Archiv für den Monat Mai 2014

Update Portalseite „Like a Dream“

Hallo ihr Lieben,

endlich habe ich Zeit gefunden, die Seite zu aktualisieren. Es tut mir sehr Leid, dass es so lange gedauert hat, aber der Alltag hatte mich in den letzten Wochen voll im Griff. Als Entschädigung bringe ich viiiiiele neue Rezensionen mit und noch ein paar kleiner Neuerungen, die ich jetzt endlich richtig ankündigen will. Bevor ich zu meiner Rezensionsübersicht komme, will ich also zwei Dinge erwähnen:

1. Like a Dream hat seit Ende Februar einen neuen Blog:


Ab sofort werdet ihr einen Großteil der Rezensionen, die ich für LaD schreibe vorab auf dem Blog der Seite finden. Die gesammelten Berichte werden natürlich auch auf der regulären Portalseite einen Platz finden, aber um Rezis einfach schneller online stellen zu können, wurde der Blog eingerichtet. Dort finden ab sofort auch die Gewinnspiele statt – also lohnt es sich dort regelmäßig vorbei zu schauen.

2. Wir haben ein neues Teammitglied. Ich begrüße Ramona Gutbrod, die uns ab sofort mit einer Auswahl ihrer berichte unterstützt. Einige kennen sie vielleicht von ihrem, sehr empfehlenswerten Blog The World of Big Eyes und ich freue mich, dass sie die Seite mit Berichten zu Gay Romance Büchern unterstützt.

Damit komme ich auch schon zu den Rezensionen – Dank Ramona und Tanja habe ich erneut 24 Berichte im Gepäck, u.a. zum letzten Nightrunner-Teil „Shards of Time“, der ungewöhnlichen Graphic Novel „Hexenblut“ und zu drei Romanen aus dem Incubus Verlag. Zudem dürfen sich auch Girls Love Fans auf zwei Mangarezensionen freuen.

Hier eine Übersicht zu allen Neuigkeiten:

Boys Love
Erscheinungsdaten (Allgemein)
Alpha² (Manga)
And we do love (Manga)
Capital of Flowers (Manga)
Diagnose: Liebe (Manga)
Ich hasse ihn (Manga)
Katekyo! (Manga)
Kigurumi Planet (Manga)
Küsse unterm Regenbogen (Manga)
Seiyuu! Say you! (Manga)
Tiger Kiss (Manga
Unter einer Decke (Manga)
Hexenblut (Comic)
Bruder (Book)
Der Klub der Ungeliebten (Book)
Der Sodomit (Book)
Die Rache des Sidhe (Book)
Finder – Brandmal (Book)
Jack vs Chris. Verlangen (Book)
Leben im Käfig (Book)
Leben und Liebe (Book)
Nach der Hölle links (Book)
Nightrunner 7 – Shards of Time (Book)
Tajo@Bruns_LLC. Das Herz des Löwen (Book)

Girls Love
Erscheinungsdaten (Allgemein)
Ipomoea (Manga)
Sonnensturm (Manga)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern und neu entdecken, und hoffe, dass vielleicht das ein oder andere Buch für euch dabei ist. Viel Spaß, man hört sich!

Koriko

[MANGA] Alpha² von Kamineo / Kamoi

Autor: Kamineo / Kamoi
Taschenbuch: 196 Seiten
ISBN-13: 978-3551781208
Preis: 7,95 EUR

Story:
Bereits am ersten Tag in der neuen Stadt macht sich Clive eine Menge Feinde. Als Werwolf, Alphatier und Einzelgänger ist er natürlich dem ortsansässigen Rudel ein Dorn im Auge, den es schnellstmöglich zu verjagen gilt. Als wären das nicht bereits genug Probleme stolpert er während seiner Flucht vor den Wölfen über einen anderen Einzelgänger – Quinn. Dieser wird nicht nur von den übrigen Wölfen akzeptiert, er löst auch Gefühle in Clive aus, die dieser weder gebrauchen kann, noch haben will. Und auch Quinn hat zunehmend Probleme sich von Clive fernzuhalten, immerhin scheint es sich bei diesem um seinen, vom Schicksal festgelegten, Partner zu handeln.

