[MANGA] Tiger Kiss von Saeko Kamon

Autor: Saeko Kamon
Taschenbuch: 178 Seiten
ISBN-13: 978-3770482542
Preis: 7,50 EUR

Story: 
Toshiaki Kuniba ist Jurastudent im dritten Semester und schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Als seine finanzielle Situation immer schlimmer wird, schlägt ihm sein bester Freund Morioka vor, seinem Cousin Aki Kurusu Nachhilfe zu geben. Leider ist Kurusu ein echter Frauenheld, schert sich wenig um sein Jurastudium, da er normalerweise mit dem Geld seiner Familie die Abschlüsse kauft und hat eine akute Männerallergie, da er Männern absolut kein Vertrauen schenken kann. Kunibas Ehrgeiz ist geweckt und er beginnt nach und nach zu dem seltsamen jungen Mann durchzudringen. Dieser sieht seinen neuen Nachhilfelehrer zunächst als Gräuel, doch schon bald entwickelt er ein gesteigertes Interesse an Kuniba. Als die beiden kurze Zeit später miteinander schlafen und Kurusu anschließend nicht mehr von Kunibas Seite weichen will, weiß dieser nicht mehr wo ihm der Kopf steht, da er mit dem plötzlichen Interesse von Kurusu nur wenig anfangen kann …

Eigene Meinung:

Der Einzelband „Tiger Kiss“ stammt von der Mangaka Saeko Kamon, die in Deutschland bereits durch ihren Boys Love Manga „Royal Fiancé“ bekannt ist.

Die Geschichte ist ein wenig seltsam, unausgegoren und in sich unlogisch. Wirklich viel Handlung findet der geneigte Boys Love Fan nicht, zumal das Geschehen eher in die absurde Richtung geht und daher für den Leser schwer nachvollziehbar ist. Insbesondere die Idee mit der Männerallergie ist schon sehr weit hergeholt, die Tatsache, dass Kurusu seine Abscheu Kuniba gegenüber binnen weniger Seiten überwindet, wirkt noch unglaubwürdiger. Dass die beiden in nahezu jedem Kapitel miteinander ins Bett fallen, wirkt übertrieben und passt nicht so recht zum Gesamtbild des Mangas. Insgesamt liest sich „Tiger Kiss“ daher eher schleppend und es fällt dem Leser schwer sich wirklich auf die Geschichte einzulassen.

Neben der schwachen Geschichte können auch die Figuren nicht überzeugen. Stereotyp und leicht vorhersehbar kommen sowohl Kurusu, als auch Kuniba daher. Da Kurusus Männerallergie zwar noch nicht gänzlich verschwunden ist, aber gegenüber Kuniba nach wenigen Seiten verschwunden ist, nimmt der Geschichte ihren Reiz. Es geht einfach zu schnell und bringt einem die Charaktere nicht wirklich näher. So bleiben sowohl Kurusu, als auch sein Nachhilfelehrer sehr blass und nichtssagend. Man vergisst sie und den Inhalt des Mangas relativ schnell.

Zeichnerisch ist „Tiger Kiss“ gelungen. Saeko Kamon hat einen sehr ausgearbeiteten, qualitativ hochwertigen Stil. Es macht Spaß den Manga anzusehen, wenngleich der Schwerpunkt der Zeichnerin eindeutig auf den Figuren liegt. So findet man Hintergründe eher selten, stattdessen gibt es unzählige Panele, in denen nur die Gesichter der Charaktere zu sehen sind.

Fazit:
Alles in allem ist „Tiger Kiss“ eher unterdurchschnittliche Boys Love Kost und nur Fans der Zeichnerin zu empfehlen. Weder Handlung noch Charaktere können überzeugen und hinterlassen keinen nennenswert tieferen Eindruck. Stattdessen vergisst man den Manga schnell, nachdem man ihn gelesen hat und erinnert sich eher an die Zeichnungen, die hübsch anzusehen und optisch durchaus ansprechend sind.
Boys Love Fans sollten im Vorfeld einen Blick riskieren, doch insgesamt ist der Manga kein Muss fürs Buchregal. Da tummeln sich andere Vertreter des Genres auf dem Markt, die inhaltlich und zeichnerisch besser sind, als „Tiger Kiss“.

