[ROMAN] Eine Woche für die Ewigkeit von Nina LaCour und David Levithan

Autor: Nina LaCour / David Levithan
Hardcover: 280 Seiten
ISBN: 978-3-551-58362-8
Preis: 11,99 EUR (eBook) / 16,99 EUR (Hardcover)
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Story:
Ein ganzes Schuljahr lange sitzen Mark und Kate in Mathe nebeneinander – doch wirklich kennen tun sie sich nicht. Erst als die beiden zu Beginn der Pride Week San Franciscos in einer Gay Bar übereinander stolpern, ändert sich das, denn beide haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Kate ist auf der Flucht vor einem Date mit Violet, die sie schon ewig anhimmelt und zum ersten Mal treffen kann, Mark möchte seinen besten Freund Ryan für sich gewinnen, muss jedoch miterleben, wie dieser mit einem anderen Kerl anbandelt. Für beide bricht eine Woche voller Höhen und Tiefen an, die sie zusammenschweißt und ihnen zeigt, was wahre Freundschaft bedeutet …

Eigene Meinung:
„Eine Woche für die Ewigkeit“ stammt von Nina LaCour und David Levithan, die beide keine unbekannten Größen auf dem amerikanischen Jugendbuchmarkt sind. Ganz besonders David Levithan hat sich in das Herz tausender Leser geschrieben und ist gerade für seine Bücher „Two Boys Kissing“ und „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ bekannt, in denen er immer LGBT-Themen einbaut. Auch Nina LaCour ist in diesem Genre aktiv und hat bereits mehrere Jugendbücher geschrieben. Gemeinsam erschaffen sie ein gut lesbares, lockerleichtes Buch über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und den Mut zur Veränderung …

Die Perspektive der Geschichte wechselt zwischen Kate und Mark, so dass man sich sehr gut in beide Figuren hineinversetzen kann – Kate ist in die junge Artistin Violet verliebt, die sich in San Francisco niederlässt und durchaus daran interessiert ist, das schüchterne Mädchen kennenzulernen. Dass diese kurz vor dem Ziel Panik bekommt und davonläuft sorgt für erste Turbulenzen, denn Kate tut sich schwer damit, etwas bis zum Ende durchzuziehen und dem Schicksal die Stirn zu bieten. Mark wiederrum ist in seinen besten Freund Ryan verliebt, dem er durchaus schon nähergekommen ist – allerdings nur im Geheimen. Ryan ahnt nichts von den Gefühlen seines Freundes und nutzt die Pride Week, um seinerseits Männer kennenzulernen und mit einem jungen Dichter anzubandeln. Für Mark eine sehr schwierige Situation, die ihn schier verzweifeln lässt.
All das passiert während der Pride Week, was ein recht kurzer Zeitrahmen ist, in dem sowohl Kates als auch Marks Leben auf den Kopf gestellt wird. Dementsprechend werden einige Themen fast ein wenig zu schnell abgehandelt, gerade Marks, der sich mit Ryans Entscheidung abfinden muss. Sicherlich bietet das Buch Platz für Spekulationen und auch eine Fortsetzung, doch insgesamt hätte man den Charakteren ein wenig mehr Zeit gewünscht, um sich zu entwickeln. Dennoch muss man an dieser Stelle hervorheben, dass es toll ist ein Jugendbuch mit einem lesbischen und einem schwulen Plot zu lesen – bisher hatte man entweder rein schwule oder rein lesbischen Geschichten angeboten bekommen.

Die Figuren sind gut durchdacht, handeln logisch und sind authentisch. Sowohl Kate mit ihrer Unsicherheit und den Barrieren, die sie sich selbst auferlegt, als auch Mark mit seinen Sorgen und Problemen kann man sehr gut nachvollziehen. Beide durchleben eine Wandlung, müssen sich selbst erkennen und wichtige Entscheidungen treffen, die sich auf ihr Leben auswirken. Dabei bauen sie aufeinander, denn sie begleiten einander durch die Höhen und Tiefen der Woche hindurch, obwohl sie sich im Grunde kaum kennen. Sie bauen eine intensive, offene Freundschaft zueinander auf und kommen einander näher, als den Menschen, die sie mehrere Jahre lang begleitet haben.
Auch die Nebenfiguren wirken sehr realistisch und in sich schlüssig – Violet mag man bereits nach wenigen Seiten, Ryan hat dafür länger zu kämpfen, doch man kann seine Beweggründe ebenfalls sehr gut nachvollziehen, als dieser sie endlich äußert. Kates Freundin Lehna versteht man ebenfalls erst zum Ende hin, denn bei ihr verhält es sich ähnlich wie mit Ryan.

Stilistisch gibt es an „Eine Woche für die Ewigkeit“ wenig zu bemängeln. Beide Autoren haben einen lockerleichten Stil, der dafür sorgt, dass man schnell in die Geschichte eintauchen kann. Man springt zwischen Mark und Kate hin und her, die die Ereignisse aus jeweils ihrer Sicht erzählen Dabei schreibt David Levithan natürlich die Kapitel aus Sicht des schwulen Mark, Nina LaCour übernimmt die Perspektive der lesbischen Kate. Die Kapitel lesen sich hierbei wie aus einem Guss, so dass man nicht stolpert oder ins Schwimmen kommt.

Fazit:
„Eine Woche für die Ewigkeit“ bietet lockerleichte Unterhaltung gewürzt mit Drama, Herzschmerz und wahrer Freundschaft. Nina LaCour und David Levithan haben ein lesenswertes Jugendbuch erschaffen, dass durch authentische Charaktere und einer jugendgerechten Sprache besticht. Die Geschichte wirkt zwar ein wenig kurz, weil sich alles innerhalb der Pride Week abspielt, doch der Roman weiß zu unterhalten und lässt den Leser mit den jungen Helden mitfiebern. Wer auf der Suche nach sommerlich leichter Jugendliteratur mit queeren Hauptfiguren ist, sollte sich „Eine Woche“ für die Ewigkeit nicht entgehen lassen. Zu empfehlen.