Während die beiden trotz aller Unterschiede und Probleme sich näher kommen, muss sich Clive noch immer gegen das Rudel zu Wehr setzen. Als seine Wohnung in Brand gesteckt wird, kommt er mit Quinns Hilfe schnell auf die Spur des Täters …

Eigene Meinung:
Der Manga „Alpha²“ stammt von der Zeichnerin Kamineo, für die Story ist Kamoi verantwortlich und erschien ursprünglich in drei qualitativ hochwertigen Einzelheften beim Schwarzen Turm Verlag, der auch Kamineos Debüt „Beware of the Dog“ veröffentlichte, sowie das Artbook „Of Wolves and Men – The Art of Kamineo“. Aufgrund der immensen Popularität war der erste Band schnell ausverkauft und Carlsen wurde auf die Zeichnerin aufmerksam. So erschien im März 2014 die Neuauflage der Geschichte mit neuem Cover, neuen farbigen Innenillustrationen und einem kurzen, neu gezeichneten Sonderkapitel, das nach den Ereignissen spielt.

Die Geschichte ist interessant, insbesondere weil es nur wenig Mangas über Werwölfe gibt. Dennoch hat man das Gefühl, dass man aus der Handlung einfach mehr hätte herausholen können, da die Spannungskurve im Mittelteil merklich abfällt. Sicherlich ist es wichtig die Annäherungen von Clive und Quinn zu zeigen, doch irgendwie passiert im Comic recht wenig, wenn man sich am Ende überlegt, was alles passiert ist. Würden nun weitere Mangas erscheinen, die eine längere Handlung einläuten würden, wäre der vorliegende Manga ein perfekter Einstieg, doch leider ist keine Fortsetzung angekündigt. Dabei ist durchaus Potenzial vorhanden, da viele Dinge offen bleiben: Clives Familie, Quinns Vergangenheit und seine Erlebnisse bei den Navy Seals. So macht „Alpha²“ definitiv Lust auf mehr und es wäre schön, wenn es doch noch weitergehen würde.

Was die Story nicht ganz schafft, machen die Charaktere wett. Sowohl Clive, als auch Quinn sind interessante, reizvolle Figuren, über die man gerne mehr erfahren möchte. Zum einen, weil es eben Werwölfe sind und beide als Alphatiere ihren ganz eigenen Regeln und Gesetzen folgen, zum anderen weil es sich bei ihnen um erwachsene Männer handelt. Dies wird auch durch Kamineos Zeichenstil unterstrichen, bei dem es bis auf den Omega keinerlei androgyne, mangatypische Figuren gibt. Die Werwölfe sind muskulös, haben Brustpelz und sind alles andere als niedlich. Außerdem gelingt es ihr allen Charaktere unterschiedliche Gesichter und Körper zu geben, so dass man nicht nur die Haarpracht als einziges Unterscheidungsmerkmal hat, was leider bei japanischen BL Mangas öfters der Fall ist.

Doch nicht nur die Charaktere sind sehr schön und anatomisch perfekt gezeichnet – Kamineo hat ein ganz besonderes Händchen für detaillierte und fein ausgearbeitete Hintergründe und die Bewegungen und das Aussehen der unterschiedlichen Wölfe. Auch die leicht erotischen Szenen wurden überzeugend umgesetzt, ebenso die dynamischeren, actionhaltigeren Sequenzen. Lediglich die eingestreuten SD Szenen sind Geschmackssache – meiner Meinung nach würde der Manga auch gut ohne sie zurecht kommen, auch wenn sie niedlich und meistens passend sind.

