macht die Charade mit, bis er irgendwann sein wahres Geschlecht nicht mehr verbergen kann.

Damit beginnen jedoch erst ihre Probleme. Leandro stürzt sich Hals über Kopf in eine Beziehung mit Juliane, kann jedoch Hendrik nicht vergessen, während dieser alles versucht, um von dem Keyboarder loszukommen …

Eigene Meinung:
Der kurze Gay Romance Roman „(K)ein Kavaliersdelikt “ stammt von der Autorin Chris P. Rolls und erschien ursprünglich beim FWZ Verlag, liegt unterdessen aber in einer überarbeiteten Version bei Deadsoft vor. Mit knapp 220 Seiten gehört „(K)ein Kavaliersdelikt “ eher zu den kürzeren Werken der Autorin, die bereits mit der „Irgendwie“-Reihe, „Bodycaught“ und „Mecklenburger Winter“ auf sich aufmerksam machte.

Inhaltlich gehört „(K)ein Kavaliersdelikt “ eher zu den romantischen First Love Geschichten, sprich allzu viel Tiefgang darf man in diesem Roman nicht erwarten. Die Geschichte baut in der ersten Hälfte auf der Verwechslung auf, da Leandro den schwulen Hendrik für ein Mädchen hält und sich auf den ersten Blick in ihn verliebt. Natürlich fliegt der Schwindel auf und die daraus resultierenden Probleme machen den zweiten Teil der Handlung aus. Dabei geht Chris P. Rolls nicht unbedingt neue Wege – im Grunde weiß der Leser bereits nach den ersten 30 Seiten, wie das Buch ausgehen wird. Dennoch ist die „(K)ein Kavaliersdelikt “ unterhaltsam und lässt sich in einem Rutsch lesen, da man die Charaktere mag und sehr schnell in die Handlung kommt. Gerade Gay Romance Fans, die er auch ein wenig erotischer mögen, kommen auf ihre Kosten, wie man es von Chris P. Rolls gewöhnt ist.

Wie bereits erwähnt sind die Charaktere durchaus liebenswert und sympathisch. Da die Geschichte sowohl aus Leandros, als auch aus Hendriks Sicht erzählt wird, kann man sich in beide Figuren hineinversetzen und erlebt mit, was sie erleben. Beide sind gut nachvollziehbar, wenngleich man sich fragt, wie weiblich Hendrik aussehen muss, um dauerhaft für ein Mädchen gehalten zu werden. Dennoch macht es Spaß die beiden Figuren zu begleiten und sich von ihnen mitreißen zu lassen. Wirklich tiefgründig sind die beiden zwar nicht, aber sie passen gut zur Geschichte, die Chris P. Rolls erzählen will.

Stilistisch liefert Chris P. Rolls wie gewohnt solide, gut lesbare Kost. Die Autorin hat ein Händchen für ihre Figuren und deren Gefühle, ebenso für die Beschreibung erotischer Szenen, ohne dass sie Worte und Begriffe nutzt, die irgendwann langweilig werden. Sie bemüht sich um eine abwechslungsreiche Sprache, ohne übertrieben hochtrabend zu schreiben. Damit passt auch der Schreibstil der Autorin gut zu den Figuren und der Liebesgeschichte.

Fazit:
Wie schon „Die Sache zwischen Mo und Jo“ ist „(K)ein Kavaliersdelikt “ einen First Love Story, die vorwiegend eine Sache will: unterhalten. Wirklich tiefgründig und spannungsgeladen geht es nicht zur Sache, dafür bekommt man eine hübsche, kleine Liebesgeschichte und sympathische Charaktere geboten. Dank Chris P. Rolls flüssigem Schreibstil lässt sich der Roman schnell lesen, hinterlässt jedoch keinen bleibenden Eindruck. Wer Lust auf lockerleichte, kitschig-romantische Gay-Unterhaltung steht und wenig Interesse an tiefgehenden Problemen und Drama hat, ist mit diesem Buch an der richtigen Adresse. „(K)ein Kavaliersdelikt “ bietet kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch.