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[ROMAN] Failed 1 von Chris P. Rolls

Autor: Chris P. Rolls
Taschenbuch: 240 Seiten
ISBN: 978-1544010564
Preis: 3,99 EUR (eBook) / 9,00 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Als Kaninchengestaltwandler hat es Louis Bauer schwer sich in der Shifter-Community Respekt zu verschaffen und zu zeigen, was er wirklich kann. Während die Raubtiere und Fleischfresser die spannenden, gefährlichen Missionen abbekommen, muss sich Louis als Pflanzenfresser mit vorab-Ermittlungen, Diebstählen und Einbrüchen begnügen. Seitdem sein ehemaliger Partner und Liebhaber bei einer derartigen Mission einem Wolfswandler zum Opfer fiel, der sein Tier nicht unter Kontrolle hatte, hasst er kollektiv alle Raubtiere. Umso schwerer wird es für ihn, als er das Angebot bekommt, der geheimen Organisation „Failed“ bekommt, unerklärliche Fälle aufzuklären, die bis in die höchsten Ebenen der Shifter-Community reichen. IN diesem Zusammenhang bekommt er einen neuen Partnerzugeteilt: Cosmo. Dieser ist nicht nur ein Raubtier, er sieht auch noch teuflisch gut aus und bringt Louis gehörig aus dem Gleichgewicht …

Eigene Meinung:
Die Autorin Chris P. Rolls zählt zu den bekanntesten Autoren des Gay Romance Genres. Mit ihren teils sehr erotischen Büchern (u.a. der „Irgendwie“-Reihe, „Die Anderen“, „Mecklenburger Winter“ und „Shilsas“) hat sie sich eine breite Fanbase aufgebaut. „Failed“ ist ihr erster Versuch im populären Gestaltwandler-Genre und hebt sich allein durch die Tatsache, dass sie sich nicht nur auf die klassischen Raubtiere beschränkt, angenehm aus der breiten Masse heraus.

„Failed“ bietet eine gelungene Mischung aus Action, Spannung und Romantik. Die Geheimnisse und Taten des Pharmaziekonzerns „Better World“, die auch höchsten Ebenen der Shifter Force betreffen, die grausamen Testreihen, die Wandler weltweit in Gefahr bringen und ein paar größenwahnsinnige Gegner sorgen für Spannung und bieten einen tollen Einblick in Chris P. Rolls Welt. Es gibt nicht nur die klassischen Wölfe, Bären und Raubkatzen, die als Gestaltwandler unter uns wandeln, sondern nahezu jedes Tier – von der Maus bis hin zum Elefanten. Die Shifter-Community wird lediglich in Kategorien eingeteilt: Raubtiere/Fleischfresser (Kategorie 1), Allesfresser (Kategorie 2) und Pflanzenfresser (Kategorie 3). Natürlich sind die Raubtiere die Top-Agenten, die für gefährliche Einsätze in Betracht kommen, während die anderen Agenten lediglich die Vorarbeit leisten, was zu einer massiven Diskriminierung führt.
Die geheime Truppe Failed, die unter dem Kojoten Trevorian agiert und es sich zur Aufgabe gemacht hat, Fälle zu lösen, die hochrangige Shifter betreffen und von sonst niemandem übernommen werden können. Das Team besteht aus einer bunten Mischung Shifter, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie sind Duowandler, sprich sie tragen mehrere Tiere in sich.

Die Geschichte wird durch einen ungewöhnlichen Hauptcharakter vorangetrieben, denn Louis Bauer mag ein Kaninchen sein, doch er weiß zu kämpfen und lässt sich von Raubtieren nicht ins Bockshorn jagen. Er ist scharfzüngig und nimmt kein Blatt vor den Mund, ganz besonders wenn es darum geht Agenten der Kategorie 3 (Pflanzenfresser) zu verteidigen oder auf die Missstände hinzuweisen, unter denen sie zu leiden haben. Zudem arbeitet er sehr unkonventionell und lässt die Regeln gern außen vor, wenn es darum geht sein Ziel zu erreichen. Mit dem ruhigen, eher introvertierten Cosmo, der ein ganz besonderer Wandler ist, hat Louis einen perfekten Partner gefunden. Aufgewachsen auf einer Insel, Opfer einiger unschöner Experimente, muss Cosmo erst einmal herausfinden, was das Leben zu bieten hat. Zudem hat er keinerlei praktische Erfahrungen – ein weiterer Grund weswegen Louis angeworben wird: er soll Cosmo anleiten und anlernen, nicht nur bei Missionen, sondern auch in anderen Dingen.
Auch die übrigen Figuren sind spannend und individuell, ganz besonders Trevorian, der viele Geheimnisse hat und nicht ganz das ist, was er zu sein scheint. Hoffentlich erfährt man in der Fortsetzung mehr – Band 2 soll bereits in den Startlöchern stehen. Dann erfährt man hoffentlich mehr über die anderen Teammitglieder und erlebt sie in Aktion, denn es ist schade, dass die übrigen Agenten von „Failed“ bei den Missionen nicht mitmischen.

Stilistisch bietet Chris P. Rolls gewohnt solide, gut geschriebene Kost. Man ist schnell in der Handlung und kann nur schwer unterbrechen, denn die Geschichte um Louis, Cosmo und ihren Freunden ist spannend und mitreißend. Die Dialoge sind toll umgesetzt, die Beschreibungen lassen die Orte lebendig werden und Fans expliziter Szenen kommen ebenfalls auf ihre Kosten, denn Louis und Cosmo können nur schwer die Finger voneinander lassen.

Fazit:
Mit „Failed“ legt Chris P. Rolls den gelungenen Auftakt einer unkonventionellen Gestaltwandler-Reihe vor, die durch tolle, sympathische Charaktere, eine spannende Rahmenhandlung und einen soliden, flüssigen Schreibstil besticht. Wer Gestaltwandler mag und das Thema nicht bierernst nimmt (sprich nur Raubtiere als Helden akzeptiert), sollte „Failed“ lesen. Es bietet eine vergnügliche Abwechslung zum üblichen Genre-Einheitsbrei und macht Lust auf mehr. Zu empfehlen.