Fazit:
„Alpha²“ ist ein gelungener, empfehlenswerter deutscher Manga, der definitiv Lust auf mehr macht und bei dem man sich eine Fortsetzung sehnlichst herbeiwünscht, um alle offenen Fragen beantwortet zu bekommen. Die Geschichte hätte ruhig ein wenig ausführlicher sein können, doch dank der interessanten Charaktere und der durchweg qualitativ hochwertigen Zeichnungen ist der Einzelband dennoch sehr empfehlenswert. Wer schon immer mal einem deutschen BL eine Chance geben wollte, sollte sich „Alpha²“ zulegen. Man darf auf die kommenden Werke Kamineos gespannt sein …

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[NOVEL] Finder – Brandmal von Ai Satoko / Yamane Ayano

Autor / Illustrator: Ai Satoko / Yamane Ayano
Taschenbuch: 192 Seiten
ISBN-13: 978-3842010222
Preis: 12,00 EUR

Story: 
Seit Feilongs letztem Aufeinandertreffen mit Asami und Takaba ist sind einige Monate vergangen. Bei der blutigen Auseinandersetzung damals hat Feilong nicht nur erkennen müssen, wie viel Asami für einen einfachen Fotograf in die Waagschale zu werfen bereit ist, sondern auch, dass sein Vertrauter Yoh sieben Jahre lang für seinen Gegner als Spion gearbeitet hat. Doch anstatt Yoh zu töten, hat er ihn jedoch gehen lassen.

Als plötzlich sein Stiefbruder Yan-Tsui wieder auftaucht und mit dem Aufbau seiner eigenen Organisation in Taiwan beginnt, steht für Feilong fest, dass er schnell handeln muss, um den Baishe-Klan zu schützen, deren Oberhaupt er ist. Zudem möchte er seinen Zimmerjungen Tao vor weiteren schmerzvollen Erfahrungen schützen, ist doch Yan-Tsui dessen Vater. Da sich zufällig auch Yoh nach Taiwan geflüchtet hat, sucht Feilong ihn auf und bittet ihn darum, seinen Bruder im Geheimen zu töten. Doch noch bevor dieser aktiv werden kann, wird Tao, der Feilong heimlich gefolgt ist, von Yan-Tsui entführt und Feilong muss selbst in Aktion treten, um den einzigen Menschen, dem er vertraut, schützen zu können …

Eigene Meinung:
Bei „Finder – Brandmal“ handelt es sich um einen Spin-Off der populären Mangareihe „Finder“, die seit 2002 in Japan sehr erfolgreich ist und aus der Feder Yamane Ayanos stammt. Im Zentrum der Novelle, die von Ai Satoko umgesetzt wurde, steht dieses Mal Feilong Lui, Anführer der chinesischen Mafia. Zeitlich setzt die Geschichte einige Monate nach dem fünften Band ein, in dem es Asami gelingt den Fotografen Takaba aus Feilongs Fängen zu befreien. Dementsprechend ist die Novel eher etwas für Fans des Mangas, da ein gewisses Grundverständnis und Hintergrundwissen vorausgesetzt wird. Nichtsdestotrotz werden die wichtigsten Eckdaten zusammengefasst.

Die Geschichte rund um Feilong und dessen ehemaligen Vertrauten Yoh ist durch interessant und weiß an einigen Stellen zu fesseln. Man erfährt endlich, wie es Yoh ergeht und was aus Feilong wird, nachdem seine Geschichte bislang im Manga nicht wieder aufgegriffen wurde. Auch die Idee Tao stärker mit in das Geschehen einzubringen, ist gut gelungen, allerdings funktioniert die zeitliche Abfolge nicht wirklich. So ist Tao im Roman 13 Jahre alt, im Manga zur Zeit von Takabas Entführung gerade einmal 6-7, obwohl mehrfach gesagt wird, dass nur wenige Monate vergangen sind. Hier stimmt einfach die zeitliche Abfolge nicht und als Leser stolpert man immer wieder über diese Diskrepanz. Ob dies an der Übersetzung liegt oder der Fehler auch schon in der Originalfassung vorhanden war, ist schwer zu sagen, doch es macht es dem Leser nicht leichter die Novel zu lesen.
Neben diesem großen Fehler innerhalb der zeitlichen Abfolge, gibt es immer wieder Logiklücken und Plotlöcher. Oftmals handeln Charaktere ganz anders, als sie noch Minuten zuvor gesagt haben und bringen den Leser damit aus dem Konzept.