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[MANGA] Egoistic Blue von Mio Tennohji

Autor: Mio Tennohji
Taschenbuch: 194 Seiten
ISBN: 978-3770481590
Preis: 7,50 EUR

Story:
Was tut man nicht alles für einen wohlhabenden Langzeitgast? Als der Rezeptionist Chiaki gebeten wird als persönlicher Concierge für den griechischen Multimillionär Harry Christophoros zu arbeiten, kann dieser diese Bitte unmöglich abschlagen. So steht er dem ausländischen Gast immer wieder für kleinere und größere Gefälligkeiten zur Verfügung, ohne zu wissen, dass er selbst der Grund für Harrys Japanaufenthalt ist. Erst als sich die beiden näher kommen, findet Chiaki heraus, dass seine Großmutter eine Zeit lang eng mit der Familie Christophoros verbunden war.
Neben der Hauptgeschichte bekommt auch Harrys persönlicher Sekretär Carl zwei Kapitel, in dem er nach sieben Jahren seinem Freund Morris wiederbegegnet. Die Gründe für Morris plötzliches Verschwinden enthüllen sich Carl jedoch erst nach und nach …

Eigene Meinung:
„Egoistic Blue“ stammt von Mio Tennohji, die in Japan bereits durch etliche Boys Love Mangas bekannt geworden ist. Auch in den USA erschienen einige ihrer Werke, „Egoistic Blue“ ist der erste Manga von ihr, der auf dem deutschen Markt erscheint.

Inhaltlich wartet „Egoistic Blue“ mit einer netten Liebesgeschichte auf, die jedoch Boys Love Lesern wenig Neues bietet. Dabei ist der Hintergrund durchaus nicht uninteressant, insbesondere was Chiakis Großmutter betrifft, doch leider geht die Mangaka nicht weiter auf diesen Aspekt ein. Stattdessen konzentriert sie sich ganz auf die Beziehung zwischen Chiaki und Harry, die kleineren Probleme, die sich den beiden in den Weg stellen, weil sie aus vollkommen unterschiedlichen Welten kommen. Dennoch kommen die beiden recht schnell zusammen, wenn man bedenkt, wie wenig Zeit im Grunde vergeht.
Auch bei Carl und Morris wirkt einiges ein wenig überstürzt, da nur bedingt auf die Jahre eingegangen wird, in denen Morris weg war. Für einen reinen Selbstfindungstrip ist diese Zeit nämlich echt ein bisschen lang. Auch vergibt Carl ihm wirklich schnell, wenn man bedenkt, dass er all die Jahre nichts von seinem Freund gehört hat.

Auch die Charaktere bieten wenig Platz für Neues, da sie in den üblichen Bahnen bleiben. Chiaki ist eher schüchtern, zurückhaltend und wächst erst über sich hinaus, als er sich gegen Carl zur Wehr setzen muss; Harry ist der reiche, gutaussehende Kerl, der der Damenwelt den Kopf verdreht und zumeist über den Digen steht. Man kann sich durchaus mit ihnen identifizieren, doch sie handeln immer ein wenig aufgesetzt. Das trifft leider auch auf Carl zu, den man erst später richtig begreifen kann, wenn er auf Morris trifft.
Es ist schade, dass hier so wenig Varianz in den Figuren ist – Vielleser, die sich hin und wieder neue, interessante Charaktere wünschen, werden bei „Egoistic Blue“ leider nicht fündig werden.

Einzig die sehr schönen, detailreichen Zeichnungen sind ein positiver Aspekt an „Egoistic Blue“. Mio Tennohji hat eine sehr sicheren, gelungen Stil, der vorwiegend aus hübschen Männern besteht. Gerade Harry ist der typische Bishonen, während Chiaki neben seinem Partner fast ein wenig verblasst. Dies passt jedoch gut zum Charakter, so dass es nicht weiter störend ins Gewicht fällt. Auch die Hintergrundzeichnungen, die kleineren Details und die Anatomie sind stimmig, so das „Egoistic Blue“ optisch einiges zu bieten hat. Wer auf schöne Illustrationen und hübsche Männer wert legt, wird bei diesem Manga vollkommen auf seine Kosten kommen.