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[ROMAN] Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag

Autorin: Anne Freytag
Taschenbuch: 400 Seiten
ISBN: 978-3-453-27103-6
Preis: 11,99 EUR (eBook) / 14,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Kurz vor dem Abitur muss sich die 17-jährige Sophie vollkommen neu orientieren: gemeinsam mit ihrem Vater zieht sie nach München, da dieser in Lena seine große Liebe gefunden hat. Plötzlich hat Sophie eine Mutter, zwei Brüder einen Hund und ein riesiges Zimmer in einem großen Haus. Für sie ein blanker Albtraum, da sie einfach nur zurück nach Hamburg und keine neue Familie haben will. Erst als sie das Nachbarsmädchen Alex kennenlernt, ändert sich nach und nach ihr Leben – ganz besonders, als aus der Freundschaft mehr wird und die beiden schließlich zwei unbeschwerte Wochen zusammen verbringen. Doch Alex hat einen Freund und ringt mit sich, den nächsten Schritt zu gehen, ebenso wie Sophie, die Angst davor hat, Alex vor die Wahl zu stellen …

Eigene Meinung:
Mit „Den Mund voll ungesagter Dinge“ wagt sich Anne Freytag nach dem hochgelobten und prämierten Jugendbuch „Mein bester letzter Sommer“ an eine lesbische Liebesgeschichte nebst den typischen jugendlichen Problemen. Unter Ally Taylor ist die Autorin auch im Erotik-Genre unterwegs und schreibt Romane für Erwachsene – unter Anne Freytag findet man eher Liebesgeschichten für jüngere Leser. Das vorliegende Buch erschien bei Heyne und ist eines der wenigen Jugendbücher großer Verlage, in denen es um die Liebe zwischen zwei Mädchen geht.

Die Geschichte bietet grundsätzlich nichts Neues und kommt mit den üblichen Bausteinen daher: Umzug in eine fremde Stadt, neue Familie, Schule und Mitschüler und daraus resultierend eine Menge Probleme. Sophie fühlt sich von ihrem Vater unverstanden, von ihrem Freund Lukas allein gelassen (dieser verliebte sich in eine junge Französin und zog nach Paris) und hadert mit ihrer neuen Familie, ganz gleich wie aufmerksam gerade ihre Mutter ist. Sie befindet sich in vielen Punkten im Umbruch, weswegen sie oftmals ein wenig launisch daherkommt und nicht immer Sympathieträgerin ist (wie sie sogar in einer Szene selbst feststellt). Als sie Alex kennenlernt und sich nach und nach mehr als Freundschaft zwischen den beiden Mädchen entspinnt, ist sie überfordert, stürzt sich aber in die geheime Beziehung, ohne die Probleme und Konsequenzen wirklich zu bedenken.
Anne Freytag legt ein wunderschönes, sensibles Jugendbuch vor und setzt zwei junge Mädchen ins Zentrum, die realistischer nicht sein könnten. Sie haben ihre Ecken und Kanten, sind keine strahlenden Heldinnen und machen sich keine Gedanken über ein Coming-Out. Genau dieser Punkt wird auf angenehme Art und Weise ausgeklammert, denn Sophie macht sich nur ganz am Rande Gedanken darüber, ob sie lesbisch ist, oder ob sie sich einfach nur zufällig in ein Mädchen verliebt hat. Es gibt kein endloses Hin und Her hinsichtlich der sexuellen Orientierung, sondern einfach nur eine Liebe zwischen zwei Mädchen, die sowohl Alex als auch Sophie auf Trab hält.

Die Autorin beschreibt Sophies Gedanken und Gefühle hautnah und lässt sich Zeit die beiden Mädchen zusammenzubringen. Dabei steht immer Sophie im Mittelpunkt, da man die Geschichte aus ihrer Perspektive liest. Man begleitet sie nach München, lernt ihre neue Familie kennen und erfährt nach und nach mehr über sie. Erst ganz am Ende bekommt man einen Einblick in Alex‘ Gedankenwelt – nüchtern, klar und direkt.

Die Figuren sind sehr authentisch und realistisch. Man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und sich leicht mit ihnen und ihren Problemen identifizieren. Die Tatsache, dass sie nicht perfekt sind und Sophie mitunter sehr zickig ist, sorgt dafür, dass sie dem Leser realer vorkommt, als sei sie aus Fleisch und Blut. Auch Alex ist nicht immer sympathisch, doch auch ihr kommt man sehr nah.
Die Nebenfiguren sind ebenfalls sympathisch, allen voran Lena, die das Gegenteil der bösen Stiefmutter ist und eine durch und durch angenehme Art hat, mit ihrer neuen Tochter umzugehen. Auch ihre Söhne sind klasse – man schließt sie schnell ins Herz. Clemens und Nik wirken sehr oberflächlich, als hätten sie nur Interesse daran, Sophie respektive Alex ins Bett zu kriegen. Leider fehlt ihnen ein wenig der Tiefgang, dabei gab es bei Clemens zumindest ein paar Andeutungen. Das ist fast ein wenig schade.

Die Autorin hat einen angenehmen, sehr stimmungsvollen Stil, der gut zu Sophie und ihren Gedanken passt. Ihr gelingt es, die Stimme der heutigen Jugend zu treffen und das Thema gleichzeitig auf bekannte und erfrischend neue Art und Weise zu präsentieren. Obwohl es eine Liebesgeschichte ist, ist „Den Mund voll ungesagter Dinge“ nicht kitschig, und die Autorin nimmt auch kein Blatt vor den Mund, als es zwischen den Mädchen expliziter zur Sache geht. Bleibt zu hoffen, dass sie sich irgendwann noch einmal in die queere Richtung wagt – sie hat eine tolle Sprache, um die Thematik für Jugendliche passend zu verpacken.

Fazit:
„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist ein tolles lesbisches Jugendbuch, das durch authentische, sehr realistische Charaktere, eine sehr intensive Liebesgeschichte und eine tolle sprachliche Umsetzung besticht. Wer auf der Suche nach einem lesbischen Jugendbuch ist, bekommt mit Anne Freytag zweitem Jugendbuch ein gelungenes Werk, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Bleibt zu hoffen, dass Verlage nachziehen und queeren Geschichten die Türen öffnen – es wäre wünschenswert mehr im Buchhandel mehr Bücher wie „Den Mund voll ungesagter Dinge“ zu finden. Sehr zu empfehlen.