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Veröffentlicht am 9. Mai 2014 in 2 Sterne, Gay, Manga, Rezensionen und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Es ist bei Yaoi üblich, dass sich die Haupthandlung auf den Sex bezieht..Das ist der ganze Sinn des Genres, daher kann ich nicht ganz nachvollziehen, wieso man der Zeichnerin vorwirft exakt das zu tun,was man als Yaoi-Leser sehen will. Logischerweise gibt es Manga, die nicht der Norm entsprechen, aber die hat man überall und sollten daher nicht als Vergleich benutzt werden. Es ist ’schade‘, dass innerhalb der Genres wenig Grenzen überschritten werden, aber zu erwarten .
    Kamon Saeko zäht zu einer der populärsten Yaoi-Mangaka in Japan, was man alleine schon an der geübten Panelsetzung und des gekonnten Einsatzes der Screentones sehen kann. Zur „Gesichter stehen oftmals im Mittelpunkt“-Sache: die Methode ist in jedem Genre und Medium gängig und auch logisch nachvollziehbar, da die Handlung in gewissen Szenen (oder Unterhaltungen zwischen den Charakteren) sich fast ausschließlich anhand der Emotionen aufbaut, die man wohl bestenfalls im Gesicht ablesen kann. Da machen auch Yamane oder TogaQ +Kichiki Neko keine Ausnahme sowie 90% aller Love-Romance-Mangaka. Bei einer Unterhaltung, in der die Personen sich wenig bewegen, ist der Körper wenig interessant bzw. aussagekräftig. Abgesehen davon reden wir hier von Menschen. Noch ein Kritikpunkt an deiner Rezension ist die Tatsache, dass die augenscheinlich nicht klar zu gewesen zu sein scheint, dass es sich bei dem Manga um eine Comedy-Love-Story handelte, daher der weithergeholte Plot.

    Alles in Allem sollte man als Yaoi-Leser wissen, dass gewisse Dinge innerhalb des Genres wenig beachtet werden, was bspw. auch der Grund ist, wieso Mangaka dieses Genres gerne heruntergemacht werden, schließlich sind deren Stories wenig aufwendig. Ich zeichne selber Yaoi-Comic, daher sind mir Rezensionen wie deine nicht fremd, aber ehrlich gesagt ist es der Fehler der Leser, die sich scheinbar wenig informieren über das Genre und daher zu viele Erwartungen haben. Natürlich darf man Yaoi kritisieren, aber dann bitte für die Dinge, für die sie stehen und nicht für die, die man bewusst in keinem findet.

    LG,

    Ce

    • Hallo Ce,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar und deine Anmerkungen. Ich muss noch einige Dinge richtigstellen, die du mir unterstellst und die ich ungerne so stehen lassen will: Ich bin seit über 15 Jahre Fan des Yaoi-Genres und schreibe seit über 12 Jahren Berichte. Anhand dieser Zahl dürfte klar sein, dass ich mit dem Lesen von Yaoimangas noch vor den ersten Yaoiveröffentlichungen in Deutschland angefangen habe – mit den japanischen Originalen und im Internet gefunden text-Übersetzungen (weit vor den Scanlations)- Also kannst du davon ausgehen, dass ich mich ausreichend informiert habe und in diesem Genre sehr bewandert bin. Ich habe unterdessen weit mehr als 1.000 BL Mangas gelesen (in deutsch, englisch, französisch und japanisch), kenne die bekannten Zeichner, kenne die Stories, die Charaktere und den Aufbau einer Seite (auch ich habe mal BL gezeichnet und mich an Mangas versucht). Ich weiß, wie die Verlage in Japan ticken und dennoch muss ich gestehen, dass mir allmählich der ganze Einheitsbrei auf den Keks geht (und damit bin ich nicht allein). Es geht auch anders und gerade „Tiger Kiss“ war allein von der Sache mit der Männerphobie (-allergie?) einfach nur unsinnig und total an den Haaren herbeigezogen. Ich nehme vieles hin, aber ein bisschen Logik und verstand sollte man auch walten lassen. Das ist mMn auch bei einem Manga nicht zuviel verlangt.

      Wieso werden Mangas generell immer simpler und einfacher dargestellt? Du tust Mangas und den Künstlern keinen Gefallen, wenn du von vornherein sagst, dass sie einfach gestrickt sind und den üblichen Mustern folgen. Das tun sie nämlich nicht – es geht auch anders, wie bekannte Zeichner beweisen. Irgendwie degradierst du die Mangakunst selbst mit deinen Worten, denn Mangas sind nicht einfach nur einfach gestrickte Werke, sondern können auch komplex und tiefgründig sein. Klar, bei BL ist das eher selten (gerade bei Einzelbänden), aber es gibt auch gute Einzeltitel, die durchaus interessant und spannend sind, ohne das der Schwerpunkt nur auf dem Sex liegt.

      Ich hoffe du meldest dich nochmal – wäre an einer Diskussion interessiert 🙂

      LG
      Juliane

      PS: Welche BL Mangas sind denn von dir. Da ich in der Szene sehr aktiv bin, würde ich gerne wissen, was du gezeichnet hast.