Fazit:
„Egoistic Blue“ ist ein netter Boys Love Manga für Zwischendurch, dessen größter Pluspunkt die schönen Zeichnungen von Mio Tennohji sind. Inhaltlich bietet der Manga dem versierten Boys Love Fan nichts Neues – eine typische Liebesgeschichte mit recht stereotypen Charakteren. Wer gerne BL Einzelbände liest, hübsch gezeichnete Männer und eine gesunde Portion schwule Erotik mag, kann einen Blick riskieren. „Egoistic Blue“ unterhält, mehr aber auch nicht.

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[ROMAN] Die Sache mit Jo und Mo von Chris P. Rolls

Autor: Chris P. Rolls
Taschenbuch: 216 Seiten
ISBN: 978-1497599727
Preis: 9,99 EUR

Story:
Der Schüler Jo hat alles, was man sich wünschen kann – Geld, gutes Aussehen und Einfluss. Nahezu alles fällt ihm in den Schoß, so auch willige Bettgefährten beiderlei Geschlechts, erachten die meisten es doch als Ehre von Jo auserwählt zu werden. Das ändert sich, als der Zirkusjunge Monty (kurz Mo) auf Jos Schule wechselt und dem reichen Abiturienten den Kopf verdreht, denn Mo lässt sich nicht so leicht um den Finger wickeln. Mehrfach, mitunter auch recht rabiat weist er Jo zurück, doch dieser ist es gewohnt, dass er alles bekommt, was er will. So setzt er alle Hebel in Bewegung um Mo für sich zu gewinnen und verliebt sich bei dieser Sache Hals über Kopf in den fremdartigen Jungen …

Eigene Meinung:
Die First Love Geschichte „Die Sache mit Jo und Mo“ stammt aus der Feder von Chris P. Rolls und erschien zunächst im FWZ Verlag, später im Eigenverlag der Autorin. Im Vergleich zu anderen Werken der Autorin („Bodycaught“, „Irgendwie Top“) ist das vorliegende Buch eher kurz geraten und bietet eine wesentlich leichtere Kost, als die Romane, die Chris p. Rolls im deutschen Gay Romance Bereich bekannt gemacht haben.

Wie die Zusammenfassung erahnen lässt, handelt es sich bei dem Buch um eine einfach gestrickte Geschichte, bei der man außerhalb der Liebesgeschichte nicht viel erwarten kann – „Jo und Mo“ ist eine reine First Love Story und als solche teils romantisch, teils aber auch recht kitschig geraten. Chris P. Rolls verzichtet auf dramatischere Elemente, großartige Charakterentwicklung und ausgearbeitete Problembewältigung. Dabei wäre dies durchaus möglich gesehen – das Thema Coming Out hätte man besser mit einarbeiten können, ebenso ein aktiveres Umdenken von Jo, der wirklich sehr arrogant und überheblich daher kommt. Stattdessen ist „Jo und Mo“ eher etwas für Fans blumiger Liebesgeschichten, die natürlich mit einer ordentlichen Portion Erotik daher kommen. Denn davon gibt es durchaus genug, so dass „Jo und Mo“ zumindest in dem Punkt wirklich nicht für junge Leser geeignet ist.