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[ROMAN] Bulls Eye – Mitten ins Herz von Bianca Nias

Autorin: Bianca Nias
Taschenbuch: 312 Seiten
ISBN: 978-3945934630
Preis: 5,99 EUR (eBook) / 12,95 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Der neunzehnjährige Wesley ist der aufstrebende Star des Dart-Sports und kann auf ein sehr bewegtes, Leben zurückblicken, das er vor allem von seinen Schattenseiten kennen gelernt hat. Sein Glück ist perfekt, als er während eines Turniers den Studenten Björn kennenlernt, sich in diesen verliebt und dieser Wesleys Gefühle aufrichtig erwidert werden. Als der Journalist Jens dem jungen Dart-Spieler vorschlägt, seine Beziehung öffentlich zu machen, ahnt niemand welche Probleme das Coming-Out nach sich zieht – nicht nur entpuppt sich sein Sponsor als äußerst homophob, ein dunkler Schatten aus Wesleys Vergangenheit wird auf ihn aufmerksam und droht das junge Glück zwischen ihm und Björn zu zerstören …

Eigene Meinung:
Die Autorin Bianca Nias ist vor allem durch ihre Gestaltwandler-Romane bekannt, von denen aktuell fünf Bände der „Bruns“-Reihe vorliegen (davon ist einer ein Hetero-Liebesroman), inklusive mehrerer Specials und Kurzgeschichte, sowie der Reihe „Navy Seals“. Mit „Bulls Eye – Mitten ins Herz“, erschienen im deadsoft Verlag, wagt sie sich an einen völlig realistischen Roman mit leichten Krimielementen am Ende und präsentiert dabei einen relativ unbekannten Sport, ist Dart hierzulande doch kaum geläufig.

Die Geschichte beginnt wie eine typische Liebesgeschichte – Wesley begegnet Björn, die beiden sind sich auf Anhieb sympathisch und verlieben sich natürlich binnen weniger Stunden. Anschließend sind die beiden fast nur noch miteinander im Bett, von den einzelnen Dart-Spielen einmal abgesehen, an denen Wesley gegen bekannte Dart-Spieler antreten darf. Über die Hälfte des Buches passiert dementsprechend wenig, was durchaus für Langeweile sorgt und die Spannung nimmt. Wer erotische Szenen und eine ausführliche Beschreibung eines Dart-Spiels mag, dem wird das natürlich gefallen, denn die beiden jungen Männer lassen definitiv nichts anbrennen. Erst als es um Wesleys Vergangenheit geht, nimmt die Handlung an Fahrt auf und bekommt zum Ende hin leicht thrillerhafte Züge an.
Ein wenig störend ist auch die Tatsache, dass es zwischen den beiden so schnell geht – Wesley ist Björns erste Liebe und schon geht er in die Vollen. Auch Wesley spricht bereits nach wenigen Tagen von der großen Liebe, ist bereit sich zu outen und damit seine Karriere auf’s Spiel zu setzen. All das wirkt ein wenig zu hektisch und schnell, da sich die beiden im Grunde kaum kennen und Björn sehr schnell sein Studium unterbricht, um Wesley beizustehen. Das mag in dem Zusammenhang romantisch sein, realistisch ist es mit Sicherheit nur bedingt.

Die Figuren bleiben dem Leser leider recht fremd, obwohl sowohl Wesley als auch Björn eingehend vorgestellt und mit einer ausführlichen Vergangenheit ausgestattet wurden. Dennoch hat man beim Lesen das Gefühl, eine unsichtbare Mauer zwischen sich und den Helden der Geschichte zu haben, die man nicht überwinden kann. Gerade Björn bleibt seltsam blass und trägt zur Rahmenhandlung nur wenig bei. Er ist da und ist Wesleys Partner, aber ansonsten wirkt er fast wie ein Statist. Sein Leben ist fast schon klischeehaft aufgebaut – gutbürgerlich aufgewachsen, zwar geoutet, aber doch versteckt schwul und mit einer erzwungen liberalen Familie gesegnet. Außerdem entwickelt er kaum Eigendynamik, was sehr schade ist. Man hätte eine Menge aus ihm machen können, doch gerade seine Probleme lösen sich am Ende in Luft auf, ohne dass er überhaupt etwas tut. Wesley muss sich da schon mehr ins Zeug legen, um mit seiner Vergangenheit fertig zu werden. Dennoch hat man auch bei ihm den Eindruck, ihm nur schwer nahe zu kommen, obwohl die Geschichte aus seiner Sicht erzählt wird. Vielleicht liegt das an seiner mitunter spröden Art, was gut zu jemandem mit seiner Vergangenheit passt.

Dafür sind die Nebenfiguren sehr sympathisch und laufen den beiden Hauptfiguren fast den Rang ab, allen voran Jens, der nichts anbrennen lässt und sich jedem gutaussehenden Kerl erfolgreich an den Hals wirft. Dass nahezu jeder Kerl in dem Roman schwul ist, befremdet dann aber doch ein wenig.

Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Bianca NIas hat einen sehr sicheren, soliden Schreibstil und sich im Vorfeld viel Gedanken über Dart und die Regeln gemacht. Man erfährt eine Menge über diesen Sport, wie gespielt wird und welche Regeln es gibt. Das ist durchaus spannend, denn es bringt dem Leser diese Sportart näher. Natürlich sind auch die erotischen Szenen sehr ansprechend verpackt – Fans von expliziter Literatur werden an „Bulls Eye“ ihre Freude haben, denn die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund. Auch die Beschreibungen und Dialoge sind passend umgesetzt – man kann sich die Orte und Personen gut vorstellen.