Die Figuren sind bereits aus den Mangas bekannt: Feilong und Yoh sind gut charakterisiert, man lernt sie wesentlich besser kennen, da die Autorin ein wenig in die Tiefe geht und man Feilong wesentlich besser kennenlernt. Viele Gedankengänge, die im Manga verborgen bleiben, kommen hier offen zutage, so dass gerade Fans des chinesischen Baishe-Führers voll auf ihre Kosten kommen werden. Yoh als dessen Partner ist ebenfalls interessant und faszinierend. Leider erfährt man über ihn nur wenig – hier hätte man ebenfalls mehr in die Tiefe gehen können. Dafür ist Tao als dritter Hauptcharakter sehr sympathisch und als Leser erlebt man, wie der Junge allmählich zu einem jungen Mann heranwächst, der an den Ereignissen reift und seine eigenen Entscheidungen trifft.

Stilistisch ist „Finder – Brandmal“ nicht ganz so schlecht, wie die übrigen BL Novels, die es bisher nach Deutschland geschafft haben. Ai Satoko hat einen sehr einfachen, aber flüssigen Stil, der sich halbwegs angenehm lesen lässt. Vielleser, insbesondere solche, die Romane und Gay Romance Bücher lesen, wird es jedoch schwer mit der Sprache der Autorin klar zu kommen. Zu viele Infodumps am Anfang, Wiederholungen und Feilongs ewig kreisenden Gedanken um seine Vergangenheit sorgen dafür, dass die Novel nie an Fahrt gewinnt und einfach keine Spannung aufbauen kann. Auch die zwei ausführlichen Sexszenen empfand ich als zu ausufernd und teilweise als zu unpassend. Sicher – sie gehören zu einer BL Novel, doch wenn eine solche Szene nicht zum Hauptcharakter passt, ist sie einfach nur überflüssig und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.
Ebenfalls unschön sind die leeren Dialoge und Phrasen, wie „!“ oder „…“, die vielleicht gut zu einem Manga passen, aber in einem Roman, ganz gleich ob Manganovel oder nicht, einfach nichts verloren haben. Solche Elemente sind in Sprechblasen okay, da man in einem Manga auch ein Bild zum Text hat, in einer Novel oder einem Roman hat soetwas meiner Meinung, nach nichts zu suchen.

Wer auf umfangreiche Illustrationen seitens Yamane Ayano hofft, wird ebenfalls enttäuscht. Die knapp 180-seitige Novel enthält gerade einmal zwei s/w-Bilder. Dafür gibt es am Ende einen knapp 10-seitigen Kurzmanga um Feilong und Tao, der jedoch die fehlenden Illustrationen nur bedingt ersetzen kann.

Fazit:
All das macht „Finder – Brandmal“ eher zu einem netten Gimmick für Fans der Mangareihe von Yamane Ayano, insbesondere für diejenigen, die mehr über Feilong erfahren wollen. Dennoch sollte man nicht zu viel erwarten – „Brandmal“ ist eine Novel und damit leider eher unterdurchschnittlich, wenn man normale Romane gewöhnt ist. Ai Satokos Stil ist zwar flüssig, aber gewöhnungsbedürftig und lässt sich nur schwer lesen. Zusammen mit den vielen Wiederholungen, den Rückblenden, den Infodumps und den nicht nachvollziehbar handelnden Charakteren, ist „Finder – Brandmal“ eher etwas für Hardcore Fans. Interessierte Leser sollten auf jeden Fall vorab einen Blick hineinwerfen und ggf. auf richtige Gay Romane ausweichen. Gute gibt es auf dem deutschen Markt, zur Zeit, mehr als genug.

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[ROMAN] Nightrunner 7 – Shards of Time von Lynn Flewelling

 

Autor: Lynn Flewelling
Taschenbuch: 432 Seiten
ISBN-13: 978-0345522313
Preis: 5,80 EUR

Story: 

Die bespukte Insel Kouros, fällt nach dem Sieg Skalas über Plenimar an das skalanische Königshaus zurück und ein entsandter Gouverneur soll den alten Palast der Insel für die Königin vorbereiten. Allerdings kommt es schon bald zu einem blutigen Zwischenfall, als der Abgesandte und seine Frau förmlich zerfetzt werden. Die Inselbewohner sprechen von Geistern; Königin Elani entsendet ihre Tante Klia, sowie den Magier Thero und die Nightrunner Seregil, Alec und Micum nach Kouros, um die Vorfälle zu untersuchen.