Die Figuren sind recht stereotyp geraten, passen aber gerade deswegen gut zur Geschichte. Jo ist ein recht überheblicher Jugendlicher, der wirklich alles auf dem Silbertablett serviert bekommt und dem nichts verwehrt wird. Dennoch ist er dem Leser durchaus sympathisch, da die Arroganz, die er zur Schau trägt, nicht aufgesetzt ist, sondern Teil seiner Persönlichkeit. Er verhält sich einfach so, wie er es gewohnt ist und weiß zumeist nicht einmal, wie falsch er in einigen Situationen handelt – einfach weil er es nie gelernt hat. An dieser Stelle hätte Chris P. Rolls ansetzen und mehr herausholen können, doch leider mangelt es hier an Charakterentwicklung, so dass Jo relativ blass bleibt.
Monty auf der anderen Seite ist durchaus interessant, seine ruppige, etwas trotzige Art schließt man schnell ins Herz. Doch leider mangelt es auch bei seiner Persönlichkeit an Tiefgang. Auch bei ihm kratzt Chris P. Rolls eher an der Oberfläche, was sehr schade ist. Vielleicht wird ja in der Fortsetzung (die von der Autorin am Ende des Buches angekündigt wird) mehr Charakterentwicklung und Tiefgang vorhanden sein – Potenzial ist vorhanden.

Dafür kann Chris P. Rolls stilistisch punkten. Sie hat einen sehr soliden, eingängigen Stil, der sich leicht und flüssig lesen lässt und der er es dem Leser ermöglicht schnell und problemfrei in die Geschichte einzutauchen. Hin und wieder wären mehr Details und Beschreibungen zu der Umgebung und den Hintergründen toll gewesen, um sie das Umfeld plastischer vorzustellen, doch ansonsten liest sich „Die Sache mit Jo und Mo“ schnell und angenehm.
Wer Erotik mag wird ebenfalls auf seine Kosten kommen, da die Autorin kein Blatt vor den Mund nimmt und mitunter sehr explizit beschreibt, was zwischen den beiden Jungs passiert.

Fazit:
„Die Sache mit Jo und Mo“ ist eine typische First Love Story, von der man keinen Tiefgang und kein Drama erwarten sollte. Chris P. Rolls erzählt eine nette Liebesgeschichte für Zwischendurch, die gerade bei den Charakteren und deren Entwicklung durchaus Potenzial aufweist. Da jedoch die Liebesgeschichte der beiden ungleichen Jungs im Vordergrund steht und auch von der Autorin entsprechend gekennzeichnet ist, wäre es verkehrt, die Geschichte rundweg schlecht zu bewerten. „Die Sache mit Jo und Mo“ ist ein hübscher, rosaroter Gay Romance Roman, der einfach nur unterhalten will – und das gelingt Chris P. Rolls auf jeden Fall. Fans von First Love Geschichten sollten reinschauen, wer schwere, tiefgründige Geschichten mag, ist bei diesem Roman an der falschen Adresse.

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[MANGA] Fashion Affairs von Rin Narusaka

Autor: Rin Narusaka
Taschenbuch: 194 Seiten
ISBN: 978-3770481606
Preis: 7,50 EUR

Story:
Der Frischling Shinpei ist noch recht neu im Modelbusiness, versucht jedoch sein Bestes um irgendwann einmal so gut zu werden wie der Shootingstar Ryo Kanahashi. Just zu diesem soll er auf Anraten seines Agenten ziehen, um von dem Wissen des Profis zu profitieren. Doch Ryo ist eher rüpelhaft, mitunter sehr brüsk und alles andere als gewillt, Shinpei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Nahezu permanent ecken die beiden aneinander und Ryo nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht Shinpeis Qualitäten als Model zu kommentieren. Doch Shinpei denkt gar nicht daran, alles schweigend hinzunehmen und nimmt sich vor, Ryo zu beweisen, dass auch es modeln kann …

In der Side-Story „Unreife Fashion Affairs” geht es um die Schulfreunde Yuma und Takanobu, die zusammen mit Shinpei und Ryo in einer WG leben und ebenfalls als Models arbeiten. Yuma, der nur wegen seinem Freund mit dem modeln angefangen hat, ist bereits seit Jahren in seinen Takanobu verliebt, doch dieser akzeptiert Yumas Liebesgeständnis nicht, unterbindet sogar dessen Worte. Erst als der Designer Takayanagi Interesse an Yuma zeigt und die Gerüchteküche brodelt, beginnt Takanobu sich Gedanken zu machen …

Eigene Meinung:
Der Einzelband „Fashion Affairs“ stammt aus der Feder der bekannten Yaoi Mangaka Rin Narusaka, die mit diesem Band ihr deutsches Debüt feiert.