Fazit:
„Bulls Eye – Mitten ins Herz“ ist ein netter Roman für Zwischendurch, der gerade Fans erotischer Gay Romance gefallen dürfte. An Bianca Nias Gestaltwandler reicht er leider nicht heran – dazu ist die Geschichte im ersten Teil zu langatmig und zum Ende hin zu kurz abgehandelt. Auch die Figuren bleiben nicht so sehr in Erinnerung wie die Bruns und wirken bis auf Jens recht blass. Wen das nicht stört und wer Bianca Nias‘ Romane mag, sollte einen Blick in „Bulls Eye“ werfen.

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[ROMAN] Vancouver Love von Corinna Bach

Autorin: Corinna Bach
eBook: 303 Seiten
ASIN: B06XSL6GG7
Preis: 3,99 EUR (eBook)
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Story:
Eigentlich könnte zwischen Polizist Peter und dem First Native Jeremia alles in bester Ordnung sein, wäre da nicht Peters Unfähigkeit und Widerwillen eine wirkliche Beziehung einzugehen. Für Jeremia reicht die unverbindliche Freundschaft Plus jedoch nicht, will er sich mit Peter doch etwas Gemeinsames aufbauen. Just in dem Moment, als Jeremia sich von dem Polizisten trennt, stolpert dieser in das größte Problem seiner Karriere – die junge Native Mary, die er beim Taschendiebstahl erwischt hat, zeigt ihn wegen Vergewaltigung an. Für Peter bedeutet das Suspension und eine Menge Probleme. Da der Vergewaltiger ein Polizist war und Beweismittel verschwinden, ist Peter gezwungen auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei bekommt er Unterstützung von Jeremia, der sich nicht nur Mary helfen will, sondern Peter nicht vergessen kann …

Eigene Meinung:
Mit „Vancouver Love“ erscheint ein weiterer Teil der „Vancouver“-Reihe von Corinna Bach hinter der sich Brunhilde Witthaut verbirgt, die bereits mehrere Veröffentlichungen vorzuweisen hat. Der erste Roman der Reihe („Vancouver Dreams“) erschien noch im Sieben Verlag, Teil 2 („Vancouver Hope“) und 3 kamen bei Ullstein Forever als eBook heraus. Leser der ersten beiden Bände werden sowohl Liam und Zac, als auch Oliver und Ethan treffen, denn die Figuren tauchen am Rande von „Vancouver Love“ ebenfalls auf.

Die Geschichte dreht sich zum einen um die Beziehung zwischen Peter und Jeremia, die einander zwar lieben, jedoch eine unterschiedliche Auffassung von Beziehung haben und natürlich um Marys Anzeige und die Vergewaltigung. Hinzu kommen noch einige Nebenplots wie Peters streitsüchtiger Vater, der seinem Sohn das Leben zur Hölle macht und der Rassismus gegen Natives, der sich vor allem in Kleinigkeiten zeigt. Die Autorin verknüpft all diese Punkte zu einer gut durchdachten und ausgewogenen Handlung, die den Leser von der ersten Seite an fesselt. Gerade die Probleme der Natives sind sehr gut umgesetzt und weisen auf ein Thema hin, das leider noch immer aktuell ist (man muss sich nur mal die Hintergründe zum Highway of Tears ansehen …). Gut eingebaut wurden auch Peters traumatische Erlebnisse in seiner Kindheit in Bezug auf seine Unfähigkeit sich auf eine Beziehung mit Jeremia einzulassen. Nichtsdestotrotz muss man auf romantische und erotische Szenen nicht verzichten, denn Corinna Bach nimmt sich genügend Zeit, die beiden gänzlich unterschiedlichen Charaktere Stück um Stück wieder zusammenzuführen.

Ein großer Pluspunkt sind die lebendigen Charaktere – gerade Peter ist sehr gut ausarbeitet und gerade durch seine Fehler und Schwächen sehr sympathisch. Man kann sich sehr gut in ihn hineinversetzen und versteht, warum er Angst vor eine festen Bindung hat. Auch Jeremia steht ihm in nichts nach, wenngleich er ab und zu fast zu perfekt wirkt. Doch das passt, da er im Gegensatz zu Peter seine Mitte gefunden hat und nicht so leicht aus dem Konzept gebracht werden kann. Sein Kontakt zur Geisterwelt hilft ihm zudem dabei eine Entscheidung zu treffen, ebenso ist er, wie die meisten Natives, sehr naturverbunden. Mary tangiert irgendwo dazwischen – sie wirkt ziemlich haltlos und versucht als Native in der „Welt der Weißen“ zu überleben und sich selbst zu helfen (weswegen sie Peter letztendlich anzeigt). Sie ist haltlos, einsam, mitunter etwas biestig, aber sie hat dafür auch alle Gründe. Schön ist es bekannten Gesichtern zu begegnen, wobei nur Liam aus „Vancouver Dreams“ einen größeren Part einnimmt, da er Mary in seinem Jugendwohnheim aufnimmt.

Stilistisch gibt es nichts zu beanstanden – Corinna Bach hat einen sehr routinierten, flüssigen Stil. Man merkt, dass sie im Buchgeschäft ein alter Hase ist und schon etliche Veröffentlichungen vorzuweisen hat. So sind die Beschreibungen von Vancouver sehr lebendig und mitreißend (man hat durchaus das Gefühl durch die einzelnen Viertel zu wandern), ebenso die Darstellung und Dialoge der Charaktere. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Peter und Jeremia, so dass man beide Hauptfiguren kennenlernen und sich mit ihnen identifizieren kann. Es macht Spaß Peter und Jeremia zu begleiten und gemeinsam mit ihnen auf Verbrecherjagd zu gehen.

Fazit:
„Vancouver Love“ ist ein schöner Gay Romance mit einer ordentlichen Portion Krimi (wenngleich der Fokus nicht so stark auf dem Fall liegt, wie man es bei ihren Gay Krimis („Claude Bocquillon“) gewöhnt ist. Nichtsdestotrotz macht die Geschichte von Peter und Jeremia Spaß und Lust auf mehr. Corinna Bach sind starke Persönlichkeiten gelungen, die den Leser schnell gefangen nehmen. In Kombination mit dem schönen Schreibstil erwartet den Leser eine ausgewogene Mischung aus Romantik und Krimi gewürzt mit einem guten Einblick in die Problematik First Nation. Wer Corinna Bachs Romane mag, sollte sich dieses Wer nicht entgehen lassen – sehr zu empfehlen.