Doch die Gruppe stolpert nicht nur über Geister, Legenden und sonderbare Vorfälle, sondern stößt auch auf ein dunkles Geheimnis, das fast ein Jahrtausend zurückliegt. Ein Dyrmagnos namens Rhazat, eine extrem mächtige, nahezu unbesiegbare Necromantin, wurde mitsamt einer Stadt auf eine andere Ebene verbannt, und droht sich erneut Zugang in die reale Welt zu verschaffen. Dafür entführt sie Klia, die Einzige, die das alte Siegel endgültig brechen kann und lediglich Alec und Mika, Theros junger Lehrling, sind in der Lage in die Ebene der Verbannten zu wechseln. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, in der sich die Vorfälle zu wiederholen scheinen, die einst Nysander das leben kosteten …

Eigene Meinung:

Mit „Shards of Time“ beendet Lynn Flewelling vorerst ihre Nightrunner-Serie. Im Nachwort machte die Autorin deutlich, dass sie in absehbarer Zukunft keine weiteren Romane zu der Serie plane, die sie Anfang der 80er Jahre entwarf und deren erster Band „Luck in the Shadows“ 1996 erschien. Lediglich Kurzgeschichten könnten folgen, doch auch hier drückt sich Lynn Flewelling eher vage aus.

Für ihr großes Finale geht Lynn Flewelling noch einmal in die Vollen und entspinnt ein sehr schönes, spannendes und actiongeladenes Abenteuer, dem es sogar gelingt den Bogen zu den ersten beiden Bänden zu schlagen und auf angenehme Art und Weise an den Anfang der Reihe zu entsinnen. Einmal mehr müssen sich Seregil, Alec und Co einem Dyrmagnos stellen, dieses Mal baut Lynn Flewelling die Geschichte jedoch gänzlich anders auf und gibt den Figuren neue Möglichkeiten. Zudem verwendet sie eine interessante Hintergrundidee, die Rollenspielern nicht gänzlich neu sein dürfte. Das Konzept der Ebenen ist spätestens seit „Dungeons & Dragons Planscape“ nichts Neues mehr – wer „Ravenloft“ kennt, wird durchaus die ein oder andere Parallele finden. Nichtsdestotrotz webt Lynn Flewelling einige neue Ideen mit hinein und entwirft durchaus etwas Neues. Es macht Spaß die Charaktere zu begleiten und ihre Nachforschungen und Pläne mitzuverfolgen.

Neben der komplexen, sehr spannenden Story können auch die Charaktere überzeugen. Lynn Flewelling erlaubt jeder liebgewonnenen Figur eine längere Abschiedsvorstellung: Seregil und Alec sind natürlich an erster Stelle zu nennen, aber auch Thero, Micum und Klia wissen zu glänzen. Mit dem jungen Mika, der am Ende des 6. Bandes „Casket of Souls“ auftaucht, erschafft die Autorin einen weiteren, sehr sympathischen Charakter und einige neue Figuren, die bisher noch gar nicht auftauchten.
Wer glaubt, dass Seregil als ursprünglicher Hauptcharakter im Zentrum steht, irrt sich. Zwar ist er noch wichtig und hat einiges zu überstehen, doch dieses Mal steht er nicht gänzlich an erster Stelle. Stattdessen rücken Alec und Mika ins Zentrum des Geschehens, sind sie doch maßgeblich für die Aufklärung der Hintergründe verantwortlich, da nur sie problemfrei in Rhazats Ebene wechseln können. Das mag zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, doch mit der Zeit ist es ganz angenehm, dass erstmals Alec eine Aufgabe übernimmt, bei der ihm sein Geliebter nicht helfen kann. Es stärkt seine Persönlichkeit und er kommt noch mehr als gleichberechtigter Partner herüber, etwas was Lynn Flewelling in der vorherigen Büchern nie komplett gelungen ist.
Auch Klia und Thero bekommen mehr Raum, um sich zu entwickeln und sind wichtige Handlungsträger. Sie sind in mehr als einer Hinsicht Seregil und Alec ebenbürtig und es macht Spaß das junge Paar auf ihrem Weg zu begleiten. Insbesondere Thero, der sich von griesgrämigen und kühlen Lehrling zu einem wahren und mitfühlenden Magier entwickelt hat, ist eine tolle Figur, die definitiv Lust auf mehr macht.