Inhaltlich bietet „Fashion Affairs“ solide Boys Love Kost – allerdings sollte man keine ausgeklügelte Storyline mit interessanten Wendungen erwarten. Die Geschichte läuft in den üblichen Bahnen ab, und lässt sich prima mit „Junge trifft Junge, Ergebnis: Liebe/Sex“ umschreiben. Das mag jetzt bei einem Yaoi Manga nichts ungewöhnliches sein, sprich man erwartet im Grunde nichts anderes, doch manchmal wünscht man sich ein wenig mehr. Dafür bietet der Manga einen kurzen Einblick in das Modelbusiness, auch wenn sich Rin Narusaka eher auf die Beziehung der Charaktere untereinander konzentriert, als auf die Probleme, die dieser Job mit sich bringt.
Auf jeden Fall kommen Fans erotischer Liebesgeschichten vollkommen auf ihre Kosten – „Fashion Affairs“ kann durchaus gefallen, wenn man keine hohen Ansprüche stellt.

Auch die Charaktere sind vorwiegend stereotyp, weshalb ihre Handlungen und Aktionen zumeist recht vorhersehbar sind. Ryo ist hierbei nicht sonderlich sympathisch. Man weiß im Grunde nicht so genau, was Shinpei überhaupt an ihm findet, da er recht grob, brüsk und zumeist ein wenig sadistisch ist, was sein Partner öfters zu spüren bekommt. Shinpei selbst ist ein sympathischer, manchmal ein wenig naiver Charakter, in den man sich aber gut hineinversetzen kann.
Yuma und Takanobu sind interessante Nebenfiguren, die jedoch ebenfalls nicht aus den gewohnten Bahnen ausbrechen. Das ist schade, da man gerade bei ihrer gemeinsamen Vergangenheit mehr aus den beiden Figuren hätte herausholen können.

Rin Narusakas Zeichnungen sind ein großer Pluspunkt bei „Fashion Affairs“. Sie hat einen sehr schönen, sicheren und detailverliebten Stil. Gerade die Figuren sind sehr schön in Szene gesetzt, Shinpei, Ryo und Co die typischen Bishonen. Auch die Hintergründe sind gut gelungen, so dass „Fashion Affairs“ auf jeden Fall optisch einiges zu bieten hat.

Fazit:
Fashion „Affairs“ ist ein netter Boys Love Manga für zwischendurch, der vor allem durch Rin Narusakas gute Zeichnungen und die teils interessanten Charaktere besticht. Inhaltlich bietet der Einzelband leider wenig Neues, doch die Beziehungskisten von Shinpei und Ryo, sowie Yuma und Takanobu können durchaus unterhalten. Wer witzige, romantische Boys Love Mangas mag und kein Problem mit erotischeren Szenen hat, sollte einen Blick riskieren, alle anderen werden sich bei der einfach gestrickten Story leicht langweilen.

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[ROMAN] Die zehn Plagen von Laurent Bach

Autor: Laurent Bach
Taschenbuch: 224 Seiten
ISBN: 978-3867878029
Preis: 14,99 EUR

Story:
Seit der Aufklärung des vermeintlichen Selbstmords des Maklers Pascal Melot sind einige Monate vergangen und Claudes Stellung innerhalb der französischen Kleinstadt Anduze hat sich durchweg gebessert. Als eines Tages die Brunnen der Stadt rotes Wasser speien und kurz darauf in der Nacht ein totes Kalb vor der Kirche abgelegt wird, breitet sich allmählich Unruhe aus. Claude vermutet einen religiösen Beweggrund, während die Polizei geht eher von einem Streich aus. Erst als zwei Jungen entführt werden und kurz darauf die Nichte von Claudes Freundin Amélie, wird aus den Vorfällen blutiger Ernst. Claudes ehemaliger Intimfeind Lambert rückt auch Nîmes an, um den Fall aufzuklären, während Claude auf eigene Faust ermittelt.