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[ROMAN] Eis bricht langsam von Dima von Seelenburg

Autor: Dima von Seelenburg
Taschenbuch: 452 Seiten
ISBN: 978-3959491228
Preis: 6,99 EUR (eBook) / 16,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Beim Ausräumen seines Kellers stolpert Aljoscha über eine alte Kiste, die mit einem E markiert ist. Darin sind Erinnerungsstücke enthalten, die sich um seine erste große Liebe Tobias drehen und den jungen Journalisten gedanklich in die beginnenden 90er Jahre und seine Jugend zurückführen. Er beginnt seine Schulzeit zu rekapitulieren, die Probleme, die seine Homosexualität mit sich brachte und das Glück, das er mit Tobias erlebt hat.

Eigene Meinung:
„Eis bricht langsam“ ist Dimas von Seelenburgs Debüt und erschein im Jugendbuchlabel des Main Verlags. Auf beeindruckende, fesselnde Weise entführt der Autor den Leser in die 90er Jahre zurück und lässt die Zeit der Kassettenrekorder, Bravomagazine und Röhrenfernseher lebendig werden. Gerade wenn man selbst in den 90er Jahren aufgewachsen ist, wird man an seine eigene Jugend erinnert – seien es die Songs, die für Aljoscha eine Rolle spielen oder die Beschreibungen der Umgebung und Jugendlichen.

Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen angesiedelt – ein kleiner Teil spielt in der heutigen Zeit und präsentiert einen erwachsenen Aljoscha, der sich an seine Jugend zurückerinnert und versucht die Vergangenheit komplett Revue passieren zu lassen, der Hauptteil der Handlung spielt in den 90er Jahren, wo Aljoscha 14 beziehungsweise 16 Jahre alt ist. Auf sehr gefühlvolle und angenehme Art und Weise entführt der Autor den Leser in die Geschichte und lässt ihn Aljoscha und seine Freunde näher kennenlernen. Man ist hautnah dabei, als der junge Hauptcharakter sich erstmal mit dem Gedanken befasst schwul zu sein und sich nach und nach der Kioskbesitzerin Lotte anvertraut, die eine enorm wichtige Person in seinem Leben ist. Auch seine Familie lernt man kennen, die in ihrer Art angenehm aus dem Rahmen fallen und wesentlich moderner und toleranter eingestellt sind, als man es von anderen Familien gewohnt ist.
Natürlich steht die sich langsam entwickelte Beziehung zwischen Aljoscha und Tobias im Zentrum der Geschichte, denn die Liebe zwischen den beiden ist für den Hauptcharakter am wichtigsten. Für Aljoscha ist es die erste große Liebe, sprich für Tobias nimmt er alle Probleme in Kauf – Intoleranz, Beleidigungen und natürlich das Coming-Out vor seiner Familie und seinen Freunden. Auch die Schwierigkeiten, die auf die beiden jungen Teenager zurollen, als Tobias‘ Familie von ihrer Beziehung erfährt, ist eines der Hauptthemen von „Eis bricht langsam“. Dima von Seelenburg begleitet seinen Helden durch eine schwierige Zeit und lässt den Leser daran teilhaben.

Die Charaktere wirken authentisch und handeln in sich logisch. Man kann sich sehr gut mit Aljoscha und seinen Problemen identifizieren, da er ein sehr sympathischer Charakter ist. Auch die üblichen Figuren können überzeugen, allen voran Aljoschas beste Freundin Karolin, die Kioskbesitzerin Lotte und Aljoschas niederländische Mutter Inga, die auf herrlich unkomplizierte Art an Dinge herangeht und sich fernab der üblichen Konventionen bewegt. Auch sein Vater Oliver kann zum Ende hin etliche Pluspunkte sammeln, da ohne Kompromisse zu seinem schwulen Sohn steht und dem jungen Glück sogar den Weg ebnet. Zum Ende hin hat man alle Figuren ins Herz geschlossen und kann sie nur schwer ziehen lassen.

Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Dima von Seelenburg hat einen sehr schönen, sicheren Stil, der durch tolle Beschreibungen und stimmungsvolle Dialoge besticht. Die wechselnden Zeitebenen sind für den Leser kein größeres Problem, da der Autor die Szenen des erwachsenen Aljoscha in der Gegenwartsform geschrieben hat, für die jugendliche Sicht des Hauptcharakters die Vergangenheitsform gewählt hat. Einzig die Erinnerungen seines Vaters verwirren beim Lesen und sorgen dafür, dass man ein wenig durcheinander kommt, da sie optisch nicht kenntlich gemacht wurden und sie direkt im Dialog zwischen Aljoscha und seinem Vater eingebaut wurden. So kommt es zu einem Dialog im Dialog, was stilistisch ein wenig ungünstig ist – zum einen kann sich kaum einer an Dialoge erinnern, die über zwanzig Jahre zurückliegen, zum anderen fällt es dem Leser schwer aus dieser doppelten Dialogführung herauszukommen. Hier wäre ein anderes stilistisches Mittel passend gewesen, denn die Erinnerungen von Aljoschas Vater sind wichtig und gehören zum Buch.

Fazit:
Dima von Seelenburg legt ein beeindruckendes, gut lesbares Debüt vor, das nicht nur für Jugendliche geeignet ist, sondern an dem auch Leser ihren Spaß haben werden, die ihre Jugend in den 90er Jahren erlebt haben. Mit Aljoscha ist dem Autor ein sehr schöner, gut nachvollziehbarer Jugendlicher gelungen, der sich mit den typischen Problemen herumschlagen muss – erste Liebe, Coming-Out, Probleme mit Eltern und Freunden. Wirklich etwas Neues bietet „Eis bricht langsam“ nicht, aber das muss ein Jugendbuch, in dem es um einen schwulen Charakter geht auch nicht unbedingt. Dafür macht er die 90er Jahre lebendig und zeigt jugendlichen Lesern wie es damals war (ohne Handy und Internet). Allein das lässt sein Debüt aus der breiten Masse herausstechen und macht „Eis bricht langsam“ so empfehlenswert.