Die Welt, in der „Shards of Time“ spielt, ist wie nicht anders zu erwarten: bunt, lebendig und sehr authentisch. Lynn Flewelling hatte über 30 Jahre Zeit ihre Fantasywelt auszubauen und mit Leben zu erfüllen und mit zwei Romanserien („Nightrunner“ und „Tamír Triad“) zu präsentieren, was insgesamt 10 Romanen entspricht. Dies spiegelt sich deutlich in der Landschaft, der Religion und der Gesellschaft der Länder wieder. Alles ist bis ins kleinste Detail durchdacht und in sich schlüssig, so dass es Spaß macht in die Welt der Nightrunner abzutauchen.

Auch stilistisch weiß Lynn Flewelling zu überzeugen. Ihr detailverliebter Stil sorgt dafür, dass man sich Kouros bildlich vorstellen kann und auch die Actionszenen sind sehr gut geschrieben. Trotz der kontinuierlichen Spannung, die aufgebaut wird, spart sie nicht mit der ein oder anderen witzigen, lockeren Szene, die niemals aufgesetzt wirkt, sondern wirklich gut zum Gesamtgeschehen und vor allem zu den Charakteren passt. Es macht einfach Spaß die Geschichte zu lesen und es fällt gerade zum Ende hin schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Fazit:

Mit „Shards of Time“ endet vorerst die wundervolle Fantasy-Reihe „Nightrunner“ von Lynn Flewelling. Im großen Finale gelingt es der Autorin nicht nur eine spannende, actingeladene Geschichte zu erzielen, und ihren wichtigsten Charakteren eine würdige Abschiedsvorstellung zu geben, sie schlägt sogar den Bogen zu den ersten beiden Bänden zurück, indem sie den Helden einen ganz ähnlichen Gegner wie damals vorsetzt. Trotz der leichten Parallelen zu „Planscapes“ ist „Shards of Time“ ein Fest für Fantasyfans und diejenigen, die Seregil, Alec und Co lieben. Man beendet den Roman mit einem lachenden und einem weinenden Auge – Lynn Flewelling ist zwar ein sehr schöner, spannender und würdiger Abschluss gelungen, doch man wird die Figuren, die Welt und die Abenteuer der „Nightrunner“ vermissen.

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[MANGA] Tiger Kiss von Saeko Kamon

Autor: Saeko Kamon
Taschenbuch: 178 Seiten
ISBN-13: 978-3770482542
Preis: 7,50 EUR

Story: 
Toshiaki Kuniba ist Jurastudent im dritten Semester und schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Als seine finanzielle Situation immer schlimmer wird, schlägt ihm sein bester Freund Morioka vor, seinem Cousin Aki Kurusu Nachhilfe zu geben. Leider ist Kurusu ein echter Frauenheld, schert sich wenig um sein Jurastudium, da er normalerweise mit dem Geld seiner Familie die Abschlüsse kauft und hat eine akute Männerallergie, da er Männern absolut kein Vertrauen schenken kann. Kunibas Ehrgeiz ist geweckt und er beginnt nach und nach zu dem seltsamen jungen Mann durchzudringen. Dieser sieht seinen neuen Nachhilfelehrer zunächst als Gräuel, doch schon bald entwickelt er ein gesteigertes Interesse an Kuniba. Als die beiden kurze Zeit später miteinander schlafen und Kurusu anschließend nicht mehr von Kunibas Seite weichen will, weiß dieser nicht mehr wo ihm der Kopf steht, da er mit dem plötzlichen Interesse von Kurusu nur wenig anfangen kann …

Eigene Meinung:

Der Einzelband „Tiger Kiss“ stammt von der Mangaka Saeko Kamon, die in Deutschland bereits durch ihren Boys Love Manga „Royal Fiancé“ bekannt ist.