Der Zufall spielt ihm den Namen des jungen Algeriers Mahmout in die Hände, der mit dem Entführer in Verbindung zu stehen scheint. Gemeinsam bohren sie weiter und stoßen auf eine erste heiße Spur, als urplötzlich Claude in den Fokus der Polizei gerät und zum Hauptverdächtigen wird. Claude taucht unter und ermittelte im Verborgenen weiter, ohne zu ahnen, dass er sich selbst in Lebensgefahr bringt …

Eigene Meinung:
„Die zehn Plagen“ ist der zweite Kriminalfall des sympathischen, französischen Privatdetektivs Claude Bocquillon, der im Bruno Gmünder Verlag erschienen ist. Der Roman stammt von Laurent Bach, hinter dem sich die Autorin Brunhilde Willtraut verbirgt, die auch für den Sieben Verlag tätig ist (u.a. „Bodyguard – Spezialauftrag Liebe“, „Des Teufels Schreiber“). Im Sommer 2015 soll der nächste Band der „Claude Bocquillon“-Reihe erscheinen.

Wie schon in „Mord auf Französisch“ legt die Autorin einen gut durchdachten, spannenden und sehr komplexen Kriminalfall vor, der dem des ersten Romans in nichts nachsteht. Dabei verzichtet Laurent Bach auf wiederkehrende Elemente und entwickelt etwas vollkommen Eigenständiges. Dadurch wirkt „Die zehn Plagen“ nicht wie ein bloßer Aufguss des ersten Bandes, sondern bietet einen neuen, spannenden Fall, der für sich stehen kann, so dass man nicht unbedingt Kenntnisse aus „Mord auf Französisch“ braucht, um den Roman „Die zehn Plagen“ zu lesen. Die wichtigsten Eckpunkte werden erklärt und auch wenn sich die Figuren weiterentwickeln und einige offene Fäden aus Band 1 aufgenommen werden, so fasst Laurent Bach für alle Neueinsteiger doch alle notwendigen Hintergründe zusammen.
Nichtsdestotrotz lohnt es sich, vorab „Mord auf Französisch“ zu lesen – man lernt die Figuren ganz anders kennen, insbesondere Claude, Julien (der in diesem Band nur eine winzige Nebenrolle einnimmt) und Lambert.

Einmal mehr sind es die authentischen und lebendigen Charaktere, die dem Roman seinen besonderen Charme verleihen und die dafür sorgen, dass man den Band nur ungern zur Seite legen kann. Claude Bocquillon ist ein angenehmer, sympathischer und liebenswerter Charakter, den man gerne begleitet – egal ob er sich auf seine Ermittlungsarbeit konzentriert, oder mit privateren Dingen zu kämpfen hat. Auch die übrigen Figuren brillieren – seien es die Polizisten Bertin und Lambert, Claudes Freundin Amélie oder dessen Mutter. Sie alle sind lebendig, haben ihre Ecken und Kanten und man mag sie einfach nicht mehr missen.

Zudem führt Laurent Bach einige tolle neue Figuren ein – allen voran Mahmout, den man als Leser schnell ins Herz schließt. Es bleibt zu hoffen, dass es mit dem ein oder anderen in Band 3 ein Wiedersehen gibt.
Auch stilistisch kann „Die zehn Plagen“ mit dem ersten Band mithalten. Erneut taucht der Leser vollkommen in die Welt der französischen Kleinstadt Anduze ein, die so lebendig und bildhaft beschrieben ist, dass man den Eindruck hat die Stadt zu kennen. Laurent Bachs detailverliebter, solider Stil sorgt dafür, dass man zusammen mit den Charakteren auf Verbrecherjagd geht und sich schon jetzt auf die kommenden Abenteuer von Claude und Co freut.