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[LIKE A DREAM] Informationen und Aktionen

Hallo ihr Lieben,

wir die meisten vielleicht schon wissen, ist die erste Auktion vorüber und blieb bei einem Gebot von 61,-€ stehen – ein tolles Ergebnis, wie ich finde. Da ich angekündigt habe, das Geld zu verdoppeln und die Höchstbietende Bianca Nias (die ebenfalls in der Anthologie vertreten ist) den Betrag großzügig aufgerundet hat, kamen insgesamt 150,-€ zugunsten der verfolgten Männern in Tschetschenien zusammen! Das Geld ist bereits als Spende bei „Enough is Enough“ eingetrudelt und wird hoffentlich bald an die entsprechenden russischen Vereine ausgeschüttet. Hier zumindest mein Spendenbeleg – Biancas liegt mir ebenfalls vor 🙂

An dieser Stelle vielen Dank an Bianca Nias, die sage und schreibe 89,-€ für das Paket gespendet hat und dieses nun auf ihrer Facebook Seite verlost, damit es den Lesern zugute kommt. Wer noch immer an dem bunten Paket interessiert ist, sollte sein Glück bei ihr versuchen – vielleicht gehört euch schon bald die Anthologie inkl. Beutel:

Gewinnspiel

Auch sonst gibt es bezüglich der signierten Ausgaben der Anthologie etwas Positives zu vermelden – die Gewinnerin der Geburtstagsgewinnspiels, Melanie Hellmann, hat sich nämlich entschieden ihren Gewinn von uns ebenfalls zugunsten der Spendenaktion „Tschetschenien“ versteigern zu lassen. Aus diesem Grund wird es ihren Gewinn in der kommenden Woche ebenfalls auf eBay zu ersteigern geben – welche Gimmicks dabei sein werden, prüfen wir gerade – wir wollen ein weiteres tolles Paket für euch schnüren.

Eine weitere Neuigkeit gibt es dennoch zu verkünden – getreu dem Motto „Nach der Lesung, ist vor der Lesung“ findet am 24. Mai 2017 eine weitere Anthologielesung statt. Dieses Mal dürfen wir im Rahmen des Vorprogramm des Wiesbadener CSD in der Coffeebar Anderswo im Wiesbadener Westend lesen. Die Lesung startet um 19:30 Uhr, Einlass ist ab 19:00 Uhr. Insgesamt werden 4 Autoren mit von der Partie sein:

  • Tanja Meurer
  • Jannis Plastargias
  • Anna Maske
  • Juliane Seidel

Solltet ihr aus Wiesbaden oder aus der Nähe kommen, schaut vorbei – wir würden uns freuen. Ansonsten haben wir die Anthologie natürlich auch auf dem Wiesbadener CSD am 03.06.2017 am Stand von QUEER gelesen im Gepäck.

Beste Grüße,
Juliane

[ROMAN] Meine Mutter, sein Exmann und ich von T. A. Wegberg

Autor: T. A. Wegberg
Taschenbuch: 256 Seiten
ISBN: 978-3499217593
Preis: 10,99 EUR (eBook) / 12,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Für Joschka bricht eine Welt zusammen, als sich seine Mutter für eine geschlechtsanpassende Operation entscheidet und fortan als Frederik leben will. Während seine Schwester Liska die Entscheidung ihres neuen Vaters akzeptiert, fühlt sich Joschka im Stich gelassen. Kurzerhand zieht er zu seinem Vater und dessen neuer Frau, doch auch dort ist das Leben nicht nur rosig. Erst als Joschka dem stillen Sebastian näherkommt und herausfindet, dass dieser an einer seltenen Krankheit leidet, wird Joschka offener und beginnt sich Stück um Stück zu ändern …

Eigene Meinung:
Der Jugendroman „Meine Mutter, sein Exmann und ich“ stammt aus der Feder T. A. Wegbergs, der sowohl für seine Jugendbücher, als auch für seine Gay Romane bekannt geworden ist. Mit dem vorliegenden Roman wendet er sich erstmals der Thematik Transgender zu, die im Jugendbuchberich bisher nur selten vertreten ist.

Die Geschichte handelt von Joschkas langsamer Wandlung vom leicht homophoben, intoleranten und engstirnigen Jugendlichen zu jemanden, der offener und toleranter durchs Leben geht und im Laufe der Zeit erwachsen wird. Dass gelingt T. A. Wegberg mit ruhigen Tönen und verschiedenen Figuren, die sehr realistisch und authentisch wirken – allen voran Joschka selbst. Er entspricht dem heutigen Jugendlichen in seiner leicht stumpfen Art sehr gut, ganz besonders was seine vorgefasste Meinung anbelangt und seine Angst vor Ablehnung. Joschka richtet sein ganzes Leben nach seinen Freunden, Schulkameraden und fremden Menschen. Ihm ist es enorm wichtig, nicht aus der Reihe zu tanzen und von allen akzeptiert zu werden. Da nimmt er auch in Kauf seinen neuen Vater zu verletzen und diesem die Schuld an seinem verkorksten Leben zu geben, anstatt sich einen Spiegel vorzuhalten. Erst als er Sebastian näher kennenlernt und in der engagierten, toleranten Emma seine große Liebe findet, ändert er sich Stück um Stück. Dies ist sehr glaubhaft beschrieben, denn natürlich sind es nur kleine Dinge, die er bewegt, die sich für ihn aber wie große Schritte anfühlen. Dass Joschka noch einen weiten Weg zu gehen hat, steht außer Frage, doch die ersten Schritte sind am Ende des Buches gemacht.
Nichtsdestotrotz hätte der Autor einige Dinge vertiefen können. Allein die Tatsache, dass zwischen den Kapiteln zeitlich gesprungen wird und mitunter mehrere Wochen ausgeblendet werden, sorgt dafür, dass man immer wieder neu in die Geschichte eintauchen muss und viele Punkte nicht geklärt werden. Zu Beginn sind es eher kleine, unbedeutende Sachen, zum Beispiel die Kommentare und Aktionen von Joschkas Stiefmutter. Im Fortlauf der Handlung häufen sich einige Dinge und man wartet gezielt auf die Auflösung einiger offener Fäden, die jedoch fallen gelassen wurden, weil Joschka sie scheinbar selbst nicht mehr für wichtig erachtet. Ganz besonders die Tatsache, dass die Schlüsselszene zwischen Frederic und Joschka am Ende des Buches relativ kurz abgehandelt wird und die Probleme zwischen den beiden nur oberflächlich behandelt werden, ist extrem schade. Hier hätte man sich einfach eine detailliertere Darstellung und eine bessere Aufarbeitung gewünscht, gerade bei einer solch wichtigen Thematik wie Transsexualität.