      • Moment kurz, damit wir nicht weiter aneinander vorbei reden: Wenn ich von Yaoi rede, dann rede ich von Yaoi, das ist EIN Genre, das erwähne ich auch extra explizit sehr oft. Wenn du daraufhin verallgemeinerst, dann tut’s mir Leid, aber ich habe das Genre in meinem Betrag mehrfach erwähnt (und nur einmal mit Shôjo vergleichen, als es um die ähnlichen Panel während Unterhaltungen geht. Und da sprach ich nicht von der Story, sondern der Technik.)Daher ist meine Antwort natürlich nicht bzgl. der gesamten Mangakunst zu verstehen, ich meine, in welchen Shônen Jump geht es vorranging um Sex? ( :D)

        1. “ Tiger Kiss war storytechnisch an den Haaren herbeigezogen.“
        Da das Genre (abgesehen von Yaoi) auch Comedy war, ist es wenig verwunderlich, dass die Story an den Haaren herbeigezogen war, so ist das halt mit Humor..Entweder man hat den gleichen, oder nicht.

        Ich mochte Tiger Kiss auch nicht besonders, weil ich nicht der Comedy-Typ bin, aber der Logikaspekt ist für mich keine Frage wenn ich weiß, dass man den ganzen Band mit Augenzwinkern verstehen muss. Natürlich ergibt es keinen Sinn, natürlich ist das alles Bullshit. Alleine schon die komplette Ausgangssituation in 90% der BL-Manga, in der Homosexualität runtergespielt oder als toleriert dargestellt wird, obwohl die Japaner eines der diskriminierensten Völker sind. Szenen indenen die Familie die Sexualität des Sohnes akzeptiert sind =0 in der realen Welt, auch wenn Shônen Ai meistens was anderes vorgibt. Wenn man davon ausgeht, darf man keinen Ableger des Genres lesen, weil alleine das schon unlogisch ist und die reale Gesellschaft in keinem Fall wiederspiegelt.

        2.“ Ich weiß, wie die Verlage in Japan ticken und dennoch muss ich gestehen, dass mir allmählich der ganze Einheitsbrei auf den Keks geht (und damit bin ich nicht allein)“
        (…)
        „Bei BL ist das eher selten (gerade bei Einzelbänden), aber es gibt auch gute Einzeltitel, die durchaus interessant und spannend sind, ohne das der Schwerpunkt nur auf dem Sex liegt.“

        Du schreibst des öfteren BL, weshalb ich ein bisschen verwirrt bin weil ich das Gefühl habe, du schmeißt Shônen Ai und Yaoi in die gleiche Schublade.
        BL bedeutet einfach nur „Boys Love“ aber man muss innerhalb des BL-Universums definitiv noch zwischen Shônen Ai und Yaoi unterscheiden, weil es zwei komplett verschiedene Genre mit ebenfalls versch. Zielen sind.
        Alleine an der Übersetzung des Wortes YAOI weiß man eigentlich, was man erwarten kann:

        YA manashi O chinashi I minashi“ (山無し 落無し 意味無し), was auf Deutsch soviel heißt wie „ohne [erzählerischen] Höhepunkt, ohne Pointe, ohne Sinn“.

        D.h. es ist gewollt,dass die Story kaum existent ist, weil es eigentlich mehr oder weniger ein Porno sein soll, vorranging für weibliche Leserinnen erschaffen. Das hat nichts mit Gefallen meinerseits zu tun, denen ich Zeichnern tue oder nicht tue, google bspw. die Definition von „Yaoi“ in der explizit erwähnt ist, dass bei Yaoi keinen Wert auf Story gelegt wird, weil es nun mal zum Genre gehört, bei Shônen Ai dafür schon. So wie es bei Action im Sinne ist, viel Action einzubringen oder Romance..Ja..Romance. Daher geht es einfach nicht, von Yaoi-Manga mehr zu verlangen. Ein Einheitsbrei ist es für dich und andere, weil du (laut deiner Angaben) mehr als 1000 gelesen hast und dir mittlerweile einfach das Genre langweilig wird, was an sich ja auch nichts schlimmes ist, mit der Zeit verändert sich der Geschmack. Aber es zwingt ja niemand den anderen, ein Genre zu lesen. Ich les‘ bspw. kein Fantasy, weil es mich nicht bockt, wenn dir Yaoi langweilig wird, dann kannst du dir ja auch ein anderes Genre suchen oder nur bei Shônen Ai bleiben, weil dir die Story wichtiger ist, als der Akt. Aber zu verlangen, dass das Genre Yaoi sich bitte 180° drehen soll, weil es einem langweilig wird..? Das wird eher nicht passieren.

        Und ja, wie ich auch bereits erwähnte. KÖNNEN (die Betonung liegt auf dem Wort) Ausnahmen existieren.. Wie bspw bei „Viewfinder“ oder „In these Words“ „Undergrand Hotel “ „Calling“ oder mein Liebling „Saezuru Tori wa Habatakanai“, die dir sicher alle kein Fremdwort sind, bei 1000 gelesenen. 🙂

        Ich glaub kaum, dass du meine Sachen kennst, weil ich sie selber publiziere, aber meine Künstlerseite ist https://www.facebook.com/kohara.cho

        🙂 LG!

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