Erneut bietet die Autorin einen Einblick in die verschiedenen Figuren, erzählt die Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven und macht nicht einmal vor dem Entführer halt, dessen Beweggründe man ebenfalls erfährt. Wer glaubt, dass Laurent Bach vorab alles verrät, irrt sich – die wirklichen Zusammenhänge werden erst im Finale offenbart.
Die Tatsache, dass sich Laurent Bach vollkommen auf den Fall konzentriert und die Erotik nur in sehr gemäßigtem Rahmen vorkommt, ist positiv zu bewerten. Es ist angenehm, dass es bei den Krimis über Claude Bocquillon nicht um große Gefühle, Liebe und Sex geht, sondern der Schwerpunkt deutlich auf der Geschichte und der Charakterentwicklung liegt. Sicherlich gibt es die ein oder andere etwas explizitere Szene, doch Laurent Bach geht nie zu sehr ins Detail und verliert dadurch die eigentliche Handlung aus den Augen.

Fazit:
„Die zehn Plagen“ ist eine gelungene, mitreißende Fortsetzung des Krimis „Mord auf Französisch“ von Laurent Bach. Die Autorin führt die Geschichte um den sympathischen Privatdetektiv Claude Bocquillon mit einem neuen, spannenden Fall weiter, der Krimifans zufrieden stelle dürfte. Auch Leser des ersten Bandes kommen durchaus auf ihre Kosten, da sich die Charaktere weiterentwickeln und einige offene Fäden weitergeführt werden. Wer „Mord auf Französisch“ mochte, sollte sich auf jeden Fall „Die zehn Plagen“ zu Gemüte führen. Bleibt zu hoffen, dass auch die weiteren Romane solch angenehme Lesestunden bereiten. Sehr zu empfehlen.

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[ROMAN] Sekundensache von Alexej Winter

Autor: Alexej Winter
Taschenbuch: 196 Seiten
ISBN-13: 978-3902885388
Preis: 13,90 EUR

Story:
Der 17-jährige Halbspanier Luca verbringt die Sommerferien zusammen mit seiner besten Freundin Lilly in einem kleinen deutschen Örtchen, weit weg von der Wohnung seiner Großeltern. Während Lilly die dortige Fußballmannschaft auf das bevorstehende Sommerfest, inklusive Freundschaftsspiel gegen eine spanische Mannschaft, vorbereiten soll, darf Luca für den verletzten Manuel einspringen. Schon am ersten Tag lernt er den Spieler Bela kennen und zwischen den beiden funkt es gewaltig. Allerdings hält Bela den Jungen immer wieder auf Abstand, zum einen weil er sich nicht outen will, zum anderen aufgrund seiner despotischen Mutter und seiner Schwester Kim. Als in den Reihen der spanischen Fußballer auch noch ein alter Bekannter aus Belas Vergangenheit auftaucht und diesen zusätzlich unter Druck setzt, überschlagen sich die Ereignisse …

Eigene Meinung:
„Sekundensache“ ist der Debütroman des Autos Alexej Winter, der 2014 im österreichischen HOMO Literra Verlag erschien.

Inhaltlich bietet „Sekundensache“ einen typischen Coming-Out Roman, der mit den damit verbundenen Problemen für die Charaktere aufwartet, wenngleich der Autor immer wieder ungewöhnliche, manchmal sogar etwas seltsame Wege einschlägt. Der Einstieg gelingt nur bedingt gut, da sich am Anfang eine Menge Fragen aufgeworfen werden, die erst nach und nach beantwortet werden. Dadurch dauert es einige Kapitel, bis man genauer weiß, wo das Ganze stattfindet, wie die Zusammenhänge sind und wie die Beziehung zwischen den einzelnen Figuren ist. Dennoch schleichen sich immer wieder Logiklücken ein, die den Lesefluss hemmen und dafür sorgen, dass man nicht so gut vorankommt.