Die Geschichte ist ein wenig seltsam, unausgegoren und in sich unlogisch. Wirklich viel Handlung findet der geneigte Boys Love Fan nicht, zumal das Geschehen eher in die absurde Richtung geht und daher für den Leser schwer nachvollziehbar ist. Insbesondere die Idee mit der Männerallergie ist schon sehr weit hergeholt, die Tatsache, dass Kurusu seine Abscheu Kuniba gegenüber binnen weniger Seiten überwindet, wirkt noch unglaubwürdiger. Dass die beiden in nahezu jedem Kapitel miteinander ins Bett fallen, wirkt übertrieben und passt nicht so recht zum Gesamtbild des Mangas. Insgesamt liest sich „Tiger Kiss“ daher eher schleppend und es fällt dem Leser schwer sich wirklich auf die Geschichte einzulassen.

Neben der schwachen Geschichte können auch die Figuren nicht überzeugen. Stereotyp und leicht vorhersehbar kommen sowohl Kurusu, als auch Kuniba daher. Da Kurusus Männerallergie zwar noch nicht gänzlich verschwunden ist, aber gegenüber Kuniba nach wenigen Seiten verschwunden ist, nimmt der Geschichte ihren Reiz. Es geht einfach zu schnell und bringt einem die Charaktere nicht wirklich näher. So bleiben sowohl Kurusu, als auch sein Nachhilfelehrer sehr blass und nichtssagend. Man vergisst sie und den Inhalt des Mangas relativ schnell.

Zeichnerisch ist „Tiger Kiss“ gelungen. Saeko Kamon hat einen sehr ausgearbeiteten, qualitativ hochwertigen Stil. Es macht Spaß den Manga anzusehen, wenngleich der Schwerpunkt der Zeichnerin eindeutig auf den Figuren liegt. So findet man Hintergründe eher selten, stattdessen gibt es unzählige Panele, in denen nur die Gesichter der Charaktere zu sehen sind.

Fazit:
Alles in allem ist „Tiger Kiss“ eher unterdurchschnittliche Boys Love Kost und nur Fans der Zeichnerin zu empfehlen. Weder Handlung noch Charaktere können überzeugen und hinterlassen keinen nennenswert tieferen Eindruck. Stattdessen vergisst man den Manga schnell, nachdem man ihn gelesen hat und erinnert sich eher an die Zeichnungen, die hübsch anzusehen und optisch durchaus ansprechend sind.
Boys Love Fans sollten im Vorfeld einen Blick riskieren, doch insgesamt ist der Manga kein Muss fürs Buchregal. Da tummeln sich andere Vertreter des Genres auf dem Markt, die inhaltlich und zeichnerisch besser sind, als „Tiger Kiss“.

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Blogger schenken Lesefreude – Auslosung

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Hallo ihr Lieben,

fast 20 Leute haben sich um das Buch beworben und mir einige tolle Buchtipps genannt – ich freue mich schon darauf den ein oder anderen zu kaufen und zu lesen. Vielen Dank schon mal an dieser Stelle an alle, die teilgenommen haben, und jetzt kommen ich natürlich zur Auswertung – darauf wartet ihr alle schließlich am meisten. Wie viele Blogs habe ich für die Auswertung Random.org genutzt und folgende Nummer hat schließlich gewonnen:

staubDer 15. Kommentar stammt von:

gewinner_staub

Sandra Black

Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle von mir! Bitte melde dich in den nächsten Tagen bei mir – ich werde das Buch so schnell wie möglich verschicken.

Alle anderen, die es nicht geschafft haben: Tut mir Leid, dass es dieses Mal nicht geklappt hat. Haltet einfach in Zukunft mal die Augen offen und schaut immer wieder mal auf Like a Dream vorbei – diese Aktion wird nicht das letzte Gewinnspiel auf diesem Blog sein. Ich habe noch einige schöne Bücher in petto 😀

Liebe Grüße,
Juliane