Stilistisch hat T. A. Wegberg einen sehr stimmigen, jugendnahen Schreibstil, der der Zielgruppe die Gefühle und Gedanken gut näherbringt und dafür sorgt, dass man sich mit Joschkas Problemen auseinandersetzt. Auch die Beschreibungen von Berlin, inklusive der Buslinien und des Nahverkehrs sein gut eingebaut, so dass man die Stadt auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernt. Der Autor weiß, wie man Dinge in Szene setzt und wie man einen Jugendlichen authentisch und realistisch darstellt, denn Joschka ist zu Beginn kein Sympathieträger und wirkt auch später noch stoffelig und wenig tolerant. Doch so sind viele der Jugendlichen heutzutage, so dass sich gerade diese mit T. A. Wegbergs Charakteren identifizieren dürften und mit Bedacht an die Thematik Transsexualität herangeführt werden, ohne mit Fachbegriffen und moralisch erhobenen Zeigefinger erschlagen zu werden.

Fazit:
„Meine Mutter, sein Exmann und ich“ ist ein gelungenes Jugendbuch von T. A. Wegberg, das die Thematik Transsexualität aufgreift und gut in Szene setzt ohne sich nur auf diese Thematik zu konzentrieren. An einigen Stellen wünscht man sich zwar mehr Tiefgang und eine detailliertere Ausarbeitung der Geschichte, doch die kurzen, sprunghaften Episoden passen gut zum Helden. Gerade Jugendliche, die im selben Alter wie Joschka sind, dürften sich gut mit ihm identifizieren können, da er (und seine Freunde) sehr authentisch wirken und die heutige Jugend widerspiegeln. Wer Jugendbücher aus dem Transgender-Bereich sucht, sollte sich „Meine Mutter, sein Exmann und ich“ auf jeden Fall näher ansehen.

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[LIKE A DREAM] Gewinnspiel Auswertung

Hallo ihr Lieben,

lange musstet ihr auf die Auswertung des Gewinnspiel warten, was an meinem Osterurlaub und QUEER gelesen 2017 lag. Jetzt kann ich aber endlich die Gewinnerin der komplett signierten Ausgabe verkünden, die ich mit meinem „Dice-of-Doom“ ausgewürfelt habe. Insgesamt haben (leider) nur 5 Teilnehmer mitgemacht, weswegen ich jedem ab Platz 2 ein eBook im Wunschformat zukommen lassen möchte. Bitte meldet euch via Mail bei mir (Koriko@gmx.de).

Nun aber zur Gewinnerin der begehrten, seltenen Anthologie:

Herzlichen Glückwunsch, Melanie. Bitte melde dich mit Angabe deiner Adresse bei mir 🙂

Alle anderen haben die Möglichkeit eine signierte Ausgabe inklusive verschiedener Gimmicks (u.a. von 20 Autoren signierter Stoffbeutel von Samenature) bei eBay für einen guten Zweck zu ersteigern. Sämtliche Einnahmen kommen der Spendenaktion „Tschetschenien“ zugute, um Homosexuellen bei ihrer Flucht vor Folter, Verfolgung und Ermordung zu unterstützen.

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Auktion zugunsten Spendenaktion „Tschetschenien“

Hallo ihr Lieben,

um ebenfalls etwas zugunsten Homosexueller in Tschetschenien zu tun (ich denke, jedem ist zu Ohren gekommen, welche unmenschlichen Dinge sich dort ereignen), haben sich die Autoren der Anthologie und die Bar jeder Sicht entschlossen, eine komplett signierte Ausgabe der „Like a Dream“- Anthologie sowie einen von 20 Autoren signierten Stoffbeutel (danke an Sarah Natusch für die tolle Spende) inkl. Gimmicks zu versteigern. Sämtliche Einnahmen kommen der Spendenaktion „Tschetschenien“ von Enough is Enough zugute.

Wir sind gespannt und freuen uns auf eure Gebote, denn jeder Cent zählt, um die Menschen dabei zu unterstützen vor Verfolgung, Folter und Mord zu fliehen.

EBAY

Folgendes ist enthalten:

  • Anthologie „Like a Dream“, signiert von: Tanja Meurer, Florian Tietgen, Bianca Nias, Elisa Schwarz, Laurent Bach, Leann Porter, Sabrina Železný, Jobst Mahrenholz, Karo Stein, Thomas Pregel, Alexa Lor, Chris P. Rolls, Anna Maske, Savannah Lichtenwald, Jannis Plastargias, Juliane Seidel und der Cover-Designerin Casandra Krammer
  • Stoffbeutel signiert von Svea Lundberg, Bianca Nias, Anna Maske, Juliane Seidel, Carmilla DeWinter, Sara Pearson, Juan Santiago, Tanja Meurer, Julian Mars, Leann Porter, Jona Dreyer, Serena C. Evans, Henrike Lang, Conny Reinhard, Irina Theisen, Tanja Meurer, Serena C. Evans, Corinna Behrens
  • Gimmicks (Flyer, Kugelschreiber, Lesezeichen, Buttons), teils signiert

Bitte unterstützt uns, ob durch Gebot , oder indem ihr Freunde auf die Auktion aufmerksam macht.

PS: Die Gewinner der Geburtstagsgewinnspiels werden morgen bekanntgegeben – habt nur noch ein wenig Geduld 🙂