Hauptproblem sind hierbei die Charaktere, die es schwer machen, sich auf die Geschichte einzulassen. Sie bleiben relativ blass, sehr künstlich und sind oftmals nicht nachvollziehbar. Dadurch leidet auch immer wieder die Glaubwürdigkeit und es fällt schwer sich mit der Handlung und den aktiven Figuren zu identifizieren. Bei einigen Charakteren hat man zudem das Gefühl, dass sie nur zu einem bestimmten Zweck eingebaut werden und anschließend einfach vergessen werden – Manuel taucht beispielsweise nur am Anfang auf, später findet er kaum noch Erwähnung. Auch Luca und Bela können nicht ganz überzeugen – gerade Bela wirkt nicht wie ein 25-Jähriger. Sein gesamtes Auftreten und seine Art machen es dem Leser schwer sich auf ihn einzulassen. Er springt in seinem Charakter oftmals von einem Extrem ins andere, so dass man nie weiß, woran man bei ihm ist. Auch Lucas Beweggründe und ein Teil seiner Aktionen bleiben im Dunkeln. Man versteht ihn nicht immer, insbesondere sein permanentes Schweigen gegenüber Lilly hinsichtlich seiner sexuellen Orientierung ist mit der Zeit beinah nervig. Ein Großteil der Missverständnisse und Probleme, die im Buch aufgebaut werden, könnte mit einem einfachen Gespräch beseitigt werden – doch zumeist schweigen die Charaktere oder ignorieren sich. An einigen Stellen kann man das als Leser noch hinnehmen, an anderen ist es wirklich sehr unglaubwürdig – gerade wenn man sieht, wie stark das Liebesgeständnis zwischen Bela und Luca in die Länge gezogen wurde.

Insgesamt wirkt ein Teil der Handlung leider unnötig aufgebauscht und dramatisiert, um zusätzliche Spannung einzubauen. Die ganze Geschichte baut sich auf Missverständnissen und Lügen auf, doch die Figuren unternehmen nahezu nichts um diesen Zustand zu ändern oder zu verbessern.

Stilistisch ist „Sekundensache“ Geschmackssache. Alexej Winter hat einen verworrenen Stil, der in der zweiten Hälfte spürbar besser wird. Zu Beginn liest sich der Roman ein wenig holprig, gerade weil dem Leser die wichtigsten Basisinformationen fehlen, um sich auf die Figuren einzustellen. Hin und wieder verliert sich der Autor in unwichtigen Details und Beschreibungen, die für die Geschichte nur bedingt relevant sind. Zudem hat man das Gefühl, dass der Autor selbst einige Dinge vergisst, die er eingebaut hat. Sei es der Eisverkäufer mit seiner seltsamen Bemerkung oder Manuel, der plötzlich nicht mehr erwähnt wird. Auch passen zum Ende hin einige Aktionen und Reaktionen der Charaktere nicht mehr zur Aufklärung.

Vielleicht wäre es klüger gewesen, das Buch komplett aus Lucas Sicht zu erzählen, anstatt zwischen ihm und Bela hin und her zu hüpfen. So fiel es schwer, sich in einen der beiden hineinzuversetzen.

Fazit:
Alles in allem ist „Sekundensache“ nur bedingt zu empfehlen – es gibt einige erhebliche Schwächen, die den Lesefluss mindern und für Verwirrung sorgen. Die Charaktere wirken leider sehr künstlich, ihr Verhalten extrem aufgesetzt, ebenso die Handlung, die zu sehr mit Hilfe von Missverständnissen vorangerieben wird. Wer eine Coming-Out Story erwartet, wird enttäuscht werden, da Alexej Winter kaum auf die Gefühle und die Probleme eingeht, die Luca beschäftigen dürfte. Schade, hier hätte man wesentlich mehr draus machen können.

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